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Abbildung 7a (oben). Drei Abschnitte der Aufzeichnung derselben Versuchsperson Oszillografengeschwindigkeit: 5 mm/sec. Die Schädelbewegungen sind im oberen Verlauf und das Pneumogramm darunter zu sehen. Von rechts nach links gesehen, zeigt das Pneumogramm zwei Respirationszyklen vor dem Abbruch der Atmung, mit durchweg anhaltender langsamer, flacher Exhalation.

Abbildung 7b (Mitte). Ein späterer Abschnitt zeigt einen schädelinhärenten Rhythmus, welcher der Thoraxbewegung nachhinkt und einen Bewegungshöhepunkt während unterbrochener Einatmung vorweist und weder von der Atmung noch von den Arterien ausgeht.

Abbildung 7c (unten). Ein noch späterer Abschnitt zeigt einen phasenverschobenen Verlauf.
Alle vorrangigen Überlegungen bezogen auf das Design waren auf die Applikationen der Druckmesser bezogen, um gesuchte Bewegungen aufzeichnen und unerwünschte ausschließen zu können. Letztere entstehen aus mindestens drei Quellen heraus:
1 Die großflächigen Bewegungen des Thorax während der Atmung können eine Reihe unterschiedlicher kleiner Bewegungen im Kopf hervorrufen.
2 Unwillentliche Bewegungen der Versuchsperson sowie Schlucken, Schniefen, Zusammenbeißen der Zähne oder sich einstellende Müdigkeit, implizieren sowohl vorübergehende Störungen als auch Nullverschiebungen.
3 Der Puls impliziert eine rhythmische Bewegung der Kopfhaut mit einer Amplitude der gesuchten Bewegung. Zusätzlich müssen Veränderungen im Tonus der Kopf- und Halsmuskulatur als verdächtig gelten.
Es gibt zwei grundlegende Methoden Druckmesser anzubringen. Eine davon ist, sie unmittelbar auf der Versuchsperson zu platzieren, die andere besteht darin, sowohl die Druckmesser als auch die Versuchsperson an einem gemeinsamen festen Rahmen anzubringen. Der gepolsterte Tisch stellt hierbei diese augenscheinliche Einheit dar.
Jede Anbringungsmethode hat Vorteile, birgt aber auch Probleme.
Direkt am Kopf angebrachte und durch ihn gehaltene Druckmesser sind relativ unempfindlich gegen Kopfbewegungen, da sie sich mitbewegen. Es empfiehlt sich die Anbringung in sitzender Position der Versuchsperson. Die von der Atmung ausgehenden Störungen sollten minimal sein, aber anhaltende Schwierigkeiten aufgrund von großen Pulssignalen sind wahrscheinlich. Am Kopf angebrachte Systeme weisen sowohl Schwierigkeiten bei der Lokalisierung als auch der Wahrnehmung von Bewegungen im Kopf auf. Zudem entstehen Probleme, weil sie die Druckmesser in willkürliche Positionen verlagern und daher bei der Druckmessung selbst.
Mit Vorrichtungen, die nicht unmittelbar an der Versuchsperson angebracht werden, verhält es sich tendenziell umgekehrt. Schwierigkeiten mit unerwünschten Kopfbewegungen liegen auf der Hand. Es ist also äußerst wünschenswert, der Versuchsperson die Geräte anzulegen, während sie sich in Rückenlage befindet. Die Pulssignale werden hierbei minimiert, wobei jedoch die Signale der Atmung die Hauptschwierigkeit darstellen.
Die Druckmesser könnten in ihrer Position frei bewegt, ihre Lokalisation könnte gemessen und sie mit geregeltem Druck angebracht werden.
Man entschied sich, die Arbeit mit einem System zu beginnen, das die Standardbedingungen unter welchen Palpation, Diagnose und Behandlung normalerweise ausgeführt werden, so abbildgetreu wie möglich reproduzieren würde. Daher wurde die externe Anbringung gewählt. Eine wichtige zusätzliche Abwägung war, dass eine Störung durch die Atmung vorteilhafter sei als eine Störung durch den Puls, denn die Atmung kann willentlich unterbrochen werden.
