The Plateau - Aufstieg in den Tod

- -
- 100%
- +
Da er in der Schule keine Probleme hatte waren die Wochenenden ganz zu seiner freien Verfügung. In seiner Klasse war er als Einzelgänger bekannt und von den anderen machte sich keiner groß eine Mühe ihn irgendwie in ihre Aktivitäten einzubinden, da er viele Angebote für Gemeinsamkeiten bereits früher abgeschlagen hatte. Der Grund dafür war vermutlich sein fehlendes Selbstbewusstsein gewesen, denn er stotterte in Phasen der Anspannung ziemlich heftig. Obwohl die anderen es anfangs wahrscheinlich nicht vorsätzlich darauf anlegten ihn zu demütigen, gerieten seine Vorträge vor der Klasse immer zu einer Katastrophe. Er war überdurchschnittlich intelligent und hatte eigentlich auf keinem fachlichen Gebiet des Lernstoffes irgendein Verständnis- oder Logikproblem. Was er aufschrieb war lesenswert, was er berechnete stimmte, was er (in Mathematik oder Physik) schriftlich herleitete, absolut korrekt. Wenn man nur seine schriftlichen Leistungen zur Bewertung herangezogen hätte, dann wäre ihm ein Platz unter den Besten der Schule sicher gewesen.
All dies wurde aber durch seine Sprechprobleme entwertet. Obwohl er immer perfekt vorbereitet gewesen war wusste er schon vor seinem Auftritt vor der Klasse, dass er es wieder vermasseln würde. Es ging solange gut, bis er an ein Wort in seinem Vortrag stieß, welches sich beharrlich weigerte, richtig intoniert zu werden. Natürlich war sein Problem in seiner Familie bemerkt worden, aber alle Therapien waren ergebnislos geblieben. Letztlich hatte man sich die Sache schönredend und verdrängend darauf geeinigt, dass es eine anatomische Angelegenheit wäre, die wohl vom Grunde her aus irgendeiner Fehlfunktion der linken Hirnhälfte herrührte, denn dort befanden sich viele Nervenbahnen, die den Sprechvorgang steuerten.
Diese Toleranz und Rücksichtnahme konnte er in einer Klasse heftig pubertierender Jungen und Mädchen nicht erwarten. Schon lange hatten die Revierkämpfe der heranwachsenden Männer um die Mädchen begonnen, und vor allem um die Frage, wer der Boss der Clique sein sollte. Das war bislang alles nur auf der verbalen Ebene und körperlich friedfertig abgelaufen. Es gab aber zwei Typen in seiner Klasse, deren konstitutionelle Dominanz das bald ändern sollte. Noch hatte man ihn nur mit tosendem Gelächter und beleidigenden Worten fertig gemacht aber er ahnte, dass es nicht dabei bleiben würde.
Im Falle einer körperlichen Auseinandersetzung wäre er momentan gegen einige der teils schon recht bulligen Mitschüler absolut chancenlos gewesen, denn er war nur ein Meter achtundsechzig groß, und wog gerade einmal 65 Kilo.
Kletterversuche
Seine Eltern hatten einen breit gestreuten Freundeskreis und waren im Regelfall jedes zweite Wochenende nicht zu Hause. Er hätte dann das großzügig gebaute Haus für sich allein gehabt und die Zeit nach seinem Gusto verbringen können. Im Jahr 2003 war er 15 Jahre alt und auf dem Schreibtisch seines Zimmers stand ein Power Mac, welcher mit dem 64-Bit-Prozessor G5 von Intel bestückt war. Es war ein sündhaft teures Modell, aber seine Eltern waren mehr als vermögend und wollten ihm nur Gutes tun. Schon im Herbst 1997 war Google an den Start gegangen und der Junge hatte schnell begriffen, dass er Zeitzeuge eines gewaltigen Veränderungsprozesses war. Seit der Mitte der Neunziger Jahre war das Internet aus seiner reinen militärischen Nutzung herausgetreten und nunmehr auch dem normalen Bürger zugänglich. Er verbrachte viel Zeit mit dem Computer und beschäftigte sich auch recht erfolgreich mit den damals üblichen Programmiersprachen. Allerdings musste er konstatieren, dass ihm zu einer möglichen Professionalität vieles an Wissen und Kenntnissen fehlte, und er sagte sich, dass es momentan ausreichen würde, sich kontinuierlich mehr Fähigkeiten anzueignen. Wo seine berufliche Reise hingehen würde stand noch lange nicht fest. Aber in dieser Zeit hatte er für sich wichtige Grundlagen für das Verstehen der Computerlogik gelegt. Immer wieder in gewissen zeitlichen Abständen würde er seine Kenntnisse auffrischen und so einigermaßen auf Stand bleiben können.
