- -
- 100%
- +

Betreff:

Datum: 14. 08. 2012, 08 : 31:20
Heute ist nicht mein Tag.
Anna

Betreff: Re:

Datum: 14. 08. 2012, 09 : 05:21
Was kann ich tun, um Deine Laune zu verbessern? Dir sagen, dass ich mehr an Dich als an meine Figuren aus dem Drehbuch denke? Dass ich mir vorstelle, wie Du durch Leipzig radelst, ich Dich sehe und denke, was für eine schöne Frau! Was trägst Du?

Betreff: Was trägst Du?
Datum: 14. 08. 2012, 09 : 09:13
Oh nein, Roger, niemals diese Frage! Ich fühle mich nicht gut, wenn unsere Kommunikation abgleitet. Und außerdem habe ich eine negative „Was trägst Du?“-Geschichte hinter mir.
Hier ist sie: Ich hatte einmal einen Handwerker bei mir, die Dusche war kaputt. Er kam nach der Reparatur mehrfach zu mir und wollte mir einreden, dass er eine Zange in meiner Dusche vergessen habe. Ich verneinte, also rief er immer wieder bei mir an und fragte, was ich denn heute trage. Es war schlimm. Ein Freund half mir und ging ans Telefon: „Wenn du noch einmal anrufst, dann schneide ich ihn dir ab!“ Danach war Ruhe. Ich vergesse das nicht.

Betreff: Re: Was trägst Du?
Datum: 14. 08. 2012, 09 : 14:11
Davon hatte ich ja keine Ahnung, das tut mir sehr leid! Anna, ich liebe Deine Energie, Deine Ausstrahlung. Ist das besser?

Betreff: Fragen
Datum: 14. 08. 2012, 09 : 18:43
Ja, viel besser, Roger. Darf ich Dich etwas fragen? Ich meine, bevor wir uns treffen. Ich will noch einiges wissen.

Betreff: Re: Fragen
Datum: 14. 08. 2012, 09 : 20:00
Ja, Anna. Du darfst mich alles fragen. Nur zu!

Betreff: Aw: Fragen
Datum: 14. 08. 2012, 09 : 20:59
Wo und wie hast Du eigentlich Deine Haare gelassen? Ich habe noch nie einen Mann ohne Haare getroffen.
***

Betreff: Elbe-Nazi
Datum: 15. 08. 2012, 09 : 29:56
Mit fünfzehn hatte ich noch Haare. Wo heute meine Glatze in der Sonne glänzt, wippten damals dunkelblonde Locken. Ich hatte sie mir abschneiden und die übrigen Stoppeln schwarz färben lassen. Übrig ließ ich einen kleinen, schmalen Zopf am Hinterkopf, der aussah wie ein Korkenzieher. Das war damals revolutionär, sah sicher albern aus und es provozierte meinen Klassenlehrer. Meine „Westler-Frisur“ erschüttere die sozialistische Schule in ihren Grundfesten! Er hatte wohl zu viel Westfernsehen geschaut und die Haarmode des Klassenfeindes studiert. Er sorgte dafür, dass ich keine Zulassung zum Abitur bekam.
Starre und sinnlose Regeln fordern meinen Widerspruchsgeist heraus, dagegen kann ich nichts machen. Mit der Mauer fielen dann auch meine Haare, wobei da kein unmittelbarer Zusammenhang bestand.
Einmal wurde mir meine Glatze zum Verhängnis. Ich war auf „Heimaturlaub“ in Dresden, kurz nachdem die Mauer gefallen war und ich dem Frieden langsam traute, fuhr ich zurück, um ein paar Sachen zu holen. Damals lieferten sich Linksautonome und Rechtsradikale, wir nannten sie „Antifas“ und „Faschos“, gelegentlich Kämpfe auf der Straße. Die Linken fürchteten wohl, dass die Nazis durch die Wiedervereinigung wieder Land gewinnen könnten. Deshalb wurden auch nicht in Rudeln auflaufende, einsam am Elbufer spazierende Männer mit Glatzen bereits als Bedrohung empfunden. Ich hörte die Antifas schon von weither grölen. Sie hatten Bier und Spaß und die Idee, einen freilaufenden, wenn auch nur vermeintlichen Fascho wie mich zu verprügeln, ihm auf die Glatze zu hauen. Panik machte sich in mir breit, als der Lärm immer näher an mein Ohr drang. Sie haben nicht versucht, sich leise anzuschleichen, nein, sie polterten von hinten an mich heran. Ich wusste, dass ich den Linken nicht zu erklären brauchte, dass meine Glatze nicht gewollt, sondern mir gegen meinen Willen einfach zugefallen war. Ich verspürte nackte Angst. In meiner Verzweiflung begann ich zu laufen, zu rennen. Die lallende Meute war erstaunlich fit, trotz Alkoholkonsums oder gerade deshalb. Sie waren mir auf den Fersen, immer dichter. Ich hatte Angst um mein junges Leben.
Ich hatte Glück im Unglück, denn ich war auf der Uferseite unterwegs, von der aus man auf Dresdens prächtige Altstadt blicken kann. Die Uferseite, von der aus die Touristen bis heute die schönsten Postkartenfotos machen. Der Einstieg ins Wasser ist dort seicht, nicht steil und mit Mauern befestigt wie gegenüber.
In meiner Panik stürzte ich mich ins kalte Elbewasser. Es war furchtbar, denn es war Winter, trotzdem sprang ich. Das Ufer war steinig, Geröll. Ich stolperte in die Elbe und versuchte mich in Ufernähe treiben zu lassen, ich hatte Angst, von dem breiten Fluss erfasst und davongetragen zu werden. Aber alles war besser, als von besoffenen Linken aus Dummheit gekillt zu werden.
Damit hatten sie wohl nicht gerechnet. Ich trieb schnell einige hundert Meter voran. Die Antifas blieben grölend am Ufer stehen und freuten sich über meinen feuchten Abgang. Einen gefühlten Kilometer weiter konnte ich mich ans Ufer retten. Unversehrt. Mir war nur furchtbar kalt. Aber das war besser als alles, was mir bevorgestanden hätte, wenn ich nicht in die Elbe gegangen wäre.
„Oben ohne“ zu leben war für mich also manchmal ein Problem. Jetzt nicht mehr. Was ist mit Deinem Haar? Ist das Rot echt?
Ich habe noch nie eine Frau mit roten Haaren getroffen.
***

