Callgirl unterm Weihnachtsbaum

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„Es ist ja bald soweit“, sagte Jacob tröstend, als wäre ich die einzige notgeile Person in diesem Wagen. „Jetzt geht es schnell.“
„Ein bisschen sehr schnell für meine Begriffe“, merkte ich an, als Jacobs cooler schwarzer Jeep in der nächsten Kurve ins Schleudern geriet.
„Keine Angst, Emma. Ich hab das im Griff.“
Jacob riss das Lenkrad herum. Erst nach links, dann nach rechts, dann wieder nach links.
„Jedes Jahr dasselbe!”, brummte er, während der Wagen sich um sich selbst drehte und ich mich mit allem, was ich an Haltemöglichkeiten in die Finger bekam, verklammerte.
„Du rutscht jedes Jahr in dein Haus rein?“, schrie ich, denn meine Gelassenheit war jetzt gerade leider ein wenig flöten gegangen.
„Ich rutsche niemals in mein Haus hinein.“
Ich hielt mir mit einer Hand die Augen zu, aber ich lünkerte durch die Lücken zwischen den Fingern.
Wir rutschten und rutschten. Um uns herum standen Bäume.
Noch standen sie. Und der Weg wurde immer enger.
„Gelber Bär weiß, dass im Januar IMMER Schnee fällt. Und er weiß, dass ich IMMER über Weihnachten und Neujahr herkomme. Warum zum Teufel räumt er die Zufahrt nicht?”, fluchte Jacob, während wir über eine glitzernde, weiße Fläche schlitterten.
„Vielleicht hat er sie ja geräumt - vor Weihnachten”, wimmerte ich.
Mit stark überhöhter Geschwindigkeit rutschten wir auf eine Gruppe riesiger Tannen zu, vor der sich ein gewaltiger Schneehügel auftürmte. Da steckten wir doch gleich drin.
Nein. Wir rasten hinauf.
Allerdings hatte ich dann doch weniger Angst vor den Tannen, denn wir kamen tatsächlich vorher zum Stehen.
Was aber nichts an dem großen haarigen Tier änderte, das sich zwischen den Bäumen aufhielt und uns gefräßig anstarrte.
Das Vieh riss sein Maul auf und glotzte aus verdrehten Augen zu uns. Jetzt gleich würde es Anlauf nehmen und seinen schrecklichen Schädel durch die geschlossene Windschutzscheibe in den Jeep rammen und uns ...
„Emma, geht es dir gut?”
… fressen. Das Monstrum würde mich …
„Emma, wir müssen hier aussteigen. Wir stecken im Schnee fest.”
„Aussteigen? Ich? Hier? Niemals!”

Jacob und legte einen Finger unter mein Kinn.
„Du kannst die Augen wieder aufmachen. Der Elch ist vor deinem erschrockenen Gesicht geflohen.”
Zögernd löste ich mich ein wenig aus seiner Umarmung und wagte einen Blick durch die Windschutzscheibe, die sich jetzt hinter mir befand, da ich mich auf Jacobs Schoß geflüchtet hatte.
Das Monster da draußen war tatsächlich verschwunden. Hoffentlich rannte es schnell in die entgegengesetzte Richtung. Am besten nach Alaska.
„Ich dachte, Elche wären so groß. Vom Boden bis hier.“ Ich tippte auf Jacobs flachen, harten Bauch.
„Was du meinst, sind Rentiere. Rudolph und so.“
Jacob legte beide Hände um mein Gesicht und küsste mich zart auf den Mund. „Ich glaube, meine süße Emma ist doch mehr ein Stadtmensch.“
„Weil ich nicht von einem Monster gefressen werden will?“ Ich kräuselte die Nase.
Jacob bedachte mich mit einem nachsichtigen Blick.
„Da wirst du eher von einem Yellow Cab überfahren. Elche sind scheue Tiere. Sie meiden den Menschen. Bei uns Indianern sind sie ein Symbol für Kraft, Weisheit und Gerechtigkeit. Ihr Geweih sind Antennen, mit denen sie mit den Geistern kommunizieren.“
Das mit den Antennen machte mich nicht gerade zuverlässig, dass Jacob wirklich alles über Elche wusste.
„Wenn diese Tiere so scheu sind, was tat dieser Elch dann hier? Wir sind eindeutig Menschen. Und das Gebäude da hinten ist kein Winter-Unterschlupf für Wild.“
Angespannt zeigte ich auf Jacobs Luxus-Ferienhaus.
