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Lauf? Wie … verschwinden? Jetzt? Während sie in dieser Lage war? Bedroht wurde? Bei dem Gedanken ballte ich nur die Fäuste zusammen. Sie wollte mich beschützen. Mich! Ich trug zwar meine Koalitionsuniform, war aber unbewaffnet. Aber ich brauchte keine Waffe, um ihr zu helfen.
Seine Waffe war zwar nichts im Vergleich zu einer Ionenpistole, allerdings wusste ich, dass sie töten konnte, besonders wenn sie direkt an ihren Kopf gepresst wurde. Die Erde war ein primitiver Planet. Ohne ReGen-Technologie starben die Leute die ganze Zeit über an Schussverletzungen. Meine Gabriela würde eine solche Verletzung nicht überleben.
Meine Bestie brach hervor und ich fühlte mich größer und größer. Breiter. Dieses … Arschloch war dabei meine Frau zu bedrohen?
Als er mich erblickte, machte er große Augen.
Ich grinste. Er mochte zwar denken, dass er eine kleine Frau einschüchtern konnte, aber mir war er keinesfalls gewachsen. Er könnte gerne das gesamte Magazin seiner primitiven Waffe auf mich feuern und solange er mir nicht ein Loch in den Schädel ballerte, würde ich ihn trotzdem in Stücke reißen.
“Du wagst es meine Frau zu bedrohen?” brachte ich halb knurrend hervor. Die Bestie war aufgewacht.
“Es geht hier nicht um dich.” Sein Mundwinkel bog sich nach oben. “Ich will Geld und sie wird es mir geben.”
“Du willst gar nichts. Du bist so gut wie tot.”
“Nein.” Er schüttelte den Kopf, als ob es eine andere Option gäbe. “Ich will nur das Geld, Mann. Keine Verletzten.” Als ich näher kam, zitterte er noch heftiger als Gabriela. Dennoch war er kein totaler Vollidiot. Er hielt die Waffe gegen ihren Schädel gepresst, statt sie auf mich zu richten. Sobald sie außer Gefahr war, würde er sterben.
“Du hast sie angerührt und hältst ihr eine Knarre an den Kopf,” sprach ich. Dafür würde er sterben.
“Du bist einer von diesen scheiß-Aliens,” erwiderte er und zückte endlich seine Waffe in meine Richtung. Doch nicht so clever.
Meine Bestie wurde immer aufgebrachter, sie wollte das hier schleunigst beenden. Meine Haut dehnte sich, mein Fokus wurde messerscharf.
Töten. Verstümmeln. Vernichten.
“Das bin ich.” Meine Bestie übernahm und meine Stimme wurde immer tiefer.
“Du … wächst?” Seine Augen wanderten auf und ab, seine Hand zitterte.
Ich ging einen Schritt auf ihn zu. “Ich bin Atlane. Weißt du, was das bedeutet?”
Er schüttelte ruckartig den Kopf, dann zog er Gabriela vor seinen Körper. Ein menschlicher Schutzschild. Sie schrie und kniff die Augen zusammen, als ein leises, schmerzverzerrtes Wimmern ihren Lippen entwich. Ich wusste, dass er ihr wehgetan hatte und knurrte.
“Das bedeutet, dass in mir eine Bestie lebt. Eine Bestie, der es überhaupt nicht gefällt, wenn meine Frau bedroht wird.”
“Bestie?” sprach er. Sein Hirn verarbeitete meine Worte und ein paar Sekunden lang blickte er auf Gabriela, ehe er sie beiseitestieß. Feste.
Sie fiel zu Boden und landete mit einem lauten Schlag hinter der Theke, wo ich sie nicht länger sehen konnte. Sie stöhnte und ihre Atmung war flach und aufgeregt.
Das ging gar nicht.
“Bestie,” wiederholte ich zähnefletschend. Ich hatte mich nicht länger unter Kontrolle. Meine innere Kreatur hatte die Kontrolle übernommen. Ich war vollständig transformiert. Ich konnte nur noch ein einziges Wort hervorbringen.
