Erkenne dein wahres Selbst und lebe dein lichtvolles Potential!

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Die ersten Menschen, Adam und Eva, waren sich dessen noch bewusst. Doch schon mit ihnen begann das Spiel von Licht & Schatten, weil sie bereits der ersten Versuchung, vor die Gott sie stellte, erlagen. Bis zu diesem Zeitpunkt waren sie wie Gott reiner Geist, denn Gott hatte sie nicht nur erschaffen, sondern ihnen auch den Atem des Lebens eingehaucht. Und mit diesem zusammen den göttlichen Schöpfergeist.
Hätten sie den Verlockungen der Schlange (des Teufels bzw. des Egos) widerstanden, wäre es ihnen möglich gewesen, ihre eigenen Nachkommen auf die gleiche Art zu erschaffen, wie Gott dies tut. Doch da sie sich bereits bei der ersten Gelegenheit von der Schlange verführen ließen, hatten sie fortan nun auch die Konsequenzen aus ihrem Verhalten zu tragen. Gott ließ sie um ihre Zukunft wissen. Darum, dass sie ihr Leben künftig mit Arbeit zuzubringen hatten, statt sich an dem zu erfreuen, was Gott ihnen gab. So blieb ihnen die „geistige Geburt“ ihrer Nachkommen versagt und Eva musste ihre Kinder unter genauso starken körperlichen Schmerzen gebären, wie dies auch heute noch das Los jeder Frau ist. Und bereits bei ihren ersten Kindern – Kain und Abel – zeigte sich, dass die Erde der Ort der Dualität von Gut und Böse ist, und dass der Mensch fortan auch weiterhin den Versuchungen des Egos unterliegt. Und dies so lange, bis sich der Mensch seiner wahren Herkunft wieder bewusst wird, sich wieder auf Gott besinnt, den Verlockungen des Egos widersteht, um eines Tages gemeinsam mit Gott als seinem Schöpfer einen paradiesischen Zustand für die Welt zu erschaffen.
So endete nicht nur für Adam und Eva der Aufenthalt im Paradies mit der Trennung von Gott. Diese Trennung vollzog sich für uns alle, sodass wir heute noch immer mit dieser Erbschuld belastet sind. Zwar hat Gott den Menschen immer wieder Brücken gebaut, um sie zu sich zurückzuführen, hat auch viele göttliche Wesen und Heilige auf die Erde geschickt, deren Aufgabe darin bestand, die Menschen wieder mit Gott zu vereinen, doch so sehr sie uns auch ein Beispiel dafür gaben, wie es gelingen kann, die Trennung zwischen Gott und den Menschen wieder zu überwinden, so erkannte die Menschheit leider nicht, was die wahre Botschaft ist, die diese von Gott Auserwählten uns zu überbringen versuchten.
Statt sich des eigenen Fehlverhaltens bewusst zu werden, unterlag der Mensch über alle Länder und Kontinente hinweg immer mehr den Verlockungen seines Egos und ließ dies zum Leidwesen aller immer kraftvoller und bestimmender werden. So setzten schon sehr bald die ersten größeren Machtspiele ein, die die Menschen immer noch mehr von Gott entfernen sollten und den einzelnen dazu brachten, sich jeweils mit dem anderen zu messen. Nach und nach teilte sich so die Welt sowohl im Kleinen wie im Großen immer mehr in Dunkelheit und Licht. Letztendlich gingen einige Menschen sogar so weit, zu behaupten, dass sie die Kriege sogar im Namen Gottes führen, um abtrünnige Menschen ihrem Willen unterwerfen zu können. Kein Wunder, dass die Dunkelheit immer mehr an Kraft gewann und mit ihr leider auch der Neid, die Missgunst, der Hass, die Habgier, die Wut, die Aggression, Verbitterung, die Eifersucht etc.
