Wie du innerhalb weniger Monate deine unternehmerischen Finanzen in den Griff bekommst. Dauerhaft!

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Autor: Stefan Merath
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Stefan Merath:
Der Weg zum erfolgreichen Unternehmer
Februar 2008
Gabal-Verlag Stefan Merath:

Stefan Merath:
Die Kunst, seine Kunden zu lieben
Februar 2011
Gabal-Verlag Stefan Merath:

Stefan Merath:
Dein Wille geschehe
Februar 2017
Gabal-Verlag Stefan Merath:
1.Klarheit gewinnen
2.Fokus!
3.Ausreden
4.Der Gewinn
5.Wie man Gewinn macht
6.Ausreden und das Inner Game
7.Die dauerhafte Umsetzung
8.Die Privatfinanzen
9.Deine Entscheidungen und Ergebnisse
10.Selbstbestimmung und Freiheit
Wie du innerhalb weniger Monate deine unternehmerischen Finanzen in den Griff bekommst. Dauerhaft!
Gesunde Unternehmensfinanzen als Grundlage für deine Selbstbestimmung und Freiheit
Liebe Unternehmerin, lieber Unternehmer,
du hast dich für dieses E-Book entschieden. Vermutlich sind deine Unternehmensfinanzen also in keiner tollen Situation. Oder sie sind es nicht dauerhaft. Deshalb zuallererst meine Anerkennung dafür, dass du dich damit beschäftigen und sie verbessern willst.
Ich verspreche dir, ich werde dieses E-Book so kurz wie möglich halten. Das liegt zum einen daran, dass dieses Thema wirklich einfach zu verstehen ist – okay, ich hatte Mathe-Leistungskurs und da meist so um die 13-15 Punkte, deswegen sind Zahlen für mich eh einfach. Aber ich verspreche dir, dass ich es auch für dich einfach halte. Zum anderen werde ich das E-Book kurz halten, weil Zahlen nicht mein Lieblingsthema sind. Aber ich kann damit perfekt umgehen. Könnte ich es nicht und wäre trotzdem Unternehmer, dann müsste ich mich notgedrungen mit Zahlen beschäftigen und könnte mich vor lauter Problemen eben nicht mit meinem Lieblingsthema beschäftigen.
Für dich ist das anders. Für dich SIND die nächsten Wochen deine Finanzen dein Lieblingsthema. Damit du dich irgendwann nicht mehr mit ihnen beschäftigen musst und Zeit für dein wirkliches Lieblingsthema hast. Damit du nicht dauernd säumigen Kunden hinterhertelefonieren und dich vor nervigen Lieferanten verstecken musst.
Bevor wir anfangen, willst du vielleicht noch wissen, was mein Lieblingsthema ist? Für mich ist Unternehmersein die geilste Lebensform der Welt und Ausdruck meiner Freiheit und Selbstbestimmung. Mein Lieblingsthema ist, andere Unternehmer zu wirklicher Freiheit und Selbstbestimmung zu führen (Der Weg zum erfolgreichen Unternehmer, Dein Wille geschehe). Aber das ist hier nicht das Thema. Hier schaffen wir nur die Voraussetzungen. Für mich aber zentral ist Folgendes: Das hier ist kein E-Book zum einfach mal Durchlesen, sondern du willst was ändern. Also wirst du während des Lesens ein paar Entscheidungen treffen und Handlungen einleiten.
Wenn du das Buch einfach so liest, wird sich nichts ändern. Und wenn du dir vornimmst, das Buch zuerst zu lesen und wenn du dann alles weißt, es dann nochmals zu lesen und dann zu handeln, dann wird auch nichts passieren. Du bist dann nämlich schon wieder über ein neues E-Book gestolpert und liest das, statt erst mal dieses umzusetzen. Glaub mir, ich weiß, wovon ich spreche: Ich habe mittlerweile über 1.300 Bücher zum Thema Unternehmersein gelesen. Und du glaubst doch nicht im Ernst, dass ich alle umgesetzt habe? ;-)
Also, bevor wir weitermachen, wirst du eine Entscheidung treffen:
Willst du alles tun, was notwendig ist, um deine Unternehmensfinanzen dauerhaft in Ordnung zu bringen?
