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Bildnachweis:
Die Bilder des Textteils: David Wigand
Coverfoto: David Wigand
Kartenicon: © Stepmap GmbH, Berlin
Karte: © Cartomedia, Karlsruhe
Bibliografische Information der Deutschen Bibliothek:
Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese Publikation in der deutschen Nationalbibliografie. Detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.ddb.de abrufbar.
© 2012 traveldiary.de Reiseliteratur-Verlag, Hamburg
www.reiseliteratur-verlag.de
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Der Inhalt wurde sorgfältig recherchiert, ist jedoch teilweise der Subjektivität unterworfen und bleibt ohne Gewähr für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlages. Bei Interesse an Zusatzinformationen, Lesungen o.ä. nehmen Sie gerne Kontakt zu uns auf.
Umschlagentwurf und Layout: Jürgen Bold, Jens Freyler
eISBN: 978-3-941796-76-8
Was hat der denn an den Füßen, denke ich als erstes, als ich ihn sehe. Etwa 1,80m und damit so groß wie ich, kommt er grinsend auf mich zu: „David?“ „Das bin ich!“, fällt mir ein und ich nicke bejahend. Beim Händeschütteln nennt er mir auch seinen Namen, doch ich verstehe ihn nicht. Zum einen bin ich die Aussprache und Betonung nicht gewohnt, zum anderen bin ich viel zu müde, um richtig zuzuhören. Ich grinse ebenfalls und wir steigen in seinen VW-Bus. Ein kleines Stückchen Zuhause, denke ich mir.
Nach einiger Zeit des Autofahrens bin ich unheimlich froh, dass er mich abgeholt hat. Norwegen im Winter kann sehr kalt sein. Nein, Norwegen im Sommer kann sehr kalt sein. Norwegen im Winter ist sehr kalt. Saukalt! Aber vor allem bin ich vollkommen am Ende meiner Kräfte und muss nun die schweren Koffer nicht noch 5 Kilometer herumschleppen.
Es ist stockfinster, halb drei Uhr nachts und Schnee und Eis überzieht die Fahrbahn. Wie er die Karre so leichtfertig ans Ziel bekommt, ist mir ein Rätsel.
Angekommen, will ich nur noch schlafen. Das Haus ist ein ganz schönes Stück weit weg vom Bahnhof und wir hatten nicht fest ausgemacht, dass ich abgeholt werde. Eigentlich hatten wir sowieso ziemlich wenig ausgemacht. Ich weiß weder, wie meine Arbeitszeiten sind, noch ob ich allein, mit einem weiteren Mithelfer oder in einem ganzen Team arbeiten werde. Ein Heer von 100 Mann wäre mir zwar lieber gewesen für das, was mich erwartet, doch dazu später mehr. Ich weiß auch nicht, ob ich eine 5-, 6-, oder 7-Tage-Woche vor mir habe. Nicht, wie groß mein Zimmer ist oder ob ich überhaupt kein eigenes habe. Das war mir auch alles ziemlich egal.
Es ist nicht so, als ob ich blauäugig in die Sache rein gegangen wäre, überhaupt nicht. Ich wollte in den Norden, ins Kalte, ins Dunkle, da kann man schon mal den ein oder anderen Nachteil in Kauf nehmen. In der Hoffnung, nicht 24 Stunden am Tag und 7 Tage die Woche arbeiten zu müssen - was manche meiner Freunde und Verwandte mit einer Prise Sarkasmus unterstellten - hatte ich ein paar heimische Sachen dabei, vor allem MP3-Player und Laptop, ohne die ich scheinbar nicht mehr leben kann.
Noch in der Nacht führt der Herr des Hauses mich herum und zeigt mir die einzelnen Zimmer, jedenfalls alle, in denen niemand schläft. Ich will zwar eigentlich nur ins Bett, aber ich will nicht unhöflich erscheinen. Selbst Essen und Trinken sind noch im Angebot, doch ich lehne dankend ab und will mich lieber gleich hinlegen. Um acht Uhr soll es auch schon wieder Frühstück geben - wenn ich aber etwas länger schlafen möchte, sei das auch o.k. Nach diesem Satz schalte ich zunächst meinen Wecker aus und strahle erleichtert in mich hinein. Mir geht der ganze Tag noch einmal durch den Kopf.
Gestern Abend konnte ich schon nicht einschlafen, weil mich Ängste, Zweifel und Sorgen quälten, welche sich zum Teil am Reisetag schon erfüllen sollten. Der Morgen fiel dementsprechend unausgeschlafen aus, da ich trotz all der Anspannung frühmorgens mit den Hunden gehen musste. Ich sagte meinen Freunden und der Familie noch auf Wiedersehen und meine Eltern fuhren mich zum Flughafen. Dabei kam erste Panik in uns hoch, als mein Vater sich verfuhr, das Parkhaus restlos überfüllt und die wenigen freien Plätze von übergroßen Autos oder überaus dummen Autofahrern blockiert waren. Als wir den gefühlt letzten Parkplatz besetzt hatten, erwies sich der Aufzug als defekt. Es wirkte auf mich wie in einer schlechten Hollywoodkomödie. Ein Treppenhaus fanden wir nicht, also gingen wir zum nächsten Fahrstuhl.
Schließlich im Terminal, scheiterte ich an den Check-In-Automaten, was mich zu Schweißausbrüchen führte, während mein Vater ruhig Blut bewahrte. Als wir den richtigen Schalter zum Einchecken für mein Gate endlich gefunden hatten, war der erste Knoten geplatzt. Jetzt rasch zur Koffer- und Personenkontrolle, sich von den Eltern verabschiedet und weiter an mein Gate. Das war mein vierter Flug, mein zweiter alleine, ohne Gesprächspartner, da schon in Frankfurt jeder andere Fluggast aus Norwegen zu kommen schien. Immer mit einer gehörigen Portion Ungewissheit, die später darin gipfelte, dass ich mir nicht mal sicher war, auch in der Maschine Richtung Trondheim zu sitzen, trat mich meine Zeit in Norwegen an.
Der Flug von Frankfurt nach Oslo, wo ich umsteigen musste, war das Beste des Tages. Ich fand sogar eine halbe Stunde Schlaf. Mein Flug hatte zwar eine halbe Stunde Verspätung, was aber nicht weiter schlimm war, da ich zwei Stunden zum Umsteigen hatte. Nachdem ich einmal den gesamten Flughafen Oslo abgelaufen hatte, fand ich auch rechtzeitig mein Gate und konnte alles mit dem Gepäck regeln. Während ich auf mein Flugzeug wartete, fiel mir auf, dass hier sogar die Fluglotsen besser aussahen als die Stewardessen meines letzten Fluges. Überhaupt gab es fast keine hässlichen Menschen und verdammt viele verdammt hübsche. Die Tatsache, dass nicht nur die Mädchen, sondern auch die Jungs gut aussahen, lies meine Chancen bei den Mädchen und zugleich meine Stimmung nicht wirklich wachsen. Doch als ich sah, dass auch dieser Flieger Verspätung hatte, war ein neuer Tiefpunkt erreicht. Ein Tiefpunkt, der mir noch einige Zeit treu bleiben sollte.
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
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