Von ihren partnern beherrscht

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Der Gedanke ließ mich rot anlaufen.
“Dem Testdurchlauf zufolge gehe ich davon aus, dass sie mit ihrem Partner sehr zufrieden sein werden.”
“Und falls nicht?” Was wäre, wenn sie sich irrte und der Typ gemein zu mir sein würde? Er mochte seinen Schwanz wie ein Pornostar herumschwenken, aber was wäre, wenn er mich einfach nur zu seiner Sklavin machen wollte? Was wäre, wenn er mich wie mein Verlobter schlagen würde?
“Sie können es sich dreißig Tage lang anders überlegen.” antwortete sie. “Denken sie daran, dass sie nicht nur zu einem Mann passen, sondern zum gesamten Planeten. Falls sie nach dreißig Tagen ihren Partner nicht wollen, dann können sie einen anderen Krieger anfordern, aber sie werden auf dem Planeten Viken bleiben.”
Das erschien mir fair zu sein. Ich seufzte erleichtert und entspannte mich bei dem Gedanken, dass ich am Ende doch noch ein Wörtchen mitzureden hatte—und nicht zur Erde zurückgeschickt werden würde.
“Sind sie zufrieden?” wollte sie wissen. “Haben sie weitere Fragen? Gibt es irgendwelche Gründe, ihren Transport zu verschieben?”
Sie schaute mich an, als würde sie mir eine letzte Chance geben. Eine Chance, die ich verstreichen lassen würde. “Nein. Es gibt keinerlei Gründe dafür.”
Sie nickte mit dem Kopf. “Ausgezeichnet. Für die Unterlagen, Miss Adams, sind sie verheiratet?”
“Nein.” Wäre ich nicht abgehauen, dann würde ich es bald sein. Nämlich in zwei Wochen.
“Haben sie Kinder?”
“Nein.”
“Gut.” Sie wischte wieder über ihren Bildschirm. “Sie wurden offiziell dem Planeten Viken zugeteilt. Akzeptieren sie die Partie?”
“Ja.” Solange der Typ sich nicht mies verhielt, würde ich überall hingehen, nur um hier raus zu kommen.
“Da sie zugestimmt haben, ist es jetzt offiziell. Sie verlieren damit ihre Bürgerrechte auf der Erde. Sie sind ab jetzt und für den Rest ihres Lebens eine Viken-Braut.” Sie blickte auf ihren Bildschirm und wischte erneut mit dem Finger darüber. “Den Bräuchen des Planeten Viken entsprechend werden an ihrem Körper einige Modifikationen vorgenommen, bevor sie transportiert werden können.”
Die Aufseherin Egara stellte sich neben mich.
“Modifikationen?” Was sollte das heißen? Was würde sie mit mir anstellen?
Sie drückte auf einen Knopf an der Wand über meinem Kopf und die Wand öffnete sich. Ich blickte über meine Schulter nach hinten, konnte aber nichts weiter als ein schwaches, blaues Licht erkennen. Dann bewegte sich ein langer Arm aus Metall aus der Wand heraus, an dem eine Nadel befestigt war. “Was ist das?”
“Keine Angst. Wir implantieren nur die NPU, das ist für alle Bräute so vorgesehen. Halten sie still. Es dauert nur ein paar Sekunden.”
Der Roboterarm bewegte sich auf mich zu und stach mich in den Nacken. Ich zuckte vor Schreck zusammen, aber es tat fast gar nicht weh. Eigentlich war es überhaupt nicht schmerzhaft. Als der Stuhl sich rückwärts in den Raum mit dem blauen Licht bewegte, blieb ich ruhig und entspannt. Ich war schläfrig.
“Sie brauchen jetzt keine Angst mehr zu haben, Miss Adams.” Als der Stuhl sich in das warme Wasser absenkte, fügte sie noch hinzu: “Ihre Abfertigung beginnt in drei … zwei … eins.”
