Akrons Crowley Tarot Führer

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9 Jesod
Grundkraft, Fundament, Essenz (violett)
Als Vermittlerin zwischen Netzach und Hod erscheint die besonnene und sich stets um die Aussteuerung jedes Ungleichgewichts besorgte (Erden-)Mutter. Auf der Mittelsäule zwischen Tiphareth und Malkuth auch Ausdruck des Glaubens an den Sinn der Schöpfung, an die Liebe und das Vertrauen der menschlichen Existenz. Die Farbmischung der Strahlen von Chesed und Geburah, die Jesod beleuchten, ergeben ein tiefes Violett.
Domus IX: Ein violett-schwarzer Dom unter der Wasseroberfläche eines Teiches, in dem sich der Mond im Gesicht einer Frau mit silbergrauen Haaren spiegelt. Es ist der Tempel der Träume, in dem der Träumer im Traum sein Geträumtes sieht, und er ist sich nicht sicher, ob der Dom tief unten im Wasser ist oder ob es das Spiegelbild im Wasser ist, das sich in der Seele reflektiert.
10 Malkuth
Urwurzel, physische Verdichtung, materieller Bereich (citrin, oliv, rötlichbraun und schwarz)
Kether oder »die Schöpfung« in der am stärksten verdichteten Form. Auf der Mittelsäule zwischen Tiphareth und Malkuth und unter Jesod das Ergebnis des immerwährenden Schöpfungsprozesses, der die zehn Wirkungsebenen wie zehn Spinnfäden unablässig miteinander verknüpft. Das zehnte Zeichen bedeutet Erde und die Farben leuchten ambivalent zum weiß schimmernden Glanz des gegenüberliegenden Götterhauses: grünliches Zitronengelb, Olivgrün, Rotbraun und Schwarz.
Achtung: Die zehnte Sephira stellt in der Kabbala die in die Jauche gefallene Virgo Mundi dar, die in die Materie gefallene Seele, die dennoch eins mit Kether ist, denn Kether ist in Malkuth und Malkuth in Kether – wie oben so unten! Sie wird durch ihren Bruder (Tiphareth), den Sohn des Königs, erlöst und auf den Thron (Binah) der Mutter gesetzt, wo sie selbst zur Mutter und Königin wird.3
Domus X: Am Ende des Weges betreten wir die Verwaltung, das olivgrüne Rathaus mit seinen freundlichen, erdfarbenen Räumen, in denen die Akasha-Chronik gespeichert ist: die kollektiven Aufzeichnungen, wie unsere Vorfahren gelernt haben, ihre Ressourcen zu nutzen und Straßen zu bauen, die die Menschen durch die Jahrhunderte tragen. Auch wenn wir dabei nichts oder nur wenig gelernt haben: Es sind die Pläne, die Genies erstellt haben, um die menschliche Geschichte vorwärts zu drehen. Es ist die Krönung der Kreativität, materielle Wege zu bauen, auf denen die Seele ihre Sehnsucht nach dem (verlorenen) Geist vergessen kann.
c) Die 10 Zahlen Sephiroth und Kleine Arkana
Die Kleinen Arkana bestehen aus 56 Karten, von denen 40 den gewöhnlichen Spielkarten entsprechen; die übrigen 16 stellen die Ritter, Königinnen, Prinzen und Prinzessinnen dar. Die verbleibenden 40 Karten sind mit römischen Ziffern bezeichnet und können in der Verbindung von Lebensbaum und Tarot 1:1 aufeinander übertragen werden. Die 10 Sephiroth werden den von 1 – 10 nummerierten kleinen Karten zugeordnet, die wiederum, entsprechend den vier Elementen, in vier Sätze unterteilt werden. Damit entspricht das Ass der Stäbe der Formel Kether durch Feuer oder auf der symbolischen Ebene dem ersten Schöpfungsfunken als Vater der schöpferischen Idee.
Kether Feuer Ass der Stäbe Funke der Inspiration Wasser Ass der Kelche Quell der Seele Luft Ass der Schwerter Odem des Bewusstsein Erde Ass der Scheiben Wurzel der Materie Chokmah Feuer Zwei der Stäbe Wille Wasser Zwei der Kelche Anziehung Luft Zwei der Schwerter Gleichgewicht Erde Zwei der Scheiben Gegensätze Binah Feuer Drei der Stäbe Befruchtung – Entfaltung Wasser Drei der Kelche Empfängnis Luft Drei der Schwerter Teilung – Schwermut Erde Drei der Scheiben Kristallisation – Verfestigung Chesed Feuer Vier der Stäbe Manifestation Wasser Vier der Kelche Sättigung Luft Vier der Schwerter Kompromiss – Kontemplation Erde Vier der Scheiben Stabilität Geburah Feuer Fünf der Stäbe Zwietracht – Streit Wasser Fünf der Kelche Frustration – Stillstand Luft Fünf der Schwerter Demütigung Erde Fünf der Scheiben Beklemmung Tiphareth Feuer Sechs der Stäbe Triumph – Licht Wasser Sechs der Kelche Sinnlichkeit – Lebensfreude Luft Sechs der Schwerter Wissen Erde Sechs der Scheiben Überfluss Netzach Feuer Sieben der Stäbe Aufreibung Wasser Sieben der Kelche Erregung – Täuschung Luft Sieben der Schwerter Schwankung Erde Sieben der Scheiben Zerfall Hod Feuer Acht der Stäbe Erkenntnis – Gedanken Wasser Acht der Kelche Modrigkeit – Resignation Luft Acht der Schwerter Unrast – Ruhelosigkeit Erde Acht der Scheiben Besonnenheit – Übersicht Jesod Feuer Neun der Stäbe Offenbarung – Einklang Wasser Neun der Kelche Erfüllung – Liebe zu Gott Luft Neun der Schwerter Bedrängnis Erde Neun der Scheiben Mehrung – Wachstum Malkuth Feuer Zehn der Stäbe Tyrannei – Selbstbestimmung Wasser Zehn der Kelche Überschwang – Vollendung Luft Zehn der Schwerter Zusammenbruch – Lebensverneinung Erde Zehn der Scheiben Ausformung – Wohlstandd) Die 22 Pfade Hebräisches Alphabet und Große Arkana
Da die 10 Sephiroth einerseits durch die kleinen Karten besetzt sind – Crowley nannte es die Schlüsselskala –, andererseits aber auch die Trumpfkarten der Großen Arkana Zahlen tragen, wird die Reise mit den Schlüsselzahlen 11 (Narr) bis 32 (Universum) als Verbindungswege zwischen den Sephiroth fortgesetzt. Die 22 Pfade sind die Wege, die die 10 Zahlen auf dem Lebensbaum miteinander vernetzen. Gleichzeitig werden diese 22 Fäden im Baum des Lebens mit den 22 Großen Arkana des Tarots verknüpft. Dadurch wird der Baum zu einem mehrdimensionalen Bild, in dem das Verbindende verschiedener Kulturen in einem gemeinsamen Weg zum Ausdruck kommt.
Im hebräischen Alphabet gibt es zweiundzwanzig Buchstaben4, und jedem dieser Buchstaben ist eine Trumpfkarte zugeordnet. Diese zerfallen in drei leicht zu unterscheidende Gruppen. Es gibt drei »Mutterbuchstaben« für die Elemente, sieben »Doppelbuchstaben« für die Planeten und zwölf »Einfache Buchstaben« für den Tierkreis.
Die drei Mutterbuchstaben entsprechen den alchemistischen Symbolen der drei aktiven Elemente:

