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Die Ironie der realen weltkapitalistischen Entwicklung will es, dass gerade für dieses Verhältnis das Theorem von Ricardo nicht allein falsch, sondern schlichtweg gegenstandslos geworden ist. Und zwar betrifft dies die grundlegendste Voraussetzung alles volkswirtschaftlichen Denkens, also auch desjenigen von Ricardo, nämlich die Nationalökonomie als in sich kohärenten Wirtschaftsraum und als ein mit anderen Nationalökonomien in Beziehung tretendes »Subjekt« selber.
Zwischen den kapitalschwachen und deshalb auch unterproduktiven Ländern der Peripherie und den industrialisierten Zentren des Kapitals konnte und kann man durchaus von einem Welthandel sprechen, der auf »internationaler Arbeitsteilung« beruht – allerdings auf einer seitens der peripheren Länder ebenso unfreiwilligen wie unvorteilhaften. Letzten Endes handelt es sich dabei um eine Funktionsteilung zwischen der hauptsächlichen Produktion von Rohstoffen aller Art (agrarischen, mineralischen usw.) einerseits und der hauptsächlichen Produktion von industriellen Fertigprodukten (unter Einschluss der kapitalistischen Nahrungsmittelindustrie) andererseits.
Aber beim Warenaustausch der industriell entwickelten Länder untereinander kann nicht einmal in diesem negativen Sinne von einer »Arbeitsteilung« im Ricardoschen Sinne gesprochen werden. Deren Voraussetzung wäre ja, dass sich die einzelnen Industrieländer jeweils auf bestimmte industrielle Produkte oder Produktkomponenten spezialisieren.
Davon konnte jedoch höchstens in der Urgeschichte des kapitalistischen Weltsystems teilweise die Rede sein, als sich der Welthandel noch auf bestimmte Segmente der Produktion beschränkte, um von diesen aus die gesamte gesellschaftliche Reproduktion »von oben und außen« kapitalistisch aufzurollen. Schon in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, in der sich das Weltsystem erst in Form der Nationalökonomien und ihres wechselseitigen Verkehrs darstellte, ging diese Spezialisierung mehr und mehr zurück. Als sich nach dem tiefen Einbruch des Weltmarkts in der Epoche der Weltkriege und der Weltwirtschaftskrise seit 1950 unter dem Dach der Pax Americana der internationale Handel zwischen den großen Blöcken der Industrieländer wieder sprunghaft zu erweitern begann, zeigte sich endgültig, dass der Weltmarkt der Waren von einem ganz anderen Prinzip geleitet wird als dem einer »internationalen Arbeitsteilung«.
Denn es war ja nicht so, dass etwa Japan in die USA meinetwegen Radios und diese nach Japan Autos geliefert oder die Europäer ihrerseits beide mit Werkzeugmaschinen versorgt hätten usw. Ebensowenig handelte es sich innerhalb der verschiedenen Warengruppen um eine auf die einzelnen Komponenten bezogene Arbeitsteilung, in der etwa bei der Autoproduktion die USA für alle die Karosserie, Japan das Getriebe und Europa die Motoren beigesteuert hätten usw. Formen einer »internationalen Arbeitsteilung« dieser Art gab es dagegen im östlichen Staatskapitalismus, und zwar sowohl innerhalb der Sowjetunion und ihrer einzelnen Regionen als auch zwischen den staatskapitalistischen Nationen des Comecon, des Wirtschaftsverbundes der Länder im Machtbereich der Sowjetunion.
Im Westen jedoch exportierten stattdessen die USA Autos, Fernseher, Werkzeugmaschinen, Büstenhalter, Käse, Hüte, Schiffe und beliebige andere Güter nach Japan und Europa, und umgekehrt exportierten Japan und Europa dieselben Waren in die USA und auch untereinander. Die Formel lautete mit anderen Worten: Alle liefern allen alles! Keine Spur von einer irgendwie sinnvollen Arbeitsteilung.
