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Transparenz gewinnt
Die Gründe dafür, dass die Software am Ende eines Sprints nicht wirklich fertig ist, sind vielschichtig, aber letztlich doch unerheblich. Entscheidend für alle Beteiligten ist, dass das Scrum Team am Ende jedes Sprints schonungslos transparent macht, was funktioniert und was nicht. Schönreden ist zwar verlockend, aber nicht die Lösung. Das holt einen später wieder ein.
Tipps zu Working SoftwareSorgen Sie für Transparenz bei der Bereitstellung von working software.
Typisch „working“
Auf dem Bild „Working Software“ ist eine typische, als „working“ deklarierte Software abgebildet. Diese wird von allen Seiten gestützt, ist zusammengeflickt, weist Lücken oder Löcher wie ein Schweizer Käse auf und passt an den Schnittstellen kaum zusammen. Wird dies nicht transparent gemacht, so löst dies eine Kettenreaktion aus.
Push oder Pull
Wie kommt es eigentlich in agil arbeitenden Teams dazu, dass etwas fertig wird? Der wesentliche Unterschied zur gängigen Arbeitsweise ist, dass Arbeit nicht „zugewiesen“ wird (Push-Prinzip). Es gibt niemanden, der den Teammitgliedern eine Aufgabe zuteilt. Vielmehr holen sich die Teammitglieder die Aufgaben aus dem Backlog, sobald sie dafür Kapazitäten zur Verfügung haben (Pull-Prinzip). Wann eine Aufgabe zur Bearbeitung ausgewählt wird, hängt damit vom individuellen Fortschritt der Teammitglieder und vom Fortschritt des ganzen Teams ab.

Abbildung 8 Push- oder Pull-Prinzip
Unfertiges vermeiden
Aus der traditionellen Fertigungsindustrie wissen wir, dass unfertige Produkte gebundenes Kapital darstellen. Daher ist jedes Fertigungsunternehmen bestrebt, den Bestand an nicht fertiggestellten Erzeugnissen möglichst gering zu halten. Ein anderes Beispiel wäre: Es soll eine Brücke über einen Fluss gebaut werden. Ungefähr zur Hälfte der Bauzeit beschließt das Team, mit dem Bau einer zweiten Brücke zu beginnen. Das führt dazu, dass der Bau an der ersten Brücke langsamer vorangeht und an der zweiten Brücke nicht mit voller Kraft gebaut werden kann. Die in die Brücken investierte Arbeit kann nicht dazu genutzt werden, den Fluss zu überqueren. Sie können sich vorstellen, was passiert, wenn Sie den Bau einer dritten Brücke parallel beginnen.
Übertragen auf die agile Softwareentwicklung bedeutet dies, dass eine angefangene Aufgabe Kapital bindet. Solange die Aufgabe nicht fertiggestellt wurde, kann die in die Aufgabe investierte Arbeit in keinen Nutzen umgewandelt werden. Der Nutzen hat hier natürlich zwei Aspekte. Zum einen ist der Nutzen gemeint, den potentielle Kunden aus dem fertiggestellten Produkt erzielen können, und zum anderen ist natürlich der potentielle Gewinn gemeint, der mit der Vermarktung des fertigstellten Produkts erzielt werden kann. Daher sind unfertige Tasks sozusagen eine „Verschwendung“. Je länger eine Aufgabe im Zustand „unfertig“ verbleibt, umso größer wird diese „Verschwendung“. Genau das ist mit dem agilen Begriff „waste“ gemeint.

Abbildung 9 Ständig neue Brücken bauen
Agile Teams sollen daher das Prinzip verfolgen, Aufgaben eher fertigzustellen, statt immer neue Aufgabe anzufangen. Das wird mit „start finishing – stop starting“ einprägsam auf den Punkt gebracht.
Work in Progress
Im vorigen Abschnitt wurde dargestellt, dass unfertige Tasks vermieden werden sollen, da unfertige Aufgaben Kapital binden. Ein Instrument agiler Methoden zur Vermeidung von „waste“ ist daher die Begrenzung der Anzahl gleichzeitig „in Bearbeitung“ befindlicher Aufgaben. Das bezeichnen die agilen Methoden mit „Limit Work in Progress (WiP)“. Rein wirtschaftlich betrachtet stellt eine Begrenzung der gleichzeitig in Arbeit befindlichen Tasks eine wirksame Maßnahme zur Begrenzung des gebundenen Kapitals dar. Für ein agiles Team bedeutet dies aber die Möglichkeit, sich auf die wesentlichen Dinge zu konzentrieren. Es ist nicht einfach, die wesentlichen Dinge zu identifizieren, daher sollte das Team sich darüber austauschen und zumindest die wesentlichen Aspekte in „working software“ verwandeln.
Tipps zu Working SoftwareSchaffen Sie ein Klima, in dem man wieder stolz auf seine Arbeit sein kann.
Das Dilemma aus Don‘t Waste und Don’t Debt
Ein Entwicklungsteam, das für produzierte Verschwendung und für produzierte technische Schuld gerügt wird, steckt in einem fast ausweglosen Dilemma. Das ist gleichbedeutend mit: Der Eimer, in dem normalerweise „waste“ landet, wird mit einem Schloss versehen und die technische Schuld muss vom Team daher unter den Teppich gekehrt werden. Da aber beides in der Natur der Softwareentwicklung begründet ist, muss ein offener Umgang mit diesem Dilemma gefunden werden, anstatt es totzuschweigen.

Abbildung 10 Don’t Waste und Don’t Dept
Sei stolz drauf
Ein wichtiger Gradmesser zur Bewertung von „working software“ darf an diese Stelle nicht unterschlagen werden. Das Entwicklungsteam weiß am besten, unter welchen Entbehrungen ein Inkrement entstanden ist. Wenn das Team stolz auf seine Arbeit sein kann, dann ist das ein starker Indikator für „working software“.

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