Hochschulrecht im Freistaat Bayern

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Aktuell ist das 8. Forschungsrahmenprogramm vom 3.12.2013 für die Jahre 2014 bis 2020 mit einem Volumen von 77 Milliarden € (Verordnung (EU) Nr. 1290/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 11.12.2013 über die Regeln für die Beteiligung am Rahmenprogramm für Forschung und Innovation („Horizont 2020“), ABl.EU 2013 Nr. L 347/81). Vgl. dazu Eikenberg, in: Grabitz/Hilf/Nettesheim (Hrsg.), Art 182 AEUV, Rn. 38 ff. Zur Praxis der Europäischen Forschungs- und Technologiepolitik vgl. Oppermann/Classen/Nettesheim, § 34, Rn. 1 ff. m.w.N. und Eikenberg, in: Grabitz/Hilf/Nettesheim (Hrsg.), Rn. 70 ff.
[77]
Vgl. Art. 180 lit. a AEUV. Die Durchführung des Rahmenprogramms erfolgt durch spezifische Programme, die vom Rat gemäß einem besonderen Gesetzgebungsverfahren nach Anhörung des Europäischen Parlaments und des Wirtschafts- und Sozialausschusses beschlossen werden (Art. 182 IV AEUV).
[78]
Grundlegend EuGH, Urt. v. 3.7.1974, Rs. 9/74 (Casagrande/Landeshauptstadt München), Slg. 1974, 773. Vgl. dazu z.B. Niedobitek, in: Streinz (Hrsg.), Art. 165, Rn. 9 ff. Zur Erstreckung auf Angehörige von Drittstaaten, mit denen entsprechende Assoziierungsabkommen bestehen vgl. z.B. EuGH, Urt. v. 7.7.2005, Rs. C-374/03 (Gaye Gürol/Bezirksregierung Köln), Slg. 2005, I-6199 = EuZW 2005, S. 667 – Zugang zur Ausbildung und Ausbildungsförderung für Kinder türkischen Arbeitnehmers in Deutschland gemäß Art. 9 des Beschlusses Nr. 1/80 des Assoziationsrates vom 19.9.1980. Vgl. dazu Streinz, JuS 2006, S. 161 (161 ff.).
[79]
Vgl. EuGH, Urt. v. 7.5.1991, Rs. C-340/89 (Vlassopulou/Land Baden-Württemberg), Slg. 1991, I-2357, Rn. 13 ff.
[80]
ABl. EG 2000 Nr. C 364/1. Sartorius II, Nr. 150. In neuer Fassung bestätigt durch Europäisches Parlament, Rat und Kommission am 12.12.2007 in Straßburg (ABl. EU 2007 Nr. C 303/1).
[81]
Vgl. dazu Streinz, in: Streinz (Hrsg.), Vorbem GR-Charta, Rn. 3 m.w.N.
[82]
Vgl. EuGH, Urt. v. 27.6.2006, Rs. C. 540/03 (Europäisches Parlament/Rat), Slg. 2006, I-5769, Rn. 38 = EuGRZ 2006, S. 417 (420); EuGH, Urt. v. 12.9.2006, Rs. C-131/03 P (Reynolds Tobacco Holdings u.a./Kommission), Slg. 2006, I-7795, Rn. 30 gibt die entsprechende Bezugnahme im Urteil des EuG vom 15.1.2003, verb. Rs. T-377/00 u.a., Slg. 2003, II-1, Rn. 122 wieder. Zuerst erwähnt wurde die Charta vom EuG, Urt. v. 30.1.2002, Rs. T-54/99 (max.mobil Telekommunikation Service GmbH/Kommission), Slg. 2002, II-313, Rn. 48, 57.