Aber eine solche wäre ja auch nur möglich, wenn es um einen möglichst rationellen weltweiten Produktionsverbund von naturalen, stofflichen Gütern zwecks allgemeiner Bedürfnisbefriedigung ginge. Der kapitalistische Produktionszweck ist jedoch ein völlig anderer, nämlich eben der Selbstzweck der Kapitalverwertung. Und der sowjetische Staatskapitalismus scheiterte gerade daran, dass er den stofflichen Inhalt der Produktion (und einer darauf bezogenen, durchaus an sich sinnvollen überregionalen und in mancher Hinsicht auch weltweiten Funktionsteilung) nicht von den Kategorien und Ansprüchen der Geldakkumulation – also der Verwertung von Geldkapital mittels der Ware Arbeitskraft – ablösen konnte.
Zwar behaupten die Apologeten des modernen warenproduzierenden Systems von jeher, dass die Menschheit den verrückten Umweg über diese abstrakte »Verwertung des Werts« machen müsse, damit eine optimale Bedürfnisbefriedigung mit stofflichen Gütern für alle erreicht werden könne. Das ist ungefähr so intelligent wie die Behauptung, dass man, um ein genussvolles und interessantes Leben zu führen, jeden Tag hunderttausend Tonnen Beton in die Landschaft schütten müsse, um als »Abfall« dieser selbstzweckhaften Verrücktheit Geld-einkommen zu erzeugen und dann erst mit diesen sekundär einen eigenen Bedürfniszweck verfolgen zu können. Die Absurdität, dass zwischen naturale Güterproduktion und Bedürfnisbefriedigung der abstrakte und inhaltlich blinde Verwertungsprozess, die Selbstverwertung des Werts oder die Akkumulation von Geldkapital tritt, ist in ihrer paradoxen Erzeugung von Massenarmut durch Reichtumsproduktion ein buchstäbliches »Armutszeugnis« für die Vernunft der warenproduzierenden Moderne.
Auf dem Boden des Kapitalverhältnisses kann es gar keine sachliche Arbeitsteilung sein, die den Warenverkehr auf dem Weltmarkt bestimmt. Vielmehr ist es das Prinzip der universellen Konkurrenz um die »Realisierung« des gesellschaftlichen Mehrwerts, das dem Weltmarkt einzig und allein zugrunde liegt. Das säkulare Anwachsen des internationalen Warenverkehrs und insbesondere die rapide Steigerung seit dem Zweiten Weltkrieg geht nicht auf eine entsprechende Ausweitung arbeitsteiliger Funktionen zwischen den kapitalistischen Industrieländern auf der naturalen, stofflich-technischen Ebene zurück, sondern auf die Verschärfung des kapitalistischen Selbstwiderspruchs von schrankenloser Entwicklung der Produktivkräfte einerseits und permanenter Restriktion der Mehrwertproduktion und damit der gesellschaftlichen Kaufkraft durch denselben Prozess andererseits; also genau so, wie es Marx grundsätzlich gezeigt hatte, nur unter den Bedingungen der zweiten industriellen Revolution, wie sie sich nach dem Zweiten Weltkrieg in den Ländern des Zentrums verallgemeinerte, in einer vielfach größeren Dimension und Beschleunigung als in der Vergangenheit.
Seit den späten 50er Jahren ist der Welthandel sehr viel stärker angestiegen als die Weltindustrieproduktion und hat sich gleichzeitig immer mehr auf die so genannte »Triade«, die drei großen industriellen Wirtschaftsräume (USA, Europäische Union und Japan/Ostasien) konzentriert. Das zeigt, dass jener von Marx festgestellte elementare Selbstwiderspruch des Kapitals schon in der Zeit des großen Nachkriegsbooms zu eskalieren begann: Die kapitalistischen Industrieländer, weit entfernt von jeglicher internationaler Arbeitsteilung, lieferten sich – nationalökonomisch betrachtet – eine mehr und mehr ausufernde Konkurrenzschlacht um die »Exportweltmeisterschaft«.
