Wild Swimming Frankreich

- -
- 100%
- +




Inhalt
Regionen
Vorwort
Sicherheit & Verantwortung
Los geht’s
Badestellen auf einen Blick
Schlösser und Ruinen
Gastronomie
Familientauglich
Springen, Rutschen, Schaukeln
Kanufahren
Campen am Wasser
Wasserfälle
Mit Fahrrad oder Bahn
Schluchten & Felsformationen
1Normandie & Pariser Umland
2Loiretal
3Morvan & Burgund
4Creuse & Vienne
5Charente & Limousin
6Millevaches & Auvergne
7Périgord vert & blanc
8Corrèze & Auvergne
9Dordogne
10Lot, Célé & Aveyron
11Pyrénées Atlantiques
12Corbières & Roussillon
13Languedoc & Gard
14Cévennes & Tarn
15Ardèche
16Jura & Haute Savoie
17Drôme & Zentralalpen
18Vaucluse & Provence
19Var &Verdon
20Alpes-Maritimes
21Korsika
Ortsregister
Gefahren & Zugangsrecht
Danksagung
Regionen
1.Normandie & Pariser Umland
2.Loiretal
3.Morvan & Burgund
4.Creuse & Vienne
5.Charente & Limousin
6.Millevaches & Auvergne
7.Périgord vert & blanc
8.Corrèze & Auvergne
9.Dordogne
10.Lot, Célé & Aveyron
11.Pyrénées Atlantiques
12.Corbières & Roussillon
13.Languedoc & Gard
14.Cévennes & Tarn
15.Ardèche
16.Jura & Haute Savoie
17.Drôme & Zentralalpen
18.Vaucluse & Provence
19.Var &Verdon
20.Alpes-Maritimes
21.Korsika




