Die Kunst gut zu sterben

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Er nahm einen neuen Job an und zog vom Stadtrand in eine ländliche Gegend. Als er seinen neuen Hausarzt aufsuchte, wog er 100 kg und hatte Alters-Warnsignale in Dreierkombination: hoher Cholesterinspiegel, hoher Blutdruck und hohe Blutzuckerwerte. Sein alarmierter Arzt empfahl ihm, umgehend einen Kardiologen aufzusuchen sowie ein cholesterinsenkendes Statin, Blutdrucksenkende Pillen und das Diabetes-Medikament Metformin einzunehmen.
Tom dachte an seine Freunde und seine Familie, von denen viele bereits diese Medikamente nahmen, und sah seine eigene Zukunft vor sich. »Ich habe einen Freund, der aufgrund seiner Diabetes erblindete, einen anderen, der nicht mehr laufen kann, und einen weiteren, der an einem Herzinfarkt gestorben ist«, erzählte er. »Alle hätten ihre Ernährung ändern können, als sie sich in ihren Fünfzigern befanden, aber haben zu lange gewartet. Ich wollte nicht den gleichen Fehler machen.«
Er nahm Blutdruckmedikamente, um das Schlaganfallrisiko zu senken, aber er bat um eine Gnadenfrist, bevor er weitere Medikamente hinzufügte. Was danach kam, sagte er, waren »drei sehr emotionale Monate. Die Umstellung meiner Lebens- und Essgewohnheiten wurde wichtiger als meine Arbeit, Freunde, das Lesen und sogar meine Ehe.« Er joggte jeden Morgen 2 km, anfangs im Schneckentempo, und erhöhte nach und nach die Geschwindigkeit und Distanz. Er gewöhnte sich alle Lebensmittel mit Zuckerzusatz ab und andere »Dinge, die mein Leben ›reichhaltiger‹ gemacht hatten.«
Er bemühte sich, seinen Schlafrhythmus zu ändern. Er erlebte das Hochgefühl körperlicher Bewegung und die Tiefen von Muskelschmerzen. Er rang mit den Entzugserscheinungen, die durch den Verzicht auf Zucker entstanden, und, wie er es ausdrückte, »mit dem Stress, mit mehreren lebensbedrohlichen Krankheiten konfrontiert zu sein.« Um weiterzumachen, führte er ein Tagebuch darüber, was er aß und wann er trainierte, und er holte sich Unterstützung bei seiner Frau und einer Freundin, die ihre Diabetes erfolgreich ohne Medikamente bewältigte.
Drei Monate später war sein Cholesterinspiegel das erste Mal in seinem Leben normal, das Gleiche galt für seinen Blutdruck. Sein Blutzuckerspiegel reduzierte sich um mehr als ein Drittel und ist jetzt nur noch ein Haar vom Normalwert entfernt. Er nimmt keine Medikamente. Seine Ernährung besteht vorwiegend aus frischem Gemüse aus dem Garten seiner Frau und kleineren Mengen von magerem Putenfleisch, Käse, Vollkornreis, Vollkorn-Weizenbrot und zuckerfreier Konfitüre. Jeden Tag joggt er gut drei Kilometer und fährt Fahrrad. Er wiegt 77 kg und nimmt keine Medikamente. »Ja, es war hart«, sagte er. »Es ist immer noch hart. Aber mein Arzt ist sehr zufrieden und ich werde nicht mehr zu meinem alten Leben zurückkehren.«
Verbündete in der Präventivmedizin finden
Suchen Sie sich erst einmal einen guten Hausarzt, der Sie anleitet, den Alterungsprozess zu verzögern. Es reicht nicht, wenn Sie sich jedes Jahr einen Vortrag übers Rauchen, Trinken oder Ihr Gewicht anhören. Sie brauchen jemanden, der Sie mit Nachdruck an einen Physiotherapeuten überweist oder an eine Selbsthilfegruppe wie z. B. die Anonymen Alkoholiker oder eine Gruppe, die mit dem Rauchen aufhören will. Er sollte Sie zu Präventionskursen oder Herz-Reha animieren, die in vielen Fitnessstudios angeboten und von der Krankenkasse finanziert werden. Wenn Ihr Blutdruck, Cholesterin oder Blutzucker hoch bleiben, obwohl Sie Ihren Lebensstil geändert haben, sprechen Sie mit Ihrem Arzt über eine medikamentöse Behandlung: Es lohnt sich auf jeden Fall erheblich für Menschen, die noch ein Jahrzehnt oder mehr Lebenszeit vor sich haben.
Die Notwendigkeit, mit einem Geriater – einem Arzt, der sich auf die Belange älterer Menschen spezialisiert hat – Kontakt aufzunehmen, mag noch nicht dringend erscheinen. Aber so oder so ist es wichtig, einen Arzt zu finden, der sich ganzheitlich um Sie kümmert, lange bevor es zu einer Gesundheitskrise kommt. Viele gute Ärzte, die sich weigern, neue Kassenpatienten aufzunehmen, werden sich weiter um die älteren Menschen kümmern, mit denen sie bereits eine Beziehung aufgebaut haben. Schauen Sie nach jemandem, der sich wirklich um seinen Patienten kümmert – und wenn Sie nicht zufrieden sind, wechseln Sie. Jetzt ist es an der Zeit, jemanden zu finden, der auf lange Sicht an Ihrer Seite ist.
Wenn Ihr Hausarzt älter ist als Sie, sollten Sie in Betracht ziehen, sich nach einem jüngeren umzuschauen, der nicht in Rente geht, bevor Sie sterben und der seine Praxis in der Nähe hat. (Das Gleiche gilt übrigens für Zahnärzte, Friseure und Automechaniker: Eine 30-km-Fahrt, die Ihnen jetzt einfach erscheint, könnte morgen schwieriger oder unmöglich sein.)
Nutzen Sie jede Gelegenheit, um eine Beziehung zu einem einzelnen Arzt aufzubauen, der für Sie zum Ansprechpartner in der Welt der fragmentierten Medizin wird, mit der die meisten von uns konfrontiert sein werden. Bitten Sie Ihren Arzt, vom Computer aufzusehen und eine vollständige körperliche Untersuchung durchzuführen. Die Krankenkassen erstatten mittlerweile die Kosten für verschiedene »Wohlfühl«-Termine, z. B. einen Erstbesuch, jährliche kognitive Einschätzungen und Vorsorgeuntersuchungen. Nutzen Sie diese Termine, damit Ihr Arzt Sie gut kennenlernt und um sicherzugehen, dass Sie die gleichen Ziele verfolgen.
Sein Urteilsvermögen bilden
Doug von Koss hatte eine Katarakt-Operation und ließ sich beide Knie ersetzen. Es waren große Schritte für ihn, denn sie schoben Behinderungen hinaus, reduzierten Schmerzen und ihn ließen ihn weiter glücklich mit dem Auto fahren und trainieren.



