Akrons Crowley Tarot Führer

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Der rote Löwe und der weiße Adler stehen für die bewussten männlichen und weiblichen Sexualkräfte, Symbole des männlichen und weiblichen Dualitätsprinzips wie Sonne und Mond, Feuer und Wasser oder Luft und Erde. Crowley bringt sie mit der Alchemie in Verbindung: Sie treten in der Chemie als Säure und Lauge in Erscheinung. In dieser Erscheinungsform repräsentiert die verhüllte Gestalt das Proteische Element des Kohlestoffs, dem Ursprung allen organischen Lebens.4 Im Verlauf der alchemistischen Operation werden sie sich in Farbe und Bewegungsausdruck aber noch entscheidend verändern, und in der Karte Kunst sind sie auch nicht mehr so statisch, sondern in Haltung und Gebärde ziemlich aktiv: Der rote Löwe ist dann weiß geworden und der weiße Adler rot. Darin liegt auch V.I. T.R.I.O.L. verborgen – die Formel zur Öffnung des Orphischen Eis.5 Ein versteckter Hinweis findet sich auch im letzten Detail. Das Gewölbe des sakralen Raumes, in dem die Hochzeit stattfindet, wird von Schwertern dargestellt. Der Meister verweist auf den hebräischen Buchstaben & Zajin, der Schwert bedeutet, und mit jedem Akt der Teilung – aus Eins mach Zwei – in Beziehung steht, denn Liebende sind im Tarot wie im tatsächlichen Leben immer zu zweit: Zwei, die sich entschieden haben, ihre persönliche Identität einer verbindenden Zweisamkeit zu opfern, nachdem sie von Cupidos Pfeil 5 getroffen wurden.
Weiterführende Bemerkungen
1 Denn ich bin geteilt um der Liebe willen, für die Möglichkeit der Vereinigung (Liber Legis I/29). Ich bin das Nicht-Eine, denn alles, was ich bin, ist das unvollkommene Abbild des Vollkommenen; jede besondere Erscheinung muss in der Umarmung ihres Gegenstückes verschwinden, jede Form sich erfüllen, indem sie ihren ausgeglichenen Gegensatz findet und ihr Bedürfnis, das Absolute zu sein, dadurch befriedigt, dass sie zur Vernichtung kommt.
Liber V vel Reguli
2 Auf der Schattenebene kann das manchmal zu einer Abhängigkeit von unseren inneren Projektionen führen, wenn sie uns im Spiegel äußerer Personen im Leben begegnen. Oft stürzen wir uns Hals über Kopf in die Gewässer der Sehnsucht nach der sexuellen Vereinigung und landen im unbefriedigenden Seelenfeuer, wenn wir das verlorene Gefühl der Einheit durch die Verschmelzung mit dem Partner zu erzwingen suchen. Das Gefühl der Liebe kann aber auch auf geistiger Ebene stattfinden. Wenn die beiden Liebenden die Weisheit im Höheren suchen, um den essenziellen Gehalt ihrer Liebe zu finden, versuchen sie sich an die Frequenz ihrer geistigen Sehnsucht heranzuziehen und in die Sphäre des anderen einzudringen, um beide Polaritäten, Geist und Liebe, miteinander zu verbinden.
Somit können wir Crowley, wenn er schreibt Um die Arme des Eremiten liegt eine Rolle, die das Wort, den Logos oder die Gesetze darstellt, die die geistige Welt zusammenhalten, die wir uns selbst geschaffen haben6, erwidern,
dass die Liebe auch eine Energie darstellt, die in die eigene Triebstruktur eingerollt ist und gleichzeitig in die Sphäre des anderen eingreift, indem sie das Bild der Anziehung im Pol des Angezogenen zu verankern sucht.