Egal wie weit wir in der Geschichte der Menschheit zurückgehen, zu allen Zeiten finden sich zahlreiche Beispiele, die uns das menschliche Ränkespiel um die Macht dokumentieren. Das Traurige daran ist, dass die Taten des Menschen immer grausamer und vernichtender wurden, je machthungriger der Mensch selbst wurde und sich jeweils an die Spitze der Macht zu setzen versuchte. Über wie viele unschuldige Tote er dabei ging, machte sich entweder keiner wirklich bewusst, oder er kalkulierte diese zigtausende an Menschenopfer zum Erwerb bzw. zum Erhalt oder zur Ausdehnung seiner Macht von vorneherein mit ein, ohne scheinbar groß darüber nachzudenken, welche Auswirkungen dies alles für die gesamte Entwicklung der Menschheit haben wird. Viel wichtiger als ein zufriedenes, würdevolles und friedliches Miteinander erschien diesen Despoten ihr persönlicher Ruhm, der letztlich wiederum dazu führte, dass diese ganzen Spiele um die Macht immer noch sinnloser und menschenverachtender wurden. Stellt sich mir hier doch die Frage: Was ist der wahre Auslöser dafür, dass der Mensch so egoistisch und machtbesessen ist? Warum hat er es nie gelernt, mit der ihm gegebenen Macht souverän und verantwortungsbewusst umzugehen? Warum verliert sich der Mensch so leicht darin, die Macht, die ihm gegeben ist, mehr auf negative Art und Weise einzusetzen, anstatt sie konstruktiv zu nutzen?
Warum hat es die Menschheit immer mehr verlernt, auf eine gesunde, wertschätzende und wohlwollende Art miteinander umzugehen und sich auf Augenhöhe zu begegnen. Ein Zustand, der sich leider nicht nur im Außen, im Weltengeschehen beobachten lässt, sondern sich sehr oft auch in den privaten und beruflichen Beziehungen zeigt. Was treibt manche Menschen so sehr an, dass sie es nötig haben, sich auf eine negative Art und Weise über andere zu stellen? Was verleitet sie dazu? Warum hat sich der Mensch, der vom Ursprung her reine Liebe ist, so sehr von seinem wahren Wesen entfernt? Und warum sehen wir nicht, dass wir letztlich mit all der Feindschaft und dem „Bruderzwist“, der bereits mit Kain und Abel begann, uns selbst zugrunde richten?
Wie weit will der Mensch sein Spiel um Erfolg und Macht noch treiben, bevor er erkennt, dass er im Grunde genommen die Waffen nicht gegen einen vermeintlichen Feind im Außen richtet, sondern gegen sich selbst? Wann wird ihm bewusst, dass es in Wirklichkeit zwei widerstrebende Kräfte in ihm selbst sind, gegen die er zu Felde zieht? Warum fällt ihm nicht auf, dass er diese Kräfte im Gerangel um das Macht-Monopol ständig nach außen projiziert? Welche dieser Kräfte wird im Kampf um die Macht letztlich siegen? Die Dunkelheit oder das Licht? Wird es auch weiterhin mehr die Welt der Schatten sein, die dieses Weltentheater bestimmt? Wer wird letztlich der Stärkere sein? Wer wird Sieger?
In meinem ersten Buch findet sich eine kleine Geschichte, die ich an dieser Stelle noch einmal in Erinnerung bringen will, denn die Geschichte von den zwei Wölfen3 kann uns dabei helfen, die einzig richtige Antwort auf dieses scheinbar nicht enden wollende „Macht-Gerangel“ zu finden.
Fakt ist, dass die Welt im Kleinen wie im Großen immer darauf antworten wird, was jeder Einzelne von uns an innerer Haltung in sich trägt. Diese kann je nach den Lebensumständen, in denen wir uns gerade befinden, mal positiver, mal negativer Natur sein. Dies zu erkennen, es sich bewusst zu machen und dann noch dazu richtig zu handeln, ist wichtig, sowohl für jeden einzelnen von uns als auch für ein gesundes Fortbestehen der Menschheit insgesamt.
Die Geschichte von den zwei Wölfen
Eines Abends erzählte ein alter Cherokee-Indianer seinem Enkelsohn am Lagerfeuer von einem Kampf, der in jedem Menschen tobt.
Er sagte: „Mein Sohn, der Kampf wird von zwei Wölfen ausgefochten, die in jedem von uns wohnen. Einer ist böse. Er ist der Zorn, der Neid, die Eifersucht, die Sorgen, der Schmerz, die Gier, die Arroganz, das Selbstmitleid, die Schuld, die Vorurteile, die Minderwertigkeitsgefühle, die Lügen, der falsche Stolz und das Ego.