Da er durchaus unter seiner schwachen Konstitution litt und etwas dagegen tun wollte, hatte er für sich ein Trainingsprogramm aufgelegt. Er besaß eine Honda CY 50, ein Moped, mit 50 Kubikzentimetern Hubraum und einer Leistung von 3 PS. Mit diesem Vehikel knatterte er dann am Sonntag zu der ungefähr 15 Kilometer entfernten Höhenkette. Diese Berge waren keine alpinistische Herausforderung, sondern reine Wandergebiete, die jedermann mit etwas Ausdauer besteigen konnte. Es ging ihm darum, erst einmal Kondition aufzubauen, um sich später an andere Herausforderungen heranwagen zu können. Nach drei Besuchen in dem Gebiet fühlte er sich unterfordert. Da es seine Eltern auch nicht ungern sahen, dass er sich körperlich ertüchtigte, bezahlten sie ihm eine Kletter-Erstausstattung. Etwas südlich der von ihm zuerst erkundeten Höhenkette, gut 10 Kilometer davon entfernt, hatte die Natur eine bis zu 300 Metern hohe Gebirgskette aus dem Boden gepresst. Deren Höhe war sicher nicht sehr beeindruckend, aber ihre Ausformung schon. Nahezu übergangslos wuchsen die Felsen fast senkrecht in die Höhe und bildeten im Mittelstück eine zirka 300 Meter breite auch noch fast glatte Wand ohne Absätze oder Vorsprünge. In ungefähr 40 Metern Höhe endete diese glatte Felsstruktur, und das Gestein darüber war deutlich zerklüfteter und wies auch nicht mehr diesen extremen senkrechten Anstieg auf, sondern flachte sich ab. Der Junge wusste, dass er diesen Bereich nicht bewältigen konnte. Er war auch klug genug gewesen sich aus dem Info-Board der Schule eine Nachricht abzupflücken, in der ein Schüler einen Kletterpartner suchte. Der Kontakt war für beide angenehm und positiv gewesen und sie beschlossen, sich rechts neben der unzugänglichen Wand einen einfacheren Trainingsbereich zu suchen.
Louis hatte indianische Wurzeln und war wie der Junge kleingewachsen und drahtig.
"Was man unbedingt haben muss" hatte er gesagt "ist Respekt. Du kannst an einem Berg nichts gegen ihn erzwingen, er diktiert die Regeln. Schau mal, er steht seit tausenden Jahren so da, und er verändert sich kaum. Natürlich bricht Gestein weg, aber seiner Gewalt kann das ja nicht viel anhaben. Er wird ewig da sein."
"Und du bist der große Philosoph, der den Berg versteht" hatte der Junge gespottet.
"Das liegt in meiner Herkunft" war die Antwort gewesen "ihr Weißen wollt die Natur beherrschen, wir aber wollen mit ihr leben. Mit ihr, nicht gegen sie."
"Da bin ich auf deiner Seite Louis, wir sind nicht achtsam genug mit unserer Erde. Aber ich bin kein Weißer, ich bin Mulatte."
"Ist doch egal, aber hör auf mit diesem Gute-Menschen-Sprech. Ich sage dir, in ein paar Jahren wird es Bewegungen geben die erklären, dass wir die Erde mit unserem Lebensstil vernichten werden.
"Das sagst du als, ähm, als .."
"Na sag es doch schon. Als Rothaut, als Vertreter einer untergehenden Spezies. Meine Vorfahren hatten irgendwann erkannt, dass sie gegen die Weißen keine Chance hatten. Viele sind daran kaputtgegangen, am Alkohol, an Drogen. Und mal Klartext: die Indianer waren ungebildet. Von ihrem Wissen und Können her standen sie weit unter den Fähigkeiten der Weißen. So wie die Afrikaner schon heute. Drüber redet aber heute noch keiner. Und es wird das große Problem der Welt werden, der bevölkerungsreichste Kontinent. Es gibt kein vernünftiges Bildungssystem, wenig Industrie, keine Forschung, keine Innovationen, die von dort kommen. Was soll also von Afrika zu erwarten sein?"