3 Der Priester, der die beiden traut, ist niemand anderer als der Eremit. C. G. Jung würde sagen, er verkörpert das Selbst. Seine segnenden Hände liegen auf den Positionen der göttlichen Eltern: Chokmah und Binah. Er steht für die unbewussten, höheren Teile in ihnen selbst – er stellt sozusagen eine innere Erfahrung dar, die jeder kennt, denn die meisten Menschen kennen das Gefühl, dass etwas Größeres sie führt, auf sie einwirkt und sie durchfließt, und trotzdem auch nur ein Teil in ihnen selbst ist. Die Gesetzesrolle, die sich um seine Arme schlängelt, ist ein Hinweis dafür, dass das, was die beiden mental wahrnehmen, das wiedergibt, was dem Sinn seiner höheren Botschaft entspricht. Es ist die Hochzeitsurkunde, als Zeichen der Ewigkeit zu einer Möbius-Schleife verdreht.
Er hat aber auch noch eine andere Seite. Crowley schreibt: Er selbst ist eine Form des Gottes Merkur, der im Atu I beschrieben wurde; er ist vollständig unter seinem Gewand verborgen, als ob er andeuten wollte, dass der Urgrund aller Dinge in einem Bereich jenseits der Manifestation und des Intellekts liegt7, was für eine gewisse Unsicherheit sorgt, da der zwitterhafte Merkur nicht nur als Weiser, göttliches Kind oder Hermaphrodit erscheint, der Erneuerung und Verjüngung manifestiert, sondern in kalkulierender Weise genauso für das Sharholder-value-Denken oder in seiner ambivalenten Art auch für gegensätzliche Persönlichkeitsteile in der Psyche steht.

4 Das ganze Ensemble ist kontrapunktisch miteinander verknüpft und trotzdem sind alle Figuren auch selbstständig: Der weiße Junge vor dem schwarzen König hält mit der weißen Königin zusammen den goldenen Kelch (Öffnung und Hingabe), und der schwarze Knabe vor der weißen Königin hält zusammen mit dem König den silbernen Speer (Durchsetzung und Zeugungskraft). Dies ist vielleicht deshalb so, weil es ein wesentliches Merkmal der heiligen Hochzeit ist, dass der Mann sich nicht einfach nur mit seiner Anima verbindet oder umgekehrt, sondern sie gleichzeitig auch als ein Wesen sieht, das in höherem Maße von seinem bewussten Ich verschieden ist, als er je zuvor erkannt hat.

5 Über der ganzen Szene richtet Cupido oder Eros am oberen Bildrand mit verbundenen Augen seinen Pfeil ins Leere. Trotzdem hat dieser Akt eine tiefere Bedeutung. Der abwärtsgerichtete Pfeil8 wird vom höchsten Punkt des Jod im JHVH geschossen und der Winkel der Schussrichtung entspricht Pfad 11 = Aleph. Das Geschoss aus Amors Köcher (wir sehen ganz fein darin das Wort Thelema eingeritzt, Sinnbild des höheren Willens) verwandelt sich in ein Zeichen der Liebe unter Willen, denn er fliegt direkt von Kether nach Chokmah und aktiviert damit die göttliche Liebe oder das menschliche Bild der Liebe Gottes (Jod in Chokmah). Das zeigt, dass die Kraft, die die Menschen sexuell stimuliert, mit der Sehnsucht nach dem Paradies identisch ist.
Andere Verbindungen
– Psychologische Zusammenhänge –

Wenn die Lust der Geschlechtsakt ist, dann sind die Liebenden der Kuss: das erste Andocken auf der Brücke der Sehnsucht zur Vereinigung zwischen den Geschlechtern. Oder die Illusion der Einheit in der Hölle des Kollektiven nach der Vertreibung aus dem Garten Eden. Die Liebe steht für das universelle Streben der Vielheit nach der Einheit auf der Ebene der Seele (Liebende), des Leibes (Lust) und des Geistes (Kunst), und die Karte zeigt den ersten Schritt, den Fall aus der ursprünglichen Einheit zu überwinden und das verlorene Paradies wieder zu finden. Somit symbolisiert Atu VI die verschlingende Hingabe, die das verlorene Gefühl der Ganzheit durch die Liebe wieder zu erreichen verspricht.

