- -
- 100%
- +

Ausstattung und Material
(MS) Für das Tafelzeichnen braucht man eine Grundausstattung, die aus Tafel, Papier, Klammern, Farben und Pinseln besteht. Zur Vorbereitung und für ein erweitertes Tafelbild braucht man ein kleines Inventar an weiterem Material, das man Stück für Stück aufbauen kann.
Dieses Kapitel zeigt, was auf jeden Fall gebraucht wird, um ein Tafelbild zu erstellen und zu halten. Wir öffnen unsere Materialkisten und geben einen Einblick, was auf keinen Fall fehlen darf und wie man sein Material sinnvoll erweitern und ergänzen kann.
Tafel
Das Herzstück des Tafelbildes ist selbstverständlich die Tafel. Ohne sie gibt es keine Zeichnung.

Es gibt mehrere Wege, an eine passende Tafel zu kommen. Entweder man improvisiert ein wenig (was sich zum Beispiel für den Anfang zum Ausprobieren anbietet), man baut sie sich selbst oder man schafft sich eine fertige Tafel an.
Provisorische Tafel
Wenn du das Tafelzeichnen erst einmal ausprobieren möchtest, kannst du dir relativ einfach eine Testversion bauen. Eine Möglichkeit ist, sich zwei oder drei Biertische zu besorgen und diese hochkant aufzustellen. Am besten sichert man die Konstruktion (vor allem wenn sie in einer Kinder- oder Jungscharstunde eingesetzt wird), indem man auf die unteren Füße der Biertische einen schweren Gegenstand legt, damit die Konstruktion nicht umfällt. Hilfreich ist es auch, die Tische mit einem Spanngurt aneinander zu binden.
Darauf kann man dann mit Reisnägeln, Klammern oder Klebeband das Papier befestigen. Am besten nutzt man dazu den oberen Teil dieser Konstruktion. Fertig ist die provisorische Ausprobiertafel. Auf Dauer mit diesem Konstrukt zu arbeiten, ist nicht empfehlenswert, da die Tafel zu instabil ist und auch nicht sonderlich schön aussieht.

Kauf einer einfachen Tafel ohne Staffelei
Eine andere Möglichkeit zum Ausprobieren könnte sein, dass man sich erst einmal nur die Holzplatte anschafft und diese auf einem Tisch an eine Wand lehnt. Man kann sie auch auf zwei höhere Stühle stellen. Mit dieser Variante kann man am Anfang ganz gut arbeiten.
Die Holzplatte bekommt man im Baumarkt. Die Holzabteilung sägt sie sogar auf jede gewünschte Größe (zwischen 800 x 1200 mm und 1000 x 1500 mm). Das Material ist eigentlich egal. Falls man etwas Robustes will, ist ein (sehr teures und schweres) Vollholz empfehlenswert. Für die leichtere und günstigere Variante bieten sich dünnere MDF-Platten an. OSB- und Spanplatten sind möglich, splittern aber an den Kanten und sorgen für Spreißel in den Händen.