Zwar stieg in der Zeit des »Wirtschaftswunders« durch die ungeheure Expansion der sogenannten fordistischen Industrien (Automobile, Haushalts- und Unterhaltungselektronik etc.) auch die Beschäftigung und damit die Kaufkraft an, aber die Produktivkraft und damit die Produktionskapazitäten stiegen noch schneller. In der allgemeinen Aufwärtsbewegung während der Boomphase drängten die Industriekonzerne daher verstärkt über die nationalökonomischen Grenzen hinaus, um sich einen größeren Brocken der globalen Kaufkraft zu schnappen: Der allgemeine Anstieg des Warenexports folgte der Logik einer betriebswirtschaftlichen Konkurrenz um internationale Marktanteile, was so ziemlich das Gegenteil einer technischen bzw. organisatorischen Funktionsteilung ist.
Kapitalexport und multinationale Konzerne
Parallel zum allseitigen konkurrierenden Warenexport entwickelte sich ein Export anderer Art, nämlich über den Export von Waren hinaus der Export von Kapital. Dies ist nur eine logische Konsequenz: Wenn der innere Widerspruch zu seiner Verlagerung nach außen drängt und der Warenexport eine immer größere Bedeutung erlangt, liegt es nahe, diese Waren gleich selber in den diversen Bestimmungsländern zu produzieren, also dort Sachkapital zu investieren. Ein derartiger Kapitalexport war im 19. Jahrhundert noch in einem solchen Maße vernachlässigenswert, dass ihn Ricardo in seinem Theorem der komparativen Kosten als sinnvolle Möglichkeit ausschloss:
»Der hierbei in Betracht kommende Unterschied zwischen einem einzigen Lande und mehreren ist leicht zu ermessen, wenn man die Schwierigkeit in Betracht zieht, mit welcher sich das Kapital, um eine einträgliche Verwendung zu suchen, aus einem Lande in ein anderes fortbewegt, und die Leichtigkeit, mit der es in demselben Lande ständig aus der einen Provinz in die andere wandert« (Ricardo 1980/1817, 112 f.).
Ricardo hat auch allen Grund, den für ihn zeitgenössischen empirischen Istzustand eines kaum vorhandenen Exports von Sachkapital zum Wesensmerkmal des Kapitals zu verallgemeinern, denn sein Postulat einer segensreichen »internationalen Arbeitsteilung« setzt die internationale Immobilität des Kapitals geradezu voraus. Das Verhältnis der komparativen Kosten führt nämlich in seinem Beispiel von Wein und Tuch (beides in Portugal billiger produzierbar als in England, aber Wein mehr als Tuch) nur dann zur nationalökonomisch arbeitsteiligen Produktion von Wein in Portugal und Tuch in England, wenn eine grenzüberschreitende Wanderung von Kapital praktisch ausgeschlossen ist. Wenn aber nicht, wäre die Konsequenz eine völlig andere, wie Ricardo selber weiß:
»Zweifellos würde es für die englischen Kapitalisten und für die Konsumenten beider Länder vorteilhaft sein, dass unter solchen Umständen Wein und Tuch beide in Portugal gemacht würden, und dass infolgedessen das Kapital und die Arbeit, die in England bei der Herstellung von Tuch Verwendung finden, zu dem Zwecke nach Portugal hinüber geleitet würden« (a.a.O., 113).
Das gilt noch viel mehr dann, wenn man von der falschen naturalen Betrachtungsweise weggeht und dasselbe Problem unter Verwertungs- und Konkurrenzgesichtspunkten betrachtet. Was aber nicht sein darf, das kann auch nicht sein; und so tröstet sich Ricardo damit, dass es an der nationalen Bodenständigkeit des Kapitals auch in Zukunft nicht fehlen wird:
»Indessen zeigt die Erfahrung, dass die eingebildete oder tatsächliche Unsicherheit des Kapitals, wenn es nicht unter der unmittelbaren Aufsicht seines Eigentümers steht, zusammen mit der natürlichen Abneigung, die jeder Mensch hat, das Land seiner Geburt und seiner Beziehungen zu verlassen, um sich mit all seinen eingewurzelten Gewohnheiten einer fremden Regierung und neuen Gesetzen anzuvertrauen, die Auswanderung des Kapitals hemmen. Diese Gefühle, deren Schwinden ich nur bedauern würde, bestimmen die meisten Menschen von Vermögen, sich lieber mit einer niedrigen Profitrate in ihrer Heimat zu begnügen, als nach einer vorteilhafteren Verwendung ihres Vermögens bei fremden Nationen zu suchen« (Ricardo, a.a.O., 113).
