Hinter dem Horizont
Petra Hillebrand


Über den Tod hinaus

Geschichten und Gedichte, die Hoffnung schenken

<br/>

Der Tod eines lieben Menschen ist ein einschneidendes Ereignis im Leben der Hinterbliebenen, aber kein Ende, vielmehr der Start in eine neue Art der Beziehung und des Miteinanders. Diese Erfahrung der Autorin im Umgang mit Sterbenden und Trauernden atmen auch die Geschichten und Gedichte, welche sie in diesem Buch zusammengestellt hat.

Die Texte nehmen die Menschen in ihrer Trauer ernst, lassen ihnen Zeit und geben keine vorschnellen Antworten. Aber sie lassen weiter blicken und erahnen, dass die Wirklichkeit nicht am sichtbaren und erfahrbaren Horizont abbricht.

Die zarten farbigen Illustrationen der Autorin ergänzen den Geschenkband, der sich sowohl als stimmungsvoller und einfühlsamer Zuspruch für trauernde Freunde oder Angehörige eignet, als auch eine vielseitige Textsammlung für Trauerbegleiter und zur Vorbereitung von Begräbnissen und Trauerfeiern bietet.








Petra Hillebrand




HINTER DEM HORIZONT


Kurzgeschichten und Impulstexte für Abschied, Tod und Trauer

Mit Zeichnungen der Autorin









INHALTSVERZEICHNIS


Du (#u6d98924c-bd79-574d-9141-115db2fa10a0)

Reise über den Horizont (#ue123134c-cb6d-56b4-93a3-4cb9b851b7bd)

Sehnsucht nach mehr (#u1ce4e1f8-fcc1-5884-b80b-ed01c289a48a)

Danke, Opa! (#u5a50b656-f481-5ac0-a804-f7290f2a92a8)

Die Gipfelstürmer (#u9bd61bd7-6279-5b94-9f4e-e16ea9928364)

Beim Namen gerufen (#uc5520a23-e7ec-5401-9308-16569df50e6e)

Die Frage (#ud09ddae0-e3e7-5469-8e51-8a4b88fbc0ec)

Vom Sterben (#u297d7a09-3810-5997-a7d7-bd25a31ed61e)

Tunnel ins Licht (#u45e14497-add4-5666-b4e1-7a9769d22b1b)

Bunte Erinnerungen (#ud6c5136f-fea3-5931-9fe5-9026c29b6b10)

Der Baum und das Blatt (#u8be2023b-741b-5d70-98de-1456ccf0c9b1)

Weg zu dir (#u5d353504-dbd7-5f9e-accb-6454daf9d011)

Letztes Frühstück zu zweit (#u4b66bd83-dc05-5ce9-b7c4-ba1b2702b217)

Worte an dich (#u48d996d1-b313-5ec0-b538-36cde58ecf00)

Von Sonne, Mond und Sternen (#ud4f4848c-90c9-587b-b1cb-304114c31f13)

Heller als die Sonne (#ucc64551d-e9a0-5991-a9c7-1dccb2b29fd4)

Bis zum Ende des Regenbogens und wieder zurück (#u0b5656ea-6cb4-5c7f-8371-20022ae7ef89)

Brücke ins Paradies (#uaf5319a2-86c1-55ac-813e-180ceaecda06)

Die Siegerin (#uc2c51e3c-4c6b-5b7f-876a-238c38b89066)

Nach Hause (#u5564b8ee-284a-59f0-b202-ae8fe168264b)

Von der Hoffnung der Seidenraupen (#u89e26e5a-b3cc-57a5-9de8-c99c24ebe5ad)

Warum (#u7325c12e-494b-503f-8b77-d82ff29acf89)

Abschiedsworte im Herbst (#ube014808-919b-546c-bd69-433de1180c3b)

Der Ahornbaum (#u61f238a2-890a-57ba-9b61-4ab26d2f4fe1)

Du fehlst uns (#u03e6cdfd-fb00-59e8-9561-4a676f0a588d)

Irgendwann vielleicht (#u49d591ba-346e-5597-92a3-eef53cba558d)

Der Atheist (#u7b914337-842c-5759-b0bf-642019c98eee)