Der andere ist gut. Er ist die Freude, der Friede, die Liebe, die Hoffnung, die Heiterkeit, die Demut, die Güte, das Wohlwollen, die Zuneigung, die Großzügigkeit, die Aufrichtigkeit, das Mitgefühl und der Glaube.“
Der Enkel dachte einige Zeit über die Worte seines Großvaters nach und fragte dann: „Welcher der beiden Wölfe gewinnt?“
Der alte Cherokee antwortete: „Der, den du fütterst.“ – Autor unbekannt
Auch wenn die Geschichte nicht vieler Worte bedarf und sich sehr einfach liest, ist ihre Botschaft umso wichtiger, denn sie thematisiert indirekt das Resonanzgesetz. Was uns diese Geschichte lehrt, ist, dass es letztlich unsere innere Ausrichtung (unsere Gedanken, Gefühle, Worte und Handlungen) ist, die so unglaublich mächtig ist, dass sie sowohl das Gute als auch das Schlechte in uns zu befördern vermag. Ob wir dann letztlich unsere mentalen Kräfte positiv oder negativ gebrauchen, hängt sehr stark von unserer Charakterstärke, unserer Willenskraft, unserer Art wie wir die Welt sehen, unserem Streben nach Erfolg, sowie von den Erfahrungen ab, die wir bislang im Leben gemacht haben. Da diese Kräfte sehr stark sind und nur allzu leicht missbräuchlich gebraucht werden können, ist es wichtig, das Resonanzgesetz zu verstehen, denn falsch eingesetzt reicht es uns zum Schaden. Egal, ob wir uns dessen bewusst sind oder nicht. Zu erkennen gilt: Unsere innere Welt geht IMMER mit der äußeren Welt in Resonanz. Wie innen so außen. Wie oben so unten. Oder um es mit Sprichwörtern zu sagen, die das Resonanzgesetz indirekt thematisieren: „Wie du in den Wald hineinrufst, so schallt es zurück.“ – „Was du nicht willst, das man dir tut, das füge auch keinem anderen zu.“
Im Grunde genommen hatte uns Jesus mit seinen Worten und seiner bilderreichen Sprache die Wirkweise des Resonanzgesetzes bereits erklärt. Doch ist sich der Mensch der Bedeutung seiner Worte auch wirklich bewusst geworden? Haben wir jemals darüber nachgedacht, was uns Jesus da sagt? Bei Matthäus 7, 1–5: Vom Richten steht: „1 Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet! 2 Denn wie ihr richtet, so werdet ihr gerichtet werden und nach dem Maß, mit dem ihr messt, werdet ihr gemessen werden. 3 Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem Auge bemerkst du nicht? 4 Oder wie kannst du zu deinem Bruder sagen: Lass mich den Splitter aus deinem Auge herausziehen! – und siehe, in deinem Auge steckt ein Balken! 5 Du Heuchler! Zieh zuerst den Balken aus deinem Auge, dann kannst du zusehen, den Splitter aus dem Auge deines Bruders herauszuziehen!“4
3 Quellenangabe: Die Geschichte von den zwei Wölfen. Abrufdatum 06.01.2021, von https://einfachachtsam.de/geschichte-zwei-woelfe/
4 Quellenangabe: Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt, Stuttgart. Abrufdatum 06.01.2021, von https://www.bibleserver.com/EU/Matthäus7
Wie steht es um unsere Gedanken und unser Handeln?
Was uns das Resonanzgesetz als ein universelles, göttliches Gesetz sagen will, ist, dass es für jeden einzelnen von uns wichtig ist, nicht über den anderen zu urteilen, sondern sich in allem, was ist, stets des eigenen Anteils an der Entwicklung einer bestimmten Situation bewusst zu sein. Letztlich können wir mit dem Wissen um dieses Gesetz aus unseren Fehlern für die Zukunft lernen, vorausgesetzt, wir entscheiden uns dazu, künftig nicht nur zum eigenen, sondern vermehrt zum Wohle aller bewusst zu denken, zu fühlen, zu sprechen und zu handeln. Auf diese Art kann uns das Wissen um das Resonanzgesetz helfen, mehr Verantwortung für uns, unsere Beziehungen und unser gesamtes Leben zu übernehmen. Erklärt es doch, dass es nicht damit getan ist, den Schuldigen nur im anderen zu sehen.