Ja oder Nein? Na gut, nicht ganz alles: Du musst dich nicht von deinem Lebenspartner trennen und darfst auch deine Kinder in Zukunft noch sehen. Aber fast alles? Ja oder Nein? Triff diese Entscheidung jetzt! Falls die Antwort jetzt „Nein“ lautet oder „Ich will erst das ganze E-Book lesen, damit ich weiß, worauf ich mich einlasse“, dann hör auf zu lesen. Jetzt. Dann wäre dieses E-Book Zeitverschwendung für dich! Dieses E-Book ist für Unternehmer geschrieben. Unternehmer entscheiden schnell! Und meist, ohne im letzten Detail zu wissen, was auf sie zukommt. Oder wusstest du vor deiner Gründung, was alles auf dich zukommen wird? Wo ist diese Haltung, die du hattest, jetzt geblieben? Diese Lust am Abenteuer, am Aufbruch?
Und Unternehmer stehen zu ihrem Wort, wenn sie einmal eine Entscheidung getroffen haben. Also nochmal: Wirst du alles tun, was notwendig ist, um deine Unternehmensfinanzen dauerhaft in Ordnung zu bringen? Ja oder Nein?
Deine Entscheidung lautet „Ja“? Super! Aber lass uns das noch überprüfen! Du hast bestimmt einen Freund oder Bekannten, vor dem du Respekt hast? Dann ruf ihn jetzt sofort an und sag ihm: „Ich habe mich dafür entschieden, alles zu tun, was notwendig ist, um meine Unternehmensfinanzen in Ordnung zu bringen. Ich bitte dich darum, dass du hin und wieder nachfragst, wie weit ich damit gekommen bin.“ Ouuuuh, das fühlt sich hart an, oder? Vielleicht fallen dir auch gerade schon Gründe ein, warum das jetzt in diesem Moment nicht geht? Und dass du es später vielleicht machst. Und dass du jetzt erst mal Content willst. Ganz ehrlich, wenn du diese Kreativität stattdessen in die Lösung deiner Finanzprobleme stecken würdest, wäre das besser. Du bist Unternehmer und Unternehmer stehen zu ihrem Wort. Also ruf an. Jetzt. Sonst kann ich dir nicht helfen und du brauchst nicht weiter zu lesen!
OK, ich gehe mal davon aus, du hast die Entscheidung getroffen und deinen Bekannten angerufen. Dann hast du schon zwei große Schritte gemacht. Erstens du hast eine klare Entscheidung getroffen und zweitens wäre es dir diesem Menschen gegenüber ziemlich peinlich, wenn du es nicht hin bekommst. Letztlich ist dieses ganze Finanzthema nur ein Thema von klaren Entscheidungen. Deshalb trainieren wir hier in dem E-Book deinen Entscheidungsmuskel. In Zukunft werde ich diese Entscheidungsstellen im E-Book einrücken und kursiv schreiben.
1. Klarheit gewinnen
Die meisten Unternehmer reden sich ihre Finanzen schön. Deswegen machen wir zuerst einmal einen einfachen Check: Wo stehst du? Bitte halte dazu die BWAs der letzten 6 Monate, die überfälligen Rechnungen und Steuerschulden, die du noch bezahlen musst und den Zugang zu deinen Unternehmenskonten verfügbar.
Zuallererst mal eine Frage: Wenn du bisher auf die BWAs oder auf dein Konto geschaut hast, was interessierte dich zuerst? Und wo hast du öfter hingeschaut? Wenn du bist wie 98 % aller Unternehmer, dann geht der Blick häufiger aufs Bankkonto und die Frage lautet: Kommt genug rein? Bei der BWA geht dann der Blick in die oberste Zeile: Ist mein Umsatz gestiegen? Und noch in die letzte Zeile: Ist dieser Wert größer als 0? Ist dem so? Dann muss ich dir leider sagen: Diese Zahlen sind erstens nicht die wichtigsten Zahlen und zweitens sind deine Standards scheiße!