Alles und nichts (#u197bc128-8ec0-5d72-98c3-1e972e1e465a)

Schlafes Bruder (#u8b429a02-80f2-5943-ba72-63adb666bbbd)

Die Filzkugel (#u889d6caa-882d-5a00-9dd5-2fa02ca57503)

Für dich (#u94ea39d6-b1ca-553f-bdff-92399bcadf60)

An der Schwelle des Lebens (#u02710f31-897b-561e-9151-3609cf8bcbe0)

Was uns erdet (#ua3a35f68-4ef9-56ae-a288-45783315f9c0)

Abschied von Lucie (#u71e0bb8e-7fbd-54a2-bdbf-3ab43bfb9ccd)

Wenigstens ein bisschen (#u3bc2ee37-97ad-5fdf-bdfa-9e0d458078dc)

Das Apfelbäumchen (#uc5244b72-dccb-591f-a8dc-ac3b77a601e4)

Noch ehe du kamst (#uf7e766d1-0e64-5d02-bd0d-f5616d3b8a5a)

Für immer in unseren Herzen (#u5dc883c4-2065-5db7-8a6b-1d3e5605d9ac)

Die Suche nach dem glücklichsten Menschen (#u74339e08-9602-5b73-93a1-7a807fbdcd9d)

Erfüllung (#uec107dae-8ab1-5753-9729-813b52101391)

Trauerwolken (#u5a8b0d9e-a944-5daa-824f-136487b9cab3)

Danke, Papa! (#u2a4e773a-51e1-5aee-abfb-da0f6859879e)

Wider die Angst (#u937bca26-6419-58e5-a4df-ed19cb82c60a)

Danke, Oma! (#u8c858134-ad39-5b19-9524-77e189094778)

Engelsflügel (#uc5cba4cc-bea1-5b7c-ae08-1652cf24ffe8)

Leb wohl, kleiner Engel (#u7588468a-6035-55e7-ad26-70fba912e1a9)

Fluchtende (#ufeefe95f-1f4e-5aef-805f-76df4132c637)

Windzeichen (#u4256733d-7847-514e-89f6-ba00e6c1af61)

Als du gingst (#u0211a41d-7e3c-58ce-8710-e62df7e0938f)

Sternengeflüster (#ue87ffa60-aceb-5b1c-b869-1ceffd4b7e1e)










DU


wer dich gekannt

weiß

was uns fehlt

wer dich geliebt

spürt

was uns hält




REISE ÜBER DEN HORIZONT


Ein Fischer spürte, dass sein Leben langsam mühsam wurde. Bisher war er täglich mit seinem Boot hinausgefahren, um die Netze auszuwerfen. Nun, da er alt und müde geworden war, beschloss er, sein Boot mitsamt der Fischereilizenz seiner Tochter zu übertragen.

Er räumte sein Haus auf und brachte auch den Garten auf Vordermann. Als er alles erledigt hatte, begann er sich zu verabschieden.

Besonders schwer fiel ihm der Abschied von seinen Enkelkindern. Ihnen ging es ebenso, denn sie liebten ihren Opa über alles. Außerdem waren sie sehr klug und bedrängten ihn mit Fragen.

„Opa“, fragte die Enkeltochter, „wenn du stirbst, wirst du dann wirklich nichts mehr sagen können?“

„So ist es“, antwortete der Fischer. „Das ist auch der Grund, warum es mir so wichtig ist, jetzt mit euch zu reden. Ihr könnt mir Fragen stellen, so viele ihr wollt. Ich werde versuchen, auf jede eine Antwort zu finden.“

Sein Enkelsohn zupfte ihn am Ärmel. „Wenn du dich nach deinem Tod nicht mehr bemerkbar machen kannst, wie sollen wir dann wissen, dass du noch in unserer Nähe bist?“

Der Fischer nahm seine Enkel und ging mit ihnen zum Strand. „Ihr werdet mich spüren. Hört ihr die Wellen? Sie kommen und gehen und sind stets in Bewegung. Fühlt ihr den Wind auf eurer Haut? Er streicht über euch hinweg, begibt sich auf eine weite Reise und ist trotzdem da. Riecht ihr die Meeresbrise, die mit Salz, Tang und Fischen gewürzt ist? Wenn ihr am Strand die Augen schließt, werdet ihr sie einatmen. Und wenn ihr dabei an mich denkt, wird es euch vorkommen, als stünde ich direkt neben euch.“

Seine Enkeltochter hatte noch eine wichtige Frage an ihn. „Das mit dem Leben nach dem Tod, Opa, – wie sollen wir uns das vorstellen?“






Der Fischer sah lange aufs Meer hinaus. Plötzlich erhellte sich sein Gesicht und er zeigte nach vorn.