Jacob stupste mit seiner Nase meine Nase an. „Der Elch hat ja nicht bei uns angeklopft.“
Erschrocken riss ich die Augen auf. „Tun die das etwa?“
„Das ist jetzt nicht dein Ernst, oder?“ Jacob öffnete die Fahrertür. Er verlangte wirklich von mir, dass ich ausstieg.
Ich lächelte gekünstelt und bemerkte misstrauisch: „Hier gibt es bestimmt auch Bären.“
„Richtig“, sagte Jacob. „Aber die kommen ebenfalls nicht zu uns auf einen Kaffee vorbei.”
„Dass die keinen Kaffee wollen, ist mir auch klar.”
Jacob schmunzelte. „Und jetzt, so leid es mir tut, runter mit dir von meinem Schoß. Ich muss den Wagen freischaufeln, bevor er sich bis zum Ende des Winters mit diesem Haufen aus Eis und Schnee verbindet. Aber pass auf, wenn du auftrittst, es ist glatt da draußen.“
Ich wollte nicht den Hasenfuß spielen und hüpfte aus dem Jeep - und landete mit dem Gesicht nach unten im Schnee.
Gleich nachdem ich auf dem Bauch den Hügel hinunter gerodelt war.
Jacob sprang mir nach. Er fiel nicht, er stand wie ein Baum und reichte mir eine Hand. Und mit der anderen Hand schaufelte er durch den Schnee.
„Wehe!“, drohte ich ihm. Da seifte er mich auch schon ein.
Um Atem ringend wischte ich mir den Schnee aus dem Gesicht, vergewisserte mich flüchtig, dass der Riesenelch immer noch durch Abwesenheit glänzte, und klatschte Jacob eine ganze Schubkarrenladung weichen Schnee ins Gesicht.
„Du willst dich mit mir anlegen?“ In Jacobs schönen braunen Augen funkelte der Schalk.
„Unbedingt“, kreischte ich, bevor Jacob mich schnappte und mit mir im Arm mit Anlauf in den Schnee sprang.
„Etwa so?“
Jacob rieb meine Wangen mit Schnee ein.
Japsend griff ich links und rechts in die weiche Pracht und schmierte diesem Verrückten das Zeug in den Nacken.
„Oh, du bettelst um Strafe“, knurrte er und seifte mich richtig ein.
Wir wälzten uns im Schnee, rollten über den Boden und seiften uns gegenseitig ein.
Jacob lachte sich kaputt, während ich nur noch nach Luft schnappte.
„Waffenstillstand“, kreischte ich.
„Du zuerst“, forderte er.
„Nein du.“
„Ich heule doch nicht herum. Ich könnten Stunden so weitermachen“, kam es gleichmütig zurück. Prompt landete der nächste Schneeball auf meiner Stirn.
Blitzschnell krallte ich meine gefrorenen Finger in Jacobs weiß gepuderte Haarpracht.
„Du kleine Kratzbürste“, grinste er frech. „Winsele um Vergebung.“
„Vergebung“, prustete ich.
„Ein bisschen unterwürfiger, wenn’s geht, bitte.“ Jacobs Hand bewegte sich schon wieder gefährlich über dem Schnee.
„Na gut. Bitte vergebe mir, großer Schneemeister!“ Ich kicherte.
Jacobs Gesicht kam mir gefährlich nahe. Von einer Sekunde zur anderen wurde ich ernst. Ich wusste, was jetzt kam. Der Kuss war unausweichlich. Und er kam. So zart wie eine Schneeflocke.
„Wir haben es geschafft, Jacob. Wir sind da, in unserem ersten gemeinsamen Urlaub!“, wisperte ich, als Jacob seine Lippen von meinen nahm.
Er strahlte mich ebenfalls an. Er strahlte sogar mehr als die Sonne, die die ganze weiße Welt um uns herum zum Glitzern brachte.
„Ich liebe dich“, sagte er schon zum zweiten Mal an diesem Tag und darüber wollte ich mich bestimmt nicht beklagen.
4
BIG BIG LOVE
JACOB
Es war ein vollkommen neues Gefühl für mich, hier mit Emma anzukommen. Nach all den Jahren, in denen mir keine Frau nahe gekommen war, erschien es mir, als wäre ich endlich Zuhause.
