FDH - Die geilste Diät deines Lebens

- -
- 100%
- +

Inhalt
Impressum 2
Einleitung 3
Die goldene Regel 6
Der größte Horror überhaupt 9
Essen macht glücklich 14
Du bist auch ohne süß genug! 19
Das Grauen vor dem Start! 23
Starthilfe 38
So einfach geht’s! 45
Tipps und Tricks 53
Das liebe Essen 60
Impressum
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek:
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie.
Detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://www.d-nb.de abrufbar.
Alle Rechte der Verbreitung, auch durch Film, Funk und Fernsehen, fotomechanische Wiedergabe, Tonträger, elektronische Datenträger und auszugsweisen Nachdruck, sind vorbehalten.
© 2022 novum publishing
ISBN Printausgabe: 978-3-99130-088-5
ISBN e-book: 978-3-99130-089-2
Lektorat: Bianca Brenner
Umschlagfoto: Nevinates, Tijanap | Dreamstime.com
Umschlaggestaltung, Layout & Satz: novum publishing gmbh
www.novumverlag.com
Einleitung
Hi du! Ich bin Mary, bin 32 Jahre alt und hatte genau das gleiche Problem wie du. Ich war dick und hatte keine Ahnung, wie ich das ändern sollte. Jeder Zweite erklärte mir, ich solle dieses und jenes machen, und je mehr alle auf mich einredeten, desto mehr Essen stopfte ich in mich rein. Es ärgerte mich ja selbst schon genug, doch mir auch von außen noch ständig sagen zu lassen, dass ich aussah wie ein kleines Walross, ging mir echt mächtig auf die Nerven. Wenn die dann auch noch gertenschlank waren, hätte ich kotzen können. Große Klappe und noch nie wirklich zu viel auf ihren hervorstehenden Knochen gehabt. Dies alles war weder förderlich noch hilfreich für mich. Im Gegenteil, ich wurde immer noch trauriger und unzufriedener mit mir selbst. Ja, ich wollte doch abnehmen, aber ich wusste wirklich nicht wie, und vor allem fehlte es mir echt am Willen, es auch durchzuziehen. Es schien eine unüberwindbare Herausforderung zu sein, mal ganz abgesehen von der Angst vor dem Jo-Jo-Effekt. Ich sollte mich abstrampeln, um dann in ein paar Monaten wieder gleich auszusehen. Nein danke.
Ich war damals 19 Jahre alt, 162 cm groß und hatte stolze 79,8 Kilo auf den Hüften. Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl Fehlanzeige. Klein, dick und ständig damit beschäftigt, meinen Bauch einzuziehen, Klamotten anzuziehen, die es kaschierten, und vor allem war ich eine Meisterin im Finden von Ausreden, warum ich dieses und jenes mit meinen Freunden nicht unternehmen konnte. Ich las ständig in den Zeitungen über die diversen Diäten, aber in jeder stand, dass ich auf irgendetwas zu verzichten hätte, meine ganze Ernährung umstellen müsse, und natürlich geht laut all den Artikeln ohne Sport logischerweise gar nichts. What a fuck is that! Nein, ich wollte auf nichts verzichten, nicht meine ganze Ernährung auf Grünzeug-Fressen umstellen, und keinesfalls wollte ich mich täglich mit Sport quälen müssen. Würde ich daher nie meine Kilos loswerden? Würde ich mein Leben lang so aussehen oder sogar noch dicker werden? Würde ich mich ständig mit all den blöden Aussagen von den Gazellen herumschlagen müssen? OMG, meine Verzweiflung war echt groß. Irgendwann stieß ich dann auf die Kalorienzählerei. Keine Sorge, diese Diät hat mit Kalorienzählen nichts zu tun, es soll ja kein Studium werden, welches Essen wie viel ausmacht, außerdem soll es so einfach wie möglich für dich sein. Trotz alledem begann ich mich damit zu beschäftigen. Ich suchte mir bei allem, was ich aß, heraus, wie viele Kalorien es hatte, und schaute auch nach, wie viele Kalorien ich mit meiner Körpergröße zu mir nehmen sollte. Eine Zeitlang habe ich das so betrieben, aber es war mir auf Dauer zu müßig und auch deprimierend, denn mit meiner Größe waren auch die Kalorien nicht viele, die ich essen durfte, um abzunehmen. Es ist nämlich totaler Blödsinn, dass ein erwachsener Mensch mit meiner Größe 2.000 Kalorien am Tag in sich hineinstopfen dürfe, was ja viele glauben. Es war also ein ständiger Kampf mit mir selbst, und vor allem überlegte ich ständig, ob ich das, was ich essen wollte, wirklich essen sollte, da es ja so und so viele Kalorien hatte. Kotz, würg – nein danke. Schon bald hatte ich die Nase gestrichen voll davon. Das Wissen darüber war allerdings nicht ganz unwesentlich für den weiteren Weg. Ich verspreche dir, ich werde in diesem Buch nur bei einer Sache wirklich auf den Kalorien herumreiten, und das auch nur, weil du vielleicht gar nicht weißt, was es bei diesem Thema ausmacht. Dazu jedoch später.
