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»Was glaubst du?«
Er drehte mich wieder um, zog mein Höschen aus und streichelte ein bisschen meinen Hintern. Sein Getätschel fand ich weniger sexy als die Tatsache, dass dieser grobschlächtige Kerl bereit war, sich zu bemühen. Das hatte beinahe etwas Rührendes.
Er fummelte noch etwas an meinem Po herum, dann keuchte er: »Ich muss dich haben. Jetzt.«
Ich hörte, wie er ein Kondom überzog, nahm seinen Schwanz und half ihm, in mich einzudringen. Unverzüglich bewegte er sich mit schnellen kurzen Stößen, und stöhnte: »Du geile fette Sau!«, laut wie ein Berserker, dem man eine Lanze in den Leib rammte.
Ich zuckte zusammen und merkte, wie das bisschen Lust, das ich empfand, in sich zusammenzubrechen drohte. Die Besetzung von Dragon Age Origins sah Manfred und mir zu, und die Figuren schienen sich auch ihren Teil zu denken.
»Nicht so laut, bitte.«
»Du geile fette Sau«, wiederholte er, nicht minder laut.
»Meine Nachbarn können dich hören.«
Das Wohnzimmer von Cem und Klaus lag zwar nicht Wand an Wand mit meinem, aber so wie Manfred schrie, würden sie es bis in den hintersten Winkel ihrer Wohnung hören können.
»Scheiß auf deine Nachbarn«, grunzte Manfred.
Seine Hoden klatschten gegen meine Schenkel, immer und immer wieder. Ich überlegte, ob ich mich selbst streicheln sollte, um etwas Lust abzubekommen, da lief auch schon ein Zucken durch seinen Körper. Ich sah aus den Augenwinkeln, wie er sich über mir aufbäumte, mit einem Keuchen, das wie ein angeschossener Dinosaurier aus den Videospielen von »Jurassic Park« klang.
»War ich gut?«, fragte er danach.
»Fantastisch«, sagte ich.
Manfred zog sich aus mir zurück, und sah sich stolz im Wohnzimmer um, als erwarte er Applaus von den Figuren auf den Postern. »Nächstes Mal ziehen wir uns vorher einen Pornoclip rein«, sagte er.
Ein nächstes Mal wird es nicht geben, dachte ich, als Manfred in seine Kleider schlüpfte.
»Ich rufe dich an, ja?« Er drückte mir einen Kuss auf die Wange und huschte zur Tür.
Bemüh dich nicht, wollte ich sagen, verkniff es mir aber. Dann rief ich ihm doch etwas nach. »Kleiner Tipp, Manfred. Bevor du das nächste Mal eine dicke Frau vögelst, solltest du deinen Wortschatz erweitern, und dir eine andere Phrase überlegen als ›fette geile Sau‹, ja?«
Mit in Falten gelegter Stirn und mit der Hand an der Klinke blieb er stehen. »Warum das denn?«
»Vergiss es.«
»Aber es war ein Kompliment. Ich meine, du bist nun einmal dick. Genieß es. Steh dazu.« Dann drehte er sich um und ging.
Ich zog mich an, und dachte darüber nach, was er gesagt hatte. War es nur sein Tonfall, der mich irritiert hatte, und seine Wortwahl? Oder hatte ich mich irgendwie doch auch unwohl gefühlt, weil er mich ständig auf meine Körperfülle hingewiesen hatte? Egal, dachte ich, zumindest hatte ich Sex gehabt, und zwar mit dem dritten Mann in meinem Leben, wenn ich den Schotten nicht mitzählte, was ihm zweifellos nicht zustand. Sicher, der Sex hätte besser sein können, aber das war der nächste Schritt.