Der dumme Mensch feuerte seine Waffe, die Kugel war schnell, allerdings nicht schnell genug. Meine Bestie wich aus und streckte den Arm aus, sie riss ihm die Waffe aus der Hand und riss seinen schreienden Kopf von den Schultern.

Gabriela Olivas Silva, Miami, Florida
Meine Ohren rauschten und vor der Theke konnte ich Joriks Stimme hören. Dann die des Gangsters.
Es fiel ein Schuss.
Dann hörte ich einen Schrei—einen grässlichen Schrei—, unterbrochen von einem … ich wollte mir gar nicht vorstellen, was für ein Geräusch das war. Mein Kopf schmerzte an der Stelle, wo ich auf dem Weg nach unten gegen die Theke geschlagen war. Ich würde eine Beule davontragen, aber das schien zum Glück meine einzige Verletzung zu sein. Solange mein Herz nicht in meiner Brust explodierte, würde ich es überstehen.
Eine Knarre. Dieser Mistkerl hatte mir eine Knarre an den Kopf gehalten. Er hätte mich …
“Gabriela?”
Joriks Stimme stoppte meine Panikattacke und ich versuchte mich aufzusetzen, ohne dabei wie eine Idiotin auszusehen, denn genauso fühlte ich mich. Dieser Gangster hatte sich die letzten beiden Tage hier herumgedrückt und die Lage ausgecheckt. Gestern früh war er hereingekommen und hatte gefragt, ob er die Toilette benutzen konnte. Ich hätte nein sagen sollen. Aber er sah aus, als ob er eine kleine Pause gebrauchen konnte. Verschlissenes T-Shirt. Rissige Jeans. Schuhe mit Loch an den Zehen und zwei Sorten Schnürsenkeln. Sein Haar war schmutzig und ungekämmt gewesen. Er sah aus wie ein Obdachloser, was er wahrscheinlich auch war, und ich hatte schon immer eine Schwäche für Notleidende gehabt.
Hauptsächlich Tiere. Aber gestern hatte ich eine Ausnahme gemacht—und es hinterher bereut. Tiere logen und betrogen nicht, sagten auch keine fiesen Sachen. Sie gaben einfach ihr Bestes. Menschen auf der anderen Seite? Menschen waren gefährlich.
Und Aliens scheinbar auch.
“Gabriela?” Noch ehe ich mich aufrappeln konnte, waren seine Hände auf mir und hoben mich wie ein Federgewicht von den dreckigen Fußmatten.
Noch ein lächerlicher Gedanke. Ich kicherte, als er mich auf die Füße stellte und dann gegen seine Brust drückte … die scheinbar … höher war, als sie eigentlich sein sollte. Wieder musste ich kichern und mir war klar, dass mein fast schon hysterisches Getue auf einer Art Schock beruhte, aber das war egal. Bis ich das Blut sah. An Jorik. Nicht viel, aber dieser Scheißkerl hatte seine Waffe auf den großen Alien gefeuert. Hatte Jorik etwa eine Kugel abbekommen? Meinetwegen?
“Jorik? Geht es dir gut?” Ich schob mich gegen ihn, hätte aber ebenso gut gegen eine zwei Tonnen schwere Ziegelwand stemmen können. Sicher, ich war eine füllige Frau. Ich liebte Eis und das konnte man auch sehen … überall. Aber er rührte sich nicht. “Lass mich los. Du bist verletzt.”
Sein Lachen war nicht wirklich ein Lachen, sondern ein Grollen gegen mein Ohr. “Nein. Du verletzt.”
Ich blinzelte etwas irritiert und fragte mich, ob ich mich verhört hatte, oder ob Jorik—der lächelnde, witzige, charmante Jorik—plötzlich nicht mehr in ganzen Sätzen reden konnte. Vielleicht hatte er innere Blutungen. “Jorik, im Ernst, ich muss wissen, ob es dir gut geht.”
“Nein. Wo Wohnung? Ich dich kümmern.”
“Wo ich wohne?” korrigierte ich ihn.
“Ja.” Er hatte mich jetzt auf den Arm gehoben und seine riesige Hand presste meine Wange an seine Brust, als wir an der Leiche des Gangsters vorbeigingen. Das war in Ordnung so. Ich wollte gar nicht erst wissen, was dieses fetzende Geräusch angerichtet hatte.
