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Ständig hingen im Hausflur Schwaden von 4711 und Zigarrenrauch, gepaart mit dem Geruch von Bohnerwachs, Kohlrouladen und, nun ja, alter Mensch. Trotzdem hatte es Vorteile für eine Langzeitstudentin, hier zu wohnen. Die Miete war unschlagbar günstig, die schwerhörigen Hausbewohner störten sich nicht daran, wenn sie nach zweiundzwanzig Uhr Musik auf Anschlag hörte und mit Pumps über die abgewetzten Holzdielen der Wohnung tanzte.
Und wenn Melly auf »Studienreise« ging – ein Tarnbegriff für Shoppingtouren durch Kopenhagen oder Teint-Pflege auf Mallorca –, goss Nanas Freundin Erna von nebenan ihre Balkonpflanzen. Eigentlich pflegte Erna das Grünzeug sogar immer und rettete Mellys Pflanzen somit vor dem sicheren Vertrocknungstod.
Außer dem grünen Daumen hatte die ältere Dame auch eine feine Seele. Melly heulte sich manchmal in Ernas Küche zwischen Plüsch und Nippes über die Männerwelt aus. Sie bekam dann gute Ratschläge und Mitgefühl. Dazu gab es selbstgemachten Eierlikör und eine Lord Extra. Erna als Nachbarin – das war einfach ein Segen.
Frau Detterbeck aus dem Erdgeschoss war dagegen eine wahre Hexe. So ähnlich stellte sich Melly auch Neles Schwiegermutterhexendrachen vor. Unbefriedigte Frauen konnten heftige Energien aufbringen, um anderen Menschen das Leben schwer zu machen. Melly taufte diesen Frauentypus das »Detterbeck-Syndrom«.
Ein massiver Ruck der Kabine riss Melly aus ihrem Gedankenfluss. Fast ließ sie Topf und Flaschen fallen, konnte sich aber dank ihrer guten Reflexe schnell wieder fangen.
»Was war das denn?«, fragte sie mit einem Anflug von Angst in die unnatürliche Stille hinein.
»Scheint jedenfalls nicht das Erdgeschoss zu sein«, antwortete ihr der Mann mit dem Instrument. »Sieht so aus, als stecken wir fest.«
Vor Schreck rutschte Melly der Topfdeckel unterm Arm weg und krachte scheppernd auf den Boden.
In der Klemme
18:28 Uhr.
Frederic sah seine Begleiterin hektisch auf dem Türöffner des Aufzuges herumdrücken. Ihm fielen die gepflegten Hände auf, wie bei einer Flötistin. Ihr Drücken auf der Knopfleiste brachte allerdings gar nichts, dem Fahrstuhl war der Wunsch seiner Insassin vollkommen schnuppe.
»Fuck«, entfuhr es ihr, »fuck, fuck, fuck.«
Frederic schmunzelte über diese Entgleisung, die so gar nicht zu ihrem aufgebrezelten Äußeren passte. Er mochte es, wenn schöne Frauen sich unartig benahmen. So ein Fauxpas ließ erwarten, dass diese formvollendeten Lippen auch zu anderen schmutzigen Sachen fähig waren.
»Darf ich mal?«, fragte Frederic höflich. Er tastete vorsichtig um Miss Jasminduft herum und presste seinen Finger länger auf den Türöffner.
Erfolglos.
Betörender weiblicher Duft stieg in die Nase. Das volle Aroma sozusagen.
Konzentration, Frederic, Konzentration.
Er drückte die Tasten für das Erdgeschoss und mehrere Stockwerke. Also eigentlich alle. Wieder nichts. Jetzt brach ihm doch der Schweiß aus. In fünfundvierzig Minuten begann das Stimmen der Instrumente, schon in einer Stunde würde das Konzert anfangen.
Frederic unternahm den sinnlosen Versuch, mit den bloßen Händen die Tür zu öffnen. Es gelang ihm nicht mal ansatzweise. Sie steckten offensichtlich tiefer in der Klemme, als es zunächst den Anschein hatte.
