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Das Naturgesetz
Wie oft hast du den Begriff Naturgesetz schon verwendet, ohne genau zu wissen, was das Naturgesetz wirklich ist? Hast du jemals in irgendeiner Schule oder an irgendeiner Universität gelernt, was das Naturgesetz ist? Selbst Wikipedia mit über zwei Millionen deutschen Einträgen brachte außer einer Begriffsdefinition bis Ende 2017 keine klare Definition zu diesem Suchbegriff. Dort werden Schwerkraft, Lichtgeschwindigkeit, Elektrodynamik etc. zum Beispiel als Naturgesetze bezeichnet. Sie sind aber nur Folgeerscheinungen eines höheren Naturgesetzes. Etwas wie das Naturgesetz scheint es aus naturwissenschaftlicher Sicht nicht zu geben.

Eine Ausdehnung der Suche ergibt weitere Resultate. Ergänzt man die Suche durch das Stichwort spirituelle Gesetze stößt man unter anderem auf die hermetischen Gesetze des Hermes Trismegistos*. Die von Hermes Trismegistos formulierten Gesetze sind im Folgenden sinngemäß in den heutigen Sprachgebrauch übersetzt.
Wenn du das Naturgesetz wirklich verstehst, es im Alltag erkennst und dein Denken und Handeln danach ausrichten kannst, wird deine Welt eine ganz andere werden. Dir werden Dinge klar, deren wahres Wesen sich nur dem wahrhaft Suchenden erschließt. Dein Weltbild wird sich für immer verändern, und dein Bewusstsein, vor allem dein Selbst-Bewusstsein, wird wachsen.
Das Naturgesetz ist ein Gesetz, das keinem anderen Gesetz unterworfen ist. Menschen können es weder in Kraft noch außer Kraft setzen. Alle Gesetze der Physik sind Ausdruck oder Wirkung des übergeordneten Naturgesetzes. Es wirkt im Materiellen wie im Geistigen, überall, zu jeder Zeit und selbst in der Zeitlosigkeit des reinen Seins, ungeachtet von Kultur, Willen und Glaubensausrichtung von Betrachter und Betroffenem.
Über den Ursprung der Formulierung kann man nur spekulieren. Viele altertümliche, fernöstliche, keltische und andere Quellen geben Hinweise auf eine altägyptische Gottheit namens Thoth, in der griechischen Mythologie besser bekannt als Hermes Trismegistos. Ihr wird nicht nur die Erfindung der Hieroglyphenschrift nachgesagt, sie soll darüber hinaus die erste Gottheit gewesen sein, die Naturgesetze formuliert hat. Hermes Trismegistos zu Ehren werden sie auch als hermetische Gesetze bezeichnet. Und wie es sich oft mit Gesetzen verhält, wird man sich ihrer erst richtig bewusst, wenn man dagegen verstößt.
Die sieben Prinzipien des Naturgesetzes
1 Das Prinzip Geist
Alles, was ist, ist in seiner Ursache geistig. Das All ist in seinem Ursprung rein geistig, reines spirituelles Sein. Erst in seiner Wirkung ist das All Materie geworden.

Dieses Prinzip besagt, dass alles, was existiert, von Geistigem durchdrungen ist. Z. B. ging diesem Buch die Idee zu diesem Buch voraus. Diese Idee ist das geistige Element in diesem Buch. Sie durchdringt das Buch vom Anfang bis zum Ende.
In jedem befruchteten Hühnerei ist die Idee eines Huhns oder Hahns enthalten. In jedem Apfelkern die Idee eines Apfelbaums. Und so ist in jedem Ding die Idee des Dings enthalten, ob durch Natur oder Menschenhand erschaffen oder geworden.
Da bis auf die tiefste atomare Ebene hinunter jedes noch so kleine Teil von Geist durchdrungen ist, ist auch der Mensch in seiner Gesamtheit und das ganze Universum von Geist durchdrungen, der Mensch sogar so stark, dass er sich dessen selbst bewusst ist.
Selbst Quantenphysiker sind in den vergangenen Jahren zu der Erkenntnis gelangt, dass es ein auslösendes Prinzip für Materie geben muss. Sie suchen dieses auslösende Prinzip nicht mehr auf der materiellen, sondern inzwischen auf der metaphysischen*, sprich geistigen Ebene.
2 Das Prinzip Polarität
Das All-Eine teilt sich in Teil und Gegenteil.
