KONOSUBA! GOD'S BLESSING ON THIS WONDERFUL WORLD! – Light Novel 01

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Da Aqua und ich selbst kaum mehr wogen als ein paar Ziegen, bereitete uns diese Erkenntnis ziemliche Sorgen. Wie sich herausstellte, verschwanden jedes Jahr während der Paarungszeit der Riesenkröten mehrere Bauern und auch Kinder aus der Stadt.
Von außen sahen diese Monster genauso aus wie riesige Frösche. Aber sie waren sehr viel gefährlicher als die Schwächlinge, die vor langer Zeit aus dieser Gegend vertrieben worden waren. Zufälligerweise war ihr Fleisch, auch wenn es ein bisschen zäh war, leicht bekömmlich, hatte einen milden Geschmack und galt deshalb als Delikatesse.
Wir hatten gehört, dass ihre dicke Fettschicht sie vor physischen Angriffen schützte. Andererseits hatten wir aber auch gehört, dass die Riesenkröten Metall verabscheuten und dass man verhindern konnte, gefressen zu werden, indem man auch nur ein winziges Rüstungsteil trug, weshalb es angeblich gar nicht so schwer war, mit ihnen fertigzuwerden. Daher genossen erfahrene Abenteurer die Jagd auf sie. Wir dagegen …
»Aqua! Aqua! Steh da nicht einfach rum und lach – hilf miiir!«
»Vielleicht könntest du damit anfangen, mir ein bisschen Respekt entgegenzubringen.«
»Gebieterin Aquaaaaa!«
Das würde sie später zurückbekommen. Ich würde sie bis zum Hals eingraben und sie so zurücklassen, dann würde sie ja sehen, wie gruselig es war, einer Riesenkröte ausgeliefert zu sein. Den Tränen nahe blickte ich mich zu der Kreatur um, die mich verfolgte. Aber sie hatte sich von mir abgewandt. Ihr Blick ging zu …
»Also schön! Ich muss dir wohl unter die Arme greifen, Hiki-Neet. Aber im Gegenzug verlange ich, dass du mich anbetest – ab morgen! Wenn wir wieder in der Stadt sind, musst du dich der axistischen Religion anschließen und dreimal am Tag zu mir beten! Wenn ich dich beim Essen um etwas von deinem Teller bitte, musst du es mir ohne Murren geben! Und … Hrgh?!«
Aqua und ihre Selbstüberhöhung waren mit einem Mal verschwunden.
Die Riesenkröte, die mich verfolgt hatte, war stehen geblieben. Aus ihrem Mundwinkel hing etwas Blaues.
Es war …
»Aqua! H… Hey! Wage es ja nicht, gefressen zu werden!«
Aquas zuckendes Bein hing seitlich aus dem Maul des Froschs.
Ich zog mein Kurzschwert und stürzte mich auf die Riesenkröte.
»Schnüff … Määäääh! Schnüff …«
Aqua hockte vor mir auf dem Boden und hielt ihre Knie umklammert. Der Schleim tropfte an ihr herunter.
Neben ihr lag die Riesenkröte mit gespaltenem Schädel.
»Schnüff … schnüff … D… Danke, Kazuma … Danke … Määääääääääähhhh!!«
Sie hatte nicht aufgehört zu weinen, seit ich sie aus dem Maul der Kröte gezogen hatte.
Ich schätze, auch Göttinnen mögen es nicht, gefressen zu werden.
»Sch… Schon okay, Aqua. Ganz langsam … Hey, lass uns für heute nach Hause gehen. Die Quest war, fünf Kröten in drei Tagen zu töten, aber das ist offensichtlich ’ne Nummer zu groß für uns. Lass uns erst mehr Ausrüstung besorgen. Ich mein, ich hab ein Kurzschwert und einen Trainingsanzug … Ich würde wenigstens gern wie ein Abenteurer aussehen.«
Dass ich die Kröte, die Aqua verschluckt hatte, hatte töten können, lag hauptsächlich daran, dass Riesenkröten sich nicht bewegten, während sie ihre Beute verschlangen. Ich hätte nie den Mut aufgebracht, einer Kröte entgegenzutreten, die fröhlich auf mich zu gehüpft kam.

