SPIRITUELLE HERAUSFORDERUNGEN MEISTERN

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Um zu entscheiden, welche medialen Botschaften ich in welcher Form durchgebe, brauche ich nicht nur eine enge Anbindung an hilfreiche geistige Begleiter, sondern auch einen klaren Fokus auf das Wohl meiner Mitmenschen. Um dieses Ziel zu erreichen, muss ich auf scheinbar allgemeingültige Wahrheiten verzichten. Wahr ist, was die Seelenbedürfnisse meines Gegenübers optimal erfüllt. Ich möchte die Menschen zum Besten ihrer Seele und im Einklang mit dem universellen Plan unterstützen. Es geht auch nicht darum, reißerische Geschichten zu erzählen oder mich mit meinen medialen Fähigkeiten zu brüsten.
Ralf hatte schon viele Jahre erfolgreich als Energieheiler gearbeitet, als er mich um Rat fragte. Er war an Lungenkrebs erkrankt und hatte bereits Knochenmetastasen. Nach langem Zögern hatte er sich jetzt entschieden, eine Chemotherapie zu machen, und hoffte auf Heilung durch die schulmedizinische Behandlung. Er hatte unermüdlich mit alternativen und energetischen Methoden und der Unterstützung zahlreicher Kollegen an seiner Heilung gearbeitet, ohne dabei jemals seine Hoffnung zu verlieren. Er erwartete von mir, dass ich ihm half, seine restlichen Blockaden zu lösen, damit die schulmedizinische Therapie erfolgreich verlief. Ich konnte ihm leider nur die klare Botschaft überbringen, dass er dem Tod ins Auge sehen müsse, der vor der Tür stand. Er sollte das Fortschreiten seiner Krankheit nicht ignorieren, welches sich im Symptom der Knochenmetastasen ausdrückte. Eine eindeutige Entscheidung für das Leben war gefragt, die er aber nur treffen könne, wenn er anerkenne, wie nah er dem Tod schon gekommen war. Es wurde ihm sogar gesagt, dass er deshalb zu mir habe kommen müssen, weil nur ich in der Lage sei, ihn mit der harten Wahrheit zu konfrontieren. Ralf konnte nur weiterleben, wenn er den Tod nicht mehr verleugnete. Aber er wollte davon nichts wissen und verließ ziemlich entrüstet meine Praxis. Für mich war es keine einfache Situation und bis heute weiß ich nicht, ob Ralf noch lebt.
Als Medium musst du manchmal unbequeme Wahrheiten an den Mann oder die Frau bringen. Wenn das Medium nicht bereit ist, auch wenn es sich dadurch unbeliebt macht, ungefiltert die Botschaften der geistigen Welt zu vermitteln, kann es dazu führen, dass sich seine Kanäle wieder verschließen. Oft geht es bei der medialen Herausforderung darum, vor einer scheinbar untragbaren Verantwortung nicht zurückzuschrecken.
Die übersinnlichen Wahrnehmungen und medialen Fähigkeiten können allerdings auch versiegen, weil es dem Medium an Erdung fehlt. Dass Visionen und Eingebungen ausbleiben und keine Botschaften mehr durchkommen, geschieht dann aus reinem Selbstschutz. Dem Thema, wie man sich trotz energetischer Transformation gut erdet, ist ein Kapitel im zweiten Teil dieses Buches gewidmet.
~Dunkle Energien
Wenn man seine Augen für die nicht-alltägliche Wirklichkeit31 öffnet, sieht man automatisch nicht nur Verstorbene, geistige Helfer und Engel, sondern die Begegnung mit dunklen Energien lässt nicht lange auf sich warten.