“Meine Wohnung ist nur wenige Blocks entfernt. Mir geht’s gut. Lass mich runter. Ich kann laufen.”
“Nein.”
Na schön. Ehrlich gesagt war mir nicht wirklich nach Laufen zumute. Ich war immer noch am Ausflippen, weil mir eine Knarre an den Kopf gehalten wurde. Von einem Arschloch, dass mich die letzten zwei Tage gestalkt hatte und dass, wenn Jorik nicht dagewesen wäre, ich womöglich getötet worden wäre. Dieser Gedanke brachte erneut mein Herz zum Rasen und ich bekam keine Luft mehr, meine Brust war wie zugeschnürt.
Er musste gespürt haben, was in mir vorging, denn Jorik strich mir im Gehen mit der freien Hand über Kopf und Gesicht. Ich kam mir vor wie ein verhätscheltes Kätzchen und ließ ihn einfach machen. Jorik war groß, stark und verdammt sexy. Ich wusste, dass er das Abfertigungszentrum für Bräute bewachte. An den meisten Tagen hatte ich ihn auf dem Weg zur Arbeit am Eingangstor gesehen. Ich hatte mich schlau gemacht und erfahren, dass er von einem Planeten namens Atlan kam. Er war eine Bestie—was auch immer das bedeutete. Aber er schien mir kein Monster zu sein. Er hatte schwarzes Haar und einen dunklen Teint, wie ein jüngerer, stämmigerer Dwayne Johnson. ‘The Rock’ wäre auch für Jorik ein passender Spitzname gewesen. Und seine Augen? Gott hilf mir, seine Augen waren die Schlafzimmeraugen schlechthin. Voller Sex, Verheißung und Geheimnissen.
Die vergangenen Wochen war er jeden Tag in den Laden gekommen und ich hatte zumindest gehofft, dass er nicht nur der Desserts wegen kam.
Aber was dachte ich mir nur dabei? Er war ein Alien-Krieger, der beauftragt war eine der wichtigsten außerirdischer Einrichtungen auf der Erde zu bewachen. Das Abfertigungszentrum hier in Miami war Drehscheibe für interstellare Bräute und neue Rekruten für die Koalitionsflotte. Auf der Erde gab es nur sieben solcher Anlagen und die Aliens, die sie betrieben, hüteten sie wie wahre Goldschätze.
Ich hatte Aliens von Prillon Prime, Atlan und Everis gesehen—diese Spezies sah genauso aus wie wir. Ich wusste, dass es da draußen noch mehr Planeten gab, aber wie es aussah, überließen sie am liebsten den riesengroßen oder unglaublich schnellen Kriegern den Wachdienst. Ich hatte sie beobachtet, diese Krieger, allem voran Jorik, wenn sie innerhalb der Anlage miteinander rangen oder ihre seltsamen Sportspiele spielten. Die Everianer waren dermaßen schnell, dass ich ihnen nicht folgen konnte und sie erinnerten mich an Vampire aus Filmen. Die Prillonischen Krieger waren einfach nur … anders. Sie hatten scharfe Gesichtszüge und eine ungewöhnliche Hautfarbe. Kupfer. Bronze. Gold. Die meisten von ihnen hatten auch gold- oder orangefarbene Augen. Sie waren über zwei Meter groß und wären nie und nimmer als Menschen durchgegangen.
Die Atlanen aber? Sie sahen aus wie Footballstars oder Basketball-Spieler. Reichlich über zwei Meter groß. Jorik war lächerlich groß, gebräunt und eine Versuchung auf zwei Beinen. Sie alle sahen wie Sexgötter aus, mit ihren prominenten Muskeln und hungrigen Augen. Besonders Jorik beherrschte diesen Blick zur Vollendung. Der Blick, unter dem ich mir hübsch vorkam und nicht ‘zu fett’. Der Blick, der mich dazu brachte, dass ich mich ausziehen und ihm meinen Körper vorführen wollte, als wäre er ein Festmahl für seine Sinne statt ein Grund mich zu schämen.
Dieser. Blick.