Vorwort
Wild Swimming bedeutet Baden in natürlichen Gewässern wie Flüssen, Seen und Wasserfällen, und Frankreich, das Paradies des Wild Swimming, besitzt diese im Überfluss. Frankreichs Gewässer sind sauberer denn je, und die Vorteile des Wild Swimming liegen auf der Hand. Medizinische Studien belegen die positive Wirkung auf Immunsystem, Wohlbefinden und seelische Gesundheit. Die Landbevölkerung schwimmt seit jeher in ihren Flüssen, und es gibt über 1.300 offizielle Strände.19
In diesem Reiseführer sind die schönsten traditionellen Badestellen Frankreichs aufgelistet, von bekannten Klassikern bis zu versteckten Geheimtipps. Dabei konzentrieren wir uns auf die landschaftlich spektakulärsten Regionen. Wir beginnen unsere Reise in der Normandie und dem Norden – ideal für Wochenendausflüge von Paris. Das schöne Loiretal mit seinen Märchenschlössern und Waldseen entpuppt sich als überraschend wild, ebenso wie die Berge und Flüsse des Morvan in Burgund. Richtung Süden bieten Charente, Limousin, Auvergne und Périgord ebenso unberührte wie geschichtsträchtige Landschaften. Noch weiter südlich findet man in den Tälern von Aveyron, Lot und Dordogne und ihren schönen Nebenflüssen viele malerische Dörfer, in denen man Rast machen kann.
Die Pyrenäen sind berühmt für ihre heißen Quellen und stillen Bergseen mit Felsen, von denen man springen, und Inseln, zu denen man schwimmen kann. Languedoc und Corbières sind heiße, trockene Weinregionen, die von Hérault und Vis bewässert werden. Diese Flüsse strömen aus großen Höhlenöffnungen in verwunschene Grotten, die Legenden und Volkssagen heraufbeschwören. Die Cevennen, die schon Robert Louis Stevenson einst mit seinem Esel durchquerte und die immer noch Wolfsgebiet sind, gelten als eine der wildesten Regionen. Sowohl die Schluchten der Ardèche mit der Pont d‘Arc als auch der Gardon mit seinem römischen Aquädukt sind zu Recht bei Kanufahrern und Schwimmern beliebt. Doch wenige erkunden die Oberläufe und Nebenflüsse, wo durch Vulkanaktivität eine außergewöhnliche Landschaft aus Felsbögen und Basaltsäulen entstanden ist.
Wenn wir die Rhône Richtung Jura überqueren, befinden wir uns im Land der Wasserfälle. Von hier folgen wir der Drôme und besuchen die großen Seen und Canyons der alpinen Landschaftsschutzgebiete. In der Provence stoßen wir mit dem Verdon auf die tiefste Schlucht Europas, und seine Seen haben vielleicht das dunkelste Blau in ganz Frankreich, während die Wasserfälle an tropische Oasen erinnern, die man eher in Costa Rica als in Europa vermuten würde. Richtung Avignon wird die Landschaft trockener, doch auch hier gibt es blaue Tümpel, die sich aus unterirdischen Quellen speisen – wenn man weiß, wo man suchen muss. In den wilden Bergen im Hinterland von Nizza betreten wir das Land der clues – weiße Kalkstein-Canyons mit riesigen jadegrünen Tümpeln und tosenden Wasserfällen, von denen manche Canyoning-Ausrüstung erfordern, doch viele der besten sind zu Fuß erreichbar. Von hier aus ist das schroffe Korsika mit der Fähre nur einen Katzensprung entfernt – mit seinen Tümpeln und hoch aufragenden Bergen, die ebenso spektakulär sind wie seine legendären Strände, wohl eine der schönsten Wild-Swimming-Locations Frankreichs, wenn nicht gar weltweit.
Glossar
à vos risques et périlsauf eigene Gefahrbarque/bac kleines Boot/Fährebarrage/déversoir Staudamm/Wehrboucle Flusswindungcascade/saut Wasserfallchemin de halage Leinpfadclue/canyon Schlucht/Canyoneau doux Süßwasserécluse Schleuseembarquement Steg/Anlegerétang/lac Teich/Seefalaise/roche/grotte Klippe/Felsen/Höhlefont/source/(résurgence) Quellegalet/caillou Kieselgour/gouffre/marmite Felstümpel/Gletschertopfhalte nautique Anleger für Boote/Kanusinterdit/interdite verbotenlavoir Waschhausmise à l’eau/glissade Bootsrampe/Slipanlagenon aménagé/surveillé unbeaufsichtigtpasserelle/pont Brücke(pierres de) gué Furt/Flussübergangplage/baignade Strand/Badestelleplan d’eau See/Freizeitbadplonger/sauter springenprofond/peu profond tief/flachrandonnée aquatique Wasserwanderungrive gauche/droite linkes/rechtes Uferretenue Stauseeruisseau, gave, torrent Flusssable/gravier Sand/Kiessource chaude heiße Quellevasque/bassin Wasserbecken/PoolSicherheit – 10 goldene Regeln
1 Nie allein schwimmen und stets ein Auge auf unsichere Schwimmer haben.
2 Die eigenen Grenzen kennen, langsam an die Wassertemperatur gewöhnen und in Ufernähe bleiben. Kaltes Wasser schränkt die Kräfte ein, kann zu Krämpfen oder gar Kälteschock und Ertrinken durch Panik führen.
3 Starke Strömung wie z. B. unter großen Wasserfällen, Stromschnellen und Stauwehren meiden, da sie einen unter Wasser ziehen kann.
4 Wenn man stromabwärts von Staudämmen mit Wasserkraftwerken oder nach Regenfällen in Schluchten schwimmt, auf wechselnde Wasserpegel gefasst sein.
5 Genügend Abstand von Booten halten.
6 Nur ins Wasser springen, wenn man es gründlich auf Tiefe und mögliche Hindernisse geprüft hat.
7 Immer vergewissern, wie man wieder rauskommt, bevor man reingeht, vor allem in großen Flüssen mit starker Strömung.
8 Vernünftiges Schuhwerk tragen.
9 In Niederungen bei Dürre und starkem Regen auf die Wasserqualität achten.
10 Den direkten Kontakt mit Blaualgen meiden.

