L...wie...Lisa, Lust, Liebe, Leben! Erotischer Roman

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Als die Stadt bereits in einiger Entfernung hinter mir lag, türmten sich dichtere Gewitterwolken am Himmel. Ich hatte es gerade geschafft, in diese spannungsgeladene Atmosphäre einzutauchen, da hörte ich neben mir eine Stimme sagen: »Schön, dich hier zu treffen!« Ich erschrak. Wieder hatte ich sie nicht kommen sehen oder gehört, sie war von einem Moment auf den anderen einfach da.
Wie beim ersten Mal ging sie neben mir her, ohne mir ein Gespräch aufzuzwingen. Irgendwie war ich nicht einmal mehr überrascht, dass es zu einer neuerlichen Begegnung mit ihr kam. Ich sah sie nur an und ging zusammen mit ihr weiter. War ich froh, sie wiederzusehen? Ja, ja und nochmals ja! Jetzt, wo sie neben mir herging, merkte ich, dass sie mir die ganze Zeit gefehlt hatte. Ich hatte in der Zwischenzeit sehnsüchtige Gedanken an sie verdrängt. Aber nun war alles wieder da. Wie beim ersten Mal musterte ich sie von der Seite. Ihre Haare, die kastanienrot im Licht schimmerten, waren etwas länger geworden. Diesmal trug sie einen kurzen Jeansrock und ein T-Shirt mit nichts darunter, soviel konnte ich sehen. Und es machte mich enorm an.
»Gefalle ich dir immer noch?« Welch Duplizität der Ereignisse. Ich konnte nur zustimmend nicken, was ein Lächeln auf ihre vollen Lippen zeichnete. Wir gingen durch die spannungsgeladenen Felder. Es kam Wind auf, ein weiteres Anzeichen für das nahende Gewitter. Alles schien noch einmal aufzudrehen, alles wurde hypervital, die herumsausenden Insekten, die durchdrehenden Rindviecher, die fliehenden Pferde. Über uns kreisten mehrere Bussarde mit dem typischen Schrei, der zu dieser scheinbar absurden Stimmung passte.
»Hast du Angst vor Gewittern?«, fragte ich sie, um uns in dem Fall vielleicht noch rechtzeitig in der nahen Stadt in Sicherheit bringen zu können.
»Ich liebe dieses Wetter, diese Stimmung, diese Angespanntheit und dann die Erlösung!« Wie hätte ihre Antwort auch anders ausfallen können. Nach allem, was ich von ihr wusste, konnte sie nur diese Antwort geben.
»Schön, dann lass uns einfach weitergehen«, sagte ich und nahm sie bei der Hand. Es war das gleiche Gefühl wie beim ersten Mal – ihre warme, weiche Hand in der meinen, ein Gefühl der Vertrautheit, der Geborgenheit.
Das Schauspiel am Himmel nahm an Rasanz zu. Riesige Wolkengebirge türmten sich auf, flossen ineinander. An anderer Stelle entstanden neue Wolkenberge, die der Wind nach Lust und Laune formte. Er wurde langsam stärker und trieb Blätter und allerlei loses Gestrüpp vor sich her, wirbelte es empor, spielte damit. Und dann hörte man leichtes Grollen in der Ferne. Das Gewitter kam näher. Wir gingen unbekümmert weiter, im Einklang mit uns und der uns umgebenden Landschaft. Auf einmal war da ein Blitz am Horizont, den man trotz der Tagesstunde und der herrschenden Helligkeit sehr gut sehen konnte. Er kam aus einer Wolke und sein Weg führte in Zickzacklinien direkt in die Erde. Nun beschlich mich doch ein ungutes Gefühl. Hatte ich etwa Angst vor dem Gewitter? Früher einmal war es so gewesen. Ich kann mich an Situationen erinnern, als ich noch nicht zur Schule ging.
