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Fandango winselte und schob seine feuchte Nase in Dominiks Kniekehle. Dominik streichelte ihn. Vielleicht besser, mit Fandango über die Felder zu gehen, als hier zu sitzen und sich zu ärgern, dachte er.
Auf einmal erhielt er über Facebook eine Nachricht – von Oliver!
»Hi, Björn! Du magst Hunde? Ich auch! Schönes Foto! Du wohnst anscheinend im Nachbarort, ich wohne in Neudorf. Gruß Oliver.«
Dominiks Herz klopfte wild. Oliver hatte ihm geantwortet – aber er wusste nicht, dass er in Wahrheit Dominik war! Warum hatte er nicht seinen richtigen Namen geschrieben? Dominik ärgerte sich schwarz. Doch dann schrieb er mit dem Mut der Verzweiflung zurück: »Hi, Oliver! Mein Hund heißt Fandango. Er ist Spanier. Willst du ihn mal kennenlernen?«
»Okay! Komm mit dem Fahrrad nach Neudorf. Wir treffen uns am Ortseingangsschild an der Straße, die von Krolau kommt.«
»Okay!«, antwortete Dominik.
Ihn war glühend heiß. Er rannte ins Bad und duschte kalt. Beim Abtrocknen fiel ihm dauernd das Handtuch auf den Boden. Blitzschnell zog er sich an, pfiff nach Fandango und schwang sich aufs Fahrrad.
Am Ortseingangsschild von Neudorf stand niemand. Dominik biss sich auf die Lippen. Wie hatte er so blöd sein können zu glauben, dass Oliver es ernst gemeint hätte?
Er lehnte sein Fahrrad an eine alte Linde und setzte sich am Wiesenrand auf den Koppelzaun. Fandango schnüffelte im Gras herum. Neudorf wirkte noch ländlicher und verschlafener als Krolau. Schwarzweiße Kühe grasten friedlich auf der Weide. Die Abendsonne schien Dominik ins Gesicht, ein leichter, milder Wind trug ihm die verschiedensten Düfte zu.
Gerade wollte Dominik sich wieder in den Sattel schwingen und nach Hause fahren, da bemerkte er einen Radfahrer auf der Landstraße. Sein Herz schlug bis in den Hals, denn er erkannte Oliver.
»Hi!«, rief Oliver, bremste forsch und schwang sich elegant vom Rad. Ritter Huldbrand stieg vom Pferd!
Fandango lief schwanzwedelnd auf ihn zu.
»Du bist ja ein ganz Süßer!«, sagte Oliver und streichelte den strubbeligen Kopf des Hundes.
Dominik stand verlegen daneben.
Dann blickte Oliver ihn an. Seine braunen Augen schauten fragend. »Du bist Björn?«
Dominik holte tief Luft. »Äh … nein, ich … also, das ist mein Alias. Ich … ich heiße Dominik.«
Oliver lächelte. »Hätte mich auch gewundert.«
»Gewundert? Wieso?«
»Ich kenne dich doch als Dominik.«
Dominik war sprachlos. »Du … du kennst mich?«, stotterte er endlich.
»Wir gehen doch in dieselbe Schule. Jemand erzählte mir mal, dass du Dominik heißt und einen Hund hast, der den Namen Fandango hat.«
Da hatte Oliver ihn also doch bemerkt! Und sich sogar nach seinem Namen erkundigt! Dominik wurde rot.
»Aber wir stehen hier so rum. Komm, ich zeig dir mein Versteck im Wald!«, schlug Oliver vor.
Sie ließen die Fahrräder stehen. Dominik befahl Fandango, die Räder zu bewachen. Der kleine Hund gehorchte, obwohl er bestimmt lieber mit den Jungs mitgelaufen wäre. Dann liefen die beiden auf das kleine Wäldchen zu, das hinter der Kuhweide begann und sich über etwa einen Kilometer an der Landstraße entlang zog. Oliver ging voran. Dominik folgte ihm über einen Sandweg, der sich im Unterholz verlor. Oliver schlängelte sich durch das Gestrüpp bis zu einem kleinen Unterstand aus Zweigen, Erde, Laub und Moos.