Sicherheit &
Verantwortung
Im französischen Gesetz ist ein allgemeines Baderecht verankert, doch jeder, der die hier vorgestellten wundervollen, einsamen Orte abseits ausgetretener Pfade besucht, ist angehalten, sie mit Anstand und Respekt zu behandeln und Rücksicht auf Flora, Fauna und Mitmenschen zu nehmen.
Parken Sie mit Bedacht, ohne enge Straßen oder Wege zu blockieren. Lassen Sie stets genug Platz für große Fahrzeuge wie Lkws, Traktoren oder Feuerwehrautos.
Hinterlassen Sie alles so, wie Sie es vorgefunden haben, und nehmen Sie am besten auch den Müll der anderen mit. Vermeiden Sie Wild Camping und offenes Feuer – auch wenn wir Tipps geben, wo man notfalls nachts parken kann

Von den französischen Flüssen und Seen, die regelmäßig kontrolliert werden, weisen ca. 79 Prozent eine ausgezeichnete Wasserqualität auf, die jedoch von Regenfällen und Jahreszeiten beeinträchtigt wird, ebenso wie die Sicherheit. Flüsse können nach starken Regenfällen reißende, schlammige, gefährliche Ströme werden und Seen nach langer Dürre umkippen

Die wenigen Stellen, an denen Baden ausdrücklich verboten ist, haben wir markier


Los geht’s
In diesem Buch sind 1.000 Badestellen aufgelistet, und alle lassen sich anhand von Karten, Wegbeschreibungen und Koordinaten ganz leicht finden. Tipps mit einem * sollte man auf keinen Fall verpassen! Die angegebene Länge der Fußmärsche bezieht sich immer nur auf eine Richtung. Wenn keine explizite Ausgangsposition angegeben ist, startet man im jeweiligen Ort. Ortsnamen auf Schildern sind in Klammern gesetzt, z. B. „links abbiegen (Uzès)“.
Die Koordinaten sind im digitalen Standardformat WGS84 mit vier Dezimalstellen angegeben, d. h. auf 5 Meter genau. (Nicht mit den Telefonnummern verwechseln.) Wenn sich in der Nähe ein Parkplatz oder der Ausgangspunkt eines Wanderwegs befindet, sind diese möglicherweise angegeben. Wenn bei einem Eintrag mehrere Badestellen empfohlen werden, beziehen sich die Koordinaten auf die zuerst genannte. Die Koordinaten-Angaben funktionieren in jeder Karten-App, aber achten Sie stets darauf, dass die Anfahrtsstraße zur richtigen Uferseite führt. Für abgelegene Stellen sollte man zusätzlich die topografischen Karten des französischen Instituts Géographique National (IGN) nutzen (1:25.000). Auf Geoportail.gouv.fr kann man diese umsonst einsehen und ausdrucken.
Wer eigene Badestellen entdecken will, konzentriert sich auf Flusswindungen und Abschnitte oberhalb und unterhalb von Stauwehren (barrage) oder hält Ausschau nach Wasserfällen, Berg- und Stauseen (in ausreichender Entfernung zu Staudämmen). Waldseen, oft aus alten Steinbrüchen entstanden, sind ebenfalls herrlich, aber häufig von Angelvereinen gepachtet.




Badestellen auf einen Blick

Schlösser und Ruinen
Schwimmen Sie unterhalb von prächtigen Schlössern, und atmen Sie vom Wasser aus französische Geschichte.

37 pont romain (45)
45 chenonceau, chisseaux (46)
18 burgruine crozant (68)
24 angles-sur-l'anglin (71)
13 bourdeilles (107)
10 la roque st-christophe (137)
27 château de belcastel (140)
14 château de cénevières (151)
19 sauveterre-de-béarn (171)
24 gorges de galamus (185)
39 canaveilles (188)
33 la baume (201)
14 castelbouc (213)
9 pont du diable (226)
34 château de duingt (246)
28 lac des merveilles (309)
Gastronomie
In der Nähe einer Auberge oder empfehlenswerter Lokale.

17 la guinguette des îles (40)
22 port-guyot (42)
33 veigné (44)
39 la gabrière (72)
16 moulin neuf d'échoisy (82)
20 le moulin du breuil (96)
11 guinguette de renamont (107)
24 le maury (124)
5 la plaine, bézenac (135)
43 manjocarn café (160)
26 aren (171)
2 pont de réals (195)
29 lac genin (245)
33 plage de l'agneau (274)
Familientauglich
Vorwiegend flach und perfekt für Kinder und Senioren.