"Aber so kannst du doch nicht reden gerade du als .."
"Gerade deswegen" erwiderte Louis "weil ich den Niedergang meiner Familie miterlebt habe. Mam und Dad haben noch die Kurve gekriegt, die anderen sind alle Wracks. Total im Arsch, vegetieren nur noch so dahin. Man muss den Tatsachen ins Auge sehen, Wunschvorstellungen über die Zukunft machen alles nur noch schlimmer."
Sie waren eine von unten her einfach anzusehende Stelle gemeinsam angegangen. Beide hatten sich versprochen, zunächst ihre Fähigkeiten langsam auszubauen. Ihre Ausrüstung war in Ordnung, die Seile von guter Qualität, die Haken kein billiger Schrott. Und sie waren sich absolut einig gewesen, dass die Sicherheit an erster Stelle stand. Es hatte etliche Versuche gebraucht, bis sie ein richtiges Gefühl für das Steigen entwickeln konnten. Sie hatten gelernt Sicherungshaken richtig einzuschlagen, sie konnten sich am Seil gegenseitig sichern. Keiner von ihnen war übermütig geworden, sie waren zwei rational handelnde Typen.
Wenn der Junge Louis dann auf dem Heimweg mit dem Moped bei dessen Eltern abgesetzt hatte, fehlte ihm der andere bald. Manchmal fragte er sich, ob er vielleicht schwul sein könnte aber er wusste ziemlich gut, dass dies nicht der Fall war. Es war vermutlich mehr ein Gleichdenken auf verschiedenen Gebieten.
Allan Blacksmith
Der Tradition wegen, und weil die Leistungen im Portfolio der "Blacksmith Garden Market" keine unbedeutende Rolle spielten, war der Bereich der Handschmiedearbeiten im Unternehmen schon recht lange gut angesehen, da er so gut wie kein anderes Produkt für die Öffentlichkeit sichtbar wurde. In einem sehr großen Umkreis der Stadt gehörte es zum guten Ton, einen Zaun oder ein Tor von "Blacksmith" zu besitzen. Die Qualität war über jeden Zweifel erhaben, die Preise hoch. Leiter dieser Sparte war Allan Blacksmith. Er war von seinen Eltern mit sanfter Gewalt in ein Studium der Metallurgie gedrängt worden. Bei seiner älteren Schwester Marie war elterlicher Einfluss auf die Berufswahl zwecklos gewesen, denn für sie hatte schon immer festgestanden, dass sie Chemie studieren würde. Der altersmäßig zwischen Allan und Marie liegende Tim war schon immer ein Träumer gewesen, der sich für alte Sprachen interessierte, und für die Familienbetriebe damit mehr oder weniger wertlos war. Er verschwand nach seinem Studium in irgendeinem Institut und man sah ihn nur noch in größten Zeitabständen.
Marie war diejenige gewesen, die "Blacksmith" eine neue Richtung gegeben hatte.
"Blacksmith" produzierte bislang nur Geräte für die Gartenarbeit und eben Schmiedeerzeugnisse.
Sie war rebellisch, ruhelos, aufbrausend, aber absolut überzeugend.
"Wie wird die Welt 2030 sein" hatte sie ihre Eltern und Allan einmal unvermittelt gefragt.
"Na sie wird sich wohl technisch verändert haben, aber es wird die alte Welt sein, vielleicht etwas voller mit Menschen und mehr verschmutzt" hatte ihr Vater geantwortet.
Marie hatte nur höhnisch gelacht.
"Mama?"
"Wir sitzen im Flugtaxi, und das bringt uns automatisch irgendwo hin."
"Allan?"
Allan hasste diese dominanten Auftritte seiner Schwester.
Sie beherrschte die Firma, sie beherrschte die Familie.
Sie war eine Frau mit Eis in den Adern, vielen leistungsstarken Prozessoren im Kopf, und einer ständig anwachsenden Datenbank, aus der sie nach Belieben und Bedarf Fakten abrief, die sie dann in absolut logischen Erklärungen verarbeitete.
