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Abb. 14

Abb. 15
Sagen Sie zur VP: “Sehen Sie in meine Augen. --- Stellen Sie sich vor, wie Sie jetzt schläfrig werden --- ganz schläfrig --- immer schläfriger und schläfriger. --- Sehen Sie mir fest in die Augen. --- Sie fühlen jetzt, wie Ihre Arme schwer werden, immer schwerer und schwerer --- schwerer und schwerer --- und wie jetzt Ihre Beine schwer werden, immer schwerer und schwerer --- schwerer und schwerer --- und wie jetzt das Gefühl der Schwere Ihren ganzen Körper überkommt, als ob Schneeflocken auf Sie hernieder fallen würden. ---Ihr ganzer Körper wird immer schwerer und schwerer --- schwerer und schwerer --- und jetzt werden Ihre Augenlider schwer, ganz schwer --- immer schwerer und schwerer. --- Sie werden immer schläfriger und schläfriger --- Ihre Augenlider werden so schwer wie Blei. ---Sie können die Augen kaum noch offen halten --- ich zähle jetzt bis drei. --- Ihre Augenlider werden immer schwerer und Sie werden immer schläfriger --- wenn ich die Zahl DREI erreicht habe, sind Ihre Augenlider so schwer, dass sie zufallen --- und Sie sind so schläfrig, dass Sie einschlafen --- ganz tief und fest einschlafen --- eins --- Ihr ganzer Körper ist schwer und Ihre Augenlider sind so schwer wie Blei --- zwei --- Sie sind so schläfrig, dass Sie kaum noch wach bleiben können --- Sie schlafen gleich ein --- ganz tief und fest --- tief und fest --- DREI! Sie schlafen ein --- die Augen fallen zu --- Sie schlafen tief und fest! SCHLAFEN SIE! SCHLAFEN SIE TIEF UND FEST! GANZ TIEF UND FEST!”
Diese Methode geht ziemlich schnell, wenn Sie eine normale VP haben. Wollen wir nun, um den Vorgang beim Hypnotisieren auch theoretisch zu verstehen, diese Methode analysieren.
Die Theorie des Hypnotisierens
Bei obiger Hypnotisiermethode geschieht das Folgende:
1. Durch die Worte: “Sehen Sie mir in die Augen...”, wird der Hypnotiseur bei der VP in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit gebracht. Dies bewirkt, dass das ICH der VP bereits ganz leicht aus dem Mittelpunkt des Bewusstseins verdrängt wird. Dadurch können die vom Hypnotiseur kommenden Videen bereits etwas wirken.
2. Die Vorstellung: “... wie Sie jetzt schläfrig werden”, stellt eine Videe dar, die sich verwirklichen will. In diesem Moment ist das ICH bereits schon leicht geschwächt und die Videe kann sich etwas verwirklichen, wodurch das ICH natürlich noch mehr geschwächt wird. (Beachten Sie, wie stufenweise dabei das ICH immer mehr und mehr ausgeschaltet wird und wie sich Videen immer mehr und mehr verwirklichen können, da dass ICH immer mehr an Einfluss verliert.)
3. Die Suggestion: “schwer werden”, die sich durch die Lenkung der Aufmerksamkeit auf Arme, Beine und schließlich den ganzen Körper erstreckt, bewirkt den zur ICH-Ausschaltung nötigen physiologischen Vorgang der Durchblutungsänderung im Gehirn, wie gleich näher erklärt wird.
4. Wenn die VP sich schwer fühlt, ist bereits das ICH passiv und alle weiteren Videen können sich immer mehr verwirklichen, beziehungsweise in das ideomotorische System eindringen und dort Aktionen auslösen.
5. Wenn dann der Hypnotiseur zu Ende des Hypnotisiervorgangs sagt: ”SCHLAFEN SIE!”, dann ist das ICH schon unfähig, auch nur die schwächste Gegenvidee zu erzeugen, denn diese müsste sein: “ICH BLEIBE WACH!”
