Erster-Weltkriegs-Tagebuch aus der böhmischen Provinz

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Auf Anregung des Deutschen Volksrates für Böhmen und in Gedanken an die Opferwilligkeit des deutschen Volkes in den Befreiungskriegen vor hundert Jahren hatte der Stadtvorstand am 3. Oktober 1914 einen Aufruf unter dem alten und herrlichen Schlagworte ‚Gold gab ich für Eisen’ erlassen. Das Ergebnis dieses Aufrufes war für unsere Verhältnisse immerhin hervorragend zu nennen. Von allen Schichten der Bevölkerung liefen Gaben ein, so z. B. 2 Golduhren, 1 englische Pfundmünze, 1 Schmuck mit Brillanten, Ehe- und sonstige Ringe, Bosennadeln, Ohrgehänge, Armbänder, goldene Knöpfe. Selbst arme Fabrikarbeiterinnen beteiligten sich an diesen Spenden. Das Gewicht des abgelieferten Goldes betrug 755 g, des Silbers 1590 g. Bar gegeben wurden 85 Kronen zumeist in Gold. Gesamtwert der Spenden rund 1000 Kronen.
30. Dezember 1914: Seit den Weihnachtsfeiertagen kommen fortwährend Danksagungen der im Felde und in den Garnisonen stehenden Soldaten für die übersandten Liebesgaben an.
Auf Veranlassung des landwirtschaftlichen Bezirksvereins und durch Vermittlung des Landeskulturrates langten heute 17 Pferde aus dem Militär-Pferdespital ein. Es handelte sich um 12 Pferde aus Olmütz und 5 aus Prossnitz, welche teils nach Verwundung vom Kriegsschauplatze kommen, teils mit anderen Leiden behaftet sind. Nachdem aus Landwirtekreisen 24 Bewerber um Pferde vorhanden waren, musste um die 17 Pferde gelost werden. Demnächst soll wieder eine Sendung kommen.
Im nahen Lichtenau sieht man oft größere Truppendurchgänge, welche über Preussen nach Russland befördert werden. Manchmal gehen diese Züge ganze Nächte durch. Letzthin wurde auch ein bosnischherzegowinisches Infanteriebataillon befördert, welches in Mittelwalde Mahlzeit hielt.
Bei den letzten Transporten befanden sich auch Soldaten aus Grulich, die noch so gern mit ihren Angehörigen oder doch wenigstens mit Grulichern überhaupt gesprochen hätten. Leider war niemand dort, weil der Durchzug nicht bekannt geworden war. Sie sahen sich nochmals die vertrauten heimatlichen Berge an und zogen dann fort. Ob auf Wiedersehen?
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