[83]
Ebenso wohl Kempen, in: Stern/Sachs (Hrsg.), Art. 14 Rn. 9 m.w.N., der zutreffend das Promotionsstudium wegen der dafür erforderlichen Forschung ausnimmt und unter Art. 13 GRCh (Forschungsfreiheit) subsumiert. Kingreen, in: Calliess/Ruffert (Hrsg.), EUV/AEUV-Kommentar, 5. Aufl. 2015, GRCh Art. 14, Rn. 3 f., beschränkt „Bildung“ auf die „schulische Bildung und schulischen Unterricht“ und erfasst die Hochschulbildung allein über die berufliche Weiterbildung. Ebenso Augsberg, in: von der Groeben/Schwarze/Hatje (Hrsg.), Art. 14 GRC, Rn. 4. Zu diesem Ergebnis kommt Bernsdorff, in: Meyer (Hrsg.), Art. 14, Rn. 12 unter Hinweis auf die gemäß Art. 52 III GRCh zu berücksichtigende Parallelität zu Art. 2 I ZP I zur EMRK, auf die auch die gemäß Art. 52 VII GRCh „gebührend zu berücksichtigen“ Erläuterungen des Präsidiums des Grundrechtekonvents (ABl. EG 2007 Nr. C 303/17) rekurrieren; er bezieht die Hochschulbildung über das Recht auf Zugang zur beruflichen Ausbildung ein (ebd., Rn. 15). Für die Einbeziehung von Hochschulen und Fachhochschulen bereits in den Begriff „Bildung“ Jarass, Charta der Grundrechte der Europäischen Union. Kommentar, 3. Aufl. 2016, Art. 14, Rn. 6 m.w.N., der die gebotene Parallelität zu Art. 2 I ZP I zur EMRK gegenteilig auslegt, da Art. 2 S. 1 ZP I auf alle Formen höherer Bildung wie Hochschulen erstreckt wird (Hinweis auf die Rechtsprechung des EGMR, u.a. Urt. v. 27.8.2013, NVwZ 2014, 1293; vgl. auch o. Rn. 63). Für die Einbeziehung der Hochschulen über den Begriff „Bildung“ auch Frenz, Handbuch Europarecht, Bd. IV, 2009, Rn. 2401 und Blauensteiner/Kalteis, in: Holoubek/Lienbacher (Hrsg.), Art. 14, Rn. 2, 13.
[84]
Blauensteiner/Kalteis, in: Holoubek/Lienbacher (Hrsg.), Art. 14, Rn. 13 m.w.N.; Streinz, in: Streinz (Hrsg.), Art. 14, Rn. 6; Kempen, in: Stern/Sachs (Hrsg.), Art. 14, Rn. 19; Jarass, Art. 14, Rn. 8; Bernsdorff, in: Meyer (Hrsg.), Art. 14, Rn. 15.
[85]
Vgl. Bernsdorff, in: Meyer (Hrsg.), Art. 13, Rn. 13, der dies aber selbst bezweifelt. Ebenso Mann, Forschungsfreiheit und akademische Freiheit, in: Heselhaus/Nowak (Hrsg.), Handbuch der Europäischen Grundrechte, 2006, § 26, Rn. 68 m.w.N.
[86]
Streinz, in: Streinz, Art. 13 GR-Charta, Rn. 5; zum Motiv ebenso Augsberg, in: von der Groeben/Schwarze/Hatje (Hrsg.), Art. 13 GRC, Rn. 10. Gegen eine Schwächung des Schutzstandards auch Ruffert, in: Calliess/Ruffert (Hrsg.), EUV/AEUV-Kommentar, 5. Aufl. 2015, GRCh Art. 13, Rn. 9.
[87]
ABl. EU2011 Nr. L 141/1. Zuletzt geändert durch die Verordnung (EU) 2016/589 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 13.4.2016 über ein Europäisches Netz der Arbeitsvermittlungen (EURES), den Zugang von Arbeitnehmern zu mobilitätsfördernden Diensten und die weitere Integration der Arbeitsmärkte und zur Änderung der Verordnungen (EU) Nr. 492/2011 und (EU) Nr. 1296/2013 (ABl. EU 2016 Nr. L 107/1). Aktualisierte Fassung in Sartorius II, Nr. 180. Zur effektiven Durchführung durch die Mitgliedstaaten ergänzt durch die Richtlinie 2014/54/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16.4.2014 über Maßnahmen zur Erleichterung der Ausübung der Rechte, die Arbeitnehmer im Rahmen der Freizügigkeit genießen (ABl. EU 2014 Nr. L 128/8). Aktuelle Fassung in Sartorius II, Nr. 180a.
