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»Pack ihn, dann können wir ihn durchsuchen«, erklärte ich an Moi’ra gewandt.
Aus den verschlungenen Falten seines Umhanges blitzten zwei Dolche auf. Kampflos wollte sich der Bote nicht ergeben. Noch während ich einen Schritt zurück ging, griff Moi’ra mit ihren Ketten an.
Ein Stuhl kippte zur Seite, die Klingen wirbelten herum und leiteten Kettenglieder ab. Metall traf auf Metall, Funken sprühten und schnell wurde mir klar, dass meine Begleiterin trotz ihrer Vertrautheit mit den Ketten nicht lange den surrenden Dolchen standhielt. Schon bohrte sich ein Dolch in die Schulter meiner Gefährtin, Blut spritzte in einem weiten Bogen und benetzte meine Hose. Wütend sah ich auf den Fleck.
Moi’ra ignorierte die offensichtlich schmerzende Wunde und kontrollierte die Kettenenden, als wären sie nichts anderes als ihre verlängerten Fäuste.
Tastend wagte sich mein Geist vor, verband sich unsichtbar mit dem Willen des Boten. Wie ein Stromschlag sandte ich eine kleine Energiewelle durch sein Gehirn und verwirrte ihn für eine kurze Zeit. Es war nur eine kleine Hilfe, denn schon stach er wieder zu und ritzte entlang der trainierten Hüfte des weiblichen Mönchs die Haut auf. Sie schwankte kurz, drosch dann weiter mit den Ketten auf den hin und her tänzelnden Boten ein.
Aus den Augenwinkeln beobachtete ich, wie sich ihre Wunde langsam wieder regenerierte. Mein Geist arbeitete weiter, knüpfte an der nächsten Handlung unseres Gegners an und zerstreute sie in die Ewigkeit der Gedankengänge. Wütend musste ich dennoch zusehen, wie die Schneiden sich erneut in Moi’ras Körper bohrten. Sie heilte nicht schnell genug, war zu sehr angeschlagen und taumelte.
Es war noch nicht an der Zeit, meine wahre Gestalt zu zeigen. Und wir hatten Zuschauer. Mit einer Handdrehung verbarg ich, wie mein Geist eine kleine Flamme formte, sie über meinen Zeigefinger züngelte und durch ein Schnippen auf den Boten schleuderte.
Hinter mir donnerten die Hufe des Minotauren heran. Bis er zu Hilfe eilte, nahm ich zwei Stiche des Boten in meine Beine hin und schrie schmerzhaft auf. Zu meinem Glück waren die Klingen nicht stark genug verzaubert, um meine außerweltlichen Heilungskräfte zu umgehen. Von dem Treffer blieb nur das Loch in meiner Hose, umrahmt von getrocknetem Blut. Jetzt war ich wirklich wütend.
Von einem Axthieb getroffen stolperte mein Peiniger einige Schritte zurück. Blut tropfte aus einer langen, klaffenden Wunde an seiner Seite auf den Holzboden. Die geschundene Zeit reichte, damit sich Moi’ra erholte, geschickt in den Stand sprang und einen wahren Sturm von Schlägen mit den Ketten ausführte. Benommen ging der Mann zu Boden. Seine beiden Klingen klapperten auf den steinigen Grund. Ich nahm sie an mich und stach, aus Zorn und um sicherzugehen, damit in seinen Hals, durchtrennte die Schlagader. Freudig beobachtete ich die Blutfontäne und das letzte Zucken der Nerven.
Beide Dolche lagen gut in der Hand und glitten in die Haut wie Butter. Es waren eindeutig Meisterarbeiten, leicht verzaubert, um ihre Wirkung zu erhöhen und gegen Witterungseinflüsse zu schützen. Grund genug für mich, sie zu behalten.
Gemeinsam durchsuchten wir seine Ausrüstung. Er hatte eine Ledermappe bei sich, dort fanden sich aber keine nützlichen Dinge und es gab keinen Hinweis, wem er seine Aufwartung machen wollte, noch etwas Wertvolles. Einige Silbermünzen und vier Goldmünzen fanden ihren Weg in unsere Beutel.
Wütend angesichts der geringen Ausbeute schlitze ich dem drahtigen Mann den Bauch mitsamt Kehle auf. Eine große Blutlache bedeckte jetzt den Boden.