Immer wenn sich ein Gewitter ankündigte, wurden meine Oma und besonders meine Tante, die beide mit in unserem Haus wohnten, nervös, gingen geschäftig umher, schalteten das Licht aus, entzündeten Kerzen und begannen zu beten. Das wirkte auf mich beklemmend und einschüchternd. Natürlich gab es bei Gewitter auch in der Nachbarschaft so manches Unglück wie abgebrannte Bauernhäuser oder auf der Weide vom Blitz getroffene Kühe, aber unsere Familie blieb Gott sei Dank von größerem Schaden verschont. Wir als Kinder mussten in den Singsang des Gebetes – Vater unser oder Gegrüßet seist du Maria – einstimmen. Dieses Beten hatte eine besondere Dynamik. Wurde der Blitz heller, folgte der Donner nur kurze Zeit auf den Blitz oder wurde das Donnern ein lautes gefährliches Dröhnen, dann intensivierten Oma und Tante ihre Gebete. Und wenn Blitz und Donner in einem gewaltigen Crescendo zusammenfielen, flehten beide den lieben Herrgott auf Knien um Gnade und Verschonung an. Als Kind führte dieses äußerst glaubwürdig vorgetragene Theater dazu, dass ich Angst bekam, viel Angst!
Erst später gelang es mir, mich aus der Umklammerung von Oma und Tante zu lösen. Ich begriff die Naturgegebenheiten, die hinter einem Gewitter steckten, und dass sie nichts mit Schuld und Verzeihung, Sünde und Sühne zu tun hatten.
Ich wollte mich nicht dieser schaurigen Erinnerungswelt öffnen und zum Glück rief mich die Erinnerung an meine Begleitung wieder zurück ins Hier und Jetzt.
Die Sonne war mittlerweile ganz hinter den rasenden Wolken verschwunden. Es wurde immer dunkler, das Ganze schien auf etwas ganz Bestimmtes hinauszulaufen. So wie die Wolken sich an der Atmosphäre und an der Erdoberfläche rieben, so schien sich die ganze Szenerie elektrostatisch aufzuladen. Am deutlichsten wurde dies, wenn man die Rindviecher auf der Weide rennen sah, mit aufgestelltem Schwanz und wie wild blökend und brüllend. Und dann begann es zu regnen. Das Gewitter blieb in einiger Entfernung, zog an uns vorbei. Wir stellten uns bei einer der zahlreichen Feldscheunen unter und beobachteten das Schauspiel aus relativer Sicherheit und trockenen Fußes. Die anfänglichen Regentropfen hatten sich in einen Platzregen verwandelt, der kein Ende nahm.
Lisa wurde immer ungeduldiger. »Komm, lass uns durch den Regen weitergehen. Ich möchte die Regentropfen spüren.«
Bevor ich wie gewohnt nickend mein Einverständnis gab, war sie schon in den Regen hinausgegangen. Ich folgte ihr rasch. Es dauerte nicht lange und wir waren bis auf die Knochen nass. Wir sprangen durch den immer stärker werdenden Regen, mal singend, mal gegen den Donner anschreiend. Wenn uns einer beobachtet hätte, hätte er uns für Derwische halten können. Ich sah Lisa im Regen sich immer mehr auflösen, sah ihren Körper, ihre nasse Haut unter dem durchnässten T-Shirt. Ihre Brüste zeichneten sich verlockend ab. Sie hüpften mit etwas Verzögerung ebenfalls auf und ab, ihre versteiften Nippel waren wie kleine Berge. Eine erotischere Situation hätte ich mir nicht vorstellen können: Ich ging zu ihr hin und streifte ihr das T-Shirt über den Kopf, öffnete ihren Rock, der ihr daraufhin bis zu den Knöcheln rutschte. Sie stand vor mir in paradiesischer Schönheit, lachte mich an und begann, auch meine Kleider abzustreifen. Die Shorts ließen sich aufgrund meiner bestehenden Erektion nicht so einfach runterziehen, mein aufgerichteter Penis war wie ein Widerhaken. Als sie mir die Hose über die Hüften gestreift hatte, wanderte sie mit ihren Händen in meinen Schritt, strich über meinen Penis, glitt mit ihrer Hand rauf und runter. Sie ging vor mir in die Knie und liebkoste mit ihrem Mund zunächst meinen Bauch, wanderte dann mit ihrer Zunge tiefer, umkreiste den Bauchnabel, umfasste mit ihren Händen fest meinen Hodensack, steckte die Eichel meines Penis in den Mund und begann, gierig daran zu saugen und zu lutschen. Mir war, als wäre ich im Paradies. Schauer von Glückseligkeit liefen mir zusammen mit dem immer noch niederprasselnden Regen über den Rücken. Ich begann schwer zu atmen, wollte laut schreien vor Lust, doch die Töne erstickten in einem tiefen Stöhnen.
