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Doch jetzt zurück zu Ihnen. Was sollten Sie tun, wenn Sie eine Erfahrung wie meine mit Shawn gemacht haben oder wenn etwas nicht so läuft, wie Sie es sich wünschen? Die Antwort ist nie einfach, und meistens unterscheidet sie sich je nach Situation. Vielleicht erholen Sie sich schnell und treffen gleich wieder neue Verabredungen. Möglicherweise machen Sie auch eine kleine Pause, um sich wieder zu fangen. Und ehrlich gesagt: im Vergleich zu anderen Blind-Date-Albträumen war die Erfahrung mit Shawn doch gar nicht so schlimm, oder? Manche von uns sind durch viele solche Erlebnisse schon so gebrannte Kinder, dass sie verkohlten Toastscheiben ähneln. Das passiert, wenn man die negativen Erfahrungen nicht verarbeitet, bevor man ausgeht und jemand anderen kennenlernt.
Das letzte Mal, als ich mich wieder einmal in einem »Shawn«-Szenario wiederfand, musste ich eine Pause einlegen. Ich musste einen Gang zurückschalten, mich um mich selbst kümmern und mich von meinen Freunden trösten lassen im Wissen, dass ich mich in hoffentlich relativ kurzer Zeit von dem Schlag erholen würde. Es gab auch Zeiten, in denen ich mich zwar auf der Kampfebene eines Ninja befand, in der die überwältigende Enttäuschung eines Dates mich schwer traf, ich jedoch mit voller Kraft weitermachte. Dann heilte ich meinen Schmerz, so gut ich konnte, und blieb allein durch meine Willenskraft aktiv.
Sollen Sie sich also weiter mit Männern treffen oder eine Pause einlegen? Weder das eine noch das andere ist falsch. Weder das eine noch das andere ist die bessere Lösung, und es ist gut möglich, dass Sie zwischen beiden Möglichkeiten hin- und herpendeln. Der Schlüssel hierbei ist, sich um sich selbst zu kümmern, so dass Sie sich gut fühlen. Heilen Sie sich (und vergeben Sie sich, falls nötig) und finden Sie heraus, was sich in diesem Moment für Sie richtig anfühlt. Sie können Ihren Instinkten trauen. Nutzen Sie sie. Dieses Buch soll Ihnen genau dabei helfen.
Es gibt auf unserem Planeten unzählige Menschen, die frei und ungebunden sind, und es gibt Tausende von verschiedenen Möglichkeiten, sie kennenzulernen. Daher werden Sie zweifellos Verabredungen bekommen. Der schwierige Teil daran ist, psychisch und emotional fit zu bleiben, keine früheren Erfahrungen als Lasten mit sich herumzuschleppen und lange genug dranzubleiben, um den Menschen zu finden, der zu Ihnen passt. Für das Shawn-Szenario (und möglicherweise viele solche Erfahrungen) bereit zu sein, es unbeschadet wieder abzuschütteln und sich offen dem nächsten Kandidaten zuzuwenden, gehört zum Dating einfach dazu.
Sie sind genau am richtigen Punkt, wo immer Sie auch gerade stehen. Vielleicht sind Sie erst am Anfang und experimentieren mit Online-Dating oder Sie haben schon einige Dates hinter sich, fanden sie schrecklich, gaben auf und sind jetzt bereit für einen neuen Versuch. Möglicherweise haben Sie regelmäßig Dates und suchen nach Bestätigung, Tipps und Ermutigung, um weiterzumachen. Wo immer Sie sich auf Ihrem Weg auch befinden – am Anfang oder irgendwo in der Mitte –, dieses Buch wird Ihr persönlicher Ratgeber, der Ihnen dabei hilft, ans Ziel zu kommen. Als Ihr Wegführer verspreche ich Ihnen, Sie vor herunterhängenden Ästen zu bewahren und Ihnen zu helfen, den steilen, mühsamen Pfad zu umgehen. Ich werde Sie unterwegs sogar zum Lachen bringen (oder es zumindest versuchen), weil ich mich für witzig halte und weil Lachen den Würgegriff der Angst und Resignation, die einsetzen könnten, lockert.