„Seht ihr das Schiff, das dort fährt? Bald wird es hinter dem Horizont verschwinden. Und trotzdem wird es weiterfahren. Nur eben auf einem Teil des Meeres, den wir nicht einsehen können. So ähnlich könnt ihr euch das mit dem Weiterleben nach dem Tod vorstellen. Wenn jemand stirbt, geht er über den Horizont hinaus, aber niemals für immer fort. Er bleibt in der Nähe seiner Lieben, ist für diese aber nicht mehr sichtbar.“

„Wirst du das Meer dann noch spüren können?“, fragte der Enkelsohn.

Da lächelte sein Opa, denn das war eine Frage, die er sich auch schon gestellt hatte.

„Die Wellen werden mich tragen. Der Wind wird mich streicheln und mir das Gefühl geben, frei wie eine Möwe zu sein. Und mir wird alles sehr vertraut vorkommen. Denn das Leben ist wie das Meer. Es besteht aus unzähligen kleinen Teilen, die zusammenfließen. Und das, was am Ende dabei herauskommt, ist so gewaltig, dass es weit über den Horizont hinausreicht.“




SEHNSUCHT NACH MEHR


am Anfang

die Luft zum Atmen

ein und aus

wie Ebbe

und Flut

am Ende

mit einem Seufzen

der Tod

dazwischen

ein Sprudeln

wellenschlagend

bis zum Horizont

das Leben

und tief in uns

die Sehnsucht

nach mehr




DANKE, OPA!


Danke, Opa,

…dass du für mich da warst und mir immer das Gefühl gegeben hast, in deinem Haus willkommen zu sein,

…dass du in mir die Begeisterung fürs Schwammerlsuchen geweckt hast,

…dass du an einen Gott geglaubt hast, dessen unerschütterliche Liebe alle Menschen miteinander verbindet, und dass du mir immer wieder davon erzählt hast,

…dass du so vieles für mich repariert hast. Das hat mir gezeigt, dass es für fast alles eine Lösung gibt, selbst dann, wenn es erst gar nicht so aussieht.






Danke, Opa,

…dass ich mich in deiner Nähe so wichtig fühlen durfte,

…dass du mit mir gelacht und das Leben genossen hast,

…dass du versucht hast, mir alle Warum-Fragen zu beantworten, und ehrlich zugegeben hast, wenn dir auf eine besonders knifflige Frage keine Antwort einfiel.

Ganz besonders bedanken möchte ich mich aber für deine große Liebe, die mich immer auf meinem Weg begleiten wird.

Was müsste an diesem Text geändert werden, damit er Ihrem Großvater entspricht? Wofür möchten Sie Ihrem Opa Danke sagen?




DIE GIPFELSTÜRMER


Einst lebte am Fuße eines hohen Berges eine weise, alte Frau. Sie war gastfreundlich und hatte für alle ein offenes Ohr.

Es hatte sich herumgesprochen, dass sie nicht nur gut zuhören, sondern auch interessante Geschichten erzählen konnte. Viele kamen, um sich von ihren Erzählungen inspirieren zu lassen, und klopften an die Hüttentür. Manchmal mussten sie sich auf die Holzbank vor der Hütte setzen und warten, denn die alte Frau war oft schon früh am Morgen unterwegs zum Gipfel. Wenn sie dann wiederkam, war sie gut gelaunt und hatte für alle eine stärkende Jause parat.