"Wir werden ganz neue Technologien haben" sagte er.
"Welche?"
"Na die Kernfusion für die Energieerzeugung, neue Fertigungsverfahren durch Umformen, schadstofffreie Antriebe."
"Kann sein. Aber das ist es nicht."
Sie schwieg kurz, dann dozierte sie.
"Allerspätestens 2030 ist China die wirtschaftlich, technisch-technologisch und militärisch dominierende Großmacht. Den Chinesen ist es vollkommen schnuppe, ob sie bis dahin die Umwelt ruiniert haben oder dass sich einer der Bürger dort irgendwie diskriminiert fühlen könnte. Spielt keine Rolle. Das Ziel ist die Weltherrschaft. Die werden den Weltraum besiedeln. Die werden Dinge schaffen, die für uns unvorstellbar sind. Die wollen nach oben kommen, und das werden sie schaffen. Die sind noch nicht so Wohlstands satt wie wir, oder wie die Europäer."
"Ja und" hatte ihr Vater entgegnet "was hat das mit uns zu tun?"
"Einiges. "Blacksmith" ist eine Gartenklitsche, mehr nicht. Ich würde was anderes daraus machen."
"Und was?"
"Eine Technologiefirma."
"Ja sicher, nichts einfacher als das" hatte Allan erwidert "da verfügen wir ja über beste Kenntnisse und Möglichkeiten."
"Du bist gedanklich im Mittelalter stehengeblieben" war Maries kalte Antwort gewesen "ihr produziert wie unsere Urgroßväter. Mit hinterwäldlerischeren Methoden. Da gibt es keine gleichbleibende Qualität, keine Automatisierung, keine Ausrichtung auf die Zukunft."
"Es reicht jetzt Marie" war ihre Mutter laut geworden "unsere Vorfahren haben das Unternehmen gegründet, es groß gemacht, es aus der Krise wieder rausgeholt, und du hast davon profitiert. Sehr profitiert. Du hast studieren können, ohne einen Kredit aufnehmen zu müssen. Das haben dein Vater und ich bezahlt. Ohne ein Wenn und Aber. Weil wir wussten, dass wir in eure Zukunft investieren. In eure, nicht in unsere. So sollte es doch sein, oder? Und du stellst dich hin, machst die Arbeit deines Bruders verächtlich und weißt alles immer besser. Mag sein, dass du klüger als wir bist, aber das gibt dir kein Recht, hier deine Weisheiten für einzig richtig zu erklären."
"Es tut mir leid Mutter" hatte Marie eingeräumt "es ist nur meine Ungeduld. Ich kucke mir bei uns im Labor jeden Tag die Proben für die Kunststofffertigung an. Es ist jeden Tag dasselbe, das könnte auch eine Maschine erledigen. Es ist langweilig, stinklangweilig. Also habe ich mir Gedanken gemacht, ob "Blacksmith" nicht etwas auf die Beine stellen könnte, was Zukunftspotential hat. Ich habe vorhin nicht umsonst über die Rolle von China gesprochen. Glaubt ihr, dass unsere Regierung das tatenlos hinnehmen wird? Oder Russland? Sicher nicht. Und wenn man ein Stückchen weiterdenkt kann das bedeuten, dass das Militär noch mehr Macht bekommen wird. Bei denen, und auch bei uns. Natürlich sind alle dabei ihre Waffensysteme möglichst autark zu gestalten. Drohnen, Kampfroboter. Informiert euch mal über Boston Dynamics. Das ist hochinteressant."
"Da sind wir mit unserem Know-How über Gartenscheren sicher nah dran an deren Produkten" hatte ihr Vater gespottet "bewaffnet mit einer Hacke von uns sind die Roboter sicher unschlagbar."
"Nein Vater, hör bitte zu. Ich schaue oft im Internet auf eine Seite, wo Pleitefirmen ihren Maschinenpark versteigern. Seit ein paar Tagen ist ein Textilien Hersteller dabei."
"Ja und" fragte Allan "was soll uns das nützen, damit haben wir doch gar nichts am Hut."
"Stimmt, aber ich habe da so eine Idee."
Marie erklärte dann was sie meinte.
Erst erntete sie großes Erstaunen, dann trat Verblüffung ein, und letztlich der Gedanke, dass an der Sache etwas dran sein könnte.