Der Hypnotisiervorgang muss also so stufenweise als möglich das ICH immer mehr und mehr abschalten, bis es ganz passiv ist und die entscheidende Videe: “SCHLAFEN SIE!” in das ideomotorische System kommen kann und dort im Körper und im Gehirn dann alle Vorgänge auf Schlaf stellt. Also das ICH vollkommen abschaltet und ganz passiv macht.
Der geheimnisvolle physiologische Hypnosevorgang
Der ausschlaggebende Hypnosevorgang bei den modernen Hypnotisiermethoden besteht darin, dass durch die Videe der Schwere in den Gliedern tatsächlich eine echte Schwere erzeugt wird, und zwar dadurch, dass das ideomotorische System ganz und gar zielstrebig das einzig Mögliche macht, um die Schwere tatsächlich zu verwirklichen. Das ideomotorische System veranlasst nämlich, dass in den Gliedern die Blutgefäße entspannt werden und sich erweitern. Dadurch kommt in die Glieder mehr Blut und --- sie werden tatsächlich schwer. Das ideomotorische System arbeitet also so zielstrebig, dass es auf die Videe: SCHWERE oder SCHWER in den Gliedern, auf welche zugleich die Aufmerksamkeit gelenkt wird, eine tatsächliche Schwere herbeiführt, und diese ist der eigentliche Hauptwirkungsfaktor bei den modernen Hypnotisiermethoden. Denn wenn in den Gliedern durch die Entspannung mehr Blut vorhanden ist, dann hat das Gehirn weniger Blut zur Verfügung, und was geschieht, wenn das Gehirn weniger Blut zur Verfügung hat?
Wenn im Gehirn die Blutzufuhr geringer wird, und zwar nur ein klein wenig geringer, dann schaltet sich automatisch ein Zentrum ab, und zwar das so genannte ICHZENTRUM. Und das ist gerade das, was wir bei der Hypnose brauchen: Das ICHZENTRUM muss abgeschaltet werden, damit das ICH nicht mehr funktioniert und keine Gegenvideen mehr erzeugt. Dabei aber sind alle anderen Gehirnfunktionen noch voll tätig, also auch das ideomotorische System. Bei gesunden Personen kann durch Schweresuggestionen die Blutleere im Gehirn nicht so weit gesteigert werden, dass außer dem ICHZentrum auch noch andere Zentren abgeschaltet werden. Daher sind Hypnotisiertechniken mit Schweresuggestionen bei gesunden Personen mit normalem Blutvolumen vollkommen ungefährlich. Bei solchen Personen aber, die irgendwie durch Verletzungen oder Blutspenden usw. eine gewisse Menge Blut verloren haben, sollen keine Schweresuggestionen zur Anwendung gebracht werden, bevor sich nicht die fehlende Blutmenge wieder erneuert hat.
Kurz zusammen gefasst: Durch Schwerevideen wird über das ideomotorische System eine Entspannung und Erweiterung der Blutgefäße in den Extremitäten ausgelöst, die automatisch im Gehirn eine Ausschaltung des ICHZentrums durch Blutmangel verursacht. Das ICH kann also weitere Videen nicht mehr durch Gegenvideen hemmen oder neutralisieren. Das ist eigentlich das ganze Geheimnis der Hypnose.
Hypnose und die Geschlechtsfunktion des Menschen
Einen ähnlichen Vorgang wie der beim Hypnotisieren nach modernen Methoden in Erscheinung tretende Entblutungsvorgang des ICHZentrums hat die Natur bei der Geschlechtsfunktion des Menschen vorgesehen.
Durch Videen wird die stärkere Durchblutung der Genitalzonen ausgelöst. Die nun im Gehirn fehlende Blutmenge schaltet nicht das ganze Ich ab, da sie dazu zu gering ist, sondern nur einen Teil des ICHZentrums, nämlich den des Verstandes und der Kritik.
