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»Wir gehen jedenfalls nicht zur Frittenbude«, scherzt sie.
»M-hm«, mache ich nur. Es ist falsch, so zu denken, aber gerade fühle ich einen kalten Stachel von Eifersucht in meiner Brust. Vivien sieht so toll aus – wie kann ich mit ihr konkurrieren? Doch dann schelte ich mich selbst für diesen Gedanken: DU bist es, den er sehen will, nicht seine …? Wie hatte Vivien sich genannt? Seine Chefsekretärin? Irgendwie seltsam, eine Sekretärin, die für ihren Boss seine neue Lustsklavin wäscht, rasiert und …Meine Freundin schaut mich mit schräg gelegtem Kopf an und scheint zu versuchen, meine Gedanken zu erraten. Sie verzieht einen Mundwinkel zu einem spöttischen Grinsen und sagt im Gehen: »Ich lass Dich dann mal allein und warte der Eingangshalle.« Und schon ist sie verschwunden.
Gestern sind wir zurück zu seiner Villa gefahren, wo vor Kurzem – und doch scheint es mir wie eine Ewigkeit her – alles begonnen hat. Ich habe diesen Kontrakt unterschrieben, in dem ich mich ihm ganz und gar verschreibe. Ihm, den eine so hypnotisierende Aura umgibt wie keinen Mann, dem ich zuvor begegnet bin. Ich soll in einem Brieftagebuch einem mir völlig Unbekannten, jemandem aus einer Chiffre-Anzeige, von meinem Werdegang berichten. Als Vivien und ich zurückkehrten von … ja man kann sagen von meiner Verwandlung, da habe ich mich erst einmal daran setzen und das Erlebte aufarbeiten müssen. Es wurde nicht ein Brief an diesen mir unbekannten Beichtvater, es wurde fast ein halbes Dutzend! Und nun bin aufgewacht, nein aufgeweckt worden, nachdem ich mich, erschöpft vom Schreiben und ausgelaugt von all dem Neuen, gestern endlich schlafen gelegt habe.
Ich habe noch nicht viel von seinem Anwesen gesehen, aber er scheint eine Schwäche für viktorianisches Mobiliar zu haben: Hohe Wände mit wuchtigen Gemälden mir unbekannter Männer und Frauen in Kleidern des 19. Jahrhunderts, Stuckarbeiten an den Decken, Kronleuchter und goldene Kerzenständer, dunkle Holzmöbel mit floralen Ornamenten und rote, schwere Teppiche, welche die Schritte dämpfen. Dennoch ist es nicht düster hier – zumindest nicht dort, wo ich bislang hingeführt wurde. Licht durchflutet die allseits weiß getünchten Räume. Der Blick durch die Fenster öffnet sich weit über die Gärten, die Rasenflächen, weiße Springbrunnen, Rosenstöcke und Beete mit Strelizien und Fresien in kräftigem, leuchtenden Orange.
Ich sollte nicht weiter trödeln und mich endlich für unser Treffen vorbereiten. Ich bin so aufgeregt! Nach einigem Hin und Her entscheide ich mich für ein petrolfarbenes, nahtloses Kleid. Es ist schulterfrei und recht kurz – ich liebe es, wie meine Beine darin zur Geltung kommen. Ich wähle passende, dunkle Smaragdohrringe, habe aber leider keine passende Kette dazu. Doch der silberne Armreif scheint mir gut geeignet.
Ich nehme vor der Schminkkommode mit dem großen Diamantschliffspiegel Platz. Das Tolle an dieser neuen Frisur, die ich seit gestern habe, ist, dass sie auch zerstrubbelt toll aussieht. Ich zupfe mir meinen kecken Kurzhaarschnitt nur ein Wenig zurecht und schminke mich. Augenbetont, ja, so soll es sein, entscheide ich. Meine Lippen male ich mir dunkler, als ich es sonst mache. Dieser neue Typ, der mir da im Spiegel entgegenfunkelt, gefällt mir! Ich muss mir selber zulächeln und bin stolz und voller Erwartung, wie ihm meine neue Erscheinung gefallen wird.