Genauso sah er mich an, als er mich zu meiner Wohnung trug. Er stellte mich gerade so lange auf die Füße, damit ich den Schlüssel aus der Vordertasche meiner Jeans holen und die Tür aufschließen konnte. Sobald sie aufschwang, hob er mich wieder hoch. Diesmal war seine Schulter in Reichweite, als ob er im Laufen geschrumpft war und ich fragte mich, ob ich nicht verrückt geworden war, schließlich war er mir noch im Laden um einen Fuß größer vorgekommen.
Er trat die Tür zu, stellte mich runter und drehte sich um. “Schließ ab.”
Ich zog eine Augenbraue hoch, tat aber, was er wollte. Danach fühlte ich mich sicherer, was einfach nur albern war. Nichts würde an ihm vorbeikommen. Und alles, was doch an ihm vorbeikommen würde, würde auch kein Problem mit der leichten Holztür haben.
Sein Schnaufen wurde von einem flüchtigen Grinsen begleitet und ich erkannte den charmanten Mann—Alien—wieder, mit dem ich mich Tag für Tag im Laden unterhalten hatte. Der Laden … “Mist. Wir müssen die Polizei anrufen. Meine Chefin. Oh Gott, ich hätte nicht einfach so verschwinden dürfen. Sie wird ausflippen. Und was ist, wenn Kunden reinkommen?”
Wie wäre es mit einer Pekannuss-Praline zur Leiche dazu?
Ich legte die Hände aufs Gesicht. “Ach du lieber Gott, was soll ich tun?”
Jorik streckte den Arm aus, um mir Einhalt zu gebieten. Ich drehte mich zu ihm um und er hob seine Hände bis fast an mein Gesicht. Sein Blick aber wanderte von meinen Augen zu seinen Handflächen und dann fing er zu fluchen an. “Ich werde dich nicht noch einmal mit blutigen Händen berühren.”
Erleichtert über die Ablenkung führte ich ihn die Küche. Mein versauter Teil—jener Teil voller Ideen und Wunschvorstellungen—dachte daran, ihn ins Bad zu führen, ihn auszuziehen und mich mit ihm zusammen in die winzige Dusche zu zwängen. Aber das würde eine Menge nackte Haut und noch mehr Mutmaßungen meinerseits umfassen.
Vielleicht war dieser Blick eine normale, tagtägliche Begebenheit bei einem Alien.
Und vielleicht dachte ich auch nur so, weil ich wenige Minuten zuvor fast gestorben wäre. Vielleicht stand ich unter Schock.
Ich sah zu, wie der prächtigste Hüne maskuliner Vollendung, den ich je gesehen hatte—in echt oder digital—mitten in meiner kleinen Küche sein Hemd auszog.
Ich stand definitiv nicht unter Schock. Ich wollte ihn. Eine ganze Weile schon. Ich musste die ganze Zeit an ihn denken, hatte mich jeden Tag gefragt, ob er im Laden auftauchen würde und war irrsinnig glücklich, wenn er kam.
Er wusch sich die Hände im Waschbecken und sah wie ein Fremdkörper aus. Ich hatte noch nie einen Mann in diese Wohnung gelassen und schon gar nicht einen von Joriks Größe. Sein Kopf reichte fast bis an die Decke und unter der hässlichen Neonröhre, deren Abdeckung mit einem halben Dutzend toter Fliegen gesäumt war, musste er den Kopf einziehen.
Peinlich. Aber ich hasste Fliegen und putzen hasste ich sogar noch mehr. Sobald ich die Eisdiele nach Ende jeder Schicht picobello hinterlassen hatte, fehlte mir einfach die Kraft, um eine Leiter hervorzuholen und diese Art von Lästigkeit anzugehen.
Abgesehen davon—da war diese Brust. Und Schultern. Und, oh Gott, sein Rücken erst. Nichts als Muskeln. Ein Knackarsch, der so straff war, dass es aussah als ob sich unter seiner Hose zwei Bowlingkugeln versteckten. Kein normaler Arsch konnte so fest sein, oder? Bei mir war jeder Zentimeter einfach nur weich, alles außer den Knochen. Die Vorstellung, dass jemand so hart sein konnte, schien surreal und ich streckte die Hand aus, um ihn zu befühlen …
Ich zog meine Hand zurück. Nee.