Und es wurde noch geiler. Sie lutschte nun nicht nur die Eichel, sondern ließ meinen Penis in seiner ganzen Pracht tiefer in ihren Rachen gleiten, schlang ihre Zunge darum und spielte so mit ihm.
Der Regen war wie eine warme Dusche, so erhitzt waren unsere Körper mittlerweile, vom Empfinden her gar nicht kalt, sondern erfrischend und reinigend.
Ich vergaß meine Umwelt immer mehr, war nur noch Lust und Genuss, während sie weiterhin saugenderweise meinen Penis beglückte. Neben ihrem Mund setzte sie nun verstärkt auch ihre Hände ein, ließ den Penis immer schneller und heftiger durch ihre Faust gleiten. Ich war kurz davor, zu kommen und einen gigantischen Orgasmus zu haben, da hörte sie auf und ließ sich aus der Hocke rückwärts auf die Wiese fallen. In meiner Verzweiflung wollte ich rufen: »Mach bitte weiter!«, doch das Bild, das sich mir bot, faszinierte mich. Lisa war völlig außer Atem, gezeichnet von ihrer Lust, angestachelt von ihrem Tun und aufgeputscht von meinem Stöhnen. Sie lag völlig offen und frei vor mir, genoss den Moment, schien in sich zu ruhen. Es zeugte von tiefem Vertrauen, sich so zu zeigen. Ein tiefes Gefühl von Dankbarkeit überkam mich und ich kniete zu ihr nieder und begann sie zu liebkosen, erst mit den Lippen, dann mit der Zunge.
Der Regen auf ihrer Haut vermischte sich mit Schweiß und ergab einen Geschmack, der mich an Orangen erinnerte. Orangen, die ein wenig salzig waren. Ich küsste ihre Brüste, die weich und groß vor mir lagen. Ihre Nippel erstarrten unter meinen Liebkosungen, ich quetschte sie leicht zwischen meinen Fingern und sie stöhnte auf. Ihr Verlangen wuchs. Ich legte mich vor ihr ins Gras, woraufhin sie leicht die Schenkel öffnete. Der Anblick war wunderschön, sie legte alles offen, verbarg nichts, zeigte sich mir. Ich sah ihre Möse, ihre Schamlippen, ihre versteckte Klitoris. Sie hatte sich rasiert, es war nur ein kleines rotes Dreieck oberhalb ihres Schamhügels verblieben – ein Anblick, der mich zutiefst erregte. Das war mir bei unserem ersten Mal nicht aufgefallen. War sie da auch rasiert gewesen? Ich berührte ihre Schamlippen mit meinen Fingerspitzen, streichelte sanft darüber und umfuhr anschließend die gesamte Möse mit leichtem Druck. Der Regen floss in ihr Dreieck, schien darin zu verschwinden und zu versickern. Ich versuchte, ihn mit meinen Lippen und meiner Zunge aufzufangen. Sie warf den Kopf zurück, stöhnte laut auf und zeigte mir damit, was sie wollte. Ich ließ mich ganz auf die Spielerei ein, leckte und saugte – mal mit spitzer Zunge in die Vagina gleitend, mal breitflächig mit wenig Druck über die gesamte Möse schleckend. Oben traf ich dann den Wunschpunkt, ihre Klitoris, die zuerst noch halb versteckt war. Ich legte das kleine Knöpfchen mit Zeigefinger und Daumen frei und berührte es, was ekstatische Geräusche ihrerseits auslöste. Ich schleckte und leckte, war nicht mehr bei Sinnen, sondern gefangen im Banne unseres gemeinsamen Lusterlebens. Ich wollte es ihr besorgen und verstärkte meine Zungenfertigkeit. Es dauerte nicht lange und sie wand sich unter Stöhnen, während ihre Bauchdecke wie bei einem Erdbeben wild zuckte. Die Spannung löste sich, ihre Erregung ebbte langsam ab, sie schmiegte sich in das Gras der Wiese, das nass, grün und platt gedrückt war. Einzelne abgerissene Grashalme klebten an ihr, erdige Streifen bedeckten Teile ihres Körpers. Doch der nach wie vor prasselnde Regen war wie eine Dusche, er wusch uns sauber. Wir standen auf und ließen den Regen die Arbeit machen. Wir umschlangen uns zärtlich, die hitzige Erregung war gewichen. Wir genossen das Schauspiel des Himmels noch eine Zeit lang, dann hörte der Regen allmählich auf, das Gewitter verzog sich und es wurde wieder heller. Als die ersten Sonnenstrahlen durch die Wolkendecke brachen, war das ein Zeichen, uns wieder anzuziehen. Da die Kleider aber durch und durch nass waren, stellte sich das als schwierig heraus, und es dauerte eine Weile. Wir sahen recht zerzaust und verwildert aus, aber das machte nichts.
