der bauschaden Spezial Feuchteschutz in der Altbausanierung

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Die Vorgaben zur Notwendigkeit des Einlegens einer Verstärkungseinlage bzw. zur Schichtdicke usw. sind in jedem Fall einzuhalten. Die Hersteller der verwendeten Abdichtungsmaterialien müssen die Verträglichkeit zwischen verschiedenen Materialien bestätigen und die zu wählende Schichtenfolge festlegen (dies gilt insbesondere auch bei Flachdachabdichtungen).
Schutzmaßnahmen und Schutzschichten
Alle verarbeiteten Abdichtungsmaterialien sind durch die Anordnung von Schutzschichten vor mechanischen Beschädigungen zu schützen. Besondere Bedeutung kommt den Schutzmaßnahmen während der Ausführung der Abdichtungsschicht zu. In dieser Phase sind flüssig verarbeitete Abdichtungsstoffe meist noch pastös und somit sehr empfindlich gegen auftretende schädigende Einwirkungen, wie z. B. Niederschlag, Frost usw..
Schutzmaßnahmen während der Bauzeit
Einzusetzende Schutzmaßnahmen bzw. das Anbringen von Schutzschichten für nachträgliche Bauwerksabdichtungen sind im WTA-Merkblatt 4-6-14/D unter Punkt 4.6 beschrieben.
Schutzmaßnahmen {Bauwerksabdichtung, Schutzmaßnahmen} während der Bauzeit sind vorzusehen, um die nachträgliche Bauwerksabdichtung bis zur Fertigstellung der Sanierungsmaßnahme vor Beschädigung bzw. schädlichen Einflüssen zu schützen.
Die Schutzmaßnahmen bestehen im Wesentlichen aus der
• Abdeckung des Applikationsbereiches und dem • Wärme-/Regenschutz während der Applikation.Schutzschichten nach Fertigstellung der Abdichtung
Die aufgebrachten Schutzschichten {Bauwerksabdichtung, Schutzschichten} müssen die Abdichtungsschicht dauerhaft vor schädigenden Einflüssen schützen. Dabei dürfen keine Belastungen auf die Abdichtungsebene übertragen werden. Die Schutzschichten dürfen sich nicht in die Abdichtung eindrücken. Das fachgerechte Aufbringen der Schutzlage auf die Abdichtung darf erst nach vollständiger Durchtrocknung der Abdichtung erfolgen.
Schutzschichten werden auf fertiggestellte nachträgliche Bauwerksabdichtungen aufgebracht, um diese vor mechanischen Beschädigungen z. B. beim Verfüllen des Arbeitsraums zu schützen und das anfallende Wasser sicher in den Untergrund abzuleiten. Diese Schutzwirkung kann erreicht werden durch:
• Aufbringen einer Perimeterdämmung (Die Verklebung der Dämmplatten auf der trockenen Abdichtung muss gemäß der anstehenden Wasserbelastung erfolgen.) • Anordnung einer Schutzschicht auf der fertiggestellten Abdichtung (Drainageplatten mit integrierter Gleitschicht, Vliese bzw. Wirrgelegebahnen mit integrierten Gleitschichten)Die auf die Abdichtung aufgebrachten Schutzschichten dürfen keine Kräfte in die Bauwerksabdichtung einleiten.
Übergänge zwischen Abdichtungsstoffen und Anschluss an in die Gebäudehülle eingebauten Bauteile
Besonders im Sockelbereich bzw. beim Anschluss der Abdichtungsebene an Bauelemente (Fenster, Terrassentüren bzw. Eingangstüren) sind die Übergänge der Abdichtungsmaterialien fachgerecht zu planen und auszuführen. Die verwendeten Abdichtungsstoffe müssen untereinander kompatibel sein.
Bei Entscheidungen zur Überarbeitung einer Eindichtungsebene mit einem neuen Abdichtungsmittel sollte der Rat der technischen Abteilung des Herstellers eingeholt werden.
Hinweis zur Anwendung von Regelwerken
Die Regelwerke stellen allgemein gültige Empfehlungen zur Anwendung von Materialien auf der Basis der Verarbeitungsvorschriften der Produkthersteller dar. Deshalb sind eine konkrete Planung auf Basis einer umfassenden Bauwerksanalyse und eine damit verbundene objektbezogene Anwendung der Regelwerke besonders wichtig. Bei den in den Regelwerken vorhandenen Skizzen handelt es sich um „Prinzipskizzen“, welche für den jeweiligen Anwendungs-fall anzupassen sind.
Literaturempfehlungen
Oswald, R. (Hrsg.): Aachener Bausachverständigentage 2012. Gebäude und Gelände – Problemfeld Gebäudesockel und Außenanlagen. Springer Vieweg, Wiesbaden 2013
Oswald, R. (Hrsg.): Aachener Bausachverständigentage 2013. Bauen und Beurteilen im Bestand. Springer Vieweg, Wiesbaden 2014
Frössel, F.: Lehrbuch der Kellerabdichtung und -sanierung. 3. Aufl., expert Verlag, Renningen 2009
Oswald, R.; Zöller, M.; Abel, R.; Oswald, M.; Wilmes, K.: Dauerhaftigkeit von Übergängen zwischen flüssigen und bahnenförmigen Abdichtungen am Beispiel genutzter und nicht genutzter Flachdächer. Fraunhofer IRB Verlag, Stuttgart 2015
Zöller, M.; Sous, S.; Wilmes, K.: Dauerhaftigkeit von Abdichtungen auf nicht massiven Untergründen im Sockelbereich. Fraunhofer IRB Verlag, Stuttgart 2016
Hornig, U.: Abdichtungen im Bauwesen: Normung, Zulassung, Forschung und Anwendung; Themenschwerpunkt Abdichtung von Bestandsbauwerken/7. Leipziger Abdichtungsseminar, 24.01.2012. MFPA, Leipzig 2012
vdd Industrieverband Bitumen-Dach-und Dichtungsbahnen e.V. (Hrsg.): Technische Regeln für die Planung und Ausführung von Abdichtungen mit Polymerbitumen- und Bitumenbahnen – abc der Bitumenbahnen. Frankfurt a. Main
Fußnoten:
[1]
Entwurf DIN 18195:2015-06 Abdichtung von Bauwerken – Begriffe
[2]
Vgl. DIN 18195-8:2011-12 Bauwerksabdichtungen – Teil 8: Abdichtungen über Bewegungsfugen sowie DIN 18195-9:2010-05 Bauwerksabdichtungen – Teil 9: Durchdringungen, Übergänge, An- und Abschlüsse
[3]
Vgl. DIN 18195 Beiblatt 1:2011-03 Bauwerksabdichtungen – Beiblatt 1: Beispiele für die Anordnung der Abdichtung
[4]
Vgl. Entwurf DIN 18533 Abdichtung von erdberührten Bauteilen, Teile 1 bis 3 vom Dezember 2015: Teil 1: Anforderungen, Planungs- und Ausführungsgrundsätze, Teil 2: Abdichtung mit bahnenförmigen Abdichtungsstoffen, Teil 3: Abdichtung mit flüssig zu verarbeitenden Abdichtungsstoffen
[5]
DIN SPEC 20000-202:2016-03 Anwendung von Bauprodukten in Bauwerken – Teil 202: Anwendungsnorm für Abdichtungsbahnen nach Europäischen Produktnormen zur Verwendung als Abdichtung von erdberührten Bauteilen, von Innenräumen und von Behältern und Becken