Ich rausche die Treppe hinab zu Vivien. Sie hebt die Augenbrauen, als sie mich sieht, mustert mich und kann es nicht unterdrücken, auch sie muss grinsen. »Du wirst ihn umhauen, wenn er Dich so sieht!«
»Wohin gehen wir?«
»In das Gartenhaus.«»Sein Garten ...?«»Dieses Anwesen hier ist ziemlich groß. Kannst Du eigentlich reiten? Zu den Stallungen werden wir bestimmt irgendwann auch noch kommen.«»Nein, leider nicht.«»Du wirst es lernen.«
»Hat er das gesagt?«»Das sage ich. Aus Erfahrung.«
Viviens Kommentar bedrückt mich. Und es geht nicht darum, dass Pferde mir nie sonderlich geheuer waren.»Wie viele ...?«»Was?«
»Wie viele gab es eigentlich vor mir.«
»Warum willst Du das wissen?«
»...«
»Ist das von Bedeutung für Dich?«
»Ich weiß nicht.«
»Würde es etwas ändern am Hier und Jetzt, für Dich, für ihn, wenn ich Dir sagte, es waren Etliche ...?«
Etliche.
»... oder nur Wenige?«
»Ich weiß nicht, Vivien.«
»Würde es was ändern, wenn ich sagte, er macht das zum ersten Mal und hat noch keine Erfahrung in der Rolle des Doms?«
Ich überlege kurz. »Ja. Das würde es bestimmt. «
»Ist es nicht beruhigend zu wissen, dass er schon erfahren ist und demnach weiß, was er tut?«
»Schon ...«, sage ich zögerlich. Aber irgendwie kommen mir Viviens Gegenfragen manipulativ vor. Doch ich merke auch, ich werde keine klare Antwort von ihr bekommen, also belasse ich es dabei. Etliche oder wenige.
Wir sind herausgetreten und stehen auf dem blendend weißen Kiesgrund. Es ist tatsachlich tiefe Nacht, aber warm. »Hat oder hatte er mal mehrere gleichzeitig?«, platzt es aus mir heraus.
Vivien wirft mir einen Seitenblick zu. »Wie einen Harem?«, entgegnet sie in spöttischem Ton.Wieder weiß ich nichts zu sagen und schaue sie nur mit halboffenem Mund an. »Oder meinst Du im Bett?«
Jetzt reiße ich auch die Augen auf. So hatte ich es gar nicht gemeint, aber jetzt ist der Gedanke da und Bilder steigen in meinem Kopf auf. Bilder, die mich irritieren, über die ich unmöglich sagen kann, was ich dabei empfinde. Oder empfinden sollte? Wir sind überhaupt noch gar nicht intim geworden, mache ich mir klar, obwohl es natürlich darum geht bei unserem Verhältnis – oder sollte ich besser sagen ›Vereinbarung‹? Aber zu dritt oder gar mehreren? Andererseits ... Vivien zu begegnen hat mir eine ganz neue Seite offenbart: die Lust an einem weiblichen Körper.
Eine Limousine fährt vor. Der Fahrer steigt aus und öffnet uns die Tür.»Wir fahren?«, frage ich erstaunt.
»Knapp zehn Minuten zu Fuß, keine zwei mit dem Auto. Ich bin mit meinen Absätzen trotzdem froh nicht laufen zu müssen.« Und sie steigt ein.Der Chauffeur geht herum um den Wagen und öffnet mir auf der anderen Seite.Ich kann mir nicht helfen, wieder muss ich schmunzeln: Es ist neu und aufregend für mich, wie eine edle Dame behandelt zu werden.Wie angekündigt, sind wir auch schon da. Der Wagen hält, Vivien steigt aus. Auch ich öffne die Tür und will aussteigen. Da hechtet der Chauffeur um das Heck herum und beeilt sich, mir herauszuhelfen! Wie dumm von mir: Der arme Kerl muss geglaubt haben, ich hätte die Geduld mit ihm verloren. Ich bedanke mich beschämt für seine Hilfe, aber er antwortet nicht und nickt nur verkniffen. Und schon ist er auch wieder eingestiegen und fort.