2

Drogan
“Wir waren fast dreißig Jahre lang voneinander getrennt. Ich verstehe nicht, warum wir uns ausgerechnet jetzt zusammenfinden sollen.” Ich verschränkte die Arme vor der Brust, als ich quer durch das Zimmer auf die beiden Männer starrte, die mir zum Verwechseln ähnlich sahen. Es waren meine Brüder. Der Eine hatte langes Haar, das ihm weit bis über die Schultern reichte und der Andere hatte kurz geschorenes Haar und eine Narbe an der rechten Augenbraue, ansonsten aber kam ich mir vor, als ob ich in den Spiegel schauen würde. Ich wusste schon immer, dass ich als Drilling zur Welt gekommen war, ich wusste, dass wir nach der Geburt getrennt worden waren und ich kannte sogar den Grund dafür.
“Als sie geboren wurden, befanden sich die Sektorenkriege im vollen Gange. Nach dem Tod ihrer Eltern wurde beschlossen, sie voneinander zu trennen. Je ein Kind wurde entsendet, um über einen der drei Sektoren zu regieren und mit ihrem königlichen Blut die Machtverhältnisse auszugleichen und den Krieg zu beenden.” Der Regent Bard blickte keinen von uns direkt an. Er war klein und gebrechlich, aber überaus mächtig. Wir hätten ihn mühelos mit unseren bloßen Händen töten können, aber wir wussten, dass sein Tod am Verlauf der Ereignisse nichts ändern würde. Ich wusste es einfach und deswegen war es sinnlos, Blut zu vergießen. Da er noch am Leben war, mussten meine Brüder zu derselben Einsicht gekommen sein. Aber keinem von uns gefiel die Sache.
Neben dem Regenten stand Gyndar, sein Stellvertreter. Der Regent stellte ihn uns nur kurz vor und allem Anschein nach sollte Gyndar einfach die Klappe halten und das tun, was der Regent ihm befahl. Er war kein junger Kavalier mehr, der noch grün hinter den Ohren war, sondern ein älterer Herr mit einer ernsthaften, besonnenen Mine. Man hätte ihn leicht übersehen können und das machte ihn so gut in seinem Job. Meine Spitzel hielten mich über die Machenschaften des Regenten auf dem Laufenden und Gyndar war ein wichtiger Mittelsmann und Verhandlungspartner, der in aller Ruhe und hinter verschlossenen Türen Abkommen aushandelte, während der Regent Bard öffentliche Auftritte absolvierte und die Fassade aufrechterhielt.
“Wir brauchen keine Nachhilfe in Geschichte, Herr Regent. Uns ist bewusst, dass wir der Grund für das Friedensabkommen und das Ende des Krieges waren.” sagte Tor.
Es war merkwürdig, als meine Stimme aus einem anderen Mund zu sprechen schien. Sein langes Haar und der dicke Mantel waren Anzeichen dafür, dass er in dem kälteren Sektor Nummer Eins lebte. Ich war nie dort gewesen und hatte keinerlei Interesse daran, mich der klirrenden Kälte auszusetzen.
“Für sie war es ein ziemlicher Glücksfall, dass wir als Drillinge zur Welt kamen, nicht wahr, Herr Regent?” fügte Lev hinzu. Er ging zu einem Stuhl mit einer großen Lehne. Sein kurzes Haar und sein wütender, finsterer Blick ließen ihn kaltherziger als Tor erscheinen, aber ich wusste, dass das eine falsche Annahme war. Meine Brüder waren beide gestandene Krieger und sie herrschten über ihre Sektoren, so wie ich über meinen Sektor herrschte. Dass sie diese drei Jahrzehnte überhaupt überlebt hatten, war ein ausreichender Beweis für ihre Stärke und ihre Intelligenz.
Ich erkannte Ähnlichkeiten zwischen Lev und mir. Genau wie er lümmelte ich gerne mit meinen langen Beinen weit von mir gestreckt. Ich sah Levs geschwungene Augenbrauen und abgesehen von der Narbe war es, als würde ich in einen Spiegel blicken. Wir teilten auch dieselbe Abneigung und Gleichgültigkeit gegenüber den manövrierenden und durchtriebenen Machenschaften der Politik. Genau wie mir gefiel keinem meiner Brüder diese Zusammenkunft. Es war uns lästig und wir mussten da jetzt einfach durch.