~Schlafparalyse
Ein Phänomen, das meditierende oder spirituell praktizierende Menschen besonders ängstigt, ist die Schlafparalyse. Die auch als Nachtmahr bezeichnete Erfahrung ist inzwischen gut erforscht. Man wacht nach einem Albtraum auf und kann sich nicht mehr bewegen. Darüber hinaus haben einige Betroffene das Gefühl, nicht mehr atmen zu können. Sie halluzinieren oft eine dunkle Gestalt, die auf ihrer Brust sitzt. Die Schlafparalyse tritt in der Phase zwischen Schlaf und Aufwachen auf und verschwindet immer ganz von selbst, wenn man richtig wach ist. Man braucht also eigentlich nur abzuwarten, bis die Lähmung sich auflöst. Das Phänomen deutet auch darauf hin, dass sich in der Schlafphase die Seele vom Körper entfernt hat und mit dem Aufwachen in den Körper zurückkehrt.
Wenn du unter diesem Phänomen leidest, kannst du dich öffnen, deine Erinnerungen an das, was du während des Schlafs getan hast, in dein Bewusstsein zu lassen. Oft können sich die Betroffenen dann auf nächtliche Ausflüge und Astralreisen besinnen.32 Dadurch, dass ich mich morgens manchmal fühlte, als sei ich von einem anderen Stern wieder auf der Erde gelandet, habe ich dem Aufwachen mehr Aufmerksamkeit geschenkt. Ich habe meine Morgenroutine mit größerer Achtsamkeit gestaltet.
Wenn ich mitten in der Nacht mit solchen Lähmungserscheinungen aus dem Schlaf schreckte, war ich geschockt und beängstigt. Ich glaubte bei solchen Gelegnheiten, sterben zu müssen, habe also eine Nahtoderfahrung durchlebt. Mir sind dann in diesen Momenten viele Einzelheiten durch den Kopf geschossen, warum ich unbedingt weiterleben möchte. Das habe ich als heilsam empfunden, denn später, wenn ich vom Leben enttäuscht war, konnte ich mich daran erinnern.
~Energetische Angriffe
Was den Umgang mit dunklen Energien angeht, habe ich erfahren können, dass man alles von der geistigen Welt lernen kann, wenn man einmal vertrauensvolle Beziehungen zu seinen geistigen Helfern aufgebaut hat. Jeder, der sich für übersinnliche Erfahrungen öffnet, wird die Erfahrung machen, dass er sich beängstigenden energetischen Angriffen ausgesetzt sieht.
Ich kann dir nur raten, die Herausforderung anzunehmen, wenn sie dir begegnet, um schließlich den Kampf von Licht und Dunkelheit in dir zu überwinden.
Eines Tages suchte mich Viola auf, die in einer Kultur aufgewachsen war, in der bewusst praktizierte schwarz-magische Praktiken noch fortlebten, wie es mir bei Frauen aus einer Roma-Familie, aus Georgien und Thailand begegnet ist. Ihre Familie lebte in engem Kontakt mit Verwandten in einem etwas heruntergekommenen Stadtviertel. Viola hatte gerade ihre Ausbildung abgeschlossen und konnte ihre erste Stelle antreten. Sie wollte von zu Hause ausziehen und sich eine eigene Wohnung suchen. Nachdem ihre Familie von ihrem Entschluss erfahren hatte, begannen die energetischen Angriffe. Viola glaubte, dass sie vor allem von ihrer Mutter, ihren Tanten und ihrer Großmutter ausgingen. Sie hatte große Angst vor diesen Angriffen und glaubte, dass sie sie womöglich nicht überleben werde. Sie erzählte einige Geschichten darüber, wie ihre weiblichen Verwandten angeblich Feinden der Familie Unfälle und Krankheiten angehext hätten. Daher suchte sie bei mir Hilfe. Schon als ich mit ihr einen Termin vereinbart hatte, konnte ich die starken dunklen Kräfte spüren, die sie bedrohten. Mir war auch sofort klar, dass sie auch mich angreifen würden, wenn ich ihr helfen würde. Ich wandte mich an einen Freund, der auch schamanische Energiearbeit praktizierte. Er sagte mir, dass hier wohl nur ein Schamane aus derselben Kultur Erfolg haben könne. Außerdem riet er mir, die geistigen Helfer, mit denen ich auch sonst zusammenarbeitete, zu befragen.
