Das Basische Prinzip. Dr. Jacobs Schutzformel gegen die größten Gesundheitskiller unserer Zeit

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Seelisch, geistig und physisch fit zu bleiben bedeutet eine große und lebenslange Herausforderung. Natürlich ist eine gesunde, »artgerechte« Ernährung nicht alles, aber ohne sie stoßen auch andere Gesundheitsfaktoren wie Bewegung, Tiefschlaf, tiefe Bauchatmung und Entspannungstechniken irgendwann an ihre Grenzen. Alles zusammen, mit der Ernährung als zentrale Stellschraube, führt zu strahlender Gesundheit und Lebensqualität im Alter. Wer möchte das nicht? Alt werden, ohne alt zu sein?
Wenn Sie dies Buch gelesen haben, wissen Sie, was bei einem bestimmten Ernährungsmuster am Ende wirklich herauskommt, und zwar nach Jahrzehnten. Besonders langlebige Volksgruppen werden vorgestellt. Außerdem werden die wissenschaftlich belegten Einflüsse beleuchtet, welche die Ernährung und ihre einzelnen Bestandteile auf den Stoffwechsel, die Hormone und körperliche Abläufe bis hin zu den Kraftwerken in der Zelle haben. Der Schwerpunkt am Ende des Buches liegt in der Umsetzung dieser Erkenntnisse sowie Erfahrungen aus der Praxis in einen alltagstauglichen Plan, der bestens geeignet ist, um gesund zu bleiben oder Zivilisationskrankheiten wie das metabolische Syndrom oder Bluthochdruck auf natürliche und ursächliche Weise zu heilen.
Der 7-Tage-Plan mit Schwerpunkt Ernährung zeigt Ihnen das »Strickmuster« einer gesunden Lebensweise. Nachhaltige Gesundheit bedeutet Verzicht auf das, was schadet, aber in vielerlei Hinsicht einen großen Gewinn. Ich lade Sie ein, die Ernährungsumstellung als eine kulinarische Entdeckungsreise zu betrachten.
Man kann nichts vermissen, was man nicht kennt. Strahlende Gesundheit, Vitalität und Lebensfreude sind in meinen Augen unser natürliches Erbe und Geburtsrecht. Beanspruchen wir es – jetzt!


Sind Sie oft müde, gereizt oder angespannt? Haben Sie häufig Sodbrennen oder Magen-Darm-Beschwerden? Sind Ihre Haare mit der Zeit dünner geworden oder fallen vermehrt aus? Haben Sie brüchige Nägel? Haben Sie nach sportlichen Aktivitäten regelmäßig und für längere Zeit Muskelkater? Bekommen Sie trotz Zahnpflege öfters Karies? Alle diese Symptome können auf eine Übersäuerung des Organismus hinweisen. Eine Übersäuerung oder latente Azidose betrifft immer den gesamten Körper. Daher erstaunt es nicht, dass eine Vielzahl von Krankheiten ihren Ausgangspunkt in einer Übersäuerung haben. Prüfen Sie, ob Sie eine der folgenden Beschwerden oder Krankheiten haben: Knochenschmerzen oder Osteoporose, Muskel- und Gelenkschmerzen, Rheuma oder chronische Schmerzzustände, Kopfschmerzen oder Migräneanfälle, Diabetes mellitus, Nierensteine oder Gicht, Wechseljahresbeschwerden oder das Prämenstruelle Syndrom, Herzrhythmusstörungen oder Bluthochdruck bis hin zu Schlaganfall und Herzinfarkt?
Wenn Sie zum Arzt gehen und sagen, Sie seien übersäuert, wird er Ihnen vielleicht eine Blutprobe abnehmen, den pH-Wert oder Säuregehalt bestimmen und dann sagen: »Nein, sind Sie nicht.« Der pH-Wert des Blutes ist nämlich immer relativ konstant, er liegt im arteriellen Blut bei einem Wert von 7,4, sonst würde – bei einer Blutazidose – alsbald der Tod eintreten. Der Körper hat Strategien entwickelt, mit der üblichen Säureflut aus unserer Zivilisationskost umzugehen und sie einigermaßen unschädlich zum Beispiel im kollagenen Bindegewebe als Säuredepot zu speichern. Wenn Sie gar Ihrem Hausarzt sagen, Sie seien verschlackt, kann als Antwort kommen: »Sie sind nicht verschlackt! Sie sind doch kein Kamin.« Die Schulmedizin kann mit dem Begriff »Übersäuerung« oder »Azidose« immer noch nicht allzu viel anfangen.
