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EIN JAHR IN DEUTSCHLAND

  

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 115    B1:  ,  ,  .  1630   B2: ,  ,  .   ,    .

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    . Viel Spa? beim Lesen!







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  31 ,        ;  ,     -    Tja.

   ;    ,  .

  84 ,     14;        .






 / Contents


 1. B1    

1. Mit oder ohne Kohlens?ure?       ?

2. Du oder Sie?      ?

3. Gelb, blau, braun, schwarz    Ƹ, , , 

4. Der heilige Sonntag     

5. Unser t?glich Brot      

6. Die B?chle    

7. Federwei?er und Zwiebelkuchen        

8. Laterne, Laterne    , 

9. Steine, ?ber die man stolpert    ,   

10. Berliner Schnauze     

11. Ein Tag im Stadion      

12. Der Nikolaus kommt     

13. Weihnachten an der Nordsee       

14. Same procedure as every year       

15. Haben Sie gel?ftet?      ?

 2. B2    

16. Narri  Narro!      !

17. Ich hab mein Herz in Heidelberg verloren        

18. Eiertitschen     

19. Tanz in den Mai     

20. Bollenhut und Kirschtorte         

21. Weckle, Semmel, Schrippe    , , 

22. Brotzeit im Biergarten       

23. Ordnung im Kleingarten       

24. Hitzefrei!      - !

25. D?ner, Simit und Heimat    ĸ,   

26. Polterabend      

27. Strandkorb     

28. Es gibt kein schlechtes Wetter       

29. Die Loreley    

30. Bis bald in Nischni Nowgorod     ,   





 1  B1

     115



GESCHICHTE 1




Mit oder ohne Kohlens?ure?


   ?

Das erste deutsche Wort, das Darja Morosowa auf deutschem Boden h?rte, war Versp?tung.

  ,       ,  .

Sie stand mit ihrem Koffer am Frankfurter Flughafen, auf Gleis 5, und wartete auf den ICE nach Freiburg. ?ber ihrem Kopf hing eine elektronische Tafel, und auf der Tafel stand in gelben Buchstaben: ca. 40 Minuten sp?ter.Dann sagte eine ruhige Frauenstimme aus dem Lautsprecher: Wegen Verz?gerungen im Betriebsablauf hat der ICE 275 nach Basel heute circa vierzig Minuten Versp?tung. Wir bitten um Entschuldigung.

      ,   ,      .     ,       :   40 .       :         ICE 275        .   .

Darja war ?berrascht. Sie war Deutschlehrerin. Sie wusste alles ?ber Deutschland: Die Deutschen sind flei?ig, ordentlich und p?nktlich. Das stand in jedem Lehrbuch. Und jetzt das.

 .    .     :  ,   .      .   .

Neben ihr stand ein ?lterer Herr mit Hut und Zeitung. Er sah auf die Tafel, seufzte tief und sagte zu niemandem: Typisch Bahn.

        .    ,      :

  .  ,  .

Typisch, sagte eine junge Frau mit Kinderwagen.

  ,      .

Gestern waren es siebzig Minuten, sagte ein Student mit Kopfh?rern. Und dann ist der Zug ganz ausgefallen.

    ,     .      .

Pl?tzlich sprachen alle auf dem Bahnsteig miteinander. Fremde Menschen, die sich nie im Leben gesehen hatten, sch?ttelten die K?pfe und erz?hlten Geschichten ?ber verpasste Anschl?sse, kaputte Klimaanlagen und Z?ge, die in umgekehrter Wagenreihung kamen. Sie sahen dabei fast gl?cklich aus.

       .  ,       ,        ,    ,       .         .

Sie sind nicht von hier, oder?, fragte der Herr mit dem Hut freundlich.

    ?      .

Nein. Ich komme aus Russland. Ich bin heute angekommen.

 .   .  .

Na dann: Willkommen in Deutschland. Er zeigte auf die Tafel. Das ist Ihre erste Lektion. Die Deutschen sind p?nktlich. Die Bahn ist es nicht. Und ?ber die Bahn zu schimpfen  das ist unser Nationalsport.