Mein Ziel ist es, Ihnen das Dating durch meine Erfahrungen leichter zu machen. Meine Strategie ist die Beharrlichkeit. Ich werde Ihnen Methoden aufzeigen, wie Sie die potenziellen Partner rascher sortieren können und wie Sie noch lange, nachdem Sie aufgeben wollen, stehen bleiben. Ich habe beim Dating viele interessante Männer kennengelernt, und ich habe meine eigenen Ratschläge getestet, um herauszufinden, was wirklich funktioniert. Es zahlte sich aus. Ich habe meinen Partner gefunden. Ich halte mich nicht unbedingt für ein Glückskind, sondern bin vielmehr mit offenen Augen in die Sache hineingegangen, habe aus meinen Fehlern und den Fehlern anderer gelernt. Und ich habe nie aufgegeben.
Bitte suchen Sie sich das heraus, was für Sie passt, und lassen Sie links liegen, was für Sie nicht stimmig klingt. Meine Methode ist möglicherweise nicht der einzig wahre Weg, wenn es ihn überhaupt gibt. Wenn Ihnen der Schuh nicht passt, dann ist es eben nicht Ihr Schuh. Zwängen Sie sich nicht hinein, denn es könnte eine lange Wanderung werden. Ach ja, wenn wir schon vom »passenden Schuh« sprechen: Vielleicht treffen Sie sich nicht gerne ausschließlich (oder überhaupt) mit Männern. Vielleicht gehen Sie lieber mit Frauen aus oder sind in Ihren sexuellen Vorlieben etwas freier und flexibler, als ich es bin. Meine Erfahrungen beschränken sich auf 121 Dates mit Männern, doch es gibt für Sie genügend Gutes in diesem Buch zu finden, selbst wenn Männer nicht Ihr Ding sind. Mein Vorschlag ist, neutral zu berichten, wann immer das möglich ist, ohne meine Erfahrungen und das Thema dieses Buches zu verzerren, und Sie können Pronomen überspringen oder austauschen, um das Buch Ihrem eigenen Leben anzupassen. In Ordnung?
Ich kann Ihnen zwar nicht versprechen, dass niemand auf unserer Wanderung verletzt wird, doch ich werde versuchen, die Gefahr, sich Kratzer und blaue Flecke zuzuziehen, möglichst zu verringern. Ich werde Sie unterhalten und gleichzeitig vor Dingen warnen, auf die Sie achten sollten. Doch es gibt keine hundertprozentige Sicherheit, und keine Methode funktioniert immer für jeden Einzelnen. Übernehmen Sie also das, was für Sie passt, und verwenden Sie dieses Buch als Ratgeber und nicht als Lösung für alle Probleme.
Vielleicht werden Sie sich mit 121 Männern treffen müssen, um wie ich Ihren Partner zu finden. Womöglich ziehen Sie auch schon beim fünften Date das große Los. Oder beim zwanzigsten. Wesentlich ist nicht die Zahl, sondern der Wille, sich der Welt da draußen zu stellen. Trotz der Widrigkeiten. Trotz der Höhen und Tiefen. Trotz der vielen guten ausgeleierten Ratschläge von Freunden und Verwandten. Trotz der wirklich miesen Erfahrungen mit Dates, die man machen kann.
Holen Sie also tief Luft, machen Sie sich startbereit und vergessen Sie nicht, sich selbst gut zu behandeln. Keine Angst: Ich werde Sie auf jedem Schritt begleiten.
Teil I:
Wie man sich auf das Dating vorbereitet

Als ich noch zur Schule ging, sagte meine Handarbeitslehrerin immer: „Zweimal ausmessen, einmal zuschneiden.“ Damals nahm ich mir ihren Rat nicht zu Herzen (wie man an den viel zu kurzen Shorts und den total schiefen Schlafanzughosen, die ich fabrizierte, nur allzu deutlich erkennen konnte). Doch mit den Jahren schätze ich ihren Rat immer mehr.
