Mo Morris und die Anti-CO2-Maschine

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„Diejenigen, die Gamma 2 kaperten, passten dafür offenbar den Zeitpunkt genau ab. Es sieht so aus, als wären sie über den Stand der Entwicklung genau im Bild gewesen. Sie brauchten sich nur noch die fertig gebaute Erfindung in die Tasche zu stecken. Wieso behaupten eigentlich so viele, Gamma 2 wäre versenkt worden? Es ist doch erheblich wahrscheinlicher, dass man die Plattform gestohlen hat.“
„Beides ist wahr, Esther. Die Plattform wurde sicher versenkt, weil sie zu groß war, um sie verschwinden zu lassen. Schließlich wurde sie in den Tagen und Wochen nach dem Diebstahl weder auf See noch an einer Küste gesichtet. Das technische Herz der Anlage wurde wahrscheinlich zuvor ausgebaut und an Bord irgendeines Schiffes geschafft.
Und nun entschuldigen Sie mich bitte. Ich muss an Deck und die Mannschaft instruieren. Sobald alle zurückgekehrt sind, stechen wir in See.“
Als Joshua daraufhin bereits seinen großen, kräftigen Körper durch die schmale Kajütentür zwängen wollte, hielt Mo ihn noch für einen Moment zurück.
„Sie müssten doch momentan mit Hochdruck daran arbeiten, das Patent so schnell wie möglich anzumelden. Es ist ja jetzt so etwas wie ein Wettlauf darum mit den Dieben von Gamma 2 entstanden, nicht wahr?“
„Natürlich, ja. Zwar würden sich diejenigen verraten, die in nächster Zeit unsere Erfindung anmelden, aber ein Diebstahl wäre schwer nachzuweisen, wenn die Erfindung über anonyme Dritte erworben wurde. Leider sind wir gezwungen die Anlage schnell wieder aufzubauen, weil zur endgültigen Anmeldung des Patents noch einige Testreihen und Verfeinerungen nötig sind. Da unsere Werft Bloom & Blacksmith sobald keinen Ersatz für Gamma 2 liefern kann, haben wir diese Arbeit am Festland in einer Industriehalle in den Docklands von London begonnen, bis wir Platz auf einer der anderen Forschungsplattformen geschaffen haben. Es schreitet alles gut voran, aber es ist natürlich trotzdem unglaublich ärgerlich, kostspielig und nervenaufreibend für uns.
Und nun wünsche ich Ihnen schon einmal eine angenehme Überfahrt. Seien Sie froh, dass ich das Schiff auf dem Rückweg führen werde. Mit Susan am Steuerrad würde es sehr ungemütlich werden. Sie ist ein richtiger kleiner Dämon zur See, der selbst einen alten Seebären wie mich mit Leichtigkeit in die Tasche stecken kann!“
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Die kleine Segeljacht wurde während der Überfahrt von einem so starken Wellengang geschüttelt, dass Mo und Mary es vorzogen, bei Susan in der Kajüte zu bleiben und sie weiter über Aqua City zu befragen. Die erfahrene Seglerin stellte dabei eine aufreizende Ruhe zur Schau, obwohl immer wieder Bestandteile der Inneneinrichtung laut scheppernd zu Boden fielen und der Holzrumpf der betagten Segeljacht so heftig gegen die Wellen knallte, als ob er jederzeit zu zerbrechen drohte.
Als sie kurz vor dem Erreichen des Zieles von einem Mitglied der Crew zu Joshua auf Deck gebeten wurden, folgten sie der Aufforderung nur widerwillig. Beim Öffnen der Abdeckung des Niedergangs klatschte ihnen ein Schwall kaltes Nordseewasser auf die Haare und als sie sich zu dem Kapitän in den engen, das Steuerrad überdachenden Decksaufbau zwängten, war ihre Kleidung schon halb durchnässt. Er machte wegen des jaulenden Winds keine großen Worte und deutete bloß nach vorne, wo sich mittlerweile in nicht viel mehr als einer Meile Entfernung die breite Silhouette ihres Zieles abzeichnete.
