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„Schleudertrauma“ und Aufprall mit hoher Geschwindigkeit
Diese Art von Verletzung entsteht bei jeder Verletzung, die mit einer plötzlichen Änderung der Geschwindigkeit, des eigenen Momentums, einhergeht, z. B.:
1 Fahrzeug-Kollision, entweder von einem oder von zwei Autos oder irgendeinem anderen sich bewegenden Fahrzeug;
2 Ein Fußgänger wird von einem Auto angefahren;
3 Ein Läufer kollidiert mit einem Baum.
Anamnese: Beleuchten Sie so viele Informationen wie möglich.
1 Zeit, Ort, spezifische Straßennamen und Zielrichtung beim Unfallzeitpunkt;
2 Geschwindigkeit und Richtung des Aufpralls;
3 Haben Sie gesehen, wie sich das Fahrzeug näherte? Wohin blickten etwa die Augen im Moment des Aufpralls?
4 Wo waren Sie? Auf dem Fahrersitz, Beifahrersitz usw.? In welcher Körperhaltung? Füße auf dem Boden, Knie überschlagen etc.?
5 Ist einer Ihrer Körperteile mit einem Teil des Fahrzeugs in Kontakt gekommen?
6 Haben Sie Ihr Bewusstsein verloren?
7 Sind unmittelbar danach Schmerzen aufgetreten?
8 Sind Sie sofort aus dem Wagen gekommen, konnten Sie sofort laufen, Fragen beantworten etc.?
9 Wann haben Sie zuerst Symptome bemerkt – Schmerz, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Schwindel, Tinnitus, Rückenschmerzen usw.?
10 Irgendwelche emotionale Veränderungen – Depression, Reizbarkeit?
11 Schlaflosigkeit?
12 Müdigkeit?
Vorgeschichte: Sie möchten so viel wie möglich über den Gesundheitszustand vor dem Unfall wissen, um feststellen zu können, welche der vorliegenden Beschwerden auf diesen Unfall zurückzuführen sind.
1 Vorhergehende Unfälle – größere oder kleinere? Eine sehr wichtige Frage.
2 Frühere Rücken-, Nacken- oder Kopfschmerzen usw.?
3 Operationen oder größere Erkrankungen in der Vergangenheit?
Untersuchung:
Im Stehen:
1 Mit offenen Augen (Rhomberg-Zeichen); Wiederholung mit geschlossenen Augen;
2 Achten Sie auf visuelle Anzeichen, Symme trie etc.;
3 Lassen Sie den Patienten auf einem Bein balancieren;
4 Untersuchen Sie das Spektrum der aktiven Bewegung – Vorwärtsbeugung usw.
Im Sitzen:
1 Beobachten Sie die Symmetrie;
2 Beobachten und messen Sie das Spektrum der aktiven Bewegung: - Halswirbelsäule - Brustwirbelsäule - Lendenwirbelsäule - Thorax - Obere Extremitäten
3 Palpieren Sie Veränderungen der Haut;
4 Untersuchen Sie die passive Bewegung, um die bereits erhobenen Befunde weiter zu untersuchen. Führen Sie eine passive Bewegung bei einsetzendem Schmerz niemals weiter aus.
In Rückenlage:
1 Untere Extremitäten;
2 Becken – SIAS, Symphysis pubis, Beckenkamm;
3 Sakrum. - Achten Sie auf Bewegung der Ossa ilia - vorhandene oder fehlende - Kompression in kranialer Richtung - Sakrumbewegung um dessen verschiedene Achsen - Kraftfaktoren
4 Thorakolumbal-Region;
5 Fascia mediastinalis;
6 Thorax – posterior, anterior;
7 Halsregion.
Röntgenaufnahmen:
1 Reduzierte Lordose;
2 Frakturen: Dens-, Neuralbogen-, Wirbelkörperfrakturen.
Zusammenhang:
Denken Sie an mögliche:
1 Knochenverletzungen;
2 Ligamentäre Rupturen, Mikro-Hämorrhagien;
3 Fasziale Strains;
4 Kraftfaktoren, die Energiemuster verändern und sich in jeder Dimension manifestieren.
Nach einem Aufprall mit hoher Geschwindigkeit wie bei einer Kollision von hinten, einer frontalen Kollision oder einer anderen ähnlichen, vergleichbaren antero-posterioren Verletzung kann es sein, dass das Sakrum sich nur gemeinsam mit dem Ilium bewegt.