Ich setzte mich an meinen Laptop, unbefriedigt und unruhig. Mir fielen Tamsin und ihr Colin ein, und ich machte mich auf die Suche nach einer Webplattform für Plus-Size-Singles, die in meiner Nähe lebten. Eine Stunde später hatte ich einige deutsche und amerikanische Seiten gefunden, aber keine, die für mich infrage kam. Der webweite Enthusiasmus für Plus-Size-Dating hatte Wien offenbar noch nicht erreicht, was meine Mission zu einer wirklichen Herausforderung machte. Ich setzte mich auf das Sofa, und meine über acht Kilo schweren Maine-Coon-Katzen Loghain und Leliana platzierten sich auf meinem Bauch und meinen Schenkeln. Während ich ihnen abwechselnd das Fell bürstete und ihrem tiefen Schnurren zuhörte, dachte ich über die nächsten Schritte meiner Quest nach. Die Gewandung und Ausrüstung hatte ich mir schon organisiert, und die ersten beiden Schlachten hinter mich gebracht. Was brauchte ich für so ein Abenteuer noch? Eine Art Missionslogbuch oder Tagebuch wäre gut, dachte ich. Ich hatte schon öfter mit dem Gedanken gespielt, ein Blog anzulegen, bisher hatten mir aber am Ende immer das Thema und das Bedürfnis gefehlt. Jetzt würde ich es als weiteren Schritt betrachten, um IRL, in real life, also im echten Leben, zu einer Venus zu werden. Ein Blog über meine Erfahrungen bei der Suche nach Männern mit dem Beuteschema dick könnte mich dann auch zum Weitermachen motivieren, wenn ich zwischenzeitlich einmal den Mut verlieren sollte.
Ich scheuchte die Katzen weg und setzte mich wieder an den Computer. Ein paar Minuten experimentierte ich mit Worten und Namen und sicherte mir schließlich ein Blog unter venusinecht.wordpress.com. Ich spielte mit dem Layout und der Schrift und überlegte, ein paar verfremdete Fotos von mir hochzuladen. Dann beschloss ich, das Blog bis auf Weiteres mit meinen Zeichnungen zu bebildern. Mit einem Illustrationsprogramm machte ich ein paar schnelle, simple Vektorskizzen von runden Frauenkörpern. In meinem ersten Beitrag schrieb ich über meine Quest und die ersten, mäßig erfolgreichen Episoden mit Jeffrey und Manfred.
»Mit den Perversen wäre ich damit durch«, schloss ich. »Jetzt schlägt die Stunde der guten Liebhaber.«
KAPITEL 6
Horst Wittler, Gründer und, nach seinen eigenen Worten, Seele von WittNet, reichte mir das pitching document und sah seine Projektleiterin an. »Romys Ideen für die Frechen Früchtchen sind wirklich entzückend. Findest du nicht, Alexa?«
Alexa nickte stumm und sah aus, als würde sie sich mit Mühe eine bissige Bemerkung verkneifen.
Die nächsten Wochen würden zäh werden, dachte ich. Seit ich vor einer halben Stunde den Besprechungsraum im 23. Stock des neuen Hochhauses neben der UNO-City betreten hatte, sah Alexa mich feindselig an. Ihre kaum verhüllte Aversion hatte mich nicht überrascht, wohl aber, dass sie sich auch in Horsts Gegenwart keine Mühe gab, sie zu verbergen. Für Alexa reichte es offenbar für den Beginn einer lebenslangen Feindschaft, jemandem über die Füße gestolpert zu sein. Blöder Zufall aber auch, dass ich es bei meinem Überbrückungsjob ausgerechnet mit der Frau zu tun hatte, der ich nach Christians Vortrag in die Quere gekommen war.
»Mit Olga haben Sie ja schon öfter gearbeitet«, sagte Horst.
Ich nickte. »Wir sind ein eingespieltes Team.«
Alexa verzog den Mund. »Interessant. Dabei sind Sie ja ziemlich … unterschiedlich.«
Ich zog es vor, die Spitze zu überhören. Schließlich gaben sie und Horst ein Paar ab, das um einiges seltsamer war als Olga und ich; wie eine Eisprinzessin und ein glatzköpfiger, überenthusiastischer Onkel. Olga hatte ihn mir als harmlos beschrieben, doch unter seiner jovialen Fassade schien etwas Dunkles zu lauern.
»Olga hat erwähnt, dass Sie ab Sommer bei Knights of the Dragon Isle mitarbeiten«, sagte Horst. »Ich gratuliere.«
»Danke.«
»Ist Tamsin Daffyd noch Projektleiterin?«
Ich sah Horst überrascht an. WittNet war in der PR-Branche für seine Gesundheitskampagnen für Ministerien und Ähnliches bekannt, und er sah auch nicht aus wie jemand, der in seiner Freizeit Orks und Trolle jagte.
