Akrons Crowley Tarot Führer

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Darauf gelangen wir auf die »Sternenbahn« göttlicher Übermittlung in die Nähe der Segnung und Herabsteigung des Heiligen Geistes (Pfingstfest). Es ist die spirituelle Schwingung des Geistes, der Menschen in ihrer offenen Hingabe erreichen kann. Schenkt das innere Wissen auf jede Frage im Bereich des menschlichen Alltags.
Pfad 16 – Der Weg des Hierophanten: Chokmah – Chesed
Die »Zementierung« der geistigen Pfade (12 & 15) zeigt sich in der Verkündung und Vermittlung der göttlichen Gesetze und Erkenntnisse, um den Glanz der menschlichen Form bzw. die Sehnsucht der Menschen nach sich selbst anbeten (lassen) zu können. Blendende Geschäftsideen zur Erreichung persönlicher Vorteile und Sicherung der eigenen Ziele.
Pfad 17 – Der Weg der Liebenden: Binah – Tiphareth
Hier folgt die Liebe der Mutter zu ihrem (Sonnen-)Kind: Die unverbrüchliche Liebe, die sich im Atem der Großen Göttin spiegelt und sich nicht im Festhalten des anderen verheddert, sondern im liebenden Akt des Loslassens krönt. Die bedingungslose und doch gleichzeitig überpersönliche Liebe – eine Ode an die Göttin!
Pfad 18 – Der Weg des Wagens: Binah – Geburah
Der Sohn der Großen Mutter fährt nun in die Welt hinaus, um sich dort zu bewähren. Zuvor bekommt er in der königlichen Waffenkammer den goldenen Helm mit dem eingebauten »Walkman« aufgesetzt, der ihn während seiner Kämpfe mit den Göttern in Verbindung hält. Trotzdem fühlt er sich in der ungewohnten Umgebung noch ein bisschen unsicher und allein. Deshalb führt sein Weg über den bedingungslosen Kampf (Erprobung der Dualität) zum notwendigen Sieg.
Pfad 19 – Der Weg der Ausgleichung: Geburah – Tiphareth
Diese Wegstrecke zeigt dem Krieger, dass es aus einer höheren Sicht ziemlich einerlei ist, ob er gewinnt oder verliert – Hauptsache, die Auseinandersetzung geht vonstatten, damit sich der Mensch in seiner Entwicklung bewegt. Dieser Pfad bedeutet das »Anhalten des Atems«, um das Gleichgewicht zu spüren: das Gefühl für die Vogelperspektive oder für die übergeordnete Sicht der Dinge.
Pfad 20 – Der Weg des Eremiten: Chesed – Tiphareth
Diese Schiene führt über das Eintauchen in die Wirkungsmechanismen der Seele dazu, nicht einfach den äußeren Glanz der menschlichen Form, sondern die tiefere Sicht der Dinge und die Kreativität der natürlichen Abläufe in den Mittelpunkt zu bringen.
Pfad 21 – Der Weg des Glücks: Chesed – Netzach
Der Abstieg aus dem Märchenpalast in den Garten der Venus ist nicht unkompliziert. Man muss sich über die Peripherie eines (Schicksals-)Rades kopfüber in den Abgrund hinunterdrehen lassen, wo man im Zaubergarten der eigenen Illusionen und Kindheitserinnerungen erwacht. Im Leben bedeutet dieser Weg die Auseinandersetzung mit den unterdrückten und verdrängten Hoffnungen und (Kindheits-)Wünschen, die man untersuchen und verarbeiten muss, um als Kapitän seines Seelenschiffchens sicher durch die anschließende Nachtmeerfahrt ans Ende und wieder zurück zum Anfang zu segeln.
Pfad 22 – Der Weg der Lust: Chesed – Geburah
Zum Reichtum der Sinnlichkeit, der Wollust und des Vergnügens kommt hier noch die Lust am Widerstand hinzu, die animalische Wut schmerzender Liebesglut, wenn Körper ineinander dringen und sich bildlich gesprochen außen liegende Teile wieder zu vereinnahmen suchen. Es ist die Lust der Scharlachhure, das Tier zu zähmen und den Speer ihres Helden auf den Knochen seiner Feinde splittern zu hören.
