Unersättlich | Erotischer SciFi-Roman

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»Eine einfache Lösung, aber sehr effektiv«, kommentierte Balthasar.
»Wie man es nimmt. Einer der Forscher war offenbar mit der terranischen Mythologie bewandert. Da die Bewohner dem Aussehen bestimmter irdischer Dämonen ähnelten und sich während des Akts mit den Menschen von dessen Hormonen und sexueller Energie ernährten, bezeichnete er sie als Succub, ein alter Begriff für bestimmte weibliche Dämonen. Offenbar übersah er dabei, dass auch die Männer das gleiche Verhalten an den Tag legten. Diese erhielten trotzdem einen anderen Namen: Satanas. Dabei entspricht es keineswegs ihrer Natur, sich wie ein Teufel zu verhalten. Eher sind sie sanftmütig wie Engel. Wie gesagt, der Kerl war wohl ein Witzbold. Es gibt jedoch einen weiteren Grund, warum man Hirda noch heute so streng bewacht.«
»Jetzt bin ich aber wirklich neugierig«, sagte Balthasar. »Wollte man verhindern, dass der Planet zu einem Magneten für ständig geile und selbstmordgefährdete Menschen wurde?«
Sandrine kicherte, während sie seine Schultern massierte. »Es ist die Fähigkeit des Gestaltwandelns, die vielen Regierungsmitgliedern Sorgen bereitet. Man befürchtet das Ausspähen von wertvollen Informationen, da man durch die Verwandlung einen Spion nicht erkennen kann. Daher wacht man so besonders über den Planeten. Aber Sie haben schon recht mit Ihrer Annahme. Trotz der ganzen Maßnahmen versuchen immer wieder Menschen auf den Planeten zu gelangen, um sich einmal mit einem Bewohner zu paaren, um das unbeschreibliche sexuelle Verlangen, das sie auslösen, am eigenen Leib zu erleben.«
Balthasar packte Chauvins Hände, als sie versuchte, sein Hemd zu öffnen, und drehte sich zu ihr um. Ein begieriges Funkeln stand in ihren schwarzen Augen.
»Was habe ich mit Hirda zu schaffen? Soll ich mich auf den Planeten begeben?«
Sandrine zeigte ihm ihre schneeweißen Zähne. »Eine Succub ist durch die Reihen der Wachstationen entwischt.«
Balthasar stieß einen leisen Pfiff aus. »Dies bereitet den Verantwortlichen bestimmt großen Kummer. Immerhin könnte es zu unerwarteten, sexuellen Todesfällen kommen, wenn sie sich ungehindert durch die Bevölkerung der Terraner vögelt.«
»Zügeln Sie Ihre Ironie. Es ist nämlich ein Funken Wahrheit darin enthalten«, erwiderte Sandrine. »Jemand hat ihr bei der Flucht geholfen. Aus einer gut unterrichteten Quelle habe ich erfahren, dass genau dies das Ziel ist. Die Succub soll sich an ein hohes Mitglied unserer Regierung heranmachen. Mit ihren Fähigkeiten kann sie jeden Menschen manipulieren. Aus diesem Grund wende ich mich an Sie, um die Hirdanerin an ihrem Vorhaben zu hindern. Aber denken Sie immer daran, Ihre Prämie erhalten Sie nur dann, wenn Sie erfolgreich sind.« Sandrine presste einen Zeigefinger fest gegen Balthasars Bauch. »Sorgen Sie dafür, dass sie Terra nicht erreicht. Wie Sie das machen, ist mir gleichgültig, solang es möglichst unauffällig geschieht. Wenn es möglich ist, nehmen Sie die Frau gefangen. Sollte sie durch einen Unfall ums Leben kommen, wäre dies tragisch, aber dann wohl unvermeidlich. Der Schutz des Ersten Premiers geht vor. Unter seiner Regierung ist es gelungen, weitere Kolonien davon abzubringen, die Galaktische Union zu verlassen und die Zusammenarbeit auf allen Ebenen zu verstärken. Seine Wiederwahl ist enorm wichtig, um den Halt innerhalb des Bündnisses weiter zu verstärken. Ohne seinen Einfluss würden die Expansionsbestrebungen der alten Kolonien an Macht gewinnen, die besonders von bestimmten Personen und Konglomeraten unterstützt werden.«