»Ich kenne sie von einem Abendessen mit Venture-Kapitalisten vor ein paar Jahren«, sagte Horst.
Ich nickte. Natürlich, für jemanden wie ihn waren Spiele ein Investment, nichts weiter.
»Da muss ich wohl auch gratulieren«, sagte Alexa. Sie wandte sich an Horst, und die feinen Linien um ihren Mund vertieften sich. »Wir sollten trotzdem bedenken, dass Romy der pädagogische Hintergrund für unser Projekt fehlt«, sagte sie.
Ich fragte mich, wie alt sie war. Zunächst hatte ich sie auf Anfang dreißig geschätzt, auf mein Alter also. Aus der Nähe aber sah sie ausgezehrt aus, fast schon welk, als müsse sie sich ständig aufopfern und verzichten. Ich fragte mich, was genau sie sich verkniff. Den Logos auf ihrer Jeans und Tasche nach zu schließen, war sie sich gegenüber zumindest in Sachen Markenkleidung großzügig.
»Klar, die Frechen Früchtchen sollen ansprechend gestaltet sein, Frucht- und Gemüsekinder eben, ein mutiger Zucchinijunge, ein süßes Rhabarbermädchen und so fort, Sie haben ja das Konzept gesehen. Trotzdem muss es aber ein hochseriöses Lernspiel werden. Gemüse und Obst, das die Jugend zu gesunder Ernährung motiviert«, sagte Alexa. »Das müssen sogar Sie für eine gute Idee halten.«
»Sicher«, sagte ich, obwohl ich vom Projekt inzwischen nicht mehr überzeugt war. Wer auch immer das Konzept geschrieben hatte, hatte die Botschaft von all dem Obst und hochwertigen Essen unter pädagogisch korrekten Mahnungen verschüttet, und ich zweifelte an der Wirksamkeit der ganzen Kampagne. Der erhobene Zeigefinger, den Alexa offensichtlich so schätzte, bewirkte gar nichts, dachte ich, auch wenn er sich hinter lustigen Animationen verbarg. Als jemand, der sich eineinhalb Jahrzehnte lang mit Diäten abgequält hatte, wusste ich, wovon ich sprach.
Ich seufzte, so, dass die beiden mich nicht hören konnten. Am liebsten wäre ich aus dem Projekt ausgestiegen, aber dann fiel mir ein, wie viel Geld ich für die Vampisierung meiner Garderobe in London gelassen hatte. Horst und Alexa jetzt abzusagen, konnte ich mir schlicht nicht leisten.
Am Nachmittag meldete ich mich bei einigen internationalen Plus-Size-Seiten an, um zu sehen, was passierte. Ich hatte das Wochenende durchgearbeitet, um das letzte Projekt abzuschließen, und brannte jetzt darauf, mit meiner Quest weiterzumachen. Ziemlich schnell waren meine Mailboxen mit Smileys und netten Mails gefüllt, aber alle stammten von Männern, die ein paar hundert oder ein paar tausend Kilometer entfernt lebten. Nachdem ich die Mails gelesen hatte, rief ich Olga an, um sie in Sachen Prinzensuche auf den neuesten Stand zu bringen.
Olga war hörbar über die Entwicklung erfreut. »Bist du sicher, dass es diese Plattformen nicht auch bei uns gibt?«, fragte sie.
Im Hintergrund hörte ich etwas, das sich nach dem Pfeifen einer Dampfmaschine und dem Klicken von ineinander greifenden Zahnrädern anhörte. Mir fiel ein, dass Olga gerade eine Steampunk-Spiel-App programmierte.
»Anscheinend nicht«, sagte ich.
»Seltsam.«
Sie dachte nach. Das war eines der Dinge, die ich an Olga mochte. Sie gab keine leichtfertigen Tipps, sondern überlegte sich neue Wege. Ich stellte mir vor, wie sich beim Denken kleine Rädchen in ihrem Hirn drehten und aus ihren Ohren Dampf entwich.