Sieben Doppelbuchstaben entsprechen den Planeten:

Zwölf einfache Buchstaben entsprechen den Tierkreiszeichen:

Die Abänderung der Reihenfolge der Pfade
Wenn wir nun der Buchstabenfolge des Alphabets, der Zuordnung der Trümpfe5 und der traditionellen Kartenfolge (laut der oben stehenden Tabelle) folgen, dann kommen wir zu folgendem Ergebnis:

Natürliche Ordnung des Tierkreises:

Doch: Ausgleich und Löwe? Lust und Waage? Das konnte Crowley nicht gefallen.
Denn in der Karte Kraft erscheint ein Löwe und das bezieht sich ganz eindeutig auf das Tierkreiszeichen Löwe; während die Karte Ausgleichung die herkömmliche, symbolische Gestalt darstellt, die mit Schwert, die Waagschalen abwägend, auf einem Thron sitzt und dem Tierkreis der Waage entspricht. Er schreibt: Trotz allem gab es eine Schleife im Seil. Die »Ausgleich« genannte Karte wurde mit VIII in Beziehung gesetzt; die »Lust« genannte Karte mit XI. Um die natürliche Reihenfolge zu erhalten, muss man »Lust« der Waage zuordnen und Ausgleich dem Löwen.6 Dies ist offensichtlich falsch, denn die »Ausgleich« genannte Karte zeigt in Wirklichkeit eine Frau mit Schwert und Waagschalen, während die »Lust« genannte Karte eine Frau mit einem Löwen zeigt.7
Also stellte er die Karten und damit natürlich auch die Buchstaben um:


Tierkreis mit Schleife: Lust (Löwe) und Ausgleichung (Waage) sind vertauscht. Der Eremit (Jungfrau) an der Spitze der Schleife behält seine Position.
Dieses unausgewogene Bild des Tierkreises bzw. die falsche Reihenfolge war der Preis für die korrekte Übereinstimmung zwischen Bildinhalt und hebräischem Buchstaben und schien Crowley nicht weiter zu kümmern, bis ihm die »gechannelten« Übermittlungen im April 1904 in Kairo eine Lösung zeigten. Aiwass, der Übermittler des Liber Legis, untermauerte Crowleys kabbalistische Intuition, als er ihm folgenden Satz übermittelte: All diese alten Buchstaben meines Buches sind richtig, jedoch Tzaddi ist nicht der Stern (I/57). Es war die erforderliche

Doppelschleife: Nicht nur Lust (Löwe) und Ausgleichung (Waage), sondern auch Kaiser (Widder) und Stern (Wassermann) sind auf der Schlaufe jetzt wechselständig ineinander verdreht. Nun erscheint das Ganze harmonisch und zentriert.
Initialzündung in Form einer passenden Idee, die kabbalistische Zuordnung dieser Karten neu zu überdenken, und führte zur Frage: Wenn Tzaddi nicht der Stern war, welche Karte war es dann? Und welcher hebräische Buchstabe müsste dann der Karte Stern zugeordnet werden?
Es war der Kaiser. Die Vertauschung der Zuordnungen VIII – XI egalisiert das Ungleichgewicht des Austausches von IV – XVII nach dem Motto: Gleiche jeden Gedanken durch seinen genauen Gegensatz aus, denn die Vermählung dieser beiden ist die Vernichtung der Illusion.8 Crowley wandte das (Schlaufen-)Modell erfolgreich auf den Tierkreis an, indem er zwei Schlingen bildete, ohne den Zodiak zu zerreißen, was auf den ersten Blick eine vollkommene Symmetrie erkennen lässt. Wir sehen, dass sich an beiden Enden der Ellipse je eine Schleife bildet, die miteinander in Verbindung stehen. Durch den (gleichzeitigen) Austausch von Widder und Wassermann, Löwe und Waage befindet sich der Lebensbaum in vollständigem Gleichgewicht, denn durch diesen Vorgang ergibt es sich, dass Löwe und Waage um Jungfrau – dem sechsten Zeichen des Zodiaks – kreisen, was die Umdrehung von Widder und Wassermann um Fische – dem zwölften Zeichen – in der Balance hält.

Bemerke, dass durch die Präzession der Equinoxe sich die Sonne an den Frühlingspunkten im Wassermann statt in den Fischen befindet. Im Aeon des sterbenden Gottes verehrten die Menschen Virgo und Pisces, die Unschuld und den Fisch. Wir ersetzen dies durch Aquarius, Nuit und Leo, Babalon und das Tier vereinigt. Aber da Tzaddi »nicht der Stern ist«, so schwingen sich Aquarius und Aries um Pisces und Leo um Libra wie Scorpio: Die Atus VIII und XI ausgetauscht, und so die Atus XVII und IV. Aber der wirklich verehrte Gott ist von Taurus, dem arbeitsamen, erschlagenen Stier des Mithras, Sol im Norden zu Gemini den Kindern Ra-Hoor-Khuit und Hoor-pa-Kraat fortgeschritten.9