Jede nachträgliche Abdichtungsmaßnahme erfordert eine Voruntersuchung des Bauwerks. Gleichzeitig hängt die Wirkung und Dauerhaftigkeit einer nachträglichen vertikalen Bauwerksabdichtung von ihrer fachgerechten Planung und Ausführung ab. Das Zusammenspiel von Ursachenermittlung, Planung und Ausführung zeigen drei Praxisbeispiele.
Von Franz-Josef Hölzen
Feuchtigkeit in den Wänden von Altbauten
Bis Mitte des 20. Jahrhunderts waren bedingt durch das Fehlen technischer und zum Teil finanzieller Möglichkeiten oft bis zu 50 % der Wände in Gebäuden durch Feuchtigkeit in der Nutzung mehr oder weniger stark eingeschränkt bzw. den Ansprüchen entsprechend nicht mehr nutzbar. Seit den 60er Jahren wurden sukzessive Produkte und Systeme entwickelt und eingesetzt, um die Altbaufeuchtigkeit in den Griff zu bekommen und die Räume dem heutigen Wohnstandard entsprechend instand zu setzen. Diese seit den 60er Jahren bewährten Produktsysteme sind für die Instandsetzung grundwassergeschädigter Kellergeschosse planmäßig geeignet.
Dass Feuchtigkeit die Bausubstanz schädigt und gesundheitliche Beschwerden auslösen kann, ist bekannt. In diesem Beitrag soll auf die Zusammenhänge zwischen Feuchtigkeitsursachen, Planung und Ausführung hingewiesen werden.
Wasseraufnahme von Wänden
Abgesehen von reinen Bauschäden durch Undichtigkeiten im Dach- oder Wandbereich zeigt die folgende Skizze wichtige Mechanismen der Wasseraufnahme {Wasseraufnahme} von Außenwänden aus ihrer Umgebung.