Dabei hatten wir bisher kaum Zeit miteinander verbracht. Unsere spärlichen Telefonate während der vergangenen zwei Wochen ausgenommen, war es nur eine knappe Woche, in der wir uns von Angesicht zu Angesicht begegnet waren.
Und doch war Emma mir vertrauter als jeder andere Mensch auf der Welt.
„Ich liebe dich“, hauchte sie und sah mich dabei an, als wäre ich etwas ganz Besonderes.
Ungefähr so besonders wie Emma für mich war.
Auch ich hatte bereits mehrmals Ich liebe dich zu ihr gesagt. Die drei Worte, die seit Jahren überhaupt nicht mehr über meine Lippen gekommen waren, rutschten mir bei Emma einfach so raus. Ohne dass ich darüber nachdenken musste, erblickten sie das Licht der Welt. Ich fühlte es in diesen Momenten genau so. Es war beinahe schon unheimlich.
Jetzt hatten wir eine ganze Woche nur für uns. Wenn wir zu zweit alleine hier draußen in der Wildnis waren, würde sich zeigen, ob das zwischen uns nur ein Strohfeuer war oder der Beginn von etwas ganz Großem.
Ich tendierte entschieden zu letzterem. Aber ich hatte mich schon einmal so sehr in einem Menschen getäuscht, den ich von ganzem Herzen geliebt hatte.
Darum prüfe, wer sich ewig bindet - das war mein Motto. Davon würde ich auch Emma nicht ausnehmen, so sehr ich sie auch liebte. Beziehungsweise zu lieben glaubte.
Gefühle konnten gemeine Verräter sein. Die Vernunft sollte mir eigentlich eindringlich sagen: Jacob, Augen auf! Doch sie sagte es nicht. Aber noch hatte ich die Kontrolle über meinen Verstand nicht ganz verloren.
Emma zitterte unter mir. Da ich nicht sicher sein konnte, ob das von der Kälte kam oder von der Erregung, gab ich ihr einen weiteren romantischen Kuss und löste mich dann von ihr.
Ich reichte ihr meine Hände, die sie vertrauensvoll ergriff, und zog sie auf ihre kleinen Füße, die in den dicken Stiefeln doppelt so groß aussahen wie sie eigentlich waren.
Wenn sie sich nicht so furchtbar vor dem Elch erschrocken hätte, hätte ich ihr gern den Fuchs gezeigt, der uns aus dem Schutz einer Fichte beobachtete. Aber den weiteren Schrecken wollte ich ihr ersparen.
„Du bist total nass und durchgefroren. Du musst ins Haus, Emma.“
Am ganzen Leib zitternd, schmiegte sie sich an mich. Ihr Kopf mit dem schönen blonden Haar, das von der Toberei ganz zerzaust war, bewegte sich. Das sollte wohl ein Nicken bedeuten.
„Geh schon vor und lass dir ein Bad ein. Aber sei vorsichtig. Es ist glatt. Nicht, dass ich dich wieder vom Boden auffischen muss.”
„Glaub mir, so etwas passiert mir nur einmal. Ab sofort bin ich so sorgsam, als würde ich im Central Park Schlittschuhlaufen.“
Übervorsichtig setzte sie einen Fuß vor und wäre prompt wieder ausgerutscht, hätte ich sie nicht im letzten Moment aufgefangen.
„Winter scheint nicht so deins zu sein”, bemerkte ich, musste mir das Grinsen aber verkneifen. Emmas rotgefrorenes Näschen und ihr verhuschter Gesichtsausdruck waren einfach so süß, dass ich sie am liebsten an Ort und Stelle vernascht hätte.
Doch das behielt ich für mich. So wie ich sie einschätzte, wäre sie sofort dabei gewesen. Aber das ging gar nicht. Das kleine Stadtmädel hätte sich eine Lungenentzündung eingefangen.
Und wenn sie dabei auch noch den Fuchs entdeckt hätte und eventuell auch den Elch, der uns aus sicherer Entfernung angstvoll beäugte, hätten wir gleich wieder abreisen können. Gleich nachdem ich den Jeep aus dem Hügel befreit hatte. Was nicht besonders schwierig werden würde. Aber Emma sollte den richtigen Eindruck von mir bekommen. Ja, ich war ein Schwein. Doch ich würde alles tun, damit Emma mich auch wirklich so sehr liebte wie ich sie. Und wenn ich dafür Elche verscheuchen, Füchse verheimlichen und einen angeblich festgefahrenen Jeep mit Allradantrieb befreien musste.