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*   *   *

Darja war achtundzwanzig. Seit sechs Jahren unterrichtete sie Deutsch an einer Schule in Nischni Nowgorod. Sie konnte den Unterschied zwischen weil und denn erkl?ren, zwischen wenn und als, zwischen Pr?teritum und Perfekt. Sie hatte Goethe und Heine im Original gelesen. Aber in Deutschland war sie noch nie gewesen.

   .          .      weil  denn,  wenn  als,    .   ø    .       .

Jetzt hatte sie ein ganzes Jahr. Eine Grundschule in Freiburg suchte eine Assistentin aus dem Ausland, und  sie konnte es immer noch nicht ganz glauben  man hatte sie genommen. Sie sollte im Unterricht helfen, sehen, wie deutsche Kinder lernen, und bei einer deutschen Familie wohnen. Das echte deutsche Leben, hatte in der E-Mail gestanden.

     .       - ,               .     , ,    ,     .   ,    .

Der Zug kam mit dreiundvierzig Minuten Versp?tung. Darja fand ihren Platz, setzte sich ans Fenster und sah zwei Stunden lang hinaus: Felder, Weinberge, kleine D?rfer mit roten D?chern und spitzen Kircht?rmen, und am Ende, links, dunkle gr?ne Berge.

       .    ,         : , ,        ,   , ,  - .

Der Schwarzwald, sagte die Frau neben ihr. Gleich sind Sie in Freiburg.

 ,    .     .

*   *   *

Am Bahnhof in Freiburg stand ein gro?er Mann mit grauem Bart und einem St?ck Pappe in den H?nden. Auf der Pappe stand mit dickem Filzstift: DARJA (RUSSLAND). Darunter war ein kleiner Igel gemalt, mit sehr vielen Stacheln und einem breiten L?cheln.

              .      : DARJA (RUSSLAND).             .

Du bist bestimmt Darja, sagte der Mann. Ich bin J?rg. J?rg Weber. Den Igel hat meine Tochter gemalt. Sie malt ?berall Igel. Du wirst dich daran gew?hnen.

 , , ,   .   .  .    .    . .

Darja streckte ihm die Hand entgegen. Sehr erfreut, Herr Weber.

   .

   ,  .

J?rg sah sie an, als ob sie eine seltene Briefmarke w?re. Dann lachte er laut. Sehr erfreut! Das hat zu mir zuletzt meine Oma gesagt. Ich bin J?rg. Einfach J?rg. Komm, die Stra?enbahn f?hrt gleich.

    ,      .   .

   !       .  .  . ,   .

Haben Sie hast du kein Auto?

      ?

Doch. Aber ich bin Stra?enbahnfahrer. Ich fahre den ganzen Tag Stra?enbahn. Das ist das Einzige, was ich wirklich gut kann.

 .    .     .  ,   - .

In der Stra?enbahn winkte J?rg dem Fahrer zu, und der Fahrer klingelte zweimal zur?ck. Freiburg glitt am Fenster vorbei: alte H?user in Rosa und Gelb, viele Fahrr?der, Studenten mit Rucks?cken, und ?ber allem ein hoher roter Kirchturm.

    ,      .    :      ,  ,   ,        .

Und woher genau kommst du?, fragte J?rg.

   ,  ?   .

Aus Nischni Nowgorod.

   .

Nischni Now Nowo Er gab auf. Gib mir ein Jahr. Ich ?be.

      .    .  .

*   *   *

Die Webers wohnten in einem schmalen Reihenhaus im Stadtteil Wiehre. Alle H?user in der Stra?e sahen fast gleich aus, aber jedes hatte andere Fensterl?den. Die Fensterl?den der Webers waren gr?n.

         ,   .       ,      .     .

Die T?r ging auf, bevor sie klingeln konnten. Zuerst kam ein kleiner brauner Hund heraus und lief dreimal um Darjas Beine. Dann kam ein M?dchen von neun Jahren mit dunklen Locken. Dann eine Frau in einer blauen Pflegeuniform, mit einem Geschirrtuch in der Hand.

  ,    .           .        .       ,     .

Brezel, aus! Hallo, hallo, komm rein! Ich bin Aylin. Das ist Mia. Mia, sag richtig Hallo.

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Hallo, sagte Mia. Hast du meinen Igel gesehen?

 ,   .     ?

Ja, sagte Darja. Er war das Beste am ganzen Bahnhof.

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Mia beschloss in diesem Moment, dass Darja in Ordnung war.