Nach der Stärkung in der Hütte schulterten die Gipfelstürmer ihren Rucksack und wanderten los. Sie hatten viele Möglichkeiten, den Berg zu besteigen, und mussten sich für eine Variante entscheiden. Manche Wege waren steil, andere boten angenehme Rastplätze oder atemberaubende Ausblicke. Es gab moosbewachsene Pfade unter Bäumen und Wege, die über sonnenbeschienene Almwiesen führten. Manchmal waren auch Hindernisse wie reißende Bäche oder tiefe Schluchten zu überwinden. Alle, die unterwegs zum Gipfel waren, mussten ihrem Instinkt folgen. Denn Wegweiser gab es keine.

Zur gegebenen Zeit kamen die Gipfelstürmer ans Ziel. Eines war aber eigenartig: Wann immer sie den Gipfel erreichten, die weise, alte Frau saß bereits oben und erwartete sie.

Einen Wanderer wurmte das. Er hatte sich wochenlang auf diese Bergtour vorbereitet. Trotz seiner Kondition war er langsamer gewesen als die alte Dame. Das konnte doch nicht mit rechten Dingen zugehen!

„Ich bin so gut vorwärtsgekommen und habe kaum eine Rast gemacht. Wie kann es sein, dass du trotzdem vor mir da warst?“, fragte er. „Es muss eine Abkürzung geben. Du hättest sie mir verraten sollen.“

„Damit hätte ich dir keinen guten Dienst erwiesen“, antwortete die weise Frau. „Denn den Adler, der sich vor dir in die Lüfte erhoben hat, den hättest du dann nicht gesehen.“

Da musste er ihr Recht geben. Und je länger er darüber nachdachte, desto mehr Wunder am Wegrand fielen ihm ein, die den mühsamen Aufstieg wert gewesen waren.

Er zeigte ihr voller Stolz den Bergkristall, den er in einer Höhle entdeckt hatte. Und die weise Frau freute sich mit ihm, dass er auf seinem Weg etwas so Wertvolles gefunden hatte.

„Warum zeichnest du keine Wanderkarten und verkaufst sie?“, fragte der Gipfelstürmer. „Du kennst diesen Berg besser als jeder andere. Durch deine Tipps hätte ich gewusst, in welche Richtung ich gehen muss, und hätte mir den anfänglichen Holzweg erspart. Ich hätte nicht umzukehren brauchen und wäre flugs oben gewesen.“

„Das stimmt“, antwortete die weise Frau. „Schneller ans Ziel wärst du gekommen. Aber deinen Weg hättest du dann nicht gefunden.“




BEIM NAMEN GERUFEN


als Gott

dich beim Namen rief

folgtest du

ihm nach

um deinen Weg

in seinem Namen

zu vollenden




DIE FRAGE


Im Krankenhaus begleitete eine Krankenschwester ihre Patientin zum Arztzimmer. Weil es der Patientin so wichtig war, hatte die Krankenschwester ihr versprochen, während des ganzen Arztgesprächs dabeizubleiben. Die Ergebnisse der letzten Computertomographie waren da und der Arzt teilte sie der Patientin mit besorgter Miene mit.

„Muss ich jetzt sterben?“

Die Stimme der Patientin zitterte, aber ihr Blick war offen und klar.

Der Arzt zögerte. Sollte er ihr die Wahrheit sagen? Dass er alles in seiner Macht Stehende getan hatte und sie trotzdem bald tot sein würde. Dass er Angst vor ihrer Verzweiflung hatte und dass er diese Ohnmacht kaum aushielt.

Er atmete tief durch. Aber auf ihre Frage ging er nicht ein.

„Wir könnten noch eine Therapie machen“, schlug er stattdessen vor. „Eine andere Chemotherapie, bei der Ihnen die Haare nicht ausfallen. Wir könnten es zumindest versuchen. Denn wir haben noch nicht alles ausgeschöpft.“

Weil er dabei den Blick senkte, entging ihm, dass seine Antwort der Patientin keine Erleichterung brachte. Denn nun musste sie weiterkämpfen, obwohl sie unglaublich müde war. Einen Kampf, von dem sie gespürt hatte, dass er eigentlich schon verloren war. Aber konnte sie ihrem Gefühl jetzt überhaupt noch trauen?