Wenn man diesen Vorgang kennt, kann man sich erklären, warum so viele Menschen in der Liebe die größten Dummheiten begehen. Man sagt ja allgemein: “Wo die Liebe herrscht, fehlt der Verstand!” Dass dies tatsächlich der Fall ist, erklärt sich spätestens jetzt von selbst. Sie haben also nun die Freiheit, sich vor solchen Videen (Reizen) zu schützen, die Ihnen in dieser Beziehung schaden könnten.
Planmäßig hypnotisieren können - jetzt möglich
Wenn man die Vorgänge begreift, die beim Hypnotisieren eine Rolle spielen, und zwar eine entscheidende Rolle, dann ist man in der Lage, planmäßig zu hypnotisieren. Planmäßig kann nur der erfolgreich hypnotisieren, der sich außer der praktischen Anwendung auch theoretisch hineinfühlen kann, das Hintergrundwissen besitzt und es versteht, warum etwas möglich ist und warum etwas nicht möglich ist. Selbst bei sehr gewandten Hypnotiseuren kann man immer wieder Misserfolge feststellen, da sie unzureichende Kenntnisse und theoretisches Grundwissen besitzen. Sie bauen ihre Versuche nur auf praktische Erfahrungen auf, nicht aber auf grundlegende und planmäßige theoretische Erwägungen.
9. Lektion
Zwei Arten des Hypnotisierens
Bei den modernen Hypnotisiermethoden kann man zwei Arten des Hypnotisierens deutlich unterscheiden.
1. Das indirekte Hypnotisieren
Dabei wird von leichten Suggestionsversuchen ausgegangen und das ICH durch lebhafte und beeinflussend wirkende Worte und Gesten aus dem Mittelpunkt des Bewusstseins verdrängt. Wird das öfters wiederholt, dann bleibt das ICH passiv und untätig, weitere Videen können also ungehemmt in das ideomotorische System gelangen.
Dazu muss man wissen, dass das ICH eine gewisse Trägheit hat. Wenn es einmal aus dem Mittelpunkt des Bewusstseins verdrängt ist, hat es die Tendenz, so zu bleiben, wie es ist, wenn nicht triftige Gründe oder starke Reize es dazu bringen, wieder in den Mittelpunkt des Bewusstseins zurückzukehren.
2. Das direkte Hypnotisieren
Dabei wird direkt eine ICHAusschaltung erstrebt und zwar durch die Änderung der Durchblutungsverhältnisse im Körper der VP. Schweresuggestionen lenken das Blut in die Außenbezirke, und das ICHZentrum im Gehirn muss daraufhin abschalten. Der Zustand der ICHAusschaltung durch Entblutung des ICHZentrums hält dabei so lange an, bis irgendein Reiz oder eine natürliche Notwendigkeit das Blut wieder in das ICHZentrum lenkt. Dann erwacht die VP.
Soll die Reizschwelle, durch welche das ICH wieder eingeschaltet wird, erhöht werden, so dass nur ganz starke Reize das ICH wecken können, dann muss die Hypnose vertieft werden. Eine Methode dazu haben wir schon kennen gelernt, eine weitere wird später noch vorgestellt.
Beim indirekten Hypnotisieren kommt es darauf an, so lebhafte und wirksame Suggestionen wie möglich zu geben, damit die darin enthaltenen Videen so intensiv wie möglich sind. Beim direkten Hypnotisieren kommt es nur darauf an, dass die VP so gut wie möglich entspannt ist, so dass dann die Schwerevidee wirken kann. Diese besteht, wie Sie schon wissen, in der stärkeren Durchblutung der Extremitäten und der damit verbundenen Unterdurchblutung des ICHZentrums im Gehirn.
Die einzige Schwierigkeit beim Hypnotisieren
Wenn sich eine VP ganz unvoreingenommen und körperlich wie seelisch gut entspannt hypnotisieren lässt, wird der Erfolg nie ausbleiben, wenigstens nicht mit der direkten Methode. Nun gibt es aber einen hochwirksamen Faktor, der jeden Hypnotisiervorgang scheitern lassen kann: Die ANGST. Wenn eine VP irgendwie Angst vor dem Hypnotisieren oder vor dem Hypnotiseur hat, kann das ICH nicht abgeschaltet werden. Denn bei Angst wirkt im Menschen ein gewisser Schutzmechanismus, der verhindert, dass das ICHZentrum abgeschaltet wird. Dieser Schutzmechanismus dient der Sicherheit der eigenen Person und ist mit dem Selbsterhaltungstrieb, der ja in jedem Menschen einer der stärksten Triebe ist, gekoppelt.