Auf dem Rückweg sprachen wir nichts, gingen Hand in Hand, um unsere Verbundenheit auszudrücken.
Ich brachte sie nach Hause, gab ihr zum Abschied einen dicken Kuss auf die Lippen und sagte: »Wir müssen uns wiedersehen.«
Sie antwortete nur: »Ja, das müssen wir«, und schon war sie in ihrem Haus verschwunden.
Es war mir, als tauchte ich nach langer Zeit mit einem Ruck aus der Geschichte des Erlebten auf, als die Haustür ins Schloss fiel. Ich hatte alles um mich herum vergessen. Wo war ich? Was war eigentlich geschehen? Wie spät war es? Das alles war eine Zeit lang unwichtig gewesen, nun bekamen die Einzelheiten des alltäglichen Lebens wieder eine Bedeutung. Mit Lisas Verschwinden schwand auch das Gefühl von Geborgenheit und Vertrautheit.
Ich ließ den Nachmittag Revue passieren. Was war eigentlich geschehen? Zusammenfassend würde ich sagen, dass ich einen schönen Nachmittag mit einer schönen Frau verbracht hatte, mit Sex im Regen. Ich hatte zwar keinen Orgasmus erlebt, dafür war ihrer sehr intensiv gewesen. Dazu kam das elementare Erlebnis, es draußen in der freien Natur, bei strömendem Regen zu treiben. Da mein Alltag in der Regel nicht so ereignisreich war, gab es viele Eindrücke und Gefühle zu verarbeiten. Während ich nach Hause ging, dachte ich an diese schönen Dinge, doch je näher ich meiner Wohnung kam, umso deutlicher machte sich ein negatives Gefühl bemerkbar. Ich fühlte mich allein. Warum hatte ich sie verlassen, oder anders gefragt, warum waren wir nicht einfach zusammengeblieben für den Rest des Tages, der Nacht, des Tages, der Nacht, des Tages …?
Intensive Erlebnisse im Abstand von Monaten sind allemal besser als gar keine, aber einmal Blut geleckt, wollte ich mehr. War dies der Ausdruck meiner Sehnsucht, die sich – über Jahre angestaut – nun in den Vordergrund spielen wollte? Sie sah Land, endlich das zu bekommen, was ich mir gewünscht hatte. Tun ohne zagen, sich nicht bremsen müssen, alles Interessante ausleben, frei sein und doch an einen Menschen gebunden, mit dem ich mein Leben teilen möchte. Erst jetzt bekam ich ein Gefühl dafür, wie ich in den letzten Jahren gelebt hatte. Ich hatte mich zwar eingerichtet, mich mit meinem Job arrangiert, ging diversen Hobbys nach, traf mich regelmäßig mit Freunden. Aber Highlights, echte Highlights, gab es wenige. Nun hatte ich innerhalb von ein paar Monaten gleich zwei solcher Highlights erlebt, die das Leben erst lebenswert machten, und es war klar, dass ich etwas ändern musste. Meine Sehnsucht forderte: »Lass dich gehen, kontrolliere dich nicht immer so, sei dein Gefühl, nicht nur dein Verstand!« Das waren die Botschaften, die aus der Ecke kamen.