Die Pubertät des Narren (Befreiung von den Eltern durch die Verbindung von Animus und Anima)
An der Schwelle zur persönlichen Entwicklung und Freiheit ist es nun die Aufgabe des Menschen, sich allmählich an seine eigene Schuhgröße heranzutasten. Es geht darum, seine gegengeschlechtlichen Seelenteile zu erfühlen und sich mit dem erklärten Ziel, Animus und Anima miteinander zu vermählen (die Liebenden miteinander zu verbinden), zu befassen, nachdem er sich mit den Elternbildern der ersten Karten auseinandergesetzt hat. Hat er sich von den hinderlichen Elementen der Tradition und der geistigen Autorität, der Last von Recht und Ordnung, von der noch weit schwereren Last des teilweise unbewussten Über-Ichs mit seinen verlogenen Maskierungen als Gewissen und Moralität, erstmals befreit, muss er nun beweisen, dass er sich in der Welt allein zurecht finden kann. Allmählich wird er von den Flammen der Libido erfasst, die nur für denjenigen gefährlich werden, der vor dem Erwachsenwerden davonlaufen will – denn die Pubertät ist voll im Gange. Je schneller er den Weg in die eigene Sexualität akzeptiert, desto leichter wird ihm die Entscheidung fallen. Wenn nichts schief geht, besteigt er in der nächsten Karte den magischen Wagen Agape und Thelema, Liebe und Willen, der ihn in seiner Entwicklung weiterbringt.
Deutungen
Im beruflichen Erleben liegt der Schwerpunkt der Karte auf der Entscheidungsebene, im Bereich, wie wir uns nach Abwägung aller gegebenen Fakten in Übereinstimmung mit unserem eigenen Empfinden zu verhalten haben (denn dem Archetyp dieses Bildes liegt ein eminentes Streben nach Verschmelzung mit den Plänen der Umwelt zugrunde, weil alles, was wir suchen, die Realisierung der Wünsche ist, die die anderen träumen). Schließlich beherrscht keiner der Trümpfe den Balanceakt zwischen Realität und Unbewusstem so perfekt wie diese Karte: den Doppelsalto, so unbeschwert und heiter zwischen Ja und Nein, Machen und Lassen tanzen zu können. Das gibt auch Goethes angestaubter Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust-Poesie wieder ein bisschen »multipersonalen« Auftrieb, denn meist sind es mehr als zwei Persönlichkeitsteile, die sich nicht entscheiden können, welche der unzähligen eventuellen Gewinne sie einer Entscheidung opfern wollen. Dann sitzen wir zwischen den Stühlen und wissen nicht, nach welcher Seite wir uns orientieren sollen. Es ist klar, dass wir nicht die ganze Bandbreite unserer Entscheidungsmöglichkeiten ausschöpfen können, in der trügerischen Hoffnung, irgendwann alle unsere Gelegenheiten in einer einzigen und universalen Geste zu krönen; es ist aber auch nicht so, dass wir mit den Liebenden nicht trotzdem zu glücklichen Entscheidungen kommen können, wenn wir lernen, Unwichtiges loszulassen und nicht an jedem »Hirnfurz« kleben zu bleiben, um das, was wir wirklich begehren, zu erhalten.
In Beziehungsfragen setzen wir uns lieber mit den Problemen der anderen auseinander, um die Liebe sozusagen aus der Entfernung über das Harmoniestreben im anderen zu leben, statt uns um unsere eigenen Gefühle zu kümmern. Unser diplomatisches Gespür, uns in den Mittelpunkt unseres Interesses zu stellen, sichert uns die Aufmerksamkeit unserer Umwelt. Doch in der Selbsttäuschung verhangen, alles um uns herum harmonisieren zu müssen, sind Liebe und Beziehung in dieser Zeit eher Lostopf-Interessengemeinschaften mit der Möglichkeit der Ziehung des Hauptgewinns als eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem anderen. Was wir erfahren wollen, ist nicht die gemeinsame Erfüllung, sondern die Erfüllung der Sehnsucht nach sich selbst. Deshalb macht uns der alte Zauberer mit seinen schützenden Armen auch darauf aufmerksam, dass wir nur neue Erfahrungen machen, wenn wir unsere innere Unvollständigkeit erkennen. Das, was uns fehlt, müssen wir in uns selbst verwirklichen, denn das Verlangen, das verlorene Paradies durch das verzweifelte Verschmelzen mit der Umwelt zu erlangen, kann sich nicht erfüllen, solange wir unsere innere Leere nur durch eine Bindung an die uns »ergänzende« Umwelt verdrängen. In diesen Fällen sind die Liebenden eine Aufforderung, über unser aufgeschäumtes Bild vom anderen zu dessen eigentlichem Wesenskern vorzudringen, statt um jeden Prinzen oder jede Prinzessin immer wieder einen neuen Projektionsbilderrahmen zu zimmern.