Verdunstet aus dem Meer ein Wassertropfen, so ist das Meer als Teil ohne diesen Tropfen als Gegenteil nicht vollständig wie der Tropfen ohne das Meer unvollständig ist. Polarität heißt, dass es immer beide Pole (= Extreme) braucht, um etwas darstellen und bewerten zu können:

Teil–GegenteilLinks–RechtsPlus–MinusJa–NeinGut–BöseYin–YangHuhn–Ei
Was war zuerst da? Das Huhn oder das Ei? Yin oder Yang? Links oder rechts? Die Frage ist so unsinnig wie lehrreich: Es geht nicht um das trennende ODER, sondern um das verbindende UND. In der alltäglichen Wahrnehmung finden wir hell oder dunkel, warm oder kalt. Obwohl wir ganz genau wissen, dass es beides gibt: hell und dunkel, warm und kalt. Die Trennung dieser Gegensätze nennen wir Dualität (= entweder – oder). Die Zusammenführung der beiden Pole kennen wir als Polarität (= und, sowohl als auch). In diesem Zusammenhang ist Heilung zu verstehen als Ganzwerdung durch die Vereinigung von Teil und Gegenteil.
3 Das Prinzip Bewegung
Leben ist Bewegung. Stillstand ist Tod. Nichts ist jemals in Ruhe, alles ist in ständiger Bewegung. Selbst ein Berg, der sich in absoluter Ruhe zu befinden scheint, bewegt sich ununterbrochen mit Über Schallgeschwindigkeit und wir uns mit ihm. Mit über 1600 km/h dreht sich die Erde in 24 Stunden einmal um sich selbst, und innerhalb eines Jahres, der Zeit, in der die Erde einmal um die Sonne kreist, legen wir fast eine Milliarde Kilometer zurück. Es herrscht also keine Spur von Stillstand. Natürlich spüren wir nichts von alledem, da sich die Atmosphäre der Erde mit dreht. Nach dem gleichen Prinzip drehen sich Elektronen um einen Atomkern. Sie sind immer in Bewegung, niemals in Ruhe.

4 Das Prinzip Ursache und Wirkung
Auch bekannt als das Prinzip von Aktion = Reaktion.
Es gibt nichts, was ohne Ursache ist, und nichts ist ohne Wirkung. Jede Ursache hat eine Wirkung, jede Wirkung eine Ursache. Fällt die Ursache weg, verschwindet die Wirkung. Die Hauptursache ist immer auf einer geistigen Ebene zu finden. Wirkungen können sowohl auf der geistigen als auch auf materieller Ebene stattfinden. Verketten sich mehrere Ursachen und Wirkungen, so spricht man von einer Kausalkette.

Beispiel
Schule interessiert mich nicht – deshalb bereite ich mich nicht auf die Prüfung vor – deshalb bestehe ich die Prüfung nicht – deshalb finde ich keine Lehrstelle – deshalb verdiene ich kein Geld – deshalb kann ich nicht von zu Hause ausziehen – deshalb bin ich frustriert – deshalb ertränke ich meinen Kummer in Alkohol – deshalb …
Schaukeln sich Ursache und Wirkung gegenseitig immer weiter auf, so spricht man von einem Teufelskreis.
Die altindische Sprache Sanskrit benötigt für dieses Gesetz nur ein einziges Wort: Karma. Dieses Wort bedeutet, dass jeder Gedanke und jede Tat in Bezug auf den Akteur selbst Folgen haben. Dabei geht es nicht um Bestrafung, sondern um die Konsequenzen, um die Wirkung.
5 Das Prinzip Resonanz, Spiegelung
Im Talmud* heißt es: »Achte auf deine Gedanken, denn sie werden Worte. Achte auf deine Worte, denn sie werden Handlungen. Achte auf deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheiten. Achte auf deine Gewohnheiten, denn sie werden zu deinem Charakter. Achte auf deinen Charakter, denn er wird zu deinem Schicksal.«
Dieses umfassende Prinzip gilt auch für Mensch, Seele und Körper. Wenn das innere Gleichgewicht nicht stimmt, wird das Bild des inneren seelischen Problems auf die äußere körperliche Ebene projiziert, wo es als Symptom in Erscheinung treten kann. Die Krankheit steht in Resonanz mit dem inneren Ungleichgewicht, die besagt: »Der Körper ist der Spiegel der Seele.« Wie innen, so außen.