Betreff: Re: Elbe-Nazi
Datum: 16. 08. 2012, 08 : 31:54
Ja, meine Haarfarbe ist echt. Das Rot war durchaus konform mit der sozialistischen Gesellschaftsordnung. Als Kind wurde ich oft gehänselt. Man nannte mich „Pumuckl“, wie den kleinen Kobold aus einer Kinderfilmserie, oder „Duracell“, wie die Batterie mit dem Kupferkopf. Die gab es in unseren dünn bestückten Geschäften im Osten freilich nicht zu kaufen, wie Du sicher noch weißt. Die Kinder hatten sich aber im Westfernsehen gründlich über die Produktvielfalt in unserem kapitalistischen Nachbarland informiert und sofort mit meiner Haarfarbe in Verbindung gebracht.
Meine Zulassung zum Abitur sollte aber nicht an Haarspalterei scheitern, sondern daran, dass ich mich weigerte, meinen monatlichen FDJ-Beitrag zu entrichten. Dreißig Ostpfennig waren mir schlichtweg eine zu große Investition in die Freie Deutsche Jugend.
Ich wurde bekehrt. Es wäre doch schade, wenn ein Arbeiterkind wie ich nicht studieren könne wegen dreißig Pfennigen.
Nach dem Abitur färbte ich meine Haare grün. In der Grünphase meines Lebens fühlte ich mich alternativ. Ich trug schwarze Lumpen und war militant gegen alles. Jetzt bin ich nur noch ich.
Nächste Frage: Rauchst Du? Ich nicht. Hier kommt meine Geschichte zum Rauchen: Ich hab es nur ein einziges Mal versucht. Eine Verzweiflungstat. Eine Geschichte, für die ich mich schäme, ich erzähl sie Dir trotzdem: Ich war schwer verliebt. Der Angebetete besuchte mich, um nie wiederzukommen, und er rauchte dabei. Das durfte er in meiner Nichtraucherwelt. Ich war so süchtig nach seinen Lippen, dass ich seine alten Kippen aufgeraucht habe, nachdem er weg war. Das ist peinlich. Es ist etwa fünfzehn Jahre her. Wie konnte ich mich nur so sehr erniedrigen. Ich habe nie wieder eine Zigarette angerührt und ihn auch nicht.
***

Betreff: Rauchen
Datum: 17. 08. 2012, 10 : 00:12
Erniedrigt? Du hattest wenigstens ein romantisches Motiv. Du bist sehr leidenschaftlich. Ich habe früher geraucht, und wenn ich keine Zigaretten mehr hatte, habe ich die Kippen aus dem Aschenbecher aufgeraucht. Einmal musste ich dafür sogar den Mülleimer entleeren. Wie kann man sich so erniedrigen? Später habe ich mich für diese Sucht gehasst. Meine letzte Zigarette habe ich zur Jahrtausendwende ausgedrückt. Und ich fange auch nicht wieder an zu rauchen. Du musst Dir also keine Sorgen machen, dass ich mich gehen lasse, wenn wir zwei an einem öffentlichen Aschenbecher vorbeikommen. Schreib mir bitte weiter Geschichten aus Deinem Leben. Ich will alles wissen!

