  . 30      (B1B2)
 


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30       ;

 :   ,         ,       ;

 :  115  B1,  1630  B2;

  :   Pr?teritum,    ,     Perfekt,    ;    (du/Sie)  ;

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  ,        -  ,    ,   ,    .





 

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DIE GEHEIMNISSE

VON TANNENBACH

 

30    

    

 B1B2




Inhalt  


Wie man dieses Buch liest       

TEIL EINS  B1

Fall 1  Die verschwundene Torte     

Fall 2  Das Buch, das immer zur?ckkam    ,   

Fall 3  Postkarten aus Sydney      

Fall 4  Der Hund, der nicht bellte    ,   

Fall 5  Der Zug um 10:15 aus Freiburg     10:15  

Fall 6  Die reisenden Gartenzwerge     -

Fall 7  Mehl auf der Treppe      

Fall 8  Briefe ohne Namen      

Fall 9  Zimmer 12     

Fall 10  Der verschlossene Schuppen     

Fall 11  Die Uhr auf dem Bild      

Fall 12  Der Hund, der nach Hause ging    ϸ,   

Fall 13  Der Ring auf Schloss Rotenfels       

Fall 14  Spuren im Schnee      

Fall 15  Die Wahrsagerin    

TEIL ZWEI  B2

Fall 16  Das Kreuzwortr?tsel des Obersts     

Fall 17  Die Tageskarte     

Fall 18  Das Gespenst von Schloss Rotenfels      

Fall 19  Der Professor, der verschwand    ,  

Fall 20  Das K?sekuchen-Geheimnis      

Fall 21  Krimidinner     

Fall 22  Das fehlende Geld f?r das Dach       

Fall 23  Nebel auf der F?hre      

Fall 24  Briefe in der Wand      

Fall 25  Jonas in Schwierigkeiten      

Fall 26  Der Papagei, der zu viel wusste    ,    

Fall 27  Der verlorene Brief von Goethe      ø

Fall 28  Der Nachtzug nach Hamburg       

Fall 29  Die R?ckkehr von Herrn Grau      

Fall 30  Die letzte Seite     




Wie man dieses Buch liest


   

Dies ist eine Sammlung von drei?ig kurzen Kriminalgeschichten  eine f?r jeden Abend des Monats , geschrieben f?r alle, die Deutsch auf den Niveaus B1 und B2 lernen. Jede Geschichte wird zweimal erz?hlt: einmal auf Deutsch und einmal in einer nat?rlichen, literarischen russischen ?bersetzung. Es ist keine Wort-f?r-Wort-?bersetzung, sondern ein Text, der sich liest, als h?tte ein russischer Autor dieselbe Geschichte von Anfang an erz?hlt.

             ,    ,      B1  B2.    :   -         .   :   ,          .

Alle drei?ig F?lle l?st dieselbe Person: Hanna Lorenz, f?nfunddrei?ig. Zehn Jahre lang hat sie Kreuzwortr?tsel f?r eine M?nchner Zeitung gemacht, und jetzt f?hrt sie ein Antiquariat in Tannenbach, einem kleinen, ruhigen St?dtchen im Schwarzwald. Sie bemerkt kleine Dinge  ein falsches Datum, einen fehlenden Poststempel, ein Wort, das nicht hierher geh?rt , und ihr helfen (und manchmal st?ren sie) ihr alter Schulfreund, Polizeikommissar Jonas Okafor, und ein schwarzer Kater namens Komma.

            .        ,       ,     .       ,  , ,    ,     (   )  ,    ,      .

Die Geschichten werden im Lauf des Buches schwieriger. Die F?lle 115 sind f?r das Niveau B1 geschrieben: Die S?tze sind k?rzer, der Wortschatz ist allt?glich, und die Handlung ist einfach. Die F?lle 1630 sind f?r das Niveau B2 geschrieben: Sie sind l?nger, die Sprache ist reicher, und die R?tsel sind komplizierter. Erz?hlt wird, wie in deutschen B?chern ?blich, im Pr?teritum; in den Dialogen sprechen die Figuren so, wie man im Alltag spricht  meistens im Perfekt. Jeder Fall ist ein faires R?tsel: Alle Hinweise stehen im Text, bevor Hanna sie erkl?rt, und Sie k?nnen versuchen, den Fall selbst zu l?sen.