Aber Aqua, die von oben bis unten von glänzendem Krötenschleim bedeckt war, stand auf. »Schnüff … Wie kann eine Göttin sich von einem dahergelaufenen Frosch nur so erniedrigen lassen? Ich wurde geschändet! Wenn mich einer meiner Anhänger so sehen könnte, würde er den Glauben an mich verlieren! Wenn bekannt würde, dass ich von einem Frosch niedergemacht wurde, wäre der Ruf der wunderschönen und herrlichen Aqua ruiniert!«
Sie schwitzte jeden Tag, während sie Bauteile herumschleppte, und war stolz, dass sie mehr tragen konnte als Männer mittleren Alters. Auf nichts freute sie sich so wie auf ein Abendessen nach einem schönen Bad. Jede Nacht schlief sie neben mir auf einem Strohhaufen, während ihr Sabber übers Kinn lief … Aber ein bisschen Krötenschleim, und sie machte sich Gedanken um ihr Image?
Bevor ich sie aufhalten konnte, rannte Aqua schon auf eine weitere Riesenkröte in einiger Entfernung zu.
»Woah! Hey, warte – Aqua!«
Sie ignorierte mich und erreichte das Monster. Sie war so energiegeladen, dass ihre Faust ein weißes Licht ausstrahlte, und sie rammte sie in den Bauch der Kröte.
»Spüre die Macht der Götter! Du hättest dich mir nicht entgegenstellen – und uns die Zähne zeigen – sollen, aber du wirst noch genug Zeit haben, das in der Hölle zu bereuen! Götterschlag!«
Ich erinnerte mich, dass ich von einem Gildenmitarbeiter gehört hatte, dass physische Angriffe gegen Riesenkröten nicht sehr wirkungsvoll waren.
Mit einem Glubb grub sich Aquas Faust in den weichen Bauch des Monsters, und die Kröte blickte beiläufig auf sie hinunter …
Ihre Blicke begegneten sich. »W… Weißt du, jetzt wo ich dich aus der Nähe sehe, e… erkenne ich erst, wie niedlich Riesenkröten doch eigentlich sind …«
Zum zweiten Mal an diesem Tag ging ich auf ein Monster los, das reglos dasaß, während es seine Beute verspeiste. Und zum zweiten Mal rettete ich eine schluchzende, schleimbedeckte Göttin.
Wir entschieden, es für heute gut sein zu lassen.
4
»Das Problem ist, dass wir zwei allein überhaupt keine Chance haben. Wir brauchen ein paar Kameraden!«
Als wir wieder in der Stadt waren, gingen wir direkt ins Badehaus. Dann ging’s weiter zur Abenteurer-Gilde, wo wir gebratene Krötenschenkel aßen und Kriegsrat hielten.
Die Gildenhalle diente sowohl als Treffpunkt für Abenteurer als auch als Freizeitzentrum. Hier konnte man Monsterteile kaufen und verkaufen, und eine große Gaststube servierte Gerichte aus Monstern.
Wir verkauften der Gilde das Fleisch der zwei Kröten, die wir erlegt hatten, zu einem Spottpreis. Die Körper hätten wir kaum selbst zurück in die Stadt schleppen können. Aber die Gilde bot einen Transportservice an – natürlich zu einem entsprechenden Preis. Abzüglich der Transportkosten hatten wir für jede Kröte fünftausend Eris verdient. Alles in allem war das kaum mehr, als wir auf dem Bau verdient hatten.
Andererseits war die gebratene Kröte – wenn auch ein bisschen zäh – deutlich besser, als ich erwartet hatte. Als ich in diese Welt gekommen war, hatte ich den Gedanken, Dinge wie Echsen oder Kröten zu essen, widerlich gefunden, aber wie sich herausstellte, schmeckten sie in einem Sparmenü ziemlich gut.
Die Göttin mir gegenüber brauchte hingegen keine Ermunterung, um alles zu essen, was ihr vor die Nase kam.
»Klar, aber … wir sind blutige Anfänger und haben nicht mal vernünftige Ausrüstung. Wer sollte sich denn bitte unserer Party anschließen wollen?«
Aqua wedelte mit ihrer Gabel herum und hatte den Mund voll mit Krötenschenkel. »Moch dir dorum keine Gedonken. Ich ubernehm dos.«
»Erst schlucken, dann reden!«
Sie schluckte ihr Essen runter. »Wir haben doch mich. Wenn bekannt wird, dass wir Party-Mitglieder suchen, werden sie schon kommen. Ich bin eine Hohepriesterin, schon vergessen? Die höchste Klasse! Ich kann alle möglichen Heilzauber anwenden, ich kann Lähmungen und Vergiftungen kurieren und sogar die Toten wiederbeleben! Welche Party würde mich nicht wollen? Ich hab vielleicht nicht annähernd meine volle Stärke, weil du mich ja in die Welt der Sterblichen zerren musstest, aber … ähem! Ich bin immer noch die große Aqua, stimmt’s? Schon bald werden sie bei uns Schlange stehen. ›Bitte lasst uns mitmachen!‹, werden sie sagen. Kapiert? Und jetzt gib mir noch einen gebratenen Krötenschenkel.«
Damit schnappte sie sich einen Schenkel von meinem Teller, und ich konnte diese selbst ernannte Göttin nur mit einem unguten Gefühl anstarren.