Das Resonanzgesetz wird oft auch in Zusammenhang gebracht mit dem Gesetz von Ursache und Wirkung, das als die Grundlage aller Lebensgesetze gilt und letztlich alle Lebensbereiche betrifft. Es kann auch umschrieben werden mit den Worten „Du erntest, was du säst!“, denn mit jedem Gedanken und jeder Handlung setzen wir eine ganze Kaskade an bestimmten Ursachen in Gang, die über kurz oder lang im Außen ihre Wirkung zeigt.
Auf das Beispiel mit der Macht übertragen bedeutet dies, dass wir selbst es sind, die durch unser Denken und Handeln sowie durch unsere Worte und das Ausleben bestimmter Gefühle sowohl in uns selbst als auch um uns herum ein Energiefeld erschaffen, das dem „Wolf“ die entsprechende Nahrung gibt. Welchen „Wolf“ wir dabei füttern, hängt von der Qualität unseres Bewusstseins sowie von der Klarheit und Motivation unserer Gedanken ab.
Letztendlich sind wir es jedoch selbst, die den anderen die Möglichkeit geben, entsprechende Macht-Positionen einzunehmen, je nachdem, wieviel Macht wir ihnen zugestehen. Was es hierbei zu erkennen gilt, ist, dass wir unbewusst mit unserem eigenen Denken und Handeln das Denken und Handeln dieser Menschen stärken, die das entsprechende Führungspotential haben, um im Außen genau das verkörpern zu können, was wir ihnen an Macht zugestehen. Im Grunde genommen sind wir es also selbst, die den „Wolf“ füttern, der dann wiederum als Stellvertreter für uns im Außen agiert. Soll heißen: Unser Gegenüber wird nur so stark, wie wir ihm durch unser eigenes Zutun an Macht über uns selbst bzw. über andere geben. Je mehr Aggressionspotential und negative Energie wir (!) diesem „Wolf“ geben, wird sein Handeln entscheidend mitbestimmen, ganz egal, ob uns dies dann letztlich gefällt oder nicht.
Das Problem an der ganzen Situation ist, dass wir ihn – wenn auch unbewusst – irgendwann zum Stellvertreter unseres eigenen Denkens und Handelns gemacht haben. Wir selbst sind es, die ihn in diese Position gebracht haben, während wir unsere eigene Macht geschwächt haben. Letztlich sitzen wir damit dann alle in der Falle unseres eigenen unbewussten und unreflektierten Denkens, Handelns und Seins.
Dieses „Spiel von Macht und Ohnmacht“ funktioniert stets nach dem gleichen Prinzip. Egal, ob wir als Kinder und halbwüchsige Teenager durch ein zu braves und überangepasstes Verhalten unseren Eltern zu viel Macht über uns gegeben haben, oder unserem Partner ein zu viel an Macht und Einfluss in unserem Leben geben. Was wir hier allesamt zu lernen haben, ist zum einen, sich dieser Problematik bewusst zu werden, um rechtzeitig das Spiel beenden bzw. in eine andere Richtung lenken zu können. Zugleich fordert es uns aber auch auf, uns unserer Bedürfnisse sowie unseres Denkens und Handelns bewusster zu werden und dementsprechend auf das Ganze einzuwirken, indem wir lernen, früh genug Grenzen zu setzen und Nein zu sagen, wenn wir auch wirklich ein Nein meinen. Wir müssen uns viel, viel mehr damit auseinandersetzen, dass jegliches Denken und Verhalten, das wir zeigen, auch entsprechende Konsequenzen nach sich zieht.