Kauf einer kompletten Tafel mit Staffelei
Wem die eigene Herstellung einer Tafel zu aufwendig ist, kann sich auch eine fertige Tafel anschaffen. Dazu reichen die oben bereits beschriebene Holzplatte und eine Staffelei.
Die Staffelei bekommt man im Internet oder im Fachgeschäft für Künstler- und Bastelbedarf. Frag einfach nach einer Akademiestaffelei. Preislich bewegt sich solch eine Staffelei zwischen 30 und 150 Euro, je nach Qualität und Ausstattung. Bei der Auswahl sollte vor allem auf die mögliche Bildhöhe und das maximale Gewicht der Platte geachtet werden. Auch Höhenverstellbarkeit und eine Malauflage sind bedenkenswerte Kriterien. Man sollte darauf achten, dass die Staffelei eine Ablagefläche für Farben und Pinsel hat.
Tafel selbst bauen
Wenn du handwerklich begabt bist, jemanden kennst, der es ist, oder du ausprobieren möchtest, ob du es bist, dann kannst du dir deine Tafel auch selbst bauen bzw. bauen lassen.
Oliver Dongus, der die Tafel von Autorin Carolin Bader gebaut hat, hat extra eine Bauanleitung verfasst und sie zur Verfügung gestellt, damit du dir deine Tafel selbst bauen kannst. Ganz herzlichen Dank für die Mühe und Großzügigkeit!
Die ausführliche Bauanleitung findest du im Anhang.
Gebrauchte oder neue Tafeln und weiteres Material können bei Mika Sinn (mika.sinn@gmail.com) angefragt und, falls vorrätig, auch bestellt werden.
Papier
Der nächste grundlegende Bestandteil des Tafelbildes ist das Papier. Die Tafel muss jedes Mal neu mit einem Bogen Papier bespannt werden, um darauf zu malen. Dazu braucht man ein sehr großes Papier.
Falls du nur gelegentlich mit der Tafel erzählen willst, ist es ratsam, Papierbögen zu benutzen. Geh einfach mit den Maßen deiner Holzplatte in ein Bastelgeschäft oder eine Druckerei und frag nach zugeschnittenen Papierbögen in dieser Größe. Achte dabei darauf, einen Überschuss von 5–10 cm pro Seite zu berechnen, um das Papier mit den Klammern (siehe nächster Abschnitt) gut befestigen zu können.
Wenn du die Tafel öfter benutzt, empfiehlt es sich, eine Papierrolle anzuschaffen. Dabei ist es wichtig, dass die Rolle mindestens so breit wie die Holzplatte hoch ist. Auch hier sollte man einen Überschuss von 5–10 cm zum Befestigen einplanen.
Papierrollen kann man sowohl im Internet bestellen als auch im Papierfachhandel oder über einen Architekturbedarf kaufen. Du kannst dein Glück auch bei einer regionalen Druckerei vor Ort versuchen und fragen, ob sie Restrollen in bestimmter Größe haben. Die bekommst du eventuell günstig oder sogar kostenlos.
Falls man keine Rollen in der Größenordnung der Tafel findet (meistens bekommt man die Rollen mit einer Breite bis zu 70 cm), kann man die Tafel auch mit zwei Papierbahnen untereinander bespannen. Dabei sollte der obere Papierstreifen über dem unteren liegen. Die beiden Bahnen werden mit (doppelseitigem) Klebeband aneinander geklebt, damit das Papier nicht unschön absteht.
Praxistipp
Auch bei einem großen schwedischen Einrichtungshaus gibt es kleinere Malpapierrollen (47 cm x 30 m) für günstige 4 Euro. Mit ein wenig Arbeit und viel Klebeband bekommst du auch damit brauchbare Papierbahnen für wenig Geld.
Papierarten mit den Bezeichnungen Mal-, Skizzen-, Zeichen-, Architekten- oder Plotterpapier kann man auf jeden Fall ohne Bedenken bestellen und benutzen. Aufmerksam sollte man auch bei der Papierbreite (wie oben beschrieben) und der Papierstärke sein. Je niedriger die Papierstärke, desto schneller knittert das Papier und desto transparenter ist es. Eine Papierrolle 100 cm x 50 m bekommt man je nach Qualität für 15 bis 30 Euro.
Klammern
Der Papierbogen muss nun noch an der Tafel befestigt werden. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten.
Als Einsteiger kann man das Papier mit Kreppband oder Reisnägeln befestigen. Dazu faltet man die überstehenden Ränder auf die Rückseite der Tafel und bringt an den Überlappungen des Papiers einen Reisnagel oder ein Stück Kreppband an. Wenn es ganz straff gespannt sein soll, kann man jeweils in der Mitte des Papiers zwischen den beiden anderen Befestigungen eine weitere anbringen.
Um schnell und effektiv zu arbeiten, bietet es sich an, Foldback-Klammern zu benutzen. Sie haben im Vergleich zu anderen Befestigungsmethoden viele Vorteile: Sie sind leicht anzubringen, fixieren das Papier extrem gut und sind sehr leicht zu korrigieren beziehungsweise zu verschieben. Man kann sie auch ganz leicht wieder entfernen, ohne Rückstände zu hinterlassen. Kaufen kann man sie im Büro- oder Bastelbedarf und im Internet. Empfehlenswert sind Foldback-Klammern mit 51 mm. Je nach Qualität bekommst du 6–10 Stück ab ca. 5 Euro. Empfehlenswert sind insgesamt acht Klammern, dann hast du für jede Seite ein bis zwei Stück.