Der Tropfen ist Bestandteil des Meeres, und das Meer ist Bestandteil des Tropfens. Die Elektronen kreisen um den Atomkern wie die Erde um die Sonne. Der Mikrokos mos entspricht dem Makrokosmos. Wie im Kleinen, so im Großen.
Du glaubst nur, was du siehst? Dein Glaube entspricht also dem, was du außerhalb von dir siehst. Wie außen, so innen. Auch das Gegenteil stimmt: Du siehst nur das, was du glaubst? Wenn du glaubst, dass die Welt ungerecht ist, wirst du nur Ungerechtigkeit sehen. Wie innen, so außen.
»Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus.« bedeutet: Wenn du »Hallo« in den Wald rufst, wird kein »Tschüss« widerhallen. Wie der Ton, so das Echo, Resonanz eben.
6 Das Prinzip Anziehung
Einige Auswirkungen dieses Gesetzes sind uns derart vertraut, dass wir gar nicht bewusst darüber nachdenken. Beispiel: Die Erdanziehungskraft, die dafür sorgt, dass wir nicht den Boden unter den Füßen verlieren, oder dass in die Höhe geworfene Dinge nicht am Himmel hängen bleiben.
Anziehungskraft in Form von Magnetismus kennt jedes Kind, das mit einer Holzeisenbahn spielt, deren Wagen mit Magneten aneinanderhaften. In der Schule gibt es magnetische Wandtafeln, später heißen sie Whiteboards und befinden sich in Sitzungszimmern. Wer vom rechten Weg abkommt, benötigt einen Kompass mit einer magnetischen Nadel, der ihm den Weg weist, und wer an einer schweren Krankheit leidet, wird möglicherweise mit dem Diagnoseverfahren Magnetresonanztomografie (MRI oder MRT) untersucht.
Das Gesetz der Anziehung wirkt jedoch nicht nur auf der materiellen, sondern auch auf der geistigen und seelischen Ebene: Gleich der messbaren materiellen Anziehungskraft wirkt die nicht physikalisch messbare seelische Anziehungskraft, die dafür sorgt, dass uns gewisse Menschen anziehen (Sympathie) und andere abstoßen (Antipathie). Das Wort Attraktivität hat seine Wurzel im Lateinischen, wo der Begriff ad tractum mit An-Ziehung übersetzt wird. Nach diesem Verständnis können materielle Aspekte wie Geld und Besitz oder soziale Stellung individuell attraktiv wirken. Andere reagieren auf immaterielle Impulse wie Charakter, Schönheit, Macht oder Charme.

Auf der bewussten Ebene besagt dieses Prinzip: »Gleich und Gleich gesellt sich gern.« Man kann diese Aussage besser verstehen, wenn man sie zum Beispiel mit den Wörtern Partei, Glaubensgemeinschaft, Fußballfanclub oder Selbsthilfegruppe in Zusammenhang bringt. Es geht um Menschen, die sich aufgrund gemeinsamer Interessen zusammengehörig fühlen. Auf der unterbewussten Ebene hingegen heißt dies: »Gegensätze ziehen sich an«, weil wir uns unbewusst wie ein Magnet nicht aussuchen, wen oder was wir anziehen. Dasselbe Prinzip zeigt sich beim Karma eines Menschen, wenn er zum Beispiel immer wieder Situationen in sein Leben zieht, die ihm die Gelegenheit bieten, ein spezifisches Thema aufzuarbeiten.
Auch das individuelle Auftreten von Krankheit folgt größtenteils diesem Prinzip: Durch dein Leben, dein Verhalten, deine Erfahrungen, dein Karma produzierst du Symptome, die dir eine Botschaft senden. Diese Botschaft will dir mitteilen, in welchem Bereich ein seelisches Ungleichgewicht besteht. Die Symptome geben dir durch ihr Auftreten die Möglichkeit, die tieferen Krankheitsursachen zu erkennen und aufzulösen.
Das Leben ist dein Lehrer, Symptome sind möglicher Ausdruck einer noch nicht gelernten Lektion. Deine Reaktion auf die Krankheit (= deine Bemühungen, das innere Gleichgewicht wiederherzustellen) zeigt den Stand deiner spirituellen Entwicklung, daran ablesbar, ob du eine Lektion gelernt hast oder nicht.