»Ich habe eine Idee«, rief die Frau und bat Frederic, mal kurz Flaschen und Topf zu halten. Dann hüpfte sie auf und ab, wie Kinder es beim Seilspringen tun. Der Lift geriet in eine spürbare leichte Horizontalschwingung, wie die Kabine einer Seilbahn bei Seitenwind, aber sie bewegte sich vertikal um keinen Zentimeter.
»Vielleicht sollten Sie einfach mithüpfen«, schlug die Frau vor. Doch Frederic war davon nicht begeistert.
»Ich habe mal einen Film mit Bruce Willis gesehen«, erinnerte er sich. »Da spielte ziemlich viel Handlung in einem steckengebliebenen Fahrstuhl. Und da hat kräftiges Hüpfen dazu geführt, dass der Lift wie ein Stein in die Tiefe gesaust und zerschellt ist.«
Sofort hörte die Frau auf zu springen und horchte, ob die Kabine sich abwärts bewegte. Es passierte jedoch nichts. Frederic gab seiner Leidensgenossin die Flaschen und den Topf zurück.
»Wir sollten doch besser einfach das Naheliegende tun, oder?!«
Er drückte den roten Alarm-Knopf. Ein Freizeichen ertönte wie bei einem Telefonanruf. Gebannt warteten sie auf Antwort. Nach einer gefühlten Ewigkeit schnarrte eine Männerstimme, verzerrt wie von einer Schellackplatte.
»Ja, bitte?«
Frederic öffnete gerade den Mund, als seine Begleiterin schon panisch rief: »Wir stecken fest!«
Die schnarrende Stimme reagierte professionell gelassen.
»Ja, dit jeht den meisten so, die den Alarmknopf drücken, außer se sind besoffen, kleene Kinder oder wollen einfach nur ma testen, ob im Notfall wirklich jemand ranjeht. Denn wird ooch ma’ einfach so jedrückt.«
»Ja, aber wir stecken hier wirklich fest«, beharrte die Frau trotzig und nickte bekräftigend, obwohl das Gegenüber sie ja gar nicht sehen konnte. Frederic musste schmunzeln und gewann langsam seine Souveränität zurück.
»Dit is’ ja schön doof für Sie«, schnarrte die Stimme mit dem Charme eines Berliner Bockwurstverkäufers, »Blöderweise sind wa aba für ihr Objekt jar nich mehr zuständig.«
»Wie – nicht mehr zuständig? Das ist ein Notfall, Sie müssen kommen und uns helfen!«, erwiderte sie grell.
Nun schob Frederic die junge Frau beiseite und drängte sich an die Sprechanlage. Er legte seine ganze Autorität in die folgenden Sätze.
»Jetzt hören Sie mir mal gut zu. Ich bin der erste Kontrabassist der Berliner Philharmoniker. In fünfundvierzig Minuten muss ich im Orchester sitzen und Haydn spielen. Das Konzert ist ausverkauft. Abo-Publikum. Das sind Leute aus den höchsten Kreisen. Wenn Sie uns hier nicht in der nächsten Viertelstunde rausholen, dann wird das Konsequenzen für Sie haben. Richtige Konsequenzen! Das sage ich Ihnen.«
Die schnarrende Stimme lachte unbeeindruckt.
»Sie wissen doch, wie ditt läuft. Keene Kohle, keen Service. Keen Service, keen jerettet werden aus’m Fahrstuhl. Vasteh’n Se mir? Wenden Se sich an Ihre Hausverwaltung und frag’n Se nach, wer da zuständig is’. Windig & Söhne is et jedenfalls nich mehr!«
Damit hatte das Schellackschnarren ein Ende.
Frederic drückte erneut den roten Alarmknopf. Nichts passierte.
Er versuchte es nochmals, diesmal länger und energischer.
Fehlanzeige.
»Das ist doch nicht wahr«, sagte er mehr zu sich selbst als zu seiner weiblichen Mitgefangenen. »Ich rufe jetzt die Polizei.«
Entschlossen holte Frederic ein Smartphone aus der Innentasche.
Er starrte auf das Display.
Kein Empfang, nicht mal Notrufe.
»Scheiße, verdammte!«, entfuhr es ihm.

Zeit für den Champagner
18:46 Uhr.