54 marcilly-sur-seine (31)
9 saut de gouloux (55)
28 tonnerre (58)
3 néons-sur-creuse (65)
5 lurais (65)
15 montcocu/cromay (68)
11 halte nautique, aunac (81)
34 lac plaisance (86)
2 chenaud (105)
10 lisle (107)
12 lac d'ilay (239)
36 plage d'angon (246)
1 pont-en-royans (253)
16 pont, savel (256)
11 pont du toulourenc (269)
13 plage de bauduen (263)

Springen, Rutschen, Schaukeln
Tiefe Stellen für große Sprünge. Mit Vorsicht genießen!

30 annay-sur-serein (59)
23 vibrac (84)
2 chenaud (105)
30 gorges de gouleyrous (186)
14 pont du diable (197)
23 cirque de navacelles (199)
34 pont de collias (201)
29 l’hort de dieu (215)
3 gouffre de l’enfer (225)
11 orgues basaltiques (226)
35 roc de chère (246)
7 gorges du loup (303)
15 clue de st-auban (305)
31 ravin de redebraus (311)
20 le travo, chisa (323)
25 polischellu (327)
Kanufahren
Mieten Sie sich ein Kajak, ein Tretboot oder ein Paddleboard.

4 clécy (23)
8 les forges, taizé-aizie (79)
11 halte nautique, aunac (81)
21 vindelle (84)
15 brantôme (107)
16 les pendoilles (138)
23 st-sulpice (154)
41 cazals (159)
7 tarassac (195)
34 pont de collias (201)
16 le planiol, la malène (214)
11 gorges de baudinard (283)
16 pont du galetas (283)
28 delta du fango (328)
Campen am Wasser
Schöne Badestellen, einfache Ausstattung, entspannte Atmosphäre.

5 port gaurion (39)
11 l’engrenage (40)
22 barrage des combes (97)
12 moulin de mel (137)
25 le moulin vieux (154)
30 le tachier, st-projet (155)
7 tarassac (195)
18 st-étienne d’issensac (198)
19 moulin neuf (198)
8 cocurès (209)
13 montbrun (213)
13 lac de narlay (240)
8 les trois becs (254)
29 la roche-de-rame (258)
9 vasques de nogrio (321)
21 plages de solenzara (324)

Wasserfälle
Dramatische Kaskaden und natürliche Whirlpools.

15 cascade des jarrauds (94)
30 gour saillant (97)
38 cascade du saut ruban (112)
19 cascades de murel (123)
36 cascades d’entraigues (126)
42 cascade de babory (128)
9 gorges d’héric (195)
23 cirque de navacelles (199)
11 cascade du tapoul (213)
10 le gour bleu (239)
22 cascade de vulvoz (244)
2 cascade blanche (253)
5 chute de la druise (253)
14 clue d’aiglun (305)
29 ruisseau de planfaé (311)
23 csd de purcaraccia (324)
Mit Fahrrad oder Bahn
Badestellen in der Nähe von Bahnhöfen und Radwegen.

5 boucle du hom (23)
7 le val de maizet (24)
42 coudray-montceaux (28)
44 ancien embarcadère (28)
45 bois-le-roi (29)
19 lac de l’île millocheau (42)
22 port-guyot (42)
41 villandry (45)
4 tournon-saint-pierre (65)
24 lamelette, sourzac (108)
25 écluse mauriac, neuvic (109)
33 voie verte, arbus (173)
38 gorges de faget (177)
26 pertes de la valserine (245)
Schluchten & Felsformationen
Dramatische Felsen und Schluchten.

14 grottes d’arcy (56)
21 rochers de jupille (68)
32 copeyre, gluges (143)
22 ressel-austritt (154)
53 gouffre de l’oeil doux (189)
32 pont d’arc (232)
7 source du lison (239)
28 cascades des carmes (291)
4 arche de ponadieu (303)
10 pont de la cerise (304)
13 clue du riolan, aiglun (305)
22 clue de l’infernet (308)
23 la laune de l’éléphant (308)
34 ruisseau d’audin (312)
22 gorges de fiumicelli (324)
24 gorges de la vacca (327)