Wenn wir beschließen, kopfüber ins kalte Wasser des Dating-Beckens zu springen, nehmen sich viele von uns nicht die Zeit für eine gründliche Vorbereitung. Wir sind entweder aufgeregt, ängstlich oder besorgt – oder alles gleichzeitig (heben Sie die Hand, wenn Ihnen dieses Gefühl vertraut ist), und vergessen dadurch einen grundsätzlichen Schlüssel zum Erfolg, der für jeden Lebensbereich gilt: die Vorbereitung.
In dieser Hinsicht ist es beim Dating wie mit allem anderen. Je mehr Sie darüber wissen, bevor Sie loslegen, umso leichter wird es. In diesem Abschnitt möchte ich Ihnen dabei helfen, sich gut vorzubereiten. Auf die Höhen und die Tiefen, den Spaß und den großen Frust. Ich gebe Ihnen Worte der Weisheit und hilfreiche Tricks mit auf den Weg. Ich zeige Ihnen auf, was Sie tun sollen und was Sie lieber lassen sollten, Kenntnisse, die mir und vielen anderen Frauen geholfen haben, sich in der Welt des (Online- und Offline-)Datings zurechtzufinden. Außerdem gebe ich Ihnen noch ein paar Geschichten, die Hoffnung machen, und Erfahrungen, die Sie warnen sollen, mit auf den Weg.
Wenn ich aus meinen 121 Dates etwas gelernt habe, dann, dass die körperliche und seelische Vorbereitung dazu beisteuert, den Dating-Prozess effizient, machbar und letztendlich auch erfolgreich zu machen. Natürlich kann man nicht alles vorhersehen, vor allem, wenn es um Intimität und Beziehungen geht, doch was man tun kann, ist, zu sich selbst zu stehen. Und was bedeutet das? Es bedeutet, dass Sie mit ein wenig Vorbereitung und Weitblick für Ihr eigenes Wohl sorgen, Ihre beste Freundin sind und dem Schicksal einen Schritt voraus sein können, bevor Sie zum Café unten an der Ecke, in den Park oder in das neue In-Lokal in der Stadt gehen, um Ihren potenziellen neuen Partner zu treffen.
Sind Sie bereit? Dann nehmen Sie jetzt die Schere zur Hand, aber schnippeln Sie noch nicht los!

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Was Sie vom Dating erwarten (und nicht erwarten) können
Tatsache ist: Sie begegnen ihm, wenn Sie ihm begegnen. Punkt. Das ist kein linearer Prozess. Sie könnten ihm beim ersten Date begegnen. So ging es meinem Partner Dave. Ich war sein erstes Date in vierundzwanzig Jahren. Sie können ihm aber auch erst beim 121. Date begegnen (so ging es mir). Niemand – und ich meine wirklich niemand – kann vorhersagen, wie es in Ihrem Fall laufen wird. Glauben Sie mir, ich würde andere dafür bezahlen, wenn sie das voraussagen könnten.
Ich kenne Männer und Frauen, die sich in einer Singlebörse angemeldet haben, beim ersten Date ihren Partner oder ihre Partnerin kennengelernt haben und noch heute mit ihm oder ihr zusammen sind. Auch wenn ich ihnen ihr Glück gönne, passiert so was nur selten. Davon auszugehen, wäre so, als würde eine Schauspielerin erwarten, am Tag nach ihrem Umzug nach Hollywood beim ersten Vorsprechtermin gleich die Hauptrolle zu landen.
Was immer Sie auch sind – kurvig oder dünn, groß oder klein, schwarz oder weiß oder irgendein Farbton dazwischen, schüchtern oder frech, jung oder alt –, Ihr Glück-bis-an-Ihr-Lebensende ist da draußen und wartet nur darauf, gefunden zu werden. Der Mensch, der für Sie der Richtige ist, der Sie so lieben wird, wie Sie sind, läuft irgendwo da draußen herum. Sie müssen nur weiter stehen bleiben und immer wieder einen Schritt vor den anderen setzen, bis Sie sich beide gegenüberstehen.
Kurz und gut: Wenn Sie wissen, wie man mit einem gewissen Maß an Anmut mit anderen umgeht, und wenn Sie sich ziemlich sicher sind, eine Stunde mit einem wildfremden Menschen durchzustehen, dann sind Sie für Verabredungen bereit.
