Erkenne Dein Pferd in den 5 Elementen

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In jeder Jahreszeit ist das zugeordnete Element mit seinen Organen, Eigenschaften und Charakterzügen im Vordergrund, denn es wird jetzt am stärksten mit Energie versorgt. Kommt es aber zu einem Energiestau oder zu Überschüssen oder auch zu einem Mangel in diesem Element, so kann es aus dem Gleichgewicht geraten, was sich im Verhalten und auch in Gesundheitsproblemen bemerkbar machen kann. Dabei sind nicht nur die Jahres-, sondern auch die Tageszeiten den 5 Elementen zuzuordnen. Demnach gehört die Nacht zum Element Wasser, der frühe Morgen ist Holz-Zeit und die Mittagshitze ist ganz klar im Feuer-Element. Der Nachmittag, wenn die Sonne schon wieder Richtung Horizont wandert, ist Erde-Zeit, die am frühen Abend in das Metall übergeht, um dann nachts wieder Wasser-Element zu sein. So stellen viele Reiter von den eher trägen Erde-Pferden fest, dass diese am frühen Morgen fleißiger arbeiten als am Nachmittag. Kein Wunder: Das Holz kontrolliert schließlich die Erde und sorgt mit seinem Schwung dafür, dass sie nicht zu faul werden kann.
Jahreszeiten

(Zeichnung: Jb:design)
Lebensalter
So wie sich das Jahr durch die 5 Elemente bewegt, durchläuft auch das Pferd von der Geburt bis zum hohen Alter die verschiedenen Elemente. Der Zyklus beginnt dabei mit dem Wasser. Beobachtet man junge Fohlen, sind sie noch sehr ängstlich und verstecken sich oft hinter der Mutter. Sie verbringen die ersten neun bis zwölf Monate im Element Wasser, dessen Emotion die Angst ist. Mit dem Beginn der Geschlechtsreife folgt dann die Holz-Zeit. Sie beginnt beim Pferd mit etwa zwölf bis achtzehn Monaten und dauert während der ganzen Pubertät an, die bis etwa zum vierten oder fünften Lebensjahr geht. Es ist die Zeit der Junghengstkämpfe und des „Sich-Ausprobierens“, in der Pferde sehr emotional aufschäumend und dickköpfig reagieren können.
Darauf folgt das Element Feuer, in dem sich das Pferd als junges erwachsenes Pferd bewegt. Es ist voller Kraft und Schönheit, bewegt sich gern und ist auf der Höhe seiner Leistungsfähigkeit. Diese Phase beginnt mit etwa vier bis fünf Jahren und dauert bis etwa zum zehnten Lebensjahr. Zwischen dem zehnten und zwölften Jahr kommt der Zeitpunkt, wo die Pferde ruhiger werden und ihre Erde-Phase beginnt. Das Reiten wird etwas gemütlicher, das Interesse an Aufregung nimmt ab und das für Futter zu. Oft verändert sich in dieser Zeit auch noch mal das Aussehen des Pferdes: Die athletische Jugendfigur wird etwas runder und fülliger, es können sich Figurprobleme insbesondere während der Weidezeit einstellen, da sich das Pferd auch ohne Reiter jetzt zunehmend weniger bewegt.

Während seines Lebens durchläuft ein Pferd alle Elemente und deren Energien. Daher können sich sowohl der Charakter als auch gesundheitliche Themen im Lauf der Jahre stark wandeln. (Foto: Christiane Slawik)
Die Erde-Zeit geht im Alter zwischen sechzehn und Anfang zwanzig in die Metall-Zeit über, die geprägt ist von einem ruhigen, wohlüberlegten Charakter und Altersweisheit. Die Pferde in diesem Alter können zu großen Lehrmeistern für junge Reiter werden, sie blicken auf ein Leben voller Erfahrungen zurück und bringen das Stück Gelassenheit mit sich, um auch unsichere Reiter gut zu tragen. Hat man in der Erde-Zeit noch mit Übergewicht gekämpft, wandelt es sich in den Abschnitt, wo die Pferde eher abbauen und „eckig“ werden. Die Muskulatur wird weniger, die Kruppe sieht kantiger aus und es kommt die Zeit, wo man eingeweichte Heucobs zufüttern muss, um überhaupt das Gewicht zu halten. Zwischen Mitte und Ende zwanzig schließlich beginnt wieder die Wasser-Zeit und die Pferde werden zunehmend ängstlicher. Man wird bei vielen Haltungen nachdenken, die Pferde zumindest nachts aus der Gruppe zu nehmen und separat aufzustallen, weil sie oft das untere Ende der Rangordnung einnehmen, jedem Streit (mit Jüngeren!) aus dem Weg gehen und dadurch zu wenig Schlaf und Futter bekommen. Sie reagieren auch empfindlich auf nasskaltes Wetter, denn das schwächt die Nieren. So schließt sich der Kreis der Elemente im Lauf eines Lebens von Wasser zu Wasser.
Lebensabschnitte

