SPIRITUELLE HERAUSFORDERUNGEN MEISTERN

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Eine Nahtoderfahrung ist oft der Grund, dass überhaupt ein spiritueller Weg eingeschlagen wird. Dabei muss es sich nicht immer um äußerst dramatische Ereignisse wie eine Überdosis Drogen oder einen lebensbedrohlichen Unfall handeln. Wenn Menschen einen Terroranschlag oder Amoklauf aus nächster Nähe erleben, kann das ihre Perspektive auf das Leben verändern. Eine Krebsdiagnose kann auf die Persönlichkeit eine stark transformierende Wirkung haben, selbst wenn der Betroffene schnell wieder geheilt entlassen wird. Auch die Pflege sterbender Angehöriger erweitert den Horizont.
~Dreamwalk
Als ich die »Foundation for Shamanic Studies« kennengelernte, habe ich sofort den Wochenendkurs »Tod und Sterben aus schamanischer Sicht« belegt.40 In dem Kurs haben wir auf angeleiteten inneren Reisen den Weg erkundet, den die Seele nach dem Tod geht. Bei den nordamerikanischen Ureinwohnern wird diese Praxis »Dreamwalk« genannt.
Für mich gestaltete sich der Workshop als die Imagination oder sogar das Erleben einer Nahtoderfahrung. Dadurch hat sich meine Angst vor dem Tod vollkommen aufgelöst.41 In dem Seminar fand ich mich in einem lichtvollen Raum eingehüllt von göttlicher Liebe wieder, den ich nicht mehr verlassen wollte. Ich fühlte mich dort so wohl, dass ich nicht wieder auf die Erde zurückgehen wollte. Meine Urgroßmutter, die ich nur von Fotografien kannte, tauchte dann plötzlich auf und befahl mir, in den Körper zurückzukehren. Etwas unsanft landete ich wieder im Seminarraum. Nach dem Kurs brauchte ich mehrere Wochen, um mich erneut in meinem Leben zurecht zu finden.
Später habe ich an einem von Geoffrey Hoppe gechannelten Dreamwalk42 teilgenommen, der mich auch sehr inspiriert hat. Während ich bequem im Sessel saß und mich von den gechannelten Worten führen ließ, konnte ich innerlich denselben Weg der Seele in die Gefilde des Todes gehen, wie ich ihn schon bei meinem ersten Dreamwalk absolviert hatte. Mit dem gechannelten Dreamwalk eröffneten sich mir ganz ähnliche Erfahrungen wie mit den inneren Reisen. Es gab nur einen Unterschied: meine Urgroßmutter erschien nicht mehr.
Die Entscheidung, ob ich wieder zurückgehen und weiterleben wollte, musste ich jetzt ganz allein treffen. Das hatte den Vorteil, dass ich die absolute Freiheit spüren konnte, ob ich leben oder sterben will. Dadurch weiß ich jetzt, dass die Erde kein Straflager ist, in dem wir gefangen sind.
Es gehört zu den typischen Elementen der Nahtoderfahrung, dass man einer Grenze begegnet, die man nicht überschreiten sollte und hinter der es kein Zurück mehr gibt.43 Als ich während eines Dreamwalks an der Grenze stand, von der ich nicht mehr in den Körper hätte zurückkehren können und an der ich mich für das Leben entscheiden musste, kam mir ein neuer Kinofilm in den Sinn, den ich noch nicht gesehen hatte. Umgehend trat ich den Rückweg an.
~Sterbebegleitung
Meine eigenen gezielten und kontrollierten Nahtoderfahrungen durch den Dreamwalk prädestinierten mich dafür, Sterbebegleitung zu machen. In Deutschland ist die Sterbebegleitung in der festen Hand der Kirchen. Wenn Menschen sich der Kirche nicht zugehörig fühlen, haben sie es schwer, jemanden zu finden, der in der Todesstunde eine helfende Hand reichen kann. Ab und zu wurde ich von Bekannten und besonders auch von Menschen, die nur sehr wenig Bezug zur Kirche oder aus verschiedenen Gründen mit ihr gebrochen hatten, an das Sterbebett ihrer Angehörigen gerufen. In diesen Situationen ist mir aufgefallen, dass allein meine Anwesenheit dazu beigetragen hat, dass das Sterben erleichtert wurde. Ich wurde hinzugezogen, wenn die Angehörigen den Eindruck hatten, dass der Sterbende schwer loslassen kann. Meine fehlende Angst vor dem Tod konnte sich dann auf den Sterbenden übertragen.