Die Diät mit „Ich kann alles essen, was ich will, kein Sport und vor allem auf nichts verzichten müssen“, schien es einfach noch nicht zu geben. Somit musste ich mir etwas einfallen lassen. Ich habe also angefangen zu experimentieren. Ich fand zwei Varianten, die ich schlussendlich miteinander kombinierte, und jetzt kommts, eineinhalb Jahre später hatte ich 24 Kilo weniger und habe dies bis heute gehalten, und wir sprechen von beträchtlichen 10 Jahren. Kein blöder Jo-Jo-Effekt und bis heute kein Verzicht auf irgendetwas. Somit bestätigte sich mir natürlich auch, dass all diese „Schnell-Abnehmen-Aktionen“ reiner Bullshit sind. Wenn du wirklich abnehmen möchtest, und das nachhaltig, dann ist das die perfekte „Diät“ für dich. Now let’s start the game!
Die goldene Regel
Die goldene Regel hat nichts mit der Diät an und für sich zu tun, sondern mit deinem ganzen Leben. Du wirst sie dennoch bei dieser Diät brauchen, denn ansonsten kann ich dir hier etwas noch so Geniales in die Hand geben, es wird nicht funktionieren. Genau aus diesem Grund hat jedes Spiel Regeln, jeder Staat seine Gesetze, und auch diese Diät hat eine Sache, ohne die das Ganze nicht funktionieren wird. Diese eine Regel lautet: „Sei ehrlich mit dir selbst.“ Ja, das mag jetzt vielleicht einfach klingen, aber eines garantiere ich dir, und das vor allem, wenn es ums Essen geht. Du wirst an die Punkte geraten, an denen du beginnen wirst, dir etwas schönzureden. Du wirst in Versuchung geraten, dich selbst zu hintergehen. Du wirst und bist der einzige Gegner, gegen den du dich stellen musst. Du ganz allein wirst immer und immer wieder eine Entscheidung zu treffen haben und dich immer und immer wieder an der Nase nehmen müssen. Du ganz allein hast es in der Hand, aber dein Wunschgewicht wird nur eine schöne Vorstellung bleiben, wenn du nicht EHRLICH mit dir selbst sein wirst. Und glaube mir eins, wir Menschen sind Meister der Selbstmanipulation, wir reden uns ständig Dinge schön, um ja nichts ändern zu müssen, um ja nicht die Bösen zu sein. Du und ich, wir sind hochkomplexe Wesen, und um uns unsere schöne, heile Welt zu erhalten, sind wir so einiges im Stande zu tun. Am meisten geschieht dabei allerdings im Kopf. Du und deine Gedanken sind der einzig wahre Gegner, der dir, egal auf welchem Weg du dich gerade befindest, jemals unterkommen wird. Du bist dein größtes Geschenk im Leben und zugleich dein größter Gegner. Vergiss das nie! Es gibt daher für diese „Diät“ genau diese eine einzige Regel, sei ehrlich mit dir selbst. Fake dich nicht selbst. Bescheiß dich nicht selbst. Geh dir nicht selbst fremd. Vielleicht hilft dir die Vorstellung dabei. Du hast einen Partner/eine Partnerin, die du von Herzen liebst, und plötzlich kommst du drauf, dass er/sie dich mit jemand anderem betrügt. Deine Welt wird zerbrechen und es wird dir so einiges abverlangen. Aber vor allem wird das Vertrauen in die Partnerschaft nicht mehr da sein. Dasselbe gilt für uns und unsere Beziehung mit uns selbst. Wenn du dich selbst belügst, dir selbst die Dinge schönredest oder dich selbst zu manipulieren versuchst, wirst du dir selbst nicht mehr vertrauen können. Du wirst dich selbst nicht mehr gernhaben. Du wirst den wichtigsten Menschen in deinem Leben verlieren – dich selbst. Wenn du dir