Die Wahl einer instrumentellen Versuchsanordnung, welche einer Palpation entspricht, schien bei der Entwicklung am rationalsten. Wie bereits erwähnt besteht der hauptsächliche Nachteil der Druckmesserfixierung am Tisch in ihrer Sensitivität gegenüber den Kopfbewegungen. Um diesem prinzipiell entgegenzuwirken, müssten am Rahmen zwei aufeinander abgestimmte Druckmesser angebracht werden, die auf den gegenüberliegenden Seiten Kontakt mit dem Kopf haben. So werden die Signale bei Bewegungen des gesamten Kopfes gegenseitig aufgehoben, wohingegen Ausdehnungen oder Kontraktionen ein verdoppeltes Signal erzeugen würden.

Abbildung 8. Aufzeichnung des Schädels während zwei Perioden, als die Atmung in Mittelstellung angehalten wurde bzw. nach tiefer Einatmung. Es konnte ein Rhythmuszyklus von ungefähr fünf Sekunden im Schädel festgestellt werden.

Abbildung 9a. Aufzeichnung eines Patienten mit hypertrophischer Osteitis frontalis. Die Schädel-Druckmesser an den Ossa parietalia zeigen eine ausgeprägte Verzögerung zwischen den Spitzen der Schädelbewegung im oberen Verlauf und den Atemspitzen im unteren Verlauf. Kräftiges Einatmen wird von einer weitreichenden Auslenkung des Schädels begleitet.

Abbildung 9b. Derselbe Patient wie oben. Die auf den lateralen Winkeln des Os frontale platzierten Druckmesser zeigen keine signifikanten Bewegungen. Dies stimmte mit den Ergebnissen der Palpation überein.
Besäßen Menschen komplette Quadratschädel – also, wenn die zwei Schädelseiten parallel wären – wäre die Balance vollständig. Für unsere Versuchsanordnung ist es von Nachteil, dass die Seiten des Kopfes zur Stirn und zur Kuppel hin abgeschrägt sind. Das Atmen lässt den Kopf durch das Anheben und Absenken des Thorax leicht über dessen effektiven Stützungspunkt schwanken, was den Kopf durch eine Bewegung wiederum dazu veranlasst, die Druckmesser weiter auseinander beziehungsweise weiter zusammen zu bewegen.
Daher kann der Einfluss einer kontinuierlichen Atembewegungen nur teilweise eliminiert werden. Um weitere Störungen möglichst gering zu halten, muss man dem Design der Nackenstütze besondere Aufmerksamkeit schenken. Es ist offensichtlich, dass deren Elastizität eine unerwünschte Eigenschaft darstellt, welche aber leider zur üblichen Ausstattung zählt. Das typische Kissen hat nun einmal eine federnde Eigenschaft. Unter dem Kopf platziert wird es nicht nur durch das Gewicht des Nackens, sondern auch durch einen gewissen Teil des Gewichts der oberen Schultern heruntergedrückt. Da sich die Schultern durch die Atembewegung des Thorax anheben, verringern sie die Last des unteren Halsabschnitts; das Kissen hebt leicht ab und ein Schwanken des Kopfes folgt.
Nach viel Herumprobieren mit speziell geformten Holzapplikationen und anderem Zubehör, wurde das Problem mittels eines kleinen Sandsacks gelöst. Dies erwies sich als die beste Lösung, da Sand bequem ist und sich ohne große Elastizität allen Formen leicht anpasst. Die Ruhigstellung des Kopfes wurde später durch die Nutzung eines Flexicast-Kissens verstärkt. Dies ist ein mit einem pulverisierten Plastik gefülltes Gebilde aus Gummi, das sich in der Anwesenheit von Luft wie jedes andere feine und körnige feste Material und damit auch wie ein Sandsack verhält, indem es sich an die Form des Kopfes anpasst, um eine komfortable, nicht nachgebende Stütze zu bieten. Saugt man aus ihm jedoch die Luft heraus, verbacken die Plastikkörner in nahezu betonharter Konsistenz. Da die Form der des Kopfes entspricht, welcher nun in seiner ‘Gipseinfassung’ ruhig gestellt wird, bleibt das Kissen bequem. Zwischen den ausgleichenden Druckmessern und der unelastischen Kopf- und Halsstütze kann somit die Auswirkung der externen physischen Koppelung der Thoraxbewegung und des Kopfs auf ein Minimum reduziert werden.