“Himmel, was ist los mit mir?” flüsterte ich, als ich mich abwandte und meine Hand sicher hinter meiner Flanke versteckte. Ich ging zurück Richtung Tür. Plötzlich erschien es mir eine wunderbare Idee, noch einmal den Türriegel zu überprüfen. Ich musste mich von der Versuchung in meiner Küche ablenken.
Er drehte den Hahn wieder zu und die Luft roch nach Spülmittel und unmissverständlich nach ihm. Düster. Moschusartig. Wild.
Ich kämpfte gegen den Drang, mich zum Narren zu machen und presste meine Stirn gegen den kühlen Türrahmen. Ich musste wieder klar denken. Ich sollte meine Chefin anrufen, die Ladeneigentümerin. Sie war eine nette Frau in ihren Sechzigern, die mir auch gerne Urlaub gegeben hatte, wenn ich ihn benötigte. Sie zahlte gut und sie war fair, also war ich geblieben. Drei Jahre lang. Ich musste sie anrufen. Sie würde sich Sorgen machen und die Polizei rufen. Bestimmt würden sie schon bald an meine Tür klopfen. Im Geschäft gab es Überwachungskameras, also würden sie das Video sichten und herausfinden, was genau passiert war. Sie würde meine Aussage verlangen. Und Joriks. Wir sollten uns darum kümmern. Und zwar sofort.
Aber ich wollte nicht. Ich wollte nicht darüber reden. Ich wollte nicht einmal darüber nachdenken. Und zwar nie wieder. Ich wollte meine nackten Brüste an Joriks Rücken pressen, meine Nase in seine Haut graben und ihn einatmen. Ich wollte ihn von allen Seiten ablecken, ihn küssen, ihn schmecken und seinen Schwanz reiten, bis ich nicht mehr klar denken konnte. Ich wollte atemberaubenden, unvorstellbaren Sex haben, und zwar mit jemandem, zu dem ich mich zum ersten Mal in meinem Leben tatsächlich hingezogen fühlte. Keine Fummelhände. Keine Lügen. Keine Manipulation. Keine Spielchen. Nur rohe, animalische Lust.
Und das war abgedreht, denn bisher hatten wir nur geredet. Ich hatte ihm eine neue Sorte Eiscreme gereicht, wir hatten geplaudert, während er seine Waffel verspeiste und dann würde er gehen. Ich wusste kaum etwas über ihn und er stammte auch nicht gerade aus Kansas oder Kalifornien. Er kam von einem anderen Planeten. Was könnten wir schon für Gemeinsamkeiten haben? Warum interessierte ich mich für ihn? Oh, sicher, er war heiß und wie es aussah hatte ich einen inneren Sexteufel, der jetzt rauskommen wollte.
Ich wollte zum Tier werden, wenigstens einmal in meinem Leben. Ich wollte diese Art versauten, ultra-heißen Sex erleben, von der ich in meinen Lieblingsbüchern gelesen hatte.
Ich wollte Jorik. Über mir. In mir. Er sollte mich anfassen. Er sollte mich kommen lassen, bis mir der Verstand wegblieb.
3

Gabriela
“Alles in Ordnung?”
Jorik war hinter mir. Er berührte mich zwar nicht, aber er war so nahe an mir dran, dass ich seine Wärme spüren konnte.
Ich nickte, starrte aber weiterhin auf die Tür. Ich wagte es nicht, mich zu bewegen. Ich fürchtete, dass ich ihn bespringen würde, sollte ich mich umdrehen. Oder schlimmer noch …, dass er gehen würde. Am Ende gingen sie schließlich alle.
“Gabriela,” sprach er. “Ich möchte dich anfassen.”
Oh Gott, diese Stimme. Diese Worte. Hörte ich Stimmen? Im Laden hatte er mich als seine Frau bezeichnet. Das hatte ich gehört. Das war keine Einbildung gewesen. Oder?
