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67.5049, 12.0777



NARVIK
Die perfekte Woche









Nehmen Sie von Narvik die 43 km lange Ofotbanen in die Berge zur schwedischen Grenze. Kurz vor der Grenze steigen Sie aus und gehen den alten Weg der Gleisarbeiter entlang. Bei jeder Wegbiegung des Abstiegs bis zur Baumgrenze blickt man abwechselnd auf die Berge oder das dunkle Wasser des Fjords. Auf dem Boot zurück in den Ort sehen Sie vielleicht einen Otter oder sogar einen Seeadler.
Seit Anfang des 20. Jahrhunderts profitiert Narvik, das an der Küste des Ofotfjords liegt, von einer symbiotischen Beziehung mit Kiruna, gleich hinter der schwedischen Grenze. Das Eisenerz aus der Mine in Kiruna wird mit der Bahn nach Narvik transportiert und von dort für den Export in alle Welt auf Schiffe verladen. Die atemberaubende Zugstrecke verbindet die Mine mit einem Hafen, der ganzjährig eisfrei ist, und ohne die daraus resultierende Infrastruktur wäre Narvik wahrscheinlich immer noch ein Dorf.
Durch Narviks Verbindung mit Kiruna kam der Region auch im Zweiten Weltkrieg große strategische Bedeutung zu, als Fjorde und Berge Schauplatz eines erbitterten Kampfes wurden. Wegen der heftigen Seegefechte ist der Grund des Fjords mit gesunkenen Schiffen übersät, und auf den Felsplateaus an der schwedischen Grenze findet man manchmal noch die Überreste der Behälter, in denen die Deutschen 1940 mit Fallschirmen ihre Ausrüstung abwarfen.
Lange vor den Minen und der Bahn verbrachten die nomadischen Samen den Sommer in Siedlungen an der Küste, bevor sie sich für den Winter wieder nach Schweden zurückzogen. Manche Familien folgen den Rentieren noch immer über die Grenze, während die sesshaften Samen ihre Tiere inzwischen auf Bergbauernhöfen hüten.
220 km über dem Polarkreis kommt Narvik nicht nur in den Genuss der Mitternachtssonne, die Kombination aus Golfstrom und geschützter Lage zwischen den Bergen führt auch zu einem für die nördliche Lage relativ milden Klima. Und wenn man vom Narvikfjellet, 656 mNN, auf die Stadt und den Hafen herabblickt, vergisst man die Industrie und sieht nur das atemberaubende Panorama.
FJORDE
1 BOOTSFAHRT DURCH DEN ROMBAKSFJORD
Nehmen Sie am Ende des Rallarvegen in dem alten Arbeiterdorf Rombaksbotn (siehe 9) ein Schnellboot durch den Fjord nach Sildvik (68.4101, 17.7953). Von dort steigen Sie in den Bus nach Narvik. Halten Sie Ausschau nach Seeadlern und Ottern. Während des Zweiten Weltkriegs wurde der deutsche Zerstörer Georg Thiele hier versenkt, und das Wrack ist noch sichtbar.



30 Min., 68.4182, 17.9001

2 SKJOMENFJORD
Unglaublich schöner 25 km langer Nebenarm des Ofotfjords. Umrahmt von steilen Bergen, darunter Skjomtind, Reintind und Klubbviktind. Das Wasser ist kristallklar und perfekt für ein erfrischendes Bad. Am südlichen Ufer des Fjords, im Schatten des Reintind (68.2856, 17.3079), gibt es etwa 80 Felsritzungen, die vermutlich 5000 v. Chr. entstanden sind.


68.2958, 17.3193

MEERESLEBEN
3 WRACKTAUCHEN
Mit 78 km ist der Ofotfjord Norwegens zwölftlängster Fjord, und im Zweiten Weltkrieg wurden hier diverse denkwürdige Seeschlachten ausgetragen. Wer schon Taucherfahrung hat, kann sich die spektakulären Wracks unter Wasser ansehen, alle anderen besteigen das Tauchboot Jane R (ursprünglich aus Schottland und mit einem schottischen Kapitän), das Sightseeingtouren zu den sichtbaren Wracks und Küstenbefestigungen anbietet. Mit etwas Glück bekommen Sie auch Killerwale, Robben, Seeadler und andere Meeresvögel zu Gesicht.

68.4305, 17.1332

BERGE & WANDERUNGEN
4 SKJOMTINDEN
Der Berg ist von Narvik aus zu sehen und wurde von den britischen Bahnarbeitern zu Ehren von Königin Victoria auch „Schlafende Königin“ genannt. Von oben hat man einen beeindruckenden Blick über den Skjomenfjord.