Praxistipp
Grundsätzlich ist bei der Befestigung der Papierbögen darauf zu achten, dass die Bögen straff gespannt werden. Am besten lässt es sich an einer Seite anfangen. Hat man das Papier dort befestigt, zieht man es straff über die Tafel und fixiert es auf der gegenüberliegenden Seite. Danach kann man es noch oben und unten befestigen. Falls das Papier wellig sein sollte, kannst du es glatt streichen und an den jeweiligen Rändern noch einmal nachjustieren.
Farben
Ein wichtiges Element beim Tafelbild ist natürlich die Farbe. Ohne Farbe entsteht kein Bild. Grundsätzlich gibt es ziemlich viele Arten von Farbe. Allerdings ist nicht jede perfekt für das Tafelzeichnen nutzbar. Daher sind hier ein paar Farben zusammengestellt, die sich als hilfreich und nützlich herausgestellt und vor allem in der Praxis bewährt haben.
Nicht optimal sind Farben wie Wasserfarben, Wachsmalstifte, Filzstifte oder Eddings, Wandfarbe und Holzstifte. Diese Farben decken entweder zu wenig oder sind zu dünn. Zu schwache Farben sind für die Kinder schlecht erkennbar. Andere Farben sind nur langsam aufzubringen und stören dabei die Erzählung, um die es ja eigentlich geht. Auch wenn die Farben große Flächen nicht sauber und schnell füllen können, wird es problematisch. Das heißt nicht automatisch, dass man diese Farben nie brauchen wird, denn für die Vorbereitung oder für einzelne Elemente kann man sie trotzdem nutzen. Als Hauptfarben sind sie aber nicht empfehlenswert.
Drei Kriterien muss eine Farbe haben:
– Du musst schnell mit ihr umgehen können.
– Sie muss deckend sein.
– Du musst große Flächen mit ihr ausmalen können.
Tempera Powder

Diese Farbe wird als Pulver gekauft und mit Wasser angerührt. Sie ist die sauberste und geschmeidigste Farbe, wenn es darum geht, sie aufzutragen. Mit ihr kann man ohne Probleme auch lange Linien sauber ziehen und das Ergebnis sieht sehr schön aus. Ihr Vorteil liegt auch darin, dass sie nie unbrauchbar wird. Selbst wenn die angerührte Farbe sehr lange steht und eintrocknet, reicht ein wenig Wasser, um sie wieder benutzen zu können. Auch die Pinsel müssen nicht ausgewaschen werden, sondern können im eingetrockneten Zustand jederzeit wieder benutzt werden. Das liegt daran, dass die Farbe aus feinem Pulver besteht und in diese Form immer wieder zurückkehrt.
Man kann die Farbe sehr einfach mischen. Da man allerdings für ein Tafelbild mit fünf bis sechs grundlegenden Farben locker auskommt und es von einigen Herstellern eine große Auswahl an Farbvarianten zu kaufen gibt, ist das Mischen fast nicht nötig.
In den anderen Grundeigenschaften steht sie den anderen Farben fast in nichts nach. Nur in der Farbintensität kann sie nicht mithalten. Sie ist eher matt und glänzt nicht. Für einen häufigen Einsatz, aber auch für den sehr seltenen Einsatz ist Tempera Powder zu empfehlen. Allerdings ist sie relativ schwer und nur in großen Mengen zu beschaffen.
Stärken: Optimale Eigenschaften für das Tafelzeichnen. Sehr geschmeidige und saubere Zeichnungen. Wird nie unbrauchbar, selbst wenn sie eintrocknet. Jederzeit sofort benutzbar. Wenig pflegebedürftig. Für missionarische Einsätze mit mehreren Einsatzteams geeignet, weil das Pulver gut zu portionieren ist und nicht luftdicht verpackt sein muss. Sehr zuverlässig und schnell in der Verwendung an der Tafel.
Schwächen: Schwer zu beschaffen (einer der wenigen Hersteller hat seinen Sitz in Australien). Nur in größeren Mengen erhältlich. Etwas blasser als die anderen Farben. Etwas teurer als die anderen Farben.
Bezug z. B. über https://www.eckersleys.com.au/products/ec-tempera-powder (Stand August 2017), ab ca. 7,50 Euro für 250g Pulver, 10-15 Farben zur Auswahl; in kleineren Mengen auf Anfrage bei Mika Sinn (mika.sinn@gmail.com)
Plakatfarben