Ich hatte großes Mitgefühl mit der jungen Frau, die sich mir anvertraut hatte. Ihr Anliegen, sich ein eigenes Leben unabhängig von ihrer Familie aufzubauen, erschien mir vollkommen berechtigt und erstrebenswert. Also verbrachte ich drei Tage lang viele Stunden im Garten, meditierte und konferierte mit meinen geistigen Helfern. Anschließend führte ich mit Viola ein Seelenrückholungsritual durch, wie ich es in einem Kurs bei Sandra Ingerman gelernt hatte.33 Sie fühlte sich danach befreit und gestärkt und zog in ihre eigene Wohnung. Sie genoss ihren beruflichen Erfolg und baute sich ein Leben unabhängig von ihrer Familie auf, obwohl sie auch deren Schicksal würdigte.
Was ich in den drei Tagen im Garten von meinen geistigen Helfern gelernt habe, als ich mich auf die Sitzung mit Viola vorbereitete, hat mich mein Leben lang begleitet. Meine geistigen Helfer machten mir klar, dass es überhaupt keinen Sinn mache, gegen schwarzmagische Angriffe zu kämpfen. Den Kampf kann man nur verlieren. Sie zeigten mir, dass meine Angst die dunklen Energien stärkt, indem ich Macht an sie abgebe. Als sich meine Angst schließlich in Vertrauen verwandelt hatte, neutralisierten sich die dunklen Energien vollkommen. Ich konnte erfahren, dass das Böse alle Macht verliert, wenn ich mich mit meinem Licht verbinde.
Meine geistigen Helfer rieten mir, einfach wie mit einem Dimmer mein inneres Licht aufzudrehen. Ich konnte tatsächlich wahrnehmen, dass es seine Wirkung zeigte, wenn ich mein inneres Licht erstrahlen ließ. Die dunklen Energien verschwanden. Zusätzlich fühlte ich mich sicherer, wenn ich meine geistigen Begleiter um Hilfe bat. Mir hat der Erzengel Michael und sein Gefolge immer wieder gute Dienste geleistet, wenn ich mich energetisch bedroht fühlte. Grundsätzlich muss aber jeder seine persönliche Quelle der Kraft finden. Du kannst dich öffnen, dein ganz persönliches Unterstützungsteam zu entdecken, das deine Angst und damit auch die bedrohlichen Energien verschwinden lässt. Letztlich muss deine Selbsthypnose mit den von dir gewählten Bildern, Symbolen, Krafttieren oder Wesenheiten Wirkung zeigen, so dass sich die Geister verziehen.
Auf meinem Weg vom Bahnhof zur Heilpraktiker-Schule, wo ich eine Zeitlang unterrichtete, musste ich einen kleinen Park passieren, in dem immer Drogenabhängige und Obdachlose lagerten. Von den an diesem Platz herumhängenden Energien fühlte ich mich jedes Mal angegriffen, wenn ich dort vorbeiging. Typischerweise kanalisieren Menschen, deren Seele nicht in ihrem Körper haust, zum Beispiel weil sie Drogen oder Alkohol konsumieren, Energien aus den erdnahen Bereichen. Sie ziehen verstorbene und in den erdnahen Bereichen hängengebliebene Seelen an, die gerne noch ein bisschen mittrinken oder Drogen konsumieren wollen. Weil keiner den Obdachlosen zu nah kommen möchte, bleiben auch die Geister an diesen Plätzen ungestört. Wenn ich den Rat meiner geistigen Helfer befolgte und einfach bewusst mein inneres Licht aufdrehte, konnte ich diesen Bereich ganz unbehelligt passieren.