Aber schon der berühmte Arzt der Antike, Hippokrates von Kos, wusste: »Von allen Zusammensetzungen unserer Körpersäfte wirkt sich die Säure zweifellos am schädlichsten aus.« Wenig hat sich bei Ärzten herumgesprochen, dass inzwischen wissenschaftlich belegt ist, dass die Nierenfunktion und die Pufferkapazität im Alter immer weiter absinken und daher der Körper und das Blut immer anfälliger gegenüber Säuren werden. Diese Säuren entstehen vor allem bei Mangeldurchblutungen und können dann zu Herzinfarkt und Schlaganfall führen. Naturheilkundler seit Hippokrates wussten um die Gefahr einer Übersäuerung. In den letzten Jahren finden ihre Thesen Bestätigung in Form von Hunderten von wissenschaftlichen Veröffentlichungen. Die Naturheilkunde hat es allerdings versäumt, den Begriff »Übersäuerung« wissenschaftlich klar zu definieren. Daher wird der Begriff von der Schulwissenschaft bzw. Schulmedizin gern als »unwissenschaftlich« oder »Unsinn« abgetan.
In diesem Buch werden insbesondere die wissenschaftlichen Hintergründe der latenten Azidose, der schleichenden Übersäuerung, beleuchtet. Die latente Azidose unterscheidet sich deutlich von der akuten Azidose im Blut, die immer einen Notfall darstellt und intensivmedizinisch behandelt werden muss. Die echte Blutazidose tritt sehr selten auf, weil dieser Zustand lebensbedrohlich ist und der Organismus daher umfangreiche Ausgleichsmechanismen entwickelt hat, um diesen zu verhindern.
Was nun bedeutet »Übersäuerung« eigentlich? Wie und warum fördert sie die Entstehung und Entwicklung von so vielen Krankheiten? Was außer Stress trägt alles noch zur Übersäuerung des Körpers bei? Antworten auf diese Fragen werde ich Ihnen auf den folgenden Seiten geben. Wenn Sie sich dazu entscheiden, Ihren Säure-Basen- und Mineralstoff-Haushalt auszugleichen, verspreche ich Ihnen, dass Sie damit Ihr Wohlbefinden immens steigern werden. Denn unser Wohlbefinden und die Balance unseres Säure- und Mineralstoff-Haushaltes sind eng miteinander verknüpft.
Definition nach Dr. Jacob
Die Definition des Azidose-Forschers, der zur Analyse der Zusammenhänge ein eigenes Institut gegründet hat, lautet:
»Bei einer Übersäuerung ist der Körper nicht mehr ausreichend dazu in der Lage, Säuren zu neutralisieren, abzubauen und auszuscheiden. Dieser Prozess beginnt schleichend und unbemerkt, aber eskaliert im Laufe der Jahrzehnte zu schwerwiegenden Krankheitsbildern.«
Die Folge sind chronische Erkrankungen, die symptomatisch behandelt werden und deren eigentliche Ursache oft verkannt wird.
Durch ganz normale Stoffwechselvorgänge im Körper entstehen ständig Säuren, wie zum Beispiel Milchsäure, die in einem halbwegs gesunden Stoffwechsel problemlos abgebaut werden können. Auch mit Lebensmitteln führen wir unserem Körper permanent Säuren zu. Unser Organismus besitzt umfangreiche Puffersysteme und Ausscheidungsmechanismen, um Stoffwechselsäuren zu neutralisieren oder auszuscheiden. Die Leber baut die Stoffwechselsäuren wie zum Beispiel Milchsäure ab, über die Lunge werden flüchtige Säuren (CO2) abgeatmet, die Nieren scheiden fixe Säuren aus der Nahrung wie Phosphor-, Schwefel- und Salzsäure als Phosphat-, Sulfat- und Chlorid-Ionen aus. Es ist wichtig, sich zu vergegenwärtigen, dass die fixen Säuren im Gegensatz zu den flüchtigen sehr aggressive, starke und potenziell schädliche Säuren darstellen. Daher muss jeder Überschuss dieser Säuren, um keinen Schaden anzurichten, an Kalium, Magnesium oder Kalzium gebunden und damit unschädlich gemacht werden.