»Wer ist der unbekannte Auftraggeber, der sie durch die Reihen der Patrouillen schmuggelte?«, hakte Balthasar nach. »Sie sollten mich schon ganz ins Bild setzen.«
Sandrine presste die Luft aus der Lunge. »Mein Verdacht richtet sich gegen John Plant. Er ist einer der wenigen Konzernherren, der nicht nur einen Grund hat, gegen den Ersten Premier vorzugehen. Er besitzt auch die Mittel dafür, die man benötigt, um ein derartiges Unternehmen zu organisieren und durchzuführen.«
Balthasar runzelte die Stirn. »Ein Gegner, mit dem man sich nicht unbedingt anlegen sollte, wenn es sich vermeiden lässt.«
»Ich habe mich nicht umsonst an Sie gewandt. Immerhin besitzen Sie einen Ruf, der mich neugierig machte. Wenn die Berichte, die ich über Sie erhalten habe, der Wahrheit entsprechen, möchte ich nicht in der Haut der Hirdanerin stecken.« Sie schob sich noch enger an ihn heran. »Wenn meine Spione in der Galaktischen Union nicht von John Plants Plänen erfahren hätten, würde der Erste Premier in arge Schwierigkeiten geraten und im ungünstigsten Fall ein körperliches Wrack werden. Es war schon ein raffinierter Schachzug von Plant, ausgerechnet eine Succub auszusenden, um mit ihrer Hilfe die Regierung der Erde zu schwächen. Wahrscheinlich will er das neue Handelsgesetz, welches die Rechte der Konzerne beschneidet, zu Fall bringen. Der Erste Premier ist immerhin der größte Unterstützer dieser Eingabe an den Senat.« Sandrines Augen funkelten eisig. »Aber ich werde seine finsteren Absichten durchkreuzen und ihn endgültig in die Schranken weisen.«
Balthasar war bei ihrem Anblick restlos überzeugt, dass er es bevorzugen würde, Sandrine Chauvin nicht zum Feind zu haben. Er musste höllisch aufpassen, sich ihren Zorn niemals zuzuziehen.
»Sie können sich ganz auf mich verlassen«, versicherte Balthasar. »Falls es mir gelingt, die Succub unversehrt festzusetzen, müsste ich noch wissen, wohin ich sie anschließend bringen soll. Ich nehme mal an, zurück in ihre Heimat?«
Sandrine neigte den Kopf. Dabei fiel ihr eine Haarsträhne in die Stirn, die sie mit einer anmutigen Bewegung zur Seite strich.
»Es wäre mir lieber, wenn Sie die Frau erst zu mir bringen würden. Danach kann man sie immer noch nach Hirda überführen.«
Balthasar nickte verstehend. »Ich werde mit Sicherheit Ihre Hilfe benötigen«, sagte er. »Wenn die Succub den Anweisungen ihres Auftraggebers folgt, wird sie irgendwo an Bord eines Frachters gestiegen sein. Aus diesem Grund muss ich so schnell wie möglich nach Ninive Sieben, der größten Umschlagstation im Umkreis von hundert Lichtjahren.«
Sandrine presste die Lippen zusammen. »Sie erhalten jede Unterstützung, die Sie anfordern. Die Unvergleichlich wird Sie überall hinfliegen, wohin Sie es wünschen. Zumindest kann sie Sie in die Nähe jedes Sonnensystems bringen. Sie bekommen auch ein Shuttle zur freien Verfügung. Wie Sie sehen, gewähre ich Ihnen ausnahmsweise die Befehlsgewalt über mein Schiff …« Sie legte eine Pause ein. »Aber das hat einen gewissen Preis.«
Balthasar kniff die Augen zusammen. Über seinem Nasenrücken bildete sich eine steile Falte. »Was verlangen Sie?«, fragte er bedächtig.