Melly kramte nun ihrerseits nach dem Handy. Man, da hatte sie doch lediglich die kleine Handtasche mit dem Allerallernötigsten dabei und musste trotzdem noch das Teil suchen. Entnervt pustete sie sich eine Haarsträhne aus dem Gesicht.
Endlich fand sie ihr Telefon, das in einer extrem glitzerigen Hülle verpackt war. Auch sie hatte kein Netz. Mist.
Melly hielt das Handy hoch über den Kopf. Sie wedelte nach links, rechts, nach unten, an den Türschlitz, ging einen Schritt auf den Fremden zu. Nirgends Empfang. Sie wählte dennoch. Ein nutzloser Versuch. Diese verdammte Wissenschaft war in der Lage, Sonden auf den Mars zu schicken, aber unfähig, das Telefonieren in Fahrstühlen zu ermöglichen.
Noch einmal hämmerte Melly voller Wut auf den Alarmknopf. Vielleicht hatte sich ja der Typ zwischenzeitlich besonnen.
Aber es passierte nichts mehr.
»Houston, wir haben ein Problem«, murmelte der Kontrabassist. Sein Witz kam bei Melly nicht an. Resigniert lies sie sich an die Liftwand fallen.
»Na toll! Da steigt heute Abend die Party des Jahrtausends, ich bin aufgebrezelt bis zum Anschlag, habe Schampus und einen Kochtopf für die Beutelsuppe vom Riesendrachen dabei. Und nun stecke ich hier fest. So was Bescheuertes kann nur mir passieren.«
Der Mann begann, etwas irrational zu lachen.
»Eigentlich bin ich ja schuld an der Misere«, gestand er. »Eben noch habe ich mir gewünscht, dass ich einmal zu meinem Konzert zu spät komme. Und bäääm – schon passiert es auch. Offenbar hatte ich heute einen Wunsch frei beim Universum.«
Er lachte erneut auf.
»Dann fällt Ihr Konzert jetzt aus?«, fragte Melly anteilnehmend.
»Wohl kaum. Das Orchester wird zwar merken, dass meine Töne fehlen. Aber dem Publikum ist das egal. Denen fällt es gerade noch auf, wenn der Dirigent fehlt. Ich bin übrigens Frederic. Ich wohne ganz oben.«
»Melly«, lächelte Melly und verschwieg wohlweislich, dass sie eigentlich Melitta hieß. Dies war schon der Name ihrer Ur-Ur-Großmutter gewesen. In einem Anflug von pränatalen Wahnsinn hatte ihre Mutter dem Kind diesen völlig aus der Zeit gefallenen Vornamen verpasst: Melitta. Konkret sogar Melitta-Sieglinde von Rothenstarck. Mit so einem Namen war man gestraft fürs Leben, obwohl er adlig klang. Sie nannte sich daher lieber Melly und wenn dann jemand darauf schloss, dass sie Melanie heißen müsste, korrigierte sie den Irrtum nicht.
»Freut mich, Sie kennenzulernen, Melly«, riss Frederic sie aus den Gedanken. »Wenn ich das unter diesen Umständen so sagen darf. Ich glaube, die Nacht wird noch lang. Man wird uns wohl erst finden, wenn die Frühaufsteher mit ihren Hunden morgens Gassi gehen. Aber zum Glück sind Sie ja mit ein paar Getränken ausgerüstet. Darf ich mal?«
Melly reichte Frederic eine Flasche Champagner. Er begutachtete fachmännisch die Sorte. »Gut gekauft. Haben Sie auch die passenden Gläser dabei?«
»Wie denn«, sie blickte an sich herab und hob die Arme. »Wir können ja aus der Flasche trinken. Darauf kommt es nun wirklich nicht mehr an! Machen Sie das Ding schon auf.«
»Nur, wenn wir uns duzen. Aus einer Flasche trinken und siezen, das geht nicht.«
Melly lächelte amüsiert.