Die Videe der Schwere kann sich nicht verwirklichen, denn der Schutzreflex, wie man den Schutzmechanismus auch nennen könnte, bewirkt immer automatisch, dass sich die Muskeln und Blutgefäße verkrampfen. Und dabei ist es natürlich unmöglich, eine Entspannung und Erweiterung der Blutgefäße herbeizuführen. Das ICH erhält also immer genügend Blut und schaltet nicht ab. Diese Angst der VP zu verhindern oder zu beseitigen, ist die einzige und bedeutendste Schwierigkeit beim Hypnotisieren.
Wie diese einzige Schwierigkeit beseitigt wird
Ich will Ihnen hier Möglichkeiten aufzeigen, wie Sie die soeben beschriebene Schwierigkeit bei der VP weitgehend beseitigen können.
1. Wenn Sie bemerken, dass eine VP Angst vor dem Hypnotisieren hat, versuchen Sie in einem ruhigen und selbstsicheren Gespräch festzustellen, wo die Ursache dieser Angst liegt. Dabei versuchen Sie, alle Einwände der VP genau zu erklären und sachlich zu widerlegen.
2. Erklären Sie der VP, dass Hypnotisieren vollkommen ungefährlich ist, und dass es außerdem durchaus interessant und lehrreich für sie selber ist.
3. Versuchen Sie, der VP klarzumachen, dass Sie tatsächlich auf diesem Gebiet etwas könne. Der sicherste Beweis ist, wenn Sie der VP durch Suggestionsversuche zeigen, was Sie können, und das ist nicht schwer. Die VP muss Ihnen zutrauen, dass Sie sicher und ohne jede Gefahr hypnotisieren können.
4. Manchmal hat eine VP durch unsachliche Bücher oder durch Schauhypnotiseure eine falsche und irrige Ansicht über den ganzen Vorgang. Widerlegen Sie ihr diese in klaren, vertrauenserweckenden und sachlichen Worten.
5. Sorgen Sie bei ängstlichen VPs immer dafür, dass diese entspannt und ganz bequem sitzen oder liegen können, denn körperliche Entspannung verursacht auch eine seelische Entspannung.
6. Sagen Sie der VP vor dem Hypnotisieren, dass sie sich ganz passiv verhalten soll, sich sozusagen gehen lassen soll. Dass sie weder versuchen soll, Ihnen zu helfen, noch Ihnen zu widerstreben. Die VP soll überhaupt nicht versuchen, etwas zu tun oder etwas nicht zu tun.
7. Sagen Sie nie: “Ich werde jetzt versuchen, Sie zu hypnotisieren!” denn das würde in der VP den Zweifel auftauchen lassen, ob Sie es überhaupt können. Sagen Sie immer ganz schlicht, einfach und mit Selbstüberzeugung: “Ich werde Sie jetzt hypnotisieren!”
8. Machen Sie Ihre Hypnotisierversuche in einem geschlossenen Raum. Möglichst bei angenehmer Temperatur und ohne Ablenkung durch starke Geräusche. Sind irgendwelche Geräusche in der Nachbarschaft, dann können Sie leise das Radio spielen lassen. Wenn möglich aber nur schwere Musik und diese so leise wie möglich. Lichtreize dämpfen Sie durch Schließen der Vorhänge oder Abschalten von besonders hellen Lampen. Die VP soll nicht in eine helle Lichtquelle sehen müssen. Die geeignetsten Stunden zum Hypnotisieren für den Anfänger sind die frühen Abendstunden.
9. Wenn die VP vor Ihnen persönlich irgendwelche Angst verspürt, führen Sie nur dann Versuche durch, wenn eine oder mehrere Vetrauenspersonen anwesend sind, denen auch die VP ihr volles Vertrauen schenkt.