Die wichtigste Zahl ist die finanzielle Reichweite! Die finanzielle Was? Reichweite! Ist so ähnlich wie Liquidität, nur wird die Reichweite in Tagen, Wochen, Monaten und bei ganz wenigen Unternehmen auch in Jahren gemessen: „Wenn morgen die Umsätze auf 0 zurückgingen, wie lange würde dein Unternehmen überleben?“ Das Verhältnis zwischen finanzieller Reichweite und Gewinn ist wie Atmen und Essen. Du kannst eine ganze Weile ohne Essen, also Gewinn auskommen, aber wenn die Reichweite 0 Tage beträgt und dir die Luft ausgeht, dann bist du tot. Egal wie hoch dein Umsatz ist.
So, wie kommst du jetzt zur finanziellen Reichweite? Ganz einfach:
1)Nimm die BWAs der letzten 6 Monate. Nimm jeweils den Wert der Zeile Gesamtkosten1 (Das sind deine Kosten ohne Wareneinsatz und Fremdleistungen. Wenn der Umsatz auf 0 zurückgehen würde, bräuchtest du ja auch keinen Wareneinsatz). Addiere diese Gesamtkosten der letzten 6 Monate und teile den Wert durch 6. Dann hast du deine durchschnittlichen monatlichen Kosten.
2)Addiere nun die verfügbaren Beträge all deiner Bankkonten. Wenn du z.B. eine Kreditlinie von 100.000 Euro hast und davon bereits 78.000 Euro in Anspruch genommen hast, dann hast du noch 22.000 Euro verfügbar. Berechne den Gesamtbetrag über alle Konten.
3)Teile den verfügbaren Betrag durch deine durchschnittlichen Kosten. Heraus kommt deine finanzielle Reichweite in Monaten. Wenn die Zahl negativ ist, dann ist dein Unternehmen eigentlich schon tot. Du wusstest es bislang nur noch nicht so genau. Kontaktiere deinen Steuerberater und/oder einen Insolvenzanwalt!
OK, wenn die Zahl positiv ist, ist das schon mal gut. Vermutlich kommt da aber trotzdem eine Zahl kleiner als 1 raus. Dann multipliziere das mit 30.
Also beispielsweise …
Durchschnittliche Kosten: 43.259,- € Verfügbare Mittel: 22.000,- € Mittel / Kosten = 0,508 Monate Reichweite in Tagen 15 TageBislang sind das nur Zahlen. Interessant werden Zahlen immer erst durch unsere Bewertung. Also: Ist das jetzt gut oder schlecht? Die Antwort: Das sind katastrophale Zahlen! Vermutlich ist die Wahrheit noch viel schlimmer, weil ein Teil dieser 22.000,- bestimmt für das Finanzamt oder die Sozialversicherungen sind. Falls du die Zahlen gerade da hast, was du diesen beiden netten Institutionen noch schuldest oder demnächst zu zahlen hast und welche Rechnungen sonst noch überfällig sind, dann zieh das gleich mal von den 22.000,- ab und rechne das nochmal2.
Ok, aber welche Zahlen wäre in Ordnung und was kann ich jetzt tun? Das sind leider 2 Fragen auf einmal! ;-)
Zunächst zur ersten Frage: Was wäre in Ordnung? Ich wurde in der ersten Oktoberwoche 2008 von einem Unternehmer angerufen. 30 Mitarbeiter, 3 Mio. Jahresumsatz, hochspezialisierte Software für Banken, 3 Großkunden. Mitte September war Lehmans Brothers Pleite gegangen und damit begann die Bankenkrise. Alle Banken traten gleichzeitig auf die Kostenbremse. In der letzten Septemberwoche wurde er von allen 3 Kunden angerufen, dass sie seine Dienste jetzt erst mal nicht mehr brauchen würden. Mein Einwand war: Aber du hast doch bestimmt langfristige Service- und Wartungsverträge mit deinen Kunden. Die Antwort des Unternehmers: Ja, das habe ich ihnen auch gesagt. Ihre Antwort war: Dann verklag uns doch. Bis du gewonnen hast, bist du eh pleite.