Betreff: Bravo! Schlagen!
Datum: 17. 08. 2012, 11 : 13:10
Ich war geschäftstüchtig und kleinkriminell. An unserer sozialistischen Schule blühte der Schwarzhandel mit abfotografierten Bildern aus dem kapitalistischen Ausland, genauer gesagt waren die Fotos aus der „Bravo“. Ich muss Dich jetzt nicht fragen, ob Du diese Jugendzeitschrift noch kennst, oder? Die weisen Ratschläge des Dr.-Sommer-Teams waren uns doch allen sehr wichtig. Mein Opa hatte ein kleines mobiles Fotolabor. Immer wenn Filme zu entwickeln waren, hat er es in Omas Küche aufgebaut. Wir haben zusammen die Stars meiner Jugend abfotografiert und auf Fotopapier entwickelt. Die „Bravo“ war ein rares Gut. Also verkaufte ich die Fotos von den Star-Postern für ein paar Ostmark. Ich durfte mich freilich nicht erwischen lassen. Ich wäre mit Sicherheit beim Schulappell getadelt worden und hätte niemals die Lessing-Medaille für gute schulische Leistungen verliehen bekommen.
Was machst Du mit meinen Geschichten? Ich erlaube Dir, aus allem, was wir schreiben, ein Buch zu machen. Ich hätte nur gerne einen anderen Namen. Schon deshalb, weil ich einmal einen Mann geschlagen habe. Das solltest Du vielleicht wissen, bevor wir uns treffen. Er hat mich so gereizt und geärgert, dass ich meiner Wut freien Lauf ließ. Es war in einer Disco in Leipzig. Ich habe ihm ins Gesicht geschlagen. Ein guter Schlag, er kam direkt aus der rechten Schulter, voller Körpereinsatz. Mein Opfer flog nach hinten in die Massen und sein Freund bewahrte ihn vor meiner nächsten Attacke. Mir ging es danach sehr gut. Manchmal muss man machen, wonach einem der Sinn steht. Das befreit. Wir waren danach noch zwei Jahre zusammen. Ein kleiner Schlag wirkt manchmal Wunder.
Dich aber küsse ich, Dich schlage ich nicht.
Deine Ex-Schlägerin

Betreff: Re: Bravo! Schlagen!
Datum: 17. 08. 2012, 12 : 00:00
Vor Deinen Schlägen habe ich keine Angst, Anna, eher vor Deiner möglichen Zärtlichkeit und was sie in mir auslösen könnte.
Ich muss für heute Schluss machen, das Wochenende steht vor der Tür, ich muss nach Hause. Am Montag bin ich wieder voll für Dich da. Bis dahin hoffe ich, dass ich Dir wenigstens zwischendurch eine SMS schicken kann.
Darf ich Dich auch küssen, Anna?
Roger

Betreff: Aw: Bravo! Schlagen!
Datum: 17. 08. 2012, 12 : 02:08
Ja, Roger, Du darfst mich Küssen. Seit Wochen träume ich davon. Fühl Dich zart angeatmet, an Deinem Hals rechts. Bis Montag!
***

Betreff: Schlagende Argumente
Datum: 20. 08. 2012, 10 : 13:09
Guten Morgen, da bin ich wieder und ich habe schlagende Argumente für Dich.
Mir ist einmal die Hand ausgerutscht. Ich war 17 oder 18 und fest davon überzeugt, dass meine erste, echte Freundin mich betrügt. Ich hatte meine Informationen. Es geschah auch nach einem Discoabend in einem Jugendclub in Dresden. Sie war schon im Club und wir hatten die Absprache, dass der Erste, der im Club ist, dafür sorgt, dass der andere am Türsteher vorbeikommt. Ich sah ihr Gesicht einige Male hinter der Scheibe, aber nichts geschah. Als ich es endlich allein geschafft hatte hineinzukommen, war ich schon so sauer, dass ich zur Beruhigung einige doppelte Wodka-Cola trank. Der Alkohol, das Gerücht, sie würde mich betrügen, und ihr Verhalten an der Tür. Ich war in einem Tunnel, wollte mich prügeln, aber keiner nahm das Angebot an, wahrscheinlich, weil ich schon so jämmerlich wirkte. Ich stellte sie auf dem Weg nach Hause zur Rede. Sie log, sagte, sie hätte mich vor der Tür nicht gesehen, da gab ich ihr eine Ohrfeige. Klatsch!
Ich fühlte mich so schlecht. Frauen schlagen macht nicht frei. Sie hat mir verziehen und wir waren noch einige Monate ein Paar. Und heute gratulieren wir uns immer noch gegenseitig zum Geburtstag.