(Zeichnung: Jb:design)
Farben
Farben haben einen deutlichen Einfluss auf die Psyche, nicht nur beim Menschen, sondern auch bei Pferden, wie mittlerweile in verschiedenen Untersuchungen nachgewiesen wurde. Die Farben wirken dabei unter anderem über die Energien der 5 Elemente. Hat man ein Pferd, das bereits im Feuer-Typ steht, und legt diesem in der Feuer-Zeit Hochsommer am Mittag auch noch eine rote Schabracke auf, dann kann das Ganze schnell explosiv werden. Zu viel Feuer auf einmal bringt das Element aus dem Gleichgewicht, und gerade Feuer-Pferde können dann unkontrollierbar werden. Ein solches Pferd sollte besser eine blaue Schabracke tragen, denn Blau beruhigt das Feuer.
Achtet man mal bewusst darauf, dann stellt man fest, dass viele Pferde mit unterschiedlich farbigen Schabracken tatsächlich auch unterschiedlich laufen. Dasselbe gilt für Abschwitz- und Thermodecken. Pferde sind hier zwar nicht modebewusst, entscheiden sich aber durchaus aktiv für unterschiedliche Farben, sofern man ihnen die Wahl lässt. Es kann kein Zufall sein, wenn ein Pferd immer wieder seine grüne Thermodecke zerfetzt, aber die graue in Ruhe lässt. Das muss nicht an der Passform liegen. Vielleicht bringt die grüne einfach zu viel Holz-Energie auf den Pferderücken.
Hält man Pferden unterschiedlich farbige Halfter hin, kann es passieren, dass sie eines davon anstupsen, die anderen aber ignorieren. Auch beim Anziehen des Halfters kann es sein, dass sie bei einer Farbe vollkommen unkooperativ sind, während sie für ein anderes brav den Kopf senken. Dabei können sich die Farbvorlieben im Lauf eines Jahres oder auch im Lauf eines Pferdelebens ändern – je nachdem, welches Element gerade Unterstützung benötigt.

Farbige Halfter können – je nach Pferdetyp – auch nach der 5-Elemente-Lehre ausgewählt werden. Wer ein Feuer-Pferd besitzt, ist gut mit einem blauen Halfter beraten, da die Farbe Blau beruhigend wirkt. (Foto: Christiane Slawik)
Dem Element Wasser sind dabei die Farben Blau für die (Harn-)Blase und Schwarz für die Nieren zugeordnet. Zum Holz gehört das Grün, die Farbe des Frühlings, wobei hier keine Unterscheidung zwischen den dazugehörenden Organen beziehungsweise Meridianen gemacht wird. Rot ist klassisch die Farbe des Feuers, während Gelb oder Orange zur Erde gehört, die typischen Farben des reifen Korns und des spätsommerlich gefärbten Laubes. Dem Metall schließlich ist die Farbe Weiß oder auch helles Grau zugeordnet, nicht ohne Grund ist es die Zeit, in der die Pferde weiße Haare auf der Stirn und in der Mähne bekommen.
Es ist spannend, Vorlieben seines Pferdes in der Farbwahl zu beobachten, und ein Leichtes, die Farben des Zubehörs auf das Pferd abzustimmen – und nicht nur auf den eigenen Geschmack. Auch sich selbst kann man dabei beobachten, wie verschiedene Farben bei einem Pferd wirken. Denn manchmal hat man das Gefühl, dass einem Pferd eine Farbe „nicht steht“, obwohl man nicht mal genau sagen könnte, warum. Zu einem anderen Pferd der gleichen Fellfärbung kann diese Farbe hingegen hervorragend passen. Wir nehmen dabei oft unbewusst Dissonanzen im Energiefeld wahr. Führt jetzt die Farbe dazu, dass ein Element bei dem betroffenen Pferd aus der Balance gerät, so sieht sie für uns bei diesem Pferd unpassend aus. Stärkt sie hingegen bei einem anderen Pferd ein schwaches Element, so sieht das für uns harmonisch aus.
Auch seine eigene Farbwahl und -vorlieben kann man beobachten und schauen, wie das Pferd auf unterschiedlich farbige Kleidung reagiert. Insbesondere Reiter, die eine sehr enge Verbindung zu ihrem Pferd haben, wählen häufig instinktiv ihre Kleidung farblich danach aus, wie sie mit ihrem Pferd harmoniert, und weniger nach der aktuellen Modefarbe.
Farben