»Was erwartet uns da drin?«, frage ich und meine Stimme klingt ängstlich.»Essen«, antwortet meine Freundin augenzwinkernd und geht vor.
Ich holte einmal tief Luft, zopple überflüssigerweise an meinem Kleid herum und folge ihr.
Blaze
Ausdauertraining. Eigentlich bedeutete das Laufband, Stepper oder Ähnliches. Aber nach einem Wettrennen auf der Stelle war ihnen Beiden nicht zu Mute. Daher hatte sie gleich zugestimmt, diesen Trainingsteil – ausnahmsweise – zu überspringen und gleich in die Sauna zu gehen.
Ryan war kurz in den Personalbereich verschwunden, um Aufgussmittel zu holen und sich umzuziehen. Sie war derweil ebenfalls zur Umkleide gegangen, schlüpfte aus ihrem Trainingsoutfit und warf sich ihren Frotteemantel über. Viele bevorzugten ja lange, schwere Saunamäntel, am besten sogar mit Kapuze. Larissa dagegen zeigte gerne ihre Beine.
Wie es sich gehörte, duschte sie sich kurz ab vor dem Betreten der Aufguss-Sauna. Als das Wasser aus der Regendusche ihr auf Kopf und Schultern fiel, sich zwischen ihren Brüsten sammelte und zwischen ihren Beinen zu Boden platschte, musste sie unwillkürlich an Sammy und seine außergewöhnliche Dienstleistung denken, deren Zeugin sie sein durfte. Sie hob die Hände und wog ihre festen, milchweißen Brüste. In angeheizter Vorfreude zwirbelte sie sanft ihre Nippel, genoss das Prickeln und legte den Kopf zurück, um das lauwarme Wasser auf ihr Gesicht regnen zu lassen. Sie öffnete leicht den Mund, ließ ihn sich langsam bis zum Überlaufen füllen und spuckte schließlich alles mit einem Schwall über ihr Kinn. Es fiel ihr schwer, nicht mit den Händen tiefer zu wandern, so erregt war sie bereits. Aber das sollte jemand anderes ihr abnehmen sich darum zu kümmern! Sie drückte auf den Knopf der Dusche, das Wasser regnete unbeirrt weiter. Sie schalt sich selbst mit einem Augenrollen, dass sich die Dusche selbstverständlich von alleine abstellen würde und wandte sich ab.
Sie hatte gar nicht bemerkt, dass Ryan hereingekommen war. Er stand an der gegenüberliegenden Wand und drückte gerade mit der Faust gegen den Knopf seiner Dusche. Larissa musterte sein V-förmiges Kreuz, seinen knackigen, nass glänzenden Hintern und seine athletischen Schenkel. Damit konnte Christopher zugegebenermaßen nicht mithalten, dachte sie und musste grinsen. Ryan drehte sich um. Damit allerdings schon!, fügte sie in Gedanken hinzu, als sie nun sein Gemächt begutachtete und musste unweigerlich breiter grinsen. Ryan interpretierte ihren Blick als Anerkennung und lächelte selbstzufrieden zurück. Larissa schmunzelte. Lassen wir ihn in dem Glauben, dachte sie.
Sie gingen in die Sauna; Ryan ließ ihr den Vortritt. Auch der Wellnessbereich war völlig ausgestorben. Weniger verwunderlich, denn bei solch einer Hitze auch noch freiwillig in die Schwitzkabine gehen, das grenzte an Verrücktheit.
Larissa nahm Platz auf der mittleren Ebene. Ryan hing das »Kein Zutritt – Aufguss!«-Schild an die Tür. Nun würden sie auch allein bleiben – vorausgesetzt, dass nicht irgendein Trottel den Hinweis übersehen oder missachten würde. Aber da sowieso nichts los war hier, war kaum damit zu rechnen.