Betreff: Re: Schlagende Argumente
Datum: 20. 08. 2012, 10 : 33:39
Ich kenne die brennende Eifersucht, die Du beschreibst, die auch mich zum Rasen bringt. Dennoch, Frauen schlagen ist wirklich schwach. Es sei Dir verziehen, Du warst ja noch so jung.
***

Betreff: Herkules
Datum: 21. 08. 2012, 07 : 59:00
Guten Morgen, Roger! Was für eine Nacht heute. Ich war bei Dir im Jugendclub in Dresden. Du hattest damals schon eine Glatze, aber ich trug meine typische Achtzigerjahre-Dauerwelle mit viel Würde.
Was sagt Dein Terminplan, Roger? Bleibt es bei übermorgen?
Wird das der Tag sein, an dem Du die falsche Frau triffst, einen Tag lang die Rolle in einem Liebesfilm spielen darfst, bei vollem Bewusstsein in einen Jungbrunnen stürzen darfst, einen Tag ein anderes Leben führen darfst und einmal in meinem Cabrio mitfahren darfst?
Die Adresse für Dein Navigationsgerät heißt: Schlosspark in Kassel-Wilhelmshöhe. Dort steht die berühmte Herkules-Statue, das Wahrzeichen der Stadt Kassel. Sollte ich eine Sprechblockade bekommen, wenn wir uns begegnen, dann verliere keine Sekunde, küss mich einfach.

Betreff: Re: Herkules
Datum: 21. 08. 2012, 09 : 34:09
Meine liebe Anna,
ich muss Dich enttäuschen, es sieht nicht gut aus für unser Treffen. Wir kommen mit dem Drehbuch nur langsam voran. Anna, können wir uns nur in dieser Woche sehen? Wir müssen uns treffen, uns in die Augen schauen, riechen, sanft fühlen, küssen und gespannt die chemischen Reaktionen beobachten. Aber ich will mich Dir ganz widmen und jeden Augenblick genießen, ohne Gedanken an die Arbeit.
Ich muss schon vergessen, dass ich verheiratet bin.
Ist unser Zeitfenster so klein? Darf ich nur bis Donnerstag in Deinem Cabrio mitfahren? Das kann nicht sein. Das darf nicht sein. Hält die Spannung zwischen uns noch ein paar Tage länger, meine Anna?

Betreff: Aw: Herkules
Datum: 21. 08. 2012, 09 : 36:02
Dein Zeitfenster ist so weit auf, wie Du es zulässt.

Betreff: An Dich denken
Datum: 21. 08. 2012, 09 : 40:07
Roger? Wusstest Du schon, dass ich, seit wir den Fernsehdrehtag zusammen verbracht haben, so viel Sex habe wie seit Jahren nicht mehr? Mit mir selbst natürlich. Ich denke einfach an Dich dabei.
Roger?

Betreff: Re: An Dich denken
Datum: 21. 08. 2012, 09 : 41:30
Anna! Was schreibst Du mir? Himmel! Ich schnappe immer noch nach Luft. Oliver denkt, ich hätte einen Asthmaanfall. Ich möchte Dich jetzt küssen, Dich berühren und jetzt klingelt unser Chef. Meine roten Wangen habe ich nur von der Hitze. Du bringst mich um den Verstand, Anna, ich weiß es, aber ich will mich nicht mehr dagegen wehren. Ich denke an Dich, nein, ich arbeite erst, dann denke ich an Dich. Oder, ach!