»Hey, jetzt ist mal gut, wer soll das alles wieder saubermachen?«, schrie der kleinwüchsige Wirt erbost. Mit meiner erhobenen Hand gebot ich ihm zu schweigen.
Im Magen erkannte ich etwas kleines, metallisches, das wie ein kleines Ei geformt war. Verwundert beförderte ich es mit den Dolchspitzen heraus und wischte die Schneiden am Umhang der Leiche ab. Eine feine Naht trennte den Gegenstand in zwei Teile. Vorsichtig zog ich die Hälften auseinander und fand ein zusammengefaltetes Stück Papier. Darauf befand sich eine Skizze. Ich reichte meinen Fund den beiden anderen. Torvac rümpfte seine Nase und stampfte aus dem Gasthaus, um die Zeichnung bei Tageslicht zu begutachten. Wir folgten ihm neugierig.
»Könnte eine Wegbeschreibung in den Süden sein, wenn das hier«, er deutete auf eine Stelle der Skizze, »die Labyrinthstadt ist und hier«, er zeigte zum Ende der Skizze, »die Gebirgsausläufer der Schattenzinnen angedeutet sind, dann führt dieser Weg in die Narbenlande.«
»Narbenlande?«, erwähnte ich. »Davon habe ich gehört. Es ist eine Wüste, nicht wahr?«
»Ja«, grummelte er, »schon seit vielen Jahrhunderten. Ein großer Krieg fand dort statt. Eine unwirtliche Gegend.« Verkniffen sah der Minotaurus zum angebundenen Pferd.
»Wartet«, brummte er, wirbelte seine Axt und verkürzte mit wenigen Schritten seinen Abstand zu dem Tier. Drei mächtige Hiebe reichten und Torvac wühlte in dem Kadaver.
»Da ist eine Prägung auf den Hufeisen«, sagte Moi’ra und beugte sich über ein Vorderbein. »Die geflügelte Sonne von Ustan, wenn ich mich recht entsinne. Die Hauptstadt von Talor. Mein Vater erwähnte, der Bote würde aus Talor anreisen.«
»Aber was hat er mit sich geführt? Torvac?«
Die blutverschmierten Hände des Minotauren hatten den Leib ausgeweidet, ohne fündig zu werden. Torvac stand nun hinter der Apfelschimmelstute. Widerwillig rümpfte er seine Schnauze, hob den Schweif an und griff in den After hinein. Seine Ahnung wurde bald belohnt und brachte einen pyramidenförmigen Kristall zu Tage. Erste Lichtstrahlen brachen sich in dem noch verdreckten Prisma. Am Umhang des Getöteten wischte er seinen Fund sauber und hielt ihn hoch.
Fasziniert sahen wir dem Farbenspiel zu und rätselten, um was es sich bei dem Gegenstand handeln könnte. Wir äußerten zahlreiche Vermutungen, doch da sie keiner bestätigen oder ihnen widersprechen konnte, zuckte ich nur die Achseln. »So etwas habe ich noch nie gesehen.«
»So etwas wurde auch lange nicht mehr gesehen!«, erweiterte eine weiche, helle Stimme mein Unwissen. Unsere Köpfe ruckten in die Richtung der Sprecherin.
Von einem dunklen Umhang weitgehend verborgen lugte helles, im Licht der Sonne goldgelb strahlendes Haar unter einer Kapuze hervor. Einen Kopf kürzer als ich deuteten schon ihre wenigen Schritte auf uns zu anmutige, geschmeidige Bewegungen an. Von junger, blühender Weiblichkeit geprägt lächelte ihre Schönheit uns entgegen. Strahlend helle, von sattem Blau getränkte Augen blitzten raubtierhaft unter fein geschwungenen Augenbrauen hervor und bedachten uns mit amüsierter Freude.
»Verzeiht, dass ich eurem Gespräch gelauscht habe, aber es war ja auch nicht zu überhören. Ich bin Laana, eine Kundige dieser Stadt, und habe Informationen, die euch weiterhelfen können. Darf ich …?« Ihre nach oben geöffnete Hand war in Richtung des Kristalls gerichtet. Ihre helle, weiche Haut und die langen, schlanken Finger fesselten meinen Blick und verbanden sich mit Gedanken, welch Zärtlichkeit sie wohl schenken konnten.