Ich schloss meine Augen und klopfte mit der Stirn gegen die kalte Tür. Es musste vom Stress herrühren. Ich war bei weitem nicht attraktiv genug, damit dieses Prachtstück von einem Mann—Alien—scharf auf mich sein konnte. Mein Haar war lang und schwarz. Gerade. Nicht lockig. Langweilig. Meine Haut war nicht schlecht, das Latino-Erbe meiner Eltern machte meinen hellbraunen Teint zu meinem größten Vorzug. Aber abgesehen davon? Nein. Ich war ganze zehn Größen über dem Idealmaß und war seit der Schule nicht mehr von einem Jungen angerührt worden.
Nicht, dass ich keine Bedürfnisse hatte. Mein Sextrieb war intakt und wohlauf—aber einsam. Aber es war nun mal sehr viel einfacher, ein paar Mal die Woche mit meinem batteriebetrieben Freund eine Runde zu drehen, als mir wieder und wieder … und wieder das Herz brechen zu lassen. “Vielleicht solltest du gehen, Jorik. Ich glaube nicht—ich …”
“Bitte, Gabriela. Ich muss dich anfassen.”
“Wie meinst du das?” Es war keine Halluzination. Er wollte tatsächlich …
Er beugte sich runter und sein warmer Atem fächelte über meinen Hals. “Du bist so hübsch, Gabriela. So weich. Ich kann mich nicht länger zurückhalten. Ich möchte dich unter meinen Fingern spüren. Meinen Lippen. Jeden Zentimeter von dir erforschen. Was dir gefällt, was dich winseln lässt.”
Er küsste meine Wange und beugte sich dabei weit nach unten. Heiliger Strohsack, er war gewaltig. Ich fragte mich, ob sein Schwanz genauso groß war wie der Rest.
“Wann du dich vor Lust nur so krümmst.”
Ich bekam Gänsehaut. Seine Stimme. Gott. Sie war dermaßen tief, dass es in meiner Brust nur so dröhnte. Meine Nippel waren fest wie Stein und scheuerten gegen meinen BH.
“Was dich betteln lässt.”
“Jorik,” sprach ich.
“Meine Bestie hält es nicht länger aus. Wir müssen dich nehmen.”
Mit diesen Worten war mein Höschen endgültig hinüber. Seine innere Bestie sollte gleich meiner vorgestellt werden—außer, dass sie halb verhungert und verdammt unanständig war.
“Ja,” flüsterte ich, wagte es aber immer noch nicht mich umzudrehen.
Das schreckte ihn nicht ab, denn seine Hände wanderten an meine Taille, sein Mund berührte meinen Hals und fing an mein zartes Fleisch zu küssen, zu lecken und zu saugen.
Ich keuchte, als ich seine … Begierde zu spüren bekam. Seine Hände wanderten und erkundeten mich. Von den Hüften zum Bauch, von der Taille zu den Brüsten, dann wieder über meine Hüften und an meinen Schenkeln runter und schließlich wieder hoch über meine Muschi. Sie hörten gar nicht mehr auf mich zu erforschen.
Mir wurde ganz heiß beim Kontakt und ich schmolz regelrecht dahin. Ich wurde nachgiebig. Meine Handflächen pressten gegen die Tür, meine Stirn presste gegen die kühle Oberfläche.
“Jorik,” sprach ich erneut, diesmal ganz außer Atem.
Er machte mich an wie keiner zuvor und ich war immer noch angezogen. Gott, konnte ich etwa allein schon davon kommen?
Ich hörte ein Grollen, fast schon ein Knurren. Mit meinem Gesicht nach unten geneigt beobachtete ich, wie er hinter mir auf die Knie ging. Seine Hände fielen an meine Knöchel, dann glitten sie an den Seiten meiner Jeans entlang bis zu meinem Bauch. Von da aus wanderte er weiter nach oben und packte meine großen Brüste durch BH und T-Shirt hindurch. “Ich möchte dich nackt haben, Gabriela. Ich möchte dich überall anfassen. Dich kosten. Dich mit meinem Schwanz ausfüllen. Dich ununterbrochen kommen lassen.”