Sandrine befeuchtete ihre Lippen. »Unter den vielen Berichten, die man mir über Sie vorlegte, befand sich einer, von dessen Wahrheitsgehalt ich mich gern persönlich überzeugen würde.«
Balthasars Mundwinkel zuckten verdächtig. »Ich habe keine Ahnung, worauf Sie hinauswollen«, versuchte er, den Ahnungslosen zu spielen. Doch im selben Augenblick erkannte er, wie Sandrine die Ausrede durchschaute. Trotzdem würde er ihr keine Einzelheiten über seine Abstammung verraten. Für alle Außenstehenden war er ein Bewohner von Plan Omega, einem Planeten im Grenzbereich der Galaktischen Union.
»Sie sollten mich niemals unterschätzen … Kamarer«, flüsterte sie heiser.
Balthasar runzelte die Stirn. »Sie wissen über meine Herkunft Bescheid?«
Sandrine fuhr sich über die Lippen. »Ich weiß gern im Voraus, mit wem ich mich einlasse. Seltsamerweise konnte ich nur wenig über Sie in Erfahrung bringen. Ich musste wirklich große Überzeugungsarbeit leisten, um an Ihre persönliche Daten zu gelangen.«
Dies glaubte ihr Balthasar sofort. Seine Akte galt als streng geheim und war durch mehrere Codes gesichert, zu denen aufgrund der Vorfälle auf Plan Omega nur sehr wenige Personen Zugang erhielten. Er traute ihr dennoch zu, jemanden aus dem inneren Kreis der Galaktischen Union von der Notwendigkeit der Einsichtnahme überzeugt zu haben. Wahrscheinlich waren reichlich Credits dabei unter der Hand an den Betreffenden geflossen.
»Dr. Kamar muss auf Plan Omega wirklich ganze Arbeit geleistet haben. Ist es nicht schrecklich, zu wissen, das Opfer eines genetischen Experiments zu sein? Wobei Sie sich wahrscheinlich nicht als Opfer sehen, schließlich leben Sie von Geburt an mit dem Stigma einer fremden DNA in ihrem Körper.«
»Ich kann Ihnen versichern, wir betrachten uns als einzigartig im Universum. Auch wenn wir in vielen Augen mit einem Mangel behaftet sind, hat Dr. Kamar uns durch seinen Eingriff zu besonderen Menschen, oder besser Kamarer, gemacht. Wir wurden dort … geboren. Wir betrachten ihn nicht als Gott, dessen Schöpfung wir sind.«
»Sie müssen mir bei Gelegenheit Ihre Geschichte erzählen. Die Berichte in Ihrer Akte klangen sehr unvollständig, auch wenn das Wesentliche darin enthalten war. Zumindest einen Punkt fand ich unheimlich spannend. Der gute Doktor muss unwissentlich ein entscheidendes Detail bei seinen Experimenten übersehen haben. Was ich nicht als Nachteil betrachten würde.«
Balthasar presste die Lippen aufeinander. Er ahnte, worauf die Konzernchefin anspielte.
Sie breitete die Arme aus und legte sie ihm um den Hals. Zärtlich strich sie über seinen Nacken. »Ich überzeuge mich übrigens gern persönlich vom Wahrheitsgehalt solcher Geschichten.«
Sandrine hob den Kopf an und presste ihre Lippen auf Balthasars Mund. Sie schob ihre Zunge vor. Im ersten Moment wollte er sie zurückstoßen, aber dann siegte sein Verlangen. Gierig erwiderte er den Kuss. Ihre Zungenspitzen trafen sich, umkreisten einander.
Balthasar spürte seine wachsende Erregung. Er hatte seit Wochen bei keiner Frau mehr gelegen. Zu lang war er allein unterwegs gewesen.
Und bei Sandrine Chauvin handelte es sich eindeutig um eine Frau, der man nicht widerstehen konnte. Sie war äußerst attraktiv und … erfahren.
Ihre rechte Hand wanderte über die Brust und der Taille zu seinem Schritt hinab. Gekonnt massierte sie den erwachenden Schaft, der sich unter dem Stoff der Hose abzuzeichnen begann.
Sie drückte auf den Knopf der Gürtelschnalle, sodass der Verschluss aufsprang und er ihr ermöglichte, die Hose zu öffnen. Sofort glitt ihre Hand hinein. Wie eine eiserne Zwinge legten sich ihre Finger um seinen halb steifen Penis, ehe sich ihre Hand auf und ab zu bewegen begann.