selbst nicht treu bist, wirst du dich nie wirklich auf jemanden in deinem Leben verlassen können und auch nie jemand anderem wirklich vertrauen. Diese „Diät“ wird dich immer wieder versuchen zu testen und dir immer wieder deine Ehrlichkeit abverlangen, aber weißt du was, der geniale Nebeneffekt dabei, für welchen ich bis heute richtig dankbar bin, ist: Jedes Mal wenn du dich dafür entscheidest, ehrlich mit dir zu sein, um dein Ziel, dein Wunschgewicht zu erreichen, wird dir der Erfolg recht geben und dein Selbstvertrauen wird Stück für Stück mitwachsen. Denn sind wir mal ehrlich: nach mehreren Versuchen, die Kilos loszuwerden, und dem ein oder anderen Jo-Jo-Effekt sind dein Selbstvertrauen und deine Motivation im Keller und du hast das Gefühl, es nie zu schaffen. Bullshit! Die größte Scheiße in deinem Gehirn überhaupt. Du wirst es schaffen, und davon bin ich zu 100 % überzeugt. Warum? Weil ich weiß, wie es dir gerade geht. Weil ich weiß, dass es eine große Herausforderung ist, aber am allerwichtigsten: Ich weiß, dass du es schaffen kannst. Ich glaube zu 100 % an dich. Ja, ich vertraue dir und deinem Sein, dass du die Kraft, die Stärke und vor allem den Mut besitzt, das jetzt zu rocken, und du wirst es rocken. Du wirst dein Traumgewicht erreichen. Du wirst dein Selbstvertrauen auf eine neue Ebene heben und JA, verdammte Scheiße, die Kilos werden fallen und der Sieg wird deiner sein!
Der größte Horror überhaupt
Glaub mir, du weißt insgeheim genau, wovon ich spreche, denn du kennst dieses blöde Teil nur allzu gut und hast vielleicht auch schon die ein oder andere Träne dabei vergossen. Der Gang zur Waage. Dieser kurze Moment, bis die Zahl erscheint und du dir erneut einen Schlag ins Gesicht abholen musst. Hiermit ist jetzt ein für alle Mal Schluss. Die Waage ist ab sofort kein Horrorgegenstand mehr und ab sofort wirst du dich auch nicht mehr fühlen, als wärst du auf dem Weg zu deinem Henker. Brechen wir mal runter, was eine Waage tatsächlich ist. Es ist ein Gerät aus Kunststoff oder Glas, das mit Batterie betrieben wird. Es ist somit ein Gegenstand, wie zum Beispiel eine Wanduhr. Das Einzige, was eine Waage zu diesem Horror macht, sind deine Gefühle. Also wenn es deine Gefühle sind, die du gegenüber diesem Gegenstand hast, die ihn zu einem grusligen Ding machen, ist das Ding an und für sich nichts Schlechtes. Es ist einfach, was es ist. Wir benötigen es, um Lebensmittel, Gegenstände und auch uns selbst zu wiegen. Ja, nicht mehr und nicht weniger. Wenn ich zum Metzger gehe und zehn Deka Wurst möchte, bin ich ihm ja auch zu Dank verpflichtet, wenn er dies nicht Daumen mal Pi macht. Wenn ich ein neues Kuchenrezept ausprobiere, werde ich die Zutaten auch abwiegen, um das Resultat zu erhalten, das ich möchte, und nicht einfach alles in eine Schüssel werfen, in der Hoffnung, dass etwas Essbares dabei herauskommt. Eine Waage ist somit lediglich ein Hilfsmittel, welches uns zur Unterstützung dienen soll. Rein theoretisch könntest du, anstatt dich auf eine Waage zu stellen, einmal die Woche versuchen, dich in eine derzeit noch zu enge Hose reinzuquetschen, um zu sehen, wie weit du noch von deiner Traumfigur entfernt bist. Eine Waage ist lediglich ehrlich und zeigt uns den derzeitigen Ist-Zustand. Wo wir wieder beim Thema