Pfad 23 – Der Weg des Gehängten: Geburah – Hod
Vom Krieg in die Zucht: So lautet der Weg des Gehängten. Es ist ein ähnlich verkehrter, auf den Kopf gestellter Pfad wie der Weg der gegenüberliegenden Karte Glück (Pfad 21), nur haben wir es hier statt mit Pracht und Illusion mit Widerstand und strukturierender Härte zu tun. Das heißt: Der besiegte Krieger oder die ertappte Ehebrecherin werden nackt und gebunden durch die Straßen geschleift und am Ende an einem der damals üblichen Schand- und Sühnepfähle öffentlich zur Schau gestellt. Warten auf bessere Zeiten heißt der lapidare Losungsspruch.
Pfad 24 – Der Weg des Todes: Tiphareth – Netzach
Vom Triumph des Herzens zur Auflösung der Form ist das Credo dieser Dämmerung: Da das Bestehende vergehen muss, um neu zu entstehen, versinnbildlicht dieser Weg den Abstieg zu den Quellen der alchemistischen Umwandlung der Materie. Netzach erinnert auch an einen illusionären Schrank voller bunter Kleider, die ab und an gewechselt werden, um den Tod zu täuschen und Veränderungen hinausschieben zu können.
Pfad 25 – Der Weg der Kunst: Tiphareth – Jesod
Dieser Pfad verbindet die rote Glut der Sonne mit den silbernen Wassern des Mondes und führt vom strahlenden Sonnenhaus im Zentrum des Lebensbaums zu den versunkenen Kathedralen des Mondes. Im Topf des Alchemisten verwandelt sich der Sud der Sehnsucht mit dem tief empfundenen Wesen des Geistes in den Ausfluss eines lange verdrängten Schmerzes. Dieser Weg der Läuterung heilt jede psychische Verletzung und säubert die erwachende Seele von allen schwärenden Verunreinigungen des Alltags.
Pfad 26 – Der Weg des Teufels: Tiphareth – Hod
Das ist der lüsterne Palast der verwunschenen, in ihrer eigenen Magie gefangenen Seelen. Die armen Wesen sind mit goldenen Ketten und brillantenbesetzten Halsbändern geschmückt, die nichts anderes als die Fesseln sind, an denen sie sich am Thron ihrer eigenen Verzauberung festgeschmiedet haben. Es sind die Male zerstörerischer Triebe, schicksalhafter Verstrickungen und des Nicht-Loslassen-Könnens, die sie an den Eisenhaken ihrer eigenen Machtgier und Suggestivkraft festhalten.
Pfad 27 – Der Weg des Turms: Netzach – Hod
Durch die Zerstörung alter Werte wird die Bühne frei für ein neues Stück. Die Pfade sind die Linien, entlang derer sich das Leben entfaltet. Der Fokus liegt in der Mitte der brüchigen Brücke, deren Köpfe nicht stabil genug sind, um die Last im Zentrum zu tragen. Es wäre aber falsch, die Linie in der Mitte (geistig) zu stützen, damit das Ganze nicht zusammenbricht. Das Elend würde sich nur verlängern.
Pfad 28 – Der Weg des Kaisers: Netzach – Jesod
Auf dem Weg von der Illusion in die innere Mitte begegnet die Seele einer entzückenden Göttin, die den Tau der Sterne und die Tränen der Sehnsucht aus einem goldenen Pokal über sich ausgießt. Es ist aber nur ein Spiel. Fragen wir sie lieber nicht, was sie hier macht, denn dann müsste sie uns sagen: Der Kaiser hat es nicht verkraftet, aus seiner Festung gejagt und hier unten auf dem Pfad der seelischen Erkenntnis verbannt worden zu sein, also behilft er sich mit einem Bild von mir, das die alten Umstände reflektiert und ihm die Illusion einflösst, als wäre ich immer noch hier (dabei residiere ich auf Pfad 15). Und wenn er dann kommt, um mich in seiner Erinnerung zu verjagen, dann fühlt er sich wohl in seinem Wahn, immer noch die Kontrolle zu haben.
Pfad 29 – Der Weg des Mondes: Netzach – Malkuth
Je nachdem, welcher passenden Verkleidung wir uns im großen Kleiderschrank von Netzach bedient haben, kommen wir mehr oder weniger ungeschoren an den Fallen unserer kindlichen Alpträume vorbei. Als unmaskierte Seele hat man in diesem Getümmel von schrecklichen Monstern und Ungeheuern, die von allen Seiten über ihre Opfer herfallen, keine Chance. Nur in der Erscheinung beispielsweise einer Fledermaus, Vogelscheuche, zahnlosen Hexe mit Besen oder großer Warzennase sind wir sicher und werden von unseren verdrängten Ängsten nicht angegriffen, weil sie uns als ihresgleichen betrachten.