5
Am nächsten Tag in der Abenteurer-Gilde …
»Wo sind die denn alle?«, grummelte Aqua.
Wir hatten eine Stellenanzeige ans Schwarze Brett gehängt, dass wir nach Mitgliedern für unsere Party suchten, und uns dann an einem Tisch in der hinteren Ecke der Gildenhalle häuslich eingerichtet … aber auch nachdem wir einen halben Tag hier gesessen hatten, war nicht ein Kandidat für »Future Hero« aufgetaucht.
Vielleicht hatte keiner unsere Anzeige gesehen.
Es gab jede Menge andere Abenteurer, die nach Party-Mitgliedern suchten. Aber die schienen ein Gespräch nach dem anderen zu haben, und danach verschwanden sie mit ihren neuen Kameraden.
Ich wusste, warum niemand an unseren Tisch kam. »Vielleicht sollten wir unsere Ansprüche ein bisschen runterschrauben. Ich versteh ja, dass wir den Dämonenkönig besiegen wollen, aber der Teil, dass nur höchste Klassen sich bewerben können, schreckt wahrscheinlich viele ab.«
»Äh … Aber … aber …«
Im Klassensystem dieser Fantasy-Welt gab es sogenannte »höchste Klassen«. Aquas Klasse, die der Hohepriester, gehörte dazu. Es war eine Ebene, die Normalsterbliche niemals erreichen würden – legendäre Helden, wenn man so will. Und offensichtlich hatten die meisten mit solchen Talenten schon eine andere Party gefunden.
Aqua wollte wahrscheinlich nur die stärksten Leute haben, die wir finden konnten, damit sie uns halfen, den Dämonenkönig zu besiegen, aber …
»So wird sich jedenfalls keiner blicken lassen. Und überhaupt, du gehörst vielleicht der höchsten Klasse an, aber ich hab den niedrigsten Job, den es überhaupt nur gibt. Wie soll ich mir meinen Stolz bewahren, wenn meine ganze Party nur aus Elitekämpfern besteht? Können wir bitte ein bisschen breiter gestreut suchen?« Während ich sprach, war ich im Begriff aufzustehen. Aber dann …
»Ich hab die Stellenanzeige für höchste Klassen gesehen. Bin ich hier richtig?«
Ich blickte in ein rotes Auge, das seltsam träge, fast schon schläfrig dreinblickte. Dazu hatte sie volles schwarzes Haar, das ihr bis knapp auf die Schultern reichte.
Das Mädchen, das uns angesprochen hatte, war das Klischee eines Magiers: schwarzer Umhang und schwarze Robe, schwarze Stiefel, ein Zauberstab und sogar ein Spitzhut. Sie hatte das Gesicht einer Puppe – eins von diesen Lolita-Mädels.
Ich wusste, dass Kinderarbeit in dieser Welt nichts Ungewöhnliches war, aber dieses Mädchen konnte nicht älter als vielleicht zwölf, dreizehn sein. Sie war klein und trug eine Augenklappe. Plötzlich warf sie ihren Umhang zurück und verkündete: »Ich bin Megumin! Erzmagierin ist mein Job! Ich beherrsche den stärksten aller Angriffszauber: ›Explosion‹!«
»Willst du uns veräppeln?«
»N… Nein!«
Sie schien nicht erwartet zu haben, dass ich ihre Vorstellung einfach so abtun würde. Und was sollte überhaupt dieser Name?
»Dieses rote Auge … Gehörst du zum Clan des Roten Dämons?«
Das Mädchen antwortete mit einem Nicken auf Aquas Frage und reichte ihr ihre Abenteurerkarte. »Ganz genau. Ich bin Megumin, stärkste Magierin vom Clan des Roten Dämons! Meine tödliche Magie bricht Berge entzwei und zerschmettert Felsen zu Staub! I… Ihr braucht nicht zufällig eine herausragende Magierin, oder? Und entschuldigt die Frage, aber könnte ich was zu essen haben, bevor wir mit dem Gespräch anfangen? Ich hab seit drei Tagen nichts gegessen …« Sie sah uns flehentlich an.

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