[88]
Vgl. dazu EuGH, Urt. v. 15.3.1989, verb. Rs. 389 und 390/87 (G.B.C. Echternach und A. Moritz/Minister van Onderwijs en Wetenschapen), Slg. 1989, 723, Rn. 23, 31 ff.: Fortbestand auch nach Verlassen des Aufnahmestaats durch die Eltern. Vgl. zum Anspruch auf diskriminierungsfreie Ausbildungsförderung für Kinder bzw. Angehörige von Wanderarbeitnehmern Cremer, Unterhaltsstipendien für Studierende aus anderen Mitgliedstaaten nach dem Grzelczyk-Urteil des EuGH – Ausbildungsförderung für alle?, WissR 36 (2003), S. 128 (139 ff.). Näher dazu u. II. 4. e).
[89]
EuGH, Urt. v. 3.7.1974, Rs. 9/74 (Casagrande/Landeshauptstadt München), Slg. 1974, 773, Rn. 6. Zur Bildungspolitik kraft Sachzusammenhang vgl. Oppermann/Classen/Nettesheim, § 34, Rn. 15.
[90]
Vgl. dazu Fischer, in: Lenz/Borchardt (Hrsg.), EU-Verträge Kommentar, 6. Aufl. 2012, Art. 53 AEUV, Rn. 5.
[91]
ABl. EG 1989 Nr. L 19/16. Aufgehoben durch RL 2005/36/EG (s. ABl. EU 2005 Nr. L 255/22); zuletzt geändert durch Richtlinie 2013/55/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 20.11.2013 (ABl.EU 2013 Nr. L 354/132). Aktuelle Fassung in Sartorius II, Nr. 184. Diese Richtlinie hat u.a. die Richtlinien 89/48/EWG und 92/51/EWG mit Wirkung vom 20.10.2007 aufgehoben und war bis dahin von den Mitgliedstaaten umzusetzen (Art. 62 bzw. Art. 63 RL 2005/36/EG).
[92]
ABl. EG 1992 Nr. L 209/25. Zuletzt geändert durch Verordnung Nr. 1882/2003/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 29.9.2003 (ABl.EG 2003 Nr. L 284/1). Aufgehoben durch Art. 62 RL 2005/36/EG (s. ABl. EU 2005 Nr. L 255/22); zuletzt geändert durch Richtlinie 2013/55/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 20.11.2013 (ABl.EU 2013 Nr. L 354/132). Aktuelle Fassung in Sartorius II, Nr. 184. Diese Richtlinie hat u.a. die Richtlinien 89/48/EWG und 92/51/EWG mit Wirkung vom 20.10.2007 aufgehoben und war bis dahin von den Mitgliedstaaten umzusetzen (Art. 62 bzw. Art. 63 RL 2005/36/EG)).
[93]
ABl. EU 2005 Nr. L 255/22; zuletzt geändert durch Richtlinie 2013/55/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 20.11.2013 (ABl.EU 2013 Nr. L 354/132). Aktuelle Fassung in Sartorius II, Nr. 184. Diese Richtlinie hat u.a. die Richtlinien 89/48/EWG und 92/51/EWG mit Wirkung vom 20.10.2007 aufgehoben und war bis dahin von den Mitgliedstaaten umzusetzen (Art. 62 bzw. Art. 63 RL 2005/36/EG).
[94]
ABl. 1993 Nr. L 317/59. Vgl. dazu Klein/Haratsch, Das Aufenthaltsrecht der Studenten. Die Unionsbürgerschaft und intertemporales Gemeinschaftsrecht, JuS 1995, S. 7 (7 ff.); Thiele, Die Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europäischen Gemeinschaften zum Recht auf Gleichbehandlung von EG-Ausländern beim Zugang zu Bildungseinrichtungen und auf Studienfinanzierung, ZfRV 1995, S. 185 (195 f.).
[95]
Art. 38 II der Richtlinie 2004/38/EG, ABl. EG 2004 Nr. L 229/35. Aktuelle Fassung in Sartorius II, Nr. 177.