»Hab ich mir selbst gebaut«, erklärte er stolz. Sie schlüpften hinein und setzten sich auf den sandigen Boden. »Schau mal, hier!«
Er zog unter dem Laub eine wasserdichte Plastiktüte hervor. Mit großen Augen sah Dominik zu, wie Oliver ein paar bunte Hochglanzmagazine aus der Tüte holte. Ihm fielen fast die Augen aus dem Kopf, als er im Dämmerlicht erkannte, was das war: schwule Pornohefte!
In seinem Gehirn jagten sich die Gedanken. Oliver war also schwul! Und er war geil auf ihn, Dominik! Das war mehr, als er je zu hoffen gewagt hatte. Aber er war nur geil und sonst nichts. Er beschäftigte sich heimlich mit diesen Heften, und jetzt nahm er eben Dominik, weil der ihm gerade zufällig bei Facebook über den Weg gelaufen war. Morgen würde er einen anderen Jungen aufreißen.
Scheu warf Dominik einen Blick auf die farbigen Bilder. Männer fickten Männer, in allen Stellungen. Riesige Ständer waren zu sehen, die in den verschiedensten Körperöffnungen der Partner verschwanden. Weißliche Spermafontänen wurden verspritzt. Dominik spürte, dass die Bilder ihn geil machten. Obwohl er sie nicht wirklich mochte.
Oliver blätterte ein Heft durch, damit Dominik es sich ansehen konnte. Dominik sah weg.
»Du magst doch aber Männer?«, erkundigte sich Oliver unsicher. »Das hast du doch bei Facebook geschrieben!«
»Ja!«, sagte Dominik leise. »Aber nicht so.«
Plötzlich umarmte Oliver ihn. Es war wie in seinem schönsten Traum. Dominik spürte den warmen, schlanken Körper von Oliver dicht an seinem eigenen.
»Ich finde dich so cool!«, flüsterte Oliver ihm ins Ohr. »Ich hab dich immer auf dem Schulhof gesehen … « Er zog Dominiks Gürtelschnalle auf. Ehe Dominik etwas sagen konnte, hatte Oliver ihm schon die Jeans aufgemacht und griff ihm in den Slip. Es ging alles so schnell. Olivers Hand packte Dominiks Schwanz und fasste fest zu. Dominik stöhnte leise. Sein Schwengel wurde steinhart. Oliver machte es ihm so gut, dass Dominik schon Angst hatte, gleich zu kommen. Er schob Oliver etwas beiseite.
»Willst du es nicht?«, fragte Oliver enttäuscht.
»Doch! Aber nicht so schnell!« Er presste seine Hand auf Olivers dicke Schwanzbeule. Oliver kam ihm entgegen. Er machte selbst seine Jeans auf und schob sie zusammen mit dem Slip nach unten. Ein großes, schweres, schön gewachsenes Teil rutschte Dominik in die Hand. Es war das erste Mal, dass er einen fremden Jungenschwanz berührte. Die Erregung ließ ihn kaum noch atmen. Er streichelte die feuchte, heiße Eichel und ließ seine Finger über den Schaft gleiten.
Oliver drehte sich auf einmal um. Das große Teil war jetzt genau vor Dominiks Gesicht. Dominik atmete einen wundervollen, frischen Jungenduft ein. Der hat sich ja auch gerade eben gewaschen!, konnte Dominik noch denken, dann dachte er gar nichts mehr. Die feste Kuppe drängte sich zwischen seine Lippen. Er machte den Mund auf und ließ sie hineingleiten. Olivers Ständer schob sich in Dominiks Mundhöhle, tiefer und tiefer. Gleichzeitig spürte Dominik, dass Oliver es bei ihm genauso machte. Sein Harter rutschte in eine nasse, heiße, himmlische Höhle. Sie stöhnten beide zugleich.