Er rollte meine harten Nippel zwischen seinen Fingern hin und her und ich presste mich stöhnend seiner Berührung entgegen. Solange ich noch angezogen war, durfte das eigentlich gar nicht möglich sein. Ich konnte nicht mehr denken. Ich wollte nur noch mehr. “Ja. Ja. Alles.”
Sein Kopf war gegen meinen Rücken gepresst und ich konnte spüren, wie er erschauderte. Seine Brust drückte gegen meine Rückseite und seine Hände zitterten.
Hatte ich das etwa bewirkt? War er etwa genauso außer sich und verzweifelt wie ich? Brauchte er meine Berührung? Sollte ich ihn küssen? Ihn probieren?
Ich drehte mich um, sodass mein Rücken gegen die Tür presste. Selbst auf den Knien war sein Kopf fast auf Augenhöhe. Gott, er war riesig. Seine dunklen Augen waren ganz glasig vor Lust und da war noch etwas anderes, etwas, das ich nie auf einem Männergesicht gesehen hatte und das ich kaum benennen konnte. Ich wagte es nicht, nicht, wenn es so sehr nach … Ehrfurcht aussah. Anbetung.
Wie Liebe.
Aber das war unmöglich. Oder nicht? Ich kannte ihn kaum.
Er erstarrte, als ich meine Hände an sein Gesicht hob, seine Wangen umfasste und dann mit dem Daumen über seine Unterlippe strich. Er war hübsch. Wirklich hübsch. “Ich werde dich jetzt küssen.” Keine Ahnung, warum ich es vorher ankündigte, aber irgendwie hatte ich das Bedürfnis ihm eine faire Warnung zu geben, als ob er sich bereit machen sollte. Um die Kontrolle zu behalten. Um sich mental auf einen sinnlichen Angriff vorzubereiten, der ihn an seine Grenzen bringen würde.
Ich zuckte zusammen. Oder womöglich war die Warnung für mich? Das hier sah mir so gar nicht ähnlich. Ich hatte keinen Sex mit Fremden. Ich hatte keinen Sex mit Aliens. Zum Teufel, ich hatte sonst überhaupt nie Sex. Nie hatte ich mich in meinem Körper wohlgefühlt, hatte es gehasst in den Spiegel zu schauen. Dass ich mich ausziehen und irgendjemandem alles von mir geben wollte, war mir so fremd, dass ich es kaum verstehen konnte.
Aber ich würde diese Gelegenheit auch nicht einfach vorbeiziehen lassen. Jorik war umwerfend. Auf Rockstar-Filmstar-Sexgott-Level. Und aus irgendeinem Grund wollte er mich scheinbar genauso sehr, wie ich ihn wollte.
Langsam, ganz langsam senkte ich den Kopf und blickte ihm in die Augen. Ich kam immer näher. Dann, eine Millisekunde ehe meine Lippen seine berührten, schloss ich die Augen.
Er ließ mich gewähren, seine enormen Hände ruhten regungslos auf meinen Hüften, während ich ihn erkundete und kostete. Gott, er schmeckte so gut. Unbeschreiblich. Perfekt.
Als ich meine Zunge in seinen Mund gleiten ließ, regte er sich schließlich und zerrte an meiner Hose, bis ich mich von ihr befreit hatte. Ich sehnte mich nach Hautkontakt, also zog ich mir mein T-Shirt über den Kopf, sodass ich nur mit BH und Höschen bekleidet vor ihm stand.
Er sah sich regelrecht satt und betrachtete jeden Zentimeter von mir. Ich wartete auf ein Anzeichen der Enttäuschung, aber es gab keines. Wenn überhaupt, dann verdunkelte sich sein Blick sogar noch mehr, wurde er noch hitziger.
War er real?
Ich streckte die Hand aus.
“Nein. Nicht bewegen.” Mit der Handfläche auf meinen Brustkorb gepresst hielt er mich gegen die Tür genagelt. So dominant. So verfickt geil. Ich wimmerte.
Bewegen? Ich konnte kaum Luft holen.
Seine freie Hand wanderte meinen nackten Schenkel hinauf. Gott sei Dank hatte ich heute früh ein hübsches Seidenhöschen angezogen und nicht die heut-ist-Wäschetag-Omaschlüpfer.