Der ältere Herr nickte zustimmend. “Ich glaube, das Schicksal wollte es so, dass durch ihre Geburt der Frieden auf Viken wiederhergestellt wurde.”
Ich schaute zu meinen Brüdern, bevor ich antwortete. “Und trotzdem herrscht für uns noch kein Friede. Wir werden uns mit einer Frau von einem anderen Planeten verpartnern. Wir sollen unsere Heimat, unser Volk, unser Leben hinter uns lassen, um zusammen zu leben und uns eine Braut miteinander zu teilen? Wir haben unser gesamtes Leben in verschiedenen Sektoren zugebracht; das ist zu viel verlangt.”
“Herr Regent, wir mögen als Brüder zur Welt gekommen sein, aber jetzt sind wir Feinde.” fügte Tor hinzu. Ich nickte und Lev tat es mir gleich. Ich hatte kein Verlangen danach, durch den Raum zu preschen und meine Brüder zu ermorden, aber meine Loyalität galt den Leuten meines Sektors und die Loyalität meiner Brüder galt den Leuten in ihren Heimatsektoren. Wir waren als Brüder geboren, aber unsere Treue galt unserer Heimat und den Leuten, für die wir verantwortlich waren. Unser Volk benötigte unseren Schutz und unsere Fürsorge.
“Feinde?” Regent Bard hakte nach. “Nein. Sie sind Brüder. Identische Drillinge mit der gleichen DNA, die jetzt eine Partnerin nehmen werden und mit dieser einen Nachkommen zeugen werden.”
“Ihnen geht es also gar nicht um uns.” Lev faltete seine Hände. Obwohl er gelassen wirkte, wusste ich, dass er alles andere als entspannt war. Woher ich das so genau wusste, war mir nicht ganz klar, aber ich spürte Dinge in diesen beiden Männern, die ich in anderen Leuten nicht spüren konnte. War das etwa so, weil wir Drillinge waren oder herrschte noch irgendeine andere Verbindung zwischen uns? “Es geht um das Kind, das wir zeugen werden.”
Der alte Mann hielt nichts dagegen. “Ja. Dieses Kind wird die drei Sektoren wieder miteinander vereinen, es wird alleinig über sie herrschen, gleichberechtigt und vereint. Der Planet Viken wird sich wieder vereinen und einen Alleinherrscher haben. Der Krieg wird ein für alle Mal enden.”
“Erstens, ich möchte keine außerirdische Braut. Wenn die Einheit des Planeten ihr Ziel ist, dann sollte unsere Partnerin vom Planeten Viken kommen” sprach Tor, als er sich gegen eine Wand lehnte.
Wir befanden uns auf Viken United, einer kleinen Insel, auf der sich eine handvoll Regierungsgebäude befanden. Alle interstellaren Besucher trafen an diesem Ort ein und alle offiziellen Zusammenkünfte zwischen den Vertretern der Sektoren wurden hier abgehalten. Das riesige, weiße Zentralgebäude mit seinen steilen Spitztürmen hatte Statuen, die allen drei Sektoren gewidmet waren—nämlich Pfeil, Schwert und Schild—und es war der einzige Ort, der von allen drei Sektoren als neutrales Territorium angesehen wurde.
Waffen wurden an der Grenze zurückgelassen. Es war ein sicheres Gebiet, eine friedliche Zone, in der Konflikte gelöst werden konnten.
Obwohl der Krieg seit Jahrzehnten vorbei war, blieb die Kluft zwischen uns weiterhin groß. Unsere Kulturen waren verschieden. Ich konnte meine Brüder schon aus Prinzip nicht ausstehen. Ich wusste nichts über sie, außer, wie sie aussahen. Unsere Körper waren absolut identisch und daher wusste ich, dass Tors Schwanz sich nach links neigte und dass Lev ein Geburtsmal am oberen Rücken hatte. Abgesehen davon waren wir Wesen, die ihrem Volke gehörten und ihren Sektoren dienten.
“Auf Viken gibt es keine einzige Frau, die durch und durch neutral ist.” Er schaut durch uns hindurch. “Wer von ihnen würde eine Partnerin aus einem fremden Sektor für sich beanspruchen wollen?”