Torvac legte den pyramidenförmigen Kristall in ihre Hand, bereit, sie bei den ersten Anzeichen eines Diebstahls abzuschlagen. Sie drehte das Prisma leicht, wog es und gab es zurück.
»Ich bin mir sicher, dass es sich bei dem Kristall um einen Energiestein handelt, der die Kontrolle über gigantische Golemkonstruktionen ermöglicht. Demzufolge ist die Vermutung, die Skizze zeige einen Weg in die Narbenlande, richtig, wenn es nicht sogar eine Wegbeschreibung zu dem Ort ist, wo der Kristall Verwendung finden könnte.« Sie sah uns nacheinander an. »Ich war schon einmal dort, in den Narbenlanden.« Gewichtig stellte sie die Bemerkung in den Raum.
»Eine Reise steht nicht an.« Moi’ra analysierte die Situation nüchtern. »Und ich sehe auch nicht ein, jemanden mitzunehmen, der sich geradezu aufdrängt.«
Laana fing meinen sie musternden Blick auf. Ein verschwörerisches Lächeln huschte über ihre Lippen, brannte in meinem Kopf, erzeugte Fragen. Sie schob eine Strähne unter die Kapuze. Dabei kam ihr Arm weit genug aus den Ärmeln hervor, um ihre von silbernen, verschlungenen Verzierungen überzogenen Armschienen zu erkennen. Sie setzte zur Antwort an, wurde aber vom fauligen Gestank und den knorrigen Lauten des Salmagur unterbrochen. Mein verabscheuter Auftraggeber war also wieder zurückgekehrt.
»Gemeinsam sollt ihr reisen!« Deutlicher Unmut mischte sich in seine Worte. »Das Prisma!«, verlangte er und steckte den Kristall wortlos weg. »Es nützt mir nichts, wenn ihr umherirrt, also nehmt die Kundige mit! Um sicher zu gehen, habe ich noch einen Frischling mitgebracht. Bleibt zusammen und sorgt dafür, dass ihr den richtigen Ort findet. Hier!« Er warf aus dem Nichts dem weiblichen Mönch einen armlangen Stab zu. »Komm her, ich zeige dir, was du am Bestimmungsort damit machst.« Herrisch winkte er sie zu sich hin und schob gleichzeitig den mitgebrachten Streiter vor.
»Hallo, ich bin Crish«, stellte ich mich vor und musterte den Neuling dabei.
»Ich bin Wogar, vom Stamm der Durak!« Dunkel und rau war seine Stimme, das Bergvolk der Orks, eindeutig und unverwechselbar in ihrem Klang.
An seiner hoch aufragenden Gestalt war das vor mir stehende Halbblut deutlich erkennbar. Wogar war ein stattlicher Halbork. In seinen gelbroten Augen brannte ein Feuer, das Grund genug für mich war, ihm einen zweiten Blick zu schenken. Sein Fell ähnelte dunklem, fast schwarzem Rost. Angesichts der rötlichen Tönung stutze ich erneut. Ein letzter Hinweis waren einzelne, feine Schuppen, die seine Haarlosen Körperstellen bedeckten. Rote Schuppen und Muskeln, deren dicke Stränge über das Maß selbst eines Orkchampions hinausgingen. Ein Drache musste das Blut veredelt haben, ein roter Drache, um genau zu sein. Lüstern klopfte ich mit meiner Zunge gegen meine Zähne, ohne nach außen hin mein eindeutiges Interesse zu zeigen. Wenn seine Statur überall harmonisch war, kam mir der Gedanke, entwickelte sich das Abenteuer zu einem rauschenden Fest meiner Sinne. Meine Stimmung hob sich. Landrus Gestank hatte ich vergessen.
Während ich ihn betrachtete, stellten sich die anderen vor. Landru hatte Moi’ra einige arkane Schriftzüge lernen lassen. Seine letzten Worte richteten sich mit gehobener Stimme wieder an uns alle.