Vor allem aber war sie enttäuscht. Sie hätte sich so gewünscht, Mitgefühl in seinen Augen zu sehen, vielleicht sogar ehrliches Bedauern. Stattdessen signalisierte ihr sein Blick auf die Uhr, dass das Gespräch nun beendet war.

Wieder eine Chance vertan, dachte sich die Krankenschwester, als sie die Patientin in ihr Zimmer zurückbrachte. Dabei hätte eine ehrliche Antwort so viel Positives bewirken können.




VOM STERBEN


vielleicht

ist Sterben

wie das Zittern

das durch ein Blatt fährt

ehe es sich

loslöst

von allem

was ihm bisher vertraut war

um sich

ganz hinzugeben

im freien Fall










TUNNEL INS LICHT


In einer Salzwasserhöhle einer karibischen Insel lebte ein großer Fischschwarm.

Ein Fisch in diesem Schwarm hieß Jerino. Er wollte wissen, wie es außerhalb der Höhle aussah. Aber keiner konnte es ihm sagen. Von Anfang an war ihm eingetrichtert worden, dass er an den Höhleneingängen gut auf sich aufpassen sollte. Beim hinteren Höhleneingang gab es nämlich einen gefährlichen Strudel. Schwamm ein Fisch zu nahe an ihn heran, wurde er mit solcher Kraft zurückgeschleudert, dass er gegen die Felswand prallte.

Der vordere Höhlenausgang war aber noch viel gefährlicher. Er führte in den gefürchteten Tunnel ohne Wiederkehr. Kamen Fische in dessen Sog, wurden sie mitgerissen und waren für immer fort.

„Wo diese Fische wohl gelandet sind?“, fragte sich Jerino.

Der Schwarmälteste ließ betrübt die Flossen hängen. „Kannst du es dir denn nicht denken? Schau doch hin! Dann weißt du es.“

Jerino schaute in die reißenden Fluten und hatte dabei ein mulmiges Gefühl. Aber dann fiel ihm etwas ein. „Es könnte doch sein, dass es dort, wo die reißende Strömung aufhört, viel schöner ist als bei uns. Vielleicht treffen die Verschwundenen da wieder zusammen und sind froh, dass sie den düsteren Tunnel hinter sich lassen konnten.“

Der Schwarmälteste seufzte. Denn das, was er Jerino erklären wollte, war gar nicht so einfach. Aber irgendwann musste er es ihm wohl sagen. Und vielleicht war jetzt der richtige Zeitpunkt dafür.

„Alle, die in den Tunnel ohne Wiederkehr geraten sind, sind tot, Jerino. Es ist also völlig egal, wie es hinter dem Tunnel aussieht, denn es nützt ihnen nichts mehr. Sei doch vernünftig und hör mit deinen Träumereien auf! Sonst bringst du die anderen noch ganz durcheinander!“






Da ließ auch Jerino seine Flossen hängen. Aber nicht lange, denn irgendwie konnte er sich nicht vorstellen, dass nach dem Strudel alles aus sein sollte. Er hoffte, dass es hinter dem Tunnel noch etwas anderes gab. Etwas, das alles Aussichtslose in ein anderes Licht rückte.

Jerino schwamm in der Höhle seine Bahnen und wurde älter. Und eines Tages geschah es: Er schwamm zu nahe an den Tunnel ohne Wiederkehr heran und wurde von der Strömung mitgerissen. Der starke Sog zog ihn in die Tiefe und schleuderte ihn hin und her.

Erst kämpfte Jerino gegen die reißende Strömung an, aber dann überkam ihn ein Gefühl des Friedens und er ließ los. Als die Dunkelheit ihn völlig bedeckte, war er schon nicht mehr bei Bewusstsein.

Sein lebloser Körper kam dem Ende des Tunnels immer näher und damit auch den Lichtstrahlen, die von außen hereinfielen. Hier endete die Dunkelheit und gab den Blick auf ein buntes Korallenriff frei. Und die Strömung trug Jerino sanft ins Land seiner Träume.




BUNTE ERINNERUNGEN


weder Worte

noch Farben

können ausdrücken

was du uns

gewesen bist

und doch

hat die Zeit mit dir

uns im Bunten der Natur

für jeden Tag

ein Denkmal gesetzt









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