»Eine Plattform für Dicke gibt es schon«, sagte ich, »die gehört aber zu einer ganz normalen Erotikseite. Wenn ich mich registriere, lande ich erst recht wieder im Pool mit allen anderen Frauen.«
»Probier es trotzdem«, sagte Olga. »Denk an die XP.«
Ich lachte. »XP. Das sollte ich mir auf ein Post-it schreiben und über den Schreibtisch kleben.«
»Oder auf die Innenseite eines Rings gravieren lassen. In elbisch.«
Wir lachten beide, dann legte ich auf.
Ich zog mir das Top über den Kopf und nahm mit der Webcam ein Bild meines Dekolletés im schwarzen BH auf, wobei ich mir beim Posieren gleichzeitig sexy und albern vorkam. Bevor mich der Mut verlassen konnte, registrierte ich mich auf dieser eher niveaufernen Plattform und lud das Foto hoch. Dann sah ich mir die Profile der Männer an. Ich fand mehrere hundert Herren, von denen gut die Hälfte ihr bestes Stück als von den Administratoren verpixeltes Profilbild benutzte. Aus denen, die darauf verzichteten, suchte ich mir die heraus, die »dick« als Beuteschema angaben. Doch keiner der Plus-Size-Lover, die ihre echten Fotos auf der Seite zeigten, gefiel mir.
Ich ging wieder zurück zur Startseite und sah mir die Männer näher an, die gar keinen Figurentyp angegeben hatten. Einer weckte meine Neugierde. Wie ich hatte »Freigeist 59« sich für ein Foto seines Oberkörpers entschieden. Sein Bild zeigte in feinen Zwirn gehüllte Schultern, einen Krawattenknopf und ein kantiges Kinn.
Bisher hatte ich für den konservativen Männertyp nichts übrig gehabt. Meine beiden Exliebhaber waren Kreative gewesen, Reisejournalist Harry mit seiner Vorliebe für schwarze Rollis und Kurator Bert, der für kunstvoll zerknitterte Jeanshemden lebte. Wieso war mir nie aufgefallen, wie sexy ein Anzug an einem Mann aussehen konnte? Ich klickte auf das E-Mail-Symbol. »Lieber Anzugträger …«
KAPITEL 7
Roberts Sakko fiel auf den Boden und bildete einen schiefergrauen Fleck auf meinem Parkett. Krawatte, Hemd und Gürtel folgten. Robert betrachtete das Durcheinander unserer herumliegenden Kleider. Der Kontrast zwischen dem diskreten Grau und Weiß seiner Sachen und den Rüschchen und Stickereien meiner Londoner Beute schien ihn zu amüsieren, und als er lächelte, leuchteten seine Zähne aus seinem dunkelgrauen Bartschatten. Die Lachfältchen um seine Augen schnitten sich noch tiefer in seine Wangen und brachten mich dazu, noch schneller zu atmen, als ich es ohnehin schon tat. Fast schon quälend langsam öffnete er den Reißverschluss seiner Hose, schien es zu genießen, dass mein Blick an seinen Fingern hing.
»Neugierig?«, fragte er, und Erregung mischte sich unter den kultivierten Klang seiner Stimme.
Ich leckte mir über meine Lippen, und spürte, wie Verlangen und Unsicherheit sich in mir duellierten. »Ich bin schon den ganzen Abend gespannt, was du unter deinem properen Anzug versteckst«, sagte ich.
Wieder schickte sein Lächeln kleine Blitze zwischen meine Schenkel. Robert schien nur meine Erregung zu bemerken, nicht meine Nervosität, und ich war stolz auf mich. Der Abend lief noch besser, als ich es mir erhofft hatte, schon seit er mit einem Abendessen im Café Prückel voll von Lachen und leichtem Geplauder begonnen hatte, und sich zu einem Spaziergang zu meiner Wohnung gesteigert hatte, begleitet von sanften Küssen und heißen Versprechungen.
Ich versuchte, nicht darüber nachzudenken, das alles so schnell lief, fast zu schnell. Es war gut so, sagte ich mir, das Tempo hielt mich davon ab, dass die Erinnerungen an Christian, an den geplatzten Traum mich überwältigten wie eine riesige Horde White Walker die Männer der Nachtwache im Land nördlich der Eismauer.