[96]
EuGH, Urt. v. 13.2.1985, Rs. 293/83 (Gravier/Stadt Lüttich), Slg. 1985, 593, Rn. 19 ff., 28, 29: Bezugnahme auf den Beschluss 63/266/EWG des Rates vom 2.4.1963, ABl. 1963, S. 1338. Vgl. ferner z.B. EuGH, Urt. v. 2.2.1988, Rs. 24/86, Slg. 1988, 379; EuGH, Urt. v. 30.5.1989, Rs. 242/87 (Kommission/Rat – ERASMUS), Slg. 1989, 1425, Rn. 24 ff. und Rs. 56/88 (Vereinigtes Königreich/Rat – PETRA), Slg. 1989, 1615. Zu Recht kritisch dazu M. Schweitzer, EG-Kompetenzen im Bereich Kultur und Bildung, in: Merten (Hrsg.), Föderalismus und Europäische Gemeinschaften unter besonderer Berücksichtigung von Umwelt und Gesundheit, Kultur und Bildung, 1990, S. 147 (151 ff.).
[97]
Vgl. dazu Oppermann/Classen/Nettesheim, § 34, Rn. 15 m.w.N.
[98]
European Action Scheme for the Mobility of University Students I (ABl. EG 1987 Nr. L 166/20).
[99]
ERASMUS II, ABl. 1989 Nr. L 395/23. Vgl. ferner das am 7.5.1990 vom Rat beschlossene Hochschulprogramm Tempus (Trans-European Mobility Scheme for University Studies (ABl. EG 1990 Nr. L 131/21), fortgesetzt durch Tempus II (ABl. EG 1993 Nr. L 112/34), Tempus III (ABl. EG 1999 Nr. L 120/30) über Förder- und Austauschmaßnahmen auf dem Gebiet des Hochschulwesens für die mittel- und osteuropäischen Reformstaaten und Tempus IV (ABl. EU 2009 Nr. C 18/31) zur Reformierung des Hochschulwesens durch internationale Zusammenarbeit der Hochschulen, welches 2013 ausgelaufen ist. Vgl. dazu Blanke, in: Grabitz/Hilf/Nettesheim (Hrsg.), Das Recht der Europäischen Union, Loseblatt (2016), Art. 165 AEUV, Rn. 129 ff.
[100]
Beschluss Nr. 253/2000/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 24.1.2000 über die Durchführung der zweiten Phase des gemeinschaftlichen Aktionsprogramms im Bereich der allgemeinen Bildung Sokrates (ABl. EG 2000 Nr. L 28/1), zuletzt geändert durch Verordnung (EG) Nr. 885/2004 des Rates vom 26.4.2004 (ABl. 2004 Nr. L 168/1). Vgl. dazu Ruffert, in: Calliess/Ruffert (Hrsg.), Art. 165 AEUV, Rn. 27.
[101]
ABl. 2013 Nr. L 347/50; vgl. dazu Blanke, in: Grabitz/Hilf/Nettesheim (Hrsg.), Das Recht der Europäischen Union, Loseblatt (2016), Art. 165 AEUV, Rn. 114 ff.
[102]
Vgl. dazu Franzen, in: Streinz, Art. 45 AEUV, Rn. 146 m.w.N. Vgl. u.a. EuGH, Urt. v. 10.9.2014, Rs. C-270/13 (Haralambidis/Casilli), ECLI:EU:C:2014:2185, Rn. 43 mit Analyse Streinz, JuS 2014, 469. Zur (überholten) Kritik im (deutschen) Schrifttum vgl. Brechmann, in: Calliess/Ruffert (Hrsg.), Art. 45 AEUV, Rn. 113 m.w.N.
[103]
Vgl. z.B. EuGH, Urt. v. 30.5.1989, Rs. 33/88 (Pilar Allué und Carmel Mary Coonan/Università degli studi di Venezia), Slg. 1989, 1591, Rn. 7 – Fremdsprachenlektor.
[104]
Dörr, Das Deutsche Beamtenrecht und das Europäische Gemeinschaftsrecht, EuZW 1990, 565 (570); Kreuschitz, in: von der Groeben/Schwarze/Hatje (Hrsg.), Art. 45 AEUV, Rn. 162 m.w.N.
[105]
Franzen, in: Streinz, Art. 45 AEUV, Rn. 23.
[106]
EuGH, Urt. v. 21.6.1988, Rs. 39/86 (Sylvie Lair/Universität Hannover), Slg. 1988, 3161, Rn. 29 ff.; EuGH, Urt. v. 26.2.1992, Rs. C-3/90 (M.J.E. Bernini/Minister van Onderwijs en Wetenschappen), Slg. 1992, I-1071, Rn. 19. Vgl. dazu Franzen, in: Streinz (Hrsg.), Art. 45 AEUV, Rn. 23 m.w.N.