Wenn du einem aussichtslosen Kräftemessen mit dunklen Wesenheiten ausweichst, ist eine mutige Konfrontation sehr wirkungsvoll. In einem Dreamwalk zum Thema Tod vom Crimson Circle34 wurde der Rat erteilt, dass man sich in den erdnahen Bereichen, in denen sich die verstorbenen Seelen aufhalten, gut mit dem inneren Satz »Ich bin der Meister/Ich bin die Meisterin« schützen kann. Wenn man seine Macht annimmt, kann man einfach »Nein« zu den dunklen Wesenheiten sagen, die einen kontaktieren, wie Tara Springett betont.35 Saint Germain hat mir in diesem Zusammenhang auch den inneren Notruf »Stopp!« empfohlen, den du sowohl gegen nicht-physische bedrohliche Wesen wie auch gegen übergriffige Menschen einsetzen kannst. Zusätzlich kannst du vor deinem inneren Auge einen »Bannkreis« von ungefähr zwei Metern definieren, der für Eindringlinge tabu ist. In den Kursen bei Sandra Ingerman wurde uns immer geraten, einen bedrohlich wirkenden Geist mit der Frage »Wer bist du?« zu konfrontieren. Die feindlich gesinnten Geister verschwinden dann, denn sie möchten sich nicht zu erkennen geben. Birgit Hassenkamp empfiehlt, mit dem Ausspruch »Ich liebe dich – ich liebe dich – ich liebe dich!« Dämonen zu vertreiben.36 Um diesen Satz authentisch aussprechen zu können, brauchst du allerdings schon ein transformiertes Bewusstsein, das Licht und Schatten urteilsfrei akzeptiert. Bedingungslose Liebe wirkt dann wie ein Wundermittel.
Allerdings sollte man sich vergegenwärtigen, dass man dunkle Energien oft unbewusst deshalb anzieht, weil man neugierig ist, auch den okkulten Teil der geistigen Welt zu erforschen. Zunächst einmal muss also der innere Konflikt zwischen Angst und Forschergeist geklärt werden. Vielleicht zweifelst du auch an deinen geistigen Kräften. Es gibt genügend Exorzisten, Priester, Medien, Geistheiler und Gurus, die dir einreden möchten, dass du sie als Vermittler brauchst, um zu hochschwingenden Energien Zugang zu haben. Ich kann dir versichern, dass dir die Lichtenergie, die dir dient, zur freien Verfügung steht. Du brauchst nichts anderes zu tun, als Zeuge der Transformation zu sein und die Veränderung geschehen zu lassen.
Mir hat auch eine Analogie, die häufig in den Kursen von Sandra Ingerman erwähnt wurde, immer sehr geholfen: Wenn man aus einem dunklen Flur in einen dunklen Raum tritt und dort das Licht anmacht, wird der Raum hell erleuchtet. Wenn die Tür aufsteht, fällt das Licht auch in den dunklen Flur. Im Flur ist es jetzt auch etwas heller. Allerdings wird der hell erleuchtete Raum nicht dunkler, wenn ich die Tür zum dunklen Flur öffne. An diesem Bild kannst du sehen, dass Licht die Dunkelheit vertreibt und nicht umgekehrt.37
Jeder, der lichtvolle Erfahrungen macht oder energetisches Heilen praktiziert, wird über kurz oder lang auch mit der Dunkelheit konfrontiert. Das ist die Gelegenheit, am eigenen Leib die wundervolle Erfahrung zu machen: Wenn ich mich in mein Licht stelle und es erstrahlen lasse, dann bleibe ich von der Dunkelheit unberührt.
~Perspektive
Das Zusammenleben und die Kommunikation mit anderen Menschen in deinem privaten Umfeld kann durch deine medialen Eingebungen und Einsichten bereichert werden. Wenn du als Medium entsprechende ethische Regeln berücksichtigst, kannst du einen wunderbaren Dienst an der Menschheit leisten. Du kannst anderen in unvergleichlicher Weise helfen.
Du kannst die Verantwortung des Mediums nur dann tragen, wenn du dich darauf fokussierst, Menschen zu helfen, soweit es dir möglich ist. Andere Menschen zu unterstützen, so gut du es kannst, sollte dein oberstes Ziel sein. Dein klarer Fokus nährt sich aus der Liebe zu den Menschen. Außerdem musst du den freien Willen anderer Menschen respektieren. Du kannst mit der Zeit lernen, mit dem Paradoxon zu leben, dass du immer gleichzeitig zum Helfen bereitstehst, aber auch den freien Willen anderer Menschen und ihre Ablehnung deiner Angebote respektierst. Du lernst, nicht nachtragend zu sein und gegebenenfalls wieder zur Verfügung zu stehen, wenn die Zeit gekommen ist.