Pfad 30 – Der Weg der Sonne: Hod – Jesod
Aus den Klauen der Hölle direkt ins Paradies könnte man diesen Pfad bezeichnen. Andere beschreiben den Abstieg als die Ankunft auf der obersten Sprosse der Himmelsleiter, im Hafen der Götter, in dem sich die Seele fast an ihrem Ziel wähnen kann. Es ist das höchste Glück des sich befreit fühlenden Ego. Es fehlt nur noch ein letzter Schritt – aber der geht 180° nach unten.
Pfad 31 – Der Weg des Æons: Hod – Malkuth
Fühlt sich die Seele in den herrschenden gesellschaftlichen Strukturen gefangen und ist ihr Ziel ein völliger Neuanfang, dann gibt es auch noch den direkten Weg zum Richtplatz der Götter: den Pfad der Auseinandersetzung mit dem eigenen Gewissen als Voraussetzung zur Erkenntnis der Transformation. Aber Vorsicht: Oft fallen die Seelen beim Ruf zum Jüngsten Gericht in Ohnmacht, und beim zweiten Posaunenstoß des Engels sind sie schon wieder auf der Rückreise und alles ist vorbei.
Pfad 32 – Der Weg des Universums: Jesod – Malkuth
Der letzte Schritt zurück zum Anfang (der sich aus der Sicht des Ego wie ein Ende anfühlt) führt zur Frage: Wer war zuerst – das Ei oder die Henne? Auf den ersten Blick ist es das Ei. Wenn wir am Ende aufgeschlagen haben und wieder auf dem Rückweg sind, ist es die Eier legende Henne. Wir sind hier exakt am Pol vor dem Weltanfang, vor Sonnenaufgang, vor dem ersten Schritt oder vor der Wiedergeburt.
… und wieder zurück!
Der auf die tiefste Ebene gesunkene Lichtfunken strebt natürlich wieder zu Gott zurück, und damit stecken wir schon wieder mittendrin im Aufstieg. Im Grunde befinden wir uns hier unten an der Schwelle zur Geburt, denn der Weg führt die Seele in den physischen Körper, in dem der Mensch seine Erfahrungen machen kann. Malkuth ist der physische Leib, in dem wir wachsen, reifen, altern und sterben müssen. Die mittlere Säule am Lebensbaum ist das Rückgrat, um die sich die Formen des Lebens winden: Malkuth und Jesod sind die Instinktkräfte und die vegetativen Zonen, welche die Seele antreiben, Tiphareth der Kommandopunkt, der die Informationen auswertet, und Kether das oberste Ziel, das der Geist vor Augen hat. Jesod ist auch der Speicher des, wie C. G. Jung es nennt, kollektiven Unbewussten und steht in ständiger Verbindung mit Tiphareth, der eigentlichen Steuerzentrale des menschlichen Ego, die wiederum mit ihren beiden Helfern Netzach (Instinkte) und Hod (Gedanken) verbunden ist. Wie Brennlinsen nehmen die Juniorpartner die Eindrücke der Außenwelt auf und lassen die Daten ständig in den Persönlichkeitscomputer einfließen. So erhält das Individuum seine spezifische Form und Ausgestaltung – die Natur des Menschen beginnt sich als persönlicher Schicksalsweg auszuhärten.
Pfad 32 – Der Weg des Universums: Malkuth – Jesod
Nun geht’s durch den engen Tunnel oder den Geburtskanal in die pulsierende Lebensschlaufe zurück, durch die die Seele den Rückweg zu Gott antritt (Via Crux). In den Spiegeln des Unbewussten an den Wänden des Ganges wird sie mit den besten und schrecklichsten Erinnerungen ihres Abstiegs konfrontiert. Der Demiurg spricht von den noch unverarbeiteten Schlacken vergangenen Karmas.
Pfad 31 – Der Weg des Æons: Malkuth – Hod
Jetzt wird die Seele von einem lauten Weckruf aus ihrem Schlaf erweckt, sonst würde sie ewig weiterpennen (Via Dens). Es ist der Schrecken, wach zu sein und ihr Leben verantwortungsvoll in die Hand nehmen zu müssen, damit sich etwas verändern kann und nicht einfach alles beim Alten bleibt. Das Stichwort dazu heißt: Umwälzung.