Ehrlichkeit sind. Damit du diesem Gerät nicht die Macht über dich gibst, werden wir es bei dieser „Diät“ lediglich einmal die Woche verwenden. Einmal die Woche ist mehr als ausreichend, und damit du dich nicht selbst faken kannst, wirst du dies immer am selben Tag machen, und immer entweder morgens oder abends. Hierbei möchte ich noch eines der Ich-bescheiß-mich-mal-selbst-Themen ansprechen, den Gang zur Toilette. Wenn du an diesem Tag noch nicht auf dem WC warst, und ich spreche hier nicht vom kleinen Geschäft, könnte dies bereits ein kleiner Ich-fake-mich-selbst-Versuch sein, und glaube mir, du wirst jedes Gramm als Erfolg zu verbuchen versuchen. Um diesem blöden Spiel einen Riegel vorzuschieben, wirst du dich immer zur selben Zeit auf die Waage stellen. Ich persönlich bevorzugte den Abend, kurz bevor ich ins Bett ging. Ich hatte gegessen, was ich gegessen hatte, und würde außer in mein gemütliches Bettchen zu fallen nichts mehr tun. Fake-Variante Klappe die Zweite ist auch so eine Sache, speziell im Winter. Stell dich lediglich in Unterwäsche auf die Waage. Warum? Na ganz einfach, wenn du in Sommer- oder Winterklamotten auf dem neu gewonnen Freund stehst, wird das sehr wohl einen Unterschied machen. Ein leichtes T-Shirt im Sommer oder ein Kuschelpullover im Winter sind ganz klar zwei paar Schuhe. Fake-Variante Klappe die Dritte. Wenn du dich für abends entscheidest, und das vielleicht noch mit der Variante gleich nach dem Duschen, bescheiß dich nicht selbst, indem du es einmal mit nassen und beim nächsten Mal mit trockenen Haaren machst. Die Haare werden immer trocken sein. Du wirst dir jetzt vielleicht denken, was hat denn die Alte für einen Knall, man kann es auch echt übertreiben. Ob ich am Klo war, welche Klamotten ich anhabe oder ob ich nasse Haare beim Wiegen habe, ist doch scheißegal. Es wird der Moment kommen, an dem es nicht mehr scheißegal ist. Der Moment, in dem du die ersten Kilos runter hast und es darum geht, die erste magische Zahl zu unterschreiten. Bei mir war es zum Beispiel von 79,8 auf die magische 74,9. Es ging nicht darum, genau fünf Kilo abgenommen zu haben, nein, mein erstes Ziel war es, unter die 75 Kilo zu kommen. Wenn du dich allerdings in diesem Moment bescheißt, weil du dieses Mal weniger Klamotten anhast oder trockene Haare anstatt wie ansonsten nasse hast, wirst du deinen Erfolg nicht zu 100 % genießen können. Denn irgendetwas in dir selbst weiß ganz genau, dass du ein klein wenig geschummelt und dein Ziel nicht auf die ehrliche Art und Weise errungen hast. Also wähle deinen Tag und deine Zeit, und das Ergebnis wird ohne zu flunkern sein, wie es ist. Ein weiterer Grund, warum ich hierbei keine selbstbescheißerischen Varianten gelten ließ, war der größte und vermutlich herausforderndste Moment in all der Zeit. Der Moment, in dem die Waage stillsteht. Wo sich nichts bewegt hat, obwohl ich mich an alles gehalten habe. Ich wusste genau, ich hatte mich nicht selbst betrogen, und dennoch wollte dieses blöde batteriebetriebene Ding keinen noch so kleinen Gramm herausrücken. Oh mein Gott – in diesen Momenten war die Verzweiflung unbeschreiblich groß, und es wurde noch härter. Die Woche darauf ebenfalls keine Bewegung der Zahlen. Die dritte Woche gab mir fast den Rest, denn da war es sogar wieder nach oben gegangen. Ich war verzweifelt, heulte mir die Augen aus und konnte die Welt nicht mehr verstehen. Am liebsten hätte ich alles hingeschmissen, und glaube mir, dick zu bleiben für den Rest meines Lebens schien mir eine mehr als verlockende Idee. Ich kratzte also mein Häufchen Elend, zu dem ich geworden war, wieder zusammen und beschloss, mir noch drei Wochen zu geben. 