Das Grenzkommando Nord. Standort Stendal. Die Chronik.

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Schon Ende November1946 begann man auf Anordnung der sowjetischen Militäradministration mit der teilweisen Sicherung der Grenze Mecklenburgs durch Grenzpolizeieinheiten. Sie hatten die Aufgaben die damalige Demarkationslinie zu den westdeutschen Ländern zu sichern. Im Land Mecklenburg wurde von der Landespolizeibehörde eine Grenzpolizei in einer Stärke von 375 Mann aufgestellt. Sie wurde in vier Stabsgruppen geteilt, so gab es unter anderen die Stabsgruppe I in Lüdersdorf und die Stabsgruppe II in Neu Gülze. Die Grenze an der Ostsee wurde von ihnen nicht gesichert.
Schon kurze Zeit später wurde diese in der Deutschen Verwaltung des Innern zusammengefassten Grenzpolizeieinheiten verstärkt und bekamen die erste Struktur. Sie wurden in Abteilungen, Kommandanturen und Kommandos aufgeteilt. So gab es unter anderen 1947 die Grenzpolizeiabteilung Gadebusch. Im Jahr 1948 wurden diese Grenzpolizeiabteilungen in Grenzbereitschaften umbenannt. Im Raum Mecklenburg gab es die Grenzbereitschaft Gadebusch, daraus entwickelte sich 1948 bis 1957 die Grenzbereitschaft Schönberg und Zarrentin, sowie auch Wittenburg. Diese Grenzbereitschaften wurden ab 1957 nummeriert und so bekam die Grenzbereitschaft Schönberg die Nr. 6 und die Grenzbereitschaft Wittenburg die Nummer 7. Die Grenzbereitschaft-6 Schönberg sicherte von der Ostsee bis südlich der Naht Kneese. Im Jahr 1961 wurden die Grenzbereitschaften zu Grenzregimentern umformiert, dabei behielten sie ihre Nummerierungen. Der Dassower See gehörte komplett zur Stadt Lübeck, es gab hier keinen Bootseinsatz der GT. Die Sicherung erfolgte nur am DDR-Ufer. Die BRD-Fischer mussten aufpassen, dass sie nicht mit ihren Booten an das Ufer kamen. Das Grenzregiment-6 gehörte zur Grenzbrigade-3 Perleberg. Der linke Nachbar war das GR-8 Grabow, die südliche Naht war Leisterförde vom GR-8 Grabow. 3 Grenzbataillonen waren es in jedem Grenzregiment der GT, hier waren es bis 1974 im GR-6 weiterhin nur zwei GB. Erst ab 1974 wurde dann das 3. Grenzbataillon eingeführt. Ab 1971 gab es nur zwei Grenzbataillonen mit je 6 Grenzkompanien. Am 4. September 1973 um 11.25 Uhr begann man bei Schlutup Lübeck den ersten Grenzstein (er wurde durch die DDR geliefert) durch einen Vermessungstrupp und Mitgliedern der AG Grenzmarkierung zu setzen, dadurch wurde die Grenze der DDR um 2 Meter in Richtung BRD verlegt. Die Grenzsicherung zum rechten Nachbarn Grenzbrigade Küste wurde mit einem Hinterlandsicherungszaun an der Ostsee bis zur Ortschaft Barendorf durchgeführt. Der Schaalsee wurde mit Grenzbooten gesichert. Der dafür vorgesehene Grenzbootzug war in Lassahn stationiert. Der Grenzverlauf folgte der Hochwasserlinie, wenn also Niedrigwasser war, gehörte der freigelegte Strand zum Westen. Die Grenzsicherung am Ort Dassow erfolgte durch eine Mauer zum Wasser hin. Der Schaalsee und der Ratzeburger See wurden durch den technischen Zug des BGS (GSA 1/7) mit zwei Coronett-Booten bestreift. Diese lagen in festen Bootshäusern. In dem Bereich Schaalsee Niendorfer Binnensee durften auch Fischer aus Zarrentin und Lassahn (beide Orte in der DDR) in den zur BRD gehörenden Teil des Sees befahren. Zur Kontrolle durch die GT mussten die Fischerboote jeweils zwei Flaggen (immer unterschiedliche Farben und bei jeder Fahrt eine andere Farbkombination, dies wurde durch die GT festgelegt) zeigen. Den Grenzposten waren diese Farbkombinationen bekannt. Das Gut Stintenburg ist eine Insel (Sperrgebiet) im Lassahner See und ist durch einen Damm mit dem Festland verbunden. Dort waren unterschiedliche Einheiten untergebracht. Es gibt Hinweise, dass ein Ausbildungsobjekt der HA I als GT Objekt getarnt war. Für die Grenzsicherung durch die GT gab es einen Bootszug in Lassahn. Auf der Höhe Schwedenschanze soll es einen Tunnel unter den Grenzsicherungsanlagen gegeben haben.