Die Liebenden in der Alchemie
– Tiefergehende Erkenntnisse –
Solve et coagula
Die alchemistische Formel solve et coagula, löse und verbinde, wird hier auf die beiden Karten VI – Die Liebenden und XIV – Kunst verteilt. Sie stehen sich dabei wie die beiden sich ergänzenden Teile einer gemeinsamen Sache gegenüber, zwei Waagschalen, deren Kipp-Punkt sich in der Karte Glück oder Schicksalsrad befindet. Das ergibt auch durch die astrologische Brille Sinn, denn im Tierkreis befinden sich Zwillinge und Schütze in Opposition. Diese beiden Karten sind also so etwas wie die »Brückenköpfe«, die den Entwicklungsprozess der Karten VII bis XIII umschließen. Der Vorgang des solve assoziiert sich mit den Liebenden, der des coagula mit der Karte Kunst.

Bevor wir tiefer in die Materie eindringen, fassen wir noch einmal die Essenz dieser Verbindung zusammen: Die Notwendigkeit der Analyse (Teilung) wird in den Liebenden durch die Paare (Lilith – Eva, König – Königin, Lanze – Gral, weißes und schwarzes Kind und Löwe und Adler) symbolisiert. Als operatives Instrument, um die Teilung vorzusehen, bietet sich die höhere Absicht an, die sich unter dem Decknamen Liebe unter Willen in Amors Köcher versteckt. In der crowleyschen Art, alles miteinander zu verknüpfen und in sein Weltbild einzubinden, was je als interessanter Einfall sein Hirn passierte, hat er die Kinder aus der Karte Die Liebenden aufgrund seiner Visionen in der Wüste9 zu Kain und Abel erklärt und damit die Paradiesgeschichte ein bisschen uminterpretiert. Er kommentiert: Es gibt eine Legende von Eva und der Schlange, denn Kain war das Kind von Eva und der Schlange und nicht von Eva und Adam; aus diesem Grunde hatte Kain, nachdem er seinen Bruder erschlug, das Zeichen auf der Stirn, welches das Zeichen des in der Apokalypse erwähnten Tieres 666 ist.10
Die feindlichen Brüder (Der 2. Aethyr)
Auf der Karte wird Kain als schwarzer Junge mit einer Keule dargestellt, der die Lanze seines Vaters stützt, während Abel mit einem Strauß Rosen in der Hand den goldenen Kelch seiner Mutter umfasst. Der historische Abel, gut, sanft, schwach und gottergeben wurde vom »bösen« Kain aus Neid erschlagen, der es nicht verkraften konnte, dass Gott seine Opfergabe ablehnte und die seines Bruders vorzog. So starb der erste Mensch auf dem Opferaltar des Missverständnisses, eine Tat, durch die sich nicht nur der Boden mit Abels Blut färbte, sondern die sich wie ein roter Faden bis in die heutige Zeit hinzieht, solange der Mensch es nicht begreifen kann, dass die Liebe nicht teilbar ist und sich keinem verschließt, auch wenn sie die anderen ebenso mit einbezieht.