Helene rief mich in meiner Praxis an und bat mich darum, ihr ein homöopathisches Akutmittel zu verordnen. Sie war an einer fulminant verlaufenden Form der Multiplen Sklerose erkrankt und konnte ihr Bett nicht mehr verlassen. Sie wurde von Ärzten und einer Psychologin betreut, bat mich aber um ein Mittel, das ihre starken und schmerzhaften Krämpfe lindern könnte. Ich besuchte sie in ihrer Wohnung und empfahl ihr das Mittel Magnesium phosphoricum, das tatsächlich eine gute Wirkung zeigte. Als ich an ihrem Bett saß, merkte ich aber, dass es eigentlich um etwas ganz anderes ging. Sie sagte mir, dass sie sich sicher sei, dass sie bald sterben werde. Auch in diesem Fall konnte ich einfach dadurch helfen, dass ich ihre Wahrheit akzeptierte und Furchtlosigkeit vor dem Tod ausstrahlte. Im Gespräch zeigte sich, dass es in ihrem Umfeld keine andere Person gab, mit der sie darüber sprechen konnte. Alle anderen Menschen, die sie behandelten, pflegten und liebten, versuchten es ihr sofort auszureden, wenn sie von ihrem nahenden Ende sprach.
Sie konnten es nicht akzeptieren, dass diese junge, kluge Frau so plötzlich sterben sollte, während sie gerade dabei war, zu einer herausragenden akademischen Karriere durchzustarten. Mich hat ihr Schicksal sehr berührt und ich spürte, dass ich ihr am besten helfen konnte, indem ich ihr Raum gab, über ihre Angst und Trauer im Angesicht des Todes zu sprechen. Als ich wenige Tage später anrief, um mich nach ihrem Befinden zu erkundigen, erfuhr ich, dass sie gestorben war.
~Frühere Leben
Ich hatte nicht das Glück, einem lebenden erleuchteten Meister zu begegnen. In Saint Germain habe ich aber einen engagierten und mitfühlenden geistigen Lehrer gefunden, der mich und einige sporadisch oder regelmäßig anwesende Teilnehmer in der »Diamantschule«, wie er es genannt hat, unterrichtete. Die uns in der Diamantschule vermittelten Inhalte haben wir mit der Zeit so verinnerlicht, dass sie uns in Fleisch und Blut übergegangen sind. Wir haben sie verkörpert.
Ein Thema, das immer wieder aufgetaucht ist, war die Begegnung mit dem Tod. Saint Germain präsentierte uns regelmäßig tiefgreifende Informationen über Leben und Tod und Inkarnation und Exkarnation der Seelen auf der Erde.44
Ich weiß seitdem mit absoluter Gewissheit, dass der Blick hinter den Horizont des irdischen Lebens für jeden erwachten Menschen im Aufstiegsprozess von großer Bedeutung ist.
In der Diamantschule wurde von Saint Germain in aller Klarheit davon gesprochen, dass wir nicht nur in einem, sondern in mehreren Leben inkarnieren. Dieselbe Botschaft prägte die Channel des Crimson Circle45 und die Kryon-Channel von Lee Carroll,46 die ich regelmäßig rezipierte. Aber erst durch meine eigenen Erfahrungen und Einsichten ist mit der Zeit der Glaube an frühere Leben für mich zur unverrückbaren Wahrheit geworden.