Plakatfarben sind Farben auf Wasserbasis. Verglichen mit Tempera Powder haben sie ein paar Vorteile. Vor allem sind sie leicht zu beschaffen. Man bekommt sie in jedem gut geführten Bastelladen oder über das Internet. Die Farbauswahl ist sehr groß und mit ein wenig Geschick, Kreativität und Können kann jede gewünschte Farbe gemischt werden. Da die Farben in gut verschließbaren Plastikflaschen abgefüllt sind, kann man die benötigten Farben für das Tafelbild immer aktuell portionieren und hat weniger Überschuss. Die restliche Farbe kann man über Jahre in den Plastikflaschen aufbewahren, ohne dass sie eintrocknet.
Die Farben sind zwar auf Wasserbasis, allerdings sollten die Pinsel ausgespült werden, da die Borsten sonst verkleben. Mit Seife und Wasser bekommt man die Pinsel sauber.
Um die Farben optimal zu nutzen, sollten sie aber noch etwas aufbereitet werden. Wenn sie pur benutzt werden, sind sie zwar sehr schön deckend, aber man kann nicht schnell genug längere Zeichnungen und Schriftsätze malen. Das liegt daran, dass die Farben zu dickflüssig sind. Daher empfiehlt es sich, die Plakatfarben in einem Extraglas mit ein wenig Wasser anzurühren, um sie etwas flüssiger zu machen. Am besten machst du das gleich in dem Glas, das du später auch beim Malen benutzen möchtest. Hier ist ein wenig Übung und Experimentierfreudigkeit gefordert.
Stärken: Decken gut. Farbintensiv. Einfach zu portionieren. Leicht zu beschaffen. Große Farbauswahl. Können bei Bedarf gemischt werden. Relativ pflegeleicht. Günstig.
Schwächen: Muss gut gemischt und angerührt werden. Manchmal ein wenig schwerfällig in der Benutzung, wenn das Mischverhältnis nicht stimmt. Tropft schnell. Trocknet an der Luft relativ schnell ein.
Ab 5,50 Euro für 1 l Farbe, 15–20 Farben zur Auswahl
Cromarfarben

Cromarfarben sind den Plakatfarben am ähnlichsten, unterscheiden sich aber in ein paar Kleinigkeiten. Die Farben sind auch auf Wasserbasis und ähnlich leicht zu beschaffen. Auch hier ist es wichtig, dass du ein gutes Farbe-Wasser-Mischverhältnis findest, mit dem du optimal arbeiten kannst.
Im Gegensatz zu Plakatfarben verlaufen Cromarfarben nicht so schnell, tropfen weniger und sind geschmeidiger aufzutragen. Vor allem ist aber die Farbintensität bei Cromarfarben höher als bei den anderen Farben. Wenn die Farben getrocknet sind, erhalten sie einen schönen, satten perlend-leuchtenden Glanz. Sie sehen einfach schöner aus. Die Qualität hat allerdings auch ihren Preis, denn Cromarfarben kosten deutlich mehr als Plakatfarben.
Eine Besonderheit an Cromarfarben ist, dass die Farben transparent sind. Die Farben decken also nicht, sondern sie überlagern sich. Interessant wird das, wenn man mit zwei Farben übereinander malt. Da die Farben nicht vollständig decken, scheint die Farbe durch, die unter der aufgetragenen Fläche liegt. Das kann zwar manchmal schön sein, kann aber auch nerven, wenn man deckende Flächen malen möchte. Gerade wenn man mit Farben übereinander malt, gibt das Farbmischungen, die manchmal nicht so schön aussehen. Schwarz deckt größtenteils alles gut ab, lässt aber trotzdem die untere Farbe leicht durchschimmern. Für Glasmalereien sieht das alles schön aus. Da beim Tafelzeichnen aber nicht auf Glas, sondern auf Papier gemalt wird, muss dieser Effekt gut bedacht werden. Die anderen Farben bringen hier einen Vorteil.
Stärken: Satte, glänzende Farben. Einfach zu portionieren. Leicht zu beschaffen. Kann bei Bedarf gemischt werden. Relativ pflegeleicht. Verläuft nicht.
Schwächen: Trocknet an der Luft relativ schnell ein. Weniger Farbauswahl. Farben decken nicht, sondern überlagern sich. Relativ teuer.
Ab 6,50 Euro für 500 ml Farbe, ca. 10 Farben
Welche Farbe ist die beste?
Nun, das sind die Farben, die wir lieben und mit denen wir am besten arbeiten. Jetzt liegt es ganz an dir herauszufinden, welche Farbe für dich die beste ist, weil du gut mit ihr umgehen kannst und sie dir bei der Erzählung am meisten hilft. Im Endeffekt gibt es keine „beste“, sondern nur eine, die am besten zu deinen Ansprüchen passt.
Alle Farben einmal auszuprobieren wäre toll. Das kann aber ganz schön stressig und teuer werden.
Daher lautet der Einsteigertipp: Nimm die Plakatfarbe. Die ist am günstigsten und hat gute Eigenschaften. Wenn du dich mit dieser Art der Erzähltechnik einmal angefreundet hast, kannst du immer noch experimentieren und Schritt für Schritt neue Farben ausprobieren, eventuell auch anschaffen. Das Ergebnis stimmt nachher mit jeder Farbe. Mal leuchtender, mal günstiger, das andere Mal deckender, meistens aber schnell und unkompliziert.