Das Fatale ist nun, dass unsere heutigen Ernährungsgewohnheiten den Körper mit einer großen Menge dieser aggressiven Säuren konfrontieren, ohne dass sie genügend basenbildende Mineralstoffe enthält, um sie zu binden und unschädlich zu machen. Folgende aggressiven Säuren bringen unseren Organismus an seine Belastungsgrenzen:
1. Phosphorsäure aus Softdrinks, Wurst, Fast Food, Brot usw. und als Bestandteil von Zusatzstoffen oder Teil von Konservierungsmitteln
2. Schwefelsäure aus einer zu eiweißreichen Ernährung
3. Salzsäure aus einer salzreichen Ernährung. Viele wissen nicht, dass Natriumchlorid oder Speisesalz im Körper sauer verstoffwechselt wird.
Unser Körper ist ein Wunderwerk an Kompensation und Homöostase – innerem Gleichgewicht. Allerdings lässt eine dauerhafte Säureüberlastung durch unsere Nahrung die Puffersysteme des Organismus an ihre Grenzen stoßen. Durch die Übersäuerung des Stoffwechsels kommt es zur sogenannten latenten metabolischen Azidose, der schleichenden Übersäuerung im Zuge der Verstoffwechselung unserer Nahrung. Ohne akute Symptome, die mit dieser Problematik in Verbindung gebracht werden, bleibt sie in der Regel in der Schulmedizin ohne jede Beachtung und daher Jahre oder jahrzehntelang unentdeckt. Ist der Säure-Basen-Haushalt allerdings gestört, kommt es über kurz oder lang zur Entstehung chronischer Erkrankungen. Die starken bzw. fixen Säuren wie Phosphor-, Schwefel- und Salzsäure greifen Knochen, Bindegewebe und Körperzellen an. Dabei verursachen sie Schmerzen und vielerlei Beschwerden. Ein gestörter Säure-Basen-Haushalt geht Hand in Hand mit Störungen im Mineralstoff-Haushalt.
Außer einer säurebildenden Fehlernährung – zu den Einzelheiten komme ich noch – begünstigen auch der weitverbreitete Bewegungsmangel, Stresshormone, vor allem durch chronischen Stress, sowie weitere Faktoren, wie zu wenige Ruhepausen und ein schlechtes Schlafverhalten, ein weitverbreiteter unreflektierter Medien- und Internetkonsum und die übliche flache Brustatmung eine saure Stoffwechsellage. Unsere gesamte aktuelle Lebensweise könnte man als säurebildend und gesundheitsgefährdend betrachten.
Die übliche westliche Ernährung enthält einen Überschuss an säurebildenden Lebensmitteln. Viele wissenschaftliche Studien zeigen, dass unser Stoffwechsel nicht auf die moderne, einseitige und nicht »artgerechte« Ernährungs- und Lebensweise eingestellt ist und daher schleichend übersäuert. Für das Säure-Basen-Gleichgewicht sind daher basenbildende Lebensmittel wie Gemüse, Pilze, Kräuter und Obst von großer Bedeutung.

Folgen eines gestörten Säure-Basen- und Mineralsto_J-Haushalts
Vor allem industriell verarbeitete Nahrungsmittel verlieren im Herstellungsprozess ihren natürlichen Gehalt an basisch wirkendem Kalium, Magnesium und Kalzium und werden künstlich angereichert mit Salz bzw. Natriumchlorid und Phosphat. Kartoffeln wirken basenbildend im Organismus, Kartoffelchips, Pommes und selbst Kartoffelpüree aus der Tüte hingegen fördern die Übersäuerung, um nur einige Beispiele zu nennen.