Sie hatten den Grundriss von Aqua City in den USA genau studiert und wussten daher, dass der Durchmesser der bewohnten Hauptinsel 50 Meter und ihre Fläche somit knapp 2000 Quadratmeter betrug. Sie wurde von einem versetzt zueinander liegenden inneren und äußeren Kreis – dem so genannten „Beta- und Gamma-Ring“ - aus je 8 kleineren Forschungsinseln umgeben, die mit ihren 25 Metern Durchmessern genau einem Viertel der Grundfläche der Hauptinsel entsprachen. Einschließlich der stegartigen Verbindungen ergab sich daraus eine Gesamtspannweite von über 160 Metern, die in der horizontalen Perspektive auf See nicht weniger eindrucksvoll als in der Satellitenansicht wirkte.
Sie näherten sich ihrem Ziel kreuzend gegen den Wind und bemerkten bald auf der Seeseite ein an großen Hochseebojen befestigtes, über 200 Meter langes Stahlgitter, das als Wellenbrecher für Aqua City diente. Die hohen Kunststoffkuppeln der kleineren Inseln mit ihren fünf Meter in den Himmel ragenden, der Ansaugung von Luft dienenden Schloten hoben sich deutlich gegen den Horizont ab, während von dem kreisrunden, dreistöckigen Aufbau der Hauptinsel aus dieser Distanz lediglich die Spitze des mit Solarpaneelen bedeckten Daches zu sehen war. An den Außenseiten der acht äußeren Inseln war jeweils ein Ausleger befestigt, an dessen Ende Windräder zur Stromgewinnung aufragten. Aus der Ferne wirkte die Anlage wie die Fantasiekulisse eines grandiosen Science-Fiction-Films; ihre ganze Gestalt schien ein bildhafter Ausdruck des Willens zu sein, die menschliche Zivilisation durch intelligente Technologie auf hoher See neu zu erfinden, nachdem sie an Land in eine bedrohliche Sackgasse geraten war.
Als sie sich ihr schon sehr weit genähert hatten, drehten sie nach backbord ab, so dass sie bald das sich breit in die Küste schneidende Maul der Themsemündung in etwa 15 Meilen Entfernung direkt vor Augen hatten. Die Miss Mary Blue zog eine weite 180-Grad-Schleife und lief dann auf den landwärts zeigenden, zu dem kleinen Hafen von Aqua City führenden Einfahrtskanal zu, dessen Öffnung sich durch das Fehlen einer der verbindenden Stege zwischen den Modulen Beta 5 und Gamma 5 ergab. Der sichtbar über der Wasserlinie liegende Teil der Inseln, die im Beta- und Gamma-Ring lagen, hatte die exakte Form einer Halbkugel und entsprach in seiner Höhe dem Radius seines 25 Meter langen Grunddurchmessers. An jeder Insel zog sich eine breite Lichtöffnung in einem durchgehenden Streifen um die gesamte Kuppel und wurde durch schmale Edelstrahlstreben ästhetisch in wechselnde Dreiecksformen unterteilt; analog dazu wurde das weiße Kunststoffmaterial der Außenhülle überall durch kleine, plane, dreieckige Flächen optisch strukturiert. Was aus der Ferne zunächst Ähnlichkeit mit schwimmenden, pilzförmigen Zeltkuppeln gehabt hatte, wirkte aus der Nähe so raffiniert, erhaben und futuristisch, als hätte man bewusst eine Ähnlichkeit zu einem ultramodernen Forschungsmodul einer imaginären Raumfahrtmission hergestellt.
Der Seegang hatte durch den großen Wellenbrecher nachgelassen, so dass sie bald mit langsamer Maschinenfahrt und gestrichenen Segeln den Hafen anlaufen konnten. Mo und Mary wurden von dem Anblick des dreistöckigen Aufbaus der Hauptinsel gefesselt, der mit seinen großflächigen Fenstern, seiner in verschiedenen Mustern variierenden Verkleidung aus Holz- und Edelstahllamellen und seinem kuppelförmigen, vollständig mit Solarpaneelen bedeckten Dach so durchdacht wie ein postmodernes Architekturexperiment wirkte. Alles, was sie bis hierher staunend in sich aufgenommen hatten, lief immer wieder auf eine absolut nahe liegende Frage hinaus. Es war Mary, die sie schließlich stellte, als Susan kurz vor dem Anlegemanöver an Deck erschien.