Die Effektivität des Kontakts zwischen Druckmessern und Schädel stellten das zweite ernstzunehmende Problem dar. Einmal war die Rede davon, kleine Schrauben in den Schädel einer Versuchsperson zu stecken und die hervorstehenden Schraubenköpfe als Messpunkte zu benutzen. Zahnärzte schlugen die Nutzung von kleinen L-förmigen Metallklammern vor, wie sie im zahnärztlichen Bereich verwendet werden, um Bewegungen der Oberkiefer zu erfassen. Ein Arm des Ls wird mit Knochenkontakt ins weiche Gewebe geschoben und in seiner Position durch Fibrosierung fixiert. Der andere Arm wird, sobald erforderlich, an Mess- und Aufzeichnungsinstrumente angeschlossen. Eine ähnliche Applikation wurde konzipiert, um Bewegungen auch bei anderen Schädelknochen aufzuzeichnen. Dabei wurden Metallklammern eingesetzt und in ihrer Position versiegelt, damit sie bei Bedarf verwendbar waren. Da die Schlange Freiwilliger, die draußen vor der Tür wartete, unerhofft kurz blieb, wurde auf diese Methode verzichtet.
Im Allgemeinen ist die Kopfhaut eine dämmende Zwischenschicht, die nicht nur die schon vorhandenen kleinen Bewegungen unterhalb ihr abdämpft, sondern selbst einen Ausgangspunkt störender Signale darstellt. Daher war es wünschenswert, dass die Druckmesser den besagten Kopfhauteffekt auf ein Minimum reduzieren und alle übrigen Impulse standardisiert messen würden. Dies impliziert aber die Anbringung der Druckmesser mit einem bestimmten Druck.
Die schließlich gewählten Druckmesser hingen schließlich frei hängend an einem Paar hochwertiger Federn, also ohne jeglichen reibenden Kontakt. Ihre Spitzen waren parabelförmig, mit einem Durchmesser von ungefähr 0,7 cm. In der verwendeten Anordnung wurden sie durch einen Satz Schrauben solange festgezogen, bis die Versuchsperson ein deutliches Druckgefühl angab. Da sich das Kopfhautgewebe unter der Bewegung der Spitze des Plastikdruckmessers langsam verformt und vorübergehend eine Delle bildet, wurden die Druckmesser einige Minuten später nachjustiert. Das Gewebe zwischen dem Zentrum des Druckmessers und dem Schädel bestand anschließend vermutlich aus einer Zellmasse, von der die interzelluläre Flüssigkeit zu einem großen Teil ausgeschlossen wurde und deren Kapillare abgeklemmt waren.
Diese Feststellung wurde durch die Tatsache bestätigt, dass sich die Pulssignale bei festerer Applikation tendenziell schwach zeigten. Es scheint zudem, dass anfänglich feste Einstellungen durch Verformung des Plastiks auf dem Kopfhautgewebe stufenweise immer leichter werden. Daher genügte nach Erreichen eines bestimmten Balancespunktes ein leichter Kontakt. Die Technik des schrittweisen Nachjustierens wurde nur von einigen Versuchspersonen als unangenehm empfunden, und zwar bei denen, bei denen ein zu starker Enddruck aufgebaut wurde.
Obwohl viele Jahre vergehen werden, bevor gesagt werden kann, welche Größe, Form, Material und welcher Druck der Spitze wohl am geeignetsten ist, scheint es, dass die Druckmesser, die in dieser Art benutzt werden, zufriedenstellende Ergebnisse liefern und deren Anbringung dennoch schmerzlos und leicht vonstatten geht. Da einige der besten Ergebnisse bei Frauen mit üppigem Haarwuchs auftraten, wurde auf die Routine der speziellen Auswahl kahlköpfiger Männer als Versuchspersonen verzichtet.
Die benutzten Druckmesser wurden auf verschiedene hochempfindliche Differenzialtransformatoren abgestimmt.
Der Oszillograf wurde mit einem Schreiber speziell auf die Aufnahme von Signalen dieser Applikation eingestellt. Die beiden Ausgänge der Transformatoren wurden gegengeschaltet, um unerwünschte Bewegungen und eine Verdoppelung von erwünschten Bewegungen aufzuheben. Der Transformator wurde anderen Geräten vorgezogen, weil er wahrscheinlich den zuverlässigsten und am ehesten wiederholbar und störungsfrei einsetzbaren Vertreter der Standardsensoren darstellt und zudem achtbare Ergebnisse liefert.