»Alles in Ordnung?«, fragte Robert.
Er hatte die Hose anbehalten. Seine Hand lag auf meiner Schulter.
»Sicher, warum?«
»Du warst auf einmal so nachdenklich. Und blass. Richtig weggedriftet bist du.«
»Entschuldige. Alte Gedanken.«
Robert nahm mich in die Arme. Ein kleines Zittern durchlief mich, als ich seine nackte Haut an meiner spürte, und ich war nicht ganz sicher, ob es Angst oder Lust war. Ich horchte in mich hinein, verband mich mit dem Zentrum meiner Intuition tief in meinem Bauch. Doch, ich vertraue ihm, dachte ich. Robert hatte die Situation im Griff. Ich war eindeutig nicht die erste Frau, die sein Profil unter all den Sexprotzen auf der Erotikseite ausgewählt hatte, und er wusste, wie man einer Frau das Gefühl gab, gleichzeitig begehrt und geborgen zu sein.
Ich stieß ein paar Rüschen weg, die bei meinen Füßen lagen. »Alles wieder gut«, sagte ich.
Robert senkte langsam den Kopf und küsste mich. Er neckte mich mit seinen Lippen, dann ermutigte er mich mit sanften, lockenden Bewegungen seiner Zunge, mich selbst vorzutasten und die seidige Hitze seines Mundes zu erkunden. Er schluckte mein Seufzen und schmiegte seinen schlanken Körper an meinen runden.
Gefiel ihm die Berührung mit meiner Fülle? Hatte er schon entdeckt, wie ausladend meine Hüften wirklich waren? Was würde er über die kleinen Dellen an meinem Hintern und an den Oberschenkeln sagen?
»Lass mich nur schnell das Licht ausmachen«, flüsterte ich, und wollte mich ihm entwinden.
Er hielt meine Hand fest und führte sie an seine Lippen. »Ich bin neugierig, wie nahe deine Figur meiner Fantasie kommt«, sagte er.
Ich war zuerst überrascht, dann fand ein kokettes kleines Lächeln den Weg auf meine Lippen. »Wie habe ich da ausgesehen?«
Er küsste mich wieder, dann strich er mit seinen Lippen über meine Wange, zu meinem Ohr und meinen Hals entlang. Ich drückte mich der süßen, heißen Reibung seiner Bartstoppeln entgegen, und atmete seinen Duft ein, eine Mischung aus Haut, Hitze und, zu meiner Überraschung, etwas, was nach Räucherkräutern roch und so gar nicht zu meiner Vorstellung von einem Marketingleiter eines großen Versicherungskonzerns passte.
Robert löste seine Lippen von mir. »Ich habe mir vorgestellt, wie dein Busen sich in meiner Hand anfühlt, wenn ich ihn vom BH befreie, und wie deine Haut unter deinem Kleid aussieht. Ob sie überall so hell ist wie in deinem Ausschnitt.«
Ich lächelte ihn an. Das klang doch besser als die grenzwertigen Fettenfantasien meiner anderen beiden Liebhaber. Viel besser.
Robert ließ seine Finger unter einen Träger meines BHs gleiten und zog ihn sanft nach unten. »Ich wusste seit dem Moment, als du ins Café kamst, dass ich dich vögeln will«, sagte er.
Die Lust in seiner Stimme schickte Schauer über meinen Rücken, die sich über meinen Bauch und meine Schenkel ausbreiteten. Wie gut zu wissen, dass mich mein Bauchgefühl nicht täuschte. Robert schien perfekt für meine Mission zu sein. Er war sanft, zärtlich und relativ unpervers. Ihr Göttinnen der Liebe, falls es euch denn gibt, bitte macht, dass es so bleibt, dachte ich.
»Jetzt lass mich machen«, sagte er, trat hinter mich und öffnete meinen BH. Er streichelte über meine Schultern und drückte Küsse auf das weiche Fleisch meines Rückens, sogar auf die kleinen Röllchen unterhalb der Taille. Dann kniete er sich hinter mich, um mit beiden Händen meinen Slip herunterzuziehen. Nicht nervös werden, Romy. Er weiß, dass du dick bist, und er mag es.