„Die Konstruktion von Aqua City muss einen unglaublichen Aufwand bedeutet haben. Wäre es nicht effizienter gewesen, ein Forschungszentrum an Land zu einem Bruchteil der Kosten zu bauen?“
„Das müssten Sie sich eigentlich selber beantworten können, mein Kind!“, reagierte Susan mit einem stolzen Lachen darauf. „In der kapitalistischen Weltordnung ergibt sich Effizienz nicht allein aus einem guten Produkt zu geringen Kosten, sondern zu einem großen Teil auch aus guter Werbung und Image. Fast alles, was Sie hier sehen, hat sich längst dadurch amortisiert, dass uns die Bekanntheit von Aqua City wichtige Geldgeber eingebracht hat. Das gesamte Projekt ist von Anfang an auf Besonderheit angelegt. Sie müssten durch Ihre Recherchen wissen, was uns vor vier Jahren auf einen Schlag weltberühmt machte: Es war die spektakuläre Atlantiküberquerung, die Aqua City nach seiner Fertigstellung von der Küste Virginias an die französische Atlantikküste führte.“
„Gab es bestimmte Gründe außer Werbung, warum Sie nicht in den USA blieben?“, fragte Mary freundlich weiter, obwohl der Ausdruck „mein Kind“ in ihren Ohren etwas großspurig und herablassend klang.
„Oh ja, die gab es allerdings! Das Verlassen der Heimat war als eine Form von Protest darüber zu verstehen, dass die amerikanische Regierung immer wieder die Ratifizierung wichtiger Klimaziele verweigerte. Diesen Protest hatten wir damals intensiv über die Medien kommuniziert. Obwohl die Überquerung des Atlantiks mit Hilfe von Schleppschiffen eine hübsche Stange Geld kostete und leider nicht klimaneutral verlaufen konnte, entschieden wir uns bewusst, die Zukunft unserer Forschung im europäischen Raum zu suchen. Hier ist man im Allgemeinen für Klimaschutz und –politik offener.“
Susan lehnte sich an die Reling und inhalierte genießerisch die salzige Seeluft ein. Nach einer Weile setzte sie hinzu:
„Zu dem Standort auf See ist ansonsten noch zu sagen, dass er nicht nur sehr gesund und inspirierend ist, sondern natürlich auch eine große Freiheit in sich birgt. Bringt zum Beispiel ein Land nicht genügend Interesse für unsere Forschungen auf, steht es uns jederzeit frei, unsere Anker wieder zu lichten und uns einen neuen Standort zu suchen. Die Grundidee von Aqua City war die Schaffung eines Konglomerats von mobilen, schwimmenden Forschungsmodulen, die jederzeit in einen anderen Weltteil verlegt werden können. Die Insel ist nicht nur hochseefest, sondern auch autark, weil wir durch die Solarmodule und Windgeneratoren eine eigene Stromversorgung haben.“
Kurz nach dem Ende von Susans Erläuterungen legte die Jacht an einer großen, frei schwimmenden Holzplattform an, die durch eine Edelstahltreppe mit dem Eingang von „Alpha 1“ verbunden war. Sie wurde rechts und links von zwei langen Masten flankiert, an denen je eine Fahne mit dem bekannten Motiv von Aqua City wehte. Es zeigte ein geometrisches Gebilde in Form einer sternenförmigen Blüte, dessen Grundform exakt der Satellitenansicht der Gesamtinsel entsprach und in das in der Mitte der Name „Aqua City“ in Form eines bunten Logos eingearbeitet war.
Susan, Mo und Mary verließen vor der Crew und dem Kapitän das Schiff und stiegen die von Algen benetzte Edelstahltreppe zu den schmalen, verglasten Eingangstüren von Alpha 1 hinauf. Sie lagen mehrere Meter hoch sicher über der Wasserlinie und waren in wasserdichte Rahmen eingebaut, deren Form an die Schotten eines Dampfers erinnerte. Nach der Eingabe eines Codes schob sich eine von ihnen automatisch zur Seite und ließ sie direkt auf einen breiten Hauptgang gelangen, der sich über den gesamten Durchmesser der Hauptinsel von einem Ende zum anderen zog.