Bild 16: Wasseraufnahme von Außenwänden (Quelle: Franz-Josef Hölzen)
Eine weitere Feuchtigkeitsbelastung ist der sich ändernde Grundwasserstand am Gebäude. Auch hier kann natürlich durch Undichtigkeiten Wasser in das Gebäude eindringen.
Verfahren und technische Möglichkeiten der Instandsetzung von feuchtem Mauerwerk
Seit mehreren Jahrzehnten werden namhafte Objekte im Bestand u. a. mit mineralischen Systemen dauerhaft abgedichtet und der bisherigen Nutzung oder neuer Nutzung zugeführt.
Feuchtetechnisch sind hier nach Vorprüfung im Allgemeinen folgende Kernaufgaben zu lösen:
• vertikaler Schutz gegen Wasser im Erdreich • Feuchteschutz (innen) • Injektionen gegen kapillar aufsteigende Mauerfeuchte • Schutz gegen Mauersalze • Verminderung von Oberflächenkondensation • SanierputzanwendungZur Lösung dieser Aufgaben gibt es unterschiedliche Instandsetzungsverfahren, wie:
• mineralische vertikale Abdichtung mit Tiefschutz und sulfatbeständigen Dichtungsschlämmen • Tiefschutzinjektion (porenverengend und hydrophobierend) mit Injektionsstoffen • Instandsetzung der Wandflächen durch porenhaltige Leichtputze/Sanierputze • dekorative Oberflächengestaltung mit Silikonemulsionsfarben einschließlich der Grundierung • nachträgliche Außenabdichtungen im PMBC-SystemFachgerechte Planung und Ausführung
Jede Abdichtungs- und Instandsetzungsmaßnahme erfordert eine Voruntersuchung {Voruntersuchung} des Bauwerks und seiner Teile. Die Voruntersuchungen richten sich nach dem Objekt und den Anforderungen an die Nutzung des Bauwerks. Sie sind generell Bestandteil der Planung. Im Verlauf der Voruntersuchungen, die unter Berücksichtigung der dafür geltenden WTA-Merkblätter auszuführen sind, müssen Ursache und Ausmaß der Feuchtigkeitsschäden ermittelt werden. Hierfür sind gegebenenfalls Kontrollöffnungen {Kontrollöffnungen} bzw. Schürfgruben erforderlich. Vor der Planung und Ausführung von nachträglichen Abdichtungen muss ausgeschlossen werden, dass Durchfeuchtungen auf bauphysikalische Ursachen (z. B. Kondensation), Defekte in haustechnischen Anlagen oder Besonderheiten der Nutzung zurückzuführen sind.
Gerade im Bereich der Bauwerkserhaltung bzw. dem Bauen im Bestand ist es nicht möglich, alle bekannten Untersuchungen durchzuführen. Alle Baubeteiligten schulden trotzdem den Erfolg, da im Regelfall von einem Werkvertrag auszugehen ist. Die Erfolgsverpflichtung geht, wie bekannt, über die Pflicht der Einhaltung der anerkannten Regeln der Technik hinaus, wenn diese im Einzelfall nicht ausreichen sollten, den vertraglich geschuldeten Erfolg herbeizuführen.
Wirkung und Dauerhaftigkeit einer Bauwerksinstandsetzung hängen aber nicht nur von ihrer fachgerechten Planung und Ausführung ab, sondern v. a. von der zweckmäßigen Planung und Ausführung des gesamten Bauwerks und seiner Bauteile. Der verantwortliche Planer oder Architekt hat sein besonderes Augenmerk darauf zu legen, dass alle Maßnahmen nach den Regeln der Technik ausgeführt werden.
Die Normenreihe DIN 18195 Bauwerksabdichtungen gilt u. a. für den erdberührten Bereich, wobei der Bereich der nachträglichen Bauwerksabdichtung vom Prinzip her ausgenommen ist. (Dieses gilt in Zukunft ebenso für die DIN 18533 Abdichtung von erdberührten Bauteilen.)
Nachträgliche Bauwerksabdichtungen werden beispielsweise im WTA-Merkblatt 4-6-14/D Nachträgliches Abdichten erdberührter Bauteile (Ausgabe 11/2014)beschrieben. Dieses WTA-Merkblatt beschreibt nachträgliche Bauwerksabdichtungen und deren Detaillösungen in der Bauwerksinstandsetzung und in der Baudenkmalpflege, auch ausgehend von den Wasserbeanspruchungsarten und der Nutzung. Weitere Hinweise gibt das WTA-Merkblatt 4-10-15/D Nachträgliche Horizontalsperren mit zertifizierten Injektionsstoffen (Ausgabe 03/2015).
Ob die Anwendung der Normenreihe DIN 18195 bei allen Bauwerksabdichtungen erforderlich ist, kann nur beantwortet werden, wenn sie auch vertraglich vereinbart ist. Die vom Deutschen Institut für Normung veröffentlichen Normen sind keine Rechtsnormen, sondern private technische Regelungen mit Empfehlungscharakter, die die anerkannten Regeln der Technik wiedergeben oder hinter diesen zurückbleiben können. Die Erarbeitung anderer Merkblätter und Richtlinien, wie z. B. die WTA-Merkblätter, sind von der fachlichen Struktur her gegenüber DIN-Normen als gleichwertig einzustufen.
Bauwerke sind auf folgende Gegebenheiten zu untersuchen:
• Schadensformen: Art, Ausmaß, Besonderheiten • vorhandene Abdichtungen: Art, Lage, Zustand, Mängel und deren Ursachen, frühere Instandsetzungen • Dränungen: Art, Lage, Vorflut • Baugrund • Bodenfeuchte, nichtstauendes Sickerwasser (an Bodenplatten und Wänden) • nichtdrückendes Wasser (auf Deckenflächen) • drückendes Wasser, zeitweise aufstauendes Sickerwasser • kapillar aufsteigende FeuchtigkeitWenn das Bauwerk, sprich das Untergeschoss (Keller), nachträglich abzudichten ist, muss grundsätzlich entschieden werden, welche Abdichtungsart die richtige ist: Außenabdichtung oder Innenabdichtung.
Die Abdichtungsart richtet sich nach den Hauptfeuchteursachen {Feuchteursachen} im Gründungs- und Wandsockelbereich. Ein weiteres Kriterium ist die Bauwerksnutzung und Erreichbarkeit der Bauteile.