»… sobald die Markierung gesetzt ist, werde ich wieder zu euch stoßen. Ihr sollt bald aufbrechen. Rüstet euch hier noch mit allem Notwendigen aus.«
Trockene Augäpfel stierten uns an, abfällig, der Mühe nicht wert. Angewidert zog er einen kleinen Beutel aus seiner zerschlissenen Robe und warf ihn vor uns in den Dreck.
»Da, eine kleine Investition in die Mission. Verschwendet sie nicht!«
Noch bevor ich wieder zu ihm aufsah, wehte Staub an der Stelle hoch, wo er stand. Er war fort.
»Wird er uns nicht begleiten?« Meine hoffnungsvolle Frage war an alle gerichtet.
»Ich denke nicht«, antwortete Moi’ra. »Wenn wir am Zielort sind, wird er sich dorthin teleportieren. Dafür hat er mir gezeigt, wie ich die Markierung setzen soll. Irgendwie ist das arkane Gefüge in den Narbenlanden gestört, sonst bräuchte er uns wohl nicht, um den Ort zu erreichen.«
»So ist es. Jetzt lasst uns sehen, was er für euch dagelassen hat, damit wir richtig ausgestattet sind.« Laana hatte nicht vor, noch länger vor der Taverne herumzustehen.
Für einen Nahkampf war ich so gut wie gar nicht ausgerüstet, abgesehen von meiner Möglichkeit, mit Klauen zu kämpfen. Von dem verfügbaren Geld bekam ich eine dunkle, stark taillierte Lederrüstung und suchte mir selbst eine Streitaxt aus. Decken, Seile, Wasserflaschen und Proviant waren unbedingt notwendig. Es reichte noch für drei Zelte.
Zusammen mit Moi’ra verbrachte ich dann die vorerst letzte Nacht in den Unterkünften der Minotaurenwachen.
2. Kapitel
Innerlich unruhig konnte ich keinen Schlaf finden. Auch Torvac war noch viel zu wach, von einem inneren Feuer beseelt, das ich mir gerne zu Eigen machen wollte. Er hatte sich erhoben und kramte in einer Ecke seiner Behausung. Es war der Zeitpunkt gekommen, mehr zu erfahren. Moi’ra war eingenickt. Ich warf vorsichtig eine Felldecke über ihren muskulösen Körper, stand langsam auf und streckte und reckte meinen Körper. Torvac betrachtete mich und machte keinen Hehl aus seiner Begierde. Ich legte so viel Verlangen in meinen Blick, wie es mir möglich war, und ging hüftschwingend einige Schritte auf ihn zu. Er drehte seinen Körper in meine Richtung. Das dunkle Fleisch zwischen seinem tiefschwarzen Fell regte sich. Genüsslich leckte ich mir über die Lippen, betrachtete es ohne Scham und schaute dann blitzend zu ihm hinauf, während meine schlanken Hände zärtlich das anschwellende Gewebe berührten und langsam kneteten.
»Fühlt sich das gut an?«, säuselte ich. Er grunzte.
Bald schon hatte ich Mühe, seine Erregung völlig zu umfassen, und nutzte beide Hände, rieb entlang der von dicken Adern durchzogenen Haut, fühlte seine Verdickungen und ging vor ihm auf die Knie. Mit der Zungenspitze leckte ich längs der Unterseite, massierte dabei weiter mit den Händen. Schwer atmend lehnte Torvac sich an die Wand, kraulte mein dichtes, schwarzes Haar und zog mich dann daran hoch. Es schmerzte, doch ich fand seine grobe, direkte Lust animierend. Als er sich zu einem Kuss herunter beugte, wanderte eine meiner Hände zwischen meine eigenen Schenkel und tauchte in die Nässe ein.
»Nimm mich«, flüsterte ich mit meiner honigsüßen Stimme, in der Heiterkeit und unbekümmerte Lebensfreude mitschwingen konnten, die nun aber hauchzart, wie eine sanfte Sommerbriese, eisige Gänsehaut erzeugte. Mein ganzer Körper kribbelte und sehnte sich nach seiner Berührung, seinem Eindringen.