Meine nächste Frage war: wie lange reicht das Geld noch? Seine Antwort: 6 Wochen. Meine Antwort: Dann erschieß dich! Warum? Nun, er kann alle Mitarbeiter kündigen. Mit Kündigungsfristen und Abfindungen ist er vorher pleite. Andere Kunden finden ist in einer solchen Situation unmöglich. Und einen starken solventen Käufer finden auch. Der wartet höchstens, bis es die Software billig in der Insolvenzmasse gibt. Also 6 Wochen sind definitiv zu wenig!
Solange deine Reichweite unter 2 Monaten ist, ist das Alarmstufe dunkeldunkeldunkelrot! Du kannst nicht mehr rechtzeitig auf die Kostenbremse treten. So wenig wie ein Auto sofort steht, wenn du auf die Bremse trittst, macht das auch deine Firma nicht.
Solange die Reichweite unter 3 Monaten ist, ist das immer noch Alarmstufe rot. Warum? Du kannst vielleicht noch alle Leute entlassen und Abfindungen bezahlen, aber dann hast du ein Zombie-Unternehmen ohne Geld und Leute und Kunden. Bestenfalls kannst du wieder bei 0 anfangen.
Wenn die Reichweite bis 6 Monate beträgt, ist das Warnstufe gelb. Du hast die Chance auf eine grundlegende Änderung, einen Versuch. Klappt dieser, ist alles gut. Klappt er nicht, bist du tot.
Der Bereich zwischen 6-10 Monaten3 ist cool. Du glaubst gar nicht, wie gut du auf einmal schläfst! Weil du weißt, dass dein Unternehmen finanziell gesund ist und du, wenn es beginnt, schlechter zu laufen, immer genügend Handlungsoptionen hast. Du hast die Grundlage, nicht mehr der Sklave deines Unternehmens sein zu müssen. Du beginnst, dich finanziell frei zu fühlen.
Wenn wir das mit dem obigen Beispiel mal ausrechnen, dann hätten wir den grünen Bereich der finanziellen Reichweite erreicht, wenn wir rund 260.000 Euro verfügbarer Mittel (43.259,- € mal 6 Monate) haben. Und diese sind nicht(!) dazu da, sie zu investieren oder dir davon einen Lamborghini oder eine Immobilie zu kaufen! Die sind einfach dazu da, dass du ein finanziell gesundes Unternehmen hast. 260.000 Euro Cash! Am besten auf einem separaten Konto, das du nie anfasst! Solange du nicht diese Reichweite hast, ist dein Unternehmen finanziell nicht gesund. Ganz egal, was dir jemand einredet. Wir diskutieren da nicht. Zahlen lügen nicht. Gesund? Oder nicht gesund?
Hinweis 1: Dein Steuerberater wird sich vermutlich angesichts dieser Berechnungsweisen in diesem E-Book gruseln und dir empfehlen, keinesfalls 260.000 Cash herum liegen zu lassen. Darauf müsstest du ja Steuern zahlen. Bitte frag ihn einfach, wie viel wirklich finanziell gesunde Unternehmen4 er berät. Dann weißt du, auf wen du hören solltest.
Hinweis 2: Falls in der Zwischenzeit dein Unternehmen gewachsen ist, dann wächst natürlich auch der Grenzwert für die finanzielle Reichweite mit.
So, spätestens jetzt solltest du ausrechnen, wie weit deine finanzielle Reichweite aktuell ist. Und du solltest ausrechnen, wie hoch der Betrag in Euro bei 6 Monaten finanzieller Reichweite sein sollte. Das ist dein Ziel!
OK, das Folgende kennst du schon: Triff eine Entscheidung, alles zu tun, was notwendig ist, um dieses Ziel zu erreichen. Dann schreib jemand eine E-Mail oder ruf jemand an und teile ihm mit, dass du diese finanzielle Reichweite aufbauen wirst. Ja klar, du hast noch keine Ahnung, wie das geht. Und du weißt auch nicht, wie lange das dauert, aber das ist vorerst egal. Hatten wir vorher schon: Gute Unternehmer treffen Entscheidungen, auch wenn sie noch keine Ahnung haben, wie sie das umsetzen werden. Die Lösung kommt noch. Also triff die Entscheidung und teile diese Entscheidung jemand mit. Sonst kannst du aufhören zu lesen. Die weiteren Entscheidungen werden nicht leichter. Und wenn du schon bei diesen einfachen Entscheidungen nicht deinen Entscheidungsmuskel trainierst, wirst du es später erst recht nicht tun. Dann ist dieses E-Book nichts für dich!