Crowley schreibt: In der Mitte der Karte steht Kain, in seiner rechten Hand hält er Thors Hammer, mit dem er seinen Bruder erschlagen hat, und er ist feucht von dessen Blut. Und seine linke Hand hält er geöffnet als Zeichen seiner Unschuld. Ihm zur Rechten steht seine Mutter Eva, um die sich eine Schlange windet, deren Haube sich hinter ihrem Haupte spreizt; zu seiner Linken ist eine Gestalt, die der Hinduistischen Kali ähnelt, doch ihre Form ist wesentlich verführerischer. Ich weiß jedoch, dass es Lilith ist. Und über ihm ist das große Siegel des Pfeiles, nach unten gerichtet, doch er ist in das Herz eines Kindes eingedrungen. Auch dieses Kind ist Abel. Die Bedeutung dieses Teils der Karte ist verborgen, dies ist jedoch die richtige Darstellung der Tarotkarte; und dies ist die korrekte Fabel, von der die hebräischen Schreiber ihre Legende vom Sündenfall stahlen.11
Er will uns damit sagen, dass wir den Blick nicht auf die Probleme aus der moralischen Schuld und Sühne-Ecke werfen sollten, sondern unser Auge auf die Verbindung der Dinge richten sollten, auf die heilige Hochzeit, die die Vereinigung der zuvor geschiedenen Gegensätze symbolisiert (XIV – Kunst). Bewusstsein muss sich aus dem Naturzustand durch Differenzierung entwickeln und Gut funktioniert nicht ohne (scheinbar) Böses, Erlösung nicht ohne (scheinbare) Schuld. Jeder Mensch trägt sowohl gut wie böse, Abel und Kain in sich, und Sinn und Zweck ist weder die Kompensierung des einen durch die Übertreibung des anderen noch die Regression, die Flucht in den Mutterschoß vor den unvermeidlichen Verletzungen und Ungerechtigkeiten, die das Leben beinhaltet. Ziel muss sein, die beiden Teile, die in der menschlichen Entwicklung getrennt wurden, als wir uns durch das Bewusstsein von den Tieren zu unterscheiden lernten und ein (duales) Interesse für eine soziale Kultur zu entwickeln begannen, durch differenziertes Erleben und Aufarbeiten wieder miteinander zu versöhnen. Wenn das Paradies die ursprüngliche Einheit der unbewussten Natur als Ausgangspunkt verkörpert, dann richtet sich das Ziel unserer Reise auf das bewusste Erkennen der psychischen Mechanismen und schöpferischen Zusammenhänge. Salopp formuliert ist die Ganzheit unserer Seele das Ziel: die Liebe unter Willen, um sich aus dem Karmarad zu befreien.
So begreife, o mein Sohn, dass alle Phänomene, die Auswirkungen eines Konfliktes sind, ebenso wie das Universum ein Nichts ist, das ausgedrückt wird als die Unterschiedenheit zweier Gleichheiten oder, wenn Du so willst, als die Scheidung von Nuit und Hadit. Und deshalb löst jede Vermählung einen mehr materiellen Komplex auf und schafft einen weniger materiellen; und dies ist unser Weg der Liebe, sich ewiglich von Ekstase zu Ekstase zu erheben. Somit ist dann alle höhere Gewaltsamkeit, das heißt alles Bewusstsein, der spirituelle Orgasmus einer Leidenschaft zwischen feineren und gröberen Gegensätzen. So resultieren Hitze und Licht aus der Vermählung von Wasserstoff und Sauerstoff, Liebe aus der von Mann und Frau, Dhyana oder Ekstase aus der von Ego und Nicht-Ego.
Liber Aleph, Kapitel 20 – DE MOTU VITAE
Liber 77712 und weitere Korrespondenzen
Jedem enthüllt sein Verstehen wahrhaftig wortlos: euer Wesen, unsterbliche Zwillinge und Liebende!
Titel: Die Kinder der Stimme – Das Orakel der mächtigen Götter
Bild: Ein junger Prophet in dem Zeichen des auferstandenen Osiris
Zahl: 7, 717 (ausgeschrieben)

Buchstabe: Zain/Dsain/Zayin = S/Ds/Z/ZIN (Schwert). Die Königshochzeit findet unter einem Gewölbe von Schwertern statt.