Am Ort Roggendorf an der B208 auf dem Hellberg gab es einen Posten (Falke) des Funk-und Funktechnischen Aufklärungsbataillons-5 (FuFu-TAB-5). Eine UKW-Aufklärung für den Bereich Lübeck) gab es östlich von Utecht / Schattin (Ratzeburger See) in Schlagsülsdorf.
Außerdem gab es die Funktechnische Kompanie-432 (Groß Malzahn) mit FuTk-432 und anderen Radaranlagen und Hubschraubern (KHG-17) (Steffenhagen / Basepohl), deren Unterkunft war in Schlagresdorf.
Im Bereich der Seen gab es unterschiedliche Sicherungsmaßnahmen.
So gab es Bereiche, in denen zwischen zwei Metallgitterzäunen Minenfelder waren oder es gab die Selbstschussanlagen. Der Lankower See wurde von Ufer zu Ufer (quer über den See) mit einer Spezialsperre gesichert. Nördlich von Mechow (an der ehemaligen Ortschaft Neuhof) gab es eine Hundelaufanlage zwischen einen Metallgitterzaun. 1985 war der Sicherungsbereich von der Ostsee (Priwall) bis den Bereich zwischen Leisterförde und Schwanheide. Diese neue Struktur 1985 beinhaltete das I. und II., welche die unmittelbare Grenzsicherung und das III. Grenzbataillon, welche die Hinterlandsicherung durchführten. Das I. und II. Grenzbataillon hatten jeweils eine Sicherstellungskompanie für die Grenzsicherung. Der Stab des III. Grenzbataillons war am Standort des Regimentsstabes in Schönberg angesiedelt. Ab 18.08.1989 gab es die letzte große Umstrukturierung. Das Grenzregiment-6 wurde aufgelöst und daraus wurden Grenzkreiskommandos gebildet, welche dem Grenzbezirkskommando Schwerin unterstanden. Den Grenzkreiskommandos unterstanden die Grenzkompanien.
Die Zeittafel
1946 Aufstellung der Grenzpolizeieinheiten in Mecklenburg 1947 Grenzpolizeiabteilung Gadebusch 1948 – 1957 Grenzbereitschaften Gadebusch, später Schönberg und Zarrentin, später Wittenburg 1957 Grenzbereitschaft-6 Schönberg 1957 Dislozierung Grenzbereitschaft-6 von der Ostsee bis südlich der Naht Kneese. 1960 – 1969 Kommandeur Oberstleutnant Alster, Willi 1961-1971 GR-6 südliche Naht Kneese zum GR-7 Wittenburg 07.10.1962 Übergabe der Truppenfahne 1971 GR-6 südliche Naht Leisterförde zum GR-8 Grabow, Sicherung mit zwei Grenzbataillonen. 1973 (04.09.) Um 11.25 Uhr wurde bei Lübeck – Schlutup durch einen Vermessungstrupp und Mitgliedern der AG Grenzmarkierung der erste Grenzstein gesetzt 1974 Einführung des III. Grenzbataillons 1974 Dislozierung GR-6, von Priwall bis Ortschaft Leisterförde 07.10.1977 Verleihung Ehrenname „Hans Kollwitz“ 1983 Beginn pioniertechnischer Ausbau II. GB Schattin und III. GB Lassahn 1985 Einführung der neuen Struktur im GR-6, zwei Grenzbataillone für die Grenzsicherung und das 3. GB für die Hinterlandsicherung. 