Alle drei schüttelten wir energisch mit dem Kopf. Es wäre unvorstellbar, eine Frau aus einem anderen Sektor zu nehmen und sie zu ficken. Sie würde mich hassen und ich würde sie ertragen müssen. So konnte eine Verpartnerung nicht funktionieren und wir alle wussten das. Wir benötigten eine echte, starke Verbindung. Nach der Verpartnerung war diese Verbindung mächtiger als alles andere auf Viken.
“Aus diesem Grund wurden sie einer Frau von einem anderen Planeten zugeteilt. Einer Frau vom Planeten Erde.”
“Wer von uns?” wollte ich wissen. “Wir müssen nicht alle drei dabei mitmachen. Sicherlich kennt sich einer meiner Brüder genug mit Frauen aus, um sie zu schwängern.”
Die Männer hatten keine Einwände. Sollten sie auch nur ein kleines bisschen Ähnlichkeit mit mir haben, dann dürfte es kein Problem für sie sein, eine Frau zu begatten.
“Einer von ihnen reicht leider nicht aus.” Ich hätte schwören können, dass Regent Bard kurz innehielt, um seinen Worten mehr Gewicht zu verleihen. “Sie müssen sie alle drei begatten. Und es muss sofort hintereinander geschehen, im Abstand von wenigen Minuten. Sie alle müssen die gleiche Chance haben, das Kind zu zeugen.”
Wir blickten uns flüchtig an, aber keiner von uns sagte ein Wort. Ich wusste aber, dass sie am Überlegen waren. Ich könnte ihre exakten Worte nicht hören, aber ich wusste, dass wir das gleiche dachten. “Ich teile meine Braut nicht, Herr Regent. Wenn sie darauf bestehen, dann werde ich eine Partnerin nehmen, aber ich werde sie niemals teilen.”
“Dann wird es wieder Krieg geben.” Als der Regent diese Worte aussprach, veränderte Lev seine Körperhaltung und Tors finsterer Blick wurde noch bedrohlicher. “Sie sind die letzten Nachkommen der Königsgeschlechter. Der gesamte Planet billigt ihren Anspruch auf Vikens Thron. Sie müssen gemeinsam eine Braut nehmen. Sie müssen ihre Streitigkeiten beiseitelegen und ihr Volk in eine neue, friedliche Ära führen. Wir müssen aufhören, uns gegenseitig zu bekriegen und unsere Anstrengungen auf die interstellaren Kampftruppen lenken. Wir können uns jetzt nicht mehr wie kleine Kinder gegenseitig bekämpfen. Der außerirdische Feind rückt näher und unsere Krieger beteiligen sich nicht am Kampf. Stattdessen bleiben sie zu Hause und überfallen sich gegenseitig, wie ein paar verwöhnte Gören.”
Der Regent atmete tief durch. Ich hatte diese Standpauke schon mehrmals gehört. Der Gesichtsausdruck meiner Brüder ließ darauf schließen, dass auch sie diese Worte nicht zum ersten Mal hörten. “Sie alle drei sind in jeder Hinsicht identisch. Ihr Samen ist identisch, deswegen wird ein Kind, welches aus der Verpartnerung resultieren sollte, sie drei und alle drei Sektoren repräsentieren.”
“Also müssen wir es nicht gemeinsam zeugen.” sagte ich. “Einer von denen beiden kann die Frau bekommen.” Ich deutete mit dem Kopf in Richtung meiner Brüder.
Ich wollte bloß nicht derjenige sein, bei dem die Frau landete. Ich brauchte keine. Die Viken behüteten ihre Frauen und Kinder, aber da ich mir keine Sorgen darum machen musste, eine Frau zufrieden zustellen oder sie im Zaum zu halten war mein Leben so viel einfacher. Wenn ich mir eine Frau in meinem Bett wünschte, dann nahm ich mir eine. Wenn ich fertig war, lebte sie ihr Leben weiter und ich tat dasselbe. Es gab für mich keinen Grund, warum ich eine Frau begatten sollte. Kinder bedeuteten viel Verantwortung und sie brauchten eine Familie, die ich nicht gründen wollte. Unsere Eltern hatten allem Anschein nach eine liebevolle Partnerschaft, aber was hatte ihnen das nur eingebrockt. Sie waren tot. Ich wollte nicht eine Frau nach Viken holen, wenn man sie dann aus politischen Gründen umbringen würde.