Oder ihrem unfähigen Boss ein halbes Dutzend Aushilfskräfte beschaffte. Und meinem Freund vom Buffalo Manager Magazine 100.000 extra zusteckte. Darum musste ich mich auch noch kümmern, sobald Emma in der Wanne saß, denn noch hatte ich keine Ahnung, wie es in der Sache stand.
„Hoffen wir, dass bis zum Ende der Woche ein bisschen Schnee geschmolzen ist”, murmelte ich und zwinkerte Emma zu.
„Bloß nicht. Ich finde den Schnee toll!“, protestierte sie überraschenderweise und ließ sich bereitwillig von mir ins Haus führen.
„Ach du meine Güte! Was ist denn mit dem armen Kerl passiert?”, rief sie, kaum dass ich die Tür aufgeschlossen hatte.
Sie schlug eine dick behandschuhte Hand, an der auch noch ihr Schal hing, auf ihren aufgerissenen Mund, sodass von ihrem Gesicht nur noch das rote Näschen und die kugelrunden Augen zu sehen waren.
Mein Gott, sie war so süß!
Aber noch war keine Zeit für ein Schäferstündchen. Armen Kerl vertreiben, Jeep umparken, Ricky anrufen, Jeep auspacken, Emma anpacken.
Ich sah mich nach einem armen Kerl um. Sollte sich ein Trapper hierher verirrt haben? Oder hatte Gelber Bär es sich in meinem Haus gemütlich gemacht, weil er bei sich Heizkosten sparte?
Es war weder das eine, noch das andere. Emma sprach tatsächlich von dem Weihnachtsbaum.
5
DER ARME KERL
EMMA
Ich starrte auf eine riesige Tanne. Wie eine Trennwand stand das wunderschön gewachsene Teil im Eingangsbereich, zwischen dem Wohnzimmer und dem Esstisch mit den vielen Stühlen.
Der ganze Raum war erfüllt von dem ätherischen Öl, das der Baum verströmte, und ein bisschen nach Harz. Es duftete himmlisch.
Aber die Tanne war alles andere als festlich geschmückt. Keine Kugeln, keine hübschen Anhänger. Noch nicht einmal einfache Strohsterne.
Wenn wenigstens jemand eine Lichterkette darüber geworfen hätte. Aber nichts. Gar nichts. Der Baum blickte mich dunkelgrün, nackt und traurig an.
„Ich will ihn schmücken”, flüsterte ich wie Gollum persönlich.
Jacobs Griff um meine Taille wurde fester.
„Erstmal kommst du mit ins Bad.”
Ich machte mich steif. „Aber ...“
„Nichts aber. Wenn du jetzt krank wirst, hilft uns das auch nicht weiter. Komm.“
Jacob zerrte an mir und ich hatte keine Chance gegen ihn. Widerwillig stolperte ich hinter ihm her, doch mein Blick klebte immer noch an der Tanne.
Einen so schönen Baum hatte ich in meinem ganzen Leben nicht gesehen. Der Superbaum am Rockefeller Center in New York war zwar größer, doch der hier war viel schöner. Aber groß war er auch. Er reichte von dem Holzboden, auf dem er stand, bis in den Dachfirst. Diese Blockhütte besaß nämlich eine offene Galerie.
„Hast du ihn schon abgeschmückt? Du oder der- oder diejenige, der oder die dafür zuständig ist?”
Wir waren im oberen Stockwerk angekommen. Holzwände und schöne Gemälde mit indianischen Motiven - genau so hatte ich dieses Haus in Erinnerung. Doch auch hier gab es keinen Weihnachtsschmuck.
„Redest du immer noch von dem Baum?“
„Natürlich.“
Wie konnte man nicht von diesem Baum reden?
Jacob konnte. Geradezu brutal schob er mich ins Bad.
„Ausziehen“, kommandierte er mich herum und stürzte sich auf die Wanne.
Er spritzte sie aus, versenkte den Stöpsel und ließ heißes Wasser ein. Es dampfte kräftig um die Armatur herum.
„Welchen Duft bevorzugst du?“
Inzwischen stand Jacob vor einem schmalen, hohen Regal, in dem allerlei hübsch aussehende Pflegemittel aufbewahrt wurden.
„Tanne“, hauchte ich und ließ meinen dicken Rollkragenpullover auf meine dicke Daunenjacke fallen.
„Hm”, machte Jacob.