Das Erste, was Sie über das Dating wissen sollten, ist, dass jeder – Freunde, Verwandte, Kollegen, Bekannte aus dem Fitnesscenter, die Kellnerin in Ihrem Lieblingscafé und alle anderen wohlmeinenden Idioten – eine eigene Meinung über Ihr Liebesleben hat (auch wenn es noch nicht einmal angefangen hat). Ja, sie alle wissen genau, wie Sie Misserfolge vermeiden und endlich den Richtigen finden können.
Sobald sie herausgefunden haben, dass Sie (wieder) auf der Suche sind, wird das zum heißen Thema. Sie alle haben Sichtweisen und Strategien und ausgefeilte Pläne, die sie unbedingt mit Ihnen teilen müssen. Vermutlich wird Sie das furchtbar nerven. Und das ist der Grund: Meistens verklickern sie Ihnen ihre fast immer ungebetenen Strategien, nachdem Sie ein frustrierendes Erlebnis hatten. Das ist der Zeitpunkt, an dem sie aktiv werden (wie ein Superheld, der es zwar gut meint, ohne jedoch kompetent zu sein). Sie geben Ihnen Tipps, wie man es „richtig macht“, weil Sie ja offensichtlich alles falsch machen. Es ist egal, dass sie nicht dabei waren und nicht die ganze Geschichte kennen – wer braucht schließlich Fakten? Machen Sie sich nichts vor: Sie sind ganz nahe dran, eine tragische Außenseiterin zu werden, und das wollen Ihre Bekannten verhindern. Sie wollen Sie retten. Sie werden daher alle möglichen „hilfreichen“ Bemerkungen machen, wie beispielsweise: „Der Richtige kommt, wenn man es am wenigsten erwartet.“
Ach, wirklich? Ich habe zehn Jahre lang ohne Partner gelebt, und glauben Sie mir: Es gab genügend Monate, in denen ich „es am wenigsten erwartete“. Ich kenne Dutzende, wenn nicht sogar Hunderte von Singlefrauen, die es nie erwarten. Dreimal dürfen Sie raten: Bei ihnen ist der Richtige auch (noch) nicht aufgetaucht.
„Du musst die Sache wie einen Vollzeitjob angehen. Du musst daran arbeiten.“
Tatsächlich? Dates zahlen aber nicht die Miete, meine Lieben!
„Du musst es locker sehen.“
Wieso, ich dachte, ich sollte daran arbeiten?
„Du hast zu hohe Ansprüche.“
Im Ernst? Eine anständige und zivilisierte Unterhaltung bei einem Glas Wein sind zu hohe Ansprüche?
Wie Sie später erfahren werden, bin ich kein Freund von Dating-Strategien. Wenn Sie eine Strategie verfolgen und sie funktioniert, dann sage ich: „Schön, dass sie funktioniert hat“ (und meine es auch). Leider erlebe ich es oft, dass Frauen irgendeine strategische Dating-Methode anwenden, dass sie sich viel Mühe geben, einen Fitnessplan und einen Dating-Plan einhalten und alles daransetzen, sich den richtigen Partner zu angeln. Es ist zwar gut, wenn man für das, was man will, hart arbeitet, doch wenn er nach all den Bemühungen immer noch nicht auftaucht, neigen solche Frauen dazu, sich und nicht ihrer Strategie die Schuld am Misserfolg zu geben.
Ob mit oder ohne Strategie – wie Sie in die Dating-Szene hineinspringen (oder wieder eintauchen) hat viel damit zu tun, was Sie sich vom gesamten Vorgang erwarten.
Was erwarten Sie also von Ihrer ersten Verabredung?
Haben Sie die Latte zu hoch gehängt?
Werden Sie schon fünf Minuten, nachdem Sie ihn kennengelernt haben, am liebsten Ihr Online-Profil wieder löschen?
Hoffen Sie inbrünstig, dass er sich auch sechs Kinder wünscht?
Egal, ob es sich um ein Blind Date handelt oder um eine erste Verabredung mit jemandem, den Sie in einer Bar kennengelernt haben – eines sollten Sie beim ersten Date erwarten: Dass Sie es beide locker, höflich und freundlich zueinander meistern. Sie können nicht erwarten herauszufinden, ob Ihr Gesprächspartner Sie auch so toll findet wie Sie ihn. Häufig sagen sie es zwar netterweise, doch das ist nicht immer der Fall.