Betreff: Aw: An Dich denken
Datum: 21. 08. 2012, 09 : 44:07
Irgendwann, lieber Roger, wenn wir uns gesehen haben und uns noch viel mehr nacheinander verzehren, dann schreibe ich Dir genau, WIE ich es mache, wenn Du nicht bei mir bist. Was ist nun mit dem Donnerstag? Sag mir einfach ganz konkret ab oder zu. Ich bin ein Freund klarer Ansagen, auch wenn Träume platzen. Anna

Betreff: Absage
Datum: 21. 08. 2012, 18 : 03:09
Okay, Anna, ganz konkret und mit blutendem Herzen, ich kann Dich diese Woche nicht treffen. Wir müssen das Drehbuch fertig schreiben. Aber sobald wir fertig sind, bin ich zeitlich wieder flexibler und vielleicht ganz schnell in Kassel. Wenn Du dann noch willst.
Bis dahin schaue ich mir Deine Fernsehauftritte in der Dauerschleife in der Mediathek Deines Senders an und verzehre mich dabei nach Dir.
Ich bin verrückt, weil ich Dich sehen will, und ich wäre verrückt, wenn ich es nicht wöllte. Klingt das zu geschwollen?

Betreff: Re: Absage
Datum: 21. 08. 2012, 18 : 04:34
Nun ist mein Herz stehen geblieben.

Betreff: Aw: Absage
Datum: 21. 08. 2012, 18 : 05:12
Wie kann ich es von Bonn aus wieder beleben?

Betreff: Re: Absage
Datum: 21. 08. 2012, 18 : 06:00
Tot ist tot. Hinter der Mauer ermordet.

Betreff: Aw: Absage
Datum: 21. 08. 2012, 18 : 08:23
Aber Dein Humor lebt. Es besteht also Hoffnung. An die möchte ich mich klammern.
***

Betreff: Rückzieher und Rückzug
Datum: 22. 08. 2012, 08 : 58:22 Ich bin enttäuscht in mein Schneckenhaus zurückgekrochen, gehe nicht vor die Tür. Draußen könnte ein Mann stehen, der mir die Realität vor den Kopf knallt. Es regnet ganz leise und der Boden ist nass, auch von dem Löschwasser, was Du über mir ausgeschüttet hast. Ich gucke aus dem kleinen Fenster und sehe: Tief im Westen wird gemordet.

Betreff: Re: Rückzieher und Rückzug
Datum: 22. 08. 2012, 10 : 12:12
In Bonn reißt der Himmel auf. Nur ein Stück, aber das wenige Licht lässt die Hoffnung auf einen Sommer am Leben. Ich dachte schon, ich hätte Dich für alle Zeit verloren.
Ich vermisse Dich.
***

Betreff: Signal
Datum: 23. 08. 2012, 11 : 11:12
Mein verehrter, weit entfernter, virtueller Mann!
Du fehlst mir auch. Es macht mir Spaß, Dir zu schreiben. Wir haben beide eine blühende Vorstellungskraft. Es ist nicht schlimm, dass Du kneifst. Plötzliche Skrupel? So etwas darf jeder Mann genau einmal mit mir machen. Was mich beschäftigt, ist ein anderes eindeutiges Signal, das ich zwischen den Zeilen vernommen habe. Es zeigt, welche doch recht geringe Wertigkeit Du unserem „Chemiebaukasten“ beimisst. Ich weiß, er ist nur ein Spielzeug, aber man kann damit viel anrichten. Du hast keinen neuen Terminvorschlag geschickt, hast mich nur auf Deine „Vielleicht-und-Irgendwann“-Liste gesetzt. Das ist kein Kompliment für mich, eher eine Beleidigung. Und eigentlich verbietet mir nun mein Stolz, Dir noch zu begegnen, auch wenn ich mir nichts mehr wünsche als das. Sag mir, dass meine Interpretation falsch ist! Aber lüg nicht!

Betreff: Re: Signal
Datum: 23. 08. 2012, 14 : 16:10
Meine liebe Anna, zwischen den Zeilen stand nichts dergleichen. Ich schätze Dich über die Maßen, es liegt mir vollkommen fern, Dich beleidigen zu wollen. Verzeih mir, wenn das so angekommen ist. Du hast natürlich recht, ich habe keinen neuen Termin vorgeschlagen. Ich weiß es einfach noch nicht, weil ich mit Arbeit bis unters Dach voll bin. Ohne diese Entfernung hätte ich doch schon längst unter Deinem Fenster gesungen. Klar, vielleicht glaubst Du, ich wäre nur an der Tastatur ein Held, der vom Schreibtisch aus alles Mögliche behauptet und verspricht. In dieser Woche kann ich Dir leider nicht das Gegenteil beweisen und einen neuen Termin kann ich noch nicht versprechen. Denn wenn der platzt, platzt auch der Traum vom Picknick. Es war keine Ausrede, kein Kneifen. Ich muss Abgabetermine einhalten und kann meinen Kollegen nicht hängen lassen. Ach, keine Ahnung, ich bin traurig, glaub mir oder schieß mich auf den Mond.