Wenn ich meine Vorhaben nicht umsetzen oder meine Träume nicht realisieren konnte und vor scheinbar unüberwindbaren Mauern stand, bin ich manchmal mitten in der Nacht aufgewacht und ein Film lief vor meinem inneren Auge ab. Ich hatte nichts anderes zu tun, als die Einsichten über meinen Seelenweg zu empfangen und meine Seelenaspekte aus vergangenen Leben mit offenen Armen zu begrüßen. So bin ich einem 13-jährigen Mädchen begegnet, das im Holocaust umgebracht wurde. Natürlich wirkt es befremdlich, wenn eine Deutsche und Tochter eines SS-Mannes herumläuft und verkündet, dass sie in einem früheren Leben als Jüdin vergast wurde. Aber ich beziehe mich hier auf ein früheres Leben und es ist eine Glaubensfrage, ob man sich das vorstellen kann. Die Eingebungen zu dem jüdischen Mädchen haben aber wesentlich dazu beigetragen, mich selbst besser zu verstehen, nach dem Motto, das Laotse zugeschrieben wird: »Andere erkennen ist weise. Sich selbst erkennen ist Erleuchtung.« Auf einmal konnte ich nachvollziehen, warum ich mit dreizehn Jahren eine äußerst depressive Phase durchlebte, für die mir die Pubertät als Erklärung nie gereicht hatte. Ich konnte verstehen, warum ich immer große Angst gehabt hatte, von meiner Familie getrennt zu werden, und mich schwergetan hatte, von zu Hause auszuziehen, um zu studieren. Nachdem ich es in einem schrecklichen Traum nacherlebt hatte, wie sich das tödliche Gas in der Kehle anfühlte, konnte ich begreifen, warum ich beim geringsten Halskratzen in Panik geriet und zu ersticken glaubte. Ich war mir sicher, dass ich im Lager eine Typhuserkrankung durchlebt hatte und führte meine wahnsinnige Angst vor Durchfällen darauf zurück. Als ich mich fragte, warum Hunde mir schon immer den Atem stocken ließen, erschienen vor meinem inneren Auge im Lager patrouillierende Wachposten, die Schäferhunde an der Leine führten. Mein eigenes Mitgefühl, das ich diesem jungen Mädchen entgegenbrachte, heilte diesen Seelenaspekt.
Wenn ich Angst vor dem nächsten Lebensabschnitt hatte und spürte, dass ich gar nicht so forsch aufs Leben zugehen konnte, wie ich es mir wünschte, ist immer wieder vor meinem inneren Auge ein römischer Feldherr erschienen, der im Triumph in die Stadt Rom einfuhr. Er konnte aber den Jubel über seine Heldentaten nicht recht genießen, weil erschreckende Bilder von blutüberströmten Schlachtfeldern seinen Blick trübten. Dieser innere Krieger musste mir einige Male gegenüberstehen, bevor ich ihn wirklich annehmen konnte.
Als ich gerade begonnen hatte, mich mit spirituellen Themen zu beschäftigen, nahm ich an einer Studienreise nach Israel teil. Wir besuchten Stätten am See Genezareth, an denen Jesus angeblich gewirkt hatte, wie uns der Reiseleiter erklärte. Während unsere Reisegruppe auf einer Wiese am See Genezareth stand und gespannt dem Vortrag des Reiseleiters folgte, wurde mir plötzlich schwindelig. Ehe ich mich versah, rutschte ich in eine andere Zeitdimension und fand mich plötzlich in einer Gruppe wieder, die einer Predigt von Jesus lauschte. In den nächsten Tagen tauchten ständig irisierende Wolken und Regenbogen auf, was mich sehr beeindruckte.
Ein ähnliches Erlebnis hatte ich, als wir auf der hawaiianischen Insel Maui zu einer heiligen Stätte wanderten, die uns als wunderschöner Aussichtspunkt empfohlen worden war. Ich stand an einer Steilküste mit weitem Blick über das Meer und vor meinem inneren Auge lief ein Film über ein archaisches Opferritual ab. Zuerst sah ich mich als Priester, der ein Kind über die Klippe ins Meer warf, um es zu opfern. Ich spürte, wie der Priester einerseits aus tiefer Überzeugung handelte, dass das Ritual wirksam und notwendig sei, um seine Gemeinde vor Schicksalsschlägen zu bewahren, andererseits mit seinem Erbarmen für das hilflose Kind kämpfte. Anschließend sah ich mich selbst in einem anderen Leben in der Rolle eines Mädchens, das auf dieselbe Weise geopfert wurde. Ich war so geschockt von dieser lebensechten Konfrontation mit meinen früheren Leben, dass ich mich hinsetzen musste. Meine Freunde reichten mir Wasser, aber es dauerte Jahre, bis ich diese Erlebnisse überhaupt kommunizieren konnte. Den Rollenwechsel in unterschiedlichen aufeinanderfolgenden Leben hatte ich am eigenen Leib erfahren können und er prägte mein Bewusstsein.
Ich habe auch eine dreijährige familiensystemische Ausbildung absolviert und konnte dadurch lernen, dass die meisten Menschen viel stärker von verdrängten Familienthemen in ihrem Denken und Handeln beeinflusst werden, als ihnen bewusst ist. Hinzu kommt, dass wir häufig früher als unsere eigenen Ahnen gelebt haben. Hier überschneiden sich die Erfahrungen aus vergangenen Leben mit den Ereignissen in der Familie.