   ,    .

*   *   *

Im Flur blieb Darja stehen. Neben der T?r stand ein Regal voller Schuhe, und davor lagen mehrere Paar Hausschuhe: gro?e, kleine, gestreifte, und ein Paar mit Hasenohren.

   .    ,  ,       : , ,       .

Schuhe bitte aus, sagte Aylin, fast entschuldigend. Das hier sind G?stehausschuhe. Nimm, welche du willst.

  , ,     .    .   .

Darja zog ihre Schuhe aus und schl?pfte in ein Paar graue Filzpantoffeln. Und zum ersten Mal an diesem langen Tag f?hlte sie sich ein bisschen wie zu Hause. In Russland zog auch jeder an der T?r die Schuhe aus. Sie hatte gedacht, das sei nur bei ihr zu Hause so.

       .           .       .  ,     .

In der K?che roch es nach Kaffee und Apfelkuchen. Am K?hlschrank hingen Magnete, ein Stundenplan und viele Zeichnungen. Fast alle zeigten Igel.

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M?chtest du was trinken?, fragte Aylin.

  - ?   .

Ein Glas Wasser, bitte.

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Aylin ?ffnete eine Flasche. Es zischte. Sie goss Wasser in ein Glas, und im Glas stiegen tausend kleine Blasen nach oben. Darja nahm einen gro?en Schluck  und musste husten. Das Wasser kitzelte in der Nase, auf der Zunge, ?berall.

  .  .     ,        .       .    ,  , .

Oh!, sagte Aylin. Du wolltest stilles Wasser?

 !   .     ?

Ich wollte Wasser, sagte Darja.

    ,   .

J?rg und Aylin sahen sich an. Mia sah Darja an, als h?tte sie um ein Glas Suppe gebeten.

   .     ,     .

In Deutschland ist Wasser immer mit Blubber, erkl?rte Mia. Au?er, man sagt still.

      ,   .       .

Es gibt drei Sorten, sagte J?rg ernst und stellte drei Flaschen auf den Tisch, wie ein Lehrer. Klassisch: viel Kohlens?ure. Medium: ein bisschen Kohlens?ure. Still: keine Kohlens?ure. Jede Familie hat ihre Sorte. Wir sind eine Klassisch-Familie. Meine Mutter war eine Medium-Familie. Wir haben nie dar?ber gesprochen.

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Darja lachte. Dann nahm sie noch einen Schluck vom klassischen Wasser, langsamer jetzt. Es war kalt und frisch und ein bisschen frech. Sie war nicht sicher, ob sie es mochte. Aber sie war sicher, dass sie es noch oft trinken w?rde.

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Willkommen in Deutschland, sagte J?rg und hob sein Glas.

    ,       .

*   *   *

Ihr Zimmer war unter dem Dach, mit einer schr?gen Wand und einem kleinen Fenster, aus dem man die D?cher der Nachbarnund den Schwarzwald sehen konnte. Auf dem Kopfkissen lag ein Blatt Papier. Darauf war ein Igel mit einem Koffer gemalt, und darunter stand: DARJA.

Ÿ    :     ,        .     .       ,    : DARJA.

Darja setzte sich aufs Bett. Unten lachte jemand, Brezel bellte einmal, und irgendwo zischte  sie war fast sicher  wieder eine Flasche Wasser.

   .  - ,   ,  -           .

Sie nahm ein neues Notizbuch aus der Tasche und schrieb auf die erste Seite: Was nicht im Lehrbuch stand.

          :     .

Und darunter:

 :

1. Die Deutschen sind p?nktlich. Die Bahn ist es nicht. Und ?ber die Bahn schimpfen alle zusammen  sehr gern.



2. Wasser hat Blasen. Au?er, du sagst still.



3. Schuhe aus, Hausschuhe an. Wie zu Hause.

1.  .    .         .



2.    .      .



3.  ,  .  .

Sie sah die Liste lange an. Dann l?chelte sie und machte das Licht aus. Sie hatte ein ganzes Jahr, um dieses Notizbuch zu f?llen.

     .     .     ,    .

G




  .


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   ,     (https://www.litres.ru/book/aleksandra-panfilova/god-v-germanii-30-istorii-na-nemetskom-iazyke-s-paral-74696999/)  .

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