Der dritte Hypnotisierversuch
Hier beschreibe ich Ihnen jetzt eine ganz schnelle und leichte Hypnotisiermethode, die so genannte “ULI-Reflexmethode”. Diese wurde erstmals von A. Ulrich in seiner Broschüre: “Das Geheimnis der Hypnose” beschrieben. Er selber wendete sie laufend mit gutem Erfolg an.
Stellen Sie die VP mit der rechten Körperhälfte zur Wand, wie in Abb. 16 gezeigt. Der Abstand von der Wand zur VP sollte etwa 20 cm betragen. Sagen Sie zur VP: “Drücken Sie jetzt Ihren Handrücken ganz fest gegen die Wand. Stellen Sie sich dabei vor, Sie möchten die Wand zur Seite schieben --- fester drücken --- noch fester drücken! Jetzt drücken Sie solange fest gegen die Wand, bis ich bis zehn gezählt habe: eins --- zwei --- drei --- vier ---fünf --- sechs --- sieben --- acht --- neun --- ZEHN!”
Jetzt legen Sie der VP schnell die Hände auf die Schulter, drehen sie von der Wand weg, so dass sie nun mit dem Rücken zur Wand steht und sagen: “Achten Sie auf Ihren rechten Arm! Sie fühlen jetzt, wie er hochgezogen wird, ganz von selber hochgezogen wird. --- (Dabei zeigen Sie der VP, wie der Arm hochgeht, indem Sie Ihren linken Arm, der ja auf der gleichen Seite ist wie der rechte Arm der VP, langsam hochnehmen, wie in Abb. 17 gezeigt. Dann sagen Sie weiter:) --- Ihr Arm ist ganz leicht --- ganz leicht --- er geht hoch --- höher --- immer höher --- “ usw. Wenn Sie sehen, dass der Arm der VP hochgeht und schließlich in Schulterhöhe ist, sagen Sie, indem Sie der VP fest in die Augen sehen: “Schließen Sie jetzt die Augen! --- Wenn ich bis drei gezählt habe, schlafen Sie tief und fest, ganz tief und fest! Eins --- zwei --- drei! SIE SCHLAFEN TIEF UND FEST --- SCHLAFEN TIEF UND FEST!”
Nun sagen Sie: “Wenn ich jetzt Ihre rechte Hand berühre, fällt Ihr rechter Arm entspannt an Ihre Seite! (Berühren Sie leicht die rechte Hand der VP.) Wenn ich jetzt Ihre Augen berühre, können Sie diese nicht mehr öffnen. Die Augenlider sind wie zusammengeklebt, ganz fest zusammengeklebt, und Sie können diese nicht mehr öffnen!”
Jetzt berühren Sie die Augen der VP, wie in Abb. 18 gezeigt, und sagen weiter: “Je mehr Sie versuchen, die Augen zu öffnen, um so mehr sind diese wie zugeklebt! Versuchen Sie die Augen zu öffnen! ES GEHT NICHT! Je mehr Sie es versuchen, um so weniger geht es! (Wenn die VP einige Sekunden vergeblich versuchte, die Augen zu öffnen, sagen Sie:) Versuchen Sie es nicht weiter. Es geht nicht --- SIE SCHLAFEN JETZT TIEF UND FEST! --- Mit jedem Atemzug immer tiefer und fester --- tiefer und fester!” Jetzt können Sie weitere Versuche machen oder die VP wecken.
10. Lektion
Erfolgreiches Hypnotisieren in drei Stufen
Man kann den Hypnotisiervorgang auf drei Stufen aufteilen:
1. Vorbereitung der VP. Dabei muss jede Angst soweit wie möglich beseitigt und das Vertrauen der VP gewonnen werden. Dies geschieht in einer vorbereitenden Unterhaltung mit der VP.