21 Tage ziehe ich es noch durch, und wenn das nicht funktioniert, bleibe ich dick und unzufrieden mit mir selbst. Total kranke Einstellung, ich weiß. Da rackerst du dich ab und ziehst es durch, und dann will dieses Scheißteil keinen Gramm rausrücken, im Gegenteil, es haut mir sogar noch etwas drauf. ABER ich wusste eins, ich hatte mich selbst nicht beschissen, hab mich an meine Regeln gehalten, und daher sagte ich der Waage den Kampf an. 21 Tage und wir werden sehen, wer von uns beiden der Sieger ist. Ich sollte recht behalten, in der vierten Woche ging die Reise der purzelnden Kilos weiter, und die Motivation sowie die Freude kehrten zurück. Doch da ich der Waage den Kampf angesagt hatte, beschloss sie, mich noch mal auf die Probe zu stellen. Einige Wochen später das gleiche Spiel von vorn. Oh mein Gott, das kann es jetzt wohl echt nicht sein, oder? Doch, es war so. Die gleiche Scheiße ein weiteres Mal. Dieses Mal war meine Strategie eine andere. Ich fragte mich, ob es nicht einfach nur normal sei, und wie sich in all den Jahren, bis heute, bestätigte, geht es verdammt vielen Menschen genau so. Dazu bleibt mir daher nur eines zu sagen: Wenn du ehrlich mit dir selbst warst, kannst du dies als einen völlig natürlichen Prozess abschreiben, der einfach ist, wie er ist. Ich kann dir aber auch sagen, dass es weiter nach unten geht. Es geht weiter runter, versprochen. Eine letzte Sache zum Wiegen. Nimm immer die gleiche Waage, stell sie immer auf denselben Fleck. Warum der Blödsinn jetzt schon wieder? Ich habe die Waage bei meinen Eltern zu Hause verwendet; um nicht in Versuchung zu geraten, jeden Tag draufzuspringen, hatte ich mir für meine Wohnung keine gekauft. Meine Eltern haben eine leichte Unebenheit in ihrem Bad, und wenn ich die Waage auf andere Fliesen stellte, konnte ich das Ergebnis ein klein wenig beeinflussen. Das ist kein Witz, und warum das so war, weiß ich bis heute nicht. Fakt ist, ich hätte mich faken können. Auch wenn du unterschiedliche Waagen verwendest, kannst du minimal unterschiedliche Ergebnisse erzielen. Kein Blödsinn, echt, es ist wirklich so. Nimm daher immer die gleiche Waage und immer die gleiche Stelle, auf der du dich wiegst. Also, deine erste Aufgabe ist es, dir einen Tag und eine Zeit auszusuchen, was jetzt mal im Ernst für das, wo wir hinwollen, keine Schwierigkeit sein sollte. Schritt eins ist somit bereits getan, und ich sitz gerade vor meinem PC und muss lachen, mit wie vielen Dingen ich mich so hätte selbst verarschen können. Halleluja, selbst ob ich am WC war, ist mir damals noch wichtig gewesen. Aber es geht hier ja um den Weg, wie ich ihn gegangen bin, und dazu gehörten damals auch all diese kleinen Dinge. Ich wünsch dir jetzt schon so einen Lachflash, denn wenn du wüsstest, wie viel leichter das Leben werden wird, könntest du dich jetzt bereits mit mir krummlachen über deine jetzige Situation.