Im Deklamierton hob er nun an: »Meine Dame und keine weiteren Herren, ich heiße Sie herzlich willkommen zum Aufguss. Ich habe den Duft Polarminze mit Menthol mitgebracht – genau das Richtige zum Erfrischen bei solch einem heißen Wetter …«
»Hört, hört!«, kommentierte Larissa amüsiert. Sie hatte sich auf ihr Handtuch gesetzt und lehnte sich an die Stufe hinter ihr, mit angezogenen und gespreizten Beinen – und gewährte ihm somit uneingeschränkte, tiefe Einblicke, von denen er sich aber nicht irritieren ließ. »Wie Sie wissen«, setzte er fort, »können Sie, sofern es ihnen zu heiß wird, gerne etwas tiefer Platz nehmen oder die Sauna auch jederzeit verlassen.« Er hob den Holzeimer mit dem Aufgussmittel, stellte ihn auf den Ofenrand ab und rührte ein, zwei Mal mit der klobigen Holzkelle darin herum. »Während des Aufgusses bitte ich nicht zu sprechen, damit alle anderen ihn ebenfalls in Ruhe genießen können …«
Er schöpfte die klare Flüssigkeit auf die heißen Steine des Ofens, wo sie augenblicklich prasselnd verdampfte. Larissa liebte diesen Moment: Das erste Aufgießen war immer das beste. Die Hitze stieg vom Ofen senkrecht auf, breitete sich unter der Decke aus und senkte sich zusehends nach unten. Man spürte es zuerst an der Stirn, dann auf dem ganzen Gesicht, den Schultern, dem Oberkörper. Ihre Poren öffneten sich und Schweißtröpfchen formten binnen Sekunden ein Muster aus vielen, kleinen Wasserperlen auf ihrer Haut. Sie schloss die Augen und hielt einen Moment den Atem an, wartete, bis die erste, ganz große Hitzewelle abebbte und die Luft nicht mehr brannte in den Atemwegen.
Ryan griff zu einem großen Tuch und schwang es in Zeitlupenbewegung wie ein Lasso über den Kopf, um die heiße Luft, die sich unter der Decke gestaut hatte, zu verwirbeln.
Der zweite Aufguss. Eine neue Glocke aus Hitze senkte sich über Larissa. Aber diesmal war sie daran gewöhnt, auch den Geruch nahm sie weit weniger intensiv wahr als beim ersten Durchgang. Sie atmete hörbar aus und stellte die Beine noch weiter auseinander, hatte die Fersen nunmehr locker auf die Kante der Holzstufe ruhend. Einladender ging’s nicht!
Ryan faltete sein großes Tuch nun einmal in der Mitte und hielt es fest zwischen beiden Händen. Mehrmals hob er es über den Kopf und fächerte ihr mit Peitschenknallen einen Schwall heißer Luft entgegen. Larissa kniff die Augen zusammen und hielt wieder die Luft an. Die Hitzestöße trafen sie mit voller Wucht. Es brannte jedes Mal heftig, aber auch nur für einen Augenblick, auf ihrem Gesicht, ihren Nippeln, ihren offen dargebotenem Schoß. Es war sehr erregend.
Dritter Aufguss. Larissa wagte es mit einem Auge zu blinzeln, als sie merkte, er hatte aufgehört, sie mit dem Wedeln zu traktieren. Während er den Rest des Eimers auf die heißen Steine schöpfte – mehr als die beiden Male zuvor – und ihn schließlich darüber auskippte, löste er wie beiläufig mit einer Hand sein Lendentuch. Larissa heftete auch ihr zweites Auge auf seinen schweißglänzenden Hintern und hob anerkennend die Augenbrauen. Ryan drehte mit einer Schüttelbewegung sein Tuch wieder zu einem Lasso und hob es über den Kopf – erst dann wandte er sich ihr zu und offenbarte ihr seine Erektion. »Endspurt«, sagte er gepresst und wirbelte mit aller Kraft – und ganzem Körpereinsatz – das Tuch über seinem Kopf. Die Zuck- und Wellenbewegungen übertrugen sich auch auf sein steifes Glied, das prall und glitzernd vor ihr tanze, auf und ab und hin und her. Es war ein appetitlicher und zugleich herrlich alberner Anblick und Larissa musste jäh auflachen. Doch alsbald erstarb ihr Lachen und wich einem Keuchen und Röcheln, als die Hitze, intensiver als je zuvor, sich erst von oben, dann scheinbar von allen Seiten auf ihre Haut legte. Unweigerlich krümmte sie sich zusammen und versenkte den Kopf zwischen ihren Knien. »Is‘ gleich vorbei«, hörte sie ihn sagen.