[107]
EuGH, Urt. v. 4.5.1995, Rs. C-7/94 (Landesamt für Ausbildungsförderung Nordrhein-Westfalen/Lubor Gaal), Slg. 1995, I-1031, Rn. 24. Vgl. dazu Franzen, in: Streinz (Hrsg.), Art. 45 AEUV, Rn. 143 m.w.N. Nach Brechmann, in: Calliess/Ruffert (Hrsg.), Art. 45 AEUV, Rn. 77, soll der Zugang zu Hochschulen nicht Art. 45 AEUV i.V.m. Art. 7 III VO Nr. 492/2011 (s. ABl. EU 2011 Nr. L 141/1. Zuletzt geändert durch die Verordnung (EU) 2016/589 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 13.4.2016 über ein Europäisches Netz der Arbeitsvermittlungen (EURES), den Zugang von Arbeitnehmern zu mobilitätsfördernden Diensten und die weitere Integration der Arbeitsmärkte und zur Änderung der Verordnungen (EU) Nr. 492/2011 und (EU) Nr. 1296/2013 (ABl. EU 2016 Nr. L 107/1). Aktualisierte Fassung in Sartorius II, Nr. 180. Zur effektiven Durchführung durch die Mitgliedstaaten ergänzt durch die Richtlinie 2014/54/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16.4.2014 über Maßnahmen zur Erleichterung der Ausübung der Rechte, die Arbeitnehmer im Rahmen der Freizügigkeit genießen (ABl. EU 2014 Nr. L 128/8). Aktuelle Fassung in Sartorius II, Nr. 180a), sondern unmittelbar den Ansprüchen aus der Unionsbürgerschaft gemäß Art. 21 i.V.m. Art. 18 I AEUV unterfallen. Jedoch bestehen nach wie vor Unterschiede in der Rechtsstellung der Berechtigungen aus den „herkömmlichen“ Grundfreiheiten (Arbeitnehmer und Selbstständige) und aus der Unionsbürgerschaft, vgl. Art. 7 I lit. a bzw. b und Art. 24 II RL 2004/38/EG (Art. 38 II der Richtlinie 2004/38/EG, ABl. EG 2004 Nr. L 229/35. Aktuelle Fassung in Sartorius II, Nr. 177). Dies wurde durch EuGH, Urt. v. 14.6.2012, Rs. C-542/09 (Kommission/Niederlande), ECLI:EU:C:2012:346, Rn. 31 ff., Rn. 64 ff. und zuletzt EuGH, Urt. v. 2.6.2016, Rs. C-233/14 (Kommission/Niederlande), ECLI:EU:C:2016:396 Rn. 82 ff. = NVwZ 2016, 1076 ausdrücklich bestätigt. Diese Unterschiede wirken sich hinsichtlich des Rechts, Stipendien zu erhalten, aus, s.u. Rn. 85.
[108]
EuGH, Urt. v. 13.11.1990, Rs. C-308/89 (Carmina di Leo/Land Berlin), Slg. 1990, I-4185, Rn. 17. Kritisch dazu Hailbronner, Die soziale Dimension der EG-Freizügigkeit – Gleichbehandlung und Territorialitätsprinzip, EuZW 1991, S. 171 (175).
[109]
Vgl. dazu Ohler, Die Anerkennung ausländischer Hochschulen in Deutschland als Problem des Gemeinschaftsrechts, WissR 31 (1998), S. 170 (170 ff.); Richter/Pierlings, Franchising-Kooperationen im Hochschulbereich, WissR 36 (2003), S. 223 (223 ff.); Hauser, Möglichkeiten und Grenzen der Etablierung von grenzüberschreitenden postsekundären Bildungsangeboten im EU-Bereich, WissR 39 (2006), S. 310 (310 ff.).