Die Frage, die wir uns als Nation und als Menschheit allesamt zu stellen haben, ist: Welchen Wolf nähren wir mit unserer eigenen Energie? Den bösen oder den guten? Was sind die Energien, die wir tagaus tagein grundsätzlich ins Feld geben? Sind diese vermehrt positiv oder negativ? Was können wir daraus lernen? Wo wollen wir als Nation bzw. als Menschheit hin? Was streben wir an? Was streben wir im Kleinen (innerhalb der Familie bzw. Partnerschaft) sowie im Großen (als Gesellschaft und Nation) an? Wo wollen wir hin? Was wollen wir wirklich erreichen? Was genau ist unser Ziel? Ist es wirklich unser aller Ziel, oder gibt es versteckt immer noch allzu ehrgeizige Menschen, die diesen Zielen und Werten einer bestimmten Gemeinschaft zuwiderlaufen? Wollen wir sowohl als Einzelperson wie auch als Mitglied einer größeren Gemeinschaft den Frieden oder den Krieg? Wozu tendieren wir? Fühlen wir uns alle im Hinblick auf die Erfüllung unserer Bedürfnisse so erfüllt, dass damit die Vorstellung einer gesunden Friedenspolitik auch tatsächlich realistisch werden kann? Was, wenn dem nicht so ist? Was wären erste Maßnahmen, die es zu ergreifen gilt, damit eine soziale Gerechtigkeit und somit das Wohlergehen aller sowohl im Kleinen (Familie) als auch im Großen (Nation) möglich wird? Was wäre eine realistische Friedenspolitik? Was versteht denn überhaupt jeder einzelne unter Frieden? Wie definieren wir ihn? Was ist unsere Erwartungshaltung, die hier wiederum federführend für unser Denken und Handeln ist? …
Was auch immer wir tun und wofür wir uns letztlich entscheiden, wir können nicht länger leugnen, dass wir – jeder einzelne von uns – die Konsequenzen aus alledem zu tragen haben, was wir in das energetische Feld der Menschheit geben. Wir haben es uns vielleicht angewöhnt, mit einem strafenden Finger auf die zu schauen, die wir gerne in der Verantwortung für alles wüssten, was nicht gut gelaufen ist, doch die Wahrheit ist, dass wir selbst es sind, die das, was sich uns im Außen zeigt, selbst mitverursacht haben. Vielleicht der eine weniger, dafür der andere etwas mehr. Wer hier zu rechnen beginnt, hat das Wesentliche noch nicht gelernt. Unsere Probleme im Außen sind ein Spiegel unserer Probleme in uns selbst. Wollen wir im Außen eine Veränderung bewirken, muss diese erst in uns selbst beginnen. Um diesen Prozess der Selbsterkenntnis und Bewusstwerdung kommen wir nicht herum. Bereits Mahatma Gandhi5 hat uns indirekt auf das Wirken des Geistigen Gesetzes von Ursache und Wirkung hingewiesen, als er sagte:
„Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünscht für diese Welt!“ – Mahatma Gandhi
Egal ob Führungskräfte wie Politiker und Arbeitgeber oder Privatpersonen wie Eltern, Partner, Freunde … sie alle sind unsere Spiegelpartner. Indem wir in diesen „Spiegel“ sehen, erkennen wir am besten, wo wir im Augenblick selbst stehen. Das gilt auch für Eltern und Kinder. Es gibt keinen besseren Spiegel für die Eltern als ihre Kinder. Das gilt natürlich auch umgekehrt. Warum dies so ist, habe ich in meinem zweiten Buch Die Kraft, die aus der Liebe wächst. Von Mut, in Erziehung und Beziehung neue Wege in Liebe zu gehen (siehe Literaturverzeichnis) bereits ausführlich thematisiert. Zwischen uns und unserem Gegenüber ist IMMER das Spiegelgesetz bzw. das Spiegelbildgesetz aktiv.
„Erst im Spiegel des anderen erkennt man sein eigenes Ich.“ – Zenta Maurina6
Oder anders gesagt: „Das, was mich am anderen stört, gehört zu mir.“ Erst im Spiegelbild des anderen, das uns unser eigenes Verhalten zeigt, erkennen wir unsere eigenen Stärken und Schwächen, denn wir ziehen genau die Menschen an, die uns unsere eigenen Muster widerspiegeln. Sie bringen sozusagen genau die „Saiten“ in uns zum Klingen, die bei uns selbst noch einer „Feinabstimmung“ bedürfen, weil sie uns bisher noch unbewusst sind. Je mehr uns ein bestimmtes Verhalten des anderen stört und uns veranlasst, darauf mit Wut oder Kritik zu reagieren, desto deutlicher wird uns unsere eigene Schwäche vorgeführt. So bekommen wir durch die Verhaltensweisen des anderen aufgezeigt, was es in uns selbst zu heilen bzw. zu verändern gilt, damit uns unser Leben in Zukunft besser gelingt.