Olivers Finger spielten an Dominiks festen Eiern und glitten weiter nach hinten. Dominik fühlte, wie eine Fingerspitze in sein Loch eindrang, dann der ganze Finger. Der dreifache Reiz war einfach zu viel für ihn. Wie eine Meereswoge überkam es ihn. Er schrie leise auf. Das Sperma schoss aus ihm hinaus, direkt in Oliver Mund. Oliver schlürfte alles ab und schluckte es herunter.
Da spürte Dominik ein Zucken und Pulsieren in seinem Mund. Oliver stieß noch tiefer in seine Mundhöhle. Dominiks Rachen füllte sich mit warmer Sahne. Er kostete es aus, schmeckte, genoss. Auch, wenn Oliver ihn nur einmal benutzte und dann wieder fallen ließe – es war wundervoll.
Oliver drehte sich wieder um und nahm Dominik in die Arme. Er schmiegte sich dicht an ihn. »Wir müssen uns ganz oft sehen!«, flüsterte er. »Ich hab dich lieb! Schon lange! Ich wusste nur nicht, ob du wirklich auf Jungs stehst!« Er küsste ihn so zärtlich, dass Dominik fast geheult hätte vor Glück.
Seitdem schaute sich Dominik gerne schwule Pornohefte an – aber nur zusammen mit Oliver. Und danach probierten sie immer alles selbst aus. Das taten sie einen ganzen, seligen Sommer lang. Als es zu kalt für ihr Versteck im Wald wurde, entschlossen sich Oliver und Dominik, ihren Eltern zu sagen, dass sie einander liebten. Es gab ein paar Turbulenzen, doch dann gewöhnten sich alle daran, dass Oliver und Dominik ein Paar waren, ein junges Liebespaar wie Millionen andere auch.
* * *
Anglerglück
Ich war im Urlaub in die Berge gefahren, in eine ganz einsame Gegend ohne Touristenrummel. Hatte ich mir selbst verordnet, um endlich mal richtig auszuspannen. Ich bin Filialleiter bei einer großen Lebensmittelkette. Da ist der Dienst eigentlich nie zu Ende. Immer muss man auf dem Sprung sein, immer verfügbar.
Vor zwei Monaten waren ein paar Idioten sogar in meine Filiale nachts eingebrochen und wollten die Registrierkassen und Computer klauen. Sie wurden zum Glück erwischt, aber ich stand natürlich nachts auf der Straße, zusammen mit der Polizei, und musste alles regeln. Stress pur!
Jetzt hatte ich endlich zwei Wochen Urlaub, und keine Macht der Welt hätte mich ans Handy bekommen. Ich wollte bloß Berge, Wälder, Bäche und höchstens ein paar Gämsen sehen. Das Wetter war wundervoll, es gab nur Sonne und als Verzierung am Himmel ein paar winzige, weiße Wattewölkchen.
Am ersten Tag hatte ich bloß ausgeschlafen, gegessen, auf der Terrasse meiner Pension gesessen und die Zeitungen gelesen, die die Pensionswirtin freundlicherweise für ihre Gäste ausgelegt hatte. Nicht mal zum Fernsehen hatte ich Lust. Am zweiten Tag raffte ich mich auf, mir ein bisschen die Umgebung anzusehen.
Die Pension lag idyllisch am Ende eines schmalen Gebirgstals, rund einen Kilometer weit weg vom nächsten Dorf. Ich begann mit der Erkundung, indem ich am Bach entlang aufwärts lief. Tief atmete ich die frische Bergluft ein. Die Tannen dufteten, und von weiter her, vom Dorf, wehte der herrliche Geruch frisch gemähter Wiesen.
Der Bach rauschte mir in einem erstaunlichen Tempo entgegen. Das Wasser sprang über rund geschliffene Steine, stürzte an kleinen Stromschnellen hinab und sammelte sich dann wieder in felsigen Becken. Eine Bachstelze huschte mit wippendem Schwanz über die Kiesel. Blau schimmernde Libellen jagten über der Wasserfläche hin und her. Das Sonnenlicht glitzerte in tausend Funken auf dem Wasser.
Ich ließ mich gefangen nehmen von der herrlichen Natur, blieb stehen, schaute, ging wieder ein Stück, bis sich ein neues Gebirgspanorama auftat, und verweilte wieder. Urlaub total!
Kein Mensch begegnete mir. Ich begann, über mein Leben nachzudenken. Ich war jetzt fünfunddreißig, verdiente gut, hatte eine schöne Wohnung und eigentlich keine Sorgen. Ich sah einigermaßen gut aus und hielt mich im Sportstudio regelmäßig fit. Ab und zu ein Date mit einem leckeren Kerl vervollständigte mein Glück. Trotzdem hatte ich das Gefühl, dass mir etwas fehlte. Ich wusste eigentlich nicht, was es war.
Meine Gedanken wurden unterbrochen. Ich hörte ein merkwürdiges Sirren in der Luft. Zuerst dachte ich, dass irgendein grässliches, stechwütiges Insekt im Anflug sei. Dann entdeckte ich die Ursache: Eine Schnur flog durch die Luft und landete auf dem Wasser. Eine Schnur?
Ich ging ein paar Schritte weiter. Der Bach machte an ein paar größeren Felsen eine kleine Biegung. Hinter den Felsen stand ein Mann mit einer Angelrute. Ich blieb stehen und schaute ihm zu.
Der Typ war riesig, bestimmt einen Kopf größer als ich, und ich bin mehr als eins achtzig groß. Er trug über einem Pullover eine olivgrüne Anglerweste mit lauter kleinen Taschen und dazu eine passend grüne, taillenhohe Wathose aus Gummi oder ähnlichem Material. Er stand bis zu den Oberschenkeln im Gebirgsbach und hantierte mit seiner Angelrute.
Die meisten Leute finden Angelsport langweilig. Die Angler finden ihn wahnsinnig spannend. Ich gehöre zur ersten Gruppe. Es wollte mir einfach nicht in den Kopf, wie man seine kostbare Freizeit damit verbringen konnte, still an einem See oder Fluss zu sitzen und darauf zu warten, dass so ein dussliger Fisch anbiss.
Dieser Mann saß allerdings nicht still, sondern schwang pausenlos die Rute. Sein rechter Arm kreiste aus dem Schultergelenk, damit die Angelschnur immer wieder aufs Wasser hinausflog, flach einsank und wieder zurückgezogen wurde. Mit der anderen Hand gab er Schnur zu und zog sie wieder ein.
Es dämmerte mir, dass er Fliegenfischen betrieb. Dabei fängt man mit künstlichen Insekten aus Federn und anderen leichten Materialien, die mit einem Haken versehen sind, zum Beispiel Lachse und Forellen. Im Leben würde ich so etwas nicht tun, aber dieser Typ war mit einem Eifer dabei, der mich erstaunte. Dabei sah er wirklich gut aus. Er war etwa in meinem Alter, hatte blondes, dichtes Haar und – soweit ich es unter den Anglerklamotten erkennen konnte – eine erstklassige Figur.
Ein bisschen neugierig war ich schon, warum so ein Klassekerl hier im Bach herumstand und angelte. Langsam schlenderte ich näher heran, obwohl ich wusste, dass Angler nicht gerne gestört werden. Ich stellte mich ans Ufer, in sicherer Entfernung vom quirlenden Wasser, und sah ihm zu.
Nach einer ganzen Weile drehte er sich zu mir um.
»Hallo!«, rief ich ihm durch das Rauschen des Baches zu.
»Hi!«, rief er lässig zurück und warf die Angelschnur erneut aus.
Irgendetwas musste ich sagen, wenn ich mit ihm ins Gespräch kommen wollte. »Was fängt man denn hier?«
»Forellen!«, erwiderte er.
Ich lugte verstohlen in den Fischkorb, der am Ufer stand. Es war Picknick-Proviant darin, aber kein einziger Fisch.
»Und hast du schon viele gefangen?« Die Frage war vielleicht etwas peinlich für ihn, aber nun war sie schon heraus.
Er lachte leicht. »Noch keine heute, und gestern auch nicht.«
Na, wenigstens war er ehrlich.
»Und wenn du eine fängst, was machst du dann damit?«
»Ich lasse sie wieder frei.«
Nun war ich doch ziemlich erstaunt. Ein Angler, der seine Beute wieder aussetzte? Merkwürdig.
»Warum angelst du dann?«, fragte ich neugierig.
»Um zu entspannen.«
Er zog die Angelschnur ein, nahm die bunte Kunstfliege ab und steckte sie in eine der vielen Taschen an der Weste. Langsam kam er zum Ufer gewatet. Die wasserdichte Hose endete in stabilen Gummistiefeln. Er legte die Angelrute vorsichtig auf den Felsen, löste den soliden, schwarzen Gürtel und streifte die tropfnasse Wathose ab. Darunter trug er leichte Jeans. Er kam auf mich zu und streckte mir die Hand hin.
»Stefan!«, stellte er sich vor. »Hast du auch Interesse am Angeln?«
»Ehrlich gesagt, nein!«, gab ich zu und nannte ihm meinen Namen. »Ich war nur neugierig. Dieses Fliegenfischen habe ich noch nie in Wirklichkeit gesehen, nur im Film.«
Er ließ sich nieder, packte aus dem Korb ein paar Hähnchenschenkel sowie kräftiges Landbrot aus und öffnete zwei Bierdosen. Mit einer Handbewegung lud er mich ein, sich neben ihn zu setzen.
»Lass es dir schmecken. Ich freue mich, dass ich Gesellschaft habe.« Er biss in eine Hähnchenkeule. »Weißt du, ich bin Abteilungsleiter in einem großen Industriebetrieb, und ich brauche einfach im Urlaub etwas, das mich vom Stress ablenkt. Und dieses Jahr habe ich mir das mit dem Fliegenfischen ausgedacht. Aber so richtig gelingt es mir nicht.« Er lachte.
Sympathischer Typ, dachte ich. »Wie lange machst du das schon?«
»Ach, erst seit drei Tagen.«
»Dafür sah es schon sehr professionell aus«, lobte ich ihn. »Ich bin auch auf Entspannungstour, bin vorgestern angekommen.«
Wir unterhielten uns über unsere Jobs und alles Mögliche. Er stammte aus Hamburg. Ich erzählte ihm von meiner Heimatstadt Berlin. Das Angeln hatte er anscheinend vergessen. Wir vertilgten gemeinsam seine Picknickvorräte. Ich beschloss, ihn am nächsten Tagen zum Essen einzuladen, um mich zu revanchieren.
»Hast du deine Familie zu Hause gelassen?«, fragte er irgendwann.
»Ich hab keine Familie«, antwortete ich, »wenn man von einem Bruder absieht, der fünf Kinder hat.«
Stefan lachte wieder. Sein Lachen war herzlich und offen. Überhaupt gefiel er mir von Minute zu Minute besser. Irgendwie funkten wir auf derselben Wellenlänge. Ich hatte es noch nie erlebt, dass ich mit einem Fremden gleich so gut zurechtkam.
»Meine Familie besteht aus drei Schwestern«, erzählte er. »Und sie sind alle drei ziemliche Nervensägen. Die würde ich nie in den Urlaub mitnehmen.«
Er nahm einen Grashalm in den Mund, streckte sich auf den Uferfelsen aus und verschränkte die Arme hinter dem Kopf. Also, er war nicht nur sympathisch und nett, er war einfach ein toller Kerl. Ich konnte nicht anders, ich musterte ihn heimlich vom Kopf bis zu den Füßen. Seine breite Brust spannte den knappen Pullover, und unter den dünnen Jeans wölbte sich ein verlockendes Paket.
Ich spürte, dass mich das nicht gleichgültig ließ. Also doch wieder Stress – ein Kerl, in den ich mich verknallte, und der bestimmt nicht schwul war. Ich hatte noch nie gehört, dass ein Schwuler Angelsport betrieb. Das war doch was für richtige Heteros. Auch wenn er mich nach meiner Familie gefragt hatte, das hatte schließlich nichts zu bedeuten.
Es war ganz gut, dass Stefan nach einer Weile aufstand und seine Sachen zusammenpackte. Umständlich zerlegte er seine Angelrute und verstaute sie in einem Köcher. Dann wandte er sich zum Gehen.
Besser jetzt als später, dachte ich, wenn ich mich noch mehr verliebt hätte.
Stefan gab mir die Hand. »Bis später mal!«, sagte er und stieg den Berg hinab. Er drehte sich noch einmal um und winkte mir zu.
Ich hatte ihn also nicht zum Essen eingeladen, wie ich es vorgehabt hatte. Ich hatte einfach Angst, dass die Enttäuschung dann zu sehr wehtun würde, wenn er mich abwies. Und er würde mich bestimmt nicht ranlassen.
Langsam kletterte ich weiter hinauf, immer am Bach entlang. Eine Forelle sprang plötzlich aus dem Wasser und erinnerte mich wieder an Stefan. Blitzschnell verschwand sie erneut im rauschenden Bach.
Abends duschte ich, zog mich frisch an und ging hinunter ins Dorf. Ich aß in einem guten Restaurant und wanderte dann bei hellem Mondschein wieder hinauf zu meiner Pension. Ich musste pausenlos an Stefan denken. Dabei war es so zwecklos. Wahrscheinlich würde ich ihn nie wiedersehen. Plötzlich wurde mir klar, was in meinem Leben fehlte: ein wirklicher, richtiger Freund, ein Mann, mit dem ich alles teilen könnte, ein Mann, der mich liebte und den ich liebte.
Nachdenklich stieg ich die Treppe zu meinem Zimmer herauf. Der gemütlich eingerichtete Raum kam mir auf einmal leer und öde vor. Ich hatte immer nur an meine Karriere gedacht und dabei wohl das Beste im Leben versäumt.
Jemand klopfte an meine Tür. Sicher die Pensionswirtin, die mir das versprochene zweite Kopfkissen bringen würde. Ich öffnete.
Da stand Stefan, mit einer Sektflasche in der Hand, und lächelte mich an. »Hi!«, sagte er wieder in seiner lässigen Art.
Ich starrte ihn an wie eine Fata Morgana. Er hatte sich schick gemacht. Sein blondes Haar war frisch gewaschen, und seine tiefblauen Augen leuchteten stärker als meine Zimmerlampe.
»Komm rein!«, stammelte ich. Woher kam er? Und was wollte er? Wahrscheinlich nur irgendwas borgen auf dem Weg zu einer Verabredung … oder wollte er wirklich zu mir?
»Ich hab dich gestern übrigens schon auf der Terrasse gesehen, Matthias«, erzählte er mit einem verschmitzten Grinsen. »Aber du warst so in die neue Ausgabe des „Alpenanzeigers“ vertieft, dass du mich nicht bemerkt hast.«
»Heißt das … dass du … dass ich …« Ich fand keine Worte.
Er nickte. »Klar wohne ich auch hier. Wo in aller Welt soll man denn sonst wohnen in dieser Wildnis? Es gibt doch nur diese Pension im Tal. – Hast du mal Gläser?«
Er entfernte den Verschluss von der Sektflasche. Der Korken flog mit einem Knall in die Höhe, schäumend sprudelte der Sekt auf den Teppich. Ich lief und holte zwei Zahnputzgläser, etwas anderes hatte ich nicht.
Wir stießen an. Der Blick seiner blauen Augen drang mir bis ins Herz. Und plötzlich wurde mir klar, dass es doch Schwule gibt, die sich fürs Angeln interessieren.
Da war er schon dicht bei mir. Er umarmte mich. Seine Lippen streiften über mein Gesicht. Ein Lustschauer rieselte mir den Rücken hinab. Er war so groß, ein Beschützer. Obwohl ich doch wahrlich kein Zwerg bin, kam ich mir bei ihm klein und schwach vor, fast wie ein Mädchen. Ich versank in seiner Umarmung und vergaß alles andere.
Seine Küsse wurden heißer und heißer. Längst hatte ich einen Ständer wie Stahl. Stefan presste sich an mich. Ich spürte seine Latte, die nicht weniger hart war als meine. Je fester er sich an mich drückte, desto weicher wurden meine Knie. Ich sank auf das Bett und zog ihn mit.
Wir entkleideten uns gegenseitig und ließen uns viel Zeit dabei. Langsam schälte ich seinen tollen Body aus der Verpackung. Seine Bizepse waren beeindruckend, und die plattenförmigen Brustmuskeln ließen seine kleinen Nippel wie helle Stecknadelköpfe aussehen.
Ich bekam seine Hose kaum auf, so stark war der Stoff gespannt. Als ich endlich die Verschlüsse geknackt hatte, wälzte sich ein ordentliches Kaliber heraus. Ich nahm ihn mir einfach. Sein Hammer lag schwer und heiß in meiner Hand. Sacht ließ ich die Vorhaut hin- und hergleiten.
Stefan stöhnte vor Geilheit. Er machte sich an meiner harten Männlichkeit zu schaffen. Ich genoss seine geschickte Hand. Wir waren inzwischen ganz nackt. Stefan küsste meine Brust, meinen flachen Bauch. Dann glitt mein Ständer in seinen heißen Mund. Es war gut, sehr gut. Ich drehte mich langsam, bis ich mein Gesicht zwischen seinen Schenkeln hatte. Er duftete nach frisch gewaschenem Mann, ein Duft, der köstlicher ist als alle Parfüms der Welt. Ich ließ seine Kuppe zwischen meine Lippen gleiten. Sie schmeckte nach Honig. Gierig leckte ich ihn ab.
Wir hatten alle Zeit der Welt. Immer wieder glitten unsere Schwänze in den Mund des andern. Wir spielten mit der Zunge an der Eichel, leckten die Pissritze aus, massierten den Schaft, ließen ihn los und verschlangen ihn erneut.
»Du machst das so gut, Matthias!«, flüsterte er. »Ich halt’s kaum noch aus! Du … ich will noch mehr von dir …«
Wieder rieselte mir ein Glücksschauer durch den Körper. Ein Traumkerl! Ich drehte mich weiter. Stefan schob sich über mich. Irgendwo hatte er eine Gelflasche her. Er drückte mich sanft in die Rückenlage. Ich lag unter ihm, ergeben, heiß und geil. Er drückte meine Schenkel hoch. Ich zitterte vor Lust. Ich war bereit für ihn. Mächtig drang er in mein Innerstes ein, besitzergreifend, stark und dabei liebevoll. Ich spürte seinen harten Kolben und keuchte auf. Genau so brauchte ich es! So sollte der Mann sein, den ich liebte!
Er nahm mich zuerst sanft und langsam, bis ich mich an sein Kaliber gewöhnt hatte. Dann wurde er schneller. Ich genoss seine Steigerung, wie er keuchte, wie er zustieß, wie er wilder und wilder fickte. Das Pensionsbett rüttelte und krachte in allen Fugen. Stefan schrie laut auf. Er wühlte sich tief zu mir hinein und spritzte mich voll. Ich spürte sein Pumpen ganz deutlich. Ein kurzer Griff an meinen Harten, und ich war auch so weit. Heftig schoss mein Sperma über meinen Bauch. Wir verschmolzen miteinander wie glühendes Eisen im Hochofen.
Nur ganz langsam klang unsere Erregung ab. Stefan lag neben mir, dicht angeschmiegt. Er küsste mein Ohrläppchen.
»Entspannt viel besser als Angeln!«, flüsterte er. »Nehmen wir einen Schluck Sekt – und dann kommt die zweite Runde!«
Es wurde der wundervollste Urlaub meines Lebens. Und den Berufsstress können wir uns nun beide vom Hals halten – indem wir uns einfach jedes Wochenende sehen, mal in Hamburg, mal in Berlin. Vielleicht ziehe ich später einmal nach Hamburg. Aber auch eine Wochenendbeziehung kann schön sein. Sie hält die Liebe frisch und den Alltag fern. Und wir wissen beide, dass wir den Mann fürs Leben gefunden haben.
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