Ich hörte mich kichern, als er die tiefe Mulde am Ansatz meines Hinterns kitzelte. Robert strich über meine Pobacken, so sanft, als würde seine Hand über meiner Haut schweben. Ich glaubte zu spüren, wie die hauchfeinen Härchen sich unter seinen Fingern aufrichteten, und seufzte noch einmal, als der letzte Rest an Anspannung meiner Erregung wich.
»Du magst das, ja?«, fragte Robert.
»Und wie«, gurrte ich.
»Dann leg dich aufs Sofa.«
Ich gehorchte. Was hatte er vor?
Robert kniete sich neben mich, und begann, meinen Rücken und meinen Hintern zu kneten und zu streicheln. So passiv kam ich mir ein bisschen egoistisch vor, doch Robert schien Spaß daran zu haben, meine Fülle zu erkunden. Seine Erregung, die warm und prall gegen meine Hüfte drückte, und sein Seufzen zeugten davon, dass es ihm auch Vergnügen bereitete.
Ich lag einfach nur da und genoss den Tanz seiner Finger auf meiner Haut. Genoss den Druck seiner Hände, bis der Punkt kam, an dem sich Ungeduld unter meinem Genuss mischte. Ich richtete mich auf und drückte meine Lippen auf die seinen. Meine Stimme war nur noch ein Flüstern. »Wollen wir ins Schlafzimmer gehen?«
Als Antwort küsste Robert meine Schultern und ließ seine Zunge über den Ansatz meiner Nackenwirbel gleiten. Eine Gänsehaut huschte über meinen Rücken, die er mit seinen warmen Fingern verjagte. Er deutete mit dem Kopf auf Loghain und Leliana. Ich hatte nicht gemerkt, dass die Katzen auf meinem Arbeitstisch saßen und uns aus tiefen Augen beobachteten.
»Kommen die mit?«, fragte er.
»Das hätten sie wohl gern«, sagte ich.
Robert lachte, zog mich zärtlich hoch und führte mich ins Schlafzimmer.
Ich zündete einige der Kerzen an, die in Kerzenleuchtern aus Bronze und Bauernsilber auf meinem Nachttisch und am Fensterbrett steckten. Robert betrachtete währenddessen die Elfenbilder über meinem Schminktisch, die Feenfigurinen, die im Bücherregal die gesammelten Werke Tolkiens bewachten, und den antiken Spiegel, um den sich mehrere Lichterketten wanden. Schließlich deutete er auf mein Himmelbett. »Du bist romantischer, als ich gedacht hätte«, sagte er mit einer Wärme in der Stimme, die mich überraschte. »Entzückend romantisch.«
Er nahm mir die Streichhölzer aus der Hand. Ich kuschelte mich ohne Scham und mit all meiner Fülle an ihn und genoss seine Wärme und seine tiefen Küsse. Sanft rieb ich meinen Bauch an Roberts Unterleib. Er packte meinen Hintern, zog mich an sich und rieb sich genauso leidenschaftlich an meinem Unterkörper. Dann löste er sich mit einem Seufzen von mir, um diesmal wirklich seine Hose zu öffnen. Als er sie und die marineblauen Boxershorts abstreifte, lehnte ich mich an einen der Pfeiler meines Himmelbetts und genoss den Anblick seines sehnigen, schmalen Körpers eines Marathonläufers, der offenbar frisch rasierten Brust und seines Schwanzes, der aus einem kleinen Busch braungrauer Haare ragte, stolz und appetitlich.
»Setz dich aufs Bett«, sagte er.
Ich platzierte mich auf der Kante, die Füße am Boden. Robert stellte sich zwischen meine Beine, ging vor mir in die Knie, küsste meine vollen, schweren Brüste und neckte ihre Spitzen mit seiner Zunge. »Lutschen oder saugen? Was gefällt dir besser?«, fragte er.
Er hatte wirklich Talent im Umgang mit Frauen, die er erst ein paar Stunden kannte, dachte ich. »Beides«, hörte ich mich hauchen, während ich mich seinem Mund entgegenbog. Hauptsache, seine Lippen blieben, wo sie waren.