Ihre Augen weiteten sich, als sein Geschlechtsteil unter ihren kundigen Fingern seine volle Größe erreichte.
»Es ist wirklich wahr, was man sich von euch Kamarern erzählt«, sagte sie freudig überrascht. »Dabei nahm ich fest an, es würde sich um eine maßlose Übertreibung handeln.«
Ihr fester Griff löste sich von seinem Schwanz. Sie trat einen Schritt zurück, während ihr Kleid eine faszinierende Veränderung durchlief. Der schwarze Stoff wurde durchsichtig und gestattete einen ungehinderten Blick auf ihren Körper. Ihre Brüste zeigten sich perfekt geformt und stolz reckten sich ihre Knospen ihm entgegen. Obwohl sie so gleichmäßig und makellos aussahen, waren sie mit Sicherheit noch keiner Schönheitsbehandlung unterzogen worden. Sein Blick wanderte an ihrem Körper hinab und blieb an ihrer rasierten Vulva hängen. Zartrosa schimmernd lockte ihre Spalte.
Sie hob ihre linke Hand an ihren Nacken. Ein leises Klicken ertönte und der transparente Stoff des Kleids schwebte zu Boden. Elegant stieg sie aus dem Knäuel zu ihren Füßen, das wieder die ursprüngliche Farbe annahm.
Ehe er sich versah, kniete sie sich vor ihm hin und zerrte die Hose hinunter. Seine Erektion sprang vor, als sie aus ihrem Gefängnis befreit wurde.
Sandrine beugte den Kopf vor. Ihre Lippen schoben sich über die pralle Eichel. Gierig nahm sie den Schaft in sich auf. Ihre Zungenspitze glitt über die samtige Haut, erforschte seinen geäderten Stab, bis er tief in ihrem Schlund verschwunden war. Nur kurz behielt sie ihn in ihrem Rachen, dann gab sie den Ständer mit einem Keuchen wieder frei. Sie holte kurz Luft, ehe sie den Mund erneut über seinen Liebesspeer stülpte. Ihr Kopf bewegte sich vor und zurück, während sie mit den Lippen über den harten Phallus glitt. Dabei führte sie mit der Zunge einen wilden Tanz auf.
Balthasar spürte, wie sich seine Erregung ins Unermessliche steigerte. Sein Schwanz begann zu pochen. Bevor er den Höhepunkt erreichte, zog sich Sandrine zurück. Sie gab ihm einen vielversprechenden Kuss auf die Eichel.
Balthasar riss die Augen auf, als er bemerkte, wie sich hinter Sandrine im Boden des Raums eine Öffnung auftat und ein breites Bett lautlos emporglitt.
Sandrine griff nach seiner Hand und führte ihn zu der Spielwiese, auf der eine weiche Decke und mehrere Kissen lagen.
Sie streifte seine Jacke ab, ehe sie ihm einen leichten Stoß auf die Brust versetzte und er mit dem Rücken auf die weiche Unterlage fiel.
Sandrine kniete sich über ihn. Lockend schwebte ihre feuchte Lustquelle dicht über seinem Kopf. Ihre vollen Schamlippen glänzten, als sie langsam ihr Becken absenkte.
Er packte sie an den Hüften und presste ihre Möse auf sein Gesicht. Seine Zunge kreiste um ihren Kitzler, spielte mit ihrer Liebesperle, um sich dann in ihre feuchte Grotte zu bohren.
Ihr lautes Stöhnen hallte durch den Raum, als er sie immer schneller leckte. Ihre Säfte rannen über sein Gesicht, benetzten die Lippen. Voller Verlangen saugte er ihren Nektar auf.
Ein Zittern erfasste ihren Unterleib, als der Höhepunkt sie überkam. Unerbittlich fuhr er mit der Zunge über die nassen Schamlippen, während sie Schreie der Lust ausstieß.
Erst als die Kontraktionen ihres Inneren nachließen, rutschte sie auf ihm hinunter, bis ihre Vulva über den harten Phallus glitt.
Ein erleichtertes Seufzen drang aus seiner Kehle, als der Schaft in sie eindrang. Die warme Nässe hüllte ihn ein, als sie sich niederließ. Sie warf den Kopf in den Nacken und ihre Brust hob und senkte sich im Rhythmus ihrer Bewegungen. Ihre Augen leuchteten verlangend, als sie ihn wild und ungestüm ritt.