Seine Augen schauten mich ungefähr so gierig an, wie ich vorhin den Weihnachtsbaum betrachtet hatte.
Ein Lächeln der Vorfreude huschte über mein Gesicht.
„Nichts da!“, sagte Jacob streng. Entschieden nahm er eine Flasche mit einem rötlichen Inhalt aus dem Regal. Das war doch nie im Leben Tanne.
„Aber ich habe lange genug gewartet“, wisperte ich.
„Genau wie ich. Und weil sogar ich das schaffe, wirst auch du noch eine halbe Stunde aushalten können. Du musst dich unbedingt aufwärmen.“
Jacob gab einen kräftigen Schuss von dem roten Badezeug ins Wasser. Sofort duftete es sommerlich nach Kirsche.
Nicht mal Glühwein, dachte ich enttäuscht.
Ich wusste ja, wie undankbar ich war, doch wenn man mir einen ungeschmückten Weihnachtsbaum zeigte, gleich nachdem ich eine weiße Winterlandschaft gesehen hatte, dann glaubte mein Gehirn, wir hätten Weihnachten.
Wo ich doch so vernarrt war in Weihnachten ...
Und wenn dann auch noch Jacob dazukam, war es ganz um mich geschehen. Das war dasselbe, als wenn mir jemand eine schwierige Matheaufgabe vorlegte. Dann wollte ich sie lösen. Und dann gab ich nicht eher Ruhe, bis das Ergebnis dastand.
Meine Enttäuschung unterdrückend pellte ich mich aus den nassen Jeans und sagte in verführerischen Ton: „Mir ist schon ganz heiß.”
Lachend drückte Jacob mir einen Kuss auf die Stirn. „Dein niedlicher Strip in allen Ehren, du kleine Schlange, aber deine Gesundheit geht vor!“
Blitzschnell schoss meine Rechte vor. Hatte ich es mir doch gedacht! Jacobs Teil gierte nach mir.
„Willst du mir ernsthaft vormachen, dass du keine Lust auf eine Runde Schlammcatchen hast?“, gurrte ich.
„Das fühlt sich sehr … angenehm an. Aber … Nein … Hüpf endlich in die Wanne. Diese Stange schmilzt gleich beim Jeepbefreien dahin.” Jacob floh geradezu aus dem Bad.
„Beeil dich. Und dann komm schnell zu mir in die Wanne”, rief ich ihm aus Leibeskräften hinterher, um sein Getrampel auf der Holztreppe zu übertönen.
„Entspann dich, Emma, und wärm dich vor allen Dingen auf. Wir haben noch eine ganze Woche, um uns das Hirn aus dem Leib zu vögeln.“
Das Hirn aus dem Leib vögeln …
Jetzt war nicht nur der Baum traurig, sondern auch Jacobs wunderschöner harter Schwanz blieb ungenutzt. Und das nach zwei Wochen Abstinenz.
6
AUFHEIZEN
JACOB
Ich hatte zwar keine Ahnung, über wen ich den Kopf mehr schüttelte, ob über Emma oder über mich. Auf alle Fälle rannte ich kopfschüttelnd die Treppe runter.
Der Anblick von Emmas Minikurven hatten mich total heiß gemacht. Nun sorgte meine knüppelharte Latte für akuten Platzmangel an meiner Hose.
Schon als Emma mit ihren kleinen, rotgefrorenen Händchen den Saum ihres dicken Pullovers berührte, hatte sich etwas in mir gerührt.
Als sie dann dastand mit ihrem roten Spitzen BH, durch den sich ihre steifgefrorenen Nippel bohrten, war ich bereit gewesen.
Bereit, Emma in meine Arme zu ziehen und meine Hände über ihre samtene, helle Haut zu führen. Ich wollte jeden Quadratzentimeter ihres Körpers erobern und unter mir spüren. Und um mich herum. Oh, wie ich ihre kleine rosa Pussy vermisste, die mich so oft, aber bei weitem nicht oft genug, glücklich gemacht hatte.
Schon im Morgengrauen, als ich sie in ihrer Zweier-WG abgeholt hatte, konnte ich mich kaum noch beherrschen. Die gesamten zwei Wochen der Trennung, die hinter uns lagen, hatte ich immer an sie gedacht. Selbst wenn ich arbeiten musste, dachte ich dabei an Emma. Wie sollte ein Mann dabei ruhig bleiben?
Aber ihre schwangere Freundin hatte Emma stundenlang abgeknutscht und uns keine Sekunde allein gelassen. Als würde Emma für immer aus ihrem Leben verschwinden.
