- -
- 100%
- +
Die Frage für die Zukunft wird sein, wie sich die neuen technologischen Entwicklungen auswirken werden. Zum einen kann es nicht falsch sein, in die Vergangenheit zu schauen und daraus Schlüsse zu ziehen. Die vergangenen technischen Revolutionen haben die Arbeit vieler Menschen erleichtert und generell eher dazu geführt, dass neue Jobs geschaffen wurden. Die Angst, Maschinen würden Arbeitsplätze stehlen und zu Massenarbeitslosigkeit führen, ist unbegründet gewesen. Dies heißt aber nicht, dass sich die Arbeitswelt nicht verändert. War es noch vor ein paar Jahren erstrebenswert und völlig normal, von der Lehre bis zur Rente im gleichen Beruf zu arbeiten, so sprechen Experten und Berufsverbände heute davon, dass Arbeitnehmer deutlich flexibler sein müssen. Das lebenslange Lernen bekommt eine immer stärkere Bedeutung. Was in der Lehre gelernt wird, ist nicht zwangsläufig auch der Beruf zum Renteneintritt. Darauf müssen die jungen Menschen vorbereitet werden. Das hat auch Auswirkungen auf die Berufswahl.
Wie wahrscheinlich Ihr eigenes Berufsbild einer Automatisierung zum Opfer fällt, können Sie im Internet sehr einfach herausfinden.3 Hier sehen Sie, dass zum Beispiel der Beruf eines Steuerfachangestellten aus 12 verschiedenen Tätigkeiten besteht, die schon heute komplett von einem Roboter übernommen werden könnten. Die Automatisierbarkeit in diesem Beruf ist also enorm hoch und die Wahrscheinlichkeit, in absehbarer Zukunft etwas anderes suchen zu müssen, ist damit auch sehr groß. Zumindest, wenn die Automatisierung billiger oder qualitativ besser ist als die Arbeit eines Menschen. Trotzdem empfehlen viele Berufsberater jungen Menschen immer noch, in diese Berufe zu gehen. Schaut man sich die Entwicklung der Stellen als Steuerfachangestellte an, so sieht man, dass diese in den letzten Jahren gestiegen sind. Und ebenso ist das Gehalt nach oben gegangen. Nur weil ein Beruf also irgendwann vielleicht automatisiert werden könnte, muss es heute keine schlechte Berufswahl sein.
Allerdings gibt es auch Stimmen, die davon ausgehen, dass die neuen Technologien und künstliche Intelligenz eine ganz neue Dimension der Veränderung darstellen, die nicht mit den bisherigen Revolutionen vergleichbar ist. Schließlich wird hier nicht nur die Muskelkraft ersetzt, sondern auch viel Kopfarbeit. Also das, was der Mensch bisher den Maschinen voraushatte. Während es hier sehr optimistische Zukunftsbilder gibt, die den Menschen von der Notwendigkeit einer Erwerbstätigkeit befreit sehen (Precht 2018), gibt es auch die etwas pessimistischere Sicht, die den Menschen am Rande seiner Nützlichkeit für Evolution sieht (Harari 2018).
Was immer die Zukunft auch bringen mag, Disruptionen gehören zum Alltag und können zukünftig noch stärkere Umwälzungen hervorrufen als bisher. Mit den daraus entstehenden Unsicherheiten werden wir umgehen müssen und Strategien entwickeln. Das „disruptive Denken“ und das Gestalten der Zukunft ist ein guter Startpunkt. Denn überall da, wo Sie Raum zur Gestaltung vorfinden, da entstehen Chancen, die Sie nutzen können.
➤ Tipps für VUCA-Helden
Auch wenn Digitalisierung sich sehr technologiebezogen anhört, so ist vielleicht die zentrale Botschaft, den Kunden in das Zentrum allen Bemühens und aller Innovation zu stellen. Die Bedürfnisse des Kunden beherrschen den Markt.
Wenn Sie den Kunden aber nicht nur als Konsumenten, sondern als wichtigen Partner sehen, dann können Sie daraus sehr viele Vorteile ziehen. Mit kurzen Feedbackzyklen und kreativen, innovativen Herangehensweisen können Sie neue Geschäftsmodelle erschließen und selbst disruptiv ganze Märkte verändern.