Roberts Hand bahnte sich den Weg durch das weiche Fleisch meiner Schenkel zwischen meine Beine, langsam, zu langsam. Am liebsten hätte ich ihn angespornt, schneller zu werden und mich nicht zu necken. Seine Hände und sein Blick fanden meinen gut gepolsterten Venushügel und meine Klitoris. »Leg dich zurück«, befahl er, und ich gehorchte auch dieses Mal.
Robert spreizte meine Beine noch weiter und rutschte näher zum Bett. Er senkte den Kopf zu meiner Pussy, wieder ganz langsam, als wollte er mich nur necken. Zwischendurch schaute er immer wieder hoch, und die Erregung in seinem Gesicht lockte noch mehr Feuchtigkeit aus mir hervor.
Mit der Zunge leckte er über meinen innersten Winkel, zuerst vorsichtig, dann energischer. Er erkundete die feuchten, hochsensiblen Stellen und neckte mich, bis ich das Gefühl hatte, in Drachenfeuer zu verglühen. Mit einer Hand knetete er meinen Bauch, mit der anderen spielte er mit meiner Pussy, bis ich drauf und dran war, seine Finger zu nehmen und sie in mich zu schieben.
Als hätte er es gespürt, drang er mit dem Mittelfinger in mich ein, dehnte mich und rieb immer wieder über den Eingang und das glitschige Gewebe in meinem Inneren. Ich legte meine Füße auf seine Schultern, damit er noch besser an mich herankam, und gab mich dem Genuss hin. Wer auch immer ihm das beigebracht hatte, eine Frau so zu verwöhnen, verdiente meine ganze Dankbarkeit.
Wieder und wieder fuhr er über meine Schamlippen, jetzt auch mit seiner Zunge, die feucht genug war, um heißes Vergnügen zu bereiten, und trocken genug, um mich mit leichter Reibung zu erregen.
Irgendwann löste ich mich von ihm, weich und erhitzt. Ich deutete ihm aufzustehen und kniete mich vor ihn hin. Eine kleine Stimme flüsterte mir zu, dass ich in dieser Position noch massiger wirkte, aber meine Erregung schaltete das Genörgel auf stumm, und ich konzentrierte mich auf das, was ich vor mir sah.
Meinem zeichnerisch geschulten Auge fiel auf, dass die Haut seiner Lenden eine Nuance heller war als am Rest seines Körpers. Seine Hoden waren ein bisschen asymmetrisch und rasiert wie fast der ganze Rest seines Körpers, und sein Penis hatte einen leichten Rechtsdrall. Ich war mir nicht sicher, warum, aber dieses kleine Detail machte ihn für mich sogar noch appetitlicher. Vorsichtig fuhr ich mit dem Daumen die Naht an der Unterseite entlang, um mich mit dem Gefühl seiner Haut und seinen Reaktionen vertraut zu machen. Robert stöhnte und legte eine Hand auf meinen Kopf. Ich beugte mich vor und nahm seinen Schwanz ziemlich vorsichtig in den Mund.
Hoffentlich glaubte Robert nicht an den Mythos, dass dicke Frauen besser bliesen, dachte ich. In diesem Moment ärgerte ich mich über meine Feigheit und Schüchternheit, dank derer ich in erotischen Dingen nicht besonders erfahren war. Robert schienen meine leicht ungeschickten Versuche nichts auszumachen. Sein Seufzen ermutigte mich, ließ mich meine Ängste vergessen und mich auf unsere Erregung konzentrieren.
Irgendwann löste Robert sich mit einem fast bedauernden Seufzen aus meinem Mund, fischte ein Kondom aus seiner Hose, streifte es sich über und legte sich aufs Bett. »Komm, setz dich auf mich«, sagte er.
Ich zögerte. Obwohl Robert eine gute Handbreite größer war als ich, war ich mindestens dreißig Kilo schwerer als er. Ich dachte an Jeffrey, der beinahe unter mir verschwunden wäre. Robert sah mir mein Grübeln anscheinend an. »Ich mag das«, sagte er. »Ich will dein Gesicht dabei sehen können, und deine wundervollen Brüste.«