Der Leutnant der Wachen hob mich mühelos an, drehte mich herum und stellte mich etwas erhöht auf eine Truhe ab. Trotz meiner langen Beine war er sonst zu groß für mich. Nun jedoch hatte er keine Mühe, mich etwas vorzubeugen, mit seinen kräftigen Fingern zwischen meinen Beinen die aus mir laufende Feuchtigkeit zu verteilen und dann seine dicke Eichel gegen meinen Schoß zu drücken. Krampfartig hielt ich mich an einigen in die Wand eingelassenen Stangen fest und biss die Zähne zusammen. Ein kurzer Schmerz, ein warmer Schauer zog durch meinen Rücken und ich stöhnte laut auf, verkniff mir dann weitere Laute, um nicht Moi’ra zu wecken.
An meiner Hüfte festgehalten trieb Torvac seine Manneskraft mit jedem Stoß tiefer in mich hinein. Bald entglitt mir die Kontrolle über meine Lenden. Ich zuckte wild und wagte, eine Hand zu lösen, um darauf zu beißen und meine Schreie so zu dämpfen. Er grunzte, steigerte sein Tempo und kam schnell und intensiv. Während er sich langsam aus mir löste, wrang er sein pochendes Fleisch aus. Auf seinen Armen trug er mich zurück zur Schlafstätte.
Angenehm befriedigt kuschelte ich mich in seine großen Arme, kraulte ihn, knabberte an seinen dichten Locken.
»Torvac?« Ein tiefes Grummeln zeigte, dass er eigenen Gedanken nachging. »Hast du jemals daran gedacht, eine führende Position anzunehmen, die über deine Stellung hier in der Stadt hinausgeht?«
Er wandte mir sein Gesicht zu, schnaufte kurz und wirbelte so mein Haar durcheinander. Seine tiefe Stimme vibrierte in meinem Körper nach.
»Meine Aufgabe ist es, die Wachen dieser Stadt anzuführen. Auf einen Minotauren ist Verlass, musst du wissen. Er wird niemals ein gegebenes Wort brechen. Die Ehre gebietet keine Ausnahme.«
»Ich kenne so wenig von dir. Erzähl mir etwas über eure Riten. Als wir zu euch gingen, hefteten sich viele Augen auf uns, aber du hast uns für dich beansprucht. Keiner hat widersprochen oder Anstalten gemacht, uns ebenfalls in seine Schlafstätte zu befördern. Gibt es da einen Kodex?«
»Viele Fragen hast du für eine schöne Frau.« Er schnaufte und zog mich etwas weiter auf seinen Brustkorb. Ich schlang ein Bein um seinen Körper, zumindest versuchte ich es und konnte meine Ferse an seiner Hüfte ablegen. Neugierig blickte ich in seine dunklen Augen.
»Wir Minotauren leben nach strengen Gesetzen. So ist es nach unserem ersten Gesetz einem Minotauren untersagt, einen anderen Minotauren zu erschlagen. Seine Strafe wäre der Tod oder die Verbannung. Und was die Frauen angeht, so besagt unser zweites Gesetz, dass sie nach Weisung des Anführers verteilt werden. Und hier in der Labyrinthstadt bin ich der Ranghöchste unserer Art.«
»Dann bin ich ja froh, dass wir direkt zu dir gekommen sind. Sonst hätte vielleicht ein anderer die Situation ausgenutzt und dir gar nichts von unserer Suche erzählt.«
»Der hätte es mal wagen sollen, mir das Recht zu nehmen!«, drohte er.
Ich lächelte zustimmend, bettete meinen Kopf auf seine Brust und spielte weiter gedankenverloren in seinem Fell. Ich wollte seine Gesprächigkeit nicht über Gebühr beanspruchen oder Gefahr laufen, dass er meine Absichten erahnte.