Meine Familie war sowohl auf der väterlichen wie auf der mütterlichen Seite durch Schuldthemen aus der Zeit des Nationalsozialismus geprägt, so dass es allen Mitgliedern schwerfiel, Glück und Wohlstand zu genießen, ohne für alles ständig einen hohen Preis zu zahlen.
Mit der Zeit lernte ich, dass es gar nicht möglich ist, alle blockierenden Seelenaspekte bewusst aufzulösen. Belastende Zellerinnerungen aus früheren Leben, einschränkende Glaubensinhalte aus der Ahnenlinie und die Verletzungen aus der eigenen Kindheit und Jugend würden einen lebenslang beschäftigen. Andererseits werden auf dem Weg des inneren Aufstiegs entscheidende Lebensthemen und Aspekte aus früheren Leben sowieso in Leichtigkeit integriert.
Das Unbewusste öffnet sich spätestens durch die heilsame Kraft der Kundalini. Du brauchst nichts anderes zu tun, als deine Seelenerfahrungen in Liebe anzunehmen.
~Kommunikation mit Verstorbenen
Dass viele Menschen mit Freunden und Verwandten auch nach deren Tod ganz selbstverständlich kommunizieren, spiegelt sich inzwischen in vielen Serien und Filmen.
Ein Freund meiner Familie ist im Alter von fünfzig Jahren urplötzlich verstorben, wahrscheinlich an einem Herzstillstand. Er war ein sportlicher und gesunder Mann und es gab keinerlei Anzeichen für irgendwelche körperlichen Probleme. Daher waren seine Angehörigen sehr geschockt und verzweifelt über seinen plötzlichen Tod. Wie das Leben manchmal so spielt, hatte ich keinen regelmäßigen Kontakt mehr zu ihm, bevor er starb. Wir hatten uns zum letzten Mal auf meiner Geburtstagsparty gesehen. Seine Familie hatte mir ein Paar goldene Glitzerohrringe in Sternform zum Geburtstag geschenkt, die mir so gut gefielen, dass ich sie fast jeden Tag trug.
Als mein Freund starb, ging ich gerade von der Straßenbahnhaltestelle zur Heilpraktiker-Schule, an der ich damals unterrichtete. Während ich gedankenverloren meines Weges ging, traf mich plötzlich ein starker Windhauch. Ich rätselte noch, was dieser wie aus dem Nichts aufkommende Wind an so einem sonnigen Tag zu bedeuten hatte, und rieb mein linkes Ohr, das vom Luftzug gestreift worden war. Da musste ich feststellen, dass der linke Ohrring fehlte. Weil ich die Ohrringe so liebte, suchte ich den Bürgersteig gründlich ab, konnte aber zu meinem Bedauern nichts finden. Auf dem Rückweg vom Unterricht suchte ich noch einmal, aber der Ohrring blieb verschwunden. Später erfuhr ich, dass mein Freund zu der Zeit verstarb, als ich meinen Ohrring verlor.
Dieses Erlebnis hat mich tiefgreifend erschüttert. Ich litt auch darunter, dass einige Bekannte mir ganz klar zu verstehen gaben, dass sie von diesem »Spuk« nichts hören wollten. Umso mehr bedeutete es mir, dass ich auch eine Freundin traf, die sich schon öfter in Indien aufgehalten hatte und mir erzählte, dass man in Indien glaubt, dass Verstorbene Gegenstände einsammeln, bevor sie gehen. Mir fiel es anschließend jedenfalls leichter, den unvorhergesehenen Tod meines Freundes anzunehmen und zu verarbeiten. Er hatte sich von mir verabschiedet.
Kurz nachdem mein Vater gestorben war, hat er mich eines Nachts geweckt und mir gesagt, dass er mich in einen Bereich führen will, den alle Seelen nach dem Tod betreten und den ich auf meinem Dreamwalk noch nicht kennengelernt hatte. Er führte mich in den Raum der Allumfassenden Liebe, in dem ich mein ganzes Leben mit allen schönen und schwierigen Erfahrungen aus der Perspektive der Liebe sehen konnte. Zu dieser Zeit wurde der Raum der Allumfassenden Liebe auch als Kursinhalt der Diamantschule installiert und fand Eingang in meine Bücher.47
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