Symptome der Übersäuerung
Woran merken Sie, dass Sie übersäuert sind? Die Symptome einer chronischen Übersäuerung sind nicht spezifisch und können sich von Person zu Person unterscheiden. Grundsätzlich lässt sich sagen: Die moderne Ernährung und Lebensweise machen müde, »sauer«, dick und krank.
Sie finden im Kapitel »Krankheiten von A–Z« (→ Seite 93 ff.) eine Auflistung von Krankheiten, die mit einer latenten Azidose und einem verschobenen Mineralstoff-Haushalt – zu wenige Basenbildner wie Kaliumcitrat, zu viele Säurebildner wie Kochsalz (Natriumchlorid) – in Verbindung gebracht werden. Ungleichgewichte müssen sich aber nicht erst als Krankheiten manifestieren. Im Vorfeld bereitet eine latente Azidose ebenfalls schon Beschwerden wie Schlafstörungen, Nervosität, eine Neigung, bei Kleinigkeiten aufzubrausen, ständige Müdigkeit und Erschöpfung, Stimmungsschwankungen und depressive Verstimmungen.
Der Körper hat die Angewohnheit, überschüssige Säuren im kollagenen Bindegewebe zu »parken«, wo sie nicht so viel Schaden anrichten können wie anderswo. Dass dies die Versorgung und Entgiftung der Zellen behindert, werde ich in dem Kapitel über die extrazelluläre Matrix (→ Seite 37 ff.) deutlich machen. Sie können einen stumpfen Kneifgriff – ohne Beteiligung der Fingernägel – in das Gewebe auf der Außenseite Ihrer Oberarme machen. Tut es weh, sind es meist Säuren, es sei denn, Ihr Gewebe ist überempfindlich. Wie Sie sich selbst durch Massagen von diesen Säuren befreien können, habe ich in meinem Buch »Azidose-Therapie« beschrieben. Meine Azidose-Therapie-Lehrerin Dr. Renate Collier hat folgende Krankheiten als »Säure-Krankheiten« bezeichnet: Allergien, Arteriosklerose, Diabetes Typ 2, Durchblutungsstörungen, Embolien, Störungen des Hormonsystems, Herzgefäßerkrankungen, Magenund Zwölffingerdarmgeschwüre, Bluthochdruck, Nierenerkrankungen, Komplikationen nach Operationen, Steinleiden und Thrombosen. Dr. Erich Rauch führt darüber hinaus noch folgende Leiden auf: Arbeitsunlust, Atemnot, Gefäßkrämpfe, Nervosität, Rücken- und Kreuzschmerzen, Schlafstörungen, starkes Schwitzen und übler Körperund Mundgeruch. Brüchige Nägel, Darmprobleme, glanzloses Haar, Haarergrauen, Haarausfall, Hautrisse, Hautunreinheiten, Konzentrations- und Gedächtnisschwäche, Muskelkrämpfe, Neuralgien, Paradontose, Ruhelosigkeit, rheumatische Beschwerden, Schilddrüsenstörungen, Schmerzempfindlichkeit besonders der Zähne auf Kaltes und Saures, trockene, fahle Haut, eine zunehmende Verschleimung der Atemwege und Nebenhöhlen können, Halima Neumann zufolge, Symptome einer latenten Azidose sein.1
Weitere typische Symptome einer Übersäuerung können Karies, schlaffe Haut, Cellulite, Faltenbildung und verfrühte Alterung sein. Auch erhöhte Harnsäurewerte, ein erhöhter Cholesterinspiegel, erhöhte Blutzuckerwerte und ein erhöhter Blutfettspiegel weisen aufeine Übersäuerung hin. Wirbelsäulen- und Bandscheibenbeschwerden können mit einer Entmineralisierung durch Übersäuerung einhergehen. Unfruchtbarkeit kann ein Azidose-Symptom darstellen. Die Hormondrüsen werden durch die Ernährung und die schleichende Vergiftung mit Schlacken und Säuren in ihrer Funktion beeinträchtigt. Die Hormondrüsen sind auch für Jugendlichkeit im Alter zuständig. Kein Wunder, dass verbreitete verfrühte Alterungserscheinungen mit einer Übersäuerung zusammenhängen.