»Sind sie immer so zielstrebig, Frederic?«
»Ja, ich denke schon. Vergessen wir also die Misere mit dem Fahrstuhl und machen das Beste aus der Nacht. Setzen Sie sich doch.« Er verbesserte sich sofort: »Ich meine … setz dich doch!«
»Nicht in den Dreck. Ich habe mein teuerstes Cocktailkleid an.«
Galant breitete Frederick seinen Mantel auf dem Boden aus. Melly strahlte ihn an. Ein echter Gentleman, dieser Frederic. Das passte nur leider genau zu ihrer These, dass die heißesten Männer immer vergeben waren.
Frederic ließ den Korken knallen.
Sie lachten über die absurde Situation und setzten sich auf seinen Mantel, nachdem Melly ihr hässliches Versace-Teil abgelegt hatte.
Die Kabine war zu eng, um beiden Insassen eine bequeme Sitzposition zu bieten, so dass Melly sich im Sitzen kaum ausstrecken konnte. Sie winkelte die frisch rasierten und gecremten Beine vornehm an. In den teuren Seidenstrümpfen wirkten ihre Glieder so verführerisch wie Pralinen in Goldpapier. Frederics Blick verriet, dass es ihm sehr angenehm war.
Aus Platzgründen blieb ihm jedoch nichts anderes übrig, als die Beine zu spreizen, so dass die Spitzen ihrer Highheels fast seinen Schritt berührten.
Dann tranken sie den Champagner aus der Flasche, Melly zuerst.
Das Zeug war richtig gut.
»Deine Frau wird dich nach dem Konzert vermissen, Frederic. Um Mitternacht wird sie die Polizei anrufen. Dann kommt eine Spezialeinheit und holt uns hier raus.«
»Meine Frau ist bis Montag auf einem Stomatologen-Kongress. In Wien. Und sie wird mich nicht vermissen, Melly, kein bisschen.«
Er blickte ihr direkt in die Augen, um das Doppeldeutige der Aussage zu unterstreichen. Sein Subtext kam bei ihr an. Blaue Augen, dachte Melly außerdem, tiefseeblau. Und die kleinen dunklen Sprengsel auf der Pupille sind die Fische in diesem Meer.
Wo war nochmal der Rettungsring?
Die Situation gefiel ihr immer mehr. Was konnte eigentlich aufregender sein, als mit einem attraktiven Kontrabassisten ein paar Stunden in einem zu engen Raum zu verbringen? Scheiß doch der Hund auf die Party…
Es breitete sich eine knisternde Stille aus. Melly nahm noch einen Schluck Champagner. Sie schaute ihr Gegenüber unablässig an. Frederic räusperte sich verlegen.
»Wir müssen irgendwie die Zeit totschlagen. Wollen wir uns gegenseitig Witze erzählen?«, schlug er etwas halbherzig vor.
Melly konnte sich Witze schlecht merken. Sie gingen ihr links rein und gleich rechts wieder raus. Auf sein Drängen hin versuchte sie schließlich doch einen.
»Treffen sich zwei Jäger. Beide tot.«
Er lachte nicht.
Melly zuckte entschuldigend die Achseln.
»Siehst du, das hat keinen Zweck mit mir.«
Sie grinste schief.
»Tja, der war auch viel zu zielgerichtet«, belehrte er sie. »Ein guter Witz muss etwas ausholen, von hinten rum um die Ecke kommen, so wie eine kleine Geschichte. Und dann genau im richtigen Moment auf die Pointe zusteuern.«
Melly sinnierte kurz über seine Worte und hatte dann einen besseren Vorschlag.
»Wir sollten uns richtige Geschichten erzählen. So aus dem Leben. Da bin ich nämlich gut drin. Mir passieren immer die unglaublichsten Sachen. So was wie im Fahrstuhl steckenbleiben mit einem fremden Mann, einem Kontrabass und zwei Champagnerflaschen.«
»Prima Idee!«
Freudig griff er diese Anregung auf, während sein Blick über ihre zart bestrumpften Beine strich.
»Machen wir doch ein Spiel daraus«, schlug er vor. »Abwechselnd erzählen wir einander Anekdoten aus unserem Leben. Es darf aber geflunkert und ausgeschmückt werden! Fantasie ist ausdrücklich erlaubt. Und wir verraten dem anderen nicht, ob die Geschichte wahr oder ausgedacht oder vielleicht halbwahr ist. Einverstanden? Und du fängst an, Melly, weil es deine Idee ist!«
Melly lächelte kokett und wischte sich einen imaginären Fussel vom Knie.