“Ich will keine Partnerin.” sagte Tor. “Er kann sie haben.” Er deutete auf Lev.
“Ich? Ich will keine Partnerin.”
Der Regent blieb überaus ruhig. Er war entschlossen, vor seinem Tod Ordnung auf dem Planeten zu schaffen. Er war alt und zerbrechlich. Im Gegensatz zu uns hatte er Zeiten gesehen, in denen auf Viken Frieden herrschte. “Es ist zu spät. Sie wurde jedem von ihnen zugeteilt. Als Viken sind sie sich ihrer Verantwortung bewusst.”
Verantwortung. Die hatte man mir schon in einem sehr jungen Alter aufgezwungen. Es bestand die eine Verantwortung, den Planeten zu führen, aber es gab keine Verantwortung, zusammen mit meinen entfremdeten Brüdern eine Frau gemeinsam zu begatten.
“Wir haben nicht darum gebeten.” sagte ich und sprach damit gleichzeitig auch für meine Brüder. Sie nickten und es war vielleicht das erste Mal, dass wir uns in einer Sache einig waren.
“Würde denn jeder von ihnen das Kind ihres Bruders als ihren rechtmäßigen Nachfolger anerkennen?”
“Nein.” Lev zog wieder die Augenbraue nach oben.
“Niemals.” Tor ballte die Hände zu Fäusten.
Ich sagte nichts, denn meine Antwort war dieselbe. Nein. Niemals. Ich würde nie mein Volk dem Nachkommen eines anderen Mannes überlassen. Mein Volk war mein Volk. Mein Kind würde das heilige Amt des Souveräns erben.
“Sie haben verstanden. Sie alle müssen sie begatten.” Der Regent hob seine Hand, als ich dazu ansetzte, mit ihm zu diskutieren. “Niemand hat sie darum gebeten, als Herrscher über diesen Planeten geboren zu werden. Niemand hat sie gefragt, als sie als Kleinkinder voneinander getrennt wurden. Sie waren dazu bestimmt, als eine Einheit zusammen zu bleiben. Sie wurden geboren, um zu herrschen, aber ihr Leben war und wird immer mit Opfern verbunden sein. Im Namen des Planeten und im Namen der zukünftigen Generationen müssen sie endlich Frieden schließen. Unsere Krieger müssen wieder der interstellaren Koalition dienen. Wir müssen unseren Planeten vor den Hive schützen, anstatt uns gegenseitig zu bekriegen. Falls wir ein weiteres Mal unsere Quote für Krieger nicht erfüllen, dann werden wir von der Koalition nicht länger geschützt werden. Mir wurde mitgeteilt, dass wir achtzehn Monate lang Zeit haben, um unseren Verpflichtungen nachzukommen, um unseren Beitrag zum Bräute-Programm zu leisten und um Krieger zu stellen oder Viken wird nicht mehr von der Koalition geschützt werden. Ich möchte Viken vereint und stark wissen. Stolz und in Sicherheit. Vor meinem Ableben müssen wir dafür sorgen, dass Viken wieder seinen Platz als wirksame Kraft im Kampf gegen die Hive einnimmt.”
Die Hive waren eine Rasse künstlicher Wesen, die auf ihrer Suche nach Rohstoffen und neuen, biologischen Lebewesen für ihr Kollektiv willkürlich tötete. Sie bedienten sich aller natürlichen Lebensformen und implantierten diese mit Technik, Neuro-Prozessoren und Steuerungsmechanismen, die den Kreaturen den Verstand und die Seele raubten. Alle Mitgliedsplaneten der interstellaren Koalition steuerten Geldmittel, Raumschiffe und Krieger im anhaltenden Kampf gegen die Hive und ihre willkürliche Boshaftigkeit bei.