Pfad 30 – Der Weg der Sonne: Jesod – Hod
Ist die Seele erwacht, dann kann sie ihre Verantwortung für das eigene Handeln und Empfinden übernehmen. Es ist wie ein Loch in der Mauer aus dem Garten des Unbewussten, wo die Sonne in ihrer ganzen Pracht auf der anderen Seite am Bewusstseinshorizont aufsteigt und die Seelen vor Freude hüpfen lässt (Via Caput).
Pfad 29 – Der Weg des Mondes: Malkuth – Netzach
Der Weg hat eine gewisse Nähe zur Via Dens. Wird die Seele dort von den Engeln mit ihren schrecklichen Posaunen aus dem Sarg gescheucht, dann begegnet sie hier garstigen Schakalen, die ihr mit ihrem durchdringenden Geheul das Blut in den Adern gefrieren lassen. Die Via Cranium führt zwischen zwei Türmen hindurch, um die große Fledermäuse mit Menschengesichtern kreisen, denen das Blut aus dem Munde tropft.
Pfad 28 – Der Weg des Kaisers: Jesod – Netzach
Plötzlich fällt ihr eine der riesigen Fledermäuse vor die Füße, die sich in eine wunderschöne Traumfee verwandelt, aber bevor die Seele die Sachlage richtig einschätzt, eilt auch schon der glatzköpfige Kaiser mit seinem gezückten Herrscherstab herbei und stürzt sich akkurat auf die Göttin. Mit dem Kampfschrei Tzaddi ist nicht der Stern scheucht er sie wie einen Nebelschleier davon.
Pfad 27 – Der Weg des Turmes: Hod-Netzach
Aber auch die beiden Türme fallen in Trümmer. Feuerblitze stürzen vom Himmel und zerstören den Turm zu Babel; überall hört man Kriegsgeschrei und zornige Streitrufe tönen übers Land. Es ist die Macht Gottes, die hernieder fährt und die Säulen der Finsternis zerstört. Das ist nicht immer schlecht, denn der Pfad des Turmes schildert zwar die Zertrümmerung fester Strukturen, doch die Zerstörung alter Werte räumt die Lebensbühne auf und macht sie frei für ein neues Stück.
Pfad 26 – Der Weg des Teufels: Hod – Tiphareth
Wenn sich der Pulverdampf wieder verzogen hat, sind alle Gemäuer in Schutt und Staub zerfallen; nur mitten in der Öde (Via Oculus) steht ein mächtiger Thron. Eine finstere Gestalt steigt vom Himmel und setzt sich darauf. Nach einer Weile öffnet sie den Mund: Seht! Ich bin der Erlöser der Erlöser, der Erlöser aus der Unwissenheit der eingelöffelten Dualität. Indem ich alle Werte umstelle, die überlieferten Gesetze auf den Kopf stelle, könnt ihr erkennen, wie falsch sie sind, denn das Gegenteil von etwas Verkehrtem ist genauso falsch!
Pfad 25 – Der Weg der Kunst: Jesod – Tiphareth
Im gleichen Augenblick verwandelt sie sich in eine strahlendweiße Gestalt und sagt: Macht das beste Gute, und es wird schlecht werden, und macht das abgründigste Böse, und es wird gut werden, und ihr werdet merken: Alles wird werden, wie es seiner inneren Natur entspricht – ganz ohne Zutun des Menschen. Der Teufel erscheint plötzlich in der Gestalt einer reizenden, doppelköpfigen Dame, begleitet von einem roten Adler und einem weißen Löwen, die Elemente von Feuer und Wasser in einem Topf vermischt.
Pfad 24 – Der Weg des Todes: Netzach – Tiphareth
Den Tod hinten bezwingen und vorne mit ihm tanzen ist das Geheimnis, das diesem Weg zugrunde liegt. Das liegt daran, dass alle drei Tiphareth-Pfade, wenn man von unten kommt, die Innenwelt der Dinge bebildern, die das Gegenteil dessen ausdrücken, was die Außenseite zeigt, denn normalerweise ist der Tod das Ende des Lebens, und nicht die Voraussetzung zur Geburt!
Pfad 23 – Der Weg des Gehängten: Hod – Geburah
Die Via Aqua führt zwischen Szylla und Charybdis hindurch, jenem sechsköpfigen Meeresungeheuer, das bei Homer die Seefahrer bedroht und ihnen nur die Wahl zwischen Not und Elend lässt. Es sind ihre eigenen verdrängten Ängste in der Gestalt von Dämonen, die die Seele über den Abgrund tragen. Wenn sie sich zu heftig rührt, fällt sie in den Abgrund der Depressionen; schläft sie allerdings zu tief, vergisst sie am Ende zu erwachen und bleibt im Schuld- und Sühnetempel gefangen.