Bericht über die Studie
Die Arbeit wurde grob in vier Zeitabschnitte eingeteilt:
Erste Periode
Im ersten Teil der Studie wurde eine Einheit aus einem Sperrholzrahmen und einem standardisierten Paar an Überschuss-Umwandlern mit angebrachten Federn zusammengestellt. Obwohl die Ergebnisse überwiegend schlecht waren, zeichneten sie sich durch einen schnellen Aufbau der Versuchsanordnung aus. Man lernte genug, um die nächste Variante einzusetzen. Die bedeutendste Entdeckung dieser Periode war, dass die Schädelbewegungen viel geringer sind als angenommen und sich in einem Bereich von 0,0002 - 0,0025 cm bewegen.
Zweite Periode
Während der zweiten Periode wurde das momentan verwendete Gerät erarbeitet (siehe Abbildung 1 - 4), montiert und in Betrieb gesetzt. Als Druckmesser wurden die empfindlichsten käuflich verfügbaren Differenzialtransformatoren eingesetzt. Diese Periode nahm viel Zeit in Anspruch und es gab eine Reihe von kleinen ungeklärten Schwierigkeiten, die einer erfolgreichen Aufzeichnung im Weg standen und die nur im Nachhinein als eher amüsant zu betrachten waren. Es gab jedoch eine signifikante Aufzeichnung vom 30. Mai 1963, die aus jener bedrückenden Zeit unserer Bemühungen Bestand hatte (Abbildung 5a, 5b und 5c). In dieser Periode wurde die erste unmissverständliche Aufzeichnung des Kranialen Rhythmischen Impulses, unabhängig und verschieden von Puls und Atmung, gemacht.
Weil die großen Druckmesser so fest angezogen waren, litt die Versuchsperson an starken Kopfschmerzen. Dennoch war bewiesen worden, dass eine solche Bewegung existiert und aufgezeichnet werden kann. Es wurden geringe Veränderungen in der Apparatur vorgenommen, um den Vorgang weniger traumatisch für die Versuchsperson zu gestalten. In allen nachfolgenden Experimenten wurden Druckmesser von ca. 0,6 cm Durchmesser benutzt.
Abbildung 6 zeigt die Aufzeichnung eines Mannes mit exzellenter Kontrolle seiner Atmung und stellt die Amplitude der Welle und einige Variationen der Frequenz während einer Phase mit angehaltener Atmung dar. Die Ergebnisse sind besser, sobald die Versuchsperson dazu in der Lage ist, die Atmung am Umkehrpunkt zwischen Ein- und Ausatmung anzuhalten. Jedoch weisen nur wenige Versuchspersonen die dafür erforderliche Körperbeherrschung auf und neigen oft dazu, den Atem anzuhalten.
Dritte Periode
1964 wurden auf ein und derselben Aufzeichnung die Bewegung des rhythmischen Impulses des Schädels und simultan dazu pneumografische Aufzeichnungen gemacht. Endlich erhielt man signifikante Aufzeichnungen. Danach wurde die Häufigkeit von Aufzeichnungen, die den von Dr. Sutherland beschriebenen Rhythmus zeigten, fortlaufend erhöht. Jetzt war es wahrscheinlich, vergleichbare Aufzeichnungen von den meisten Versuchspersonen bzw. von ein und derselben Versuchsperson zu jeder gegebenen Gelegenheit zu bekommen.

Abbildung 10. Drei Abschnitte desselben Bandes zeigen interessante Schwankungen. Links ist die Korrelation zwischen den Schädel- und Thoraxbewegungen in hohem Maße unregelmäßig. In der Mitte hat sich die Amplitude des Schädelrhythmus über den des Atemzyklus angehoben. Rechts ist ein Abschnitt mit einem von der Atmung unabhängigen Schädelrhythmus zu sehen.
Es werden zwölf Aufzeichnungsbeispiele vorgestellt, wobei man berücksichtigen sollte, dass eine typische Aufzeichnung ungefähr 15 Meter lang ist und hier nur ein paar Zentimeter dargestellt werden können. Nicht alle gewählten Abschnitte zeigen unbedingt die besten Abbildungen zur Veranschaulichung des schädelinhärenten Rhythmus, obwohl es davon inzwischen nicht gerade wenige gibt. Einige der gezeigten Abschnitte veranschaulichen jedoch überraschende Ergebnisse, die unerforschte Ausblicke anzudeuten scheinen. In der ersten Periode der Studie war es schwierig den optimalen Druck der Druckmesser zum Schädel zu bestimmen. Dies galt nun auch für den Pneumografen, welcher um den Thorax herum befestigt wurde. Daher stellte ich mich als Versuchsperson zur Verfügung, sodass ich meine eigenen subjektiven Beobachtungen mit der objektiven Aufzeichnung abstimmen konnte.