Wenn wir lernen, mit diesem Gesetz richtig umzugehen, verhilft es uns zu einem besseren und liebevolleren Verständnis sowohl der eigenen Charaktereigenschaften, Schwächen und Fehler als auch zu mehr Verständnis gegenüber denen unseres Gegenübers. Letztlich lässt es uns sogar unsere Gespräche und Beziehungen wertschätzender und liebevoller gestalten und erleichtert die Kommunikation, weil wir uns und den anderen in Anbetracht der Situation letztlich um so vieles besser verstehen. So kann uns dieses Gesetz sowohl bei der Selbsterkenntnis eine große Hilfe sein als auch bei der Weiterentwicklung unserer Seele.
„Das Glück deines Lebens hängt von der Beschaffenheit deiner Gedanken ab. Unser Leben ist das Produkt unserer Gedanken.“ – Marc Aurel 7
Ich bin keineswegs davon überzeugt, dass die Situation, in der wir uns gerade befinden, durch Maßnahmen im Außen eine wirklich nachhaltige Veränderung zum Positiven hin erfahren kann. Wäre dies der Fall, dann müssten sich jetzt nach über einem Jahr Corona-Ausnahmezustand (März 2020 – Mai 2021) zumindest kleine positive Veränderungen zeigen. Diese nehme ich jedoch nirgends wahr. Was ich vielmehr sehe, ist, dass wir uns unablässig im Kreise drehen und trotz diverser Maßnahmen keinen Schritt nach vorne bewegen. Warum also nicht einmal über einen ganz anderen Weg nachdenken und diesen ausprobieren? Zu diesem Weg will ich Sie, liebe Leser und Leserinnen, einladen und, soweit es mir möglich ist, diesen Weg mit Ihnen gemeinsam gehen. Ob Sie sich auf dieses kleine „Abenteuer“ einlassen wollen, entscheiden natürlich Sie. Es ist Ihr Leben. Ihre Zukunft. Meine Absicht ist es einfach nur, das mit Ihnen zu teilen, was ich in den letzten vier Jahren lernen sollte.
Aufgrund meiner eigenen Krise, deren Höhepunkt ich bereits 2016 erfuhr, tut mir die Corona-Situation persönlich nicht mehr weh, weil ich bereits damals alles verloren hatte, woran ich je geglaubt oder woran ich festgehalten hatte. Bildhaft gesprochen kann ich sagen: Das „Haus meines Lebens“, das ich mir einmal erbaut hatte, hat den Stürmen des Lebens nicht standgehalten, weil ich mir das falsche Fundament dazu ausgesucht hatte, auf das ich mein Haus gebaut hatte. Den Erschütterungen, denen es ausgesetzt war, konnte es nicht standhalten. Irgendwann war es einfach zu viel. Zu viel an Enttäuschungen. Zu viel an Verletzungen. Zu viel an Kränkungen. Zu viel an Krankheiten. Zu viel an falschen Entscheidungen, die ich im Laufe meines Lebens bis zu diesem Zeitpunkt getroffen hatte. Dies alles bekam innerhalb kürzester Zeit so viel an negativer Kraft, dass ich mir letztlich vorkam, als stünde ich vor einem gewaltigen Berg, mitten im Sog dieser negativen Energie. Einem Berg, den zu besteigen ich aus eigener Kraft nicht mehr bewältigen konnte. Mein bisheriges Leben sollte 2016 daran zerbrechen.
Diese negative Energie nehme ich heute zuhauf wahr. Damals war es mir gar nicht bewusst, in was für einem negativ überreizten Feld ich überhaupt lebe. Einem Feld, dem wir allesamt ausgesetzt sind. Zugegeben, der eine etwas mehr, der andere vielleicht weniger, doch insgesamt gesehen ist dies letztlich egal. Wir stecken fest. Alle. Weltweit. – Doch hat uns das jemals wirklich ernsthaft zum Nachdenken gebracht?
