Wild Swimming Kroatien und Slowenien

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Im Oberlauf befindet sich am linken Ufer ein kleines Almgebiet. Die Učja weist hier noch kein allzu starkes Gefälle auf und ist von der Straße relativ leicht erreichbar. Bald danach fließt sie durch eine enge, unzugängliche Schlucht und mündet beim Ort Žaga in die Soča. Von diesem Talort aus gelangt man auf einer spektakulären und aussichtsreichen Gebirgsstraße über den Sedlo Učja zu den schönen Gumpen, die im Gegensatz zu den im Unterlauf befindlichen offen und sonnig sind.




Die Bela (weiße) Nadiža ist einer der zwei Quellflüsse, dieses in Italien Natisone genannten Grenzflusses. Nahe des kleinen Ortes Breginj wird der glasklare, aber im Gegensatz zur Soča weit wärmere Gebirgsbach von der sogenannten Napoleonbrücke überspannt. Maurermeister aus dem in Julisch Venetien gelegenen Ort Cembola sollen die Brücke um das Jahr 1812 errichtet haben. Weil zu dieser Zeit die Eroberungszüge des französischen Kaisers stattfanden, trägt die Brücke, wie viele ähnlich gebaute Brücken der Region, dessen Namen.
Von Mitte Juni bis Ende August ist an dieser äußerst romantischen und entsprechend beliebten Badestelle der Nadiža (wie an den anderen Nadiža-Badestellen auch) eine Parkgebühr zu entrichten. Von Kobarid aus kann man aber für eine stressfreie An- und Abreise gegen eine geringe Gebühr den empfehlenswerten Hopon-Hop-off-Bus benützen. Dieser hält auch an der für Familien mit Kleinkindern geeigneteren Nadiža-Badestelle bei Robič.




Schon seit Jahrhunderten verwendeten die Einheimischen quer über den Učja-Canyon gespannte Seile, um das Heu von den unzugänglichen Weiden der Hochalmen ins Tal zu bringen. Heute überspannen sechs 250 bis 400 m lange Stahlseile die Schlucht und ermöglichen über die längste Zipline Europas unvergessliche Talfahrten. Theoretisch könnte man sich auch dieses Hilfsmittels bedienen, um den Weg zu den beeindruckenden Globoški-Potok-Wasserfällen abzukürzen. Zumeist wird man aber wohl den Wanderweg wählen, der vom Dorf Žaga heraufführt. Ab dem Gasthaus der Wegweisung folgend, erreicht man nach etwa 20 Min. eine große Almwiese mit drei steinernen Hütten und einem Brunnen. An einem der Ankunftspunkte der Zipline vorbei führt der Weg jetzt leicht abfallend zum einladenden, wenn auch relativ kleinen Tosbecken des untersten Globoški-Potok-Wasserfalls. Wählt man für den Rückweg den schwierigeren Weg durch den unteren Schluchtteil, kann man zusätzlich noch den einen oder anderen Gumpen der Učja nutzen.




Viel unkomplizierter kann Wasserfallbaden gar nicht sein. Das Tosbecken des untersten Sušec-Wasserfalls ist ein echter „Convenience-Spot“ und deshalb während der Hauptsaison entsprechend frequentiert. Dafür sind aber weniger die Wildschwimmer verantwortlich als die von lokalen Sportagenturen geführten Canyoning-Gruppen. Denn der Sušec-Bach hat in die nördlichen Abhänge des Stol-Gebirges eine schöne Miniaturschlucht mit zahlreichen Gumpen, Wasserfällen, Rutschrinnen und Abseilstellen geschnitzt.
Für einen mühelosen Quick-Dip im untersten Pool reichen hier ausnahmsweise sogar Badeschlappen, da man ohne nennenswerte Erschwernisse oder Steigungen ans Wasser kommt. Nach dem Dip kann man dann meistens noch den Canyoning-Gruppen bei ihren letzten Abseilaktionen, Sprüngen oder Rutschen zusehen.




Kobarid im mittleren Soča-Tal ist nicht nur die heimliche „Genuss-Hauptstadt“ Sloweniens, ähnlichen Stellenwert hat sie auch als „Museums-Stadt“. Schließlich wurde ein der Militärgeschichte des Ersten Weltkriegs gewidmetes Haus schon mehrfach als eines der besten Museen Europas ausgezeichnet. Etwas von der schaurigen Geschichte der Isonzo-Schlachten kann man nachempfinden, wenn man vom – in der Hauptsaison kostenpflichtigen – Parkplatz zum Kozjak-Wasserfall aufbricht und nach Überquerung einer Wiese den rechts abzweigenden, bergan führenden Pfad wählt. Von der einstigen Frontlinie zeugen noch Schützengräben, Geschützstände und Bunkeranlagen.
Alsbald senkt sich der Weg und schwenkt in das vom Kozjak-Bach geformte Tal mit seinen insgesamt sechs Wasserfällen ein. Den ersten, kleineren von den zwei leicht zugänglichen Wasserfällen entdeckt man unter einer kleinen Steinbrücke auf dem Weg zum Hauptwasserfall.
Ab hier wird die Szenerie noch eindrucksvoller: Über kleine Steinbrücken und mit Holz ausgelegte Pfade durchquert man einen kleinen Urwald und hört schon bald das Rauschen des Wasserfalls. Jetzt wird die Klamm noch enger, und entlang einer Seilsicherung erreicht man die kleine Aussichtsplattform in der faszinierenden Halbhöhle, in die von oben der 15 m hohe Wasserfall stürzt.
Anmerkung: Auf einer touristischen Internetseite wurde zuletzt vom Baden im Tosbecken des Wasserfalls „abgeraten“. Über kurz oder lang könnte hier auch – zumindest in der Hauptsaison – ein Badeverbot drohen, wie es leider schon für den wunderschönen Virje-Wasserfall in Bovec ausgesprochen wurde.