2. Die Wache Welt1
Für die Kabbalisten ist Wirklichkeit das Ergebnis eines immerwährenden Schöpfungsprozesses, der die zehn Wirkungsebenen wie zehn Spinnfäden unablässig miteinander verknüpft und daraus die Webmuster des Schicksals »strickt«. Denn es ist nicht nur der Wille des Menschen, der sein Schicksal gestaltet, sondern es ist auch der Geist des Göttlichen, der sich durch seine Handlungen hindurchzieht und gleichsam zur Straße wird, auf der sich seine Entwicklung vollzieht. Papus, einer der bedeutendsten Esoteriker Frankreichs, schrieb: Die Kabbala ist die Wissenschaft von der Seele und von Gott und allen Beziehungen, die zwischen ihnen bestehen.
Wenn wir das Licht als das Göttliche oder Geistige ansehen (Kether) und die Finsternis als die Materie (Malkuth), in die der göttliche Lichtfunken hinabfällt, dann erkennen wir in diesen voneinander getrennten und wieder zueinander strebenden Hälften die geistige Schöpfungsidee, die polare Spannung, auf der die physikalischen Gesetze beruhen, oder, moderner formuliert, ein »Wahrnehmungsmodell«, das uns erlaubt, die Wirklichkeit zu interpretieren. Die richtige Anordnung fängt mit dem Narren an und bezeichnet diese Karte mit 0. Aus der Null ist alles hervorgegangen. Gibt man dieser Karte den Buchstaben

Die 22 Pfade ins Leben2
Pfad 11 – Der Weg des Narren: Kether – Chokmah
Am Anfang steht der Aufbruch zu neuen Ufern, einer neuen Spirale, die neue Einsichten auslöst und am Ende zu einer höheren Erfahrungsebene führt.
Pfad 12 – Der Weg des Magus: Kether – Binah
Dann geht der Weg vom Geist der Absicht ohne Umschweife zur Gestaltung großer menschlicher Visionen. Das ist der Boden, auf dem die großen menschlichen Kathedralen errichtet werden können.
Pfad 13 – Der Weg der Hohepriesterin: Kether – Tiphareth
Oder er führt zum Weg der Gottheit, der sich im Gebet einer geheimnisvollen Jungfrau zeigt. Es sind die Erscheinungen der göttlichen Empfängnis, die sich in selbstlosen, über den Horizont hinausreichenden menschlichen Erfahrungen auf der Ebene von Heiligen, Tao-Meistern und Schamanen offenbaren.
Pfad 14 – Der Weg der Kaiserin: Chokmah – Binah
Die Achse über dem Abyssos verbindet die Intuition und das Gespür für die Natur des Menschen mit seinem höchsten inneren Bild der Sinnfindung. Es ist der persönliche Pfad als kreative Neuausrichtung auf ein erstrebenswertes Ziel.

Zuordnung der Grade des A∴A∴ auf dem Lebensbaum
Der Astrum Argenteum oder A∴A∴ (Silberner Stern) ist der von Aleister Crowley 1907 gegründete Orden, der sich die Verbreitung des von Aiwass übermittelten Gesetzes von Thelema Tu was du willst, soll sein das Ganze des Gesetzes. Liebe ist das Gesetz. Liebe unter Willen zur Aufgabe gesetzt hat. Ziel ist nicht die gemeinsame Arbeit, sondern die Erleuchtung des Einzelnen, mit einer starken Beziehung Lehrer-Schüler, was zu einer eigenwilligen Vernetzung untereinander führt. Jedes Mitglied kennt nur seinen Lehrer bzw. seinen Schüler, und während den seltenen gemeinsamen Initiationsritualen bleibt die Identität der Anwesenden im Verborgenen.

Der A∴A∴ besteht aus zehn Graden, die größtenteils dem Golden Dawn entlehnt sind. Die höchsten drei Grade gehören zum 3. Orden Collegium Summum, die mittleren drei zum 2. Orden Collegium Internum, und die untersten drei zum 1. Orden Collegium Externum. Das Gradsystem auf dem Schema des Baums führt von unten nach oben. Diese zehn Grade können auch als Bewusstseinsstufen gelten, wobei die unterste den materiellen Menschen und die höchste die spirituelle Gottheit darstellt:
1 = 10° Ipsissimus gehören zum 3. Orden 2 = 9° Magus Collegium Summum 3 = 8° Magister Templi3 4 = 7°Adeptus Exemptus gehören zum 2. Orden 5 = 6°Adeptus Major 6 = 5°Adeptus Minor4 Collegium Internum 7 = 4° Philosophus gehören zum 1. Orden 8 = 3° Practicus Collegium Externum 9 = 2° Theoricus 10 = 1° ZelatorPfad 15 – Der Weg des Sternes: Chokmah – Tiphareth