Balthasars Hände wanderten zu den Brüsten hoch, umschlossen die prallen Bälle, um sie zu drücken und zu kneten. Mit den Handflächen rieb er über die aufgerichteten, harten Nippel.
Er hob die Lenden an, um den prallen Stab bis zum Anschlag in sie hineinzustoßen. Ein intensives Pochen erfasste ihn.
Wellen der Ekstase jagten durch seinen Körper, brachten alle Adern zum Glühen. Ihm war, als würde flüssiges Metall durch ihn hindurchfließen.
Ein unvergleichliches Sehnen nach Erfüllung trieb ihn zum Orgasmus. Ein Sehnen, welches ihn vollkommen beherrschte.
Das Pulsieren in seinem Schwanz verstärkte sich. Ein Schrei voller Lust und Begierde löste sich aus den Tiefen seiner Brust, als der Saft aus ihm hervorschoss.
Sandrines Körper erzitterte. Die Muskeln ihrer Grotte klammerten sich um den harten Schaft, pumpten jeden Tropfen aus ihm heraus.
Ihre Fingernägel krallten sich in seine Brustmuskulatur, als ihr Höhepunkt einsetzte und von ihrem Becken ein heißer Strom durch ihre Adern schoss. Ein ungezügeltes Stöhnen der Erlösung drang über ihre Lippen.
Bis sich ihre Nägel lösten, nahm er den Schmerz willig hin. Ihr Oberkörper sackte nach vorn, als sie sich mit einem erschöpften und befriedigten Ausdruck auf dem Gesicht auf ihn legte. Wie ein goldener, strahlender Kranz drapierten sich ihre Haare um ihren Kopf.
Für einen Moment schloss sie die Augen, ehe sie ihn lusterfüllt betrachtete.
»Das war wundervoll, einfach unbeschreiblich«, flüsterte sie heiser. »Ich kann nur hoffen, dass wir unser Ziel nicht so schnell erreichen, damit ich noch eine Weile dich und deine unermessliche Lust genießen kann.«
Ein schiefes Lächeln legte sich um seinen Mund. »Das kann ich dir nicht versprechen, aber ich kann dir garantieren, während unserer Reise alles zu tun, um dir so viel Vergnügen wie möglich zu bereiten.«
Ein gieriges Leuchten trat in ihre Pupillen, als sie sich aufrichtete und durch die Berührung eines verborgenen Sensors den Audiokanal der internen Kommunikationsanlage aktivierte.
»Wohin?«, fragte sie Balthasar.
»Zu einem der wenigen Orte innerhalb der Galaktischen Union, von dem man eine vielversprechende Spur aufnehmen kann. Ninive Sieben«, erwiderte er und streichelte über ihren nackten Körper, massierte ihre festen Brüste, während sie dem Kommandanten des Schiffs die Anweisungen durchgab.
3.
Loreley stieß einen erleichterten Seufzer aus. Sie hatte die Gestalt des Models angenommen und ihre Kleidung dem neuen Aussehen angepasst. Auch wenn die Überprüfung ihres Datenchips, der von ihrem Auftraggeber unter der Haut ihrer Handfläche implantiert worden war, für sie mittlerweile zur Routine geworden war, konnte sie sich keineswegs sicher sein, dass man ihre wahre Identität nicht zufällig enthüllte.
Sie hatte nun in den letzten sechs Tagen mit dem Frachter drei Flugetappen absolvieren können, die sie ohne Probleme dem Ziel näher gebracht hatten. Trotzdem hatte sie bei der letzten Strecke das Gefühl gehabt, dass die Besatzung befürchtet hatte, die Station Ninive Sieben nicht heil zu erreichen. Glücklicherweise schienen die Bedenken eher auf einer negativen Stimmung innerhalb der Mannschaft beruht zu haben, die wohl durch einen länger fehlenden Aufenthalt auf einen Planeten zustande gekommen war.
Loreley zog die Hand vom Scanner zurück, nahm die Tasche aus dem Ausgabefach, in der sich ihre wenigen persönlichen Sachen befanden, und schritt durch die Lichtschranke. Ohne Zögern steuerte sie die Aufenthaltsräume der Station an, um dort auf den Abflug ihres nächsten Schiffs zu warten.