[110]
Also unabhängig von der Richtlinie 2006/123/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 12.12.2006 über Dienstleistungen im Binnenmarkt (ABl. EU 2006 Nr. L 376/36), die die Ausübung der Niederlassungsfreiheit und der Dienstleistungsfreiheit allerdings durch Konkretisierungen erleichtert. Der Betrieb staatlicher Hochschulen unterfällt (anders als der Zugang zu ihnen seitens der Studierenden) als nichtkommerzielle Einrichtungen nicht der Dienstleistungsfreiheit, selbst wenn dafür Studienbeiträge erhoben werden, vgl. EuGH, Urt. v. 27.9.1988, Rs. 263/86 (Belgischer Staat/R. Humbel und M.T. Edel), Slg. 1988, 5365. Vgl. dazu auch die Mitteilung der Kommission vom 20.9.2000 zu Leistungen der Daseinsvorsorge, ABl. EU 2001 Nr. C 17/4 (9), Nr. 29. Durch Studiengebühren finanzierte Privathochschulen unterfallen dagegen als wirtschaftliche Tätigkeit den Grundfreiheiten und sind nicht generell von der Dienstleistungsrichtlinie ausgenommen, wohl aber von deren Art. 16 als „Dienstleistungen von allgemeinem wirtschaftlichem Interesse“ im Sinne des Art. 17 Nr. 1 Dienstleistungsrichtlinie.
[111]
Vgl. dazu Streinz, Europarecht, 10. Aufl. 2016, Rn. 873 m.w.N.
[112]
Näher dazu Ohler Die Anerkennung ausländischer Hochschulen in Deutschland als Problem des Gemeinschaftsrechts, WissR 31 (1998), S. 174 ff.
[113]
EuGH, Urt. v. 7.7.1992, Rs. C- 369/90 (Mario Vicente Micheletti/Delegación del Gobierno en Cantabria), Slg. 1992, I-4239, Rn. 10 f.; EuGH, Urt. v. 20.2.2001, Rs. C-192/99 (The Queen/Secretary of State of the Home Department – ex parte Manjit Kaur), Slg. 2001, I-1237, Rn. 19.
[114]
EuGH, Urt. v. 20.9.2001, Rs. C-184/99 (Rudy Grzelczyk/Centre public d‘aide sociale d‘Ottignies-Louvain-la-Neuve), Slg. 2001, I-6193, Rn. 31; EuGH, Urt. v. 17.9.2002, Rs. C-413/99 (Baumbast u.a./Secretary of State for the Home Department), Slg. 2002, I-7091, Rn. 82.
[115]
Vgl. Magiera, in: Streinz, Art. 21 AEUV, Rn. 9. Eingehend dazu Wollenschläger, Grundfreiheit ohne Markt. Die Herausbildung der Unionsbürgerschaft im unionsrechtlichen Freizügigkeitsregime, 2007, S. 122 ff.
[116]
EuGH, Urt. v. 19.10.2004, Rs. C-200/02 (Kunqian Catherine Zhu und Man Lavette Chen/Secretary of State for the Home Department), Slg. 2004, I-9925, Rn. 26. Vgl. dazu Haag, in: von der Groeben/Schwarze/Hatje Art. 21 AEUV, Rn. 9 m.w.N.
[117]
Kluth, in: Calliess/Ruffert (Hrsg.), Art. 21 AEUV, Rn. 6; eingehend und zu Recht kritisch zur Rechtsprechung des EuGH Wollenschläger, S. 297 ff. (streng freizügigkeitsrechtlich zu konturierender freiheitsrechtlicher Gehalt, vgl. ebd., S. 309).
[118]
Zu Recht kritisch dazu Hailbronner, Die Unionsbürgerschaft und das Ende rationaler Jurisprudenz durch den EuGH?, NJW 2004, 2185 (2185 ff.). Dagegen Kluth, in: Calliess/Ruffert (Hrsg.), Art. 21 AEUV, Rn. 10. Vgl. zur Kontroverse Streinz, Vom Marktbürger zum Unionsbürger, in: Breuer u.a. (Hrsg.), Im Dienste des Menschen: Recht, Staat und Staatengemeinschaft. Forschungskolloquium anlässlich der Verabschiedung von Eckart Klein, 2009, S. 63 (69 ff.).
[119]
EuGH, Urt. v. 19.10.2004, Rs. C-200/02 (Kunqian Catherine Zhu und Man Lavette Chen/Secretary of State for the Home Department), Slg. 2004, I-9925, Rn. 40. Vgl. jedoch die (widersprüchliche) Bezeichnung als „Grundrecht“ im selben Urteil, Rn. 33.