Für die Arbeit mit anderen Menschen musst du automatisch Selbstliebe und Nächstenliebe in der Weise ausbalancieren, wie es Jesus in der Bibel gefordert hat. Die geistige Welt unterstützt dich dabei, Heilung, Erlösung, Glück und Erfolg sowohl für dich selbst wie auch für deine Mitmenschen zu steigern.
Das englische Medium Sheila French habe ich einmal in einem Vortrag sagen hören, dass, wenn ein begabtes Medium kein gutes finanzielles Auskommen hat, entweder das Medium oder die geistige Welt nicht ausreichend gewürdigt werden. Wenn du das berücksichtigst, lernst du, deine medialen Fähigkeiten zu schätzen und deine Göttlichkeit zu ehren. Du wächst darin, dich vor der höheren Weisheit der universellen Intelligenz zu verneigen und die göttliche Liebe anzunehmen und ausstrahlen zu lassen. Wenn du auf deine innere Stimme hörst, findest du im Einklang mit deinem Umfeld einen stimmigen Preis für alle deine medialen Tätigkeiten und alle deine kreativen Produkte. Du findest einen Ausgleich für deinen Einsatz, der sowohl deinen Selbstwert wie die Möglichkeiten deiner Nächsten berücksichtigt.
Du kannst lernen, die Liebe zu deinen Mitmenschen über die scheinbar unumstößliche Wahrheit zu stellen. Dann engagierst du dich nicht, um Glaubensinhalte oder Konzepte zu verbreiten, sondern folgst deinen Eingebungen, um andere in einer für sie verständlichen Sprache aufzubauen, zu nähren und zu trösten. In der Kommunikation mit deinen Mitmenschen ist Wahrheit immer relativ. Manchmal ist es heilsam, alles, was du siehst, offenzulegen. Manchmal begegnest du im Einvernehmen mit der göttlichen Liebe den Grenzen der Wahrheit.
Indem du dich auch der dunklen Seite des Lebens stellst, kannst du den Kampf von Licht und Dunkelheit letztlich hinter dir lassen. »Spirituelle Reife erfordert die Bereitschaft, die gegensätzlichen Polaritäten in das ganze Bild der spirituellen Wirklichkeit aufzunehmen – und dann erst über den Dualismus hinauszugehen.«38 Mit der Zeit lösen sich die Gegensätze von Gut und Böse, Licht und Schatten vollständig auf.
Gerade im Zusammenhang mit dunklen Energien kannst du die Kraft der göttlichen Liebe erfahren. So wie die dunklen Energien eine Seele brauchen, um auf der Erde kanalisiert zu werden, kannst du dich als Kanal des göttlichen Lichts und der göttlichen Liebe zur Verfügung stellen. Du kannst zunehmend der Kraft deines Geistes vertrauen. Indem dein menschliches Ich die Kontrolle abgibt, kannst du dem Wirken einer höheren Intelligenz zum Wohle aller Kreaturen nach dem Motto »dein Wille geschehe« zustimmen. Du kannst die vollendete Perfektion des göttlichen Plans erfahren.
Ich habe nicht nur als Medium gearbeitet, sondern auch die Hilfe anderer medial begabter Menschen in Anspruch genommen. Dazu möchte ich hier einige Beispiele anführen, um die segensreiche Wirkung von Medialität zu illustrieren.