1988 Verleihung Ehrennamen „Siegfried Apportin“ der 4. GK Palingen 1989 Verleihung Ehrennamen „Gerhard Hofert“ der 6. GK Schlagbrügge 18.08.1989 Letzte große Umstrukturierung, Bildung der Grenzkreiskommandos und Gründung GKK-101 Grevesmühlen/Gadebusch mit 7 GK, 1 RGK, Güst Selmsdorf und eine NaKp. 1989 GKK 102 Wittenburg 01.09.1989 Zur Führungsbereitschaft Stufe III wird übergegangen. 04.11.1989 Bei Einsätzen außerhalb des Schutzstreifens dürfen keine Schusswaffen mehr mitgeführt werden. 09.11.1989 Gegen 24.00 Uhr Grenzöffnung GÜST Horst nach Lauenburg (Elbe). 14.11.1989 Die 6. GK Lüttgenhof wird herausgelöst und zum SiZ Güsten umformiert. 23.01.1990 Es gibt nur noch die Grenzüberwachung. 01.05.1990 Der Befehl zur Grenzüberwachung, in deren Folge das GKK-101 umgewandelt wird. Neue Struktur: 4 Grenzwachen, 4 Grenzübergangsstellen und eine Na-Kp. 01.07.1990 Die Grenzüberwachung wird eingestellt. 06.07.1990 Der Ab- und Rückbau der Grenzsicherungsanlage beginnt. 02.10.1990 Das GKK-101 Gadebusch wird aufgelöst.Hans Kollwitz

Er wurde am 13. 08. 1893 in Stralsund als Sohn eines Bauarbeiters geboren. Hier besuchte er die Volksschule und erlernte danach das
Tischlerhandwerk. Mit 25 Jahren (1918) trat er der USPD (Unabhängige Sozialdemokratische Partei) bei und zwei Jahre später war er Abgeordneter im Landtag von Mecklenburg-Schwerin. Schon kurz danach (Dezember gleichen Jahres) trat er der KPD bei und blieb noch im gleichen Landtag bis 1921. Bei der Wahl 1924 kam er in den
Tischlerhandwerk. Mit 25 Jahren (1918) trat er der USPD (Unabhängige Sozialdemokratische Partei) bei und zwei Jahre später war er Abgeordneter im Landtag von Mecklenburg-Schwerin. Schon kurz danach (Dezember gleichen Jahres) trat er der KPD bei und blieb noch im gleichen Landtag bis 1921. Bei der Wahl 1924 kam er in den preußischen Landtag und blieb hier bis 1928. Ab 1928 war er dann für die KPD im Reichstag und blieb hier bis 1930. Schon im Jahr 1924 wurde er Sekretär der KPD in Ostpreußen und war auch im Zentralkomitee der KPD von 1927 bis 1929. Im Jahr 1930 wurde er zu einer mehrmonatigen Gefängnisstrafe, wegen seine öffentlichen Aufforderung zur Bildung der „Roten Front“, verurteilt. In der dann folgenden Naziherrschaft wurde er auch verhaftet und kam in Gefängnisse und Konzentrationslager. Nach der Naziherrschaft war Hans Kollwitz in der KPD-Bezirksleitung in Mecklenburg tätig. Mit der Gründung der SED war er auch Mitglied und bis 1948 beim Ministerium für Innere Angelegenheiten als Leiter für Information, tätig. Hans Kollwitz verstarb am 14.11.1948 in Rostock.

Letzte Struktur GR-6, 2 Grenzbataillone (I. und II. GB) in der 1. Linie und das III. Grenzbataillon in der Hinterlandsicherung.