Abbildung 11a. Abschnitte der Aufzeichnung eines rüstigen Mannes in seinen 80ern zeigen eine bemerkenswerte inhärente Bewegung. Die Rhythmen am Schädel und bei der Atmung verlaufen nicht synchron.
Bei erstmaliger Fixierung der Druckmesser am Kopf, konnte ich einen pochenden arteriellen Puls wahrnehmen, der nach kurzer Zeit nach und nach verschwand. Als die Druckmesser nachjustiert wurden, spürte ich eine übertragene Atembewegung, das heißt, eine mit der thorakalen Bewegung verbundene Bewegung des Kopfes. Bei weiterem Festziehen wurde mir die rhythmische, zyklische Zu- und Abnahme des Drucks, der vom Inneren des Kopfes her kommt und gegen die Druckmesser drückt, allmählich bewusst. Dieser nahm abhängig von der inneren Bewegung ab bzw. zu. Bei vorwiegend lateraler oder medialer Richtung, konnte ich die Druckmesser wahrnehmen. Bei antero-posteriorer Bewegung nahm der Druck auf die Druckmesser ab. Die Korrelation dieser Beobachtungen mit den Aufzeichnungen legten zugrunde, dass Abschnitte, die eine geringe Amplitude zeigten, mit der antero-posterioren Bewegung innerhalb des Kopfes zusammenfielen. Sobald die thorakale Atmung an einem ihrer Umkehrpunkte unterbrochen wurde, war die Schädelbewegung gegenüber dem Druckmesser leicht von innen her „palpierbar”. Bei Anhalten der Luft nach kraftvollem Einatmen, schien der dadurch hervorgerufene verstärkte schädelinhärente Druck die Amplitude der Bewegung zu reduzieren. Der Spannungsgrad des Pneumografen um den Thorax war wichtig, da er die Schädelbewegung beeinflusste. Als er fest genug angezogen wurde, um einen Widerstand gegenüber der thorakalen Ausdehnung darzustellen, wurde einerseits sofort ein Anstieg der diaphragmatischen und abdominalen Abweichung und andererseits eine Verstärkung der übertragenen Respirationsbewegung des Kopfes verzeichnet. Es wurde offensichtlich, dass das Band fest genug gespannt sein musste, um sich gemeinsam mit dem Thorax zu bewegen, aber dennoch leicht genug, um dessen Bewegung nicht einzuschränken, sollte der kraniale Impuls davon unbeeinflusst bleiben.

Abbildung 11b. Dieselbe Person wie oben. Aufzeichnung der langsamen Schädelbewegung während angehaltener Atmung.

Abbildung 12 . Aufzeichnung des Schädels eines 19-jährigen Jugendlichen mit einer Geschwindigkeit von 1 mm/sec.
Abbildung 7a, 7b und 7c zeigen drei Abschnitte derselben Aufzeichnung, mit dem Verlauf der Schädelbewegungen oben und dem Pneumogramm darunter. Das Pneumogramm zeigt zwei Atemzyklen vor Unterbrechung der Atmung, mit kontinuierlichem langsamem, leichtem Ausatmen. Obwohl es keinen Bewegungszyklus bei der Aufzeichnung des Schädels während angehaltener Atmung gab, fing der Zyklus der Respirationsbewegungen zuerst im Kopf und nicht in der Lunge an. Es ist unwahrscheinlich, dass hierdurch eine starke unwillentliche Anstrengung der Atemmuskulatur reflektiert wird, die im Mund und der Kehle aufgehalten wurde, da der Pneumograf besonders empfindlich auf solche Muskelbewegungen reagiert und einen abgebrochenen Atemversuch deutlich hervorheben würde. Stattdessen zeigt er eine langsame Ausatmung, die weitergeht, bis eine erneute Einatmung stattfindet.
Im zweiten Abschnitt hinkte der Schädelrhythmus der Thoraxbewegung hinterher, und im Abschnitt während der unterbrochenen Atmung gab es einen Bewegungshöhepunkt, der weder aufgrund der Atmung noch arteriell bedingt war.