Es sind ganz offensichtlich ökonomisch fadenscheinige und nur sozialpsychologisch-patriotische, dem zeitgenössischen aufsteigenden Nationalismus entsprechende Argumente, mit denen Ricardo die immanenten Voraussetzungen seines (ohnehin falschen) Theorems zu retten sucht. Allerdings sollte die nationalökonomische und nationalstaatliche Zentrierung der Kapitalakkumulation tatsächlich noch ein gutes Jahrhundert lang bestehen bleiben. Das gesamte 19. Jahrhundert hindurch entwickelte sich der Kapitalismus hauptsächlich innerhalb der nationalen Mauern. Zwar wuchs der Export bis zum Ersten Weltkrieg stetig an, aber das Investitionsverhalten folgte im großen und ganzen dem Ricardoschen Postulat (vgl. dazu genauer das vierte Kapitel).
Das änderte sich auch zu Beginn des 20. Jahrhunderts nur in einem geringen Ausmaß. Bekanntlich waren es vor 1914 und während des Ersten Weltkriegs vor allem Theoretiker linksreformerischer oder marxistischer Provenienz wie der englische Ökonom John A. Hobson und der russische staatssozialistische Revolutionär Lenin, die den Kapitalexport (im Sinne von Realinvestitionen in Produktionsanlagen) als neues Entwicklungsmerkmal heraufdämmern sahen. Nicht umsonst handelte es sich dabei hauptsächlich um Imperialismustheorien, die den Kampf der kapitalistischen Großmächte um die globale Aufteilung der kolonialen Gebiete ökonomisch begründen sollten. Besonders Lenin strapazierte in diesem Sinne den herangereiften Zwang zum Kapitalexport als Erscheinung eines neuen kapitalistischen Entwicklungsstadiums, um die zeitgenössische politische Konstellation der beginnenden Weltkriegsepoche zu erklären.
Aber tatsächlich handelte es sich bei dieser Einschätzung eher um eine Extrapolation, um eine logische Vorwegnahme zukünftiger Entwicklungen in einem ganz anderen, Lenins Zeit noch unbekannten Zusammenhang. Damals floß der erst beginnende Kapitalexport in der Tat größtenteils in die jeweils eigenen Kolonien, wo aber alle Bedingungen für eine Kapitalakkumulation in großem Ausmaß fehlten. Die Kolonien bildeten ja ökonomisch, soweit nicht in vormodernen agrargesellschaftlichen Strukturen befangen, nur eine Art Wurmfortsatz der imperialen Nationalökonomien. Im Verhältnis zu den Gesamtinvestitionen blieben die Kapitalexporte in die Kolonien marginal (nur in Großbritannien nahmen sie einen relativ höheren Prozentsatz als bei den übrigen Großmächten ein).
Dort aber, wo Kapitalexport als Konsequenz gesteigerten Warenexports der kapitalistischen Logik besser entsprochen hätte, also im Verhältnis der kapitalistisch fortgeschrittenen Nationalökonomien untereinander, konnte Lenin ihn sich bezeichnenderweise nur als Folge von militärischen Annexionen vorstellen, somit als bloße Einverleibung gewissermaßen eines Brockens fremder Nationalökonomie in die eigene. Nur im Gefolge militärischer Eroberungen mit ungeheurer Anspannung aller gesellschaftlichen Kräfte war jedoch kein betriebswirtschaftlicher Kapitalexport im großen Maßstab auf den Weg zu bringen; und es wäre dann ja bei schlichter Einverleibung von Gebieten unter der jeweils eigenen nationalstaatlichen Fuchtel auch logisch gar kein »Export« mehr gewesen.