Bild 17: Hauptfeuchteursachen im Gründungs- und Wandsockelbereich (Quelle: Franz-Josef Hölzen)
Bauwerks- und Laboruntersuchungen haben so zu erfolgen, dass sie repräsentativ sind und nicht zu Verfälschungen der Untersuchungsergebnisse führen. Die Feuchteursache muss analysiert werden und die festgestellten Ergebnisse sind sicher zu interpretieren. Das heißt, dass die Untersuchungen in erster Linie die Ursache ermittelt und nicht wissenschaftliche Kenngrößen. Auch sind bauschädliche Salze zu ermitteln und zu bewerten.
Beispiel 1: Nachträgliche vertikale Außenabdichtung {Außenabdichtung} auf Natursteinmauerwerk {Natursteinmauerwerk}
In diesem Beispiel war das Untergeschoss eines Bahnhofs zu sanieren, denn es sollte ein Museum eingerichtet werden. Das Untergeschoss war zuvor als Lager und Keller genutzt worden und sollte nun Ausstellungszwecken dienen. Da die Außenabdichtung nicht mehr funktionsfähig war, musste sie erneuert werden. Zudem sollte die horizontale Sperre der neuen Nutzung angepasst werden.
Nachdem im Rahmen einer Bauzustandsanalyse die Feuchteursachen und der Feuchtegehalt festgestellt wurden, wurde an diesem Objekt eine nachträgliche Bauwerksabdichtung und eine Injektion gegen kapillar aufsteigende Mauerfeuchtigkeit durchgeführt.