1Bei investitionsintensiven Branchen müsste die Zeile der Gesamtkosten durch die AfA korrigiert werden, weil die AfA eine kalkulatorische Größe und keine cash-wirksame Ausgabe darstellt. Andererseits sind die Gesamtkosten um die geplanten bzw. notwendigen Investitionen bzw. Zinszahlungen auf Darlehen zu erhöhen und hier eine adäquate Periodenzuordnung vorzunehmen. Bei Dienstleistungsbetrieben sind diese Punkte in der Regel vernachlässigbar.
2Ich habe das gerade im ersten Schritt nur deshalb weggelassen, weil die meisten Unternehmer diese Zahlen gar nicht wissen und dann nicht weiter gemacht hätten. Also lieber ungenau rechnen als gar nicht rechnen!
3Falls du in einer Branche unterwegs bist, die extrem lange Vorlaufzeiten hat, bis es zur Beauftragung kommt, z.B. im Kraftwerksbau oder so, dann dürften 6-10 Monate nach diesem Konzept eher zu wenig sein…
4zu den restlichen Kriterien für finanziell gesunde Unternehmen siehe weiter unten
2. Fokus!
Nun haben wir Unternehmer meist mehrere Sachen gleichzeitig auf dem Tisch. Kundenprojekte, ein Mitarbeiter will was von uns, wir haben neue Produktideen, wir wollen eine Vision erarbeiten, die Strategie weiter entwickeln oder eine neue Software im Unternehmen einführen usw.
Nun gibt es einen Satz, ich glaube ursprünglich von Bodo Schäfer, der lautet: „Voller Einsatz ist voller Erfolg, halber Einsatz ist gar kein Erfolg.“ Solange du dich gleichzeitig um all dieses Zeug kümmerst und dann auch noch die Finanzen klar ziehen willst, dann vergiss es. Du wirst immer wieder Ablenkungen finden. Es ist ja offensichtlich nicht angenehm, dich mit deinen Finanzen zu beschäftigen, sonst hättest du es ja bislang schon gemacht.
Wenn du wirklich Ergebnisse erzielen willst, dann MUSST du die Finanzen zur Prio 1 machen. Solange deine finanzielle Reichweite unter 1 Monat ist, hast du gar keine andere Wahl. Aber wenn du wirklich was erreichen willst, dann solltest du bis zur finanziellen Reichweite von 6 Monaten die Finanzen zur Prio 1 machen.
Deine Finanzen in Ordnung zu bringen, heißt deine Gewohnheiten zu ändern. Der Wissenschaftler Roy Baumeister schreibt in seinem großartigen Buch „Die Macht der Disziplin“, dass der Wille eine endliche Ressource ist. Musste ich für eine Aufgabe meinen Willen anstrengen, so werde ich bei der direkt danach folgenden Aufgabe weniger Disziplin haben. Das ist zum Beispiel der Grund, warum wir nach einem stressigen Arbeitstag eher bei Rotwein und Chips landen. Bezogen auf unser Thema: Wenn du 5 Sachen gleichzeitig ändern willst, dann wird dir für jede einzelne Sache weniger Energie zur Verfügung stehen. Da wir für das Ändern von Gewohnheiten verflucht viel Energie brauchen, wirst du bei jeder einzelnen Sache scheitern. Das ist kein Defizit, sondern Neurowissenschaft.5
Das heißt: Lass alles andere, was nicht zwingend nötig ist, erst mal komplett weg. Du brauchst jetzt keine neue Unternehmenssoftware. Du musst deine Website jetzt nicht überarbeiten. Du brauchst auch keine Vision und du brauchst bei einer Reichweite unterhalb von 1 Monat auch keine neue Strategie. Warum nicht? Nun, weil nichts davon schnelle Ergebnisse bringt. Also lass es! Ganz! Ich weiß, da sind ein paar Lieblingsprojekte von dir dabei. Lass sie liegen! Zumindest solange, bis du dein finanzielles Zwischenziel erreicht hast.