Ich konnte jetzt noch nicht in meine Wohnung zurück, ich wollte mich nicht von Mauern begrenzt fühlen, wollte nicht die Enge des Raumes spüren, mich keinem künstlichen Licht aussetzen. Jetzt benötigte ich mehr von dem eben erlebten Zustand des Freiseins. Ich wollte meinen Augen keine Begrenzung in Form von Mauern zumuten, sondern wollte unbegrenzte Weite spüren können, wollte die Sonne untergehen sehen. Also schlug ich erneut den Weg in die Felder ein, überließ mich einem gleichförmigen Bewegungsablauf, den ich nur zu wiederholen brauchte. Ich sog die Landschaft um mich herum förmlich auf, tauchte in sie ein, verlor mich in ihr. Dieses Verlieren tat mir gut. Ich mochte vielleicht zwei Stunden gegangen sein, da bemerkte ich, wie ich langsam wieder auftauchte. Ich bemerkte zunächst den Geruch umgegrabener Erde und sah einen Bauern ein Feld grubbern und eggen. Ich bemerkte weiter, dass das mich umgebende Tageslicht schwächer wurde. Die Sonne, die nach dem Gewitter die Oberhand behalten hatte, glitt immer mehr auf den Horizont zu – ein Sonnenuntergang, wie er im Buche steht. Zum Horizont hin wurde das Licht orange und dann rot. Die Sonnenscheibe wuchs zu einem glutroten Ball heran, der immer größer zu werden schien, je näher er der Grenze zwischen Himmel und Erde kam. Sobald die Sonne die Grenzlinie berührt hatte, versank sie schnell.
Ich machte mich auf den Heimweg. Mittlerweile war ich wieder in einen sachlichen Bewusstseinszustand zurückgekehrt und ging mit wachen Sinnen durch die grün-braunen, immer noch vor Nässe glitzernden Felder. Die Luft war angenehm, das Gewitter hatte die Atmosphäre entspannt und mit dem Sonnenuntergang wurde es merklich kühler. Spatzen lärmten in einer Feldhecke, die Schwalben flogen hoch am Himmel – ein sicheres Zeichen für kommendes gutes Wetter.
Als ich müde vom Spaziergang in meiner Wohnung ankam, duschte ich, legte mich aufs Sofa und fiel in einen tiefen, traumlosen Schlaf.
Als ich am nächsten Morgen aufwachte, fühlte ich mich verändert. Auch meine Umgebung hatte sich verändert, weil ich sie mit anderen Augen wahrnahm. Die Eintönigkeit der letzten Zeit war verschwunden, ich hatte eine neue Sicht auf die Dinge bekommen.
Ich dachte darüber nach, dass ich diese Metamorphose Lisa zu verdanken hatte, und ich war froh darüber, dass es so gekommen war. Die Sehnsucht nach Fortsetzung war nicht mehr so stark wie noch am Vortag. Ich war gelassener, nicht mehr im Banne des zuvor Erlebten.
Die nächsten Tage verbrachte ich in diesem klaren, sachlichen Zustand. Ich konnte mich auf die zu erledigenden Dinge einstellen und versah meine Pflichten mit der mir wohlvertrauten Alltagsroutine.
Kapitel 3 Radfahren
Eine Sache wurde immer klarer für mich. Ich wollte weitere Zusammentreffen mit Lisa nicht mehr dem Zufall überlassen, so wie nach dem ersten Mal. Ich hatte mein Glück genügend strapaziert, so glaubte ich. Doch wie konnte ich es anstellen, mich mit ihr zu treffen, ohne aufdringlich zu wirken? Als Erstes hatte ich mir ihre Telefonnummer besorgt, um mich mit ihr verabreden zu können. Lisa hatte bei unserem letzten Treffen eine Freundin erwähnt, die mir entfernt bekannt war. Ich rief sie an und fragte sie nach Lisas Nummer. Sie war erstaunt und wollte wissen, wofür ich die Telefonnummer brauche. Ich erzählte ihr von meinen beiden Treffen mit Lisa, aber eher oberflächlich, ohne Details zu erwähnen.
»Ja, das ist Lisa. Immer spontan und immer auf Entdeckungsreise«, gab meine Bekannte als Antwort. Ich fragte mich, was diese Bemerkung bedeuten könnte, ließ sie damit aber unbehelligt. Ich hatte ja, was ich wollte: die Telefonnummer. Gleich am nächsten Tag rief ich Lisa an. Sie schien nicht erstaunt zu sein, mich am Telefon zu haben, und ich kam gleich zur Sache.