Da die Familie Alleineigentümer von "Blacksmith" war konnten sie frei entscheiden.
Nach einer Bedenkzeit von drei Tagen entschied Maries und Allans Vater, neben den Fertigungshallen für die Gartenprodukte ein kleines Gebäude für ein Versuchslabor aufstellen zu lassen.
Es sollte schnell absolut unaufwändig errichtet, aber schon mit Sicherungsanlagen versehen und eingezäunt werden.
Gleichzeitig gab er Stellenanzeigen für Textilingenieure, IT-Leute und einen Ergonomen auf.
Sollte das Projekt in die passende Richtung laufen, würde man weitersehen.
Scheiterte es, könnte man die befristeten Arbeitsverträge schnell auflösen, und die eine Halle irgendwie anders nutzen.
Schulärger
Im letzten halben Jahr hatte er sichtbar an Muskelmasse zugelegt und war sogar noch etwas gewachsen. Er war jetzt ein Meter einundsiebzig groß und wog 72 Kilogramm. Auch sein Äußeres hatte sich verwandelt. Er hatte sich die Haare wachsen lassen. Seine gekräuselten und gelockten Haare erinnerten ein wenig an die Frisur von Jimi Hendrik, wobei der Junge die Haare deutlich länger trug, denn sie fielen ihm bis auf die Schultern. Wäre er blond gewesen, hätte man ihn in dieser Hinsicht mit Robert Plant von "Led Zeppelin" vergleichen können. Diese Ähnlichkeit war von ihm nicht gewollt gewesen, sie hatte sich rein zufällig ergeben. Außerdem interessierte er sich für Musik aus der Vergangenheit nicht sonderlich, nur sein Vater sprach manchmal darüber.
In der Klasse versuchte er nicht anzuecken und möglichst nicht auf Provokationen einzugehen. Woher die Abneigung verschiedener Leute ihm gegenüber herkam konnte er sich überhaupt nicht erklären, denn er versuchte schon aus Gründen des Selbstschutzes niemandem auf die Füße zu treten. Erst etliche Jahre später hatte er eine Erklärung gefunden, warum man ihn so mies behandelt hatte. Die anderen wussten ziemlich genau, wo sie ihn packen konnten. Es waren seine Sprechprobleme.
Dabei stotterte er nicht mehr so viel.
Es war auch ein großer Unterschied, mit wem er sprach.
Wenn er sich mit Louis unterhielt redete er absolut flüssig.
Auch mit Katie.
Sie war in der neunten Klasse, und er hatte ein Auge auf sie geworfen.
Das Mädchen war zierlich und schlank, hatte lange Haare und ein ebenmäßiges Gesicht, mit großen, immer wie staunend wirkenden dunkelbraunen Augen.
Er hatte sich ein Herz gefasst, und sie hatte seine Einladung ins Kino nicht ausgeschlagen.
Er war noch sehr schüchtern und vermied, sie körperlich irgendwie zu bedrängen.
Das schien sie zu honorieren und nach einem Besuch bei Mc Donalds küsste sie ihn zum Abschied.
Der Clique in seiner Klasse war nicht entgangen, dass er eine Freundin hatte.
"Gleich und gleich gesellt sich gern, nicht wahr, du stinkender Halbnigger. War ja klar, dass für dich keine Weiße rausspringen wird" hatte Mc Allister bösartig gesagt "riecht die auch so streng wie du? So zwischen den Beinen?"
Der Junge hatte sofort zugeschlagen, aber war dann von dem kräftigen Brody heftig verprügelt worden.
Bei dieser einen körperlichen Attacke war es geblieben, aber die fünf jungen Männer setzten ihn weiter mit allen möglichen Mitteln unter Druck.
Er hatte nur noch ein Ziel zu dieser Zeit:
Bis zum Schulende durchzuhalten, und dann aus der Stadt wegzugehen.
Конец ознакомительного фрагмента.
Текст предоставлен ООО «ЛитРес».
Прочитайте эту книгу целиком, купив полную легальную версию на ЛитРес.
Безопасно оплатить книгу можно банковской картой Visa, MasterCard, Maestro, со счета мобильного телефона, с платежного терминала, в салоне МТС или Связной, через PayPal, WebMoney, Яндекс.Деньги, QIWI Кошелек, бонусными картами или другим удобным Вам способом.