Die Hive mussten gestoppt werden. Und der Regent hatte vollkommen Recht. Viken hatte seit Jahren nicht mehr die entsprechende Anzahl an Kriegern oder Bräuten gestellt. Ich war noch nicht einmal auf den Gedanken gekommen, dass man uns dafür eventuell fallen lassen würde. Die Bedrohung für den Planeten war real und nicht hinnehmbar. Zwei Sonnenzyklen waren kaum genügend Zeit, um eine Frau zu begatten und das Kind auf die Welt kommen zu sehen. Was bedeutet, dass wir wirklich keine Zeit und keine andere Option mehr hatten. Ich hasste ihn dafür, dass er uns die Wahrheit sagte. Aber mir war klar, was getan werden musste, auch wenn mir der Gedanke daran nicht sonderlich behagte.
“Bis jetzt haben sie sich nie mit interstellarer Politik befasst. Nun aber müssen sie ihrer Rolle gerecht werden und die Verantwortungen akzeptieren, die ihnen in die Wiege gelegt wurden. Der gesamte Planet Viken muss beschützt werden. Wir müssen vereint werden. Viken muss stark sein. Das ist die Wahrheit und das ist auch der Traum, für den ihre Eltern ihr Leben geopfert haben.”
Lev knurrt. “Sie starben nicht für den Frieden, sondern aufgrund des Krieges. Die Rebellengruppen haben sie in einem Wettlauf zur Macht gejagt und ermordet. Der Bürgerkrieg auf Viken wurde beendet, weil sie uns aufgeteilt haben, nicht weil wir zusammen geblieben sind.”
“Damals, als Babys, konnten sie noch nicht anführen.” fügte der Regent hinzu. “Jetzt aber sind sie nach Viken United, dem zentralen Sektor unseres Planeten zurückgekehrt, um Frieden zu schließen. Und zwar nicht nur vorübergehend, wie es durch ihre Platzierung in den einzelnen Sektoren bewirkt wurde, sondern für immer. Sie drei müssen ihre Streitigkeiten beiseitelegen und sich zu einer echten Front vereinen. Zusammen werden sie große Macht erlangen. Drei Brüder. Ein Kind. Eine Zukunft.”
“Verdammt.” flüsterte Tor. Ich hatte den gleichen Gedanken. Es gab keine andere Lösung, als das, was der Regent uns vorgetragen hatte. Wir mussten unser Volk vor den Hive und vor den Rebellengruppen auf unserem Planeten schützen. Die Rebellen wollten zur alten Stammesordnung zurückkehren, mit hundert verschiedenen Sektoren, die jeweils einen eigenen Anführer hatten und eigene Ziele verfolgten. Sie wollten die Lebensweise der Viken wie sie vor hunderten Jahren üblich war wiederbeleben, bevor wir Mitglied der interstellaren Gemeinschaft wurden, bevor Viken ein Planet unter vielen wurde.
Die Rebellengruppen gierten nach Krieg und Konflikten, sie wollten alle über ihr kleines Königreich herrschen, und zwar mit absoluter Macht und eiserner Hand. Sie wollten sich allmächtig wissen und es den Göttern gleichtun.
Diese veralteten Ideen waren die Überbleibsel einer jahrtausendealten Kultur. In der neuen Welt gab es dafür keinen Platz mehr. In der neuen Welt könnten die Hive innerhalb weniger Wochen die gesamte Bevölkerung unseres Planeten auslöschen, wenn wir sie wie ein paar Dummköpfe ohne Schutz dastehen lassen würden. Unsere Krieger wurden im Weltall gebraucht, auf den Schlachtschiffen, nicht bei Streitereien über Ernteerträge und Frauen.
“Sie hätten uns über die Forderungen der Koalition, über die unerfüllten Krieger-Quoten informieren können.” sagte ich. “Sie hätten uns in ihren Plan einweihen und uns von unserer Braut berichten können.”
Meine Brüder verschränkten die Arme vor der Brust und nickten einstimmig.