In einer medialen Sitzung hat mir einmal ein junger Mann gesagt, dass ich in meiner Kindheit mehr Ruhe gebraucht hätte. Dieser Satz traf mich unmittelbar ins Herz und mit ihm wurde ein Schwall an Energie transportiert. Es war ganz einfach die Wahrheit, eine Wahrheit, die ich vollkommen verdrängt hatte. Ich bin mit vier jüngeren Geschwistern aufgewachsen und habe die Geschichte meiner Kindheit so erzählt, dass ich den Trubel einer großen Familie, die permanente Beschäftigung und Unterhaltung genossen habe. Aber das war, wie mir das Medium mit einem einzigen Satz offenbarte, nur die halbe Wahrheit. Auf einmal öffnete sich die Tür zu verdrängten Gefühlen aus meiner Kindheit von Überforderung und Stress.
Ich konnte meine tiefe Sehnsucht nach ruhigen Freiräumen, um die Seele baumeln zu lassen, wieder spüren.
In den Kursen bei Sandra Ingerman zum schamanischen Heilen übten wir die erlernten Methoden, indem wir uns gegenseitig behandelten. Eine Teilnehmerin in dem Kurs zur Seelenrückholung, mit der ich zusammenarbeitete, überbrachte mir eine entscheidende Botschaft, die uns beide überraschte. Sie sagte, dass ein mir nahestehender Mensch in der nächsten Zeit einen schweren Unfall erleiden würde. Ihr geistiger Helfer erklärte ihr, dass ich dann unbedingt für ihn eine Seelenrückholung durchführen sollte. Da es sich um einen Notfall handelte, könnte ich für ihn arbeiten, ohne direkt um Erlaubnis zu fragen. Es reichte, wenn ich das Einverständnis seiner Seele für die energetische Heilbehandlung einholte. Außerdem schenkte mir meine Partnerin auf Anweisung ihres Geistführers einen glitzernden Bergkristall, den sie zum Seminar mitgebracht hatte und der den Verunglückten ausbalancieren könnte. Alles kam so, wie sie es mir vorhergesagt hatte. Natürlich half es mir sehr, auf diese Ereignisse vorbereitet zu sein. Es kostete mich etwas Überwindung, den Bergkristall zu überbringen. Der Kristall war aber so wunderschön, dass das Geschenk nicht groß hinterfragt wurde.
Dieselbe Teilnehmerin hat mir damals auch die Botschaft überbracht, dass ich einmal etwas mit Rosen und Schwänen zu tun haben würde. Dazu hatte sie keine weiteren Erklärungen von ihrem geistigen Helfer bekommen und ich habe lange gerätselt, was diese Prophezeiung bedeuten sollte. Es dauerte viele Jahre, bis sie sich erfüllte. Wir hatten uns entschieden, an den Bodensee zu ziehen, und landeten dann unerwartet in Lindau. Als ich eines Tages kurz nach unserem Umzug auf der Insel Lindau spazieren ging, wurden meine Blicke plötzlich magisch von den zahlreichen Rosenbüschen, die an den Mauern der alten Häuser wuchsen, und den weißen Schwänen auf dem See angezogen. In diesem Moment erinnerte ich mich an die Prophezeiung, die ich nie verstanden hatte, und ein Gefühl tiefen Friedens erfüllte mich. Es tat mir gut, dass ich in diesem Moment spüren konnte, dass der Umzug trotz aller Zufälle, die ihn begleitet hatten, vorherbestimmt war und ich zur rechten Zeit am rechten Ort gelandet war.
In einem Kurs der englischen Medial-Schulung experimentierten wir mit Tischrücken. Wir legten unsere Hände leicht auf einen Tisch und stellten persönliche Fragen. Wir hatten verabredet, dass es ein »Ja« bedeutete, wenn der Tisch sich bewegte. Ich machte mir zu dieser Zeit große Sorgen um einen Freund und fragte, ob ich Vertrauen haben könnte, dass sich alles zum Guten entwickelt. In diesem Moment raste der Tisch durch den Raum, um kurz vor der Wand stehen zu bleiben.
Die Ohs und Ahs und das schallende Lachen der Anwesenden erfüllten den Raum. Sehr oft, wenn ich von Zweifeln geplagt wurde, erinnerte ich mich an das Bild des durch den Raum fliegenden Tisches als Symbol für Vertrauen.