2. Die Erzeugung des hypnotischen Zustandes selbst. Dies geschieht bei modernen Methoden durch Schwerevideen.
3. Die Vertiefung der Hypnose. Um die ICHAusschaltung so vollkommen wie möglich zu bewirken, ist eine Vertiefung der Hypnose angebracht. Für eine Hypnosetherapie reicht aber bereits der leichte Hypnosezustand vollkommen.

Abb. 16

Abb. 17

Abb. 18
Der vierte Hypnotisierversuch
Wollen wir jetzt einen ganz und gar planmäßigen Hypnotisierversuch machen. Bevor Sie den Versuch praktisch durchführen, machen Sie ihn mehrmals als Imaginationsversuch mit einer eingebildeten, nicht anwesenden VP. Den Text, den Sie dabei sprechen müssen, studieren Sie ein wie ein Schauspieler, und zwar in kleinen Absätzen. Wenn Sie glauben, dass Sie die Methode beherrschen, dann suchen Sie eine gute VP aus, mit welcher die Suggestionsversuche gut gelungen sind, und bereiten diese vor. Setzen Sie sich mit ihr zusammen und versuchen Sie, ihr jede, auch die geringste Angst vor dem Hypnotisieren zu nehmen. Wenn die VP ganz beruhigt und entspannt ist, lassen Sie sie auf eine Couch oder auf ein Sofa legen, so dass sie ganz und gar bequem und entspannt liegen kann. Weisen Sie die VP darauf hin, alles abzulegen, was irgendwie unangenehm drückt oder presst, besonders aber enge Schuhe, Gürtel usw. Beginnen Sie erst, wenn Sie sicher sind, dass die VP ganz bequem und entspannt liegt und durch nichts gestört werden kann.
Sagen Sie: “Entspannen Sie Ihren ganzen Körper --- machen Sie es sich so bequem wie nur möglich --- noch besser entspannen --- recken und strecken Sie sich, bis Sie ganz bequem und entspannt liegen. --- Machen Sie es so, als ob Sie eine halbe Stunde schlafen möchten. --- Jetzt atmen Sie langsam und tief, wie ich es Ihnen zeige. (Dabei atmen Sie einige Male mit der VP langsam und tief ein und aus. Wenn die VP den Atemrhythmus befolgt, stellen Sie Ihren Atem genau auf den der VP ein und sagen:) Atmen Sie so weiter --- aus --- aus --- aus --- aus --- aus --- (Dabei sagen Sie beim Einatmen nichts, lassen aber leise hören, wie Sie im Rhythmus der VP einatmen.) aus --- aus ---” (Das machen Sie etwa zwei Minuten lang, dann beginnen Sie mit dem eigentlichen Hypnotisieren.)
Sagen Sie: “Sehen Sie jetzt auf die Zimmerdecke und suchen Sie sich dort einen Punkt aus, ganz gleich welchen. Diesen Punkt sehen Sie jetzt ganz ruhig und gleichmäßig an. Fixieren Sie ihn --- es macht nichts, wenn dabei die Augen müde werden oder wenn sie schwer werden. --- Jetzt entspannen Sie Ihren ganzen Körper noch besser --- noch bequemer machen --- achten Sie jetzt auf meine Worte! --- Denken Sie jetzt an Ihre rechte Hand --- fühlen Sie sich hinein und stellen Sie sich vor, wie sie schwer wird, immer schwerer und schwerer --- achten Sie genau auf die Hand --- diese wird immer schwerer und schwerer --- immer schwerer und schwerer --- Jetzt achten Sie auf Ihre linke Hand --- sie wird ganz schwer --- schwer --- immer schwerer und schwerer --- schwerer und schwerer. --- Jetzt fühlen Sie deutlich, dass die Hände schwer sind und dass diese noch immer schwerer und schwerer werden. --- Und jetzt achten Sie auf Ihren rechten Unterarm --- Sie fühlen, wie er schwer wird, schwer --- immer schwerer und schwerer --- schwerer und schwerer --- (Das Wort schwer muss tatsächlich so gesprochen werden, dass es ganz deutlich die