Und er behielt Recht: So schnell und heftig wie die Hitze gekommen war, so schnell verebbte sie auch wieder.
Er warf ein Tuch neben sie auf das Holz und nahm Platz. Langsam löste sie sich aus ihrer zusammengekrümmten Haltung und richtete sich wieder auf. Er sah sie von der Seite an und lächelte gelöst. Dann legte er den Arm um sie und zog sie heran mit einem lakonischen »Komm her.«
Larissa streckte sich aus und ruhte mit ihrem Kopf auf seinen Oberschenkeln. Sie konnte seine Erektion unter sich spüren.
Da lag sie nun, herrlich entspannt von den Hitzewellen des Aufgusses, aber auch nicht minder erregt. Sie blickte zu ihm empor. Auch ihre Nippel reckten sich ihm entgegen. Sanft streichelte er mit einer Hand ihr Haar. Die andere legte er sachte auf ihre Brust. Zur Antwort schloss sie kurz die Augen und sog hörbar Luft durch die Zähne ein. Wohlig rekelte sie sich unter seiner Berührung. Sie schaute ihn wieder an. Doch er hatte den Kopf erhoben und blickte in die Ferne. Also schloss Larissa auch die Augen und genoss es, einfach zu fühlen. Die eine Hand blieb lange auf ihrem Haar ruhen, während die andere abwechselnd ihre Brüste massierte und die Nippel sanft zwirbelte. Er machte das gut. Sehr gut. Larissa stöhnte immer wieder gelöst und rekelte sich immer ungeduldiger – sie wollte, dass er endlich tiefer ging. Schließlich ergriff sie seine Hand und platzierte sie selbst über ihrem Schritt.
»Hey«, protestiere er gespielt, aber ihre gespreizten Schenkel ließen jedes weitere Wort ersterben. Es war nicht allein die Nässe, die sich über ihrer beider Körper zog, welche seiner Finger ohne Widerstand geschmeidig zwischen ihre glühenden Schamlippen gleiten ließ. Die Feuchte ihres Schoßes empfing ihn, sie umschloss ihn und wollte ihn nicht mehr gehen lassen. Wie von einem leichten Stromstoß durchzogen bäumte sie kurz ihren Oberkörper auf, spannte sich ins Hohlkreuz, reckte ihm unweigerlich ihre Brust noch mehr entgegen. Spontan führte er ihre Bewegung fort, stützte ihren Torso mit seinem freien Arm, beugte sich herab und umschloss eine ihre Brüste mit seinen Lippen.
Salzgeschmack breitete sich in seinem Mund aus. Er knabberte an ihrem Nippel – ein Stöhnen des Gefallens vernahm er als Antwort. Doch sie drückte auch gegen die Hand in ihrem Schoß, gierig, ungeduldig. Also wählte er eine andere Gangart: Zwei Finger wie eine Speerspitze geformt, pflügte er sich kraftvoll durch ihre Scham, bohrte sie tief in sie hinein. Larissa japste nach Luft. Er ließ die Finger einen Moment dort, spürte das Pulsieren ihrer Vagina, die sie umklammert hielt. Dann krümmte er die vordersten Glieder leicht, drückte seine Fingerkuppen von innen gegen die Decke ihres Schoßes. Da: Der G-Punkt. Die Stelle fühlte sich anders an, als der Rest, weniger glatt und weich, eher fest und leicht uneben, als wäre die Haut dort geriffelt. Als er die Finger zurückzog aus ihr, strich er mit festem Druck über diese Stelle. Wäre er nicht mit geschlossenen Augen auf das Knabbern an Larissas Brust konzentriert, hätte er mitbekommen, wie sie Augen und Mund aufriss, überwältigt von der Intensität des Gefühls. Doch er hörte sie nur nach Luft schnappen.