Ich habe mich schon immer für den Tod interessiert. Das hing möglicherweise damit zusammen, dass ich mit einem angeborenen Herzfehler auf die Welt kam und im Alter von drei Jahren eine damals noch lebensbedrohliche Operation überstehen musste, um ein normales Leben führen zu können. Ich habe alle Bücher über Nahtoderfahrungen verschlungen, die ich finden konnte.
Außerdem haben mich In besonderer Weise die Wundergeschichten, die mein Vater aus dem Krieg mitbrachte, geprägt. Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurde mein Vater als Jugendlicher zur Waffen-SS eingezogen. Sein Schicksal war kein Einzelfall, sondern eine kollektive Erfahrung, die männliche Jugendliche seiner Generation teilten.39 Persönliche schuldhafte Verstrickung und die fiktive Schuld des Überlebens lastete auf seinen Schultern. Zugleich förderten seine Kriegserfahrungen den Glauben an einen Gott, der Gnade walten ließ, und tiefe Dankbarkeit gegenüber dem Schicksal für seine wundersamen Rettungen.
Als mein Vater mit anderen Soldaten auf einem Panzer saß, der von der Straße abkam und eine Böschung herabstürzte, fühlte er sich von unsichtbaren Vogelschwingen sanft auf den Rand des Abhangs gehoben und blieb unverletzt. Wenn er später davon erzählte, zitierte er gerne Moses 32, 11f.: »Wie ein Adler, der seinen Jungen das Fliegen beibringt, über ihnen schwebt und sie auffängt, seine Schwingen ausbreitet und sie auf seinen Flügeln in die Höhe trägt, so führte der Herr sie.«
Während des Krieges in Russland lebte mein Vater mit seiner Kompanie in einem Haus zusammen mit russischen Soldaten. Die Deutschen bewohnten das Erdgeschoss, die Russen das Obergeschoss. Es bestand eine unausgesprochene Übereinkunft, dass man sich ruhig verhielt und das Ende des Krieges abwartete. Mit den feindlichen russischen Soldaten teilten sie sich die Lebensmittel im Haus, zum Beispiel die geräucherten Würste, die im Kamin hingen. Eines Tages tauchte im Garten eine Tasche auf. Sein Vorgesetzter befahl meinem Vater, die Tasche zu holen. Mein Vater weigerte sich, weil er eine Falle befürchtete. Er hatte Glück, dass sein Vorgesetzter die Sache auf sich beruhen ließ. Einige Tage später pirschte ein anderer Soldat an die Tasche heran und wurde erschossen.
Schließlich geriet mein Vater in russische Gefangenschaft und wurde erneut auf wundersame Weise gerettet. Mehrere russische Offiziere und Ärzte suchten nach SS-Angehörigen unter den Gefangenen. Alle mussten sich in Reihen aufstellen und ihre Arme heben, weil bei den Mitgliedern der Waffen-SS in der Achsel die Blutgruppe eintätowiert worden war. Mehrere Personen übersahen die Tätowierung bei meinem Vater. Er musste zusehen, wie seine Mitgefangenen, die die Blutgruppe in der Achsel trugen, auf der Stelle erschossen wurden, während er wieder unverhofft überlebte. Bei Kriegsende war mein Vater achtzehn Jahre alt und entschloss sich, Pfarrer zu werden. Sicher hat auch das in seiner Generation weit verbreitete Schuldgefühl der Überlebenden zu seiner Berufswahl beigetragen. Er arbeitete die längste Zeit seines Berufslebens als Gefängnispfarrer.
Mein Vater hat das, was seine Kriegserfahrungen von Angst, Schuld und spektakulärer Rettung auslösten, Bekehrung genannt. Für mich gibt es viele Parallelen zum Aufwachen, wie ich es verstehe. Nahtoderfahrungen und existenzielle Bedrohungen initiieren oft das innere Erwachen. Dann begegnet man dem Göttlichen, in welcher Gestalt auch immer es sich zeigt. Die Erzählungen meines Vaters haben auch mein Bewusstsein dafür geprägt, dass im Leben eine höhere Macht wirkt.