Pfad: 17 von Binah nach Tiphareth. Crowley schreibt: Diese Verbindung ist ein Symbol der Inspiration (Binah), die auf die verhüllte Figur hinabsteigt (Tiphareth), die einen Propheten darstellt, der die Vereinigung des Königs mit der Königin bewirkt. (Buch Thoth, S. 88)
Götter: Zwillingsgottheiten wie Rekht oder Merti als zu Gemini gehörend; Heru-Ra-Ha, der die beiden Horus-Gottheiten in sich enthält; Castor und Pollux, Apollo als Erfinder der Orakel, Eros oder Hymen = Hymenaios, der griech.-röm. Hochzeits- und Ehegott
Pflanzen: Hybriden (Kreuzungen), Orchideen
Krafttiere: Elster, Papagei (wegen der Imitation der Sprache), Zebra aufgrund der Streifen, der Pinguin, weil er oberflächlich den Menschen imitiert
Edelsteine: Glasperlen, Jugendstilverglasungen
Wesen: Unheilvolle Erscheinungen
Dämonen (Qlipoth): Tzalalimiron, die Rasselnden (mehrköpfige Hunde)
Magische Kräfte: Die Macht, an mehreren Plätzen gleichzeitig zu sein; Macht der Prophezeiung
Magische Waffe: Dreifuß
Parfüm: Wermut (zur intellektuellen Stimulierung – ähnlich wie Absinth)
Droge: Mutterkorn
Geomantie: Albus
Gematrische Korrespondenzen
7: umherirren, sich verlieren, ruiniert werden, AHA (Adonai Ha-Aretz – Der Herr der Welt), Begierde, Glück, Koriander, Ruhe, Fisch
717: keine Entsprechungen
Gottheiten: Die vom Morgenstern verkörperte Liebesgöttin Aphrodite, Inanna und Venus und ihre (bogenschießenden) männlichen Entsprechungen Eros, Amor und Cupidus
Mythen: Adam und Eva, Kain und Abel, Amor und Psyche, das Urteil des Paris, der sich in sein Spiegelbild verliebende Narziss oder das Märchen von der Vereinigung der menschlichen Psyche mit dem göttlichen Eros
Symbole: Amors Liebespfeile, Elfen, Feen, Liebeszauber, Eroten, Amoretten
Kultstätte: Kythera, griechische Insel zwischen dem Peloponnes und Kreta (in der Antike Mittelpunkt der aphroditischen Liebeskulte)
Ritual: Chymische Hochzeit (magisches Liebesspiel mit spirituellem Hintergrund)
Sabbat: Die erste Liebesnacht
Kraftsteine: Karneol, rote Koralle, Rosenquarz
Räucherwerk: Geranium, Orangenschalen, Rosen- und Sandelholz
Malerei: Der Raub der Sabinerinnen von Rubens, Das Urteil des Paris von Raffael oder Die Verdammung der Liebenden von Matthias Grünewald
Musik: Shulamites Liebeslieder aus der Oper Die Königin von Saba von Karl Goldmark oder Isoldes Erlösungssehnsüchte (ein Denkmal flammender Liebesglut aus der Tiefe ungelebter Leidenschaft) aus Tristan und Isolde von Richard Wagner
Schrift: Liebeslieder, Liebeslyrik, Minnedichtung
VII – Der Wagen

Der goldene Krieger zeigt den Weg der Erkenntnis, bis er den Kampf in seinem tieferen Sinn versteht.
Der Aufbruch des Helden, die Suche nach dem Gral
Astrologie: Mars als Sinnbild der Durchsetzung verbindet sich mit Sonne als Sinnbild des Willens oder Merkur als Sinnbild des Weges zum gemeinsamen Aufbruch der Kräfte.
I Ging: 4 Mong – Die Unreife (Unbeherrschtes Wachstum)
Rune: Raido (Ritt, Weg, Wagen, Rad) ist die fünfte Rune und umschreibt die (Auswirkungen der) Handlungen des Helden auf dem Wege zu sich selbst.
Licht: Der Weg nach vorn, Sturm und Drang: Abenteuerlust, Erlebnishunger, Eroberungswille, Selbsterkenntnis, Selbstüberwindung, Sieg (über sich selbst)
Schatten: Aggression, Egoismus, Größenwahn, Rücksichtslosigkeit, Übertreibung, Ungeduld, Unreife, Verwirrung, Wut, Zorn (letztlich das Scheitern an Hindernissen)