Die wechselnden Strukturen des Truppenteils
Struktur 1961
I.GB Holm (bei Dassow) 1.GK Pötenitz, 2.GK Teschow (nach Brand – verlegt nach Dassow), 3.GK Selmsdorf, 4.GK Palingen, 5.GK Lüdersdorf II.GB Schlagsdorf 6.GK Schattin, 7.GK Campow, 8.GK Schlagbrügge 9.GK Groß Thurow6. Ausbildungsbataillon (2., 3., 4. AbK) Klein Sienz, UAbK Dassow
Struktur 1971
1971 bis 1974 gab es folgende Dislozierung:
Stab GR-6 Schönberg
Nachrichtenkompanie-6 Klein Siemz, Instandsetzungskompanie-6Wahrsow, Pionierkompanie-6 Wittenburg, Pioniergerätelager bei Zarrentin 1.GB Selmsdorf (war bis 1977/78 noch in Dassow), SIZ Güst Selmsdorf, FuAklTr-16 Selmsdorf (Kdo GT), 1.GK Pötenitz 2.GK Selmsdorf (war bis 1977/78 noch in Dassow), 3.GK Selmsdorf II. GB Schattin 5.GKUtecht, 6.GK Schlagbrügge, 7.GK Groß Thurow, 8..GK Kneese III. GB Lassahn Kompanie Sicherstellung Lassahn, Bootszug Lassahn, 9.GK Lassahn,10. GK Zarrenthin, 11.GK Gallin, 12.GK LeisterfördeStruktur 1974
Stab GR-6 Schönberg Pik-6 Wittenburg, NaK-6 Groß Siems, Grenzbootzug Lassahn GÜST Selmsdorf, GÜST Herrnburg, GÜST Zarrentin I. GB Selmsdorf 1. GK Pötenitz, 2. GK Dassow, 3. GK Selmsdorf, 4. GK Palingen II. GB Schlagsdorf 5. GK Schattin, 6. GK Utecht, 7. GK Thurow, 8. GK Kneese III. GB Zarrentin 9. GK Lassahn, 10. GK Zarrentin, 11. GK Gallin, 12. GK LeisterfördeStruktur von 1985 – 89
Stab GR-6 Schönberg Pik-6 Wittenburg, NaK-6 Groß Siems, Munitionsdepot Groß Siems, Instandsetzungskompanie-6 Lüdersdorf, Grenzbootzug Lassahn, GÜST Selmsdorf (SZ Selmsdorf), GÜST Herrnburg (SZ Palingen), GÜST Zarrentin (SIK Zarrentin) I.GB Selmsdorf 1. GK Pötenitz, 2. GK Selmsdorf, 3. GK Palingen 4. GK Utecht, KpSiGsi Selmsdorf II. GB Lassahn 5. GK Thurow Horst, 6. GK Kneese, 7. GK Zarrentin 8. GK Leisterförde, KpSiGsi Lassahn III. GB Schönberg 9.GK Lütgenhof, 10.GK Schattin, 11.GK Schlagbrügge 12.GK GallinStab GR–6 „Hans Kollwitz“ Schönberg (Bez. Rostock)
2440 Schönberg, Straße des Friedens 6, PF 38902, Siegel 906
Luftlinie zum Stab der GT Pätz 280 km Luftlinien zum Stab Stendal 170 km Luftlinie bis zur Grenze 10 kmAb 1948 gab es einen Stab der Grenzpolizeieinheiten in Schönberg. Mit der Bildung der Grenzbereitschaften bleib der Stab der Grenzbereitschaft in Schönberg. Auch ab 1971 als das Grenzregiment-6 gebildet wurde, war der Stab ununterbrochen bis 1989 in Schönberg. Die Stadt Schönberg hatte über 4000 Einwohner und liegt am kleinen Fluss Maurine. Sie wurde schon 1219 urkundlich erwähnt und erhielt 1822 das Stadtrecht. Der Gefechtsstand vom GR-6 befand sich unter dem Stabsgebäude.
Stationierung von Grenzpolizisten/Grenzsoldaten im Ort und die Belegung der letzten Kaserne:
1948 Stab der Grenzbereitschaft 1951 Stab Grenzbereitschaft Schönberg/1. Grenzbrigade Schwerin 1957 Stab der Grenzbereitschaft-6 1961 Stab Grenzregiment-6./3. Grenzbrigade Perleberg 1971 Stab Grenzregiment-6/Grenzkommando Nord Stendal 1989 Grenzkreiskommando-101Schönberg/GBK-1 Schwerin 09.11.1989 Um 22.30 Uhr Grenzöffnung der F 104 (GÜST) von Selmsdorf nach Schlutup (B 104). 1990 Landratsamt 2005 stand zur Vermietung, jetzt ev. FamilienbildungsstätteDie Grenzbataillone
I. Grenzbataillon Selmsdorf
2441 Selmsdorf, Dr.-Leber-Straße, PF 68162
Luftlinien zum Stab Stendal 140 km
Luftlinie zum Stab GR-8 Grabow 5 km Luftlinie bis zur Grenze 3 kmDer Stab I. GB ist seit 1974 in Selmsdorf stationiert.