Normandie &
Pariser Umland

Highlights
→ Badespaß in Clécy mit Stauwehren, Tretbooten und Schwingseilen unterhalb der Berge der Normannischen Schweiz (4).
→ Tauchen Sie in das jadegrüne Wasser des Étang de Moussuette, tief in den Wäldern des Naturpark Le Perche (13).
→ Besichtigen Sie die Höhlenkirche bei La Roche-Guyon, und springen Sie danach in die Seine (24).
→ Unternehmen Sie an einem der Art-déco-Strände eine Zeitreise in die 1930er: Meaux, L’Isle Adam oder Lys Chantilly (27–34).
→ Nehmen Sie von Paris den Zug, und spazieren Sie von Le Coudray-Montceaux am Wasser entlang (42).
→ Baden Sie im Parc de Livry vor den Stufen eines griechischen Säulengangs, und erkunden Sie die Kraterseen (44).
→ Springen Sie am unberührten Lac de Samoreau von den Felsen, und schwingen Sie sich von den Seilen in den alten Bäumen (46).
→ Lassen Sie sich in Saint-Mesmin von der Strömung an weißen Sandstränden vorbeitreiben (55).
→ Zelten Sie in Arcis-sur-Aube auf einer Insel mit jeder Menge Wasserfällen und Tümpeln (58).
→ Schwimmen Sie im malerischen Grez-sur-Loing unter Römerbrücke und Burgruine (60).
→ Sonnen Sie sich in Sandillon am wilden Ufer der Loire (64).

Die Normannische Schweiz und die Île de France sind mit schroffen Felsen, Flussstränden, Waldseen und einem Netzwerk aus Stauwehren, Brücken und Hafendämmen gesegnet – alles wunderbare Badestellen und nicht so überlaufen wie die Küste.
In der Normannischen Schweiz schlängelt sich die Orne unter zerklüfteten Felsen durch einen Flickenteppich aus kleinen Feldern und Flussauen. Das schlickige Wasser ist warm und sauber, und man kann viele der Badestellen mit den Radrundwegen der Voie Verte entdecken, die am Ufer entlangführen. Risle und Eure erkundet man am besten mit dem Kanu, vorbei an verschlafenen Dörfern, wo Seerosen blühen und Libellen schillern. Machen Sie halt, um sich mit leckerem Käse und feinen Wurstwaren fürs Picknick am Ufer einzudecken.
An Seine, Marne und Oise gibt es eine lange Badetradition, deren Terrassen, Sprungbretter und Umkleidekabinen aus der Zeit des Art déco an vielen Stränden erhalten geblieben sind. Bis 1913 war Paris noch ein Kurort, der in einem Atemzug mit Vichy oder Évian genannt wurde, und das Baden in der Seine gehörte zur Therapie. 1923 wurde das Baden in der Seine in der Stadt per Erlass verboten, und alles wurde anders. 1970 wurde das Verbot auf Abschnitte der Marne ausgeweitet, hauptsächlich wegen der zunehmenden Wasserverschmutzung durch die Industrie. Bis heute ist das Baden in der Oise und in der Stadt auch in Seine und Marne verboten. Einzelne Gemeinden haben ebenfalls Verbote ausgesprochen und Schilder aufgestellt, um nicht haftbar gemacht zu werden, falls ein Unfall passiert.
Trotz dieser Schilder baden die Einheimischen stoisch weiter – teils das ganze Jahr über. Viele haben sogar noch im Fluss schwimmen gelernt. Heutzutage sind Lastkähne die größte Gefahr auf Flüssen, doch es gibt genügend Nebenflüsse abseits der Wasserstraßen. Außerdem gibt es in den Tälern ein ganzes Seen-Netzwerk. Mangelnde Erfahrung mit dem Wasser, vor allem bei der jüngeren Generation, stellt das eigentliche Risiko dar. Viel zu oft kommt es zu tragischen Unfällen, wenn Jugendliche sich überschätzen.
Zum Glück bricht gerade eine neue Ära an. Die Wasserqualität ist besser als je zuvor in den letzten hundert Jahren, und das Syndicate Marne Vive hat spannende Vorschläge für die Errichtung von 23 neuen Badeanstalten bis 2025 gemacht. So soll sichergestellt werden, dass alle Kinder schwimmen lernen. Stromaufwärts von Paris fließt die schöne Seine an unberührten weißen Sandstränden vorbei, und weniger bekannte Flüsse wie Loing und Aube warten darauf, entdeckt zu werden. Es lohnt sich!