7 Das Prinzip Gleichgewicht
Das System Mensch ist wie das System Natur ein in sich geschlossenes System, das selbstregulierend und selbsterhaltend ist. Jedes Geschehen trägt letztlich dazu bei, einen Ausgleich zu schaffen, Harmonie aufrechtzuerhalten und ein natürliches Gleichgewicht herzustellen. Man kann das Phänomen des Ausgleichs in Situationen beobachten, die uns alle so natürlich scheinen, dass wir gar nicht auf den Gedanken kommen, dieses Prinzip darin zu erkennen, selbst wenn wir uns mitten in einem solchen ausgleichenden Ereignis befinden oder Teil davon sind.

Ein Stein, der in die Luft geworfen wird, um danach in einem See zu landen, hinterlässt keinen Vakuumtunnel hinter seiner Flugbahn. Plumpst der Stein ins Wasser, so hinterlässt er kein Loch im See. Krankheit bricht aus, um Gesundheit wiederherzustellen. Der Körper befreit sich von Dingen, die nicht hineingehören, mit dem Ziel, den Zustand größtmöglicher individueller Gesundheit wiederherzustellen. Manchmal muss ein kleiner Teil geopfert werden, um das größere Ganze zu erhalten. Ziel ist immer das optimale Gleichgewicht.
Fazit
Alle Prinzipien und Aspekte des Naturgesetzes sind immer und zur gleichen Zeit in Aktion. Mal tritt das eine Prinzip etwas deutlicher in den Vordergrund, mal ein anderes. Es ist keinerlei menschliches Bewusstsein notwendig, um dem Naturgesetz zu seiner Wirkung zu verhelfen. Als selbstregulierendes und selbsterhaltendes System sabotiert sich die Natur niemals selbst. Selbstsabotage ist das Produkt eines begrenzten Bewusstseins, das von einem ebenso begrenzten Verstand begleitet wird. Die Schöpfung wird stets alles unternehmen, um ein übergeordnetes größtmögliches Gleichgewicht zu erhalten oder wiederherzustellen.
* Altertümliche, aus der jüdischen Tradition stammende Technik der Interpretation von Worten mithilfe von Zahlen. Basierend auf den 22 Zeichen des Althebräischen.
* Hermes Trismegistos (Hermes, der dreifach Große): Der dreifach Geweihte, Gott der Götter, Meister der Meister, Heiler aller Heiler. Eine Gestalt, die unter diesem Namen vermutlich nie gelebt hat. Sie wird auf die altägyptische Gottheit Thoth zurückgeführt, welche die Schrift (Hieroglyphen) erfunden haben soll.
* Metaphysik: gr. metá = hinter, jenseits | phýsis = Natur. In diesem Sinne »Hinter oder jenseits der Natur«.
* Der Talmud: hebr. »Belehrung, Studium« ist die Auslegung der »jüdischen Bibel«, der Thora.
2 Geburtszahlen

Die Numerologie feiert größte Erfolge bei der Entschlüsselung von Geburtszahlen. Die Kunst der Numerologie besteht darin, Zahlen richtig zu interpretieren, um Rückschlüsse zu ziehen über Charaktermerkmale, Verhaltensweisen, Reaktionsmuster und Lebensaufgaben. Darüber hinaus können daraus Informationen abgeleitet werden wie beispielsweise über Anfälligkeiten von Krankheiten oder das Führen von Beziehungen und Partnerschaften.
Geburtszahlen setzen sich zusammen aus Geburtsdatum und Geburtszeit. Dabei gilt logischerweise: je exakter die Angaben, desto präziser die Aussage.
Schreibweisen
Meine Empfehlung: sich von Anfang an für eine Schreibweise zu entscheiden, von der man danach nicht mehr abweicht. In der Praxis hat sich folgende Darstellung bewährt:
TagMonatJahrhundertJahrStundeMinute2703– –681551Schreibweise: → 27. 03. 68/15:51h
Frage: »Warum wird das Jahrhundert (19 bzw. 20) nicht auch berücksichtigt?«
Antwort: »Da sämtliche Menschen eines Jahrhunderts dieselben Jahrhundertzahlen besitzen, nämlich eine 19 oder eine 20, kann daraus keine Individualisation abgeleitet werden. Es handelt sich bei der Jahrhundertzahl sozusagen um die Bühne, auf der von uns allen das Theaterstück Mein Leben aufgeführt wird, um die Kulisse, die deinem Leben den Rahmen gibt. Diese Bühne oder Kulisse ist für alle Menschen ähnlich, weil alle im selben Zeitalter auf dieser Bühne stehen.«
In der täglichen Praxis bei der Arbeit mit Geburtszahlen wirst du bald feststellen, dass die getroffenen Aussagen und Interpretationen nicht immer mit den tatsächlichen Gegebenheiten übereinstimmen. In den meisten Fällen spielt die durchgemachte individuelle Entwicklung die Hauptrolle. Deshalb erinnere ich noch einmal daran, dass es sich um die Geburtszahlen handelt.