Sie können nicht davon ausgehen, dass Sie seine wahren Absichten erfahren werden. Damit will ich nicht sagen, dass er ein Lügner wäre – das meine ich nicht. Doch oft entscheiden Männer und Frauen sehr rasch, ob sie die Person wiedersehen wollen oder nicht. Sie rücken damit jedoch nicht heraus, weil sie das unfreundlich finden. Sie halten sich für nett oder höflich. Was für ein Irrtum! Wer hat nicht schon einmal bei einem Treffen den Mund gehalten, um die Gefühle des anderen nicht zu verletzen – und hat seine wahren Gefühle stattdessen per E-Mail oder SMS losgelassen? Das mag sich zwar einfacher anfühlen, doch es ist nur selten der bessere Weg.
Während Sie Ihrem Gegenüber beim ersten Date nichts schulden, ist es tatsächlich netter und höflicher, es ihm persönlich zu sagen. Wenn er fragt: „Kann ich dich morgen anrufen?“, und Sie nicht von ihm angerufen werden wollen, dann sagen Sie bitte nicht ja. Das machen Frauen ständig. Es ist die häufigste Klage, die ich von Männern höre. Für jemanden, der die andere Person wirklich wiedersehen will, ist eine unehrliche positive Antwort verletzend.
Seien Sie stattdessen ehrlich. Sie können zum Beispiel sagen: „Vielen Dank, dass du mich anrufen möchtest, aber ich glaube nicht, dass wir zusammenpassen. Ich wünsch dir alles Gute.“
Kennen Sie das Gefühl, wie enttäuschend es ist, wenn man einen tollen Abend mit jemandem verbracht hat und auf seinen Anruf wartet, bis man nach einer Woche feststellen muss, dass das Warten umsonst war? Machen Sie es ihm nicht nach.
Was können Sie also noch vom Dating erwarten?
Gehen Sie davon aus, dass Sie neue Leute kennenlernen werden.
Gehen Sie davon aus, dass Sie Fragen stellen und beantworten werden, die aufheitern, witzig sind oder Ihre und seine einzigartigen Seiten zutage bringen.
Rechnen Sie damit, dass möglicherweise die Chemie fehlt – auf Ihrer Seite, auf seiner Seite, auf beiden Seiten. Es passiert oft, dass die Chemie fehlt.
Versuchen Sie, das Beste aus ihm herauszuholen, indem Sie ihn dazu bringen, über Dinge zu reden, die ihm am Herzen liegen.
Versuchen Sie, etwas Neues über diesen Menschen herauszufinden.
Versuchen Sie, in Dingen, die Ihnen wichtig sind, gehört und verstanden zu werden.
Versuchen Sie, die Begegnung freundlich zu gestalten, sich mit ihm verbunden zu fühlen und Spaß zu haben, was zu noch mehr Verbundenheit und Spaß führen kann.
Versuchen Sie, ehrlich zu sein, wenn der Zeitpunkt gekommen ist, an dem Sie einander sagen, wo Sie stehen. Möchten Sie abspringen? Oder möchten Sie weitermachen? Das könnte auch einen Ortswechsel am selben Abend bedeuten. Sagen wir mal, Sie haben das Abendessen mit ihm genossen und er schlägt einen Spaziergang vor, ein anderes Lokal für den Nachtisch oder ein beliebtes Weinlokal. Wenn Sie Spaß mit ihm haben, dann sagen Sie ja. Wenn Sie von dem Date genug haben, dann ziehen Sie es nicht aus reiner Höflichkeit in die Länge. Beenden Sie es einfach.
Es kann Verabredungen geben, bei denen Sie wissen, dass Sie sich nie wiedersehen werden, aber trotzdem Spaß haben. In diesem Fall können Sie das Date fortsetzen, solange Sie darauf achten, ihm keine falschen Hoffnungen zu machen.
Date #44: Bisons und eine Massage – Was kann daran verkehrt sein?