Pfad 22 – Der Weg der Lust: Geburah – Chesed
Aus der Waffenkammer von Geburah trägt die Seele immer noch den Stachel kämpferischer Lust im »Hintern«. Auf dem Pfad der Schlange (Via Serpens) ist sie tierisch gut drauf und spürt zwischen ihren Schenkeln die Kraft, als Scarlet Women das Ungeheuer zu zügeln und zu domestizieren und die »abgemolkenen« Triebsäfte des Großen Tieres 666 in der Feuerurne zu erhitzen, die als sexuelles Gemisch das Universum in Bewegung halten.
Pfad 21 – Der Weg des Glücks: Netzach – Chesed
Die Via Pugnus ist der zweite Pfad in Jupiters Freuden- und Schlemmerkammern (Chesed), und zwar aus dem verführerischen Morast von Klingsors Zaubergarten (Netzach). Aufgabe ist: Die Seele muss lernen, dass sie nicht einfach durch das Klettern von unten nach oben ans Ziel gelangt, da sie beim Klettern entweder immer wieder zurückfällt (wenn sie zuwenig Schwung hat), oder aber über die Spitze hinaus wieder nach unten dreht (wenn sie zuviel Schwung mitbringt), sondern indem sie die Mitte des Rades besetzt. Merke: Das Ende dieses Weges ist der Mittelpunkt des Raumes.
Pfad 20 – Der Weg des Eremiten: Tiphareth – Chesed
Die Via Manus bedeutet die Hand des weisen Führers, der einem mitten auf der Straße wie Diogenes mit seiner Laterne auf der Suche nach einem einzigen wahren Menschen begegnet und einem in die erleuchtete Kathedrale der Erkenntnis führt.
Pfad 19 – Der Weg des Ausgleichs: Tiphareth – Geburah
Die Enden dieser beiden Sephiroth sind mit einem gespannten Seil verbunden, auf dem die heimkehrende Seele wie ein Seiltänzer balancieren muss. Wenn sie mit der Ruhe im Herzen aus dem Zentrum des Lebensbaums (Tiphareth) ans Werk gehen kann, bekommt sie keine Probleme; doch wenn sie Justitia, die mit verbundenen Augen in äußerster Ruhe am Ende des Seiles verharrt, durch Angst und innere Unruhe irritiert, fällt sie in die Folterkammer, in der ihr ein Krieger mit dem Schwert der Göttin den Kopf abschlägt.
Pfad 18 – Der Weg des Wagens: Geburah – Binah
Der Krieg ist der Vater aller Dinge sagte einst der Grieche Heraklit, und dieser Pfad zeigt den Weg des Kriegers aus dem Feld des Kampfes bis hin zum Punkt der Erkenntnis, an dem er diese Erklärung in ihrem tieferen Sinne verstehen und durch seine spirituelle Erkenntnis gleichzeitig überwinden kann.
Pfad 17 – Der Weg der Liebenden: Tipharet – Binah
Von der Liebe der Erkenntnis (Tiphareth) zum Verständnis des Herzens ist der andere Weg, der nach Binah führt: also zur Liebe der Großen Mutter, die über dem Abyssos thront.
Pfad 16 – Der Weg des Hierophanten – Chesed – Chokmah
Hier zielt der Blick ins Auge Gottes, durch das man zu den Grundlagen seiner eigenen Erkenntnisdome hinuntersehen kann. Zwar ist die Seele noch nicht ganz am Ziel, aber schon so sehr von der Sphäre des Höchsten durchdrungen, dass sie genau spürt, wie ihr die feinen Priestergewänder auf den Schultern zu drücken beginnen.
Pfad 15 – Der Weg des Sternes – Tipharet – Chokmah
Sterntaler polstern diesen Engelsweg – es ist der Schritt der Seele heim zum Vater. Einst hielt der strenge Kaiser diesen Pfad besetzt, bevor ihn ein weiser Zauberer (Crowley) ganz ans Ende des Lebensbaumes (Pfad 28) versetzte, und zwar in die Nähe des Turmes, der Schattenseite seines Tun und Wirkens. Erst wenn er das Scheitern als Teil der menschlichen Entwicklung und damit als Willen des Göttlichen erfahren hat, ist er für den Sternenweg bereit. Dann hat er die Formel Liebe ist das Gesetz im biblischen Satz verinnerlicht: Ich und der Vater sind eins!