Videe der SCHWERE ausdrückt!) Und jetzt achten Sie auf den linken Unterarm... (So machen Sie es jetzt mit dem linken Unterarm, dem rechten Oberarm, dem linken Oberarm, dem rechten Fuß, dem linken Fuß, dem rechten Unterschenkel, dem linken Unterschenkel und dann mit beiden Oberschenkeln.) --- Jetzt sind alle Ihre Glieder schwer, ganz schwer, und jetzt dehnt sich diese Schwere über den Unterkörper aus --- er wird ganz schwer --- Sie fühlen es ganz deutlich --- immer schwerer und schwerer --- und jetzt wird auch der Oberkörper schwer, immer schwerer und schwerer --- schwerer und schwerer ---und jetzt werden die Augenlider schwer, so schwer wie Blei --- genauso schwer wie Blei --- Sie können die Augen kaum noch offenhalten --- so schwer sind die Augenlider --- so schwer ---so schwer --- (Jetzt muss die Stimme die Videe des Schläfrigseins ausdrücken! Also schläfrig sprechen.) Und jetzt sind die Augenlider so schwer, dass sie sich schließen --- sie schließen sich --- immer fester und fester --- und Sie schlafen jetzt ein, ganz tief und ruhig, ganz tief und ruhig --- wenn ich bis drei gezählt habe, schlafen Sie ganz tief und fest. Ganz tief und fest --- eins --- zwei --- drei --- Sie schlafen tief und fest --- SIE SCHLAFEN --- TIEF UND FEST --- SIE SCHLAFEN! (Diese Worte können Sie mit etwas gehobener Stimme sprechen!) Jetzt hören Sie nur noch meine Worte --- nichts wird Sie stören oder wecken, so lange ich nicht gesagt habe, dass Sie erwachen sollen --- Sie schlafen mit jedem Atemzug tiefer und tiefer --- tiefer und tiefer ---”.
Um die Hypnose zu vertiefen, können Sie nun 20 bis 30 Atemzüge lang jedes Mal, wenn die VP ausatmet, sagen: “tiefer” usw.
Nun wird die VP sicher zumindest in mitteltiefer Hypnose sein, und Sie können die in den Lektionen (13 bis 18) beschriebenen Versuche machen.
Schnellyhpnose oder Tiefhypnose
Vielleicht kommt Ihnen diese Methode zu lang vor und Sie möchten eine schnelle Hypnosetechnik erlernen, womöglich mit einem Aufwand von nur einigen Sekunden. Dazu muss ich Ihnen sagen, dass schnelle Hypnotisiermethoden meist nur eine flache und oberflächliche Leichthypnose bringen. Wenn Sie aber Experimente machen wollen, dann müssen Sie zumindest eine mitteltiefe Hypnose erreichen, und dazu ist die soeben beschriebene Methode ausgezeichnet. Sie ist sicher und erzeugt meist eine mitteltiefe oder sogar tiefe Hypnose.
Schnellhypnose oder wie man auch sagt ”Sofort-Hypnose”, kann man nach mehreren Hypnotisierversuchen leicht durch Posthypnose erreichen. Man gibt der VP die Suggestion, dass sie beim nächsten Hypnotisierversuch bereits auf das Wort: “SCHLAFE!” tief und fest einschläft. Genaue Anleitung dazu folgt später bei der Posthypnose.
Der Unterschied zwischen Hypnose und Schlaf
Oft wird Hypnose mit Schlaf verwechselt, und man ist leicht der Meinung, es handelt sich bei der Hypnose tatsächlich nur um einen Schlafzustand. In der Praxis aber hat Hypnose viel mehr mit dem Wachsein als mit dem Schlaf zu tun. Im Schlaf ist nicht nur das ICH abgeschaltet, es sind auch die Sinnesorgane bis zu einer bestimmten Reizschwelle außer Funktion, und somit ist der Eingang zum ideomotorischen System nach außenhin verschlossen. Das ideomotorische System ist bis auf die lebensnotwendigen Funktionen wie Herztätigkeit, Atmung, Verdauung, Stoffwechsel usw. abgeschaltet.