Für Erwachsene kann der Pool, in den sich der untere Krampež-Wasserfall ergießt, im Sommer eine willkommene Abkühlung bieten. Für Kinder ist der relativ seichte und gut überblickbare Pool mit Sicherheit ein herrlicher Wasserspielplatz. Zumal der herabfallende Strahl zumeist auch als Naturdusche genutzt werden kann, was die Location auch noch zu einem familienfreundlichen Foto-Spot macht.
Nicht für (Klein-)Kinder geeignet ist der rutschige, steile und durch ein brüchiges Seil nur teilweise abgesicherte Aufstieg zum oberen Pool, der noch etwas kleiner als der untere, aber viel weniger frequentiert ist und schöne Perspektiven und Ausblicke ins Tal ermöglicht.



Unterer Wasserfall-Pool

Oberer Wasserfall
Diese malerische Siedlung liegt in der Region Primorska zwischen Tolmin und Nova Gorica direkt an der Soča. Hier ist schon eindeutig der Einfluss des milderen Mittelmeerklimas spür- und sichtbar. Als botanischer Beweis dieses Umstands gedeihen hier imposante Feigenbäume und Zypressen.
Bis zu 10 m tief sind die Trogschluchten, welche die Soča hier ausgewaschen hat. Das ist auch der Grund dafür, dass es hier nicht nur einen schönen Stadtstrand, sondern auch gute Möglichkeiten zum Cliff-Diving gibt. Besonders spektakulär sind die Sprünge, die beim alljährlichen Brückenspringen von einer eigens dafür angefertigten Plattform gezeigt werden. Diese Veranstaltung findet zumeist am ersten Augustwochenende statt, lockt Tausende Besucher an und lässt sich am besten von der Terrasse des empfehlenswerten „Brücken-Cafés“ aus verfolgen.




Das Soča-Tal sowie seine Nebentäler sind ein Wildswimming-Paradies für sich. Einer der schönsten und leicht erreichbaren Spots findet sich im Oberlauf der Soča an der Brücke, die ins Lepena-Tal führt. Nach einer klammartigen Durchbruchstrecke, in welcher der Smaragdfluss auf wenige Meter eingeengt wird, weitet sich das Tal etwas. Bizarr ausgewaschene, weiße Felsformationen und kristallklare, tiefe Gumpen laden zum Sonnenbaden, Schwimmen, Klippenspringen und Forellen beobachten.
Aufgrund Tausender Instagram-Posts, der Attraktivität des Spots und der leichten Erreichbarkeit kann es hier in den Sommermonaten manchmal problematisch werden, (s)ein Plätzchen zu finden, und zwar sowohl auf den kostenpflichtigen Parkplätzen am Straßenrand als auch auf den begehrten Plätzen an der Sonne. Wie so oft empfehlen sich auch hier in der Hauptsaison Fahrradanfahrten zur Vermeidung von Parkfrust und ein gutes „Timing“ (Tagesrandzeiten) für ein ungestörtes Wildswimming-Vergnügen. Morgens und abends hat man zumeist ja auch das beste Fotolicht …




Unweit des bekanntesten Soča-Badeplatzes mündet die Lepena in den Smaragdfluss. Wandert oder fährt man die Lepena flussaufwärts, könnte es sein, dass man sich angesichts des oft recht niedrig erscheinenden Wasserstands Gedanken macht, ob ein Besuch des „Wasserparks“ überhaupt Sinn hat. Bei Karstbächen sollte man sich aber nicht allzu schnell beirren lassen. Oftmals versickern sie (teilweise), um an anderer Stelle umso kräftiger wieder hervorzutreten. Außerdem kann sich das, was in weiten Flussbetten oft wie ein verlorenes Rinnsal erscheint, im engeren, gefällstärkeren Oberlauf durchaus als erquicklicher Wildbach herausstellen.
Was die Tiefe und Qualität der Badegumpen angeht, so steigert sich die Lepena von unten nach oben und bietet am Wasserfall ein spannendes Finale. Was aber durchaus alle Gumpen gemeinsam haben, ist die auch im Hochsommer erfrischende Wassertemperatur. „Wasserpark“ ist eine durchaus passende Bezeichnung für dieses grandiose Naturschauspiel, das sich einem über einen schön angelegten, immer am Bach entlangführenden Wanderweg erschließt.




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