Bei einer Arteriosklerose verengen Ablagerungen von Cholesterin und Kalziumphosphat das Gefäß.
Wenn Sie sich um eine basenüberschüssige Ernährung und Lebensweise bemühen, kann man dies auch am Äußeren ablesen. Das Gesicht wirkt straffer, die Körperkonturen werden klarer, Hautunreinheiten verschwinden, und Falten werden reduziert. Die Augen strahlen. Sie halten mühelos Ihr Idealgewicht. Das Bindegewebe ist elastisch, insgesamt sehen Sie jugendlicher aus. Die Haare wachsen dicker, und die Fingernägel sind stabil. Durch eine basenbetonte Lebensweise haben Sie den Schlüssel für ein wertvolles, schmerzarmes Leben in der Hand.
Viele Menschen erleben nach einer Ernährungs- und Lebensumstellung, wie sie in diesem Buch empfohlen wird, eine wirkliche Neuorientierung. Sie empfinden wieder höhere, liebevolle Gefühle zu sich und anderen Lebewesen. Ein basisches Milieu bringt uns auch nervlich wieder ins Gleichgewicht, weil der Parasympathikus oder Entspannungsnerv stimuliert wird. Körper, Seele und Geist hängen ganz eng miteinander zusammen. Der Arzt und Dichter Friedrich von Schiller sagte einmal: »Sorgt für eure Gesundheit – ohne die kann man nicht gut sein.«
Der Säure-Basen-Test
Beantworten Sie die folgenden Fragen, und finden Sie heraus, ob Ihre Ernährungs- und Lebensweise einen ausgeglichenen Säure-Basen-Haushalt unterstützt.
1. Wie viel gesunde Flüssigkeit (z. B. Wasser, Kräutertee) trinken Sie täglich?
□ weniger als 0,5 Liter (4 Punkte)
□ 0,5–1 Liter (3 Punkte)
□ 1–1,5 Liter (2 Punkte)
□ 1,5–2 Liter (1 Punkt)
□ mehr als 2 Liter (0 Punkte)
2. Wie häufig trinken Sie Limonade, Cola, Kaffee oder Energydrinks?
□ nie (0 Punkte)
□ nur gelegentlich (1 Punkt)
□ täglich (2 Punkte)
□ mehrmals täglich (3 Punkte)
3. Wie viel Gemüse und Obst essen Sie? (1 Portion = 1 Handvoll)
□ weniger als 1 Portion pro Tag (4 Punkte)
□ 1–2 Portionen pro Tag (3 Punkte)
□ 3 Portionen pro Tag (2 Punkte)
□ 4–5 Portionen pro Tag (1 Punkt)
□ mehr als 5 Portionen pro Tag (0 Punkte)
4. Wie groß ist der durchschnittliche Anteil an Getreideprodukten/ Brot in Ihrer Ernährung?
□ weniger als ein Drittel der Mahlzeiten (0 Punkte)
□ ein Drittel bis die Hälfte der Mahlzeiten (1 Punkt)
□ die Hälfte bis drei Viertel der Mahlzeiten (2 Punkte)
□ mehr als drei Viertel der Mahlzeiten (3 Punkte)
5. Wie häufig verzehren Sie Fleisch, Wurst, Fisch und Käse?
□ gar nicht (0 Punkte)
□ maximal einmal pro Woche (0 Punkt)
□ mehrmals pro Woche (2 Punkte)
□ täglich (3 Punkte)
□ täglich mehrfach (5 Punkte)
6. Wie häufig essen Sie Süßigkeiten?
□ selten bis nie (0 Punkte)
□ mehrmals pro Woche (1 Punkt)
□ täglich (2 Punkte)
□ täglich große Mengen (3 Punkte)
7. Wie häufig trinken Sie Alkohol?
□ seltener als einmal pro Woche (0 Punkte)
□ einmal pro Woche (1 Punkt)
□ mehrmals pro Woche (2 Punkte)
□ (mehrere Gläser) täglich (3 Punkte)