[120]
Vgl. z.B. Kluth, in: Calliess/Ruffert (Hrsg.), Art. 21 AEUV, Rn. 6; Schweitzer/Hummer/Obwexer, Europarecht. Das Recht der Europäischen Union, 2007, Rn. 1184 ff.; Haratsch/Koenig/Pechstein, Europarecht, 10. Aufl. 2016, Rn. 740 f.
[121]
Vgl. den Dritten Bericht der Kommission an den Rat und das Europäische Parlament zur Durchführung der Richtlinien 93/96, 90/364, 90/365 über das Aufenthaltsrecht für Studenten, nichterwerbstätige und aus dem Erwerbsleben ausgeschiedene Unionsbürger vom 5.4.2006, Dok KOM(2006) 156 endgültig; vgl. ferner den Bericht der Kommission an das Europäische Parlament, den Rat, den Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss und den Ausschuss der Regionen über die Unionsbürgerschaft 2013, S. 10.
[122]
Vgl. EuGH, Urt. v. 20.9.2001, Rs. C-184/99 (Rudy Grzelczyk/Centre public d‘aide sociale d‘Ottignies-Louvain-la-Neuve), Slg. 2001, I-6193, Rn. 34 ff.; EuGH, Urt. v. 15.3.2005, Rs. C-209/03 (The Queen/London Borough of Ealing and Secretary of State for Education and Skills – ex parte Dany Bidar), Slg. 2005, I-2119, Rn. 40 ff.
[123]
S. dazu insbesondere das grundlegende Urt. v. 13.2.1985, Rs. 293/83 (Gravier), Slg. 1985, 593, Rn. 19 ff.; vgl. dazu Blanke, in: Grabitz/Hilf/Nettesheim (Hrsg.), Art. 165 AEUV, Rn. 36 ff. m.w.N.; ferner z.B. das Urteil des EuGH vom 30.5.1989, Rs. 242/87 (Kommission/Rat – Erasmus), Slg. 1989, 1425, das als „Kompetenzanmaßung“ kritisiert wurde, vgl. Classen, Bildungspolitische Förderprogramme der EG – Eine kritische Untersuchung der vertragsrechtlichen Grundlagen, EuR 1990, S. 10 (10 ff.). S. Rn. 74; EuGH, Urt. v. 13.2.1985, Rs. 293/83 (Gravier/Stadt Lüttich), Slg. 1985, 593, Rn. 19 ff., 28, 29: Bezugnahme auf den Beschluss 63/266/EWG des Rates vom 2.4.1963, ABl. 1963, S. 1338. Vgl. ferner z.B. EuGH, Urt. v. 2.2.1988, Rs. 24/86, Slg. 1988, 379; EuGH, Urt. v. 30.5.1989, Rs. 242/87 (Kommission/Rat – ERASMUS), Slg. 1989, 1425, Rn. 24 ff. und Rs. 56/88 (Vereinigtes Königreich/Rat – PETRA), Slg. 1989, 1615. Zu Recht kritisch dazu M. Schweitzer, EG-Kompetenzen im Bereich Kultur und Bildung, in: Merten (Hrsg.), Föderalismus und Europäische Gemeinschaften unter besonderer Berücksichtigung von Umwelt und Gesundheit, Kultur und Bildung, 1990, S. 147 (151 ff.). Bestätigt durch EuGH, Urt. v. 21.6.1988 (Sylvie Lair/Universität Hannover), Slg. 1988, 3161, Rn. 14. Zur Ablösung des richterrechtlich entwickelten Aufenthaltsrechts Studierender vgl. Wollenschläger S. 132 f.
[124]
Vgl. Schweitzer/Hummer/Obwexer, Europarecht. Das Recht der Europäischen Union, 2007, Rn. 1185 ff.
[125]
EuGH, Urt. v. 7.7.2005, Rs. C-147/03 (Kommission/Österreich), Slg. 2005, I-5969, Rn. 41 ff. Vgl. dazu Streinz, Analyse, JuS 2006, S. 68 ff.
[126]
Vgl. zu den Folgen Mager, S. 304.
[127]
Vgl. dazu Obwexer, Unionsrechtliche Vorgaben für die Mobilität von Lernenden und Lehrenden an Universitäten und Hochschulen: rechtliche Auswirkungen auf die Bildungspolitik, in: Griller/Kahl/Kneihs/Obwexer (Hrsg.), 20 Jahre EU-Mitgliedschaft Österreichs, 2015, S. 1053 ff.