Doch es gibt weitere Ursachen:
Aufgrund einfacher Logik ist nachvollziehbar, dass sich die Fehlerquelle entweder bei der Zahl befindet (z.B. falsche Geburtszeit) oder beim Numerologen (falsche Interpretation). Dass Geburtstag, -monat oder gar -jahr falsch angegeben werden, kommt kaum vor und falls doch, dann nur bei den Geburtszeiten, die sich um Mitternacht herum befinden.
Die nachfolgende Übersicht über mögliche Fehlerquellen zeigt, dass man eine angegebene Geburtszeit nicht einfach so hinnehmen soll. Auch dann nicht, wenn sie aus einer Geburtsurkunde oder einem anderen offiziellen Dokument stammt. Jede Geburtszeit sollte einer kritischen Überprüfung unterzogen werden, um fehlerhafte Aussagen zu vermeiden oder wenigstens zu reduzieren.
In der Arbeit mit der Numerologie entwickelt man sich ständig weiter. Sind die Aussagen und Interpretationen zu Beginn oft noch etwas dürftig, werden sie mit zunehmender Übung immer exakter und zutreffender. Und damit verbessert sich auch die Menschenkenntnis.
Treffen gewisse Aussagen nicht oder nur teilweise zu, gibt es meist irgendwo eine Fehlerquelle, die es aufzudecken gilt.
Fehlerquelle Mensch
Mangel an Erfahrung
Wer sich noch nicht lange mit Numerologie beschäftigt, hat verständlicherweise noch nicht die Erfahrung und das Wissen, das notwendig ist, um komplexere Zusammenhänge zu erkennen und zu verstehen.
Dranbleiben und weiter lernen. Es wird von Fall zu Fall besser gehen.
Gewichtung einzelner Zahlen
Oft hat man in den Anfangszeiten einen tieferen Bezug zu gewissen Zahlen, während man zu anderen Zahlen den Zugang weniger gut findet. Es kommt deshalb nicht selten vor, dass man seine Sichtweise einschränkt, indem man die beliebteren Zahlen etwas wichtiger nimmt und die Bedeutung anderer Zahlen etwas vernachlässigt.
Mit zunehmender Erfahrung entwickeln sich Wissen und Erkenntnisstand. Dranbleiben und weiterlernen.
Zahlenkombinationen
Kombinationen von fehlenden, vorhandenen und mehrfach vorhandenen Zahlen beinhalten unterschiedlichste Informationen. Einige Kombinationen treten offensichtlich zutage, andere verbergen sich dem ungeübten Auge. Doch auch für den fortgeschrittenen Numerologen ist es nicht immer einfach, Zahlenkombinationen treffsicher zu entschlüsseln, denn dieselbe Zahlenkomposition kann sich bei verschiedenen Menschen auf unterschiedliche Weise zeigen.
Beispiele dazu finden sich im Kapitel »Zahlenkombinationen« → Seite 202f.
Platzhalternullen
Null ist nicht gleich null. Wie du bei der Schreibweise festgestellt hast, gibt es maximal zehn Zahlen, die in Datum und Zeit notiert werden können. Es gibt Nullen, die für die Interpretation der Geburtszahlen benötigt werden und andere, die nur der Vollständigkeit halber notiert werden, damit man immer mit der gleichen Anzahl Stellen operieren kann. Man bezeichnet sie deshalb als Platzhalternullen.
Man erkennt Platzhalternullen daran, dass sie:
•An erster Stelle von Tag, Monat oder Stunde stehen
•Die Bedeutung einer Zahl nicht verändern
•Nicht ausgesprochen werden müssen
Beispiel mit Platzhalternullen
02.04.76/03:35 h
In diesem Datum gibt es drei Positionen, die mit Platzhalternullen aufgefüllt sind: Zehner-Tag, Zehner-Monat und Zehner-Stunde.
Die Nullen stehen jeweils an erster Stelle von Tag, Monat und Stunde. Bedeutung und Lesbarkeit der Zahl werden durch das Fehlen der Null nicht verändert.
Die Nullen müssen nicht ausgesprochen werden. Das Datum ist auch dann eindeutig, wenn die Nullen bei der Lesart verschwiegen werden.