»Ich möchte dich wiedersehen. Hast du Lust und Zeit, mich zu treffen?«
»Ja, hab ich!«, war ihre Antwort, »aber unter einer Bedingung. Du darfst nichts erwarten, darfst nichts von mir einfordern. Alles wird sich ergeben oder eben nicht.«
Ihre Antwort passte mir irgendwie nicht, aber ich sagte nichts, war nur erleichtert, sie wiedersehen zu können. Aber wie sollte ich das machen, keine Erwartungen haben? Nach der ganzen Vorgeschichte war das schwierig, das Erlebte schrie gleichsam nach Wiederholung. Auch könnte ich nicht mehr so unvoreingenommen sein, als wäre nichts gewesen. Es war nun mal einiges Wichtiges passiert zwischen uns und das konnte und wollte ich nicht ausblenden. Hinzu kamen meine Wünsche und meine Sehnsucht, die ich nach unserem letzten Treffen verstärkt gespürt hatte. Ich sah zum ersten Mal Schwierigkeiten auftauchen. Wie dunkle Wolken am Horizont zogen sie auf, in einiger Entfernung noch, aber doch sichtbar und drohend.
Wir verabredeten uns für den nächsten Tag zum Fahrradfahren durch die Bördelandschaft.
***
Der Tag versprach, ein schöner Spätsommertag zu werden. Schon früh morgens war kein Wölkchen am Himmel zu sehen, es wurde richtig warm, Wetter für T-Shirt und kurze Hose, ideal für eine Fahrradtour durch die Felder, Wiesen und Dörfer.
Wie verabredet, war ich um 11 Uhr am Treffpunkt. Sie verspätete sich, und so kam ich dazu, meinen Fantasien nachzuhängen. Was erwartete mich am heutigen Tag? Wieder ein sexuelles Abenteuer?
Ich hatte mir vorgenommen, mich nicht zu sehr mit Erwartungen meinerseits zu beschäftigen, so genoss ich erst einmal die Aussicht auf einen schönen Tag mit Lisa. Schon von Weitem sah ich sie kommen, ihr leuchtend rotes Haar war wie eine wehende Fahne. Als sie bei mir ankam, begrüßten wir uns wie Freunde. Es war schön, sie zu umarmen. Sie war ebenso leicht bekleidet wie ich, trug ein Trägershirt und einen kurzen Rock.
Und dann ging’s los. Als wir aus der Stadt herauskamen und die ersten Felder erreichten, wurde das Radeln leichter. Man musste sich nicht mehr an Verkehrsregeln halten, die Feldwege waren breit genug, um zu gondeln, also die ganze Wegbreite zu nutzen und kreuz und quer zu fahren, wie es einem beliebte. Wir fuhren meistens nebeneinander her und machten uns gegenseitig auf Besonderheiten der Landschaft aufmerksam. Ich fühlte mich frei von den Zwängen des Alltags, konnte meine Umgebung mit ihren Reizen in mich aufnehmen, hatte die Gerüche des Spätsommers in der Nase: Gerüche nach abgeernteten Feldern, von aufgebrochenem Boden. Ich spürte die Sonne auf meiner Haut, nahm den Fahrtwind auf meinem Körper wahr. Nach einiger Zeit hielt Lisa an und sagte, sie müsse mal für kleine Mädchen. Sie stieg vom Fahrrad und verschwand hinter einer der vielen typischen Büsche der Landschaft. Als sie zurückkam, setzten wir unsere Tour fort. Doch sie schien verändert, mehr in sich gekehrt, in ihrer eigenen Welt. Außerdem glaubte ich ein ständiges Lächeln auf ihrem Gesicht zu erkennen.
Ich konnte mir keinen rechten Reim darauf machen, nahm es als eine der vielen Verwandlungsmöglichkeiten von Lisa hin und wollte ihren neuen Zustand nicht überbewerten. Ich blieb aber irritiert. Das verstärkte sich noch, als Lisa immer ausgelassener wurde. Sie gondelte nicht nur durch die Gegend, sondern kreuz und quer, wobei sie jeden Buckel mitnahm und auch auf keine Begrenzung des Feldweges mehr achtete. Sie machte Ausflüge auf benachbarte Felder und Wiesen. Ich fand diese Art des Fahrradfahrens beschwerlich und konnte nicht verstehen, warum Lisa so viel Spaß daran fand. Als ich sie fragte, was mit ihr los sei, gab sie mir keine Antwort. Stattdessen kam sie auf mich zugeradelt, hob ihren Rock an und zeigte mir den Grund ihrer Freude. Sie hatte kein Höschen an und ich sah ihre nackte, von einem roten Dreieck überragte Möse in ihrer ganzen Pracht schimmern. Mir schwanden die Sinne.