  .  115    B1:  ,  ,  .  1630    B2:  ,  ,  . ,     ,    (Pr?teritum),      ,    ,      (Perfekt).     :      ,    ,       .

Das Buch besteht aus kurzen, abwechselnden Bl?cken: ein Absatz auf Deutsch und gleich danach derselbe Absatz auf Russisch, kursiv gesetzt. So m?ssen Sie nie ans Ende des Buches bl?ttern oder einen eigenen Abschnitt suchen, um etwas nachzupr?fen  die ?bersetzung steht immer direkt unter dem Original.

    :   ,         ,  .  ,           ,  - ,      .

Es gibt nicht den einen richtigen Weg, dieses Buch zu lesen, aber dieser hier funktioniert f?r viele Leser. Lesen Sie zuerst den ganzen deutschen Absatz, auch wenn ein Wort oder ein Satz unklar ist  versuchen Sie, die Bedeutung aus dem Zusammenhang zu erraten, bevor Sie nach unten schauen. Lesen Sie dann den russischen Absatz darunter, nicht um Wort f?r Wort zu ?bersetzen, sondern um zu pr?fen, ob Sie alles verstanden haben, oder um ein, zwei Dinge zu kl?ren, die Ihnen entgangen sind. Gehen Sie zum n?chsten Block und wiederholen Sie das Ganze.

       ,     .     ,   -    ,      ,    .          ,     ,    ,    ,   -  .      .

Wenn Sie sich sicherer f?hlen, lesen Sie zuerst den ganzen Fall auf Deutsch, von Anfang bis Ende, ohne nach unten zu schauen  und pr?fen Sie, ob Sie die L?sung vor Hanna finden. Gehen Sie danach den russischen Text durch und schauen Sie sich die Stellen an, bei denen Sie unsicher waren. Erwarten Sie auf keinen Fall, beim ersten Mal alles zu verstehen. Auf den Niveaus B1 und B2 gen?gt es v?llig, der Geschichte zu folgen und Freude an dem R?tsel zu haben. Genau daf?r wurden diese Geschichten geschrieben.

   ,      -    ,   ,   ,      .         ,   .          .   B1  B2          .       .



TEIL EINS  B1

    115



FALL 1




Die verschwundene Torte


 

Hanna Lorenz war in Tannenbach aufgewachsen, mit achtzehn nach M?nchen gegangen und mit dreiunddrei?ig zur?ckgekommen, als ihre Tante Edith ihr ein Antiquariat vererbte. In den zwei Jahren seitdem war in der kleinen Stadt nichts besonders Aufregendes passiert. Genau deshalb mochte sie Tannenbach.

    ,     ,               .   ,     ,       .       .

Tannenbach war ein kleines St?dtchen im Schwarzwald, mit einer Hauptstra?e, zwei Gasth?usern, einer Kirche, deren Uhr immer vier Minuten nachging, und einem Antiquariat mit einer gr?nen T?r. Das Antiquariat geh?rte jetzt ihr. ?ber der T?r stand in goldenen Buchstaben ANTIQUARIAT LORENZ, und drinnen roch es nach altem Papier, Kaffee und Katze.

     :   ,  ,   ,      ,      .    .       ANTIQUARIAT LORENZ,     ,   .

Der Kater war mit dem Laden gekommen. Er hie? Komma. Er war schwarz, hatte einen wei?en Fleck unter dem Kinn und verbrachte fast den ganzen Tag schlafend im Schaufenster, zwischen der Lyrik und den Reisef?hrern.

     .     - .   ,     ,           .

Bevor sie das Antiquariat ?bernahm, hatte Hanna zehn Jahre lang Kreuzwortr?tsel f?r eine gro?e M?nchner Zeitung gemacht, und sie schickte immer noch eines pro Woche. Jetzt war sie f?nfunddrei?ig, hatte dunkle Locken, die nie ordentlich lagen, und konnte kein Schild, keine Speisekarte und keinen Einkaufszettel lesen, ohne die kleinen Fehler darin zu bemerken. Das ist eine Berufskrankheit, sagte sie gern. Wenn man einmal anf?ngt, nach Hinweisen zu suchen, h?rt man nie wieder auf.

                    .    ,        ,      ,    ,      .  ,    .       ,    .

Am zweiten Samstag im Juli ging die ganze Stadt zum Tannenbacher Sommerfest im Gemeindehaus. Es gab Preise f?r das gr??te Gem?se, die sch?nsten Blumen und die beste Marmelade, aber der wichtigste Preis von allen war der f?r die beste Schwarzw?lder Kirschtorte.