Bild 18: Vorhandener Untergrund (Quelle: Franz-Josef Hölzen)
Bei genauer Betrachtung kann festgestellt werden, dass der an diesem Objekt vorgefundene Untergrund für die Abdichtung nicht genormt ist und hier schon vonseiten der Planung ein Sonderfall vorliegt. Somit wurde ein entsprechendes Leistungsverzeichnis erarbeitet und nach diesen Vorgaben nachträglich abgedichtet.
Zunächst waren der Untergrund zu reinigen und dann ein Abdichtungsuntergrund herzustellen. Im zweiten Schritt wurde eine Stahlbetonschale vorbetoniert. Das folgende Bild zeigt, dass im Arbeitsraum Wasser steht, weshalb zusätzlich eine Dränanlage gemäß DIN 4095[1] zu planen und auszuführen war. Am Übergang von der Wand zur Bodenplatte wurde mit Dichtungsmörtel eine Dichtungskehle ausgeführt.

Bild 19: Hergestellter neuer Abdichtungsuntergrund (Quelle: Franz-Josef Hölzen)

Bild 20: Einbau einer Dichtungskehle mit Dichtungsmörtel (Quelle: Franz-Josef Hölzen)
Nach den erforderlichen, vorbereitenden Maßnahmen wurden die gesamten Außenwände mit einem PMBC-System abgedichtet und die einzelnen Lagen und Arbeitsschritte durch einen Sachverständigen begleitet, abgenommen und dokumentiert. Zur Qualitätskontrolle wurden die Schichtdicken, die Ausführung sowie die vollständige Durchtrocknung überprüft, bevor weitere Schichten aufgebracht wurden.

Bild 21: Abdichtungsanschluss im Sockelbereich (Quelle: Franz-Josef Hölzen)
Die erdberührte Bauwerksabdichtung endet an diesem Objekt planmäßig mit einem Anschluss an einem wasserabweisenden Natursteinsockel. Der Übergang zum Sockel wurde mechanisch angeschlossen und das Perimeterdämmsystem einschließlich der Drän- und Schutzsysteme angeschlossen.
Der Wandsockel selbst besteht aus einem wasserabweisenden Natursteinmauerwerk, sodass hier kein weiterer Feuchteschutz notwendig ist.

Bild 22: Fertiger Wandsockelanschluss (Quelle: Franz-Josef Hölzen)
Beispiel 2: Sanierung einer mangelhaften, vertikalen Außenabdichtung {Außenabdichtung}
Ein zweigeschossiges Einfamilienhaus mit angebautem Carport und vollständiger Unterkellerung als Untergeschoss mit hochwertiger Nutzung zeigte Feuchtigkeitsschäden im Untergeschoss. Die Schäden traten in Form von kapillaren Durchfeuchtungen und Putzzerstörungen im Bereich der aufgehenden Wände zutage. Sie waren sowohl an den Außen- als auch an den Innenwänden zu finden, begleitet von hygrischen Längenänderungen der entsprechenden Sockelleisten.
Um die Bauweise an diesem Objekt nachvollziehen zu können, wurden über den Bauherrn Pläne und Bilder aus der Bauphase an den Sachverständigen übergeben. Auf dieser Basis wurden die Wände von außen freigelegt, das heißt, eine Schürfgrube angelegt, um die Schadensursache vor Ort festzustellen und den Schaden nicht nur von innen zu beseitigen.
Bei einer Bauteilöffnung wurde festgestellt, dass das vorhandene Schutzsystem {Bauwerksabdichtung, Schutzsystem} teilweise einlagig verwendet wurde und sich in die Abdichtungs- und die Dämmstoffebene eingedrückt hatte. Dies entspricht nicht den Regeln der Technik. Die vorhandene Bauwerksabdichtung hatte sich sogar vom Beton abgelöst; dieser war stark durchfeuchtet. Beides war ein Indiz dafür, dass die Feuchtigkeit (also das Wasser) an diesem Objekt von außen eindringt. Zudem stand in der Schürfgrube aufstauendes Sickerwasser an, das heißt, die vorhandene Dränanlage war nicht in der Lage, das Wasser dauerhaft abzuleiten.