Erneut stieß er zu. In einer fahrigen Bewegung ergriff Larissa seinen Kopf und schob ihn ihrem entgegen. Saugend, dürstend küsste sie ihn. Nun konnte auch sie das Salz auf seiner Haut schmecken, von seinen Lippen. Wieder zog er die Finger aus ihr heraus, auf die gleiche Weise. Ein langes Stöhnen mischte sich in ihren Kuss. Sie krallte sich in seinen Nacken, zog ihn noch fester zu sich, presste die Lippen so fest gegen seine, rieb ihre Zunge so leidenschaftlich an seiner, als wolle sie ihn auffressen.
Seine Antwort war eine Verdopplung des Taktes: Wieder und wieder und wieder stieß er in sie, wieder und wieder und wieder reizte er ihren G-Punkt, dass es ihr unmöglich war, sich auf irgendwas Anderes zu konzentrieren, schon gar nicht ihn zu küssen. Sie sackte zurück auf seinen Schoß und ließ den Orgasmus heranrollen, sie überrollen, mitreißen. Sie vernahm nur noch das glitschende Geräusch ihres Schoßes, spürte das Glühen in ihrem Innern, heißer als die Hitze auf ihrer Haut. Sie stemmte ihre Fersen auf die Holzbank und hob leicht den Schoß, spannte den ganzen Körper an, als sie kam.
Dann war es vorbei und sie sackte zusammen.
Ryan passte sich automatisch jeder Phase ihres Höhepunktes an. Nun, als es verebbte und sie das Nachglühen genoss, hatte er seine Hand nur mehr flach auf ihre Scham gelegt und liebkoste ihre Lippen mit sanften Bewegungen.
Irgendwann öffnete sie wieder die Augen und sah zu ihm hoch. Er hatte wirklich einen prächtig ausdefinierten Brustkasten, über welchen hinweg er sie nun schelmisch angrinste.
»Kannst Du noch?«
»Pfff …,« machte Larissa gedehnt, »wenn Du mich so fragst, ich glaub, ich müsste mal an die frische Luft.«
»Okay«, gab Ryan ihr Recht.
Larissa richtete sich auf und versuchte aufzustehen. Da erst merkte sie, wie wackelig sie tatsächlich war. Ihr schwindelte. Der Fitnesstrainer sprang sofort auf und stützte sie. »Langsam.«
»Du hast mich echt geschafft«, murmelte Larissa schläfrig, aber glücklich.
»Gern geschehen«, entgegnete er nur lakonisch.
Dinner
Verehrter Fremder,
nach den Enthüllungen in diesem Brief wird nichts mehr so sein, wie es vorher war.
Was immer ich hier drin vorzufinden erwartet habe – das war es nicht!
Das Gartenhaus scheint nur aus einem einzigen, mittelgroßen Saal zu bestehen. Doch nein, zur Rechten sehe ich weitere Türen, die wohl zu anderen, deutlich kleineren Bereichen des Hauses führen müssten. Jedenfalls kann ich geradeaus blickend durch die Fenster den dahinterliegenden Teil des Gartens sehen. (Treffender wäre wohl, es einen Park zu nennen.)
Die Einrichtung ist entsprechend des Haupthauses: Helle Wände, dunkle, schwere Massivholzmöbel aus dem vorletzten Jahrhundert, Teppich auf dem Parkettboden, Kerzenleuchter, Silberbesteck. Vor mir erstreckt sich ein Bankett: Ein langer Tisch, wuchtig, den Raum einnehmend, eingedeckt in tiefem Rot, kombiniert mit dem leuchtenden Orange der Blumengestecke, die zweifellos aus den Gewächsen des Gartens gefertigt wurden. Was fehlt, sind die Gäste. Die Tafel ist groß genug, um gut einem Dutzend Personen Platz zu bieten auf den gepolsterten Stühlen, die mit geschwungenen Armlehnen versehen sind und auffallend lange Rückenlehnen haben. Nur drei Menschen erblicke ich: Eine Frau, ein Mann mit weißem Haar, der ihr gegenübersitzt, und ... ihn.