Ich stand in der Warteschlange des Cafés, eines coolen Altbaus mitten im Zentrum von Mill Valley in Kalifornien. Früher war es ein Bahnhof für die Mühlenarbeiter; heute ist es ein beliebter Treffpunkt bei Espresso und Croissants für Singles wie mich. Während ich darauf wartete, bis ich meinen Eistee bestellen konnte, sah ich mich um – und entdeckte mein Date hinter mir in der Schlange.
Auch wenn wir uns noch nicht begrüßt hatten, war mir auf Anhieb klar, dass er nicht mein Typ war. Ich glaube, er merkte es auch, denn er versuchte von Anfang an, sich so gut wie möglich zu verkaufen: Er lenkte das Thema auf seine gemeinnützigen Bemühungen, Menschen, die Umwelt und Tiere zu retten.
„Tiere?“
„Ja, ich rette alle möglichen großen Tiere und helfe dabei, sie in Schutzgehegen und privaten Unterkünften entlang der Küste unterzubringen“, sagte er. „Zum Beispiel Bisons.“
„Bisons? Das muss ich sehen!“, stieß ich begeistert aus.
„Echt?“, fragte er hoffnungsvoll.
„Ja klar!“
Wir warteten, bis wir an der Reihe waren, nahmen unsere Getränke und setzten uns an ein rundes Granittischchen, das so klein war, dass es eigentlich nur einer Person Platz bot.
„Wenn du wirklich die Bison sehen willst, musst du mir sagen, was du heute noch vorhast“, sagte er.
„Mein Plan war, mit dir Kaffee zu trinken und anschließend zur Massage zu gehen. Ich habe in knapp zwei Stunden einen Termin. Also haben wir ein bisschen Zeit“, sagte ich.
„Glaubst du, du kannst mir auch einen Massagetermin organisieren?“
„Klar“, sagte ich, während ich die Kurzwahl für den Massagesalon eintippte.
Nicht lange danach saß ich mit diesem Mann (an dem ich kein bisschen interessiert war) in meinem BMW Cabrio mit geöffnetem Verdeck und fuhr an einem warmen Sommertag nach Nicasio, um auf einem riesigen Gelände die Bisons zu besuchen. Als wir am Tor ankamen, brauchte er mehrere Anläufe, bis er die richtige Zahlenkombination eingegeben hatte. Das Gefühl, etwas Verbotenes zu tun – was wir wahrscheinlich taten –, war aufregend prickelnd. Schließlich schwang das Tor auf und die Bisons begrüßten uns am Hügel. Wie süß sie waren – so wollig weich und riesig, viel größer, als ich gedacht hatte.
Während wir Eindringlinge die Bisons kein bisschen zu interessieren schienen, war ich begeistert. Ich begrüßte jeden einzelnen Mammutbüffel ausgiebig. Es gab braune, dunkelbraune und hellbraune Tiere, Dutzende von Bisons mit extrem langen Hörnern, die es mir unbegreiflich machten, dass ihr Gewicht und ihre Länge keine Last für die Tiere darstellten. Ich unterhielt mich ausführlich unter vier Augen mit jedem Bison. Ich sagte ihnen, wie süß sie waren. Ich fragte sie, ob die Hörner es ihnen erschwerten, ihr Gleichgewicht zu halten, und was sie am liebsten fraßen. Ich bekam zwar keine umfassenden Antworten von ihnen, aber das war mir egal. Die ganze Zeit über überlegte mein Date-Partner, wie er mich vom Zaun loseisen könnte, damit wir es rechtzeitig zum Massagetermin schaffen würden.
Irgendwann schaffte er es. Ich gab nach und verabschiedete mich mit traurigem Herzen viel zu früh von meinen neuen Bisonfreunden. Auf dem Rückweg fuhr ich so rasant, dass wir gerade noch rechtzeitig kamen. Das Massagepersonal wartete schon darauf, uns unsere neunzigminütige Massage zu geben – natürlich in getrennten Kabinen. Hinterher trafen wir uns himmlisch entspannt im Empfangsraum, zahlten und verabschiedeten uns voneinander.