Denken wir selbst oder lassen wir andere für uns denken, weil Letzteres der leichtere Weg zu sein scheint? Man sagt uns, was wir zu tun haben. So können wir wenigstens kritisieren. Wenn das nicht mehr reicht, den eigenen Geist bemühen und uns überlegen, ob wir mit der Meinung der Masse konform gehen wollen oder uns alternative Wege suchen. Zwar hat man uns verboten, sich in geselligen Runden zu treffen, um sich mit anderen auszutauschen. Doch der Mensch ist zum Glück erfinderisch, und die sozialen Netzwerke tragen das ihre dazu bei, dass wir dennoch vernetzt bleiben. Seitdem gibt es zwar noch mehr Plattformen, über die die Menschen kontakten können und reiht sich ein Kongress, Webinar etc. an das andere. … Doch hilft uns das? Hilft uns das wirklich? Wie weit wollen wir mit diesem Maßnahmenkatalog, der uns von oben her verordnet wird, gehen? Wie lange soll das Ganze denn überhaupt noch dauern? Macht das alles denn überhaupt noch Sinn? Und warum die Dinge sind, wie sie sind, kann eh schon keiner mehr nachvollziehen …
Wenn ich einen Vergleich ziehe zwischen meiner persönlichen Situation von Krankheit und Krise, deren Höhepunkt ich 2016 erleben sollte, und dem Welt-Geschehen von heute, dann sehe ich sehr viele Parallelen. Dann kann und will ich nicht mehr länger stillsitzen und die Dinge mit mir alleine ausmachen bzw. geschehen lassen, sondern vielmehr die Hebel bedienen, derer ich habhaft werden kann, um das Feld derer zu vermehren, die sich trotz all der Belastungen des Alltags noch andere Gedanken machen, weil auch sie den Wunsch haben, in dieser Welt wieder etwas zum Positiven hin verändern zu wollen.
Es ist mir ein Herzensanliegen, diese Menschen zu erreichen, um gemeinsam mit ihnen das Positive in der Welt wieder zu mehren, denn alles andere hat die Menschheit schon viel zu lange in diesen negativen Bann gezogen. Es wird Zeit, dass wir uns wieder auf anderes besinnen. Zeit für eine Rückbesinnung auf das, was uns wirklich am Herzen liegt, denn nur gemeinsam können wir das Rad des Schicksals, das sich gerade unablässig dreht, wieder stoppen und diesem ganzen Irrsinn Einhalt gebieten. Zumindest einen Versuch ist dies allemal wert. Was haben wir dabei zu verlieren? – Nichts! – Was haben wir dabei zu gewinnen? – Viel! – Was haben wir dabei zu tun?
Es gilt, uns unserer Gedanken, Worte und unseres Handelns bewusstzuwerden und gemeinsam darauf hinzuarbeiten, mit vereinten Kräften unseren Beitrag für die „Neugeburt“ einer besseren Welt zu sorgen. Einer Welt, in der mit Sicherheit vieles anders werden muss, denn so wie es war, kann und darf es nicht mehr weitergehen. Nur wenn wir begreifen, dass wir da nicht weitermachen können, wo wir aufgehört haben, kann überhaupt etwas Neues entstehen. Dass dem so ist, das wusste schon Albert Einstein8 zu sagen:
„Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.“ – Albert Einstein
Zusätzlich ist es mir aufgrund meiner eigenen Geschichte ein großes Bedürfnis, aufzuzeigen, wie wichtig es für uns alle ist, dass wir wieder eine bessere Beziehung zu Gott aufbauen. Das soll nicht heißen, dass es dafür notwendig ist, sich irgendeiner religiösen oder spirituellen Gruppe anzuschließen. Ganz und gar nicht. Das kann und darf sein, doch es muss NICHT sein. Was sich Gott als der himmlische Vater, der er für uns alle ist (egal, ob wir daran glauben oder nicht), von uns wünscht, ist einfach nur wieder die Rückbesinnung auf ihn. Auf ihn, der der Ursprung bzw. die Quelle ist, aus der wir alle kommen, und zu der wir wieder zurückkehren, wenn wir von dieser Welt gehen. Dass wir uns dessen wieder bewusstwerden und lernen, aus der Verbundenheit mit ihm heraus zu handeln, zu leben und zu lieben, das ist sein Wunsch.