Nur ein Gedanke beherrschte mein weiteres Sinnen: wie bringe ich Torvac dazu, eins der großen Gesetze der Minotauren zu brechen? Ein Blick zu Moi’ra zeigte, dass sie tief und fest schlief. Umso weniger war Torvac in den Schlaf gesunken, an dessen warme Seite ich mich schmiegte. Meine Hand kraulte sein festes, dunkles Haar und ich knetete mit den Fingerspitzen seine Muskelstränge. Mein Kopf hob sich, um ihn zu betrachten. Tief sog ich den Geruch seiner Männlichkeit ein und allein sein stattlicher Anblick reichte, um meiner Entscheidung Gewissheit zu geben. Auch er blickte mich aus seinen tiefrot leuchtenden Augen an. Langsam glitt ich auf ihn, fuhr mit der Nase durch sein Fell, wanderte mit meinen Händen bis zu seinem Mund und tastete seine breite, feuchte Nasenspitze ab. Ich zog mich zu seinem Kopf hinauf und begann, ihn zu küssen. Für einen so kleinen Mund wie den meinen war es gar nicht so einfach, auf sein Stiermaul einzugehen, aber ich lockte seine dicke Zunge und spielte mit den Händen an seinen Wangen und Ohren während meine Brüste über den reichlich behaarten Brustkorb streiften. Ich wusste, dass ich Torvac gar nicht so sehr motivieren musste, aber es machte mir auch Spaß und so jauchzte ich erregt, als seine großen Pranken mein Gesäß umfassten und zu massieren begannen. Langsam wiegte ich meine Hüfte in seinen Händen und platzierte meine linke Brust über seinen Mund, so dass er an meinen hart gewordenen Brustwarzen saugen und knabbern konnte. Meine Haare flogen in einer heftigen Kopfbewegung zurück, als er einen Finger langsam zwischen meine erregt angeschwollenen Schamlippen einführte. Doch jetzt war nicht die Zeit, sich selbst zu verausgaben. Der Hüne sollte sich an mir laben und so hob ich mein Becken zunächst weiter an, damit seine breite Zunge ihren Weg zwischen meine heißen Schenkel finden konnte. Ein Blick an seinen gewaltigen Körper hinab bestätigte mein Ansinnen, genug Saft in meinen Unterleib zu treiben, bevor seine sich schon aufgerichtete Erregung einen Weg suchte. Und Torvac genoss schmatzend meinen Ausfluss. Meine Lenden pochten vor Verlangen. Grinsend führte ich meinen Körper entlang dem seinen abwärts und rieb meine angeschwollenen Lippen an seinem stetig härter werdenden Schaft.
Auch er wollte mich jetzt und hob mich am Gesäß an. Ich reichte hinab und richtete sein zur vollen Größe angewachsenes Geschlecht auf, rieb seine Eichel an meiner Pforte und befeuchtete sie so ausreichend, damit er ein Stück weit in mich gleiten konnte. Seine kräftigen Stöße trieben mich zu impulsiven Schreien. Ich spürte seine heiße Spitze immer tiefer in mich eindringen, lehnte mich zurück und setzte meine Hände auf seine Oberschenkel. Mit einem letzten Stoß drang er ganz in mich ein.
Einen stattlicheren Partner, ging es mir durch den Kopf, als rote Funken langsam in meinem Geist herab regneten, dürfte ich mir nicht suchen. Lust hatte nun völlig von mir Besitz ergriffen und mein Gesäß zuckte, von meinen Lustschreien begleitet, wild auf und ab. Seine starken Hände kneteten meine Brüste und wanderten meinen schlanken Bauch hinab. Schon bald verdeckte ein roter Schleier meinen Blick, auch mit den fest geschlossenen Augen, und eine erste Welle des Orgasmus wogte durch meinen Körper. Seufzend und um Atem ringend legte ich mich auf seinen Oberkörper nieder, küsste und knabberte an seinen Brustmuskeln. Klatschend stieß sein harter Schaft immer wieder tief in mich hinein und als sich die zweite Lustwelle ankündigte, biss ich ihm vor lustvollem Schmerz in die Seite. Auch sein Becken zuckte nun wilder und er grunzte mit jedem Mal lauter. Als hätte ich es erwartet, schwoll seine Eichel weiter an, um die Saat seiner Männlichkeit in mich zu pflanzen. Und während ich, in ihm verbissen, stöhnte, ergoss sich eine heiße Flut in mein Innerstes. Immer wieder durchzuckte mein Geist eine leichte Freudenwelle und er genoss lächelnd mein Jauchzen. Ich spürte seinen schnellen Herzschlag an dem in mir pochendem Fleisch.