Ja, sie würde ihm eine Story erzählen. Eine sehr spezielle, eine erotische nämlich, verbunden mit einem raffinierten weiblichen Plan … Sie warf Frederic aus halbgesenkten Augenlidern einen verstohlenen Blick zu.
Sie wollte diese Nacht nicht nur mit Plaudern verbringen, sondern ihrem Repertoire an Geschichten gleich noch eine weitere, eine pikante hinzufügen.
Sie würde Frederic verführen, ihn sogar nach allen Regeln der Kunst vernaschen. Dieser Musiker sollte ihr die neunte Sinfonie spielen mit seinem Instrument, und dabei dachte sie nicht an den Kontrabass. Bei dem aufregenden Gedanken biss Melly sich auf die Unterlippe und lächelte geheimnisvoll.

»Also, pass auf«, sagte sie und blickte ihm direkt in die Augen. »Die Geschichte wird dir gefallen, allein schon, weil ein Musiker darin vorkommt. Ich hatte nämlich mal einen Dirigentenfreund. Mit dem war ich über ein Jahr zusammen …«
»Und warum seid ihr auseinandergegangen?«, unterbrach Frederic.
»Ähm … was soll diese Frage jetzt? Ziemlich zielgerichtet, hä?«, erwiderte Melly etwas ungehalten. »Wenn Du mich unterbrichst, verliere ich den roten Faden.«
»Interessiert mich aber wirklich«, hakte Frederic nach.
»Tja, warum haben wir uns getrennt? Hm …« Sie zuckte mit den Achseln. »Weil er mich immer dirigieren wollte. Meine Geschichte handelt aber nicht vom Ende unserer Beziehung, sondern vom Anfang.«
»Entschuldige«, unterbrach Frederic sie erneut. »Ich werde jetzt nicht mehr dazwischen quatschen. Wollte aber anmerken, dass das typisch ist für Dirigenten, privat auch alles bestimmen zu wollen. Eine Berufskrankheit sozusagen. Der Dirigentenberuf wird in der öffentlichen Wahrnehmung völlig überbewertet, finde ich.«
»Jaaaa …«, Melly versuchte ihren Faden wiederzufinden. »Wo war ich nochmal? Ach, ja richtig – wie es anfing.« Sie überlegte kurz. »Um das besser rüberzubringen, muss ich in zwei Rollen schlüpfen, nämlich in mich selbst und in meinen Dirigentenfreund. Ich lasse ihn vom Namen her vorsichtshalber anonym, falls du ihn kennst. Nicht, dass er dein bester Kumpel ist.«
Frederic lachte auf.
»Ich habe keine Dirigentenkumpel, aber … entschuldige, ab jetzt ohne Unterbrechungen.«
Frederic hob beschwichtigend die Hände.
»Pass auf«, erklärte Melly konzentriert, »wenn ich ganz normal spreche, bin ich Melly und wenn ich die Stimme verändere«, sie sprach plötzlich viel tiefer, »dann bin ich der Dirigent.«
Frederic runzelte die Stirn. Er hatte das Erzählprinzip noch nicht richtig verstanden, weshalb Melly es geduldig und langsam wiederholte.
»Melly. Dirigent. Melly. Dirigent … klar?«
Der Kontrabassist gab ein leichtes Stöhnen von sich.
»Du solltest einfach eine Geschichte erzählen. So eine mit Anfang, Mitte, Ende, verstehst du. Warum machst du es jetzt so kompliziert?«
»Das ist nicht kompliziert, es ist nur komplex. Und du wirst das schon kapieren mit den zwei parallelen Erzählebenen, auch wenn du ein Mann bist.«
Mellys Mundwinkel verzogen sich zu einem süffisanten Grinsen.
»Pfft …«, machte Frederic, griente aber zurück.
»Ich beginne mit meinem Blickwinkel, ja? Du kommst noch mit?!«
Er nickte, sie nahm einen anständigen Schluck vom Champagner und fing endlich an zu erzählen.
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