1 Sehen Sie den Kunden als Partner und stellen Sie ihn in den Fokus.
Versuchen Sie Ihre Kunden oder Zielgruppen möglichst gut zu verstehen. Das klassische Anforderungsmanagement hatte seit jeher damit zu kämpfen, dass die Kunden oft selbst nicht genau wussten, was sie wollten. Bringen Sie Ihre kreativen Teams direkt in Kontakt mit der Welt des Kunden, so dass diese mit den Kunden gemeinsam erarbeiten können, was benötigt wird. Bringen Sie Teams und Kunden auch während des Erstellungsprozesses zusammen, so dass frühzeitig Feedback gegeben werden kann.
Welches Bedürfnis hat der Kunde wirklich?
Gibt es noch eine andere Perspektive?
Wie können Sie den Kunden möglichst nah an das kreative Team bringen?
1 Digitalisierung bedeutet Beziehungen und Verbindungen.
Oftmals benötigt man keine bahnbrechende neue Erfindung. Manchmal ist das, was zu einem echten Gamechanger wird, eine Kombination aus schon vorhandenen Dingen, Produkten oder Dienstleistungen.
Erinnern Sie sich an die Familie in dem Restaurant. Hier haben zwei Restaurants zusammengearbeitet und somit den Kundenwunsch bedient. Niemandem ist daraus ein Nachteil entstanden.
Wo sehen Sie mögliche Verbindungen, die vorteilhaft sein könnten?
Gibt es Konkurrenten oder Mitbewerber, die sich als Partner anbieten können?
Wie gehen Sie damit um, wenn Sie erkennen, dass ein Kunde von einem Produkt (einer Dienstleistung) profitieren könnte, die er nur bei einem Wettbewerber bekommt?
1 Ermöglichen Sie Kreativität und Innovationsgeist.
Beschäftigen Sie sich mit Innovations- und Kreativitätsmethoden wie Design Thinking oder ähnlichen. Bringen Sie Experten aus den unterschiedlichsten Bereichen zusammen und geben Sie ihnen Freiräume und Möglichkeiten, verrückte Ideen zu entwickeln und zu testen.
Schauen Sie sich ab, was die innovativen Vorreiter wie Google, Adobe oder andere Unternehmen zu diesem Zwecke ermöglichen.
Wie können Sie Innovation und Kreativität fördern?
Haben Sie genug Raum, Zeit und finanzielle Fördermittel für kreative Workshops?
Können Sie innovative Strukturen in Ihrem Umfeld aufbauen oder sollten Sie über einen Inkubator nachdenken?
Wie können Sie Ihr eigenes Geschäftsmodell angreifen?
2 Der Mensch im Mittelpunkt
… bei gleicher Umgebung lebt doch jeder in einer anderen Welt.
Arthur Schopenhauer
Auch wenn Digitalisierung sich sehr technologielastig anhört und einen sehr technologischen Anschein hat, steht mehr als je zuvor der Mensch im Mittelpunkt. Die veränderten Umweltbedingungen und die steigende Komplexität sind eine Herausforderung für uns alle. Aber letztendlich sind die im ersten Teil beschriebenen Veränderungen nur möglich, wenn Menschen den neuen Herausforderungen mit Offenheit und Neugier begegnen. Einzelkämpfer stoßen schneller an Grenzen und die Fähigkeit, als Teamplayer zu agieren, bringt in vielen Bereichen Vorteile mit sich. Fachexperten werden hinterfragt, Führung muss neu gedacht werden… Wir sehen, dass dies den Menschen als Individuum, wie auch als Kollektiv, in den Mittelpunkt rückt.
Daher ist es hilfreich zu verstehen, was sich in uns selbst und unseren Mitmenschen abspielt. Was gibt uns Energie, was motiviert uns, wie treffen wir Entscheidungen, wie nehmen wir die Welt wahr? Von Seiten der Psychologie und der Hirnforschung gab es zu diesem Thema in den letzten Jahren viele neue Erkenntnisse.
Конец ознакомительного фрагмента.
Текст предоставлен ООО «ЛитРес».
Прочитайте эту книгу целиком, купив полную легальную версию на ЛитРес.
Безопасно оплатить книгу можно банковской картой Visa, MasterCard, Maestro, со счета мобильного телефона, с платежного терминала, в салоне МТС или Связной, через PayPal, WebMoney, Яндекс.Деньги, QIWI Кошелек, бонусными картами или другим удобным Вам способом.




