Wie das Leben zu zweit vielleicht besser gelingt

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Solange wir diesem Kritiker-Krokodil und seinen Urteilen ausgeliefert sind, können wir nicht gewinnen! Für viele hilft im Umgang mit diesem Gesellen nur ein sofortiges „Stopp!“, bevor er uns einmal wieder in Diskussionen verwickelt, die wir nicht gewinnen können.
Dies ist also Ilonas „strukturelles Erbe“ gewissermaßen, das sie mit in die Paarbeziehung bringt. Sie kann sich nicht so einfach davon befreien – meist nicht durch einmaliges bloßes Erkennen, aber dies ist der erste Schritt in einem langwierigen Prozess der Befreiung.
Für das Selbst-Verstehen und auch den annehmenden (bis hin zum liebevollen) Umgang mit dieser strukturellen Gegebenheit ist diese erste Klärung jedoch überaus wichtig.
Auch für das Verstehen durch den Partner! Auch der Partner wird noch weiterhin darunter leiden, aber jetzt ist immer auch ein wenig Mitgefühl für die strukturellen Schwierigkeiten des Anderen dabei. Das kann wachsen.
Schauen wir zu Hendrik:
Er scheint die Struktur eines „Genussmenschen“ zu haben, der über vieles hinwegsieht und manchmal zu wenig Struktur im eigenen Leben hat für eine optimierte Lebensgestaltung, die nicht auf Kosten anderer geht.
Viele Umstände in seinem Leben glätten sich tatsächlich dadurch, dass andere sein Chaos ordnen, sodass er letztendlich den Weg wiederfindet.
Ich glaube schon, dass ihm dieser „Gebrauch“ oder „Missbrauch“ von anderen Menschen irgendwo bewusst ist, aber in der Dynamik des „Kampfes“ gegen das jeweils Andere – also „Nicht-Eigene“ – scheint er in seiner Position auch gefangen. Er wehrt sich gegen zu viel Strukturierung … (was verständlich ist, weil es ihm auch nicht entspricht), versäumt es aber dadurch, selbst Struktur zu schaffen. Dies scheint ja auch nicht nötig, denn die Partnerin hat dies ja übernommen!
Eine Beziehung mit diesen beiden polaren strukturellen Gegebenheiten der Partner ist sicher nicht einfach! Dennoch haben beide einander gesucht, sich energetisch angezogen – wie man vielleicht auch sagen kann – und einander gefunden.
Wenn beide es – mit sehr viel Geduld und Wohlwollen für den Partner und für sich selbst – schaffen, hier schrittweise ihre eigenen strukturellen Gegebenheiten zu verändern oder wenigstens immer wieder bewusst wahrzunehmen, also weniger Perfektionismus und kürzere To-do-Listen für Ilona und mehr Anpacken und hilfreiche Unterstützung durch Hendrik …, dann haben sie nicht nur für ihre Beziehung sehr viel gewonnen, sondern auch für die jeweils eigene Weiterentwicklung und Befreiung aus weitgehend unbewussten Strukturmechanismen.
Sicher kann es hier sehr hilfreich sein, wenn beide Partner sich auch unabhängig voneinander in therapeutische Begleitung begeben, die sie – so bleibt zu hoffen – darin unterstützen wird, die eigene Struktur besser zu erkennen und mit wachsender Selbst-Akzeptanz damit umzugehen.
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