Triff nun wieder eine Entscheidung: Was wirst du nicht mehr tun, bis du eine Reichweite von 2 Monaten und eine von 6 Monaten aufgebaut hast? Schreib eine kurze Liste und schick die jemand, der das auch überprüfen kann.
Der erste praktische Schritt ist übrigens immer Aufräumen. Zeitlich Platz schaffen. Wenn dich das genauer interessiert, lies in meinem Buch „Der Weg zum erfolgreichen Unternehmer“ nach…
Ist nun der Fokus da? Bei einigen ja, bei einigen nein. Deshalb noch einen Schritt tiefer. Ich kenne viele Unternehmer, die irgendwann von ihrer finanziellen Situation so weichgekocht sind, dass sie gar nicht mehr richtig wissen, ob sie für ihr Unternehmen wirklich noch brennen. „Vielleicht mache ich was ganz anderes?“ oder „Ich muss erstmal rausfinden, was mein wirkliches Motiv ist, bevor ich hier weiter mache“. Oder ähnliches Zeug. Diese Fragen rauben dir Energie! Schieb sie beiseite!
Ein Beispiel: In den Jahren 2008-2010 arbeitete ich mit Unternehmercoach noch im Home-Office. Und irgendwann ging die Entwicklung nicht mehr weiter, ich wusste aber nicht warum. Zur gleichen Zeit ärgerte ich mich wirklich über die damalige „Rettungspolitik“ für die Banken und für Griechenland. Und ich hielt mir immer offen, irgendwann in die Schweiz zu gehen, um nicht mehr mit dieser bornierten deutschen Bullshit-Politik konfrontiert zu sein. Irgendwann wurde mir aber klar, dass beides miteinander zusammenhing. Ich wollte flexibel sein und deshalb keine Wurzeln schlagen. Und ohne Wurzeln konnte ich natürlich auch kein Büro anmieten und ohne Büro auch nicht wachsen. Ich traf deshalb eine Entscheidung: „Ich werde in Deutschland bleiben, komme, was da wolle.“ Und plötzlich fiel es ganz leicht, ein Büro anzumieten, Mitarbeiter anzustellen usw. Mein Unternehmen wuchs wieder.
Worauf ich raus will: Diese Gedanken „Vielleicht mache ich was ganz anderes?“ oder „Ich muss erstmal rausfinden, was mein wirkliches Motiv ist, bevor ich hier weiter mache“ blockieren dich und rauben dir Energie. Du musst an dieser Stelle keine Entscheidung für alle Ewigkeit treffen.
Aber eine für die nächsten 2 Jahre wäre schon gut: „Will ich dieses Unternehmen die nächsten 2 Jahre mit allem, was dazu gehört, führen? Ja oder Nein?“ Falls die Antwort „Nein“ lautet, dann verkauf oder schließ es. Sofort! Falls „Ja“, dann gib alles. Und ob dein Unternehmen dein wirkliches Motiv trifft, kannst du aktuell sowieso nicht entscheiden. Dein Unternehmen ist dein Sklavenhalter und du bist der Sklave. Du bist nicht frei. Und wenn man nicht frei ist, kann man eh meist keine fundierte Entscheidung über seine Motive treffen. Sorg erst dafür, dass dein Unternehmen dir dient und nicht mehr du deinem Unternehmen.
Also triff die Entscheidung, diese Fragen entweder zu beantworten oder vorläufig zurückzustellen und nicht weiter drüber nachzudenken. Sie rauben nur die Energie. Mach diese Entscheidung nicht zu kompliziert. Triff sie jetzt in diesem Moment nach Bauchgefühl! Und, ach ja, teile diese Entscheidung wieder jemand schriftlich mit!
5Roy Baumeister hat übrigens auch herausgefunden, dass unser Gehirn für Willensleistungen Zucker braucht. Bist du also hungrig, wirst du undisziplinierter sein und schwerer Entscheidungen treffen können. Mit anderen Worten: Wenn du bislang in diesem E-Book keine Entscheidungen getroffen hast, dann iss erst mal was und lies nochmals von vorn ;-) Wobei, das ist nur zur Hälfte witzig gemeint. Die andere Hälfte ist ernst

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