„Seefahrttechnisch betrachtet definiert sich Aqua City als eine Hybridform aus einem Schiff und einer Schwimminsel“, erläuterte Susan derweil. „Es ist eine Schwimminsel, weil es eine ausgedehnte Fläche hat und über keinen eigenen Antrieb verfügt, und ein Schiff, weil die Rümpfe unter der Wasserlinie stromlinienförmig sind und jeweils mit einem synchron geschalteten Ruder ausgestattet sind. Das erleichtert die Manövrierfähigkeit bei einer Verlegung unserer Position ungemein.“
Im Kontrast zu der aufwändigen Fassade wirkte der Gang durch seinen rutschfest gummierten, schwarzen Boden und seine weißen, kunststoffverkleideten Wände simpel und schmucklos und schien überall gegen potentiell einströmendes Wasser gewappnet worden zu sein. Längliche Sichtfenster gaben den Blick in klinisch rein wirkende Forschungslabore frei, die großräumig ineinander verschachtelt waren und mit langen Arbeitstischen sowie einer verwirrenden Vielzahl von Apparaten ausgestattet waren. Während sie vor einer der Scheiben stehen blieben und einige vor Computerbildschirmen sitzende Frauen und Männer bei ihrer Arbeit beobachteten, erklärte Susan weiter:
„Das hier ist sozusagen das Gehirn und die Schaltzentrale von Aqua City. Hier findet in 16 kleinen Abteilungen eine zentrale Auswertung aller Daten statt, die auf den einzelnen Forschungsinseln auflaufen. Am Ende des Gangs befindet sich ein größerer Technikbereich, der mit der Stromsversorgung und den Computeranlagen zusammenhängt. Im ersten Geschoss gibt es neben ein paar weiteren Technikräumen diverse Büros, in denen unter anderem auch zwei Mitarbeiter des Internetblogs arbeiten, den meine Tochter Una von New York aus leitet. Im obersten Geschoß befinden sich dann noch die Unterkünfte und eine Kantine für alle Mitarbeiter. Zurzeit arbeiten bei uns 33 Wissenschaftler sowie 30 weitere Leute - die englischen Ökologie-Studenten einmal nicht mitgezählt.
So, und bevor Sie später mehr erfahren, wird Sie jetzt sicherlich erst einmal Ihre Unterkunft interessieren. Wir haben uns da etwas ganz Besonderes ausgedacht!“
Als sie ihre Gäste bei dieser Ankündigung plötzlich nach links in einen schmalen Gang führte und eine unscheinbare Eisenluke öffnete, spuckte sie Alpha 1 nach wenigen Minuten bereits wieder aus. Ihnen pfiff eine steife Seebrise um die Ohren und sie betraten einen der Stege aus Eisenrosten, die zu den kleineren Inseln hinüberführten. Dabei verursachte der Wind in den Stahllamellen der Außenverkleidung von Alpha 1 eine so interessante Melodie aus ungewöhnlichen Pfeif- und Zischlauten, als ob es Absicht der Konstrukteure gewesen wäre.
Die erneute Eingabe eines Codes öffnete die automatische Schiebetür des Moduls Beta 8, wonach sich sofort ein modriger Algen- und Meerwassergeruch um sie verbreitete. Der Geruch verriet aus sich selbst, dass hier der Forschungsbereich untergebracht sein musste, der sich mit der Aufzucht von Meeresalgen durch CO2 beschäftigte.
„Wir können da nicht ohne Sauerstoffmaske rein, weil die CO2-Konzentration sehr hoch ist. Deshalb gehen wir hier außen entlang“, verriet die „Chefin“ – wie Joshua sie ironisch genannt hatte - als sie in einen verglasten, am rechten Rand der Insel entlang führenden Durchgang abbog. Der gesamte Boden von Beta 8 bestand aus einem einzigen Algenbecken mit Ausnahme einer glänzenden Edelstahlapparatur in der Mitte, die mit dem großen, an der Spitze der Kuppel eintretenden Luftschlot verbunden war. Als sie das andere Ende des unbemannten, lediglich von Kameras überwachten Moduls erreichten, hatten sie die Wahl zwischen zwei Ausgängen, da die Plattformen des außen liegenden Gamma-Rings durch je zwei Stege mit zwei Plattformen des innen liegenden Beta-Rings verbunden waren. Die daraus resultierenden Dreiecksformen ergaben in der Vogelperspektive einen sternenförmigen Umriss, der nicht nur an eine Blüte, sondern durch die Stegverbindungen auch an eine Molekularstruktur erinnerte. Susan wählte den weiter links liegenden Ausgang und meinte beim Verlassen des Moduls mit einem etwas anzüglichen Grinsen zu Mo:
„Ich hoffe, Sie werden die Situation nicht ausnutzen, Larry. Wenn wir Sie beide ganz allein hier draußen unterbringen, dann nicht, weil wir sie etwa verkuppeln wollten. Auf Alpha 1 ist zurzeit kein Quartier mehr frei, weshalb Sie mit einer kleinen Wohneinheit auf Gamma 7 Vorlieb nehmen müssen.“
Da die Abstände zu den rechten und linken Nachbarinseln im äußeren Ring naturgemäß größer wurden, schien ihre Einquartierung auf Gamma 7 einer Verbannung an einen der einsamsten und am weitesten draußen liegenden Orte von Aqua City gleichzukommen. Der diagonal verlaufende Steg war länger als die Stege, die zwischen Alpha 1 und den Beta-Inseln lagen, und wurde an einigen Stellen von der spritzenden Gischt der heftig bewegten See überspült. Die Ächz- und Knarrgeräusche der unter Wasser liegenden Stahlverbindungen der Inseln klangen so bedrohlich bis zu ihnen hinauf, als drohten sie jederzeit auseinander zu brechen.