Was ich meiner Meinung nach bei dem Büffel-Date richtig gemacht habe: Ich verbrachte einen tollen und unvergesslichen Tag mit einem Wildfremden und ließ ihn gleichzeitig wissen, dass wir nur als „Freunde“ zusammen waren und kein Paar werden würden. Klar gab es Momente, bei denen ich mich ein wenig unbehaglich fühlte. Zum Beispiel, als er mich zwischendurch fragte, wann er mich wiedersehen könnte. Ich antwortete ihm so freundlich und aufrichtig wie möglich: „Ich habe total Spaß mit dir. Die Bisons waren der Hammer und die Wellness-Massage wird auch toll. Aber ich glaube nicht, dass das mit uns was wird. Das ist unser einziges Treffen, aber ich hoffe, dass wir es uns schön machen konnten.“
Er wirkte weder enttäuscht noch erstaunt. Ich wollte ihm nicht das antun, was andere immer wieder mit mir gemacht haben. Es ist gemein, den anderen bis zum Schluss in dem Glauben zu lassen, man würde mehr für ihn empfinden.
Ich kann es nicht ausstehen, wenn einem dann der Teppich unter den Füßen weggerissen wird.
Ich habe es richtig gemacht (dieses Mal).

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Wie Sie sich auf Ihr Dating-Abenteuer vorbereiten können
Dafür zu sorgen, dass es Ihnen gut geht, ist absolut notwendig, um einen geeigneten Partner anzuziehen und nicht durchzudrehen. Verzweiflung wirkt weder charmant noch anziehend. Sie steht niemandem, und Sie sollten sich nicht in einen so ungesunden Zustand hineinsteigern, der dazu führt, dass Sie sich an den ersten warmen Körper anschmiegen, nur weil er in Reichweite ist.
Sie können sich in Topform bringen, wenn Sie zwei Dinge herausfinden: Was Sie brauchen und was Sie glücklich macht. Also fangen wir gleich damit an!
Machen Sie zuerst zwei Listen. Schreiben Sie auf das erste Blatt als Überschrift „WAS ICH BRAUCHE“ und auf das zweite Blatt „WAS MICH GLÜCKLICH MACHT“.
WAS ICH BRAUCHE
Die meisten Leute glauben, drei Wörter auf der Liste ihrer Bedürfnisse würden ausreichen: Nahrung, Wasser und ein Dach über dem Kopf. Doch um in Topform für das Dating zu sein, muss man darüber hinaus schauen. Natürlich können Sie jetzt sagen, Sie bräuchten nicht viel – im Grunde gar nichts. So wie ein Auto ja auch kein Benzin oder Motoröl braucht. Eigentlich braucht es noch nicht einmal Räder ... wenn es in einem Hinterhof vor sich herrostet. Um gut zu funktionieren und sich von der Stelle bewegen zu können, brauchen Sie jedoch ein bisschen liebevolle Fürsorge.
Die Dinge, die Sie brauchen, sind im Allgemeinen Dinge, ohne die Sie sich schlecht, unausgeglichen oder unwohl fühlen. Sie zeigen sich dann nicht von Ihrer besten Seite. Es geht Ihnen nicht gut. Andere Emotionen, die auftreten könnten, wenn Sie nicht das haben, was Sie brauchen, sind Gereiztheit oder Frustration. Beispielsweise brauche ich regelmäßig meine acht Stunden Schlaf. Wenn ich mehrere Nächte hintereinander nur fünf oder sechs Stunden schlafe, bin ich schlecht drauf und gerate aus dem Gleichgewicht. Mindestens einmal in der Woche brauche ich einen Spaziergang in der Natur. Ohne diese Spaziergänge bin ich angespannt und nervös. Ich brauche jeden Morgen meine elf Minuten Meditation. Ohne sie fühle ich mich unausgeglichen, ziellos und bin oft nicht sonderlich produktiv. Und ich brauche täglich Zeit, um meine Hündin zu bemuttern. Wenn ich nicht mit ihr schmusen und mich liebevoll um sie kümmern kann, fühle ich mich einsam und ein wenig abwesend, und dann dauert es länger, bis ich mich an irgendwas erfreuen kann. Anders ausgedrückt: Mein Hund macht mich zu einem besseren Menschen, daher brauche nicht nur ich dieses Gefühl der Verbundenheit, sondern auch alle anderen um mich herum.