Das zeigt, wie sehr nicht nur das Denken, sondern auch die realen Verhältnisse noch in der nationalökonomischen Zentrierung befangen waren. Ein Indiz ist die ganze damalige Debatte eher im umgekehrten Sinne: dass der Kapitalexport als Phänomen durch seine bloße Realität selbst im kleinsten Maßstab bereits theoretisch Furore machen konnte, ist mehr ein Hinweis auf sein fast völliges Fehlen im 19. Jahrhundert als auf seine bereits am Vorabend des Ersten Weltkriegs erreichte Durchschlagskraft.
Zur wirklich neuen Qualität wurde der Kapitalexport in Wahrheit erst nach dem Zweiten Weltkrieg, beginnend mit dem Nachkriegsboom seit den fünfziger Jahren. Ökonomisch war es die ebenfalls erst in diese Zeit fallende weltweite Durchsetzung der zweiten industriellen Revolution (fordistische Industrien, Automobilmachung der Gesellschaft, Kultur-und Freizeitindustrie etc.), die durch eine neue Qualität der Produktivkraftentwicklung von innen heraus den Druck auf die nationalökonomischen Grenzen erhöhte, zugleich supranationale Strukturen hervorbrachte und auf der Ebene des gesellschaftlichen Abspaltungsverhältnisses die Erwerbstätigkeit der Frauen in der Sphäre der »abstrakten Arbeit« sprunghaft ausdehnte. Politisch war es die Pax Americana, die im Unterschied zur ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts die Bedingung dafür schuf, dass erstmals im größeren (und stetig wachsenden) Ausmaß ein Kapitalexport zwischen den nunmehr politisch nur noch gedämpft und militärisch gar nicht mehr rivalisierenden kapitalistischen Zentralmächten stattfinden konnte.
Natürlich hatte es vereinzelt auch schon vor dem Zweiten Weltkrieg innerkapitalistischen Kapitalexport zwischen den großen Industriestaaten gegeben; aber der Umfang war so gering und die Ursachen wie die Auswirkungen daher so wenig Gegenstand der Forschung, dass »die Darstellung für die Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg auf unsystematischem und anekdotischem Material beruht« (Vernon 1979, 53). Erst mit der einsetzenden Flut des Kapitalexports auf Grundlage des Nachkriegsbooms und im politischen Rahmen der Pax Americana entwickelte sich auch rasch eine Debatte über »Die Internationalisierung des Kapitals« (Deubner u.a., 1979), die nicht mehr im alten Sinne vom politisch-militärischen Kampf um die nationalstaatlich-imperiale »Neuaufteilung der Welt« bestimmt war, sondern von den inneren ökonomischen Prozessen des Kapitals selbst, das über die Grenzen der Nationalökonomie und damit auch des Nationalstaats hinauszuwachsen begann (insofern gerade das Gegenteil einer vom nationalstaatlichen Imperialismus bestimmten Entwicklung).
Als zentraler und bald populärer Begriff dafür bürgerte sich seit den siebziger Jahren der Name der »Multis« ein, also der multinationalen Konzerne. Während sich der vorherige relativ geringe Kapitalexport im Verhältnis von Mutterländern und Kolonien ebenso wie im späteren Verhältnis von Industrieländern des Zentrums zu den Ländern der Dritten Welt hauptsächlich auf Rohstoffquellen und auf den Agrarsektor bezogen hatte, war der neue Kapitalexport der Multis zwischen den Industriestaaten des Zentrums selbst von vornherein auf die fortgeschrittene industrielle Produktion konzentriert. Der betriebswirtschaftliche Konkurrenzkampf um globale Marktanteile, bis dahin weitgehend vom Warensektor bestimmt, griff damit auf den Kapitalsektor über. Trotzdem übertraf die Bedeutung des Warenexports immer noch die des Kapitalexports bei weitem, auch wenn sich der Abstand rasch zu verringern begann.
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