Im dritten Abschnitt zeigen sich die zwei Verläufe phasenverschoben. Abbildung 8 zeigt die Aufzeichnung der Schädelbewegung in zwei Abschnitten, als die Atmung unterbrochen wurde und in der Mitte des Atemzyklus. Jedem Abschnitt ging eine tiefe Einatmung voraus.
Von den für das Experiment ausgewählten Versuchspersonen waren bewegungsreiche Mechanismen im Schädel bekannt, da ja die Absicht dieser Studie war, zu versichern, dass in einem gesunden Kopf Bewegungen stattfinden. Jedoch wurde eine Ausnahme von dieser Regel zugelassen, als sich eine Patientin mit hypertrophem Os frontale vorstellte (Abbildung 9a und 9b).
Abbildung 10 zeigt drei Abschnitte einer Aufzeichnung eines bemerkenswert bewegungsreichen Mechanismus des Schädels. Es gab viele interessante Variationen bei den Eigenschaften der Abweichungen, der Verhältnisse der Phasen zur Atmung, überlagerte schnelle Schwingungen und langsame Wellen. Zudem war die Korrelation mit den Thoraxbewegungen in hohem Maße unregelmäßig. Später gestaltete sich die Amplitude des schädelinhärenten Rhythmus größer als die des Atemzyklus. Dies erleichterte die Unterscheidung der Komponenten im Gegensatz zu vorher, obwohl das Ganze immer noch durch die Vermischung verzerrt wurde. Das überlagerte Pulssignal wies ein ungewöhnliches Ausmaß auf.
Abbildung 11a und 11b zeigt einen bemerkenswerten Grad an Schädelbewegungen bei einem rüstigen Mann in seinen 80ern. Seine erstaunliche Fähigkeit bezogen auf das Anhalten der Atmung machte ihn zu einer idealen Versuchsperson, und er hatte die zusätzliche Qualifikation vollkommen kahlköpfig zu sein. Schädel- und Atemrhythmen waren nicht synchron.

Abbildung 13a. Verlauf der Schädelbewegung und plethysmografische Aufzeichnung vom rechten Unterarm. Während leichter, ruhiger Atmung fällt eine starke Abnahme des Extremitätenumfangs mit der kontraktilen Phase des Schädelzyklus nahezu zusammen.
Abbildung 12 zeigt eine Aufzeichnung, die auf dem Schädel eines 19-jährigen Jugendlichen basiert. Während einer Phase, in welcher er den Atem anhielt, veränderte sich der Schädelrhythmus von einem mit der thorakalen Atmung synchronen Muster hin zum von Dr. Sutherland beschriebenen inhärenten Rhythmus, der sich langsamer als die thorakale Atmung erweist und sich auch entsprechend von ihr unterscheidet. Seine Atemfrequenz lag bei ungefähr 15,5 Zyklen pro Minute und die Frequenz der Schädelbewegung betrug 12,8 Zyklen pro Minute.
Vierte Periode
1965 wurde der zweite Kanal des Oszillografen für die plethysmografische und nicht wie sonst für die pneumografische Studie benutzt. Die vierte Phase dieser Forschungsarbeit war darauf ausgerichtet zu bestimmen, welcher Zusammenhang zwischen den Veränderungen des Umfangs von Finger oder Unterarm bezogen auf die rhythmischen Zyklen des Schädels besteht. Der Plethysmograf verzeichnet Umfangsänderungen der Anteile, die er umschließt. Derartige Veränderungen äußern sich in erster Linie in der veränderten Blutmenge, aber die Bewegung von Gewebeflüssigkeiten darf als ein wichtiger beitragender Faktor zur Veränderung des Umfangs nicht übersehen werden, auch wenn sie von geringerer Bedeutung ist.
In Abbildung 13a und den folgenden Abbildungen ist die Aufzeichnung der Schädelbewegungen oben und die plethysmografische Aufzeichnung unten abgebildet. Die Aufzeichnung in Abbildung 13a wurde während leichter, ruhiger Atmung erstellt und zeigt eine starke Umfangsreduktion am rechten Unterarm, die nahezu mit der kontraktilen Phase des kranialen Rhythmus zusammenfällt.
Abbildung 13b stellt eine spätere Aufzeichnung derselben Versuchsperson während einer Phase mit angehaltener Atmung dar. Während der drei Schädelzyklen am Anfang der Periode gab es eine Änderung im Grad der Abnahme des Extremitätenumfangs bezogen auf den Extremitätenumfang während der Atmung.