Farbauswahl
Jetzt hast du dich vielleicht in Gedanken schon für eine Farbe entschieden und wolltest gerade los, um dir eine Grundausstattung zu kaufen. Doch welche Farben braucht man überhaupt? Reicht ganz minimalistisch ein Topf schwarze Farbe oder nimmt man doch lieber Schwarz, Rot und Gelb, damit man wenigstens eine Deutschlandfahne malen kann? Oder nimmt man gleich noch Ocker, Altrosa, Babyblau, Aubergine, Mint und Bordeaux mit in den Einkaufswagen, weil Farbenvielfalt grundsätzlich nicht schaden kann?
Glücklicherweise beschränken sich die Hersteller auf eine bestimmte Farbauswahl (zwischen 10 bis 20 Farbtönen kannst du teilweise wählen). Unverzichtbar ist schwarze Farbe. Die braucht man immer und überall. Dazu reichen die fünf Farben Rot, Blau, Grün, Gelb und Braun. Mehr braucht man eigentlich nicht. Zur Not kann man sich aus diesen Farben ja auch noch weitere mischen. Hierfür ist eine Tube Weiß oft hilfreich.
Natürlich darfst du dir gern noch andere Farben anschaffen und mit ihnen arbeiten, lass dich in deiner Kreativität nicht einschränken. Je mehr Liebe und Fantasie du hineinsteckst, umso besser. Aber für den Anfang (und eigentlich auch auf Dauer) reichen die sechs Farben völlig aus.
Farben in Gläser abfüllen und anrühren
Um die Farben später an der Tafel benutzen zu können, muss man sie in Behälter abfüllen und eventuell auch abmischen oder anrühren. Dafür kann grundsätzlich jede Art von Behälter genutzt werden. Vom Joghurtbecher bis zum Regenfass ist alles möglich, allerdings nicht alles nützlich und hilfreich.
Am besten eignen sich kleinere Marmeladengläser oder Gläser für Babynahrung. Wichtig ist, dass die Gläser vor dem Gebrauch sauber gespült werden und der Deckel aufbewahrt wurde, denn auch den braucht man natürlich.
Praxistipp
Wenn man sechs gleiche Gläser benutzt, sieht das optisch schöner aus.
Am besten rührt man die Farben schon vor dem Einsatz in den Gläsern an, um zu testen, wie sie am besten funktionieren. Dazu fängt man mit wenig Wasser an und steigert das immer ein bisschen mehr, sodass die Farbe nicht zu dünn wird. Optimalerweise sollte sie so flüssig sein, dass man eine Linie ohne großen Qualitätsverlust über mindestens die halbe Tafel ziehen kann, aber auch so dick, dass die Farbe nicht bei kürzeren Linien tropft und ungewollte „Nasen“ zieht.
Praxistipp
Man sollte höchstens ein Drittel des Glases mit Farbe füllen. Sonst wird der Stiel des Pinsels immer mit in die Farbe getaucht und alles tropft und klebt. Für ein Tafelbild braucht man sowieso nie mehr.
Farben gut durchrühren
Wichtig ist auch, dass die Farben direkt vor der Erzählung ordentlich durchgerührt werden. Selbst wenn sie nur eine Nacht lang stehen, setzt sich die Farbe nach unten ab. Oben ist dann eine viel dünnere Farbflüssigkeit, die kaum deckt, schnell verläuft und tropft. Daher sollte man die Farbe kräftig mit dem Pinsel durchrühren, bis der Bodensatz komplett verrührt ist. Vor allem bei den Pulverfarben ist das sehr wichtig.
Praxistipp
Ich mache es oft so, dass ich selbst während des Erzählens, kurz bevor ich etwas an die Tafel malen möchte, den Pinsel und das Farbglas in der Hand halte und dann noch einmal kurz durchrühre. Dann kann man sicher sein, dass die Farbe gut funktioniert.
Pinsel
Man braucht zum Tafelzeichnen so viele Pinsel, wie man Farben hat. In unserem Fall also sechs Stück. Empfehlenswert ist aber, ein oder zwei Pinsel mehr in Reserve zu haben. Hin und wieder malt man mit Öl oder anderen Stoffen auf die Tafel (siehe Kapitel „Pimp your Tafelbild“). Die Farbpinsel bleiben dann sauber und einsatzbereit.
Pinsel gibt es in jeder Ausführung und Größe. Am besten eignen sich runde Borstenpinsel. Sie unterscheiden sich in ihrer Größenbezeichnung und Form. Die Größen 16 und 18 eignen sich am besten. Der Pinselhals aus Metall sollte um die 1,0-1,2 cm breit sein. Man kann auch Borstenpinsel mit breitem, flachem Hals benutzen, allerdings kann man mit dem rundem Hals gleichmäßigere Linien ziehen. Ansonsten unterscheiden sie sich nur in der Liniendicke.