Pfad 14 – Der Weg der Kaiserin – Binah – Chokmah
Verständnis und Weisheit, Herz und Geist, Form und Energie, Göttin und Gott – eine Ebene, die nicht beschrieben werden, die aber unser ganzes Wesen in Beschlag nehmen kann, wenn sie uns beispielsweise aus den Höhen der Deckenmalereien der Sixtinischen Kapelle oder in den Sinfonien Beethovens das Herz berührt: Seid umschlungen, Millionen!
Pfad 13 – Der Weg der Hohepriesterin – Tiphareth – Kether
Wenn Pfad 14 den waagrechten Kreuzbalken symbolisiert, der ein ausgewogenes Gleichgewicht zwischen Seele und Geist repräsentiert, dann zeigt der Weg der Hohepriesterin die senkrechte Pfeilspitze an, die aus dem Solarplexus zum Licht des göttlichen Funkens aufsteigt. Es handelt sich um die göttliche Intuition, die sich im menschlichen Empfinden realisiert.
Pfad 12 – Der Weg des Magus – Binah – Kether
Fast sind wir daheim. Nur noch ein letzter Schritt trennt den Geist vor dem schöpferischen Glanz über den dumpfen Hüllen der Menschen. Es ist der Tritt zwischen dem erahnenden Wissen der kosmischen Seele und der unfassbaren Bewusstheit der göttlichen Leere. Goethes Erdgeist hat das so formuliert: So schaff ich am sausenden Webstuhl der Zeit, und wirke der Gottheit lebendiges Kleid. (Faust)
Pfad 11 – Der Weg des Narren – Chokmah – Kether
Nun ist’s vollbracht: Der gegenüberliegende Aufgang führt an den Masken der Götter vorbei hinter die menschlichen Vorstellungen oder in die lächelnde Leere der Ewigkeit zurück, aus der alles wieder von vorn beginnen kann. Wie sagte Laotse? Alles fließt!
3. Die Gematria
Dringen wir zum Abschluss noch etwas tiefer in die Geheimnisse des hebräischen Alphabets ein. Crowley schreibt, dass die beste Theorie, die dem Tarot in seiner symbolischen Veranschaulichung des Universums zugrunde liegt, auf den Daten der Kabbala basiert: Der hier maßgebliche Teil wird Gematria genannt, reine Wissenschaft, in der der zahlenmäßige Wert eines hebräischen Wortes, wobei jeder Buchstabe auch eine Zahl darstellt, dieses Wort mit anderen gleichen Wertes oder einem vielfachen davon verbindet.1 Die Aufgabe liegt darin, den hinter Zahlen und Buchstaben verborgenen Sinn oder die tiefere Bedeutung des Wortes zu suchen. Das macht es möglich, statt eines Wortes einen Zahlwert anzugeben, der das Wort symbolisiert und umgekehrt.2 Die Kabbalisten sind der Meinung, dass jede Zahl mehr als eine abstrakte Formel ist, nämlich eine unabhängige, individuelle Idee, Teil eines unerklärlichen Mysteriums, das hinter den mathematischen Beziehungen zwischen Zahlen und Buchstaben Gott oder Jehova darstellt. Der Preis dieses Erkenntnispfades ist aus Sicht des Mathematikers allerdings die Abwesenheit einer letztlich exakten Definition, denn die Zahlwerte können natürlich unterschiedliche Worte beinhalten. In der Tabelle sind die hebräischen Buchstaben mit ihren zugehörigen Zahlwerten aufgeführt:


Quelle: Sepher Sephiroth, Crowleys Buch der Zahlen
Anstelle des hebräischen Wortes AHBH (Liebe) kann man beispielsweise auch (1 + 5 + 2 + 5) 13 schreiben. Dasselbe gilt für das Wort AChD (Einheit = 1 + 8 + 4). Das zeigt, dass die Natur der Einheit Liebe ist. IHVH Jehova (10 + 5 + 6 + 5) entspricht 26 = 2 x 13. Das heißt: Jehova ist Einheit, die sich in der Zweiheit manifestiert. Oder: Thelema (Wille) und Agape (Liebe) zählen nach der griechischen Zahlwertlehre jeweils 93. Diese Zahl wird von den Thelemiten oft als Kürzel oder Erkennungszeichen genutzt, denn Crowleys Θελημα-Formel verbindet diese beiden Werte:





