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Das Sieb macht damit das Räuchern auch als „Gesellschaftsspiel“ möglich, in dem jede(r) TeilnehmerIn seinen/ihren individuellen Eindruck der jeweiligen Duftkomponente auf ganz persönliche Weise ausdrückt. Dabei werden die unterschiedlichen Charaktere deutlich, die Anwesenden zeigen etwas von sich selbst und die Komposition wird dann den gemeinsamen Prozess als aromatische Wolke konstruktiv und wie ein Schutzschild begleiten.
Natürlich ist es wichtig, das Sieb reinigen zu können, um bei erneuter Benutzung wieder einen vollkommen neutralen Ausgangspunkt zu haben. Zunächst drückt man auf die Unterseite des erkalteten Siebes und alle groben Rückstände springen sofort ab. Harzreste werden direkt über der Flamme abgebrannt. Dann muss das Sieb abgebürstet werden. Für diesen Zweck ist es unbedingt nötig, eine gute Metallbürste zur Hand zu haben, wie sie etwa zum Aufrauen von Wildlederschuhen benutzt wird. Im Handel sind geeignete Bürsten speziell für diesen Zweck erhältlich.
Da ein brauchbares Sieb aus Edelstahl bestehen muss, ist es rostfrei und kann mit Seifenlauge immer wieder blitzblank und von allem Ruß gereinigt werden.

Das Räucherstövchen
Ein sinnvolles und dekoratives Objekt nach dem Prinzip der Aromalampe kann entstehen, wenn für die Benutzung des Räuchersiebes die optimalen Voraussetzungen gegeben sind.
Die Halterung für das Sieb muss so angebracht sein, dass seine Mulde ca. 3 – 4 cm über der Flammenspitze ruht.
Das Teelicht sollte geschützt in einem Behälter aus feuerfestem Material (Keramik, Metall, Glas) liegen, der genügend Luft für die Flamme gewährleistet. Etwas Sand unter dem Teelicht ermöglicht eine schnelle Reinigung, falls Wachs ausläuft; ebenso lässt sich damit der Abstand zum Sieb variieren.
Ein durchlöcherter Deckel kann bei einem solchen Stövchen noch einen zusätzlichen Vorteil bringen, wenn der Hitzestau unter dem Deckel das Material gleichmäßig und geschützt zum Verglimmen bringt.
Grundsätzlich muss an dieser Stelle noch einmal darauf hingewiesen werden, dass eine offene Flamme immer mit größter Achtsamkeit behandelt werden sollte. Zu oft hat die Erfahrung gezeigt, wie unberechenbar Feuer sein kann.
Da insbesondere viele Harze und Resinoide sehr leicht entzündbar sind, ist eine vorsichtige Herangehensweise aus Sicherheitsgründen unerlässlich. Prüfen Sie immer mit sehr kleinen Mengen die Reaktion des verwendeten Materials, platzieren Sie das Stövchen auf einen feuerfesten Untergrund und lassen Sie es nie unbeaufsichtigt brennen!
Das handelsübliche Paraffin-Teelicht ist für derartige Stövchen vorgesehen. Ausschließlich in Glasgefäßen abbrennen und immer die Aluhülse entfernen! Der Docht muss mittig im flüssigen Wachs stehen. Das sollte immer wieder überprüft werden. Es sollten auch keine Bienenwachs- oder Stearinkerzen eingesetzt werden, da diese mit erheblich höherer Temperatur brennen.

Die Feder
Es ist angezeigt, den aufsteigenden aromatischen Rauch zu verwedeln, um seine besondere Qualität besser erschnüffeln zu können. Das weiß instinktiv jeder und fächelt sich den Rauch mit der Hand zu. Für diesen Zweck ist die Feder optimal geeignet. Sie streichelt die Luft, das Element der Kommunikation, und verwirbelt den Duft auf eine ganz subtile Weise, wodurch sich dieser Duft intensiver wahrnehmen lässt. Er scheint sich durch diese Wirbel deutlicher übermitteln zu lassen. Das ist auch für den ungeschulten Beobachter der eigenen Sinnesresonanz auf Anhieb spürbar.
Mischen und Komponieren
Grundsätzlich ist es möglich, alle aromatischen Stoffe miteinander zu verbinden und spezielle Kompositionen und Rezepturen zu entwickeln. Wie beim Kochen sind der Kreativität dabei keine Grenzen gesetzt. In der Sachbuchliteratur zu diesem Thema finden wir häufig spezielle Zusammenstellungen, die bestimmte Wirkungen erzielen und zu besonderen Anlässen geeignet sein sollen. Diese Vorschläge stammen zumeist aus traditionellen und spirituellen Hintergründen. Astrologie, Okkultismus und ethnisch-magische Konventionen sind der Nährboden, der viele dieser Rezepturen hervorgebracht hat. Für den Leser wird dabei möglicherweise nahe gelegt, eine bestehende Erfahrung zu übernehmen. Dagegen ist nichts zu sagen und im Kapitel über die einzelnen Räucherstoffe erhalten Sie Hinweise über deren traditionelle Hintergründe. Mein besonderes Anliegen ist jedoch, die Eigenkompetenz des Individuums zu stärken und zur ureigenen schöpferischen Kraft zu führen. Im besten Falle bilden die persönlichen Erfahrungen des Einzelnen den Leitfaden. Die Intuition spielt dabei eine wichtige Rolle, denn es ist die Stimme des Herzens, die es wahrzunehmen gilt. Das, was für den Einzelnen in einem gegebenen Moment wirklich stimmt, soll mit der Nase herausgefunden werden. Natürlich kann ein Kochbuch einen guten Zweck erfüllen, nämlich Anregung bieten. So gesehen kann eine Rezeptur, wie die der fragmentarisch überlieferten Herstellung des altägyptischen Kyphi, durchaus die Lust auf eigene Experimente hervorrufen.

Der Mörser
Viele der am Markt erhältlichen Räuchersubstanzen sind noch in einer niedrigeren Verarbeitungsstufe belassen. Das heißt, sie können noch feiner geschnitten, zerstoßen oder gemahlen werden, bis sie einen pulverisierten oder pastenartigen Zustand erreichen. Grundsätzlich ist das von Vorteil, weil die aromatischen Bestandteile sich so länger erhalten. Für den kreativen Räucherfreund ist deshalb ein Mörser unerlässlich, um den letzten Verarbeitungsschritt vollziehen zu können.
Es ist eine schöne Arbeit, weil die Aromen sich beim Mörsern wunderbar entfalten und die eigene Inspiration fördern, während man arbeitet. Auf diese Weise befindet man sich bereits bei der Vorbereitung des Räucherwerkes in einem inneren Dialog mit der Pflanze, die ja ihren Teil zum Gelingen des Endproduktes beitragen soll.

Kyphi
So heißt das berühmte Räucherwerk aus dem Alten Ägypten und war ein Hauptexportartikel dieser Zeit. Die Zusammensetzung ist fragmentarisch aus Schriftrollen und Steintafeln in den Pyramiden überliefert.
Folgende Stoffe sollen unter anderem darin enthalten gewesen sein:
Myrrhe, Kardamom, Galgant, Mastix, Zimt, Benzoe, Rosenblüten, Lemongrass, Kalmuswurzel, Wacholder, Weihrauch und Sandelholz.
Interessant ist, dass kulinarische Genüsse bei der Herstellung von besonderen „Spezereien“ verwendet werden können und auch in verräucherter Form die Sinne beflügeln. So können bei der Kyphi-Zubereitung Sultaninen über Nacht in Rotwein eingelegt werden. Die einzelnen Stoffe sollen im Mörser zerstampft und mit den zerdrückten Sultaninen und einer Messerspitze Waldhonig gut durchgeknetet werden. Dann wird die Masse zwischen den Handflächen zerrieben und auf einem Tuch mehrere Tage an einem dunklen, kühlen und luftigen Ort zum Trocknen ausgelegt. Wenn das daraus entstandene Gemisch verräuchert wird, verbreitet es einen süß-aromatischen Duft, der außerordentlich entspannend wirkt. Ihm wird nachgesagt, dass er, am Abend geräuchert, die Sorgen des Tages vergessen lässt.
Trockenpflaumen werden in der japanischen Welt der Spezereien verarbeitet und auch viele andere Trockenfrüchte bieten sich in diesem Zusammenhang als aromatische Komponenten an. Klassische Bindemittel – wie bereits im Zusammenhang mit der Herstellung von Räucherstäbchen erwähnt – sind Traganth und Gummi arabicum, die mit Wasser zu zähem Schleim verrührt, unter die vorbereiteten Stoffe gemischt werden und eine formbare Masse erzeugen, die nach dem Trocknen eine gewisse Festigkeit erhält.
Wir sehen also, dass viele kreative Ideen hier auf den experimentierfreudigen Räucherfreund warten.
* Mellie Uyldert, „Verborgene Kräfte der Pflanzen“, Irisiana München 1984
Räucherrituale

Ein Ritual ist eine zielgerichtete Handlung, um einer bestimmten Absicht Nachdruck zu verleihen. Die Symbolik von Gegenständen, Worten, Bildern und Zeichen unterstützt die Handlung und erinnert an die Absicht. So kann es zu einer tiefen Verbindung der Innen- und Außenwelt kommen. Im Zusammenhang mit aromatischem Rauch bekommt eine solche Handlung eine ganz besondere Kraft.
Fragen wir uns doch einmal, welchen Sinn ein solches Ritual erfüllen kann. Diese Frage lässt sich nämlich ganz einfach beantworten:
Den Menschen in den inneren Kreis des Lebens zurückzuführen.
Außerhalb dieses Kreises zu bleiben bedeutet Entfremdung, Abspaltung, Isolation von der lebendigen Gemeinschaft. Einsamkeit, Misstrauen, Ablehnung und Angst sind die Konsequenzen. Das sind keine heilsamen Faktoren in der Auswirkung auf unser Lebensgefühl. In diesem Sinne ist alles, was in die innere Verbundenheit mit dem Leben führt, heilsam. Dies entspricht auch dem schamanischen Weltbild und findet in unseren Breiten unter dem Begriff der Ganzheitlichkeit immer mehr Beachtung.
Heilung im schamanischen Sinne bedeutet Integration, Wiedereingliederung in die Gemeinschaft des Lebens. Kein Aspekt kann außerhalb seines Zusammenspiels mit dem großen Ganzen wirklich erkannt und sinnvoll genutzt werden. Der Sinn eines solchen Rituals ist also immer daran zu messen, inwieweit es dem Lebensprozess dient und der Entwicklung des Lebens förderlich ist.
Anders gesagt sind Räucherrituale also ein Werkzeug, mit dem wir uns auf ganzheitliche Art und Weise einem Zustand nähern, den wir als wünschenswert betrachten.
Da Symbolik in einer rituellen Handlungsweise eine bedeutsame Rolle spielt, ist es angezeigt, die Sprache der Zeichen und Symbole etwas genauer anzuschauen.
Immer, wenn die Bedeutungsinhalte unserer Alltagssprache zu enge Grenzen setzen, sodass Unaussprechliches entsteht, brauchen wir Zeichen und Bilder, um diesem Phänomen Ausdruck zu verleihen. Diese Zeichen oder Bilder stehen dann für Bedeutungsinhalte, ohne sie in Worte fassen zu müssen.
Es ist wichtig, ein Ritual immer als eine Handlung zu sehen, die uns in den gegenwärtigen Moment bringt. Nicht, was gestern oder was morgen geschieht, ist wichtig, sondern nur der Augenblick, das Hier und Jetzt. Wenn wir uns das vergegenwärtigen, dann haben wir auch alle Freiheit, unsere Rituale selbst zu gestalten. Wir brauchen nicht auf altüberlieferte Formen zurückgreifen, in denen wir die Wahrheit eher vermuten als in uns selbst. Das tun wir letztlich nur, weil wir der Ansicht sind, die Vergangenheit wäre von der Gegenwart getrennt. Im Raum der Gegenwart liegt die authentische Form und wir dürfen unsere eigenen Rituale aus uns selbst heraus schöpfen.
Auf diesem Hintergrund möchte ich Ihnen eine Reihe von Ritualen vorschlagen, die Ihnen zur Anregung dienen mögen, Ihre eigenen Ausdrucksformen kreativ zu entwickeln. Ein Symbol ist auf einem Blatt des Pipal- oder Bodhi-Baumes (Ficus religiosa) abgebildet. Dieser mächtige Baum ist von großer religiöser Bedeutung und einer der wichtigsten heiligen Bäume in der indischen Mythologie.
Man verwendet seine Blätter in ritueller Verehrung als Opfergabe, um eine glückliche Verbindung zweier Menschen zu erbitten. Er steht für das männliche Prinzip. Den Frauen soll er Fruchtbarkeit verleihen. Auch Lakshmi, die Göttin des Glücks und Wohlstands, hält sich insbesondere Sonntags in ihm auf, wie der Volksglaube überliefert. Pipal unterstützt nach der hinduistischen Religion alle andächtig vorgebrachten Wünsche, und dies insbesondere in Verbindung mit einem Rauchopfer.
Im Buddhismus wird berichtet, dass Gautama sieben Tage nach Osten blickend mit dem innigen Wunsch nach perfektem Wissen und allumfassender Weisheit in erleuchteter Verzückung unter diesem Baum saß und meditierte. Es offenbarte sich in seinem Geiste ein neues Verständnis der Gebundenheit aller individuellen Existenz: die schicksalhafte Kraft des in Unwissenheit geborenen Seins, das seinen Schatten auf alle sich manifestierenden Seelen in ihrem unstillbaren Durst nach Leben wirft. Er erkannte dabei den ewigen Kreislauf von Entstehung, Leiden und Zerfall, von Tod und Neugeburt. So nannte man diesen Baum auch den Baum der Erleuchtung – den Bodhi-Baum. Er hat tiefe und starke Wurzeln. Sein Stamm verkörpert die Verbindung zwischen der sichtbaren und der unsichtbaren Welt, Äste und Wurzeln stehen für das Streben nach Vollkommenheit.
Keine Lüge soll unter diesem Baum standhalten können. Man nennt ihn auch den Baum der Rechtsprechung und an verschiedenen Orten Indiens wird unter ihm Gericht gehalten.

Die Nepalesen sehen den Pipal-Baum als Brücke zwischen Himmel und Erde, auf dem die Seelen der Tugendhaften ausruhen und sich erholen können. In Indien werden die Blätter mit religiösen Motiven bemalt, um als kraftvolles Bild-Zeichen die Andacht zu verstärken.
Sie finden jedem der nachfolgenden Rituale ein symbolhaftes Motiv zugeordnet, dessen traditioneller Inhalt aus verschiedenen Kulturkreisen unserer Welt in Resonanz zum jeweiligen Thema steht.
Lassen Sie also das Symbol auf Ihre Phantasie wirken und beobachten Sie, welche Assoziationen in Ihnen entstehen und welche Gefühle angeregt werden.
Die Stoffe, die für das jeweilige Ritual vorgeschlagen werden, sind zweckentsprechend und auf der Grundlage des Ennearom-Systems ausgewählt. Sie lassen sich gut nacheinander verräuchern; es ist aber auch interessant, selbst eine Räuchermischung herzustellen oder sogar eine persönliche Rezeptur zu entwickeln.
In dem Kapitel „Konturen der Räucherstoffe“ finden Sie Beschreibungen der Pflanzen und deren Stoffe. Sie sollten diese genau anschauen und auf sich wirken lassen, wenn eines der Rituale Sie besonders anspricht. Denken Sie nach über Ihre Absicht, die für Sie hinter dem Ritual stehen könnte. Das kann bisweilen einen wahren Kreativitätsschub auslösen. Denken Sie daran: Jeder schöpferische Impuls unterstützt die Absicht und wird die Kraft des Rituals verstärken!

Reinigung und Klärung

Die Lichtquelle hinter dem Schatten
Dieser Themenkreis umfasst alles, was mit Transformation gestörter Raumenergie umschrieben werden kann. Der Raum, den wir physisch einnehmen, sei es unser Zuhause oder ein Ort, den wir vorübergehend in diesem Sinne nutzen wollen, erfüllt eine wesentliche Funktion. Es sollte ein Ort des Rückzugs, des Schutzes, der Intimität, des Schlafens, der Liebe und der Freude sein. Es ist ein Ort, der uns nähren soll. Im besten Falle ist es ein Platz an der Sonne.
Um diesen Zustand zu erreichen, lohnt es sich, die vielen Möglichkeiten des Räucherns auszuloten. Was wir grundsätzlich mit der Transformation der störenden Einflüsse anstreben, ist, die Lichtquelle hinter dem Schatten zu aktivieren. Nichts passiert im luftleeren Raum. Das Problem, das sich uns stellt, hat eine besondere Bewandtnis für uns, hat etwas mit uns selbst zu tun.
Aggression, Krankheit und Tod

Ein Raum, in dem jemand gelitten hat oder schwer gestorben ist, kann diesen intensiven Prozess noch lange Zeit ausatmen. Der Widerstand gegen das, was ist, hat sich so stark manifestiert, dass die damit verbundene Last weiter nachklingt. Es ist wie der Pendelschlag einer großen und schweren Uhr. Durch eine intensive Räucherung können wir diesen Vorgang beschleunigen. Das Schwere wird erleichtert und der Prozess der Ablösung und Verfeinerung unterstützt. Die Abwehr, aus der die Schwere entstanden ist, löst sich sozusagen in Luft und Liebe auf.
Auch heftige Aggression hinterlässt im Raum atmosphärische Störungen, die auf diese Weise abgelöst werden können und sich verflüchtigen. Es sind einfach nur Energien, die wie unsichtbare Wolken den Sonnenschein verdecken und jetzt abziehen dürfen.
Vorgeschlagene Räucherstoffe
1. Drachenblut (Daemenorops draco)
2. Kampfer (Cinnamomum camphora)
3. Salbei (Salvia officinalis)
4. Zedernholz (Juniperus virginiana)
5. Wacholderbeeren (Juniperus communis)
6. Copal (Protium copal)
7. Asant (Ferula asa foetida)
8. Rosmarin (Rosmarinus officinalis)
9. Weihrauch (Boswellia carteri)

Einmal abgesehen von Asant (im Volksmund auch „Teufelsdreck“ genannt), der eine sehr deftige knoblauchartige Duftnote besitzt, können alle vorgeschlagenen Stoffe durchaus auch einzeln verräuchert werden. Es bietet sich aber an, eine Räucherkomposition vorzubereiten. Das ist eine sehr gute Möglichkeit, dem „Mittel“, das wir zur Reinigung einsetzen wollen, bereits mit der konzentrierten vorbereitenden Handlung unsere Absicht, die wir mit dem Räuchern verbinden, durch die Hände zuzuführen. Wenn neun Teile ein Ganzes sind, dann kann eine Komposition nach eigener Intuition aus neun Teilen zusammengestellt werden. Ihrer eigenen Intuition sollten Sie dabei immer die erste Priorität geben und der inneren Stimme Vertrauen schenken.
Reinigung und Klärung – das Ritual
Zunächst einmal verwenden wir eine gewisse Zeit darauf, uns selbst auf das Vorhaben einzustimmen. Wir suchen einen geeigneten Platz in dem Raum, der gereinigt werden soll, wo wir das Räuchergefäß brandsicher abstellen können, und bereiten ihn ein wenig vor. Das Gefäß steht symbolisch für das Feuerelement und wir können beispielsweise für Erde einen Stein, für Wasser eine Muschel oder ein Blatt und für Luft eine Feder hinzufügen.
Bevor wir das Feuer anzünden, können wir gedanklich unsere Absicht formulieren, die wir mit dem Ritual verfolgen. Da unsere Absicht grundsätzlich konstruktiv und lebensunterstützend sein sollte, empfiehlt es sich, immer einen positiven Ausdruck zu finden. Das heißt, wir sollten uns nicht auf das störende Zurückgebliebene, sondern den als wünschenswert angestrebten Zustand konzentrieren. Was auch immer die Ursache der Störung sein mag, wir wünschen allem Frieden und Entlastung und damit eine beschleunigte Ablösung. Aggressive Schwingungen wollen wir besänftigen und Bedrohung aller Art dadurch begegnen, dass wir uns der Führung einer lichten Kraft anvertrauen. Wir sind motiviert vom Wunsch nach Leben, Liebe, Glück und Freude, daran soll kein Zweifel sein.
Erst dann, wenn wir von diesem Ziel erfüllt sind, zünden wir das Feuer an. Wenn die Glut sich entfaltet hat, legen wir das Räucherwerk auf und segnen es mit dem Erdsymbol. Wenn der Rauch aufsteigt, nehmen wir das Wassersymbol und segnen damit den Rauch. Dies verbinden wir innerlich mit der Einladung an die Elementarkräfte, unsere Handlung zu unterstützen. Danach nehmen wir die Feder und das Gefäß, segnen Luft und Feuer und bewegen uns einmal im Uhrzeigersinn um den ganzen Raum herum, während wir uns die Entfaltung des Lebens wie einen Strom vorstellen, der zum Meer zurückfließt. Dabei fächeln wir den Rauch mit der Feder in alle Richtungen. Anschließend gehen wir noch einmal gegen den Uhrzeigersinn um den ganzen Raum herum und sind uns dabei bewusst, dass unsere Absicht starken Einfluss auf den Strom des Lebens nehmen kann, um ihn freier fließen zu lassen.
Anschließend stellen wir das Gefäß wieder ab, können jetzt den Raum verlassen, die Tür schließen und den Prozess 2 bis 3 Stunden wirken lassen. Dann öffnen wir Fenster und Türen und lassen alle Energien entweichen. Jetzt ist der Raum neutral, sauber und rein.
Sinnlichkeit und Erotik

Wunsch nach Partnerschaft und Liebeslust

Sinnlicher Genuss und Lustgewinn sind ein großartiges Privileg des Menschen, das insbesondere dann seine wunderbaren Aspekte zeigt, wenn es mit feiner Sensibilität gefeiert wird. Wir vermissen diesen Teil unseres Daseins insbesondere dann sehr, wenn kein Partner in Sicht ist. Dann muss er herbeigerufen werden. Ein Ritual zur Verstärkung dieses Rufes wäre also durchaus dem- oder derjenigen zu empfehlen, die den Wunsch nach Partnerschaft und Liebeslust verspürt. Es hat eine Resonanzwirkung, wenn ein Bild des ersehnten Zustandes erzeugt und in den Kosmos geschickt wird. Räucherungen können Gebete und Wünsche besonders gut über die Schwelle von der dritten zur vierten Dimension tragen. Nach dem Gesetz der Anziehung wird die Botschaft dort den passenden Empfänger finden und der Kontakt wird sich in der persönlichen Wirklichkeit früher oder später manifestieren.
In der Partnerschaft kann ein Ritual auch als Vorbereitung für einen schönen Abend der Liebeslust vollzogen werden. Dass Räucherstoffe die Sinne beflügeln, wusste bereits König Salomon, der die Reize der Königin von Saba mit aromatischen Pflanzendüften schwärmerisch umschrieb, wie man im Alten Testament (Hohelied der Liebe) nachlesen kann. Die Gefühlsintensität kann sicherlich durch ein Räucherritual gesteigert und die Sensibilität für den Partner erhöht werden.
Vorgeschlagene Räucherstoffe
1. Zimtrinde (Cinnamomum cassia)
2. Damiana (Turnera diffusa)
3. Benzoe siam (Styrax tonkinensis)
4. Ingwerwurzel (Zingiber officinale)
5. Myrrhe (Commiphora abyssinica)
6. Moschuskörner (Hibiscus abelmoschus)
7. Guajakholz (Guajacum officinale)
8. Guggul ( Commiphora mukul)
9. Koriander (Coriandrum sativum)

Die Vorbereitung und Auswahl der Räucherstoffe
Bei dem folgenden Ritual wird empfohlen, die Stoffe einzeln und nacheinander zu verräuchern. Es ist von Vorteil, sich ihre Eigenschaften vorab noch einmal im Kapitel Konturen der Räucherstoffe anzuschauen, um die Assoziationskraft anzuregen. Da jeder Stoff seine ureigene Charakteristik hat, spricht er natürlich auch ganz spezifische emotionale Zusammenhänge an. Das Ritual für die Partnersuche hat das Ziel, unsere Kreativität auf der Ebene der Visualisierung zu erwecken. Die Räucherstoffe sind hierfür Mittel zum Zweck und wir wollen uns vorab die Zielrichtung der Substanzen vergegenwärtigen. Wir versuchen herauszufinden, was der jeweilige Stoff unterstützen könnte.