Dem I. Grenzbataillon unterstanden folgende Grenzkompanien:
1. Grenzkompanie Pötenitz, 2. Grenzkompanie Selmsdorf, 3. Grenzkompanie Palingen, 4. Grenzkompanie Utecht,
Kompanie zur Sicherstellung der Grenzsicherung (KpSiGsi) Selmsdorf
Der Ort lag an der F-104 (heute B-104) und somit gut zu erreichen. Er hatte Straßenanbindungen zu folgenden Orten: Palingen, Sülsdorf und Schönberg. Das GB lag ungefähr in der Mitte des Bataillonsabschnittes. Der Ort hatte über 2000 Einwohner. Im Südwesten befand sich die große Sondermülldeponien Ihlenberg. Hier wurde der Sondermüll aus der BRD über die Güst Straße Selmsdorf abgeladen.
Stationierung von Grenzpolizisten/Grenzsoldaten im Ort und die Belegung der letzten Kaserne:
1963 3. GK Selmsdorf/ GB Holm 1974 I. GB Selmsdorf/ GR-6 Schönberg/GKN Stendal 1989 2. GK Selmsdorf/GKK-101 Schönberg/GBK-1 Schwerin 09.11.1989 Um 22.30 Uhr Grenzöffnung der F 104 (GÜST) nach Schlutup (B 104).
Die Wassersperre auf dem Lankower See und daneben eine Betonbrücke. Aufnahme vor 1989. Das obere Bild mit freundlicher Genehmigung von Rothaut, Internet Forum DDR Grenze, Bilder GR-6
II. Grenzbataillon Lassahn
2821 Lassahn, Straße nach Zarrentin PF 38907
Luftlinien zum Stab Stendal 135 km
Luftlinie zum Stab GR-6 Schönberg 36 km Luftlinie bis zur Grenze 1,5 kmDer Stab II. GB ist seit 1985 in Lassahn stationiert.
Dem II. Grenzbataillon unterstanden folgende Grenzkompanien:
5. Grenzkompanie Thurow, 6. Grenzkompanie Kneese,
7. Grenzkompanie Zarrentin, 8. Grenzkompanie Leisterförde
KpSiGsi Lassahn
Der Ort liegt unmittelbar an den Ausläufern vom Schaalsee und ist zu den Nachbarorten über die Landstraße zu erreichen. Die Nachbarorte sind Techin und Bernstorf. Der Ort wurde erstmalig 1230 erwähnt. Im Zuge der Grenzsicherung wurden Häuser und ganze Ortsteile abgerissen, um die Grenzsicherung zu gewährleisten. In der Kneipe von Lassahn gab es immer Goldbroiler. Man musste sie bestellen und eine Stunde später, konnte man sie abholen. Zusätzlich war im GR-6 ein Bootszug Lassahn.
Stationierung von Grenzpolizisten/Grenzsoldaten im Ort und die Belegung der letzten Kaserne:
1971 III. GB Lassahn/ GR-6 Schönberg/GKN Stendal 9. GK Lassahn/III.GB Lassahn/GR-6 Schönberg Grenzbootszug Lassahn/II.GB Schlagsdorf/GR-6 Schönberg 1983 II. GB Lassahn/GR-6 1989 1. GK Lassahn/GKK-102 Wittenburg/GBK-1 Schwerin 12.11.1989 Grenzöffnung der F 208 nach Mustin (B 208) über Groß Thurow, ebenfalls Grenzöffnung zum Schaalsee. 1990 Aus der GK wurden Wohnungen gebaut.
Das Gebäude der ehemaligen Grenzkompanie Lassahn. Mit freundlicher Genehmigung von B 208 Forum DDR Grenze, Bildergalerie, Lassahn.