(Zeichnung: Jb:design)
Ernährung
Die Ernährung nach den 5 Elementen spielt in der Chinesischen Medizin eine zentrale Rolle. In diese Richtung geht nicht nur die eigentliche Ernährung, sondern auch die chinesische Phytotherapie, also die Therapie mit Kräuterpflanzen. Hier geht es weniger um biochemische Wirkstoffe (auch wenn mittlerweile einige davon in traditionellen chinesischen Heilpflanzen nachgewiesen wurden), sondern um die energetische Wirkung einer Pflanze. Da den verschiedenen Elementen unterschiedliche Geschmäcke zugeordnet sind, kann man hier schon über den Geschmack von Kräutern zuordnen, in welche Richtung auf die Elemente die Wirkung einheimischer Pflanzen gehen wird.
Der Geschmack „bitter“ gehört zum Element Feuer und man ist immer wieder erstaunt, mit welcher Begeisterung viele Pferde bittere Pflanzen wie Schafgarbe oder sogar Eichenrinde oder Walnussblätter fressen. Gerade im Herbst und zum Winter sind solche Kräuter beliebt, regen sie nicht nur die Peristaltik an – die in der kalten Jahreszeit durch die mangelnde Bewegung oft träge wird –, sondern auch das Element Feuer, das als Yang-Element ordentlich Wärme erzeugt. Erstaunlich viele Pferde mögen auch den Geschmack von sauren Kräutern. Beobachtet man instinktsichere Pferde, so kann man sehen, dass sie die jungen Blätter vom Sauerampfer fressen oder teilweise auch Sauerklee im Wald zupfen. Der saure Geschmack stärkt das Element Holz, das in diesen Fällen offenbar Unterstützung benötigt.
Im Hochsommer wird der Salzleckstein häufig frequentiert, was nicht bei allen Pferden mit dem Salzverlust durch Schwitzen zu erklären ist. Salzig ist der Geschmack des Elements Wasser, das benötigt wird, um das Element Feuer zu kontrollieren. Der Hochsommer ist Feuer-Zeit, und wenn ein Pferd hier zu viel Feuer hat, wird es sich nicht nur im Wasser abkühlen, sondern auch sein Element Wasser durch vermehrten Salzkonsum stärken.
Der Geschmack „süß“ ist der Erde zugeordnet. Man sollte meinen, dass alle Pferde süß mögen, aber das ist nicht so. Instinktsichere Pferde lassen mitunter den Kübel mit dem süßen Müsli stehen und gehen dafür lieber bittere, scharfe oder saure Kräuter fressen. Leider sorgt unsere Fütterung mit geflockten Getreiden, melassierten Mischfuttern oder großzügiger Fütterung von Karotten, Äpfeln oder Bananen, zusammen mit einem ohnehin schon zuckerreichen Grundfutter, dafür, dass viele Pferde eine regelrechte Zuckersucht entwickeln, wie sie bereits für den Menschen und auch für viele Tierarten nachgewiesen wurde. In diesen Fällen gehen die natürlichen Instinkte verloren und die Pferde fressen übermäßig viel süß – selbst zuckerreiches Heu wird in Massen vertilgt und die natürliche Fressbremse ausgeschaltet. Dadurch kommt das Element Erde immer mehr aus dem Gleichgewicht und Lympheinlagerungen durch den gestörten Funktionskreis von Milz/Pankreas sowie Fetteinlagerungen, Störungen im Hormonhaushalt und Insulinresistenz sind die unschöne Folge, die man in vielen Ställen sieht. Solche Pferde neigen nicht nur zur Bildung von Ödemen, sondern zeigen häufig auch eine übermäßig dicke Zunge. Hebt man die Lippe im Bereich der Lade hoch, quillt die Zunge regelrecht aus dem Maul heraus. Eine solche Zunge ist ein dringendes Signal, den Zuckergehalt in der Fütterung zu reduzieren und das Element Erde wieder in sein Gleichgewicht zu bringen, bevor Erkrankungen wie Equines Metabolisches Syndrom (EMS), Pseudo-EMS oder Pseudo-Cushing entstehen.

In der Feuer-Zeit des Sommers versuchen viele Pferde ihren Energiehaushalt auszubalancieren, indem sie gezielt ihr Wasser-Element – durch Baden in Pfützen oder Lecken am Salzstein – stärken, denn Wasser kontrolliert das Feuer. (Foto: Christiane Slawik)
Dem Element Metall schließlich ist der „scharfe“ Geschmack zugeordnet. Nun sieht man Pferde in unseren Breitengraden eher selten an Chilisträuchern knabbern. Viele Besitzer können sich auch gar nicht vorstellen, dass einem Pferd scharfes Futter schmecken könnte. Aber probieren Sie es mal aus: Es gibt Pferde, die eine Prise Pfeffer in ihrem Futter durchaus zu schätzen wissen.

Heu ist nicht gleich Heu. Es unterscheidet sich nicht nur im Nährwert, sondern wirkt auch sanft auf die 5 Elemente ein.
(Foto: Christiane Slawik)
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