            .      ,      ,           .

F?nf Jahre lang hatte immer dieselbe Frau gewonnen: Margarete Hahn aus der Kirchgasse. Ihre Torte war ber?hmt. Sie war hoch und leicht, mit dunklem Schokoladenbiskuit, Kirschen, viel Sahne und Schokoladenraspeln obendrauf.

              . Ÿ   : , ,    , ,      .

Hanna traf Margarete an diesem Morgen im Caf Kupferkessel, gegen?ber von ihrem Laden. Margarete setzte ihre Lesebrille auf, die an einer d?nnen goldenen Kette um ihren Hals hing, studierte lange die Karte und bestellte dann, was sie immer bestellte: einen Kaffee zum Mitnehmen. Wie immer redete sie ein bisschen zu schnell. Ich bin um f?nf aufgestanden, sagte sie. Und in meiner K?che ist alles neu! Meine Tochter hat mir zum Geburtstag Vorratsdosen geschenkt  alle wei?, alle genau gleich. Sehr modern. Ich finde immer noch nichts.

            .     ,          ,   ,     ,   ,    .  ,  ,  ,  .    ,   .         !            ,   .  .       .

Um halb elf standen die Torten auf einem langen Tisch hinten im Saal, neben der T?r zum Parkplatz. Jede stand auf einem wei?en Teller, daneben ein K?rtchen mit einer Nummer. Margaretes Torte hatte die Nummer sieben. Die Jury kam um zw?lf Uhr.

           ,     .     ,     .    .      .

Hanna ging mit einer Tasse Tee langsam durch den Saal. Sie bewunderte die riesigen Karotten und die wundersch?nen Rosen. In der N?he des Tortentischs bemerkte sie einen kleinen Jungen von etwa acht Jahren. Er hatte rote Haare und ein sehr ungl?ckliches Gesicht und trank Apfelsaft, so schnell er konnte, ein Glas nach dem anderen.

      .      .           ,    .      ,   ,   .

Um zwanzig vor zw?lf schrie jemand.

    .

Margarete Hahn stand am Tortentisch und hielt sich beide H?nde vors Gesicht. Teller Nummer sieben war leer. Nichts lag darauf, nicht einmal ein Kr?mel. Meine Torte!, rief sie. Jemand hat meine Torte gestohlen!

      ,    .        ,   .   !   .  -   !

Alle im Saal drehten sich um, und alle redeten auf einmal. Einige sahen Dorothea Fink an, die f?nf Jahre lang jedes Mal Zweite geworden war. Frau Fink wurde knallrot. Schaut mich nicht so an, sagte sie. Ich stehe seit heute Morgen am Marmeladentisch. Fragt, wen ihr wollt.

   ,    . -    ,       .    .      ,   .         .   .

Ein gro?er Mann in ihrem Alter mit einem freundlichen Gesicht kam durch die Menge. Es war Jonas Okafor, Kommissar bei der Polizei in Tannenbach; Hanna kannte ihn seit der Grundschule. Heute hatte er frei  er war mit seiner Mutter auf dem Fest, die ihre Tomaten ausstellte , aber wenn es in Tannenbach ?rger gab, suchten alle sofort nach Jonas.

         .    ,   ,        .            ,      ,       ,       .

Wann haben Sie die Torte zuletzt gesehen, Frau Hahn?, fragte er. Um halb zw?lf. Sie war perfekt. Dann bin ich zum Auto gegangen, um meine Lesebrille zu holen, und als ich zur?ckkam  war sie weg!

       ,  ?   .    .   .         ,        !

Jonas schrieb das in ein kleines schwarzes Notizbuch. Hanna sah w?hrenddessen Margarete an: ihr rotes Gesicht, ihre zitternden H?nde und die Lesebrille, die wie immer an der d?nnen goldenen Kette um ihren Hals hing.

      .       :    ,        , ,  ,         .

Dann suchte sie den rothaarigen Jungen. Er sa? drau?en auf der Treppe, immer noch mit einem Glas Saft in der Hand. Hallo, sagte Hanna und setzte sich neben ihn. Ich bin Hanna. Mir geh?rt das Antiquariat mit der Katze im Schaufenster. Ich wei?, sagte der Junge. Ich bin Paul. Ich mag Ihre Katze.

     .      ,       .  ,      .   .   ,    .  ,   .   .    .

Paul, du siehst aus wie jemand, der etwas Schreckliches gegessen hat. Paul sah auf seine Schuhe. Ich hab nur ein ganz kleines St?ck genommen, sagte er leise. Von der Ecke. Von Nummer sieben. Alle sagen, das ist die beste Torte der Welt. Er verzog das Gesicht. Sie hat geschmeckt wie das Meer.

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Hat dich jemand gesehen? Die Tortenfrau. Ich hab mich entschuldigt. Ich hab ihr gesagt, dass sie salzig ist. Sie hat auch ein bisschen probiert, und dann ist sie ganz wei? geworden. Paul trank noch einen Schluck Saft. Komme ich jetzt ins Gef?ngnis? Heute nicht, sagte Hanna. Danke, Paul. Du hast mir sehr geholfen.

  - ?  Ҹ,   .  .  ,   .    ,       .     .     ?    ,   .  , .    .

Hanna ging um das Geb?ude herum zum Parkplatz. Margaretes kleines blaues Auto stand unter einem Baum. Nat?rlich ?ffnete Hanna es nicht. Das war auch nicht n?tig: Durch die Heckscheibe sah sie auf dem R?cksitz eine gro?e, runde Tortenhaube.

      .       .   , ,  .     :     ,         .

Sie ging wieder hinein und fand Margarete allein in der kleinen K?che hinter der B?hne. Sie sa? auf einem Plastikstuhl mit einer Tasse Tee, die sie nicht trank. Margarete, sagte Hanna leise, Ihre neuen Dosen sind alle wei?, und sie sehen alle gleich aus. Aus welcher haben Sie heute Morgen den Zucker genommen?

             :        ,      .  ,    ,         .       ?

Margarete sagte lange nichts. Dann vergrub sie das Gesicht in den H?nden, und diesmal spielte sie nicht. Aus der linken, sagte sie. Der Zucker steht bei mir immer links. Aber meine Tochter hat das Salz dorthin gestellt. Ach, Hanna  sechs Eier, ein halber Liter Sahne, zweihundert Gramm Salz, und die ganze Stadt h?tte das gegessen!

  .            .   ,   .      .     . , ,  , - ,          !

Also haben Sie die Torte im Auto versteckt und allen erz?hlt, sie sei gestohlen worden. Ich konnte doch nicht sagen, dass ich eine Salztorte gebacken habe! F?nf Jahre habe ich gewonnen. F?nf Jahre! Sie sah auf. Wie hast du das gewusst?

      ,   ,   .      ,    !    .  !    .    ?

Drei Dinge, sagte Hanna. Erstens Ihre neuen Dosen  davon haben Sie mir heute Morgen erz?hlt. Zweitens ein Junge, der sagt, Ihre Torte schmeckt wie das Meer. Und drittens Ihre Brille. Sie zeigte auf die goldene Kette. Die tragen Sie um den Hals, seit ich denken kann. Sie mussten nicht zum Auto, um Ihre Brille zu holen, Margarete. Sie mussten zum Auto, um etwas anderes hinzubringen.

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Margarete lachte  ein kleines, nasses Lachen. Du und deine Hinweise. Berufskrankheit, sagte Hanna.

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Am Ende erz?hlte Margarete der Jury selbst die Wahrheit. Ein paar Leute lachten, aber die meisten waren freundlich. Dorothea Fink gewann den Preis zum ersten Mal in ihrem Leben und war so gl?cklich, dass sie weinte. Jonas klappte sein Notizbuch zu und sagte, das sei der k?rzeste Fall seiner Karriere gewesen.

       . - ,      -.           ,  .      ,         .

Als Hanna am Abend die gr?ne T?r ihres Ladens abschloss, fand sie auf der Stufe eine kleine Papiert?te. Darin lag ein St?ck Torte  hoch und leicht, mit Kirschen und Sahne  und ein Zettel: Diesmal mit Zucker. Danke. M.

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Hanna trug die Torte hinein, gab Komma ein bisschen Sahne und dachte, dass Tannenbach vielleicht doch ein wenig aufregender war, als sie geglaubt hatte.

    ,      ,  , , -  ,   .

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   ,     (https://www.litres.ru/book/aleksandra-panfilova/nemetskii-cherez-detektivy-30-dvuiazychnykh-istorii-s-74676248/)  .

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