4 Std., (round trip), 68.3436 17.3527

5 TROLLKIRKA
Die Trollkirche, 5 km nördlich von Tårstad, ist eine der längsten und spektakulärsten Kalksteinhöhlen Norwegens. Das Wasser speist sich aus dem Arnfinnvannet-See, aber niemand weiß, wohin es verschwindet. Die Gesamtlänge des Höhlensystems mit zahlreichen Kammern beträgt etwa 4 km und sollte am besten mit einem ortskundigen Führer, zumindest aber mit geeigneter Ausrüstung erkundet werden.

68.4893, 16.6410

6 NARVIKFJELLET
Nehmen Sie die Seilbahn zur Mountain Lodge auf dem Gipfel des Narvikfjellet, 656 mNN. Von hier hat man einen atemberaubenden Panoramablick auf den Ofotfjord und die benachbarten Berge, z. B. den Skjomtinden (siehe 4). Die 1810 m lange Fahrt zur Spitze dauert ca. 8 Min. Man kann in der Lodge essen (und übernachten) oder picknicken.



10 Min., 68.43319, 17.4595

7 OFOTBANEN
Die Ofot-Bahn, eine 43 km lange Strecke zwischen Narvik und der schwedischen Grenze, gilt als eine der spektakulärsten Bahnstrecken der Welt. Als Teil der Malmbanan (Erzbahn) führt sie von Narvik über die Berge nach Luleå an der schwedischen Ostseeküste. Sie wurde in zwei Zeitabschnitten gebaut, von 1884–1888 und von 1898–1903, um das Eisenerz der LKAB-Mine in Kiruna (siehe Kiruna, Lappland, Schweden) zum Hafen in Narvik zu transportieren. Wenn man den Zug von Narvik nach Bjørnfjell (68.4322, 18.0711) an der schwedischen Grenze nimmt, passiert man sechs Stationen und 18 Tunnel und bekommt eine atemberaubende Aussicht auf den Rombaksfjord und die Berge geboten. Verbinden Sie den Ausflug mit dem Rallarvegen (siehe 9) und einer Bootsfahrt im Rombaksfjord (siehe 1) für den Rückweg nach Narvik.


68.4416, 17.4415

8 STETIND
1.400 m hoher Gipfel, den die Norweger in einer Umfrage des NRK (Norwegischer Staatsrundfunk) zu ihrem Nationalberg gewählt haben. Seine sehr markante Form mit der steilen, glatten Granitoberfläche macht ihn zu einer Orientierungshilfe für Seefahrer. Um ihn zu erklimmen, braucht man eine Spezialausrüstung und einen Führer, aber man kann ihn auch aus der Ferne bewundern.


68.1652, 16.5927

9 RALLARVEGEN
Weg, der von den Gleisarbeitern der Ofotbanen gebaut wurde. Er führt von ihren Unterkünften in Rombaksbotn zu den Gleisen bei Katterat, von dort weiter nach Bjørnfjell und über die schwedische Grenze. (Siehe Kiruna, Lappland, Schweden, für Informationen über den schwedischen Schienenabschnitt). Von der Station Katterat führt der Weg im Zickzack 15,5 km hinunter bis zum Rombaksfjord. Unterwegs kommt man an diversen gekennzeichneten historischen Stätten vorbei, die den Bau der Bahn und die Zeit des Zweiten Weltkriegs dokumentieren. Legen Sie Ihre Wanderung so, dass Sie mit dem Boot nach Narvik zurückfahren können (siehe 1).


2,5 Std., 68.3976, 17.9660

10 GEYSIR VON NARVIK
Eine tolle Aussicht über den Ofotfjord hat man vom Wasserkraftwerk Taraldsvikfossen oberhalb von Narvik. Hier gibt es im Sommer zweimal täglich eine riesige Wasserfontäne, die durch die Öffnung eines großen Ventils entsteht und bis zur Stadt zu sehen ist. Kinder lieben es. Ausgangspunkt diverser Wanderrouten.

68.4404, 17.4703

TIERE
11 POLAR PARK
Nördlichster Wildpark der Welt mit einheimischen Tieren, die man in der Wildnis selten sieht, darunter Wölfe, Braunbären, Luchse, Vielfraße, Elche, Rentiere und Polarfüchse. Auf Wunsch mit Führung.