Einige Minuten verharrten wir, bevor ich ihn aus mir entließ, doch ermüdet hatte ich ihn nicht. Verspielt streichelte ich seine Hoden und begann dort auch mein Zungenspiel. Meine beiden Hände pumpten sein Blut in das dunkle Fleisch und richteten es erneut auf. Mit lüsternem Blick hauchte ich ihm ein »komm!«, entgegen und sank langsam mit dem Rücken auf das Bett. Mein Unterleib war noch ganz rot von unserem letzten Akt und ein weißer Saft rann aus dem geweiteten Spalt. Er ließ sich das Vergnügen nicht nehmen, meine angeschwollene Klitoris mit der Zunge zu verwöhnen, was eine wahre Wonne dank seiner Zungengröße und den zart reibenden Knospen darauf darstellte. Ich hielt meine gespreizten Beine fest, während er, mit einer Hand sein Geschlecht massierend, vor mir hockte und mit zwei Fingern seiner anderen Hand sein Eindringen vorbereitete. Mein Körper bäumte sich auf während er mühelos in mich eindrang, mit seinen Händen meine Fußfesseln umgriff und sich seine Befriedigung holte. Das Schmatzen unserer Geschlechter mischte sich in unser Stöhnen und ich stachelte ihn auf, voller Leidenschaft in mich zu gehen. Mein Körper verhielt sich dabei mehr passiv, damit ich mich nicht zu sehr verausgabte. Dafür rannen bald Ströme von herb riechendem Schweiß an Torvac herab und sein Grunzen wurde immer tiefer. Um nicht vor ihm zu kommen, biss ich mir in die Hand und genoss das pumpende Gefühl, als der verbliebene Samen seiner Hoden den Weg in mich fand, während seine Hände meine Hüfte eng an sich zogen. Er glitt zur Hälfte aus mir hinaus und ließ sich neben mir auf das Bett fallen. Sanft streichelte ich ihn und grinste triumphierend, als er in einen befriedigt ermatteten Schlaf sank.
Umgeben von den Geräuschen schlafender Atemzüge griff ich eine Decke und erhob mich leise von der Schlafstätte, glitt hinaus in den Gang und schaute mich kurz um. Am Tag waren mir zwei stattliche Wächter aufgefallen, denen es wohl gar nicht recht war, dass Torvac die ansehnlichen 'Weibchen' in sein Bett holte. Da jetzt Nacht eingekehrt war, versuchte ich es mit dem Schankraum und erblickte in dem recht verlassenen Saal auch die beiden Gesuchten an einem Tisch sitzend. Ich drapierte mich so in dem Raum und blickte mich neugierig um, dass sie denken mussten, ich suche etwas.
»Verzeiht meine Frage, aber wisst ihr, wo ich zu so später Stunde noch etwas zu trinken bekomme?« Liebreizend richtete ich meine Frage an die beiden Minotauren.
»Natürlich, bei uns steht noch genug auf dem Tisch. Oder wir bestellen dir etwas. Setz dich zu uns«, bot der Minotaurus mit dem stärkeren Braunton im Fell an und zog einen Stuhl heran.
»Danke«, nahm ich seufzend das Angebot an.
»Was möchtest du trinken? Wein?«
Ich nickte mit glänzenden Augen. »Einen Roten bitte, fruchtig und süß.«
Lautstark orderten sie den gewünschten Wein und während sie zu erzählen anfingen, stellte mir der Wirt ein großes Glas hin.
»Na, hat der Leutnant sich schon verausgabt?« Zynischer Spott lag in der Stimme. Mit dem Handrücken wischte mein Gastgeber sich den Bierschaum vom Mund.
Bedauernd nickte ich und nährte ihre Vermutungen. »Er hat sich schon schlafen gelegt. Nur ich bin noch ganz wach.«
»Seine Manneskraft war wohl nicht standhaft genug.« Sein Ellenbogen stieß gegen seinen Nachbarn, der munter griente.
»Was für eine Verschwendung!«, ergänzte dieser prahlerisch.
Enttäuscht und unbefriedigt sah ich auf mein Weinglas, rieb verträumt über den Rand. Deutlich seufzend atmete ich ein und richtete meinen Blick auf die beiden feixenden Minotauren.
»Ich habe euch beide schon am Nachmittag gesehen. Ihr standet am Eingang. Leider kenne ich mich nicht so gut aus, was das Militär betrifft. Welche Funktion habt ihr denn bei den Stadtwachen inne?«