Ganz wichtig ist, darauf zu achten, dass man einen Pinsel mit langem Stiel (25-30 cm) kauft. Ein solcher Pinsel kostet je nach Qualität zwischen 1 und 2 Euro. Da es sich um einen Standardpinsel handelt, findet man ihn in vielen Bastelläden.
Praxistipp
Es ist ratsam, immer mal wieder die Schnäppchenaugen offen zu halten, denn auch die großen Discounter bringen in regelmäßigen Abständen Pinselsets für Acrylfarben ins Angebot. Da kann man dann sehr günstig zuschlagen und sich ein breites Sortiment anschaffen.
Die Pinsel sollten groß genug sein, damit deine Bilder auch aus einiger Entfernung noch gut zu erkennen sind. Deshalb ist beim Pinselkauf darauf zu achten, dass die Pinsel in einem gewissen Verhältnis zur Tafel stehen. Bei einer kleineren Tafel sollten lieber kleinere Pinsel verwendet werden.
Ich habe grundsätzlich einen großen Vorrat an Pinseln in meinem Materialkoffer. Mehrere Größen und Arten von Pinseln sowie ein paar Ersatzpinsel sind immer vorhanden. Gerade zum Vorbereiten der Tafelbilder ist ein wenig mehr Auswahl hilfreich, um Details besser malen zu können. Bei der „Performance“ an der Tafel sollten allerdings höchstens ein oder zwei Standardpinsel benutzt werden. Mit Details kann man sich während der Verkündigung nicht mehr aufhalten. Dazu aber später mehr.
Farbkasten und Materialkiste
Ein Farbkasten ist etwas total Praktisches. Er hält alle Farben, Pinsel und andere Kleinigkeiten zusammen. Man braucht sich nur den Kasten zu schnappen und ist einsatzbereit. Natürlich nur dann, wenn er ordentlich gepflegt und instand gehalten wird.

Man kann sich einen solchen Farbkasten selbst bauen, puristisch auf einen passenden Pappkarton zurückgreifen oder einen standardisierten Kasten anschaffen und eventuell anpassen. Letzteres ist meist am sinnvollsten. Empfehlenswert sind vor allem Werkzeugkästen aus Kunststoff, die es im Baumarkt zu kaufen gibt. Es gibt sie in allen Größen, Ausführungen und für diejenigen mit extrem viel schwerem Material sogar mit Rollen. Wer gern selbst Hand anlegt und bastelt, kann sich auch einen Einsatz für die Farbgläser aus Holz bauen, damit sie nicht im Kasten herumrutschen.