Essen macht glücklich
Ja fix! Ein geiles Essen ist ein Hochgenuss für alle Sinne und ich liebe es bis heute. Doch an dem Punkt, wo du dich befindest, würde ich jetzt mal hart aber herzlich nicht mehr von essen, sondern von fressen sprechen. Ich kann mich nur allzu gut daran erinnern, wie ich mir jeden Sonntagabend vier Paar Würstel und eine ganze Packung Pommes in die Fritteuse geworfen habe. Das wohlgemerkt nachdem ich den ganzen Tag bereits mehr als genug in mich hineingeschaufelt hatte. Sonntags war bei uns immer Familienessen angesagt, und da gab es mittags immer lauter leckere Sachen, und das in Hülle und Fülle. Mama kocht halt immer noch am besten. Du kennst bestimmt auch den Wunsch, wie geil es denn wäre, wenn du alles essen könntest, was du essen möchtest, ohne auch nur einen Gramm zuzunehmen. Pass auf, was du dir wünschst, kann ich hier nur sagen. Nachdem ich erfolgreich meine 24 Kilo abgenommen und mein Traumgewicht erreicht hatte, war ich ein paar Jahre richtig happy damit. Bis zu jener Woche, die mir für über zwei Jahre zeigen sollte, wie es tatsächlich ist, alles essen zu können, was man möchte. Mit 24 Jahren hatte ich eine Operation, die aus meiner heutigen Sicht zwar das Ergebnis brachte, das ich mir aus diesem Eingriff erhofft hatte, aber das mit echt heftigen Nebenwirkungen. Diese Operation hat wohlgemerkt nichts, aber auch schon gar nichts mit einem Eingriff bezüglich meines Wunschgewichtes zu tun. Ich hatte eine Unterleibsoperation und hätte nach drei Tagen wieder voll und ganz fit sein sollen. Nur war ich nach drei Tagen keineswegs wieder auf den Beinen, im Gegenteil, es ging mir kaum besser als in den ersten Stunden, nachdem ich aus der Narkose erwacht war. In der ersten Woche hatte ich zu meinem Bedauern 8 Kilo abgenommen, und das nicht, weil ich nichts gegessen hatte. Ich hatte somit vor diesem Eingriff 55 Kilo auf der Waage, und schlagartig von jetzt auf gleich waren es nur noch 48, und das war nur der Anfang. Die heftigste Zahl, die mir die Waage um die Ohren haute, waren 43 Kilo. Wenn ich es schön formulieren würde, war ich ein Schatten meiner Selbst und der Tod auf Urlaub. Ich war nicht mehr wirklich existent, ich hatte Schmerzen, konnte mich anfangs kaum von A nach B bewegen, geschweige denn hatte ich Kraft für die kleinsten Dinge. Wenn ich in die Küche ging, um mir ein Glas Wasser zu holen, musste ich mich danach hinlegen, weil ich einfach nur noch fertig war von den 20 Metern, die ich dafür zu gehen gehabt hatte. Mann möge nun also glauben, dass die Kilos schon wieder kommen würden, wenn man einfach mehr isst als sonst. Fehlanzeige, ich konnte über geschlagene zwei Jahre alles essen, was ich wollte, und ich stopfte wirklich alles in mich rein, was der Markt so zu bieten hatte. Es geschah allerdings so gut wie nichts, zumindest was die Waage anging. Ich war ein Gerippe mit hervorstehenden Knochen, welches mit Haut bedeckt war. So, und jetzt kommt der Oberwitz an der ganzen verfickten Scheiße. Plötzlich sagten mir all jene, die mir ja zuvor die weisen Ratschläge bezüglich des Abnehmens gegeben hatten, dass ich doch mehr essen sollte. Vorher hatten sie etwas an mir auszusetzen gehabt, weil ich zu dick war, und nun hatten sie etwas an mir auszusetzen, weil ich zu dünn war. Sorry an alle, die diesen Weg mit mir gegangen sind, aber wer um alles in der Welt hat euch denn ins Hirn geschissen? Davor war ich euch nicht gut genug gewesen mit meinem Übergewicht und jetzt war ich euch nicht gut genug mit meinem Untergewicht. Ich hätte kotzen können, wenn sie nur den Mund aufgemacht haben. So, aber was zeigt uns das? Es wird immer Menschen geben, denen du zu dick oder zu dünn bist, und weißt du was, scheiß verdammt noch mal drauf, du musst dir gefallen und du musst dich wohlfühlen, so wie du bist. Und eines kannst du mir glauben, mit meinen abgemagerten 43 Kilo habe ich mich selbst genauso wenig ausstehen können wie mit meinen fast 80 Kilo. Es war beides scheiße und nicht das Richtige für