[128]
K (2007) 82 vom 24.1.2007, Vertragsverletzungsverfahren Nr. 1998/2308 wegen Nichtdurchführung des Urteils des EuGH in der Rs. C-147/03.
[129]
Vgl. dazu Obwexer, Unionsrechtliche Vorgaben für die Mobilität von Lernenden und Lehrenden an Universitäten und Hochschulen: rechtliche Auswirkungen auf die Bildungspolitik, in: Griller/Kahl/Kneihs/Obwexer (Hrsg.), 20 Jahre EU-Mitgliedschaft Österreichs, 2015, S. 1055 f. Zu nur teilweise im Unionsrecht begründeten nachfolgenden Änderungen des österreichischen Hochschulzugangsrechts ebd., S. 1056 ff.
[130]
Vgl. dazu Obwexer, Unionsrechtliche Vorgaben für die Mobilität von Lernenden und Lehrenden an Universitäten und Hochschulen: rechtliche Auswirkungen auf die Bildungspolitik, in: Griller/Kahl/Kneihs/Obwexer (Hrsg.), 20 Jahre EU-Mitgliedschaft Österreichs, 2015, S. 1063 f.
[131]
EuGH. Urt. v. 13.4.2010, Rs. C-73/07 (Bressol u.a./Gouvernement de la Communauté francaise), Slg. 2010, I-2735, Rn. 32 f.; Streinz, Analyse, JuS 2010, 655.
[132]
Ebd., Rn. 41 m.w.N.
[133]
Ebd., Rn. 49 ff. Vgl. dazu und zur „Lockerung“ der Anforderungen an die Rechtfertigung von Beschränkungsmaßnahmen gegenüber dem gegen Österreich ergangenen Urteil Obwexer, Unionsrechtliche Vorgaben für die Mobilität von Lernenden und Lehrenden an Universitäten und Hochschulen: rechtliche Auswirkungen auf die Bildungspolitik, in: Griller/Kahl/Kneihs/Obwexer (Hrsg.), 20 Jahre EU-Mitgliedschaft Österreichs, 2015, S. 1059 ff., 1062 f.; allerdings verbleibt für die Mitgliedstaaten eine erhebliche Darlegungslast.
[134]
Vgl. insbesondere das grundlegende Urt. v. 13.2.1985, Rs. 293/83 (Gravier), Slg. 1985, 593, Rn. 19 ff.; vgl. dazu Blanke, in: Grabitz/Hilf/Nettesheim (Hrsg.), Art. 165 AEUV, Rn. 36 ff. m.w.N.; ferner z.B. das Urteil des EuGH vom 30.5.1989, Rs. 242/87 (Kommission/Rat – Erasmus), Slg. 1989, 1425, das als „Kompetenzanmaßung“ kritisiert wurde, vgl. Classen, Bildungspolitische Förderprogramme der EG – Eine kritische Untersuchung der vertragsrechtlichen Grundlagen, EuR 1990, S. 10 (10 ff.). S. Rn. 74; EuGH, Urt. v. 13.2.1985, Rs. 293/83 (Gravier/Stadt Lüttich), Slg. 1985, 593, Rn. 19 ff., 28, 29: Bezugnahme auf den Beschluss 63/266/EWG des Rates vom 2.4.1963, ABl. 1963, S. 1338. Vgl. ferner z.B. EuGH, Urt. v. 2.2.1988, Rs. 24/86, Slg. 1988, 379; EuGH, Urt. v. 30.5.1989, Rs. 242/87 (Kommission/Rat – ERASMUS), Slg. 1989, 1425, Rn. 24 ff. und Rs. 56/88 (Vereinigtes Königreich/Rat – PETRA), Slg. 1989, 1615. Zu Recht kritisch dazu M. Schweitzer, EG-Kompetenzen im Bereich Kultur und Bildung, in: Merten (Hrsg.), Föderalismus und Europäische Gemeinschaften unter besonderer Berücksichtigung von Umwelt und Gesundheit, Kultur und Bildung, 1990, S. 147 (151 ff.). Bestätigt durch EuGH, Urt. v. 21.6.1988, Rs. 39/86 (Sylvie Lair/Universität Hannover), Slg. 1988, 3161, Rn. 14.



