Kartoffelschaukochen, illegale Kämpferinnen und Krieg

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Im Jahr 1933 berichtet die Deutsche Frau über die Bücherverbrennung in deutschen Universitätsstädten. Fünf Jahr später kommt es zu dieser inszenierten Aktion auch am Salzburger Residenzplatz.
Die österreichischen Nationalsozialistinnen konnten sich auch über die sogenannte Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Frau im Ausland organisieren, die seit 1933 ein Teil der Auslandsorganisation der NSDAP (NSDAP/AO) war.51 Die Frauen wurden jährlich im Rahmen einer Reichstagung der Auslandsdeutschen (AO) über allgemeine Richtlinien informiert und die Leiterinnen der Arbeitsgemeinschaft erhielten eine entsprechende Schulung, denn je nach Anforderungen – je nachdem, ob es sich um Frauen aus Österreich, Rumänien oder Guatemala handelte – musste diese zielgruppenorientiert angepasst werden. Die Arbeitsgemeinschaft der Frauen der Auslandsorganisation war in ihren Aufgabenbereichen der NSF gleich. Die Frauen waren vor allem für Flick- oder Näharbeiten zuständig und führten Mütterschulungskurse und Kurse für Erste Hilfe durch. Regelmäßige Versammlungen widmeten sich außerdem dem gemeinsamen Hören von Rundfunkübertragungen.52 Mit zunehmendem Erfolg der NS-Frauenschaft und des Deutschen Frauenwerks verlor die Arbeitsgemeinschaft als eigenständige Einrichtung an Bedeutung und mit dem „Anschluss“ Österreichs an das „Dritte Reich“ wurde die Auslandsorganisation schließlich obsolet.
Jene Frauen, die sich im Österreich der 1930er-Jahre für den Nationalsozialismus begeisterten und sich im Zuge diverser freiwilliger Hilfsarbeiten engagierten, hatten zwar die NS-Frauenschaft oder auch die Auslandsorganisation als Anlaufstelle zur Verfügung, eine landesweite geordnete Strukturierung gab es vor dem „Anschluss“ allerdings noch nicht. Je nach Bundesland, Region oder lokaler Gruppierung fiel die Organisation der NS-Anhängerinnen sehr unterschiedlich aus – ein verbindendes Element blieben die zentralen parteigebundenen „karitativen“ Arbeiten wie Nähen, Kochen, Fürsorge sowie Propaganda. Wie sich die Situation in Salzburg – Stadt und Land – genau zeichnete, ist Thema des folgenden Kapitels.

Covervarianten der NS-Frauenwarte (1935/36 und 1941).


Spendenaktivitäten für den Deutschen Schulverein Südmark. Gauleiter Friedrich Rainer (mit Sammelbüchse) und Vereinsobmann Otto Troyer (ganz links) sammeln bei der Salzburg Bevölkerung, Juni 1938.
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