»Es macht riesigen Spaß, so nackt Fahrrad zu fahren, ohne Höschen, aber ich glaube, das ist eher was für Frauen als für Männer«, gab sie mir neckisch zu verstehen.
»Das würde ich so nicht behaupten«, antwortete ich, zog meine kurze Hose aus und setzte mich – nun ebenfalls untenrum nackt – wieder auf mein Fahrrad. Auch ich hatte schon einmal ganz für mich allein das Nackt-Fahrradfahren ausprobiert. Es war ein herrliches Gefühl, ohne Beengung an einem warmen Tag durch die Börde zu gondeln.
Nun ist es aber so, dass an einem normalen Wochentag die Bördelandschaft zwar nicht überschwemmt wird von anderen Fahrradfahrern oder Fußgängern, aber ab und zu begegnet man einem Vertreter dieser Spezies eben doch. Diese Aussicht machte mir ein wenig Sorgen. Lisa schien meine Gehemmtheit zu bemerken und sagte: »Mir macht es nichts aus, wenn andere Leute mich so sehen, auch mir fremde Menschen nicht.« Das hieß also, wir würden weiter nackt fahren und uns nichts anmerken lassen, wenn uns Menschen begegneten. Wir würden ihnen einen guten Tag wünschen und so tun, als sei unserer Zustand nichts Besonderes.
Lisa wurde immer übermütiger. Sie zog nach und nach weitere Kleidungsstücke aus und verstaute sie in den Packtaschen ihres Fahrrades. Bald saß sie splitterfasernackt auf dem Rad und es machte ihr sichtlich Freude und Vergnügen, sich so zu bewegen. Für mich war es eine Wonne, sie zu beobachten, wie sie durch die Landschaft fuhr. Teilweise hob sie sich mit ihrer Statur und ihrem Aussehen krass von der Umgebung ab, manchmal schien sie aber auch damit zu verschmelzen.
Ich fand es äußerst erregend, ihre geschmeidigen Bewegungen zu verfolgen, wie sich ihr Po mal zur einen, mal zur anderen Seite des Sattels hob und wieder senkte. Es war geradezu unverschämt geil, wie sich ihre Schamlippen am Sattel rieben. Wenn sie durch ein Schlagloch oder über eine Welle des Weges fuhr, hüpften ihre Brüste auf und ab. Dieser Anblick gab letztendlich den Ausschlag, dass ich mich nicht mehr im Griff hatte. Mein Penis schwoll an, ich bekam einen mächtigen Steifen und mein Verlangen nach Lisa wuchs ins Unermessliche. Aber ich erinnerte mich auch an ihre Worte. Das war ernüchternd und hatte zur Folge, dass meine Erektion nur von kurzer Dauer war. Meine Widersprüchlichkeit wuchs noch mehr, als ich in der Ferne Spaziergänger näherkommen sah. Einerseits war ich froh, keine Erektion mehr zu haben, auf der anderen Seite fragte ich mich, wie unser Nacktsein wohl ankommen würde.
Lisa schien sich von alledem nicht beeinflussen zu lassen. Sie nahm es offensichtlich gelassen, aber mit einem Lächeln auf den Lippen zur Kenntnis, dass ich eine Erektion bekam und mein Penis dann wieder kleiner wurde. Als Lisa die auf uns zukommenden Spaziergänger sah, erschrak sie nicht, sondern brauste zu meinem Entsetzen geradewegs auf das ältere Pärchen zu. Was sollte das und was käme jetzt noch? Bei Lisa musste man mit allem rechnen.
Ich sah, wie sie anhielt und mit den beiden sprach. Ich fuhr extra langsam, um dieser für mich peinlichen Situation zu entgehen. Aber ich musste wohl oder übel an ihnen vorbei. Lisa hatte ihre Fahrt inzwischen fortgesetzt, ich sagte brav »Guten Tag« und fuhr schnell weiter. Ich war überrascht, als mein Gruß freundlich erwidert wurde, und hörte den Mann noch sagen: »Sie machen es richtig, bei dem schönen Wetter und mit einer solch netten Begleitung. Viel Spaß Ihnen noch!« Die Frau an seiner Seite lächelte freundlich und nickte zustimmend.