Es hatte ihr von vornherein nicht besonders gefallen, sich an Bord dieses alten Raumers aufzuhalten, der den Eindruck vermittelt hatte, als hätte er jeden Augenblick in der Unendlichkeit des Weltalls stranden können. Aber ihr Auftraggeber hatte die Meinung vertreten, es wäre sicherer, wenn sie die Passage zur Erde auf einem Frachtschiff nahm. Niemand würde sie auf einem Raumer vermuten, welcher überwiegend Güter transportierte. Außerdem war es gerade der einzige Transporter gewesen, der über mehrere Stationen die Urheimat der Menschen angeflogen hatte. Mithilfe der neuen gefälschten Identität hatte man sie mühelos an Bord geschleust.
Trotz ihrer Bedenken bedauerte Loreley es inzwischen doch ein wenig, dass sie nicht auf dem Raumer hatte verbleiben können. Immerhin war der Aufenthalt bis zu ihrer Ankunft weitaus angenehmer verlaufen, da sie an Bord überraschenderweise ein recht bequemes Quartier bewohnt und die wenigen Besatzungsmitglieder keine neugierigen Fragen gestellt hatten. Sie waren lieber unter sich geblieben. Das hatte auch daran gelegen, dass sich die Mannschaft überwiegend aus nicht-menschlichen Mitgliedern zusammengesetzt hatte. Dummerweise hatte ihr Auftraggeber sie gebeten, doch weitestgehend ihren Trieb zu zügeln und sich möglichst der Besatzung fernzuhalten, um kein Aufsehen zu erregen. Aus diesem Grund fühlte sie sich sexuell ausgehungert, was ihr den Abschied letztendlich erleichtert hatte. Der einzige Nachteil des Wechsels bestand darin, dass sich die Reisedauer verlängerte. Eigentlich hätte die Glückseligkeit nach zwei weiteren Zwischenstationen bereits Loreleys Ziel angeflogen, allerdings wuchs die Gefahr einer Entdeckung mit einem ausgedehnten Verbleib an Bord. Und sie wollte keineswegs den Menschen, der ihr die Flucht ermöglicht hatte, enttäuschen. Aus diesem Grund hatte sie das Schiff vorzeitig verlassen müssen.
Es war zwar ihr Auftrag, sich so schnell wie möglich dem Zielobjekt zu nähern, jedoch sollte sie auch verhindern, vorher gefasst zu werden.
Obwohl sie mittlerweile trotz der aufgezwungenen Enthaltsamkeit einige wenige Abenteuer seit ihrem Aufbruch von Hirda erlebt hatte, war sie zu ihrer Verwunderung nach diesen Begegnungen mit einem unbefriedigten Gefühl weitergezogen. Ihre Lust und vor allem ihr Hunger waren zwar kurzzeitig gestillt worden, aber irgendwie war dennoch eine Leere zurückgeblieben. Sie konnte sich dieses Gefühl nicht erklären.
Sind meine Erwartungen zu hoch?
Vielleicht war sie einfach noch nicht dem richtigen Menschen begegnet, der ihr brennendes Verlangen vollkommen stillen konnte.
Sie benötigte einfach weit mehr sexuelle Erlebnisse, bis sie endlich die über alles befriedigende Erfüllung fand.
Wahrscheinlich geschah dies doch erst auf der Erde, vorausgesetzt, sie erfüllte ihre Aufgabe. Immerhin konnte sie sich dann unter Milliarden von Terranern austoben.
Als die Glückseligkeit den Planeten Sparta II verlassen hatte, war eine Warnung ihres Auftraggebers eingetroffen. Ein Jäger verfolgte sie. Ein Söldner, der sie festsetzen und zurück nach Hirda bringen sollte. Dies gefiel ihr überhaupt nicht. Dazu genoss sie die ungezügelte Freiheit zu sehr, die sie auf keinen Fall verlieren wollte. Ihre Heimat erschien ihr mittlerweile immer mehr wie ein Gefängnis. Zu ihrer Erleichterung schien es dem Häscher jedoch nicht gelungen zu sein, vor dem Abflug an Bord zu gelangen. Jedenfalls hatte sie niemanden bemerkt, der hinter ihr her gewesen war. Dennoch hatte sie es für ratsam gehalten, das Schiff beim nächsten Zwischenhalt zu verlassen. Zu ihrem Glück handelte es sich dabei um eine Raumstation, die von zahlreichen Schiffen angeflogen wurde.