Grenzsoldaten mit Schneehemd, Wintereinbruch, ehemalige GK Lassahn 1978/79, Bild mit freundlicher Genehmigung von tessi55, Forum DDR Grenze Wintereinbruch Lassahn
Die heute am GT-Standort Lassahn noch vorhandenen baulichen Anlagen lassen vermuten, dass hier eine größere Einheit der GT stationiert war. Die Standortdatenbank des MGFA weist für 1985/86 Lassahn als Sitz des II.GB des GR 6 und Standort eines Bootszuges aus, dafür dürften die zwei GK-Typenbauten und die zwei Garagenkomplexe reichlich Platz geboten haben. Nicht weit von Lassahn entfernt auf dem Schloss Stintenburg, gelegen auf der Insel Kampenwerder im Schaalsee, gab es zeitweise einen weiteren GT-Stützpunkt. Von der nahen Anhöhe hat man einen Überblick über das ehemalige GT-Objekt in Lassahn. Auf dem Bild sieht man die beiden zu Wohnhäusern umgebauten Unterkunftsgebäude und rechts im Bild die zwei Garagenkomplexe. Zu bemerken wäre, dass für die Berufssoldaten neben dem obligatorischen Wohnhaus neben dem Objekt auch noch drei Wohngebäude gegenüber der Kaserne vorhanden waren, auch ein Zeichen für einen starken Personalbestand. Die vorgenannten Wohngebäude sind auch heute noch vorhanden, natürlich zeitgemäß saniert.

Das obere Bild, sowie der dazugehörende obige Kommentar mit freundlicher Genehmigung von K2, Internet Grenzerforum, Bilderreihe ehemalige GK
Die Grenzsicherung Schaalsee
Die Grenze verlief durch den Schaalsee. Die Stintenburg war ein markanter Punkt der Grenzsicherung. Der in Lassahn stationierte Grenzbootszug (dem II. GB unterstellt) sicherte die Grenze auf dem Schaalsee, von Zarrentin bis Stintenburger Hütte. Der Bootszug hatte drei Grenzboote vom Typ 075 (sie waren mit je 2 Sil-Motoren (SU) ausgestatten und wurden in der DDR gebaut).
Unterstellung Grenzbootzug Schaalsee:
1961 bis 1971 Lassahn/ GR-7 Wittenburg/3. Grenzbrigade
1971 bis 1989 II. GB Lassahn/GR-6 Schönberg/GKN Stendal
1989 Lassahn/ GKK-101 Schönberg/GBK-1 Schwerin
Der Standort des II. GB war in unmittelbarer Nähe vom Lassahner See.
12.11.1989 Grenzöffnung am Schaalsee.
III. Grenzbataillon Schönberg (Bez. Schwerin)
2440 Schönberg, Straße des Friedens 6, PF 42615
Luftlinien zum Stab Stendal 140 km
Luftlinie zum Stab GR-6 Schönberg 0 km
Luftlinie bis zur Grenze 10 km
Der Stab III. GB ist seit 1985 in Schönberg stationiert.
Dem III. Grenzbataillon unterstanden folgende Grenzkompanien:
9. Grenzkompanie Dassow, 10. Grenzkompanie Schattin,
11. Grenzkompanie Schlagbrügge, 12. Grenzkompanie Gallin
Erst mit der letzten Umstrukturierung kam das III. Grenzbataillon zum Stab GR-6 nach Schönberg. Das dritte Grenzbataillon war nicht zur unmittelbaren Grenzsicherung, sondern zur Absicherung Hinterland eingesetzt. Stationierung von Grenzpolizisten/Grenzsoldaten im Ort und die Belegung der letzten Kaserne:
1948 Stab der Grenzbereitschaft 1951 Stab Grenzbereitschaft Schönberg/1. Grenzbrigade Schwerin 1957 Stab der Grenzbereitschaft-6 1961 Stab Grenzregiment-6./3. Grenzbrigade Perleberg 1971 Stab Grenzregiment-6/Grenzkommando Nord Stendal 1989 Grenzkreiskommando-101 Schönberg/Grenzbezirkskommando-1 Schwerin 09.11.1989 Um 22.30 Uhr Grenzöffnung der F 104 von Selmsdorf nach Schlutup (B 104, GÜST) auch für Einwohner von Schönberg. 1990 Landratsamt 2005 stand zur Vermietung, jetzt ev. FamilienbildungsstätteDie Grenzkompanien