Beispiel ohne Platzhalternullen
30.10.00/20:00 h
An den unterstrichenen Positionen befindet sich keine Null. In diesem Datum gibt es keine Platzhalternullen.
Alle sieben Nullen werden in diesem Beispiel bei der Interpretation berücksichtigt. Jede Null ist von Bedeutung, keine Null ist überflüssig. Würde nur eine einzige Null entfernt werden, würde sich die Aussage des Datums unzulässig verändern.
Die Verwendung von Nullen ist in jedem Fall zu überprüfen.
Getrübte Erinnerungen
…oder eingeschränkte Selbstwahrnehmung
Es gibt Personen, denen fällt es schwer, sich an ihre Kindheit oder Jugend zu erinnern. Andere besitzen zwar detaillierte Erinnerungen an die Vergangenheit, schätzen sich selbst aber völlig anders ein, als sie von ihrem Umfeld wahrgenommen werden. Diese Menschen verfügen über eine eingeschränkte Fähigkeit zur Selbstreflexion.
Die Herausforderung für den Numerologen besteht darin, solche Stolpersteine zu identifizieren und durch geschickte Befragung über Umwege an die gewünschten Informationen zu gelangen.
Aufmerksam bleiben und sich nicht scheuen, detaillierter zu fragen. Die Menschen kommen zu dir, weil sie numerologische Informationen bekommen möchten, deshalb sind sie bereit, auf Fragen zu antworten.
Sommerzeit/Winterzeit und andere Zeitzonen
Grundsätzlich zählt die zum Zeitpunkt der Geburt gültige Lokalzeit. Deshalb wird im Winter die Winterzeit zugrunde gelegt und im Sommer die Sommerzeit. Diese Regel gilt in allen Weltregionen. Auch die Astrologie bedient sich der jeweiligen Lokalzeit.
Andere Länder, andere Sitten. In gewissen Ländern gelten teilweise andere Schreibweisen als bei uns. In den USA beispielsweise werden Tag und Monat im Vergleich zu europäischen Gepflogenheiten umgekehrt notiert. Der elfte September (11. 9.) wird als nine/eleven (9/11) notiert.
Die lokale Geburtszeit ist exakt festzustellen.
Die Schreibweise der lokalen Geburtszeit ist zu berücksichtigen.
Andere Kulturen und Religionen
•Im islamischen Kalender beginnt die Zeitrechnung am 16. Juli 622 n.Chr., dem Zeitpunkt der Auswanderung des Propheten Mohammed von Mekka nach Medina. Bei Geburten in islamischen Ländern muss deshalb numerologisch anders gerechnet werden.
•Der jüdische Kalender beginnt im Jahr 3761 v.Chr.
•Der chinesische Kalender der Qing-Dynastie wurde per 1. Januar 1912 dem westlichen gregorianischen Kalender angeglichen.
•In Japan gibt es verschiedene Kalender, Zähl- und Schreibweisen.
•Daneben gibt es Dutzende weitere Kalender, die vom westlich-christlichen Kalender abweichen. Bevor man also eine numerologische Berechnung anstellt, sollte man feststellen, ob der Geburtsort in einem westlichen Land liegt oder an welchem Datum nach welchem Kalender die Geburt stattfand.
Ich persönlich finde es gewagt, eine kabbalistisch, westlich geprägte Numerologie anderen Kulturen überzustülpen. Das Potenzial für Missverständnisse scheint mir zu hoch. Deshalb beschränke ich mich bei meinen Analysen nach Möglichkeit auf Personen, die bezüglich ihrer Religion, Kultur und Gesellschaft dem christlich geprägten Abendland angehören.
Fehlerquelle Zahl
Der falsche Zeitpunkt
Es kommt vor, dass zur Bestimmung der exakten Geburtszeit der falsche Zeitpunkt zugrunde gelegt wird. Es ist nicht der Austritt des Kopfes aus dem Gebärkanal und nicht das Durchtrennen der Nabelschnur, die die Geburtszeit bestimmen. Wir orientieren uns, soweit es uns möglich ist, an Fakten. Fakt ist, dass der erste Atemzug, der erste Schrei den Beginn des irdischen Lebens und damit die Geburtszeit definiert. Das Leben wird eingehaucht und mit dem letzten Atemzug wieder ausgehaucht. Mit dem ersten Atemzug ist das Neugeborene imstande, sein Herz-Kreislauf-System selbstständig aufrechtzuerhalten. Deshalb gilt dieser Moment als effektive Geburtszeit.