Loreley betrat den kleinen Raum, in dem sich zu ihrer Freude nur ein junger Mann befand. Er war mit einem klassischen Overall bekleidet, der häufig von Besatzungsmitgliedern getragen wurde. Auf dem Ärmel prangte das Abzeichen eines mächtigen Tourismuskonzerns, der nebenbei auch mit Souvenirs aller Art Handel betrieb. Im ersten Moment warf er ihr nur einen flüchtigen Blick zu. Sie nahm jedoch das kurze Aufblitzen in seinen Pupillen wahr. Es dauerte keinen Atemzug, bis er sie erneut anschaute. Sie wandte den Kopf ab, um ihre Siegessicherheit zu verbergen. Diesmal ruhte sein Blick länger auf ihr.
Sofort meldete sich in ihrem Innern erneut das nagende Verlangen.
Sie schenkte ihm ein freundliches Lächeln. Zumindest erfüllte sich eine ihrer Hoffnungen: Auf dieser Station hielten sich derzeit nicht viele Personen auf. Sie ging zu einem Terminal und durchforstete die Liste der bevorstehenden Abflüge. Kurzerhand buchte sie eine Passage auf einem kleinen Frachter. Mit voller Absicht beglich sie den Betrag aus dem Guthaben auf ihrem ID-Chip. Die Wahrscheinlichkeit, den Jäger dadurch abzuschütteln, war dennoch nicht besonders hoch. Aber es konnte für eine Ablenkung ausreichen. Um es ihm noch schwerer zu machen, hielt sie es für sinnvoll, den Flug zur Erde auf einem Kreuzfahrtraumer fortzusetzen. Die hohe Anzahl von Zivilisten bot ihr die Möglichkeit, sich leichter zu verbergen. Im Stillen hoffte sie, der Jäger würde ihr nicht so schnell auf den Kreuzer folgen, da mehrere Schiffe die Handelsstation innerhalb kürzester Zeit verließen. Sollte er dennoch ihre Spur aufnehmen, wollte sie ihm die Verfolgung auch nicht zu einfach machen.
Leider flog das von ihr auserwählte Kreuzfahrtschiff erst in einer Stunde von der Station ab. Andererseits bot ihr das genügend Gelegenheit, sich mit dem Mann einzulassen, da ihr Verlangen immer stärker wurde. Inzwischen quälte es sie wie ein bohrender Schmerz.
Ihre Begierde, sich dem Menschen hinzugeben und von ihm zu nähren, wuchs rasend schnell an. Nur mit Mühe behielt sie die Kontrolle über ihre Empfindungen.
»Willst du auch nach Sea World?«, riss eine Stimme Loreley aus den Gedanken.
Sie hob den Kopf und musterte den Terraner von Kopf bis Fuß. Er sah noch sehr jung aus und auf dem Gesicht spiegelte sich eine Mischung aus Unschuld und brennender Neugier wider.
»Nein«, sagte sie mit sanfter Stimme. »Das ist eigentlich nicht mein Reiseziel. Obwohl ich gehört habe, dass es dort traumhaft sein soll.«
Deutlich zeichnete sich die Enttäuschung auf seiner Miene ab.
»Das ist schade«, erwiderter er. »Ich … Ich würde dich gern näher kennenlernen. Immerhin ist die Reise auf einem Raumschiff sehr langweilig und …«
Er beendete den Satz nicht, sondern fuhr sich mit der Zunge über die Lippen.
Sie lächelte. Die Direktheit verwunderte sie nicht. Schließlich glaubte er, in ihrem Aussehen als Wadi Sun ein Wesen seiner heißesten Träume zu erkennen. Dabei wäre es für sie ein Leichtes gewesen, sich in seinen größten Wunsch zu verwandeln. Doch bei ihm schien dies nicht notwendig sein. Er war der Frau, die er zu sehen gedachte, auch so verfallen.