Wenn es doch so gewesen wäre.
Aber Emma verabschiedete sich auch noch, als hätte ich sie zu einer Weltreise abgeholt. Stattdessen hatten wir bloß diese eine Woche und ich wollte, dass sie so schnell wie möglich begann. Ich konnte allerdings nicht verhehlen, dass ich hoffte, dass daraus mehr wurde. Viel mehr. Am besten ein ganzes Leben.
Ich hatte den verdammten Weihnachtsbaum, der das ganze Haus ausfüllte und den Grauer Bär eigentlich schon Anfang Januar hätte entsorgen sollen, umrundet, und trat nach draußen, um erstmal ungestört mit meinem Freund Ricky zu telefonieren.
Klare, eiskalte Luft schlug mir entgegen.
Ich liebte die Wildnis, besonders im Winter. Hoffentlich verliebte Emma sich außer in mich auch in meine Heimat. Dann stand unserem Glück nichts im Wege.
Die Funkverbindung stand, doch Ricky nahm nicht ab. Also sprach ich im auf die Mailbox, dass er sich so schnell wie möglich bei mir melden sollte, und kümmerte mich dann um die anderen Aufgaben, die zwischen mir und Emma standen.
Der Jeep sprang sofort an. Ich legte den Rückwärtsgang ein und fuhr bis vor die Haustür, um bequem ausladen zu können.
Da ich zum gegenwärtigen Zeitpunkt unserer Beziehung noch keine Ahnung hatte, was Emma gern aß, hatte ich von allem etwas gekauft. Ich schleppte die Vorräte in die Küche, putzte die Spur aus Schnee und Eis, die ich durchs Haus gezogen hatte, und begann, die verderblichen Waren in den Kühlschrank zu räumen.
„Wie lange willst du mit mir Ferien machen?”
Ich fuhr herum.
„Emma!“
Mir stockte der Atem. Hatte Gott mir einen Engel geschickt?
Emma wies mit ihren himmlischen Fingerchen auf den Lebensmittelberg, der sich auf der Kücheninsel erhob. Und dann noch auf die Getränkekisten, die sich auf dem Boden stapelten.
„Auf die Apokalypse, sind wir auf jeden Fall schon einmal vorbereitet! Bis zum Sommer können wir uns hier locker die Bäuche vollschlagen”, kicherte sie.
Sie stand im Eingang zur Küche und trug lediglich ein durchscheinendes weißes Spitzenhöschen und den dazu passenden BH.
Irgendetwas schleppte sie außerdem auf dem Rücken mit sich herum, auf das ich mich aber nicht konzentrieren konnte. Kein Mensch hätte das zustande gebracht, denn Emmas süße rosa Nippel stachen mir geradezu in die Augen.
„Ich wusste nicht, was du gern isst.“ Ich zuckte mit den Schultern, Auge in Auge mit Emmas angespitzten Nippeln.
Das niedliche kleine Luder unterdrückte ein zufriedenes Grinsen. Sie sah genau, was sie wieder mit mir angestellt hatte. Es zuckte bereits schon wieder in meiner Hose.
„Vielleicht sollten wir die Fressalien gemeinsam einräumen ....“ Sie zwinkerte mir neckisch zu.
Wie sollte ich mich dagegen wehren? Ich hatte Emma zwar mit Ordnung und einer Tasse heißer Schokolade überraschen wollen. Aber wenn sie so dastand …
„So kannst du doch nicht vor mir auftreten und dann erwarten, dass ich Lebensmittel einräume“, röchelte ich.
Ich gab der Kühlschranktür einen Stoß und war auch schon bei Emma. Heißblütig riss ich sie in meine Arme.
„Aber das erwarte ich doch gar nicht“, kicherte sie, während ich meine Hände schon wieder von ihr zog.
„Was hast du da am Rücken?“
Mann, tat das weh! Irgendetwas hatte sich in meinen Handteller gebohrt.
Es war eine weiße Feder.
Wo kam die denn her?
Lächelnd wandte Emma mir den Rücken zu.
„Engelsflügel?“
Über das ganze Gesicht strahlend drehte Emma sich wieder zu mir zurück und machte sich ohne Umstände an meiner Hose zu schaffen. „Die Flügel habe ich in der Tüte gefunden, die hinter dem Weihnachtsbaum auf dem Boden liegt. Sind die nicht süß?“
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