Der Patient liegt in Rückenlage, der Behandler legt eine Hand unter das Sakrum. Die Spitzen der drei Mittelfinger werden über das Lumbosakralgelenk gelegt, der kleine Finger und Daumen liegen über dem Iliosakralgelenk. Der linke Arm überbrückt die Beckenkämme, der Ellbogen liegt am rechten Beckenkamm. Bei dieser Technik wird der Ellbogen als dritte Hand genutzt. Sobald die Ellbogen und Finger sich von anterior nähern, induziert das eine Trennung des posterioren Ilium vom Sakrum (eine Wäscheklammer-Technik) – und erhöht die Bewegungsfreiheit des Sakrum.
Achten Sie auf die Beziehung zwischen der Bewegung des Sakrum und der Bewegung der anterior-superioren Wirbel. Normalerweise bewegt sich das Sakrum unabhängig von den anterior-superioren Wirbeln. Sollten Sie jedoch feststellen, dass die Ossa ilia während der Einatemphase zusammen mit dem Sakrum nach posterior und oben bzw. in der Exhalationsphase nach anterior und inferior schaukeln und somit den Eindruck erwecken, dass sich die posteriore Hand und der anteriore Arm im gleichen Kreis bewegen – dann lässt sich mit Sicherheit sagen, dass eine Verriegelung des Sakrum zwischen den Ossa ilia vorliegt. Ob das anterior oder posterior der Fall ist, hängt von der Richtung des Aufpralls ab. Für die Korrekturtechnik ist das allerdings von untergeordneter Bedeutung.
Die Korrektur wird folgendermaßen durchgeführt: Die Position, bei der eine Hand unter dem Sakrum liegt und die andere die Ossa ilia brückenartig verbindet, wird aufrechterhalten. Der Patient wird gebeten, tief einzuatmen und gleichzeitig die Füße stark in Dorsiflexion zu bringen. Atmet der Patient anschließend aus, wird er gebeten, die Füße stark in Plantarflexion zu führen, während das Sakrum von der darunter liegenden Hand gehalten wird. Dieser Vorgang wird mehrmals bis zu dem Moment wiederholt, an welchem plötzlich eine unabhängige Bewegung des Sakrum zwischen den Ossa ilia offensichtlich wird. Überprüfen Sie dies während der Atembewegung. Es wird sich eine freie Bewegung des Sakrum zwischen den Ossa ilia einzustellen.
Ganzkörper-Unwinding
Das Prinzip dieser tiefgreifenden Technik besteht darin, den Patienten in die Position zu bringen, die er während des Unfallmoments eingenommen hat, und den Faszien zu erlauben, alle Bewegungen zu durchlaufen, welche zur Elimination aller Kräfte, denen sie während des Aufpralls ausgesetzt waren, nötig sind. Meistens sitzt der Patient auf der Liege und der Behandler steht hinter ihm. Mit seinen Händen umschließt er leicht den Scheitel des Patienten, seine Ellbogen ruhen auf dessen Schultern und seine Brust am Rücken des Patienten. Der Patient wird gebeten, sich zu entspannen und gleichzeitig nicht zu kollabieren, damit die inhärente Bewegung ohne zusätzliche Hilfe oder Widerstand stattfinden kann. Der Behandler muss den Bruchteil einer Sekunde hinter der Bewegung des Patienten bleiben, sodass die Hauptaktivität innerhalb des Mechanismus des Patienten geschieht.
Sobald die Bewegung anscheinend gestoppt hat, bitten Sie den Patienten, tief einzuatmen. Ist ein weiteres Unwinding notwendig, wird das Atmen den Unwinding-Prozess reaktivieren. Löst die tiefe Atmung keine weitere Aktivität aus, so legen Sie den Patienten sanft auf den Rücken und lassen Sie ihn zehn Minuten ruhen.
Bibliografie
Halladay, HV: Applied anatomy of the spine. AAO Yearbook, 1957, 119 - 174
Mitchell, F, Moran, PS, Pruzzo, NA: An Evaluation and Treatment Manual of Osteopathic Muscle Energy Procedures. Valley Park, MO, 1979
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