mich. So, aber wie jetzt diese blöden Kilos wieder raufbringen? Na klar – essen, essen, essen und nochmal essen. Also begann ich einen Fressmarathon, den ich die ersten Wochen ja noch megaspaßig fand, denn ich konnte wirklich essen, was ich wollte. Alles, worauf ich Lust hatte, und das in Massen. Ich musste nach meiner Abnehmerei, die ich zuvor gehabt hatte, keine Sekunde mehr über dieses leidige Thema nachdenken. Keine Sekunde, keinen Augenblick, es war, als wäre ich im Himmel. Tja, bis halt dann der Himmel auf Erden zur Hölle auf Erden wurde. Nachdem die ersten Wochen vergangen waren, war auch in dieser Erfahrung meines Lebens der Punkt gekommen, an dem ich die Schnauze voll hatte. Denn die Sache mit dem Du-kannst-alles-essen-was-du-willst-und-so-viel-du-Willst hat auch seine Schattenseite. Du hast auf nichts mehr Lust. Ja, du hast richtig gehört, du hast kein Verlangen mehr nach auch der noch so kleinsten Kleinigkeit, und jetzt kommt die bitterste Pille von allen. Du weißt, du musst viel essen, denn sonst werden deine Kilos nie mehr nach oben gehen. Denn wenn die Kilos nicht nach oben gehen, wirst du nie mehr wirklich fit werden. Du wirst ein wandelndes Wesen bleiben, dem nach der kleinsten Anstrengung nur noch ein Bett helfen kann. Du bist wortwörtlich nur noch anwesend, aber mit leben, und das kannst du mir glauben, hatte diese Zeit rein gar nichts zu tun. Es war eine Tortur und verlangte mir heftig was ab. Denn glaube mir, wenn dein Körper nicht mehr funktioniert, ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis deine Psyche angeschlagen ist, und dann weißt du, dass die Kacke so richtig am Dampfen ist. Heute hab ich mir die Kilos wieder erfolgreich raufgefressen und freue mich über jegliche Gelüste, die ich bezüglich dem Essen nur so haben kann. Ab und zu hab ich mal ein zwei Kilo mehr als mein Wunschgewicht, was mich jedoch nicht weiter stresst, da ich ja meine Geheimwaffe viele Jahre trainiert habe und sie nur noch zu zücken brauche. Schwupp die wupp und die Kilos sind wieder dort, wo ich sie haben möchte.
Sei jetzt an dem Punkt mal ganz ehrlich mit dir selbst. Isst du wirklich oder schaufelst du dir alles, was dir unterkommt und worauf du Lust hast, einfach nur so rein? Isst du in Maßen oder in Massen? Wenn du zu viele Kilos auf den Hüften hast und diese loswerden willst, wirst du dich jetzt echt mal an der Nase packen müssen. Ich habe zu meinen Spitzenzeiten, und da meine ich jetzt nicht die Zeit nach der Operation, nein, ich meine die Zeit meiner 80 Kilo, ganz einfach nur alles in mich reingestopft, was mir unterkam, und bei der Hälfte davon war es lediglich die Tatsache, dass es da war, und nicht mal so sehr die tatsächliche Lust darauf. Ich habe alles in meinem Leben, was nicht rundlief, mit Essen kompensiert, und das Resultat war eine Waage, die immer weiter nach oben stieg. Also hier meine Frage an dich: Willst du wirklich abnehmen? Willst du wirklich dein Traumgewicht erreichen? Willst du wirklich wieder tun und lassen können, was du gerne möchtest, ohne Klamotten, die alles kaschieren, oder ein ewiges Baucheinziehen? Willst du dich endlich wieder im Schwimmbad zeigen können und dich einfach nur geil fühlen? Willst du? Wenn ja, dann setz dich jetzt hin und mach dir Gedanken über dein Wunschgewicht. Wo willst du hin? Was ist dein Ziel? Denn ohne ein klares Ziel gibt es keinen klaren Weg. Also entscheide dich jetzt für die Zahl, die dein Traumgewicht für dich bedeutet. Wenn du dein Ziel hast, lege Zwischenziele fest. An welchem Punkt wirst du ein Zwischenziel feiern? Was sind die kleinen Stationen, bei denen du dir deinen Erfolg auf diesem Weg bereits Schritt für Schritt bestätigst? Leg nun also dieses Buch zur Seite und werde dir klar darüber, was dein Endziel und deine Zwischenziele sein werden. Schreib sie auf, und erst wenn du diese Entscheidungen getroffen hast, lies weiter. Somit wäre bereits Schritt zwei erledigt und wir kommen dem Startschuss für dein von dir gesetztes Ziel immer näher.