Der alte Mann zog eine seiner ergrauten Augenbrauen hoch. “Hätten sie mir denn zugestimmt? Hätten sie sich dem Auswahlprozess für die Verpartnerung unterzogen?” Der Regent neigte den Kopf beiseite und schaute erleichtert. Wir hatten dem nichts mehr entgegenzusetzen. Er hatte recht. Ich war nicht vollkommen unvernünftig und wie es schien, fehlte es auch meinen Brüdern nicht an Einsicht. Wir hatten uns noch nicht geeinigt, aber wir lauschten mit offenen Ohren.
Tor rieb an seinem Unterkiefer. “Wie haben sie einen von uns verpartnert? Und wem wurde die Braut zugewiesen?”
Der Regent war tatsächlich peinlich berührt, nie hatte ich beobachtet, wie sein runzliges Gesicht rosafarben anlief. “Die Routineuntersuchung, die sie letzten Monat durchlaufen haben, war ein Trick, um sie zu testen. Wir haben sie alle drei betäubt und die Tests durchgeführt, während sie geträumt haben. Bei einigen Test hatten sie vollkommen das Bewusstsein verloren.”
Als ich das hörte, zuckte ich zusammen. Ich wusste genau, wovon er redete. Ich war für die allgemeinmedizinische Untersuchung gekommen und wachte schweißgebadet und mit klopfendem Herzen wieder auf. Die Untersuchung war ungewöhnlich verlaufen. Nie zuvor war ich auf der Krankenstation mit einem fetten Ständer aufgewacht. Nichts konnte ihn wieder runter bringen. Ich musste mich beim Doktor entschuldigen und meine Hand zur Hilfe nehmen, um das Unbehagen zu mildern. Ich hatte eine Art Traum gehabt, der so intensiv gewesen war, dass ich mehr als einfach nur erregt wurde. Wenn ich mich nur daran erinnern könnte, was ich damals geträumt hatte. “Wer von uns ist also ihr Partner?” wollte ich wissen. Ich musste es wissen. Ich wollte nicht eine Frau ficken, die nicht mir gehörte. Wenn nötig würde ich es einmal machen, um den Planeten zu schützen, aber ich würde keine Gefühle für sie entwickeln, ich würde mir nicht gestatten, mich um sie zu sorgen, wenn sie nicht mir gehörte.
Der Regent kicherte nur. “Sie alle drei. Wir haben ihre Profile im Programm miteinander kombiniert und sie wurde ihnen zusammen zugeteilt. Sie wird nicht nur jeden von ihnen mit seinen Macken akzeptieren, sondern sie wird jeden von ihnen brauchen, um wirklich glücklich zu sein. Jeder von ihnen verfügt über eine Charaktereigenschaft, die sie braucht, nach der sie sich sehnt und die sie benötigt, um zufrieden zu sein.” Der Regent schritt auf und ab, seine festen, grauen Stiefel lugten unter seinem Gewand hervor, als er lief. Er trug eine weiche Robe mit festen Stiefeln, die mit eingebetteten Klingen versehen waren. Sanfte Worte, gefolgt von der Härte eines eisernen Willens. Der Look passte zu ihm. “Ich wollte sie nicht hier versammeln, bevor ihre Braut ausgewählt wurde und bis der Transfer stattfinden würde. Ich wollte nicht riskieren, dass einer von ihnen sie ablehnen würde.”
Da er damit offensichtlich Recht hatte, antwortete keiner von uns.
“Meinetwegen.” Tor lenkte schließlich ein. “Und jetzt sollen wir diese Frau ficken, bis sie schwanger wird? Im selben Zimmer? Zur gleichen Zeit?” wollte er wissen.
Der Regent zuckte mit den Achseln. “Sie können sie teilen oder sie können sie nacheinander nehmen. Wie genau sie es anstellen, überlasse ich ihnen.”
Tor nickte. “Gut. Dann wird sie von Sektor zu Sektor reisen und wir werden sie nacheinander ficken.”
Der Regent erhob wieder seine Hand. “Wie ich ihnen gesagt habe, muss jeder von ihnen sie kurz hintereinander nehmen, um sicherzustellen, dass ihr Samen sich vermischt und sie alle die gleiche Chance erhalten, einen Nachkommen zu zeugen. Sie müssen sie nicht alle drei gleichzeitig ficken, aber die Verpartnerungsregeln sehen vor, dass—”