8. Wie oft leiden Sie unter Sodbrennen?
□ selten bis nie (0 Punkte)
□ gelegentlich (1 Punkt)
□ häufig (2 Punkte)
□ täglich (3 Punkte)
9. Rauchen Sie?
□ nein (0 Punkte)
□ ja, gelegentlich (1 Punkt)
□ ja, täglich (2 Punkte)
□ ja, mehr als 10 Zigaretten täglich (3 Punkte)
10. Wie oft nehmen Sie Schmerzmittel oder Säureblocker ein?
□ selten bis nie (0 Punkte)
□ gelegentlich (2 Punkte)
□ regelmäßig (3 Punkte)
□ täglich (4 Punkte)
11. Wie häufig treiben Sie Sport?
□ nie (2 Punkte)
□ maximal einmal pro Woche (1 Punkte)
□ mehrmals pro Woche (0 Punkte)
□ Ich bin Leistungssportler. (3 Punkte)
12. Wie oft fühlen Sie sich in Beruf oder Familie gestresst?
□ selten bis nie (0 Punkte)
□ gelegentlich (1 Punkt)
□ häufig (2 Punkte)
□ Ich stehe unter starkem Dauerstress. (4 Punkte)
13. Leiden Sie unter Haarverlust? Wie sehen Ihre Haare aus?
□ Meine Haare sind kräftig und glänzend (kein Haarausfall). (0 Punkte)
□ Meine Haare werden dünner und fallen vermehrt aus (Geheimratsecken bei Männern). (1 Punkt)
□ Meine Haare sind brüchig, das Haar ist ausgedünnt. (2 Punkte)
□ Ich leide unter starkem Haarverlust (ausgeprägte Glatze bei Männern). (4 Punkte)
Auswertung
0–11 Punkte Super! Ihre Lebensweise spricht für einen ausgeglichenen Säure-Basen-Haushalt. Machen Sie weiter so!
12–24 Punkte Sie sind auf dem richtigen Weg!
25–46 Punkte Ihr Lebensstil und Ihre Ernährung bringen Ihren Säure-Basen-Haushalt aus dem Gleichgewicht.
Versuchen Sie, dem entgegenzuwirken. Haben Sie die Möglichkeit, Ihre Ernährung gesünder zu gestalten oder mehr Bewegung in Ihren Alltag einzubauen? Versuchen Sie es Schritt für Schritt. Sie werden mit einem tollen Körpergefühl belohnt!


Milch gilt in unserer Kultur als gesund, und ich erinnere mich noch gut an die seit 1977 von der EU geförderte Schulmilch-Kampagne. Das Kalzium in der Milch soll vor Osteoporose schützen. Merkwürdig ist nur, dass gerade in den »Milchländern« Europa und USA Osteoporose oder Knochenschwund wesentlich verbreiteter sind als in Ländern, in denen Milchprodukte (noch?) nicht zum Ernährungsalltag gehören. Wie kann das sein?
Einerseits leiden in den westlichen Ländern viele Menschen – nicht nur Frauen! – an Osteoporose und andererseits an Gefäßverkalkung durch Kalziumphosphat-Ablagerungen und kalziumhaltige Nierensteine. Dieses erstaunliche Phänomen ist als »Kalzium-Paradox« bekannt, das aber noch nicht wirklich in der Öffentlichkeit angekommen ist.
Die Menschen mit der höchsten Kalzium-Aufnahme überwiegend aus Milch und Milchprodukten weisen die höchste Rate an Hüftbrüchen und Osteoporose auf. Inzwischen ist gut belegt, dass große Mengen Kalzium das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall erhöhen. Offenbar landet das Kalzium nicht dort, wo es hinsoll, nämlich in die Knochen. Stattdessen verkalkt es die Gefäße und fördert das Risiko für plötzlichen Herztod. Man könnte sich jetzt fragen: Ist das ein Irrtum der Natur oder vielleicht eine Folge unserer unnatürlichen Lebensweise? Zur Klärung dieser Frage lade ich Sie ein, tiefer in die Regulierung des Kalzium-Stoffwechsels einzusteigen.