Als sie es in einem günstigen Augenblick schafften, samt ihres Gepäcks trockenen Fußes hinüberzugelangen, wurden sie beim Betreten des Moduls von einer gespenstischen Stille umfangen. An dem Rumpf und der dicken Außenhülle von Gamma 7 war nur noch ein leichtes Klatschen der Wellen zu hören, während aus dem Zentrum das sonore Surren einer komplexen technischen Anlage an ihre Ohren drang. Sie bestand aus mehreren großen Edelstahlbehältern und einem verwirrenden Geflecht aus Rohren und Apparaturen, deren Funktion für Laien schier undurchschaubar war.
„Staunen Sie nur!“, rief Susan lachend, als sie die großen Augen der beiden Detektive sah. „Die Bedeutung dieser Versuchsanordnung dürfte nicht sehr viel geringer als unsere große Künstliche-Fotosynthese-Forschung anzusetzen sein. Diese Anlage kann CO2 aus der Luft extrahieren und in einen elementaren Kohlenstoff umwandeln. Man kann ihn beliebig lange aufbewahren, bis eines Tages Technologien zu seiner sinnvollen und klimafreundlichen Weiterverwendung entwickelt worden sind. Und auch daran arbeiten wir bereits. Was Sie hier sehen, wäre schon heute im großen Stil anwendbar, wenn nur genügend Regierungen und Geldgeber ernsthaftes Interesse an dem Bau größerer Anlagen zeigen würden. Damit würde sich das CO2-Problem quasi in Luft - beziehungsweise Kohle – auflösen!“
Erst beim Weitergehen bemerkten sie, dass im oberen Bereich der Kuppel ein zweites Geschoss eingebaut war. Es war durch eine eng gewundene, ihm hinteren Bereich des Moduls befindliche Eisenwendeltreppe zu erreichen und lag oberhalb der großen Lichtöffnung, die sich auf halber Höhe der Kuppel rund um ihren gesamten Umfang zog.
„Da oben befindet sich Ihr Quartier. Sie werden dort alles finden, was Sie benötigen. Sie sind hier unter sich, da die Anlage zentral vom Hauptlabor aus gesteuert wird und nur selten jemand hier heraus kommt.
So, und nun lasse ich Sie allein. Joshua wird Ihnen den Rest Ihres Gepäcks bringen und alles Weitere erklären. Er wird Ihnen eine Liste mit allen Türcodes von Aqua City aushändigen, so dass Sie sich uneingeschränkt frei bewegen können. Außerdem wird er Ihnen den Weg zur Kantine zeigen, wo wir nachher alle gemeinsam zu Abend essen werden.“
Susan begab sich zur Tür und ließ die beiden Detektive etwas ratlos mit der sonor summenden Anlage zurück. Beim Hinausgehen rief sie ihnen zum Abschied zu:
„Wussten Sie übrigens, dass Aqua City bei den Engländern bloß Die Anti-CO2-Maschine heißt? Zumindest an der Ostküste ist dieser Name allen bekannt.
Und nun legen Sie sich erst mal trocken. Sie haben mit Ihren Untersuchungen keine Zeit zu verlieren. Am besten werden Sie sich noch heute Abend überall umsehen und die ersten Gespräche mit unseren Leuten führen. Vergessen Sie dabei nicht, in welcher Rolle Sie hierher gekommen sind: Esther Morgan und Larry Keene sind neugierige Reporter und wissen genau, welche Fragen sie stellen dürfen und welche nicht!“
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