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Friedrich Nikolai, Gemälde von Ferdinand Kollmann (nach Anton Graff), 1783/1790
Nicolai, Schriftsteller, Freund Lessings und Mendelssohns, war Mitglied der Berliner Loge «Zur Eintracht». 1782 hatte er kurz und treffend geschrieben: Die Freimaurerei «… ist eine international verbreitete Vereinigung, die unter Achtung der Würde des Menschen für Toleranz, freie Entfaltung der Persönlichkeit, Brüderlichkeit und allgemeine Menschenliebe» eintritt.
In diesem Sinn ist die Freimaurerei die Idee des sinnvollen Bauens und Gestaltens von Zeit und Raum. Freimaurerei ist aber auch ein geselliger Freundschaftsbund mit vielfältigen kulturellen Bezügen.
Als Gründungsjahr der modernen Freimaurerei nimmt man das Jahr 1717 an, als sich am 24. Juni in London vier Logen zusammenschlossen, um eine «Großloge» zu gründen.
Die Vorgeschichte der Freimaurerei beginnt mit den mittelalterlichen Bauhütten, an denen sie sich bis heute symbolisch orientiert. Freimaurerei konnte sich aber erst im Zeitalter der Aufklärung entfalten und weltweit verbreiten. Die Emanzipation der Vernunft hat die Entstehung und Verbreitung stark beeinflusst. Die Definition des Philosophen Immanuel Kant (1724–1804): «Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen», könnte auch (immer noch) Wahlspruch der Freimaurerei sein.
Ganz allgemein muss man davon ausgehen, dass die Vorsilbe «frei» nichts anderes bedeutet, als frei zu sein von etwas, also beispielsweise von Abhängigkeiten oder Zwängen (das waren früher z. B. auch Zunftzwänge). Und so ist der «freie Maurer» im übertragenen Sinn jemand, der selbstbewusst und ohne Fremdbestimmung sein eigenes Leben «ausbaut». Die frühen Freimaurer waren «freie Denker, zweifellos Männer des Glaubens, aber eines weiträumigen, unabhängigen Glaubens, wie der Künstler, der weniger am Buchstaben hängt, als am Geist» (Charles Lenient).
Selbst wenn man die geschichtliche Herkunft nicht eindeutig bei den Bauhütten festmachen kann, lässt sich die Symbolik gut darauf beziehen, denn diese meint eine ideelle Übersetzung von der Baukunst in eine Kunst zu leben.
Dass man Freimaurerei auch «Königliche Kunst» nennt, ist zurückzuführen auf den englischen Geistlichen Anderson, der in der freimaurerischen «Konstitution» von 1723 sinngemäß gesagt hatte, die Kunst, recht zu leben, sei die «edelste und vornehmste aller Künste», und darum könne man sie «königlich» nennen.
Zwischen 1788 und 1790 hatte Schadow mehrere vertiefende Gespräche mit verschiedenen Logenbrüdern. Sie wollten ihn, und er war «reif». Cunningham und Darbes unterstützten ihn beim Verfassen seines Aufnahmeantrages und übernahmen die Bürgschaft für ihn.
Zunächst ging es aber beruflich rasant bergauf.
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