Irritiert schaue ich über meine Schulter fragend zu Vivien. Sie antwortet mir, den Kopf ganz leicht gesenkt, mit einem Blick, den ich nicht deuten kann.
Als ich wieder nach vorne sehe, haben sich alle drei bereits erhoben und mir zugewandt. Die Frau, deren Blick ins Gesicht mir nun auch ihr fortgeschrittenes Alter offenbart, spricht zuerst:
»Eva«, in ihrer Stimme klingt ehrliche, herzliche Freude, »wie schön, dass Sie es doch noch geschafft haben!«
Ich stehe da wie angewurzelt. Doch schnell merke ich, dass ich nicht wie blöde starren sollte, und ich zwinge mich zu einem Lächeln. Was geht hier vor?
Da sind sie auch schon bei mir. Die Frau fasst nach meiner freien Hand und legt sie in ihre. Der Griff ihrer beiden Hände ist sanft, warm.
»War es arg schlimm? Geht es wieder besser?«
Ich runzle verlegen die Stirn und habe keine Ahnung, was ich sagen soll.
»Mutter, nun bedränge sie doch nicht so!«
Mutter? Hat er gerade Mutter zu dieser Frau gesagt?
»Ja. Ja Du hast natürlich recht, Amon.« Sie lässt meine Hand los und weicht wieder ein Stück von mir. »Nehmen Sie doch einfach Platz. Wir sind ja so neugierig.«
Ihre Herzlichkeit ist überwältigend. Aber es lindert leider nur wenig meine Verwirrung.
»Oh, ich ...«, bringe ich nur hervor. Hilfesuchend sehe ich mich wieder nach Vivien um. Erst jetzt bemerke ich, dass sie an uns vorbeigeschlichen ist und einfach Platz genommen hat. Gerade setzt sie ein Rotweinglas an und nimmt einen großen Schluck daraus. Ich sehe sie nur von der Seite, aber ganz wohl scheint sie sich gerade auch nicht zu fühlen.
Es hilft nichts, ich spiele erstmal mit – was auch immer das hier ist – und gehe zu dem mir gewiesenen Platz und setze mich.
Vivien sitzt mir gegenüber, meidet jedoch unerklärlicherweise meinen Blick. Neben mir sitzt die Mutter, ihr gegenüber, tja, das wird dann wohl sein Vater sein. Ich mustere ihn kurz. Seine – Amons – Züge sind in diesem Gesicht erkennbar, besonders die Stirn und die Wangen. Jedoch wirkt er viel weicher als sein Sohn, weniger streng. Ich blicke kurz, möglichst unauffällig, zum Vergleich in das Gesicht seiner Mutter. Die Augen hat er von ihr, auch die Form des Kinns. Doch auch bei ihr vermisse ich diese Kraft, die aus ihm strahlt, insbesondere aus seinem Blick. Es ist irritierend: Diese beiden Menschen hier an diesem Tisch sind zweifellos seine Eltern, die Ähnlichkeit ist nicht zu leugnen. Dennoch unterscheiden sie sich von ihrem Sohn in so vielerlei Hinsicht. Sie wirken freundlich, warmherzig, aufgeschlossen. Ich kann sie mir beim besten Willen nicht streng und herrisch vorstellen. Ihn jedoch kenne ich in keiner anderen Rolle als der des Bestimmenden. Dieses rotwangige ältere Ehepaar an diesem Tisch jedoch verströmt nur Wärme und Lebensfreude.
War er früher auch so? Wurde er erst mit den Jahren so ernsthaft? Wie kam es dazu? Oder vielleicht war er auch von Anfang an so, vielleicht haben sich seine Eltern sogar Sorgen um ihr Kind gemacht? Tüchtig und erfolgreich zwar in der Schule, aber nie ausgelassen oder auch mal über die Stränge schlagend, wie es für Jungs eigentlich normal wäre?
Unweigerlich muss ich grinsen über meine wirren Gedankengänge: Ich male mir in abstrusen Spekulationen aus, wie er wohl als Kind gewesen ist und ob er diesen sympathischen, lieben Menschen hier Kummer bereitet hat. Das alles kommt mir absurd vor.