Die Bedeutung von Kalzium und Phosphat
Kalzium ist der mengenmäßig am stärksten vorhandene Mineralstoff in unserem Körper. Rund ein Kilo Kalzium ist hauptsächlich in Knochen, Zähnen, Knorpeln, Haaren und Nägeln eingelagert. Kalzium ist das wichtigste Mineral für unsere Knochen und lebenswichtig für die Blutgerinnung sowie die Funktionen von Muskeln und Nerven. Kalzium als basisches Mineral spielt im Säure-Basen-Haushalt eine wichtige Rolle. Bei einer Übersäuerung nämlich wird Kalzium aus den Knochen freigesetzt, um Säuren im Körper abzupuffern. Der Körper tut – fast – alles, um den pH-Wert des Blutes stabil zu halten und eine lebensgefährliche akute oder Blutazidose zu verhindern.
Eine säurelastige Ernährung mit viel Salz erhöht den Abbau von Kalzium im Knochen, die Kalzium-Ausscheidung über den Urin und die Bildung von Nierensteinen. Statt die Knochen zu stabilisieren und dem Knochenaufbau zu dienen, ist Kalzium vermehrt in Blutgefäßen und Nieren unterwegs und lagert sich ab.
Etwa die Hälfte des Kalziums liegt im Blut frei vor, 40 Prozent sind an Proteine gebunden und 10 Prozent an Phosphat, Citrat, Sulfat und Hydrogencarbonat. Die Menge des freien, ionisierten Kalziums steigt, wenn mehr Säuren im Blut auftreten. Es ist bekannt, dass eine chronische Phosphatbelastung im Blut die Verkalkung von Blutgefäßen und Geweben stark fördert. Bei erhöhten Phosphatspiegeln im Blut kommt es zu einer verstärkten Ausfällung von Kalziumphosphat. Bei chronisch Nierenkranken liegt meist eine metabolische Azidose vor, weil die Nieren die Säuren nicht mehr ausscheiden können. Nierenkranke leiden schon sehr früh an ausgeprägten Gefäßverkalkungen, die man sich nicht so richtig erklären kann.
Dr. Jacob beschreibt diesen Mechanismus folgendermaßen und betont: »Dass mehr Säuren im Blut so stark die Menge an freiem Kalzium im Blut verändern, ist ein extrem wichtiger, unterschätzter Mechanismus und das Kernproblem des Kalzium-Paradoxes. Das freie Kalzium kann jetzt mit Phosphat als das Salz Kalziumphosphat an der Gefäßwand ausfällen und diese ›verkalken‹. Noch schlimmer: Freies Kalzium aktiviert auch die Gerinnungskaskade, das heißt, das Blut gerinnt in den Gefäßen. Genau dieser Mechanismus tritt bei einer Mangeldurchblutung auf: Die Zellen haben zu wenig Sauerstoff und vergären daher Zucker zu Milchsäure. Diese senkt den pH-Wert des Blutes und setzt Kalzium frei, was das Blut gerinnen lässt. So entsteht aus einer Durchblutungsstörung schnell ein Gefäßverschluss, wie bei einem Schlaganfall und Herzinfarkt.«
Kalzium, das auf diese Weise dem Blutkreislauf entzogen wurde und ihm verloren ging, wird aus dem Knochenabbau ersetzt, also den Knochen entzogen. Kalziumphosphat aus Milchprodukten ist besonders problematisch. Mit einem Liter Milch – und der kommt schnell zusammen, wenn man Käse, Joghurt und andere Milchprodukte zusammenzählt – nehmen wir 1200 Milligramm Kalzium und 900 Milligramm Phosphat auf. Käse ist hierbei besonders konzentriert und darüber hinaus stark säurebildend. Wenn große Mengen Kalzium und Phosphat aus der Nahrung auf einmal anfallen, hat der Körper allerhand zu tun, diese aus dem Blut an die richtigen Stellen zu bringen, nämlich in die Knochen, oder sie über die Nieren auszuscheiden. Das Risiko steigt stark an, dass das Kalzium und Phosphat im Blut miteinander als das Salz Kalziumphosphat ausfällen und die Arterien verkalken. Die Gefahr für Herzinfarkt und Schlaganfall wächst.



