Lustige, legendäre, skurrile und unvergessliche BEGEGNUNGEN zwischen Sokrates, Schopenhauer, Mephisto, Paganini, Hesse, Kafka und dem Zeitgeist

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Lauda: Das alles klingt zwar verständlich, ist aber furchtbar pessimistisch. Sie sind Wissenschaftler, Ethiker und sehen wie ich die Dinge logisch und nüchtern. Gibt es einen Ausweg aus diesem Dilemma, einen Lösungsansatz? Ich war in allem, was ich tat, sehr erfolgreich, weil ich nie aufhörte, lösungsorientiert zu sein. Wir werden doch auch diese Herausforderung meistern? Oder ist es zu spät?
Anders: Meine Antworten klingen vielleicht pathetisch und naiv für Sie, aber es gibt – frei nach Augustinus – keine Zukunft, wenn es keine Hoffnung gibt, Zukunft ist Erwartung und wenn es keine Erwartung gibt, gibt es keine Zukunft. Was erwarten wir uns?
Wie wär’s, radikal pazifistisch und ethisch unseren Kindern und Enkelkindern zuliebe auf Gewaltanwendung komplett zu verzichten, auf Waffenlobbyisten nicht zu hören, auf Spekulationen mit Aktien der Waffenindustrie zu verzichten, sich bei Wahlen nicht von solchen Firmen sponsern zu lassen?
Wie wär’s, endlich aus der zum Teil mörderischen und ausbeuterischen Geschichte zu lernen und einzusehen, dass dieser Weg ein Irrweg war? Stehen Länder nach dem Krieg etwa besser da als vorher? Österreich nach 1918? Deutschland nach 1945? Syrien jetzt?
Wie wärs, endlich radikal auf das Herz zu hören, auf die Erkenntnisse der Ethik von Sokrates über die Urchristen, von Mahatma Gandhi über Nelson Mandela und Desmond Tutu bis hin zu Martin Luther King und Václav Havel?
Nach diesem langen Monolog war es in der Bar auf einmal ganz still geworden.
Kein Wort, keine Bewegung.
Die Blicke sind durch das Fenster ins Freie gerichtet.
Plötzlich ein Knistern, ein Knarren, ein Kreischen.
Ein aus dem Nichts kommendes Donnern und Dröhnen.
In eben diesem denk- und merkwürdigen Augenblick kracht und knarrt es in unmittelbarer Nähe.
Die Reichsbrücke mitsamt den sich darauf befindlichen Bussen und Fahrzeugen stürzt in die schöne blaue Donau und versinkt in den Wellen wie einst die Brücke am Tay.
Sprachlos und blass stehen die beiden in seltener Eintracht nebeneinander und blicken sich verwundert und fragend in die Augen.
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