68.6913, 18.1100

KULTUR & GESCHICHTE
12 KRIEGSMUSEUM VOM ROTEN KREUZ
Der strategisch wichtige Hafen von Narvik wurde 1940 zu Beginn der Operation Weserübung – Hitlers Überfall auf Dänemark und Norwegen – von Deutschland besetzt. Es folgte ein bitterer zweimonatiger Feldzug, bei dem die Deutschen gegen die verbündeten französischen, polnischen, britischen und norwegischen Truppen kämpften. Obwohl sie in der Schlacht von Narvik siegreich waren, zogen sich die alliierten Truppen später aus Norwegen zurück und überließen Narvik bis 1945 den Nazis. Das Museum dokumentiert die Zeit von 1940–1945, und zu den Ausstellungsstücken zählen ein echtes Viktoriakreuz und eine Enigma.

68.4383, 17.4287

13 OFOTEN MUSEUM
Museum über Narviks Eisenbahn, die Samen, Fischfang und Eisenerz. Viele interaktive Features für Kinder. Es lohnt sich ein Besuch, bevor man die Wanderung über den Rallarvegen antritt, da man auch viel über die Bahnarbeiter erfährt, viele von ihnen Briten, die die Ofotbanen gebaut haben.

68.4317, 17.4261

14 FELSRITZUNG
Sehr gut erhaltene Felsritzung von einem Elch oder Rentier in einem kleinen Park mitten in Narvik. Entdeckt in den 1960ern, entstanden vermutlich um 3000–4000 v. Chr.


10 Min., 68.4454, 17.4293

15 RENTIER-AKTIVITÄTEN
Verbringen Sie Zeit mit der samischen Familie Njala, die seit Generationen in den Bergen um Narvik Rentiere hütet. Erfahren Sie etwas über die Kultur der Samen, während Sie beim Hüten der Rentiere, beim Markieren der Kälber oder vielleicht sogar bei der Herbstschlachtung helfen. Lernen Sie, wie man ein Rentier mit dem Lasso einfängt! Auch ein traditionelles Mahl kann arrangiert werden.




68.3693, 17.5959

16 ST HANS FEIRING
Das Mittsommerfest Sankthans am 23. Juni wird in ganz Norwegen mit großen Feuern und Umzügen gefeiert. In Narvik gibt es ein Feuer mit herrlichem Blick an der oberen Seilbahnstation (Øvre Fjellheisstasjon) auf dem Narvikfjellet.

68.4331, 17.4602

17 BJØRNFJELL
Die Kämpfe in den Bergen um Narvik während des Zweiten Weltkriegs waren grimmig, und die Deutschen erhielten währenddessen Nachschub, der an Fallschirmen abgeworfen wurde. Vielleicht finden Sie noch Überreste davon. Wenn Sie tatsächlich etwas entdecken, machen Sie ein Foto und informieren Sie das Kriegsmuseum in Narvik (siehe 12). Halten Sie Kinder von allem fern, das wie alte Munition aussieht.

68.5087, 17.9454

18 GÁLLOGIEDDI
Faszinierendes Freiluftmuseum der samischen Kultur und Geschichte in einem Küstengebiet mit vielen Sommersiedlungen. Diese wurden von Rentier-Nomaden bewohnt, die ihr Winterquartier in Jukkasjärvi in Schweden (siehe Kiruna, Lappland, Schweden) hatten. Der 2 km lange Kulturpfad beginnt beim Museum, wo es an manchen Tagen auch Veranstaltungen zu Kunsthandwerk und Küche der Samen gibt.

68.4968, 16.7019

19 MUSEUM BALLANGEN
Vom 17. Jahrhundert bis 1964 war Ballangen, etwa 40 km südlich von Narvik, das Zentrum des Bergbaus in Nordnorwegen (hauptsächlich Kupfer und Schwefelkies). Das Museum von Ballangen dokumentiert die Geschichte des Bergbaus in der Region sowie Alltag und Kultur im Lauf der Jahrhunderte. Erfahren Sie, wie das Leben in dieser Region war, bevor die Ofotbanen und das Eisenerz Narvik bekannt gemacht haben.

68.3287, 16.7928

20 FREDSKAPELLET
Kapelle, die 1957 im Namen des Friedens wieder aufgebaut wurde, nachdem sie 1940 bei der Schlacht von Narvik zerstört worden war. Umgeben von einem Kriegsgräberfriedhof mit Gefallenen verschiedener Nationen.

68.4431, 17.4528

21 NORDNORWEGISCHES BOOTSMUSEUM
Faszinierendes maritimes Museum mit der weltgrößten Sammlung an Nordlandbooten, die die Fischer der Region seit Jahrhunderten benutzen, eng verwandt mit den Langschiffen der alten Wikinger. Boote waren für die Küstenbewohner lebenswichtig und galten als das Wertvollste, was man besitzen konnte. Es war nicht nur zum Fischen da, sondern z. B. auch, um die Hebamme zu holen.