Bild 23: Abdichtungsfläche mit einem Schutzsystem ohne Gleit-, Schutz- und Lastverteilungsschicht (Quelle: Franz-Josef Hölzen)

Bild 24: Aufstauendes Sickerwasser sowie Verschmutzungen zwischen Beton und Abdichtung – Wassereintritt (Quelle: Franz-Josef Hölzen)
Bei einem Ortstermin wurde die weitere Vorgehensweise an dem freigelegten Objekt festgelegt. Dazu gehörten:
1. Reinigung der gesamten Fläche mit einem Hochdruckreinigungsgerät 2. Entfernen vorhandener Abdichtungsrückstände mit einer Schrubbscheibe 3. Herstellen einer Phase an der Stirnseite der Bodenplatte 4. Einbringen von Drän- und Filterkies 5. Entwässerung der Lichtschächte 6. Abdichtung der Kellerfenster im Bereich der Fensterbänke 7. Anschluss der Abdichtung im Bereich der Lichtschächte und im Bereich des GebäudesockelsDie nachfolgenden Bilder dokumentieren die Baustellensituation und Instandsetzung:





Bei weiteren Ortsterminen wurde die Abnahme durchgeführt. Die Bauwerksabdichtung der erdberührten Kelleraußenwände einschließlich aller An- und Abschlüsse der Durchdringungen im Bereich der Bodenplatte wurde kontrolliert und entsprach den anerkannten Regeln der Technik. Die Abdichtungsarbeiten wurden vor Ort so durchgeführt, wie im Leistungsverzeichnis beschrieben. Somit sind die durchgeführten nachträglichen Abdichtungsarbeiten einer Neubauabdichtung gleichzusetzen.
Auch die Ausführung und Funktionsfähigkeit der Dränanlage {Dränanlage} wurde geprüft. Die Dränanlage wurde gemäß den Anforderungen der DIN 4095 neu hergestellt. Das Dränwasser wird in einem Pumpensumpf geführt und hier über eine Schwimmerpumpe abgeführt.
Voraussetzung für die Funktionsfähigkeit der Dränanlage ist die dauerhafte Funktionsfähigkeit und Bereitstellung der entsprechenden Pumpsysteme, damit sich kein aufstauendes Sickerwasser einstellt. Zudem sind Dränanlagen Pflege- und Wartungsbauteile, das heißt, sie sind auch weiterhin mindestens einmal im Jahr zu kontrollieren und zu warten sowie gegebenenfalls instand zu setzen.
Innenabdichtung {Innenabdichtung} als Alternative
Ist eine nachträgliche Außenabdichtung nicht möglich, kann das Bauwerk alternativ von innen abgedichtet werden. Unterstützend können hierbei Schleierinjektionen angewendet werden.[2]
Bei der hier durchgeführten Instandsetzung von innen wurde der Altputz bis mindestens 80 cm über den Feuchtigkeits- und Salzrand entfernt. Schadhafte Fugen wurden ausgeräumt (mindestens 2 cm tief) und die Flächen gereinigt. Vorhandene Anstriche auf Wand-/Bodenflächen wurden mechanisch im Nebelstrahlverfahren (mit regulierbarem Strahldruck unter Verwendung einer Softstrahldüse) abgetragen.



